Star Trek

Star Trek: Der erste Pilotfilm "Der Käfig" jetzt bei Netflix verfügbar

13 Jahre bevor James Kirk das Kommando über die Enterprise hatte, war Christopher Pike (Jeffrey Hunter) der befehlshabende Kommandant an Bord. Anstatt die nächstgelegene Raumbasis anzufliegen, entscheidet sich Captain Pike, ein abgestürztes Raumschiff auf Talos IV zu untersuchen. Zu seiner Überraschung findet Pike dort Überlebende.

Schon Ende August hat Netflix alle 79 Episoden von Raumschiff Enterprise bereitgestellt, nun wurde auch der erste Pilotfilm "Der Käfig" / "The Cage" (1965) in die Bibliothek mit aufgenommen und als erste Episode der ersten Staffel mit einsortiert.

"Der Käfig" wurde damals von den Senderverantwortlichen als "zu intellektuell" bezeichnet, außerdem gab es zu wenig Action. Der Charakter Spock wurde als "satanisch" bezeichnet, mit Majel Barrett alias Number One hatte eine Frau eine Führungsposition, was allerdings nicht dem damaligen Rollenverständnis entsprach.

Bis dahin einmalig in der Geschichte des Fernsehens wurde Roddenberry mit einem zweiten Pilotfilm ("Die Spitze des Eisbergs" / "Where No Man Has Gone Before") beauftragt. Dieser überzeugte die Verantwortlichen bei NBC schließlich, eine ganze Staffel zu bestellen. Der Rest ist Geschichte.

Ein Großteil der Szenen aus "Der Käfig" wurden im Zweiteiler "Talos IV - Tabu" / "The Menagerie" verwendet. Erstmals ausgestrahlt wurde die Folge in ihrer Gesamtheit erst 1988. Bei der Version, die nun bei Netflix verfügbar ist, handelt es sich um die Remastered Version in HD, für die auch diverse Spezialeffekte neu erstellt oder optimiert wurden.

Netflix hat nicht nur die internationalen Rechte zur neuen Serie Star Trek: Discovery erworben, die im Mai 2017 an den Start geht, sondern erhält darüber hinaus Zugriff auf alle Trek-Serien. Bis Ende des Jahres werden alle Episoden von Raumschiff Enterprise, Star Trek: The Next Generation, Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Voyager und Star Trek: Enterprise zur Netflix-Mediathek hinzugefügt. Genaue Veröffentlichungstermine wurden jedoch nicht genannt. Abgesehen von Kanada und den USA wird Netflix damit in insgesamt 187 Ländern zur Streaming-Heimat der Star-Trek-Serien.

Star-Trek-Kinofilme, die nie ein Mensch sehen wird - Teil 2

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Star Trek VI - Das unentdeckte Land : Die Crew auf der Brücke

Die Star-Trek-Jubiläums-Woche neigt sich dem Ende zu. Fehlt nur noch eins: Sämtliche Ideen zu Star-Trek-Filmen ab 1979, die es aus verschiedenen Gründen nie auf die Leinwand geschafft haben. Wer Teil eins hierzu verpasst hat, kann hier nachlesen.

Drehbuchautor Harve Bennett hatte als zweiten Kinofilm eigentlich etwas leicht Abgewandeltes im Kopf als das, was letztlich als Star Trek II: Der Zorn des Khan in die Kinos kam. Die grundlegende Handlung von War of the Generations wäre hier eine Rebellion gegen die Förderation gewesen. Anführer dieser Revolte ist David Marcus, der - wie sich schließlich herausstellt - niemand geringerer als der Sohne von Kirk und dessen alter Liebe Carol Marcus ist. David untersteht dem Einfluss von Khan, kann jedoch von Kirk überzeugt werden, auf die gute Seite zu wechseln. Wem die Idee jetzt nicht gänzlich unbekannt vorkommt, liegt richtig: Wesentliche Elemente dieses Konzepts wurden für den zweiten Star-Trek-Film übernommen.

Samuel A. Peeples hatte mit Star Trek: Worlds That Never Were einen anderen Antagonisten als Khan vorgesehen - schlicht zwei Reisende aus einem alternativen Universum. In seinem Skript existierte zudem die Figur eines Doktor Savik, die unter Umständen später als Vorlage für Saavik diente. Immerhin wurde der Titel von Peeples zeitweise als Arbeitstitel für Film Nummer zwei hergenommen.

"Wie alles begann" - aber doch bitte nicht mit jungen Darstellern!

Um das Kennenlernen der späteren Enterprise-Crew dreht sich die Handlung von Star Trek: The First Adventure, unter anderem auch bekannt als Star Trek: The Academy Years. Hier wird beschrieben, wie sich Kirk, Spock, Pille und Scotty letztendlich kennengelernt haben.

Kirk wird mehr oder minder als Draufgänger beschrieben, der sich auf der Akademie durchschlägt - unter anderem auch, als Spock aufgrund seiner Abstammung von anderen Kadetten drangsaliert wird. Er rettet Spock und auch ein wenig sich selbst, denn damit hat er was bei Spock gut, was ihm für seine Prüfung im Fach Quantenmechanik gerade recht kommt. Allerdings fliegt aufgrund der identischen Prüfungsergebnisse (Spock hat ihm per Gedankenverschmelzung sein Wissen übermittelt) auf, dass Kirk und damit auch Spock betrogen haben. Sie werden unter Arrest gestellt, während ihre Mitschüler auf ihre erste Mission geschickt werden. Es kommt zu Komplikation und letztendlich schaffen es Kirk, Spock, Pille und Scotty, die Situation zu retten.

Das Problem für die Umsetzung dieser Idee waren die hohen Gagenforderung, vor allem von William Shatner und Leonard Nimoy. Zuerst zog man in Betracht, die Rollen mit jungen Darstellern zu besetzen; unter anderem war John Cusack als Spock angedacht. Dieser Ansatz traf aber auf heftigen Gegenwind der Fans und auch durch Gene Roddeberry. Es kam zu diversen Querelen, die durch einen Besetzungswechsel innerhalb Paramounts noch geschürt wurden. Als man sich dann endgültig zu einem Konzept durchgerungen hatte, war die Zeit so knapp, dass Autor Bennett frustriert hinschmiss und seinen Vertrag mit Paramount nicht verlängerte. Ganz verschwunden war das Konzept jedoch nie. J.J. Abrams schien sich für Star Trek (2009) umfangreich an den Ideen bedient zu haben, da auffällig viele Gemeinsamkeiten bestehen.

"Wir könnten aber auch erzählen, wie die alte Crew gestorben ist?"

Chekov-Darsteller Walter Koenig schlug mit Star Trek: In Flanders Fields eher die gegenteilige Marschrichtung ein - er wollte von der gealterten Crew erzählen. In der Geschichte herrschen Kriegszustände, jedoch kommen Kirk und Co bis auf Spock nicht mehr für einen Einsatz in Frage, da sie den Fitnesstest nicht bestehen. Spock bekommt deswegen das Kommando über einen jüngeren Crew und wird auf eine Mission geschickt. Als die Enterprise auf dem Rückweg aber verschwindet, macht sich die alte Crew auf, um das Schiff zu suchen. Am Ende gibt es eine epische Schlacht gegen wurmartige Wesen, um die jungen Crew zu retten, was auch gelingt - dennoch sind die Verluste dramatisch, da nur Pille und Spock überleben. Diese Idee wurde zugunsten von Star Trek VI: Das unentdeckte Land fallen gelassen.

"Vielleicht lassen wir Picard aber auch immer auf Kirk treffen - wäre das nicht die Idee?"

Im selben Jahr entwickelte Nimoy gemeinsam mit Mark Rosenthal und Lawrence Konner eine Idee zu seinem Crossover von The Original Series mit The Next Generation. Hier schoben die Produzenten von The Next Generation aber einen Riegel vor, da man die Meinung vertrat, dass ein Wechsel vom Fernsehen auf die Kinoleinwand den Erfolg der Serie beeinträchtigen könnte.

Zum ersten Kinofilm um die Crew aus The Next Generation gab es eine alternative Version, die mehrmals im Franchise aufgegriffen wurde. In diesem Falle hätte Picard sich Rat von Kirk holen müssen, weil er es mit einer Spezies aus einer anderen Dimension zu tun hat, die nur in die ihre zurückkehren kann, wenn sie die Welt, in der sie sich befindet, zerstört.

1997 gab es ein bereits fertiges Skript für einen IMAX 3D-Film, das Projekt wurde aber aus unbekannten Gründen wieder verworfen. Dafür liefen John Logan und Brent Spiner im Jahr 2002 zur Höchstform als, als sie einen Film erschaffen wollten, bei dem so ziemlich alle Darsteller dabei sein sollten, die es jemals im Franchise gab - sowohl Protagonisten als auch Antagonisten. Da Star Trek Nemesis dem Studio kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern konnte, wurde dieses Projekt anschließend verworfen.

"Egal. Wir brauchen Nazis."

Letztendlich entwickelte im Jahr 2005 dann Erik Jendersen das Drehbuch zu Star Trek: The Beginning. Über die Handlung sind viele Details bekannt; dennoch kann man es kurz mit einem "Auf der Erde ist alles Friede, Freude, Eierkuchen, wären da nicht eine böse Gruppe, welche die Hinterlassenschaften von Nazi-Wissenschaftlern nutzt, um ihren Fremdenhass ausleben zu können" zusammenfassen. Hauptcharakter ist hier ein gewisser Tiberius Chase, der in einer xenophoben Familie aufwächst. Das Studio sah das Hauptproblem darin, dass das Skript von Jendersen so gut wie keinen im Franchise bekannten Charakter beinhaltet. Lediglich am Namen Tiberius und seinem Wohnort Iowa hätte man ableiten können, dass hier eine Verwandtschaft zu Kirk besteht. Aufgrund einer Reorganisation von Paramount Pictures wurde die Idee nicht umgesetzt, da die neue Führungsspitze die Ideen von J.J. Abrams klar favorisierte.

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50 Jahre Star Trek: Ein Blick auf nie verwirklichte Serienprojekte

50 Jahre Star Trek: Ein Blick auf nie verwirklichte Serienprojekte

Voyager, Deep Space Nine und gleich mehrere Inkarnationen der Enterprise: In 50 Jahren Star Trek entstanden über 700 Serienepisoden, die viele Fans bis heute in Ehren halten. In Form von Star Trek: Discovery werden ab Januar 2017 auch erstmals seit über zehn Jahren wieder neue Episoden zur bereits schon vorhandenen Serienbibliothek dazustoßen.

Das neue Format ist dabei die mittlerweile sechste Realserie in der Welt von Gene Roddenberry. Dass in 50 Jahren Star Trek nicht noch mehr Serien entstanden sind, hat eine Vielzahl von Gründen. An Ideen mangelte es in jedem Falle nicht, denn es gab eine ganze Reihe von Versuchen, weitere Ableger auf die TV-Bildschirme zu bringen. Passend zum Jubiläum werfen wir einmal einen Blick zurück und schauen, was den Fans eventuell entgangen ist oder glücklicherweise erspart blieb.

Assignment: Earth (1967-1968)

Der erste Versuch, einen Spin-off zu Star Trek zu etablieren, fand bereits schon während der Ausstrahlung von The Original Series statt. Roddenberry selbst plante eine weitere Serie, bei der Gary Seven und seiner „Katze“ Isis im Mittelpunkt stehen sollten. Um das Format zu etablieren, nutzte er die Episode "Ein Planet, genannt Erde". Diese sollte als Backdoorpilot fungieren und stellte Gary und Isis daher stark in den Mittelpunkt. Letztendlich kam die Serie aber nie zustande, und die Pläne verschwanden wieder in der Schublade.

Star Trek: Phase II (1977)

Star Trek: Phase II (bzw. mittlerweile Star Trek: New Voyages) ist heutzutage vor allem als eines der besten Fanprojekte bekannt. In den 70er Jahre liefen unter diesem Namen allerdings keine Fan-Aufnahmen, sondern der Versuch, Star Trek wieder ins Fernsehen zu bringen. Nachdem Mitte der 70er eine Kinofortsetzung scheiterte, sollte Star Trek als Zugpferd von Paramounts neuem TV-Sender "Paramount Television Service" wieder auferstehen. Allerdings musste das Team um Gene Roddenberry schon früh einen Rückschlag hinnehmen, da Leonard Nimoy kein Interesse an einer Rückkehr als Spock zeigte.

Gleichzeitig gab es auch Bedenken, dass William Shatner für die TV-Produktion zu teuer werden könnte. Aus diesem Grund schuf man mit Willard Decker und dem Vulkanier Xon zwei neue Charaktere. Diese kamen jedoch nie zum Einsatz. Aufgrund des ambitionierten Pilot-Drehbuchs von Alan Dean Foster entschied Paramount, es doch mit einem Kinofilm zu versuchen. Letztendlich wurde aus dem Projekt dann schließlich Star Trek: Der Film.

Die Kadetten (1986)

Im Laufe der Jahre spielte das Thema Kadetten in Star Trek immer wieder eine mehr oder weniger große Rolle. Vor diesem Hintergrund lag natürlich auch die Idee nahe, diese in einer eigenen Serie in den Mittelpunkt zu stellen. Als Paramount in den 80ern daran arbeitete, Star Trek nun doch wieder ins Fernsehen zu bringen, beauftragte man Sam und Greg Strangis mit der Entwicklung einer Kadetten-Serie. In dieser sollte die Enterprise als Ausbildungsschiff fungieren, sodass die Hauptfiguren vor allem Sternenflotten-Azubis gewesen wären. Das Projekt wurde jedoch nie verwirklicht. Stattdessen startete 1987 Star Trek: The Next Generation im amerikanischen Fernsehen.

Star Trek als Sitcom (1991)

Ein vollkommen anderes Star-Trek-Projekt, als die Serien, die wir bisher so kennen, wäre fast im Jahr 1991 entstanden. Im Zuge des Starts des neuen Senders The Sci-Fi-Channel wandten sich die Verantwortlichen des Senders an Gene Roddenberry und baten um Vorschläge für neue Serien. Dem Star-Trek-Schöpfer kam die Idee für eine Sitcom rund um Lwaxana Troi, der Mutter von Deanna Troi. Zu einer Realisierung kam es jedoch nie, da sich nicht nur der Senderstart verzögerte, sondern auch Gene Roddenberry im Oktober 1991 verstarb.

Star Trek: Re-Boot The Universe (2004)

Bevor J.J. Abrams 2009 Star Trek im Kino rebooten durfte, hatten J. Michael Straczynski und Bryce Zabel bereits dieselbe Idee. Im Gegensatz zu Abrams planten die beiden allerdings eine Serienneuauflage. Wie Star Trek (2009) sollte die Serie in einem alternativen Universum spielen und die Anfänge von Kirk, Spock und dem Rest der originalen Crew zeigen. Bei Paramount war man 2004 allerdings wenig angetan von der Idee. Aufgrund des schwachen Abschneidens von Star Trek Enterprise sah das Studio den Markt als übersättigt. Die Grundidee schien aber zu überleben und wurde ein paar Jahre später für die Neuauflage im Kino wieder aufgegriffen.

Alte Charaktere in neuen Serien (2005-2015)

Trotz der Tatsache, dass Paramount lange Zeit kaum Interesse an einer neuen Serie zeigte, gab es immer wieder Versuche, das Studio vom Gegenteil zu überzeugen. Nicht selten waren dabei ehemalige Star-Trek-Darsteller involviert, die in dem jeweiligen Projekt ihre angestammte Rolle wieder aufnehmen wollten.

So versuchte es Jonathan Frakes im Jahr 2005 und schlug eine Serie rund um Captain Riker vor. Ein paar Jahre später wollte ein Team von Autoren das Studio von einer Serie über Captain Sulu und die USS Excelsior überzeugen. Beide Vorschläge stießen jedoch auf taube Ohren.

Auch Michael Dorn wagte 2012 einen Vorstoss und stellte ein Serienkonzept mit dem Titel Star Trek: The Worf Chronicles vor. Gemeinsam mit dem Produktionsunternehmen Prospect House Entertainment entwickelte der Darsteller einen Piloten, in dem der Klingone Worf im Mittelpunkt stand. Der Sender CBS entschied sich 2015 aber gegen den Vorschlag und bestellte stattdessen Star Trek: Discovery.

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Konzeptzeichnung von Ralph McQuarrie zu "Star Trek: Planet of the Titans"

In dieser Woche feiert das Star-Trek-Franchise seinen 50. Geburtstag. Seit dem Jahr 1979 hat es auch insgesamt 13 Kinofilme hierzu gegeben. Es hätten jedoch locker mehr Filme sein können, Pitches bei Paramount gab es hier mehr als genug.

Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry hatte bereits im Jahr 1968 die erste Idee zu einem Kinofilm, der unter dem Motto "Wie alles begann" lief. Während einer Convention erzählte er dem Publikum von seiner Vorstellung, einen Film darüber zu machen, wie Kirk und Co sich auf der Sternenflottenakademie kennengelernt haben. Die Idee wurde jedoch nicht realisiert, da Star Trek: The Original Series zuvor abgesetzt worden war. Mitte der 70er liefen die Planungen für einen ersten Star-Trek-Kinofilm wieder an, und Roddenberry musste seinen Plan dennoch zu Grabe tragen - die Darsteller waren schlicht zu alt geworden. Ansätze wurden jedoch bei Star Trek (2009) umgesetzt.

Im Jahr 1973 zog Roddenberry dann eine Idee aus der Schublade, die er dort liegen hatte, seitdem er Star Trek: The Original Series bei Paramount gepitcht hatte. Captain Robert April und seine Crew sollten bei einer Erd-Kolonie Regus auf eine rinderartige Spezies treffen und herausfinden, dass diese intelligente Lebenswesen sind, die sie befreien möchten - zum Unmut der Kolonisten. Denn was April nicht bedacht hat: Getötet und verzehrt zu werden, gehört zum Lebenszyklus dieser Wesen. Um aus diesem Ansatz jedoch einen unterhaltsamen Film zu machen, hätte es einer umfangreichen Überarbeitung bedurft. Außerdem gingen die finanziellen Vorstellungen von Roddenberry und Paramount zu sehr auseinander.

Gibt es im 23. Jahrhundert noch einen Gott?

Zwei Jahre später arbeitete Roddenberry an einem Konzept mit dem Titel The God Thing. Hierbei geht es um eine Entität, die ihre Gestalt verändern kann. Kirk erkennt diese erst, als sie sich ihm in Gestalt von Jesus Christus zeigt. Zum Verlauf der Geschichte existieren verschiedene Versionen. Grundsätzlich wollte Roddenberry hiermit auf die Frage aufmerksam machen, ob die Menschheit in der Zeit, in der das Franchise angesiedelt ist, noch etwas wie Religion und Götter braucht. Man kann stark davon ausgehen, dass diese Fragestellung gerade in den konservativen USA zu stark am Blasphemie grenzte und deswegen nicht verwirklicht wurde. Ein Teil der Idee wurde immerhin für Star Trek V: Am Rande des Universums wieder aufgegriffen, als die Crew auf ein Wesen trifft, das vorgibt, Gott zu sein.

Von emotionalen Vulkaniern zu Hitler

Roddenberry schien von der ablehnenden Haltung vorerst die Nase voll zu haben und beauftragte seinen Assistenten John Povill mit dem nächsten Pitch. Povill griff erstmalig den Gedanken auf, eine Geschichte um emotional handelnde Vulkanier zu entwickeln, die aus der Föderation austreten. Das Drehbuch umfasst detailliert, wie es dazu gekommen ist, und warum die Vulkanier völlig anders handeln, als man es von ihnen gewohnt ist. Letztlich wurde entschieden, dass die Idee für einen abendfüllenden Kinofilm nicht geeignet war; dennoch griff man Teile davon in Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart wieder auf.

Dennoch blieb Roddenberry hartnäckig und präsentierte eine weiteres Konzept, das aufgrund der Zeitreisenthematik recht komplex geriet. Vom Prinzip her handelte es von einem durcheinander gewirbelten Zeitstrahl, sodass im Drehbuch Charaktere wie Winston Churchill, John F. Kennedy und sogar Adolf Hitler auftauchten. Das Buch war allerdings so verworren, dass sich Roddenberry eine weitere Absage von Paramount einhandelte. Stattdessen beschloss man, selbst nach einem Drehbuch zu suchen, das den Vorstellungen der Studiobosse entsprach.

"Egal. Ich möchte Mayas!" - Unzählige Ideen im Jahr 1975

1975 musste das Jahr gewesen sein, in dem man verstärkt auf der Suche nach dem richtigen Buch war. So reichten unter anderem John D.F. Black (nicht bombastisch genug), Ray Bradbury (weitere Details unbekannt), Harlan Ellison (warf entnervt das Handtuch, da der damalige Verantwortliche inspiriert durch ein Buch von Erich von Däneken unbedingt Mayas in dieser Handlung unterbringen wollte), Chris Knopf (weitere Details unbekannt), Richard Matheson (weitere Details unbekannt), Dick Simmons (weitere Details unbekannt), Norman Spinrad (weitere Details unbekannt), Theodore Sturgeon (weitere Details unbekannt) und Robert Silverberg ihre Ideen ein. Silverbergs Manuskript war ein bunter Mix aus allem, was ein Fan-Herz begehren könnte - von telephatischer Bewusstseinsverschmelzung bis hin zu empathischen Robotern.

Bis einer weint - der Streit um den Planeten der Titanen

Ziemlich konkret wurde es mit der Umsetzung zu Star Trek: Planet of the Titans im Jahr 1977 - hierzu gab es bereits Konzeptzeichnungen, einen Regisseur und geeignete Drehorte. Die britischen Drehbuchautoren Chris Bryant und Allan Scott hatten hier den Ansatz enwickelt, dass Kirk auf einer Mission verschwindet, Spock diese deswegen abbricht, unehrenhaft entlassen wird und dann aber drei Jahre später - als eine neue Crew nach Kirk suchen soll - wieder mit von der Partie ist. Letztendlich stellt sich heraus, dass Kirk auf einem noch unbekannten Planeten gelandet ist, von dem alle am Ende nur noch knapp durch ein schwarzes Loch entkommen können. Die Herausforderung beim Verfassen des Drehbuchs bestand zu dem Zeitpunkt darin, dass weder Shatner noch Nimoy bereits für einen Film unterschrieben hatten, sodass man sich mit der Handlung ein Hintertürchen offen halten musste, wäre es zu keiner Einigung gekommen. Das Projekt wurde dann jedoch verworfen, weil es zu Unstimmigkeiten zwischen Regisseur Philip Kaufmann, Gene Roddenberry als Berater und den im Bereich Science-Fiction unerfahrenen Drehbuchautoren kam.

Nach dem jahrelangen Chaos entschloss man sich anschließend, alles wieder auf Null zu setzen und sich an die Wurzeln von Star Trek zu erinnern. Daraufhin lief die Produktion von Star Trek: Der Film an, der 1979 in die Kinos kam.

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Faktencheck zu Star Trek: Discovery
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50 Jahre Star Trek: Nie verwirklichte Serienprojekte

TV-Tipp: Themenabend Star Trek bei Arte

Passend zum heutigen Jubiläumstag von Star Trek die Erinnerung an den Themenabend, den Arte der Kultserie morgen widmet. Als vor 50 Jahren die erste Episode Raumschiff Enterprise im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde war noch nicht zu ahnen, welch Langlebigkeit und großen kulturellen Einfluss die Serie haben würde. 

Bereits seit Montag kann man online auf creative.arte.tv die neue Doku-Webserie Kirk me up, Käpt'n abrufen. In zehn je etwa 4-5 Minuten langen Episoden bekommt man einen kurzen Überblick über die Geschichte und Bedeutung der Serie. Gedreht wurde u.a. auf der diesjährigen FedCon in Bonn, neben Szenen mit Fans auch ein Interview mit Terry Farrell (Dax, Deep Space Nine).  Der Lego-Künstler Samofy lieferte zu jeder Episode ein passendes Figuren-Kunstwerk.

Wem danach der Sinn nach längeren Dokumentationen steht, der sollte am morgigen Freitag ab 21.50 Uhr Arte einschalten.  Los geht es mit der neuen Dokumentation Building Star Trek - Das Erfolgsgeheimnis einer Serie. Begleitet wurde die Restaurierung des Originalmodells der alten Enterprise im Smithsonian Air and Space Museums in Washington und die Rekonstruktion der Brücke vom Science-Fiction-Museum in Seattle. Auf der Suche nach originalen Requisiten beleuchtet die Dokumentation die Auswirkung von Star Trek auf das reale Leben.

Anschließend folgt um 23.20 Uhr True Stories: Star Trek. Die Doku aus dem Jahr 2013 blickt mehr auf die Entstehungsgeschichte und wie die Serie zur Marke wurde. Das Vordringen in den Weltraum, die Bedrohung durch den kalten Krieg und Rassenunruhen bereiteten den Boden für die Fiktion einer Welt, in der Menschen die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten der Erde überwunden haben. Eine Sache, die in den Bann zog, auch wenn die Urprungsserie bereits nach drei kurzen Staffeln abgesetzt wurde. Doch der erfolgreiche Verkauf weltweit und die anhaltende Begeisterung der Fans führte zu einer Fortsetzung.

Zum Ausklang gibt es um 00.15 Uhr dann noch eine Spezialausgabe des Popkultur-Magazins Tracks zum Thema Sicence Fiction. Es wird der Frage nachgegangen, wie die Welt der Zukunft wohl aussieht und wie sich die Menschen diese vorstellen. Dabei wird auch zurückgeschaut und nachgeprüft, welche Zukunftsphantasien der Vergangenheit wirklich eingetroffen sind.

Star Trek par Addictive TV

Star Trek: Discovery - Majel Barrett könnte wieder als Computerstimme zu hören sein

"Hey, Siri, wo ist die nächste Tankstelle?" - Für viele ist es heute eine Selbstverständlichkeit, einigermaßen sinnvolle Antworten von Siri zu bekommen. Als Star Trek entwickelt wurde, schien eine derartige Erfindung noch weit entfernt. Aber auch hier gab es eine freundliche und hilfsbereite Computerstimme für das Library Computer Access and Retrieval System (LCARS). Diese wurde von Majel Barrett-Roddenberry, der Frau von Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry, eingesprochen.

Ihren letzten Aufnahmen hatte Barrett-Roddenberry 2008 für J. J. Abrams Reboot Star Trek (2009), nur ein Jahr vor ihrem Tod. Nun vermeldet ihr Sohn Gene Roddenberry jr. über Twitter, dass die Stimme seiner Mutter phonetisch aufgenommen wurde und es ermöglichen könnten, diese digital wieder herzustellen. Als Einsatzmöglichkeiten kämen unter anderem Anwendungen wie Siri in Betracht - oder sogar für die Computerstimme in der neuen Serie Star Trek: Discovery. Dies wäre ganz im Sinne von Roddenberry jr., der einmal bemerkte, dass seine Mutter eine unglaubliche Freude daran hatte, diese Rolle für den Reboot wieder übernehmen zu können.

Fans kennen Majel Barrett-Roddenberry jedoch nicht nur als Computerstimme aus Star Trek: The Next Generation, Deep Space Nine oder Voyager. Bereits für den Pilotfilm "The Cage" (1965) hatte sie die Rolle des ersten Offiziers übernommen, war später als Schwester Chapel zu sehen und spielte in Star Trek: The Next Generation die Rolle von Lwaxana Troi, der Mutter von Deanna Troi.

Weitere Details zu dem Projekt stehen allerdings noch nicht fest. Ob wir ihre vertraute Stimme erneut in Star Trek: Discovery hören werden dürfen, wird sich zeigen. Ganz ausgeschlossen scheint es aber mit den vorhandenen Möglichkeiten nicht zu sein.

Majel Barrett-Roddenberry - The voice of the computer

Star Trek: Die Originalserie ist ab sofort bei Netflix verfügbar

Die Kooperation zwischen CBS und Netflix trägt nun auch in Deutschland die ersten Früchte. Alle 79 Episoden zu Raumschiff Enterprise a.k.a. Star Trek: The Original Series sind ab sofort und ohne Vorankündigung bei Netflix Deutschland verfügbar. Angeboten werden die Folgen in der Remastered-Version, in fünf verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch) und Untertiteln (Deutsch, Englisch, Niederländisch, Französisch, Italienisch).

Netflix hat nicht nur die internationalen Rechte zur neuen Serie Star Trek: Discovery erworben, die im Januar 2017 an den Start geht, sondern erhält darüber hinaus Zugriff auf alle Trek-Serien. Bis Ende des Jahres werden alle 727 Episoden von Raumschiff Enterprise, Star Trek: The Next Generation, Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Voyager und Star Trek: Enterprise zur Netflix-Mediathek hinzugefügt. Genaue Veröffentlichungstermine wurden jedoch nicht genannt. Abgesehen von Kanada und den USA wird Netflix damit in insgesamt 187 Ländern zur Streaming-Heimat der Star-Trek-Serien.

Wer sich auf konventionelle Weise mit Raumschiff Enterprise berieseln lassen möchte, kann bei Syfy einschalten. Zum 50-jährigen Geburtstag, am 08. September, zeigt der Sender ab 20.15 Uhr vier Tage lang non-stop alle Folgen am Stück.

Programmtipp: Themenschwerpunkt Star Trek bei Arte

Am 8. September 1966 startete Raumschiff Enterprise im amerikanischen Fernsehen. Damals war nicht vorherzusehen, welch Langlebigkeit und großen kulturellen - aber auch technischen - Einfluss die Serie haben wird. Zum 50. Jubiläum würdigt Arte das Phänomen Star Trek mit einem Programmschwerpunkt.

Los geht es am 5. September mit der Webserie Kirk me up, Käpt'n. Die zehn Folgen á 4 Minuten werden auf der Online-Plattform creative.arte.tv abrufbar sein. Neben dem Star-Trek-Experten Larry Nemecek, Raumfahrer Jean-François Clervoy und Schauspielerin Terry Farrell (Dax, Deep Space Nine) kommen auch diverse Wissenschaftler und Fans zu Wort. Gefilmt wurde auch auf der FedCon in Bonn. Künstlerisch untermalt wird jede Episode mit einem Werk von dem Lego-Künstler Samsofy.

Der eigentliche Themenabend ist am 9. September. Um 21.50 Uhr startet die neue Dokumentation Building Star Trek - Das Erfolgsgeheimnis einer Serie. Rahmenhandlung der Koproduktion von ZDF und Arte ist die Restaurierung des Originalmodells der alten Enterprise im Smithsonian Air and Space Museums in Washington. Die Brücke des Schiffes wurde vom Science-Fiction-Museum in Seattle rekonstruiert. Auf der Suche nach originalen Requisiten beleuchtet die Dokumentation die Bedeutung der Serie und die Auswirkung auf das reale Leben.

Weiter geht es um 23.20 Uhr mit einer Doku aus dem Jahr 2013. True Stories: Star Trek blickt mehr auf die Entstehungsgeschichte. Das Vordringen in den Weltraum, die Bedrohung durch den kalten Krieg und Rassenunruhen bereiteten den Boden für die Fiktion einer Welt, in der Menschen die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten der Erde überwunden haben. Eine Sache, die in den Bann zog, auch wenn die Urprungsserie bereits nach drei kurzen Staffeln abgesetzt wurde. Doch der erfolgreiche Verkauf weltweit und die anhaltende Begeisterung der Fans führte zu einer Fortsetzung. Die Dokumentation erzählt diese Entstehung und wie die Serie zur Marke wurde.

Abschließend gibt es ab 00.15 Uhr noch eine Spezialausgabe des Popkultur-Magazins von Arte. In Tracks Spezial: Science Fiction wird der Frage nachgegangen, wie die Welt der Zukunft wohl aussieht und wie sich die Menschen diese vorstellen. Dabei wird auch zurückgeschaut und nachgeprüft, welche Zukunftsphantasien der Vergangenheit wirklich eingetroffen sind - etwa die selbstfahrenden Elektroautos auf der Titelseite der LA Times im Jahr 1988.

William Shatner entschuldigt sich für Star Trek V - zumindest ein bisschen

Die klassischen Star-Trek-Kinofilme waren mit einem besonderen Fluch belegt: Die Filme mit geraden Zahlen zählen zu den besseren Teilen, die ungeraden Teile eher zu den schwächeren. Zwischen Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986) und Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991) legte das Franchise mit Star Trek V: Am Rande des Universums (1989) eine Bruchlandung hin. Der Film wurde sogar mit einer Goldenen Himbeere für den schlechtesten Film, den schlechtesten Darsteller (Shatner) und Regisseur (Shatner) ausgezeichnet.

Neben den schlechten Spezialeffekten wurden viele Aspekte der egozentrischen Handlung kritisiert: sei es der vergleichsweise hohe Anteil an Situationskomik, Uhuras Tanzszene in der Wüste oder die "Schmerz-Sequenz" nach der Hälfte des Films, welche die komplette Handlung zum Stillstand brachte und mit Kirks berüchtigter Rede endet ("Ich brauche meinen Schmerz, um zu wissen, wer ich bin."). Im Interview mit Entertainment Weekly sprach Shatner mit dem Magazin in der Kolumne 'Apology' (Entschuldigung) über einen weiteren, wichtigen Kritikpunkt: das Ende des Films, welches ganz anders werden sollte als das, was letztendlich auf der Leinwand zu sehen war:

"Ich bekam die Gelegenheit, mit Star Trek V einen millionen Dollar schweren Film zu drehen, hatte jedoch keine Unterstützung, als es um die sinnvolle Verteilung des Budgets ging. Als wir das Ende drehten, brauchten wir einen guten Gegner und viele Spezialeffekte. Wir hatten jedoch kein Geld mehr. Das tut mir sehr leid.

Ich musste bereits gedrehtes Material verwenden und ein paar Mal kräftig draufspucken. Das Publikum sollte bahnbrechende Granitmonster zu sehen bekommen, die Steine und Feuer spucken. Stattdessen konnte ich nur ein paar Kiesel vor die Kamera werfen."

Rückblickend hat sich der Schweregrad der Kritik am Film wieder relativiert, viele Fans haben ihn trotz einiger Fehltritte nachträglich ins Herz geschlossen. Ob Steinmonster den Film allerdings gerettet hätten, sei mal dahingestellt.

Star Trek v The Final Frontier- Cosmic Thoughts

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