Joker

Einspielergebnis: Joker knackt die Milliarde

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Der Joker ist an den Kinokassen nicht aufzuhalten. An diesem Wochenende wird die Comicverfilmung einen weiteren Meilenstein nehmen und die Marke von 1 Milliarde Dollar an den Kinokassen überspringen. Aktuell beträgt das weltweite Einspielergebnis 1,016 Milliarden Dollar. Damit ist Joker der erste R-Rated-Film, dem ein solches Kunststück gelungen ist. Kein Film mit einer solchen Freigabe war weltweit bisher erfolgreicher.

Im Zuge des Erfolges stellen viele Fans natürlich verstärkt die Nachfrage nach einer Fortsetzung. Bisher erteilten sowohl Regisseur Todd Phillips als auch Hauptdarsteller Joaquin Phoenix diesen Ideen eine Absage. Mittlerweile scheint sich aber zumindest Phillips dem Thema etwas zu öffnen. In einem Interview mit der The LA Times erklärte der Regisseur, dass er unter bestimmten Umständen bereit für einen zweiten Teil wäre. Dessen Geschichte müsste ähnlich fesseln wie der erste Film, erst dann wäre Phillips bereit, sie zu erzählen.

Eine weitere Voraussetzung wäre dann aber auch, dass Joaquin Phoenix sich von einer Rückkehr überzeugen lässt. Bisher hielt sich der Darsteller von Fortsetzungen fern.

Todd Phillips: Nachfolger zu Joker braucht ein passendes Thema

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Geplant war ja eigentlich nur ein Film: Regisseur Todd Phillips und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix hatten jeweils keine Pläne für einen Nachfolger zu Joker, einem der erfolgreichsten Filme des Jahres. Unter dem Eindruck des weltweiten Umsatzes von rund 995 Millionen US-Dollar scheint dieser Konsens aber langsam aufzuweichen.

Wie in einem Interview mit der Los Angeles Times offenbaren Phoenix und Phillips, dass die Idee eines Nachfolgers schon während der Produktion im Raum schwebte – allerdings erst scherzhaft. Phoenix erinnert sich:

"Während der zweiten oder dritten Woche der Dreharbeiten fragte ich 'Todd, kannst du anfangen, an einem Nachfolger zu arbeiten? Wir können hier soviel noch erforschen' […] Es war eigentlich ein Witz – aber eigentlich auch nicht."

Phillips wiederum macht klar: Derzeit sei keine Fortsetzung in Planung. Ganz abgeneigt sei er der Idee jedoch nicht, allerdings müsste es dafür einen Anlass geben:

"Aber es sollte nicht einfach ein wilder und verrückter Film über den 'Clown-König der Kriminellen' sein. […] Es bräuchte eine thematische Resonanz, ähnlich wie es [der Film Joker, die Red.] hat. Denn ich glaube darum hatte dieser Film Erfolg, weil er zeigt, was unter der Oberfläche geschieht. Bei so vielen Filmen geht es um die Zündung, und dieser [Film Joker, die Red.] dreht sich um den Countdown. Könnte man dies in realistischer Weise wieder einfangen, das wäre interessant."

In Joker geht es um Arthur Fleck, der an einer Nervenkrankheit leidet und in Stresssituationen anfangen muss zu lachen. Deswegen, aber vor allem wegen einer egoistischen und wenig empathischen Gesellschaft wird Fleck zunehmend zynisch und entschließt sich, als Kunstfigur Joker brutal Rache zu nehmen. Der Film spielt offiziell im DC-Universum, ist aber ein alleinstehender Film ohne Anbindung an eine der bestehenden Reihen.

Todd Phillips inszenierte zuvor die Hangover-Filme und drehte mit Joker einen Überraschungserfolg, der vor seiner Kinopremiere einen Preis bei den Filmfestspielen in Venedig gewann. Die Kritiken waren mehrheitlich positiv, allerdings wurde dem Film eine gewisse Unsensibilität in Bezug auf sein Frauenbild sowie auf mögliche Nachahmer vorgeworfen, vor allem in den von Amokläufen gebeutelten USA. Unsere Filmkritikerin Anne fand Joker in ihrer Rezension auf eine verstörende Art faszinierend und lobte das Schauspiel von Joaquin Phoenix.

Einspielergebnis: Terminator startet auch international schwach

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Terminator 6 Dark Fate

Nachdem Terminator: Dark Fate am vorletzten Wochenende bereits in Deutschland überschaubar gestartet war, stand am vergangenen Wochenende der Start in den USA und vielen weiteren Ländern an. Auch hier lief es allerdings alles andere als rund. So sicherte sich der Film zum Auftakt in den USA zwar Platz 1 in den Kinocharts, die 29 Millionen Dollar dürften die Verantwortlichen von Paramount aber vermutlich wenig begeistert haben. Ingesamt steht das weltweite Einspielergebnis im Moment bei 123,6 Millionen Dollar, das Budget des Films soll dagegen mehr als 150 Millionen Dollar betragen haben.

Auf Platz 2 in den US-Charts folgt die Comicverfilmung Joker. Diese spielte noch einmal 13,9 Millionen Dollar ein. Damit steigt das Einspielergebnis in den USA auf insgesamt 299 Millionen Dollar. Weltweit kommt die Warner-Produktion sogar mittlerweile auf 934 Millionen Dollar.

Komplettiert werden die Top 5 in den USA durch Maleficent 2: Mächte der Finsternis (12,1 Millionen Dollar), Harriet (12 Millionen Dollar) und Die Addams Family (8,9 Millionen Dollar).

In den deutschen Kinocharts musste Joker in dieser Woche die Spitzenpostion räumen. Stattdessen legte die deutsche Produktion Das perfekte Geheimnis einen beachtlichen Start hin und sicherte sich Platz 1. Am ersten Wochenende lockte der Film 920.000 Besucher in die Kinos. Dies ist nach Avengers: Endgame und Der König der Löwen der drittbeste Start des Jahres. Die Einnahmen betrugen rund 8,4 Millionen Euro.

Trotz der Tatsache, dass es nicht mehr für Platz 1 reichte, läuft Joker in Deutschland weiterhin stark. Rund 395.000 Besucher sorgten dafür, dass die Comicverfilmung die Marke von 3 Millionen verkaufen Kinokarten knacken konnte. Damit ist Joker nun nach The Dark Knight Rises (3,25 Millionen Besucher) und Superman (4,1 Millionen Besucher) die dritterfolgreichste DC-Produktion in Deutschland.

Platz 3 geht in dieser Woche an Maleficent: Mächte der Finsternis mit 175.000 Besuchern und 1,7 Millionen Euro. Dahinter folgen Terminator: Dark Fate (116.000 Besucher und 1,1 Millionen Euro) und Die Addams Family (145.000 Besucher und 1,1 Millionen Euro).

Oidhche Shamhna! - Unsere Tipps für Halloween 2019

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ausgehöhlte, leuchtende Kürbisse auf Rasen vor Wohnhaus

Zum mittlerweilen vierten Mal präsentiert unsere Redaktion ihre Tipps für einen gemütlichen Halloween-Abend. Was ihr dafür braucht? Eine Couch - oder ein Bett. Getränkeversorgung. Snack-Versorgung. Egal, ob herzhaft oder süß. Und je nach Inspiration durch unsere Tipps gibt es etwas zum Gucken. Zum Lesen. Oder später zur Guten Nacht auch was für die Ohren ...

Johannes “Uncanny Valley” Hahn

Angst und schließlich Horror ergeben sich oft aus der Konfrontation mit dem gerade noch menschlichen und dem Fremden, ja Entstellten. In der Robotik (und der Computeranimation) kennt man dies als Uncanny-Valley-Effekt: Je menschenähnlicher etwas künstlich geschaffenes, zum Beispiel eine Puppe oder eine computeranimierte Figur, ist, desto unheimlicher wird sie uns “richtigen” Menschen. Dieser Effekt ist übrigens einer der Gründe, warum der erste computeranimierte Langfilm Toy Story Spielzeuge als Protagonisten hatte: Ihnen nimmt man das “unechte” Aussehen ab.
Wunderbar demonstriert wird dieser Effekt auch in den Trailern von Cats: Wo man wohl über die katzenhafte Anmut und fantasievolle Choreographie der Schauspielenden staunen soll, bleibt nur blankes Entsetzen anhand der fremdartigen Visagen, die einem dort pseudo-felin entgegen starren. Und dann singen die auch noch! Und tanzen! Und ergehen sich in endlos wiederholenden Klischees, in denen beispielsweise Rebel Wilson und James Corden die “lustigen Dicken” spielen. Cats, sowohl in seiner Gestalt als Musical als auch in der Gestaltung der Schauspieltruppe, wird definitiv mein Horrorfilm 2019.

Mit dem Uncanny Valley spielte übrigens auch John Carpenter in seinen bekanntesten Filmen, nicht zuletzt Halloween - Die Nacht des Grauens, wo Michael Myers ja bekanntlich eine Maske mit den Zügen William Shatners trägt. Auch in Das Ding aus einer anderen Welt setzte Carpenter auf verfremdete, menschliche Gesichtszüge, um rückenmarkschüttelnden Horror zu erzeugen. Überhaupt sollte Carpenter mehr Anerkennung erfahren: Seine Filme sind seltene Beispiele von US-amerikanischem Autorenfilm im Genrebereich. Denn Carpenter schrieb oft nicht nur das Drehbuch und führte Regie, sondern kümmerte sich bisweilen auch um Produktion und Musik. Kleinere Juwelen seines Schaffens sind dabei der Kapitalismus-Groteske Sie Leben sowie der spannende Belagerungsthriller Assault - Anschlag bei Nacht.

Wer aber lieber Lust hat, sich mit einem aktuellen Stoff zu gruseln und gleichzeitig zu amüsieren: Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot trägt zwar einen dummen Namen, macht aber Spaß. Zwar geht es um das altbekannte Thema der Jagd auf einen Menschen, der Film nimmt sich aber glücklicherweise nicht bierernst und kann neben Witzen auch Spannung erzeugen. Wer noch zögert, kann gerne unsere Kritik dazu lesen.


Florian Rinke - Erschlägt Zombies mit Büchern

Der Autor Jörg Benne hat in seinen Roman Dämonengrab klassische Fantasy mit Horror kombiniert. Bennes Buch spielt zwar in einer Fantasywelt, ist aber aufgebaut wie eine Gruselgeschichte. Eine Gruppe Abenteurer erkundet auf der Suche nach Schätzen und vermissten Personen einen uralten, halb verfallenen Tempel. Dort lauert ein Dämon, welcher den Helden nach und nach zu Leibe rückt. Damit erfindet der Autor das Rad sicher nicht neu, aber Benne gelingt es auf 300 Seiten, den Leser durchgehend spannend zu unterhalten – was viele endlos laufende Fantasy-Reihen nicht schaffen.

Überraschend gut hat mir die erste Staffel der koreanischen Serie Kingdom gefallen – obwohl mich Zombieserien und -filme in letzter Zeit eher gelangweilt haben. Das im asiatischen Mittelalter angesiedelte Szenario kommt aber anders daher. Der Fokus liegt nicht auf den Untoten, sondern auf den interessanten Figuren, Hofintrigen und dem entstehenden Chaos im Land. Dennoch ist Kingdom absolut nichts für Menschen, die kein Blut und andere Grausamkeiten sehen können.

Wer sich nicht gerne gruselt, aber auf Halloween-Stimmung nicht verzichten will, dem sei Batman: The Long Halloween empfohlen. Autor Jeph Loeb erzählt in dem Comic aus Jahr 1996 eine der besten Batman-Geschichten. Die Handlung beginnt mit der Ermordung eines Mafiosis an Halloween. Im folgenden wird der Dunkle Ritter an jedem Feiertag mit einem neuen Verbrechen konfrontiert und muss sich mit vielen seiner bekannten Gegner herumschlagen. So haben der Joker, Poisen Ivy, der Riddler und Two-Face ihre Auftritte, bevor es am nächsten Halloween zum Showdown kommt. Keine Gruselgeschichte, aber die Bilder von Tim Sale vermitteln stellenweise doch eine unheimliche Stimmung.


Michael Bartl - Bekommt dank Florian was auf die Ohren

Um ehrlich zu sein, habe ich noch nicht einmal meine Watch-Liste vom letztjährigen Halloween-Artikel abgearbeitet. Vielmehr ist das Gegenteil eingetreten, und in den letzten Monaten landeten immer mehr Titel auf meinem Radar: Jim Jarmusch The Dead Don’t Die, der Anti-Superman-Streifen Brightburn sowie Puppet Master – Das tödlichste Reich.
Nachdem zuletzt auch noch etliche Filme und Serie zuletzt physisch in meiner Heimkinosammlung gelandet sind – unter anderem die Resident-Evil-Colletion mit allen sechs Filmen (wovon mir noch die letzten beiden fehlen), die Anime-Serien Ajin und Globin Slayer sowie die Psycho-Legacy-Collection, bin ich in den vergangenen Monaten zu einem Streaming- Binge-Watch-Enthusiasten sowie zum Hörbuch-Junkie geworden. Letzteres ist unter anderem unserem hauseigenen Hörbuch-Newsschreiber Florian Rinke zu verdanken.

Allerdings verschlug es mich in deutlich andere Gefilde, sodass ich schlussendlich im Warhammer-40k-Universum gelandet bin. Mit der Horus-Heresey-Reihe fand ich auch gleich den perfekten Einstieg in die dystopische Zukunft der Menschheit, die zeitlich rund 10.000 Jahre vor den aktuellen Ereignissen spielt. Der Große Kreuzzug tritt in seine letzte Phase ein, Horus wird vom Imperator der Menschheit zum Kriegsherrn und somit zum Anführer über seine Brüder-Primarchen und der Space-Marines ernannt. Kurz darauf kommen düstere kosmische Wahrheit ans Licht, und der Weg zum großen Bruderkrieg wird schlussendlich geebnet.

Anders sieht es in der Eisenhorn-Reihe aus, die im bekannten Warhammer-40k-Universum spielt und dabei dem gleichnamigen Inquisitor folgt. Dabei bin nicht nur ich auf den Geschmack der Abenteuer von Gregor Eisenhorn und den dunklen Intrigen, Verschwörungen und Dämonen gekommen, sodass aktuell sogar an einer Serien-Adaption gearbeitet wird.

An Halloween selbst werde ich jedoch versuchen, die letzten Episoden der fünften Staffel von The Blacklist bei Netflix zu verschlingen beziehungsweise auf Amazon Prime Video mit den beiden Anime-Schmankerl Vinland Saga und Blade of the Immortal endlich anzufangen. Natürlich mit reichlich Chips, Popcorn und koffeinhaltigen, zuckerfreien Softdrinks.

Katrin Hemmerling - Älterwerden ist der pure Horror

Stellt euch vor. Sommer 2000. Der Ruhrpott. Ein Multiplex-Kino veranstaltet “Die lange Scream-Nacht” und zeigt zum Start von Scream 3 alle drei Teile hintereinander. Nachts um 3 hat das Schreien ein Ende, und eine noch deutlich jüngere (hüstel) Katrin verlässt mit ihrer Schweschdi das Kino, um über den Parkplatz zum Auto zu gehen. Leider wusste die kleine Katrin nicht, dass ein anderer Autofahrer es lustig fand, eine Ghostface-Maske über die Kopfstütze seines Beifahrersitzes zu ziehen, die auf dem dunklen Parkplatz gar wunderbar im Mondlicht erstrahlte - und der naiven, kleinen Katrin einen mittelschweren Herzriss bescherte …
Vermutlich ist es diese Erinnerung an die lange Kinonacht, dass mich die Scream-Filme bis heute gut unterhalten können. Vor zwanzig Jahren (gefühlt erst gestern! Mindestens!) war Scream für mich die perfekte Metabalance zwischen kleinen Schockermomenten, die in eine Komödie eingebettet waren. Die Filme nahmen sich nie ernst, schafften es mit jedem Teil aber, kleine Überraschungen zu servieren - und sei es nur die neueste Friseur von Courteney Cox! Einziger Wermutstropfen: Neve Campell konnte in Teil 4 nicht mehr von Veronika Neugebauer synchronisiert werden; die Sprecherin war 2009 viel zu früh verstorben.

Ich verfasse diese Zeilen am 30. Oktober. Eigentlich unspektakulär. Für Fans von The Crow bedeutet das Datum aber nur eins: Devil’s Night. Zur Devil’s Night wurden Eric Draven und seine Verlobte Shelly Webster von einer Gang, die zu Top Dollar gehört, in ihrer Wohnung überfallen und ermordet. Ein Jahr später erhebt Eric sich aus seinem Grab, um sich zu rächen. Ihm zur Seite: Eine Krähe.
1994 startete die Verfilmung der Graphic Novel in den Kinos und erlangte im Vorfeld vor allem traurige Berühmtheit dadurch, dass der Hauptdarsteller Brandon Lee, Sohn von Legende Bruce Lee, bei den Dreharbeiten ums Leben kam. Düster kommt der Film daher. In einer Stadt, in der es immer zu regnen scheint - obwohl wir dank The Crow wissen, dass es nicht immer regnen kann. Dazu ein Soundtrack, der sich aus unter anderem The Cure, Stone Temple Pilots und Nine Inch Nails zusammensetzt - mein Gothic-Teenie-Herz brauchte und braucht nicht viel mehr.

Auf die Ohren gibt es auch in diesem Jahr wieder etwas von mir. Beim Aussortieren meiner CDs ist mir neulich eine CD in die Hände gefallen, die ich fast schon vergessen hatte: “Visionen” heißt die Doppel-CD. CD 1 beinhaltet Werke von Edgar Allan Poe - und das Ensemble reiht einen berühmten Namen nach dem anderen aneinander. Ulrich Pleitgen konnte man für “Der Rabe” gewinnen, Jan Josef Liefers für “Der verwunschene Palast”, Iris Berben für “Die Schläferin” und “Ein Traum” sowie Oomph!-Sänger Dero Goi für “Traumland”. Mein persönliches Highlight sind aber die Stücke, die Christopher Lee eingelesen hatte. “Ein Traum in einem Traum” hat er auf Deutsch vorgetragen, bevor man für “The Raven” in den Hörgenuss der Originalversion Poes kommt. Rein musikalisch kommt CD 2 daher und präsentiert Stücke, die von Poe inspiriert wurden. L’âme immortelle steuerten “Dein Herz” bei, Subway to Sally sind mit “Finster, finster” zu hören und Alexander Veljanov, Sänger von Deine Lakaien, ist mit “Lied für Annabelle Lee” dabei. Gothic-Herz, ihr wisst schon. Und zu Halloween darf ich es regelmäßig komplett von der Leine lassen …

Anne Jerratsch - gruselt sich mehr vor der Gesellschaft als vor Geistern

Manche Serien sind so großartig, dass man sich wirklich Zeit für sie nehmen will. Man will sie nicht mal eben schnell auf dem Minibildschirm wegglotzen, während man auf die U-Bahn wartet, sondern es sich richtig gemütlich machen. American Horror Story gehört für mich in diese Kategorie. Die von Ryan Murphy und Brad Falchuk erdachte Episoden-Reihe, die in jeder Staffel zwar mit denselben Schauspielern (unter ihnen die großartige Jessica Lange, der sehr wandelbare Evan Peters und die immer überzeugende Sarah Paulson) besetzt ist, aber jedoch eine völlig neues Grusel-Setting aufmacht, läuft bereits seit 2011. (Nach der kommenden 10. Staffel soll dann endgültig Schluss sein.) Und etwa seit dieser Zeit steht sie auf meiner ewigen To-Watch-Liste - zumindest ein paar Staffeln habe ich schon gesehen, aber man will ja genießen. Als ich mich vor kurzem der 5. Staffel (Hotel) widmete, war mir wieder klar, warum sich das Aufheben lohnt: Sexy Vampire (brillant dargestellt von Lady Gaga), untote, drogensüchtige Grunge-Girls und blutrünstige Mütter, die ihre schon längst toten Söhne nicht loslassen können (Kathy Bates), machen Rabatz in einem merkwürdig-unwirtlichen Hotel, das eigentlich seit den 1920er Jahren nicht mehr betrieben wird - oder etwa doch? Wer sich mit der Hotel-Atmo nicht anfreunden kann, sondern lieber aufm klassischen Psycho-Horror steht, kann auch mit Staffel 1 (Murder House) oder Staffel 2 (Asylum) einsteigen.

Stephen Kings Machwerk findet langsam, aber sicher in immer hochwertiger Form Einzug auch in die filmische Popkultur. Tun wir mal so, als hätte es den einen oder anderen miesen 80ies-Film nicht gegeben, mit dem auch der Horrormeister selbst nicht wirklich zufrieden war. Umso dankbarer sind auch wir Roboter-und-Drachen-Redakteure, dass Dank der Streaming-Plattformen immer mehr Geschichten von King verfilmt werden sollen, auch solche, die es wirklich verdient haben. Allerdings mit unterschiedlichen Resultaten. So konnte die Kurzgeschichte Das Spiel (Gerald’s Game) 2017 bereits als Solofilm bei Netflix überzeugen, die neueren Machwerke Der Nebel, The Dome oder Im Hohen Gras leider kamen dagegen nicht ganz so gut weg. Die 2019er-Version vom Friedhof der Kuscheltiere hingegen machte wieder einiges richtig - vor allem war man nun in der Lage, eine anständig animierte Katze ins Rennen zu schicken, statt sich mit einer ungelenken Puppe zu behelfen. Mein King-Highlight 2019, das nicht nur, aber auch zu Halloween passt, ist natürlich die lange erwartete Fortsetzung von Es. In Kapitel zwei gibt es mehr Pennywise, mehr Loser’s Club und mehr Grusel - auch wenn im direkten Vergleich der erste Teil (zur Zeit auf Netflix) noch ein winziges bisschen besser abschneidet. Wenigstens wurden wir 2019 bisher von Attacken von Gruselclowns auf harmlose Passanten verschont.

Keinen Gruselclown, aber eine waschechte Freddy-Kruger-Imitation begegnete mir übrigens vor wenigen Tagen in der Fußgängerzone, als ich gerade aus dem Kino stiefelte, in dem ich Joker gesehen habe. Und ein bißchen ist Joker ja auch eine Horrorfigur mit seinem Make-Up, der Gewalt und dem unheimlichen Lachen. Joker ist zwar kein klassischer Horrorfilm, aber dennoch unangenehm und blutig genug, um in dieser Aufzählung einen Platz zu bekommen. Allerdings ist hier das Gesellschaftsbild, das Todd Phillips hier zeigt, fast gruseliger als irgendetwas sonst in dem Film. Wer nun noch nicht überzeugt ist, dass der Film besser ist als sein Hype, kann sich auch erst einmal mit der Kritik zum Film vortasten.

Zu guter Letzt gibt es noch einen Nostalgie-Tipp zu Halloween, bei dem Grusel für die ganze Familie aufkommt: Die drei Detektive aus Rocky Beach haben sich schon so manches Mal unheimlichen Begegnungen gestellt. Eine bemerkenswerte Folge, die bei Fans jedoch gern als Trash abgetan werden, ist die Nr. 101 aus dem Jahr 2009: “Die drei ??? und das Hexen-Handy”.

Nach einer Reifenpanne müssen Peter und Bob ihre Räder durch ein dunkles Waldstück schieben. Plötzlich entdecken sie einen verlassenen Schulranzen - doch das Kind, dem er gehört, ist nirgendwo aufzufinden. Stattdessen treffen die Detektive auf eine unheimliche Hexengestalt, die im Wald ihr Unwesen treibt. Bei dieser Folge, bei der man die ersten zwanzig Minuten definitiv nicht allein bei einem abendlichen Spaziergang hören sollte, standen mir schon damals vor Grusel die Haare zu Berge. Trash? Meinetwegen. Aber ein bißchen Spaß muss Halloween ja auch machen. Außerdem darf Fragezeichen-Verehrer Bastian Pastewka zeigen, was er stimmlich drauf hat, und das ist tatsächlich Einiges.

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Einspielergebnis: Joker vor Maleficent und Terminator

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Der Joker steht weiter an der Spitze der deutschen Kinocharts. Zum dritten Mal in Folge war die Comicverfilmung der erfolgreichste Film am Wochenende. Knapp 450.000 Zuschauer wollten den Film sehen, sodass Joker erneut keine Probleme hatte, sich die Chartspitze zu sichern. Insgesamt kommt die Warner-Produktion in Deutschland nach drei Wochen nun auf rund 2,64 Millionen Zuschauer und ist damit nach Der König der Löwen und Avengers: Endgame der bisher dritterfolgreichste Film des Jahres in Deutschland.

Ähnlich wie auf Platz 1 gab es auch auf dem Silberrang keine Veränderung zur Vorwoche. Hier steht erneut die Disney-Produktion Maleficent 2: Mächte der Finsternis. Rund 182.500 Menschen wollten die Fortsetzung sehen, sodass der Film in Deutschland nun insgesamt auf rund 550.000 Besucher kommt.

Etwas enttäuschend verlief der Start von Terminator: Dark Fate. Die Fortsetzung zu Terminator 2 – Tag der Abrechnung lockte zum Start 132.500 Zuschauer in die Kinos. Terminator: Genisys war vor vier Jahren noch mit 220.000 Zuschauern angelaufen, Terminator - Die Erlösung kam 2009 sogar noch auf 575.000 Besucher zum Start.

Komplettiert werden die Top 5 in Deutschland von Die Addams Family (105.000 Besucher) und Ich war noch niemals in New York (90.000 Besucher).

Einspielergebnis: Joker stößt Deadpool vom Thron

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Der Joker ist ein echter Hit an den Kinokassen für das Studio Warner Bros.. Nachdem der Film in den letzten Wochen die Kinocharts dominierte, hat er nun sogar für einen neuen Rekord gesorgt. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 788,1 Millionen Dollar ist Joker offiziell der einspielstärkste R-Rated-Film aller Zeiten. Der bisherige Rekordhalter Deadpool kam auf 783 Millionen Dollar, entsprechend gratulierte Deadpool-Darsteller Ryan Reynolds auch bereits auf Instagram zum neuen Rekord.

Das hohe Einspielergebnis, das Schätzungen zufolge am Ende sogar mehr als 900 Millionen Dollar betragen könnte, ist aber nicht allein der Grund dafür, dass Joker sich als immens profitable für Warner Bros. erweist. In Kombination mit dem vergleichsweise geringen Budget von 62,5 Millionen Dollar und trotz Marketingausgaben von mehr 100 Millionen Dollar war die Produktion im Vergleich zu anderen Blockbustern relativ günstig. Entsprechend befindet sich Joker auf dem Weg, eine der ertragsreichsten Comicverfilmungen überhaupt zu werden.

Im Film von Regisseur Todd Philipps ist Joaquin Phoenix in der titelgebenden Hauptrolle zu sehen. Darüber hinaus gehören auch Robert de Niro, Zazie Beetz (Deadpool 2, Atlanta), Bill Camp (Red Sparrow, Molly’s Game), Frances Conroy (American Horror Story, Castle Rock), Brett Cullen (42, Narcos), Glenn Fleshler (Billions, Barry) und Marc Maron (Maron, Glow) zum Cast.

Einspielergebnis: Zweikampf zwischen Joker und Maleficent

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Die deutschen Kinocharts sind weiter fest in der Hand des Jokers. Auch in ihrer dritten Woche setzte sich die Comicverfilmung problemlos an die Chartspitze und ließ keinen anderen Film vorbei. Stark 710.000 verkaufte Karten bedeuten ein Einspielergebnis von 6,75 Millionen Euro. Insgesamt steuert Joker nun auf die Marke von 2 Millionen Zuschauern zu, die im Laufe des Montags fallen dürfte.

Mit solchen Zahlen konnte auch Disneys Fortsetzung von Maleficent nicht mithalten. Mächte der Finsternis sicherte sich allerdings Platz 2 und lockte 295.000 Besucher in die Kinos, was Einnahmen in Höhe von knapp 3 Millionen Euro generierte. Im Vergleich zum Vorgänger lief es allerdings etwas schlechter. Der erste Teil startete vor fünfeinhalb Jahren noch mit 360.000 Besuchern.

Komplettiert werden die Top 5 in Deutschland von dem Udo-Jürgens-Musical Ich war noch niemals in New York ( 112.000 Zuschauer und 1 Million Euro), Gemini Man (80.000 Zuschauer und 780.000 Euro) und Dem Horizont so nah (64.000 Zuschauer auf 550.000 Euro).

Während der Joker in Deutschland also weiter das Maß aller Dinge ist, musste er in den USA die Chartspitze räumen. Dort läuft die Comicverfilmung allerdings auch schon eine Woche länger. Neuer Platz 1 ist hier Maleficent: Mächte der Finsternis, der zum Auftakt 36 Millionen Dollar einspielen konnte. Damit bleibt der Film aber hinter den Erwartungen des Studios. Im Vergleich zum ersten Teil 1 (69,4 Millionen Dollar) hat sich das Startergebnis fast halbiert. Weltweit steht Maleficent 2 nach dem ersten Wochenende bei 153 Millionen Dollar.

Platz 2 geht in den USA an den Joker, der sich auch in den Vereinigten Staaten weiterhin richtig gut schlägt. So spielte die Comicverfilmung in den USA bisher insgesamt 247 Millionen Dollar ein, das weltweite Einspielergebnis steht sogar bei 737 Millionen Dollar.

Auf Platz 3 folgt mit Zombieland 2: Doppelt hält besser ein weiterer Neustart. Die Fortsetzung startete in den USA mit 26,7 Millionen Dollar. Dies ist knapp besser als Teil 1 vor zehn Jahren, der auf 24,7 Millionen Dollar kam, allerdings ohne die Einberechnung der Inflation. In Deutschland kommt die Zombiekomödie am 7. November in die Kinos.

Auf den weiteren Plätzen in den US-Top 5 folgen Die Addams Family mit 16 Millionen Dollar, auch hier steht der deutsche Kinostart (31. Oktober) noch aus, und Gemini Man mit 8,5 Millionen Dollar.

Einspielergebnis: Joker an der Spitze der deutschen Kinocharts

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Der Joker regiert die deutschen Kinocharts. An ihrem ersten Wochenende konnte die Warner-Produktion bereits 835.000 Zuschauer in die Kinos locken und damit rund 8 Millionen Euro einspielen. Rechnet man die Zuschauer aus den Previews am Mittwoch noch hinzu, dann steht der Film bereits bei 950.000 Zuschauer. Damit ist der Joker hierzulande schon jetzt erfolgreicher als DC-Produktionen wie Man of Steel, Justice League und Wonder Woman.

Platz 2 geht in dieser Woche an Gemini Man, der ein Wochenende zuvor noch an der Spitze der Kinocharts stand. Rund 100.000 Besucher und 1 Million Euro bedeuten dieses Mal den Silberrang. Dahinter folgen Dem Horizont so nah (85.000 Zuschauer und 730.000 Euro), Shaun das Schaf - Der Film: UFO-Alarm (70.000 Zuschauer und 500.000 Euro) und MET Opera: Turandot (26.500 Besucher und 775.000 Euro).

In den USA startet Joker bereits am vorletzten Wochenende und konnte mit 93,5 Millionen Dollar den besten Oktoberstart aller Zeiten erzielen. Auch in dieser Woche stand die DC-Verfilmung wieder an der Chartspitze, wobei sie an ihrem zweiten Wochenende rund 55 Millionen Dollar einspielte. Insgesamt steht der Film nun bei einem weltweiten Einspielergebnis von 543 Millionen Dollar.

Auf Platz 2 folgte in den USA der Animationsfilm Die Addams Family. Dieser spielte zum Start 30,2 Millionen Dollar ein. In Deutschland kommt der Film erst am 31. Oktober in die Kinos. Komplettiert werden die US-Top 5 von Gemini Man (20,5 Millionen Dollar), Everest - Ein Yeti will hoch hinaus (6,1 Millionen Dollar) und Downton Abbey (4,9 Millionen Dollar).

Kritik zu Joker - Die Gesellschaft ist schuld, dass ich so bin

Joker

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Vom "enttäuschendsten Film des Jahres" bis hin zum Überraschungserfolg in Venedig - Todd Phillips' Joker hat mittlerweile jedes Stadium der Kritik einmal durchlaufen. Mit Joaquin Phoenix in der Titelrolle soll die neu aufgebaute Origin-Story zu einem der beliebtesten Gegenspieler Batmans an der Kinokasse punkten.

Und die Aufgabe ist groß, denn Phoenix tritt als Nachfolge von Heath Ledger ein schweres Erbe an. Ledgers Performance in The Dark Knight hatte im Jahr 2009 für eine posthume Oscar-Würdigung gesorgt. Auch Phoenix wird bereits als heißer Oscar-Kandidat gehandelt. Joker macht fast alles richtig - und kommt zum passenden Zeitpunkt in die Kinos.

Zur Handlung: Gotham City, hartes Pflaster

Gotham ist Anfang der 1980er Jahre eine sehr kaputte Stadt. Nicht nur sind die Häuser, Plätze und die Infrastruktur ziemlich heruntergekommen, auch der Großteil der Einwohner lebt prekär. Einer von ihnen ist Arthur Fleck (Joaquin Phoenix), der mit seiner alternden, pflegebedürftigen Mutter (Frances Conroy) zusammenlebt und sich mehr schlecht als recht als Krankenhausclown und anderen mies bezahlten Teilzeitjobs über Wasser hält.

In seiner Freizeit verdingt Fleck sich als eher erfolgloser Stand-Up-Comedian. Wirkliche Freunde hat er nicht. Zum einen scheint im sozial abgekühlten Gotham jeder mit sich selbst beschäftigt, zum anderen leidet er unter einer neurologischen Krankheit, die ihn von seinen Mitmenschen isoliert: Wann immer ihn Gefühle jeglicher Art übermannen, beginnt Fleck, pathologisch zu lachen. Auch weist er deutliche Züge eines Soziopathen auf. Immer wieder gerät Fleck so mit Gangs und betrunkenen Yuppies aneinander, nicht selten arten diese Zusammentreffen in üble Prügeleien aus.

Die attraktive Nachbarin Sophie Dumont (Zazie Beetz) lässt sich davon nicht abschrecken, sondern begleitet Fleck sogar zu seinen Stand-Up-Auftritten. Hier wird er vom großkotzigen Showmaster Murray Franklin (Robert de Niro) entdeckt und in seine TV-Show eingeladen. Doch der Joker, wie sich Fleck nun nennt, hat weit mehr vor, als sein Comedy-Programm zum Besten zu geben ...

Joker_street

Überraschung auf der Leinwand: Todd Phillips macht den Taxi Driver

Mit Joker ist Todd Phillips ein Überraschungserfolg gelungen, der im Kinojahr 2019 seinesgleichen sucht. Der Regisseur, der bisher für eher derbe Slapstick-Komödien wie Road Trip (2000), Old School (2003), Starsky & Hutch (2004) oder die Hangover-Reihe (2009 - 2013) bekannt war, hat aus dem Nichts ein Sozialdrama aufs Tapet gebracht, das genau zum richtigen Zeitpunkt kommt.


Zwar ist die Handlung in den frühen Achtzigern angesiedelt. Die Themen der massiven sozialen Kälte, die der Film zusammen mit seiner deutlichen Kritik am Neoliberalismus, der zermürbenden Arbeitswelt am Existenzminimum, dem Wegschauen der oberen Zehntausend und den schlagzeilensüchtigen Medien darstellt, sind momentan jedoch aktueller denn je.

Gotham erlebt in Joker Wellen von Gewalt und Aufständen des Prekariats gegeneinander, aber auch gegen die wohlhabende Oberschicht der Politik- und Medienwelt. Vergleiche mit Scorseses Taxi Driver (1977) oder King of Comedy (1982) liegen nahe. Der Film erreicht allerdings nicht ganz die Klasse seiner Vorbilder.

Joker_mutter

Gewalt vs. Mutterliebe

Im Kontrast zur minütlich zunehmenden Gewalt in Joker stehen die Szenen, in denen Fleck sich mit kindlicher Naivität um seine Mutter kümmert. Dies ist eine logische Weiterführung von Phoenix' Figur aus A Beautiful Day (2018), wo sich Phoenix als nicht weniger brutaler Auftragskiller anheuern lässt, der zu Hause seine demente Mutter geradezu zärtlich umsorgt. Mit seiner Darstellung des Joker kann Phoenix eine noch dunklere Seite einer ähnlichen Figur mit mehr Extremen ausspielen.

Robert de Niro als Showmaster gibt sich gewohnt glatt und unnahbar und ist eben deshalb eine ausgezeichnete Wahl als Spiegelbild der erbarmungslosen Medienwelt, die schnell in ihren Urteilen ist und keinen Raum für Zwischentöne lässt. Brett Cullen spielt Thomas Wayne, der zum Zeitpunkt der Erzähllinie Bürgermeister von Gotham ist.

Er stellt die Blaupause für selbstsüchtige Politiker recht souverän, aber nicht sonderlich subtil dar. Dabei kommt er dem Joker gerade so nah, dass dieser noch weiter zerbricht. Frances Conroy bleibt hingegen leider als Mutter zu blass, um Eindruck zu hinterlassen. Zazie Beetz jedoch kann nach Deadpool 2 (2018) erneut in einer Nebenrolle glänzen.

Joker_deniro

Phoenix, Ledger und der Wahnsinn

Phoenix gelingt es nicht nur in seiner körperlichen Erscheinung (Phoenix ist, ähnlich wie Christian Bale, für seine Vorliebe für Method Acting bekannt und hat sich für die Rolle ganze 25 Kilo heruntergehungert), sondern auch in seiner schauspielerischen Darstellung, den manischen, abgehärmten, verzweifelt-entrückten Fleck zu portraitieren. Dies gelingt fast immer überzeugend, auch wenn in wenigen Augenblicken Ledger als Vorbild für die Figur etwas zu deutlich durchscheinen mag.

Doch bei Ledgers Joker hat dieser sich aus anderen Umständen heraus entwickelt. Bei Nolans Dark Knight erzählt die Figur jedes Mal eine andere Geschichte, wenn es um ihren Werdegang geht. Der Wahnsinn stammt aus ihm selbst und bricht sich nach außen Bahn.

Bei Phillips ist der Schuldige, der den Joker hat entstehen lassen, ganz eindeutig benannt: Die Gesellschaft, rücksichtslose Politik und ein lückenhaftes soziales Netz sind die Faktoren, die Gotham zu dem erbarmungslosen Moloch machen. Diese haben den Joker hervorgebracht, der den Wahnsinn der Stadt nur spiegelt. Denn die Welt, in die Fleck entlassen wird, gibt ihm keinerlei Rückhalt.

Die unvermittelte Brutalität und der schleichende Wahnsinn, der Flecks Alltag immer mehr durchzieht, geben Phoenix' Figur also genug eigenes Material, um als gelungene Interpretation einer kaputten Figur in den Köpfen der Zuschauer zu verbleiben.

Fazit: Erbarmungslos und faszinierend

Todd Phillips' Joker ist beileibe kein Gute-Laune-Popcornkino. Man sollte sich darauf gefasst machen, Joker mit einem durchgehenden Gefühl des Unbehagens zu schauen. Doch hinschauen sollte man: Phoenix macht seine Sache verstörend gut.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Warner Bros.

"Und jetzt lacht keiner mehr." - Finaler Trailer zum Joker

Joker

Joker

Warner Bros. Pictures hat den finalen Trailer zu Joker veröffentlicht. Dieser Trailer verstärkt nochmals die These, dass Arthur Fleck an einer psychischen Krankheit leidet. Zu sehen sind Sequenzen mit dem scheinbar unkontrollierbaren Lachen, Therapiesitzungen und Demütigungen, die Fleck über sich ergehen lassen muss.

Joker soll nicht zum DCEU gehören, Regisseur Todd Philipps hält sich nicht an die Comic-Vorlagen. Vielmehr möchte er nicht die Geschichte des Jokers selbst erzählen, sondern die Geschichte des Mannes, der zum Joker wurde.

Am Drehbuch zum Joker-Film arbeitete neben Regisseur Philipps noch Scott Silver (8 Mile). Beschrieben wird das 55-Millionen-Dollar-Projekt als düstere Charakterstudie, welche die Geschichte eines Mannes erkundet, der von der Gesellschaft verstoßen wurde. Als Filmsetting soll Gotham City Anfang der 80er-Jahre dienen.

Neben Joaquin Phoenix in der Hauptrolle des Jokers sind ebenfalls mit von der Partie Robert de Niro, Zazie Beetz (Deadpool 2, Atlanta), Bill Camp (Red Sparrow, Molly’s Game), Frances Conroy (American Horror Story, Castle Rock), Brett Cullen (42, Narcos), Glenn Fleshler (Billions, Barry) und Marc Maron (Maron, Glow).

Für die Produktion zeichnet neben Regisseur Philipps auch Bradley Cooper verantwortlich. Richard Baratta, Joseph Garner und Bruce Berman fungieren als ausführende Produzenten.

Der deutsche Kinostart ist für den 17. Oktober 2019 geplant.

JOKER - Final Trailer

JOKER - Final Trailer #2 Deutsch HD German (2019)

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