Angespielt: Destiny 2 – Das Licht ist aus

Bungie ist zurück und spinnt in Destiny 2 die Geschichte um den Reisenden, die Letzte Stadt und ihre Hüter weiter. Bereits kurz nach dem Erscheinen des Erstlings im Jahr 2014 angesprochen und im Februar 2016 angekündigt, wurde Destiny 2 nun am 6. September für die Konsolen Xbox One und PlayStation 4 veröffentlicht. Erstmals erfolgt nun auch ein Release auf dem PC, der exklusiv über Blizzards Battle.net am 24. Oktober vorgenommen wird.

Nachdem die Arbeiten an dem ersten Destiny alles andere als glatt verliefen und die Geschichte mehrmals umgeschrieben, verändert oder gekürzt wurde, wollte Bungie den Spielern mit dem zweiten Teil eine mitreißende Story bieten. Kein 'I don't have time to explain why I don't have time to explain' mehr, keine Geschichte, die zu ihrem Großteil dadurch erzählt wird, dass die Spieler tote Geister in der Spielwelt finden, die wiederum Storyfetzen auf einer externen Webseite oder App freischalten. Destiny 2 erzählt eine solide Geschichte, die jedoch leider nicht ohne Längen und einem riesigen Plot-Loch auskommt. Hier soll so wenig wie möglich über die Story des Spiels verraten werden, wer jedoch Spoiler zu dem Shooter vermeiden will, sollte jetzt nicht mehr weiterlesen.

Nach dem Schwarzen Garten, dem Oberfiesling Oryx und der Siva-Krise bekommen es die Hüter in dem neuen Spiel mit der Rotlegion zu tun, einer Elite-Einheit der Kabale, die ihrem Anführer, Dominus Ghaul, treu ergeben sind. Ghaul greift mit seiner Armada die Letzte Stadt der Menschheit an und will sich das Licht des Reisenden unter den Nagel reißen, jener riesigen, mysteriösen Kugel, die die Menschheit einst in ein Goldenes Zeitalter führte und den Hütern ihre Macht gab.

"Willkommen in einer Welt ohne Licht."

Die Stadt wird überrannt und der Reisende von den Kabalen eingesperrt, was zum Verlust der Fähigkeiten der gesamten Hüterschaft führt. Diese müssen fliehen und sich kraftlos außerhalb der schützenden Mauern der Stadt durchschlagen, was in der ersten halben Stunde des Spiels eindrucksvoll erzählt wird. Schnell bekommen die Spieler jedoch wieder ihre Kräfte zurück, denn ein Destiny ohne coole Space Magic wäre für viele Spieler, besonders die, die erst beim zweiten Teil eingestiegen sind, wohl zu langweilig. Jedoch erscheint dieser Punkt in der Geschichte ein wenig zu überhetzt. Während im Spiel den Einblendungen nach Tage vergingen, waren es in Echtzeit wohl rund zehn bis fünfzehn Minuten, in denen der Hüter ohne seine Kräfte dastand. Dabei war es gerade dieser Verlust, der der Kräfte und der Stadt, die wirklich berührten und sehr gut dargestellt wurden.

Mit den neuerlangten Kräften muss der eigene Hüter nun die Mitglieder der Vorhut, Zavala, Ikora Rey und Cayde-6, finden und die Rückeroberung der Stadt vorbereiten. Störend ist hier, dass immer davon gesprochen wird, dass dieser der einzige ist, der seine Kräfte wiedererlangt hat. Jedoch wird man in der offenen Spielwelt und bei manchen Missionen mit anderen Spielern zusammengeworfen, die natürlich ebenfalls ihre Fähigkeiten einsetzen. Ein weiteres Ärgernis ist, dass die eigene Spielfigur bei allen Konversationen stumm wie ein Fisch bleibt, und dass, obwohl die Hüter bereits im Basisspiel des ersten Destiny des Öfteren mal ihre Meinung kundtaten. Ein absoluter Rückschritt, der sogar von den Entwicklern selbst aufs Korn genommen wird: Von einem Charakter dazu aufgefordert zu antworten, fährt der Begleiter, Geist, dem Helden über den Mund und antwortet an seiner statt. Nicht witzig, Bungie!

Die Kampagne unterhält die Spieler rund 15 bis 20 Stunden, hat nach dem furiosen Auftakt jedoch kleinere Hänger und ein Problem: Ghaul ist nämlich nicht nur gekommen, um den Reisenden zu erobern, sondern auch, um zu zerstören. Dumm nur, dass er genau den Planeten zerstören will, auf dem er sich mitsamt seiner ganzen Armee befindet. Lässt man dieses Plot-Loch außer Acht, kann besonders das letzte Drittel der Geschichte überzeugen. Vor allem die letzten Missionen sind dramatisch inszeniert, wenn auch am Schluss ein wenig zu rührselig.

cayde-6.png

Destiny 2 Cayde-6

Ist die Kampagne bezwungen, fängt das Spiel erst richtig an. Ganz nach dem Prinzip des guten, alten Looten und Leveln wird der eigene Charakter auf das derzeitige Maximallevel 20 gebracht und durch diverse Aktivitäten das Power-Level, welches das Licht-Level aus dem Erstling ersetzt, auf 300 geschraubt. Wie bereits bekannt, geschieht dies durch bessere Ausrüstung, die beispielsweise durch Strikes, PvP oder über öffentliche Events erlangt wird. Letzteres ist in den verschiedenen Welten des Spiels nun häufiger verfügbar und wird auch auf der neuen Karte angezeigt.

Überdies enthält Destiny 2 eine ganze Reihe an "Quality of Life"-Veränderungen, die sich die Spieler bereits für den Erstling gewünscht haben. Etwa lassen sich andere Planeten, das PvP und die Strike-Playlist von jedem Ort aus ansteuern, ohne vorher in den Orbit eines Planeten zu müssen. Die eigenen Kräfte werden mit Hilfe von Fähigkeitspunkten verbessert, die man durch den Levelaufstieg oder über Aktivitäten erhält.

Zu anderen Punkten ist die Hüterschaft geteilter Meinung: Waffen müssen nicht mehr aufgelevelt werden und haben nun feste Perks, anstatt mit zufälligen Fähigkeiten ausgestattet zu sein. Shader lassen sich nun einzeln auf Ausrüstung, Waffen, Geister, Schiffe oder Sparrows aufbringen, sind jedoch Verbrauchsgegenstände, die mit dem Benutzen aufgebraucht werden.

Fazit

Destiny 2 ist ein solider zweiter Teil, der clevere Verbesserungen und, beispielsweise durch die überarbeiteten Fokusse der Klassen, spannende Neuerungen bringt. Die verschiedenen Planeten sind ansprechend gestaltet, wobei der Fokus merklich auf der "Europäischen Todeszone" auf der Erde liegt, die laut Bungie die größte Zone sein soll, die das Studio je erschaffen hat. Der Sound untermalt das Geschehen passend, besonders die Waffen hören sich mächtig an. Der Soundtrack tut sein übriges und verursacht an manchen Stellen eine wohlige Gänsehaut.

Spieler können von dem neuesten Teil ein Destiny 1.75 erwarten, welcher sich stellenweise wie eine Erweiterung des ersten Teils anfühlt, neu und vertraut zugleich. Jedoch sind bereits zwei Erweiterungen für Destiny 2 angekündigt worden, die das Hauptspiel mit neuen Quests und Aktivitäten ausbauen werden. Reinschauen lohnt sich, denn bei Destiny 2 bekommen die Nutzer das gleiche hervorragende Gunplay geboten, welches die Fans schon bei dem ersten Teil jahrelang bei der Stange hielt. Verschiedene Aktivitäten und eine große Community tun ihr übriges, damit sowohl Solo-Spieler als auch Gruppen-Hüter auf ihre Kosten kommen.

Erhältlich ist Destiny 2 für PC, Xbox One und PlayStation 4:

Destiny 2 - Official Launch Trailer

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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