Spoilerfreie Kritik zu Guardians of the Galaxy

Dass Guardians of the Galaxy ein weltweiter Hit ist, dürfte mittlerweile fast jedem Leser unserer Seite bekannt sein. In Deutschland mussten wir aufgrund der Fußball-WM bis zum Ende des Augustes warten, bevor wir uns ein Bild darüber machen konnten, ob die Lorbeeren wirklich gerechtfertig sind. Ein solchen Erfolg, wie der Film weltweit feiern konnte, ist jedoch an sich schon eine Überraschung und dürfte nur von sehr wenigen Menschen vorhergesagt worden sein. Die Geschichte um die 5 Teilzeit-Helden Star-Lord, Rocket, Gamora, Drax der Zerstörer und Groot ist selbst unter Comic-Fans eher wenig bekannt. In Deutschland erscheinen die Abenteuer der 5 sogar erst seit wenigen Monaten. Davon sollten sich die Zuschauer jedoch nicht abschrecken lassen. Mit Guardians of the Galaxy ist Marvel einer der besten Sommer-Filme der letzten Jahre gelungen.



Die größte Stärke des neusten Werkes aus den Hause Marvel sind sicherlich seine Charaktere. Die Guardians sind ein unglaublich sympathischer Haufen, dem man als Zuschauer ewig zuschauen könnte. Chris Pratt, als menschlicher Anker in der Gruppe, erledigt dabei einen hervorragenden Job und ist immer für einen witzigen Spruch zu haben. Auch Zoe Saldana und vor allem Dave Bautista überzeugen in ihren Rollen. Die Show wird allen drei jedoch trotzdem immer wieder von den beiden animierten Figuren gestohlen. Das Baumwesen Groot und der genetisch veränderte Waschbär Rocket sind die Highlights des Films. Beide sorgen für viele Lacher und gerade Groot dürfte viele Fans überraschen und am Ende ans Herz gewachsen sein.

Generell passt in Guardians of the Galaxy einfach alles wunderbar zusammen. Der typische Humor von Regisseur James Gunn (Super, Slither) ist in vielen Situationen des Films dabei und es gibt praktisch in jeder Lage einen witzigen Spruch. Dies macht Guardians zum definitiv witzigsten der Marvel-Filme bisher und schafft damit einen interessanten Gegenpol zum eher ernsteren Capatain America 2. Ein weiterer wichtiger Punkt, der zur Grundstimmung des Films beiträgt, ist die Musikauswahl. Die Entscheidung in Schlüsselszenen auf Songs der 70er und 80er Jahre zurückzugreifen, gibt dem Film eine ganz eigene Note und passt hervorragend zum restlich Ton. Generell merkt man Guardians of the Galaxy die Handschrift von James Gunn, der auch am Drehbuch beteiligt war, praktisch überall an. Hier muss man Marvel wieder einmal gratulieren, dass sie das Risiko eingehen und einem doch eher unerfahrenen Regisseur (vor allem im Zusammenhang mit Blockbustern) ein neues Franchise anvertrauen. Es hat sich erneut ausgezahlt.



Dabei ist Guardians of the Galaxy beileibe nicht perfekt. So bleibt der Bösewicht auch in diesem Film aus dem Hause Marvel wieder sehr blass. Dieses Problem ist jedoch ein grundsätzliches, mit dem auch die anderen Marvel-Filme aus Phase 2 zu kämpfen hatten. Ob diese Tatsache daran liegt, dass viele der interessantesten und populärsten Marvel-Schurken aus den Spider-Man- und X-Men-Comics kommen und Marvel somit nicht zur Verfügung stehen, oder ob der Fokus bewusst immer eher auf Helden gelegt wird, lässt sich nicht sagen. In Guardians der Gegenspieler sind Ronan der Zerstörer und auch seine Handlangerin Nebula jedenfalls einer der Schwachpunkte des Films. Ihre Motivation ist rudimentär vorhanden, an sich hat man aber das Gefühl, dass die Charaktere nur böse sind, weil dies nun einmal ihre Rolle ist. Auch die Handlung selbst folgt den gängigen Konventionen und hält die typische Marvel-Linie. Dies fällt jedoch aufgrund der wunderbar gelungenen Charaktere kaum auf.

Guardians of the Galaxy ist der Inbegriff des Sommer-Kinos. Schnelle, witzige Unterhaltung mit sympathischen Charakteren, bei dem die Zeit, wie im Flug vergeht. Auch wenn wir in Deutschland erst zum Ende des Sommers in den Genuss kommen, sollte dies niemandem von einem Kinobesuch abhalten. Andernfalls dürften sie einen der besten Sommerfilme der letzten Jahre verpassen.

Guardians of the Galaxy 2014 Poster
Originaltitel:
Guardians of the Galaxy
Kinostart:
28.08.14
Laufzeit:
122 min
Regie:
James Gunn
Drehbuch:
basiert auf dem gleichnamigen Marvel-Comic von Dan Abnett Andy Lanning
Darsteller:
Chris Pratt (Peter Quill/Star-Lord), Zoe Saldana (Gamora), Dave Bautista (Drax), Vin Diesel (Groot), Bradley Cooper (Rocket), Lee Pace (Ronan), Michael Rooker (Yondu), Karen Gillan (Nebula)
Peter Quill alias Star-Lord scharrt eine Gruppe Abtrünniger um sich, um den Planeten Xandar und den Rest des Universums zu retten.

Regeln für Kommentare:

1. Seid nett zueinander.
2. Bleibt beim Thema.
3. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung.

SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

Beiträge von Spammern und Stänkerern werden gelöscht.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren.
Ein Konto zu erstellen ist einfach und unkompliziert. Hier geht's zur Anmeldung.