Star Trek

Star Trek: Discovery - Majel Barrett könnte wieder als Computerstimme zu hören sein

"Hey, Siri, wo ist die nächste Tankstelle?" - Für viele ist es heute eine Selbstverständlichkeit, einigermaßen sinnvolle Antworten von Siri zu bekommen. Als Star Trek entwickelt wurde, schien eine derartige Erfindung noch weit entfernt. Aber auch hier gab es eine freundliche und hilfsbereite Computerstimme für das Library Computer Access and Retrieval System (LCARS). Diese wurde von Majel Barrett-Roddenberry, der Frau von Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry, eingesprochen.

Ihren letzten Aufnahmen hatte Barrett-Roddenberry 2008 für J. J. Abrams Reboot Star Trek (2009), nur ein Jahr vor ihrem Tod. Nun vermeldet ihr Sohn Gene Roddenberry jr. über Twitter, dass die Stimme seiner Mutter phonetisch aufgenommen wurde und es ermöglichen könnten, diese digital wieder herzustellen. Als Einsatzmöglichkeiten kämen unter anderem Anwendungen wie Siri in Betracht - oder sogar für die Computerstimme in der neuen Serie Star Trek: Discovery. Dies wäre ganz im Sinne von Roddenberry jr., der einmal bemerkte, dass seine Mutter eine unglaubliche Freude daran hatte, diese Rolle für den Reboot wieder übernehmen zu können.

Fans kennen Majel Barrett-Roddenberry jedoch nicht nur als Computerstimme aus Star Trek: The Next Generation, Deep Space Nine oder Voyager. Bereits für den Pilotfilm "The Cage" (1965) hatte sie die Rolle des ersten Offiziers übernommen, war später als Schwester Chapel zu sehen und spielte in Star Trek: The Next Generation die Rolle von Lwaxana Troi, der Mutter von Deanna Troi.

Weitere Details zu dem Projekt stehen allerdings noch nicht fest. Ob wir ihre vertraute Stimme erneut in Star Trek: Discovery hören werden dürfen, wird sich zeigen. Ganz ausgeschlossen scheint es aber mit den vorhandenen Möglichkeiten nicht zu sein.

Majel Barrett-Roddenberry - The voice of the computer

Star Trek: Die Originalserie ist ab sofort bei Netflix verfügbar

Die Kooperation zwischen CBS und Netflix trägt nun auch in Deutschland die ersten Früchte. Alle 79 Episoden zu Raumschiff Enterprise a.k.a. Star Trek: The Original Series sind ab sofort und ohne Vorankündigung bei Netflix Deutschland verfügbar. Angeboten werden die Folgen in der Remastered-Version, in fünf verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch) und Untertiteln (Deutsch, Englisch, Niederländisch, Französisch, Italienisch).

Netflix hat nicht nur die internationalen Rechte zur neuen Serie Star Trek: Discovery erworben, die im Januar 2017 an den Start geht, sondern erhält darüber hinaus Zugriff auf alle Trek-Serien. Bis Ende des Jahres werden alle 727 Episoden von Raumschiff Enterprise, Star Trek: The Next Generation, Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Voyager und Star Trek: Enterprise zur Netflix-Mediathek hinzugefügt. Genaue Veröffentlichungstermine wurden jedoch nicht genannt. Abgesehen von Kanada und den USA wird Netflix damit in insgesamt 187 Ländern zur Streaming-Heimat der Star-Trek-Serien.

Wer sich auf konventionelle Weise mit Raumschiff Enterprise berieseln lassen möchte, kann bei Syfy einschalten. Zum 50-jährigen Geburtstag, am 08. September, zeigt der Sender ab 20.15 Uhr vier Tage lang non-stop alle Folgen am Stück.

Programmtipp: Themenschwerpunkt Star Trek bei Arte

Am 8. September 1966 startete Raumschiff Enterprise im amerikanischen Fernsehen. Damals war nicht vorherzusehen, welch Langlebigkeit und großen kulturellen - aber auch technischen - Einfluss die Serie haben wird. Zum 50. Jubiläum würdigt Arte das Phänomen Star Trek mit einem Programmschwerpunkt.

Los geht es am 5. September mit der Webserie Kirk me up, Käpt'n. Die zehn Folgen á 4 Minuten werden auf der Online-Plattform creative.arte.tv abrufbar sein. Neben dem Star-Trek-Experten Larry Nemecek, Raumfahrer Jean-François Clervoy und Schauspielerin Terry Farrell (Dax, Deep Space Nine) kommen auch diverse Wissenschaftler und Fans zu Wort. Gefilmt wurde auch auf der FedCon in Bonn. Künstlerisch untermalt wird jede Episode mit einem Werk von dem Lego-Künstler Samsofy.

Der eigentliche Themenabend ist am 9. September. Um 21.50 Uhr startet die neue Dokumentation Building Star Trek - Das Erfolgsgeheimnis einer Serie. Rahmenhandlung der Koproduktion von ZDF und Arte ist die Restaurierung des Originalmodells der alten Enterprise im Smithsonian Air and Space Museums in Washington. Die Brücke des Schiffes wurde vom Science-Fiction-Museum in Seattle rekonstruiert. Auf der Suche nach originalen Requisiten beleuchtet die Dokumentation die Bedeutung der Serie und die Auswirkung auf das reale Leben.

Weiter geht es um 23.20 Uhr mit einer Doku aus dem Jahr 2013. True Stories: Star Trek blickt mehr auf die Entstehungsgeschichte. Das Vordringen in den Weltraum, die Bedrohung durch den kalten Krieg und Rassenunruhen bereiteten den Boden für die Fiktion einer Welt, in der Menschen die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten der Erde überwunden haben. Eine Sache, die in den Bann zog, auch wenn die Urprungsserie bereits nach drei kurzen Staffeln abgesetzt wurde. Doch der erfolgreiche Verkauf weltweit und die anhaltende Begeisterung der Fans führte zu einer Fortsetzung. Die Dokumentation erzählt diese Entstehung und wie die Serie zur Marke wurde.

Abschließend gibt es ab 00.15 Uhr noch eine Spezialausgabe des Popkultur-Magazins von Arte. In Tracks Spezial: Science Fiction wird der Frage nachgegangen, wie die Welt der Zukunft wohl aussieht und wie sich die Menschen diese vorstellen. Dabei wird auch zurückgeschaut und nachgeprüft, welche Zukunftsphantasien der Vergangenheit wirklich eingetroffen sind - etwa die selbstfahrenden Elektroautos auf der Titelseite der LA Times im Jahr 1988.

William Shatner entschuldigt sich für Star Trek V - zumindest ein bisschen

Die klassischen Star-Trek-Kinofilme waren mit einem besonderen Fluch belegt: Die Filme mit geraden Zahlen zählen zu den besseren Teilen, die ungeraden Teile eher zu den schwächeren. Zwischen Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986) und Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991) legte das Franchise mit Star Trek V: Am Rande des Universums (1989) eine Bruchlandung hin. Der Film wurde sogar mit einer Goldenen Himbeere für den schlechtesten Film, den schlechtesten Darsteller (Shatner) und Regisseur (Shatner) ausgezeichnet.

Neben den schlechten Spezialeffekten wurden viele Aspekte der egozentrischen Handlung kritisiert: sei es der vergleichsweise hohe Anteil an Situationskomik, Uhuras Tanzszene in der Wüste oder die "Schmerz-Sequenz" nach der Hälfte des Films, welche die komplette Handlung zum Stillstand brachte und mit Kirks berüchtigter Rede endet ("Ich brauche meinen Schmerz, um zu wissen, wer ich bin."). Im Interview mit Entertainment Weekly sprach Shatner mit dem Magazin in der Kolumne 'Apology' (Entschuldigung) über einen weiteren, wichtigen Kritikpunkt: das Ende des Films, welches ganz anders werden sollte als das, was letztendlich auf der Leinwand zu sehen war:

"Ich bekam die Gelegenheit, mit Star Trek V einen millionen Dollar schweren Film zu drehen, hatte jedoch keine Unterstützung, als es um die sinnvolle Verteilung des Budgets ging. Als wir das Ende drehten, brauchten wir einen guten Gegner und viele Spezialeffekte. Wir hatten jedoch kein Geld mehr. Das tut mir sehr leid.

Ich musste bereits gedrehtes Material verwenden und ein paar Mal kräftig draufspucken. Das Publikum sollte bahnbrechende Granitmonster zu sehen bekommen, die Steine und Feuer spucken. Stattdessen konnte ich nur ein paar Kiesel vor die Kamera werfen."

Rückblickend hat sich der Schweregrad der Kritik am Film wieder relativiert, viele Fans haben ihn trotz einiger Fehltritte nachträglich ins Herz geschlossen. Ob Steinmonster den Film allerdings gerettet hätten, sei mal dahingestellt.

Star Trek v The Final Frontier- Cosmic Thoughts

Star Trek: Bewegender Trailer zur Dokumentation For the Love of Spock

Im September erscheint erstmals die Dokumentation For the Love of Spock von Adam Nimoy. Bereits zu Lebzeiten seines Vaters Leonard existierten Pläne für den Film, der den Einfluss des Charakters und seine Beziehung zur Rolle seines Lebens in den Mittelpunkt stellen sollte. Adam Nimoy finanzierte das Projekt 2015 erfolgreich mit einer Kickstarter-Kampagne.

Der Sohn der verstorbenen Legende versammelt viele seiner Freunde und Kollegen, u.a. William Shatner, J. J. Abrams, Chris Pine, Zoe Saldana, Simon Pegg, Karl Urban, Zachary Quinto, Jim Parsons, George Takei, Jason Alexander, Nichelle Nichols, Walter Koenig oder Catherine Hicks. Auch wird es viel neues Videomaterial zu Leonard Nimoy geben.

"[Der Film] ist als Tribut an meinen Vater und an Spock gedacht. Wir haben sehr viel Material, mit dem wir arbeiten können, da mein Vater sehr gern Geschichte erzählte und auch mit der Rolle sehr verbunden war."

Leonard Nimoy starb im Februar 2015 im Alter von 83 Jahren. For the Love of Spock wird im September uraufgeführt, ab November wird der Film als DVD, Blu-ray und bei iTunes zu haben sein.

Hier der erste, bewegende Trailer:

For the Love of Spock Official Trailer #1 (2016) Leonard Nimoy Documentary Movie HD

Flashback: Der Weltraum ... - Kritik zu J.J. Abrams Star Trek

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Szenenbild aus J. J. Abrams Star Trek (2009)

Ja, auch ich hab ihn gesehen! Nein, ich rede nicht von Die Ludolfs - der Film, sondern von einer kleinen Außenseiterproduktion namens Star Trek. Ohne zu spoilern, kann ich nur bestätigen, was Simon Pegg im Interview dazu sagte: “Dies ist das Prequel, das sich die Star-Wars-Fans gewünscht hätten”.

Die Hauptfiguren

Zuerst einmal die wichtigste Frage: schneidet Zachary Quinto irgendwelche Köpfe auf, um neue Fähigkeiten zu erlangen? Nein, obwohl sein Spock so perfekt ist, dass man glauben könnte, er habe Nimoy das Gehirn ausgesaugt. Quinto ist Spock; die Mannerismen, der durchgedrückte Rücken, die arrogant wirkende Haltung, die Verletzlichkeit hinter der Fassade und die präzise Aussprache. Es stimmt einfach alles. Näher am Original ist nur noch Karl Urban, dessen McCoy jede Szene beherrscht, in der er auftritt. Das bringt uns natürlich zu Kirk, der zentralen Figur des Films. Chris Pine versucht zum Glück nicht, Shatners unnachahmlichen Schauspielstil zu kopieren, aber trotzdem ist er Kirk, jünger, ungezähmter, (noch) draufgängerischer, aber deutlich erkennbar Kirk.

Die anderen Besatzungsmitglieder (Zoe Saldana als Uhura, deren Vornamen Kirk die ganze Zeit herauszufinden versucht und Anton Yelchin als 17jähriger Chekov, den sein Akzent vor Probleme stellt) sind ebenso gut besetzt. Scotty (Simon Pegg) taucht zwar erst in der Mitte des Films auf und hat recht wenig zu tun, macht seine Sache aber so gut, dass man hofft, im nächsten Film mehr von ihm zu sehen.

Die Nebenfiguren

Die Nebenrollen sind ähnlich liebevoll besetzt, von Bruce Greenwood als Pike bis zu Winona Ryder als Amanda. Den großen Gastauftritt eines Star-Trek-Schuspielers will ich hier nicht spoilern. Die meisten von euch werden das zwar ohnehin schon wissen, aber es soll nur gesagt werden, dass er toll ist. Die einzige echte Fehlbesetzung ist Ben Cross als Sarek, der in seinen Szenen ein bisschen so aussieht, als habe man ihm einen Phaser in den Hintern gerammt. Die Assoziation liegt aber vielleicht auch daran, dass ich kurz zuvor Crank 2 gesehen habe. Wer den Film kennt, wird wissen, was ich meine.

Die Enterprise

Kommen wir zur nächsten Hauptfigur: der Enterprise. Sie sieht der alten von außen deutlich ähnlicher als von innen und erinnerte mich ein wenig an die aus Star Trek - Der Film. Allerdings wirkt sie enger, es ist viel los auf den Gängen, überall bewegt sich etwas. Dadurch wirkt das Schiff auf eine Weise echt, die ich bisher in vielen ST-Filmen und vor allem in den Serien vermisst habe. Der restliche “Look” passt sich der Enterprise an. Er ist glatt, aber nicht gelackt, organisch, ohne schmutzig zu wirken und im Fall von Vulkan bombastisch und unterkühlt, was vor der roten Landschaft übrigens wirklich cool aussieht und eine nette Parallele zum Verhalten der Vulkanier darstellt.

Die Handlung

Nachdem wir also geklärt hätten, dass Besatzung und Aussehen super sind, wenden wir uns mal der Handlung zu. Sie wird eindeutig von den Charakteren angetrieben, was auf der einen Seite super ist, auf der anderen jedoch dazu führt, dass man weniger Sorgfalt beim eigentlichen Plot walten lässt und versucht, gewisse Mankos durch Geschwindigkeit auszugleichen. Ich konnte den Film am Premierentag zweimal sehen, morgens in der Presse und abends noch mal mit Publikum, und beim ersten Mal fielen mir zwei extrem unwahrscheinliche Wendungen tatsächlich nicht auf, weil der Film so schnell erzählt ist, dass man schon in der nächsten Szene ist, bevor man über die letzte nachdenken kann. Beim zweiten Mal fielen die… nennen wir es mal… Bequemlichkeiten der Autoren deutlicher auf. Eisplanet + 2 Personen, mehr sage ich dazu nicht.

Aber abgesehen davon ist der Film ungeheuer spannend erzählt und schafft es mit einem simplen Trick, die Kritik der Hardcore-Fans ins Leere laufen zu lassen.

Kurz noch etwas zur Musik: Bei ersten Mal fand ich den Score aufdringlich, beim zweiten Mal gefiel er mir richtig gut. Interessant ist, dass es keine Referenzen zu den ST-Filmen oder den Serien gibt, dafür aber jede Menge (auch außerhalb des Soundtracks) zur Originalserie. Das ist sicherlich kein Zufall und macht auch Sinn.

Als letztes muss ich leider noch auf ein Manko eingehen, das mich davon abhält, Star Trek II vom Podest des besten Star-Trek-Films aller Zeiten zu stoßen, und das ist der White-Trash-Romulaner, Entschuldigung, Nero (Eric Bana). Er ist der Böse, der zwar eine nachvollziehbare Motivation hat, aber natürlich trotzdem böse und ein wenig irre ist. Wir sollen uns auf die Konfrontation zwischen ihm und unseren Helden freuen, um den Ausgang bangen (okay, nicht wirklich) und uns fragen, wie sie es schaffen sollen, ihn zu besiegen. Das Problem ist nur, dass die Figur nicht bedrohlich wirkt und bis zum Ende blass bleibt. Nero ist kein Khan. Seine Wut ist nicht klar genug, sein Verhalten streckenweise unlogisch und seine Tätowierungen machen es schwer, ihn von seinen ebenfalls kahlköpfigen und tätowierten Helfern zu unterscheiden. Nero ist eine schwache Figur, und Eric Bana gelingt es nicht, mehr aus ihr herauszuholen. Schade.

Fazit

Hätte man Nero soviel Sorgfalt zugestanden wie der Besatzung, wäre der beste Star-Trek-Film aller Zeiten dabei herausgekommen. Ja, sogar besser als Star Trek V - Am Rande des Universums… okay, kleiner Scherz. Ja, ich weiß, ganz kleiner Scherz. Niemand schlägt den Shatner.

Abgesehen von Meyer.

Und Nimoy.

Und Abrams.

Und sogar Frakes.

Mit einem Film.

Star Trek läuft am 15. Juli um 20:15 Uhr auf ProSieben.

Star Trek (2009) Theatrical Trailer 1 (HD 720p)

Ein schwuler Sulu in Star Trek: George Takei findet die Entscheidung "unglücklich", Simon Pegg verteidigt sie

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Star Trek Beyond Hikaru Sulu Charakterposter

Das Bekanntwerden von John Chos Hikaru Sulu als homosexueller Charakter in Star Trek Beyond schlägt hohe Wellen (Originalartikel). Neben hitzigen und emotionalen Debatten unter den Fans zeigt sich auch Original-Sulu George Takei nur bedingt begeistert von der Entscheidung. Takei machte 2005 seine Homosexualität öffentlich und stieg zu einer prominenten Ikone und einem Aktivisten der LGBT-Bewegung auf. Dass gerade Sulu der erste schwule Hauptcharakter im Star-Trek-Kanon wird, war auch als Tribut an den Schauspieler gedacht. Doch für Takei entspricht es nicht dem, was Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry für den Charakter im Sinn hatte, wie er im Interview mit The Hollywood Reporter erklärt:

"Ich bin erfreut, dass es einen schwulen Charakter gibt. Leider wird dadurch die Grundidee von Gene Roddenberry verdreht, der sich sehr viele Gedanken [um die Charaktere] machte. Ich finde es unglücklich.

Die Macher sollten sich einfallsreicher zeigen und einen Charakter entwerfen, der eine homosexuelle Vergangenheit mitbringt, anstatt plötzlich Sulu zu outen, der bisher immer ein heterosexueller Charakter war."

Diese Entscheidung hinterlässt bei Takei den fragwürdigen Eindruck, dass Menschen ihre Sexualität einfach wechseln könnten. Bereits im Vorfeld äußerte er seine Bedenken zu der Entscheidung, diese wurden aber wohl nicht berücksichtigt.

Bei The Guardian reagierte Scotty-Darsteller und Drehbuchautor Simon Pegg auf Takeis Äußerungen:

"Ich habe einen Mordsrespekt vor George Takei. Sein großes Herz, sein Mut und sein Humor sind eine Inspiration. Seinen Gedanken zu unserem Sulu muss ich jedoch auf respektvolle Weise widersprechen.

Er hat Recht, es ist bedauerlich. Es ist bedauerlich, dass es in der Kinoversion des tolerantesten und integrativsten Science-Ficition-Universums bis jetzt keinen LGBT-Charakter gab.

Wir hätten einen neuen homosexuellen Charakter einführen können, er oder sie wäre aber nur über die Sexualität definiert gewesen, wäre als 'der homosexuelle Charakter' angesehen worden und hätte lediglich eine Alibi-Funktion übernommen.

[Regisseur] Justin Lin, [Autor] Doug Jung und ich mochten den Gedanken, jemanden zu nehmen, den wir bereits kennen, zu dem das Publikum bereits eine Meinung besitzt und frei von Vorurteilen ist.

Die sexuelle Orientierung ist nur eine von vielen persönlichen Eigenschaften, kein definierendes Merkmal. Das Publikum würde außerdem die Schlussfolgerung treffen, dass es bereits von Anfang an, zumindest in der Kelvin-Zeitlinie, eine LGBT-Präsenz gab und ein homosexueller Held nichts Neues oder Fremdes darstellt.

Auch sollte erwähnt werden, dass unser Sulu sich zu keinem Zeitpunkt zurückhalten hätte müssen. Warum auch? Es wurde lediglich noch nicht gezeigt.

Ich bin nicht der Meinung, dass Gene Roddenberrys Entscheidung, die Enterprise-Crew der Haupt-Zeitlinie komplett hetero zu machen, eine künstlerische Entscheidung war. Vielmehr war sie eine Notwendigkeit der damaligen Zeit.

Star Trek bekommt richtigerweise viel Anerkennung für den ersten Kuss im Fernsehen zwischen einem Weißen und einer Schwarzen. Die Episoden "Platons Stiefkinder" fuhr jedoch die niedrigsten Quoten der ganze Serie ein.

Das Publikum war damals nicht soweit und zwang Roddenberry dazu, seine innovativen Ideen anzupassen. Hätte er Sulus Sexualität mit George erforschen können, so habe ich keinen Zweifel daran, dass er es getan hätte. Roddenberry war ein Visionär und Pionier, doch man sucht sich sein Kämpfe mit Bedacht aus."

Sulus Homosexualität wird am Anfang von Star Trek Beyond in einer kurzen, dialogfreien Szene thematisiert, die ihn mit seinem Lebenspartner und deren Tochter Demora zeigt.

Star Trek Beyond Trailer #3 (2016) - Featuring "Sledgehammer" by Rihanna - Paramount Pictures

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