Sherlock

Sherlock: Offizieller Escape-Room unter Mitwirken der Serienmacher

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Eine neue Staffel Sherlock ist noch lange nicht in Sicht. Doch wer den kauzigen Detektiv vermisst, kann nun selbst aktiv werden. Die Produktionsfirma der Serie, Hartswood Films, hat sich mit dem Live-Spiele-Event-Spezialisten Time Run zusammengetan und einen offiziellen Escape-Room für London angekündigt.

Unter dem Motto "Sherlock: The Game is Now" kann man ein aufwendig produziertes Spiel erwarten. Steven Moffat und Mark Gatiss selbst haben an dem Abenteuer mitgeschrieben und ihre Ideen eingebracht. Auch wurden für das Projekt mit den originalen Darstellern der Serie neue Szenen und nötiges Material extra für das Spiel gedreht.

Pro Person kostet der Spaß um die £54. Dafür soll man in einer Gruppe aus 4-6 Leuten in bis zu 5 Räumen für etwa 90-100 Minuten beschäftigt sein. Derzeit sind Tickets für den Zeitraum Ende Oktober-Januar buchbar. Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Anbieters.

Ob das Spiel den hohen Erwartungen in der Realität tatsächlich stand halten kann, muss sich jedoch erst noch zeigen.

A call-out from Mycroft Holmes

Die Enttäuschungen der Redaktion 2017

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Die Mumie Tom Cruise

Das Jahre 2017 brachte nicht nur Highlights, es gab auch einige Dinge, die uns in der Redaktion enttäuscht zurückließen. Passend zum letzten Tag des Jahres schauen wir auf die Enttäuschungen 2017 zurück.

Hannes Könitzer

Der Blockbuster-Sommer 2017 brachte so einige seelenlose Kinostarts, bei denen man merkte, dass hier nie darum ging, einen tatsächlich guten Film zu machen. Bei keinem Werk war dies jedoch offensichtlicher als bei Die Mumie. Generell ist das Monster-Filmuniversum von Universal vor allem mit dem Gedanken an viel Geld an den Kinokassen und weniger aus tatsächlichen kreativen Ideen entstanden. Diese Kalkulation merkt man der Neuauflage zu jeder Minute an.

2014 sorgte Regisseur Matthew Vaughn mit Kingsman für einen Überraschungserfolg, der richtig viel Spaß machte. Die Fortsetzung ließ drei Jahre auf sich warten und erwies sich leider als enttäuschend. Kingsman: The Golden Circle ist kein grottenschlechter Film. Nur leider verzettelt er sich bei dem Versuch, lediglich den ersten Teil in allen Bereich überbieten zu wollen. Ein spaßiger Elton John reicht am Ende nicht aus, um die Fortsetzung über das Mittelmaß hinaus zu heben.

Die beiden Marvel-Serien Inhumans und Iron Fist haben nicht nur die Tatsache gemein, dass sie in diesem Jahr ihre Premiere feierten. Mit Scott Buck wurden sie auch vom selben Showrunner betreut. Leider erwies sich Buck für beide Formate als schlechte Wahl. Sowohl Iron Fist als auch Inhumans blieben weit hinter den Erwartungen zurück und konnten in vielen Bereichen nicht überzeugen.

Nele Bübl

Es war ein gutes Serienjahr für mich, allerdings habe ich auch nur sehr ausgewählt geguckt und bin eher in die Weiten der Podcast-Welt abgetaucht. Dennoch gibt es da eine Enttäuschung, die ich unbedingt erwähnen möchte - mit der Einschränkung, dass ich gar nicht mehr als zwei Folgen gesehen habe. Es besteht also durchaus noch die Chance, dass mich irgendwann nochmal die Motivation packt und ich nach weiteren Episoden zum totalen Fan mutiere. Das werde ich dann aber auch an passender Stelle erwähnen.

Was habe ich mich auf American Gods gefreut. Eine Serie eines Neil-Gaiman-Romans mit Ricky Whittle, Ian McShane und Gillian Anderson unter Regie von Bryan Fuller, was kann da schon schief gehen. Tja nun, anscheinend eine Menge. Schon die Pilotepisode überraschte negativ mit extrem künstlich wirkenden (nicht in der guten Weise) Effekten, maßlos übertriebener Gewaltdarstellung bei nicht schlüssiger Hinführung zu den Charakteren und der Handlung. Normalerweise gebe ich jeder Serie einige Episoden, doch hier musste ich nach der zweiten Folge (vorerst?) aufgeben.

Florian Rinke

Die ersten Trailer zu Guardians of the Galaxy Vol. 2 sahen danach aus, als ob sich der zweite Film mit dem Vorgänger durchaus messen könnte. Schlecht war die Fortsetzung nicht, aber gemessen an den Erwartungen blieb noch viel Luft nach oben. Die Geschichte auf dem Planeten hatte ihre Längen – und nicht alle Figuren und Gags konnten mich überzeugen. Wirklich stimmig war nur der Handlungsstrang rund um Rocket und Yondu.

Viele einzelne Elemente in Ghost in the Shell waren großartig – aber alle zusammen funktionierten leider gar nicht. Der Film wusste nie so recht, wo er denn hin wollte: Actionfilm, Science-Fiction-Drama, Arthouse-Film oder Mangaverfilmung. Außerdem war das Ende sehr vorhersehbar und dem Filmschurken hätte man auch gleich beim ersten Auftritt das Wort "böse" auf die Stirn tätowieren können.

Der Inhalt zum Hörspiel Abwärtsbunker klang vielversprechend. Leider spielen die Sprecher ihre Rollen total überdreht und die Musik nervt permanent. Hörspiele im öffentlichen Rundfunk haben oft einen größeren künstlerischen Anspruch als Kommerzielle. Aber das man Unterhaltung und Kunst besser zusammenbringen kann, haben dieses Jahr viele andere Hörspiele bewiesen: Abwärtsbunker wurde hingegen zum Abschaltbunker.

Katrin Hemmerling

King Arthur - Legend of the Sword hatte eigentlich alles, was es für kurzweilige Unterhaltung auf der großen Leinwand braucht: eine gute Besetzung, die eine Geschichte spielt, die auf einer halbwegs nicht-fiktiven Vorlage beruht. Leider hatte Regisseur Guy Ritchie aber wohl beschlossen, lieber das CGI für sich sprechen zu lassen, denn die darstellerischen Qualitäten seiner Schauspieler. Dies hatte zur Folge, dass es anscheinend Olifanten-ähnliche Wesen gibt, die mal eben so hoch wie ein Berg sind. Und dabei erschreckend billig anmuten, wenn sie gleich zu Beginn über die Leinwand stampfen. Schade. Denn eigentlich hätte King Arthur das Potential für Fortsetzungen gehabt.

Während Hannes und Nele lediglich mit Folge 1 der Staffel 4 von Sherlock ihre Probleme hatten und ab Folge 2 wieder voll dabei waren, war ich die grummelige Redakteurin, die eine komplette Staffel kopfschüttelnd vor dem Fernseher gehangen hat. Ein vermeintlich schrecklichster Bösewicht. Jemals. Der sich als glatte Fehlzündung entpuppte. Handlungsstränge, die Moriaty zu einer willenlosen Marionette degradierten. Sowie den vermutlich lustigsten Brunftschrei von Martin Freeman, der eigentlich die pure Verzweiflung über den Tod seiner Film-Ehefrau ausdrücken sollte. Wer nicht komplett auf der Brennsuppen dahergeschwommen war, hatte in der ganzen Staffel relativ schnell die finale Lösung parat. Und kann eigentlich nur hoffen, dass das grauenhaft kitschige Ende nicht das letzte ist, was wir von einer eigentlich intelligenten Serie zu sehen bekommen haben.

Erstmals habe ich in diesem Jahr eine Planetariums-Folge von Die Drei Fragezeichen erlebt. Und mir im Nachhinein gedacht, dass die 16 Euro für Karte zwar nett investiert waren, mehr aber auch nicht. Ein 3D-Hörerlebnis versprach man mir von Die Drei Fragezeichen und das versunkene Schiff. Gut, die Stimmen kamen aus verschiedenen Richtungen, jedoch war die visuelle Unterstützung in dem Planetarium für die Folge eher irritierend. Gerade Hörspiele sollen doch das Kino im Kopf so richtig lostreten, weswegen man mir keine kompletten Räume aufzeigen muss, in denen sich Justus, Peter und Bob bewegen. Streng genommen könnten wohl auch Kinosäle mit Atmos-Sound für ein derartiges Hörerlebnis ausreichen. Eine Wiederholung mit einer weiteren Planetariums-Folge braucht es für mich jedenfalls leider nicht.

Anne Jerratsch

Hey, ich liebe Kammerspiele! Und dazu noch im Weltraum? Ohne Wiederkehr? Klasse! Was allerdings passiert, wenn der Trailer etwas anderes verspricht, als der Film dann liefert, zeigte Passengers, auf den ich Anfang Januar 2017 hingefiebert habe. Hinter der Geschichte steckte leider nichts anderes als ein klebriges und unausgegorenes Liebesdebakel, bei der sämtliche moralische Dilemmata kurzerhand beiseite gewischt wurden. Zwar wurden mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt zwei absolute Superstars gecastet, die allerdings genauso wenig überzeugen können wie das Drehbuch.

Mit Valerian - Die Stadt der tausend Planeten hat sich Luc Besson einen Kindheitstraum erfüllt. Seine liebsten Comicfiguren sollten in der ihm eigenen Bildsprache endlich zum Leben erweckt werden. Dummerweise kam das Herzensprojekt so gar nicht beim Publikum an. Kein Wunder, denn das Liebespaar funktioniert ebensowenig wie die etwas lieblos aneinandergeschusterten Abenteuer. Schade, Luc, das hätte was werden können.

Vom Buch zum Film und rein in die Köpfe: Seit George Orwells 1984 erfreuen sich dystopische Romane als Gesellschaftskritik fortwährender Beliebtheit. Leider kann The Circle, die Verfilmung der Romanvorlage von Dave Eggers, da schon in Buchform kaum mithalten. Als Filmversion enttäuscht die Überwachungs-Metapher dann erst Recht: Emma Watson stolpert großäugig durch den Mega-Konzern gleichen Namens, während sie Freunde und Bekannte im "echten Leben" hinter sich lässt. Tom Hanks macht als Tech-Oberguru nur noch einem klischeehaften Bond-Bösewicht Konkurrenz, während der ganze Film moralinsauer, aber lahmarschig vor sich hintrieft. Nervt!

Johannes Hahn

Kollege Könitzer hat es in seiner Kritik ja schon geschrieben: Star Wars: Die letzten Jedi ist kontrovers. Weniger wegen der Story-Entscheidungen (die allesamt wenig überraschend erscheinen), sondern vielmehr weil gewisse erzählerische Schwächen den Film trüben. Er versucht, zu viele Geschichten auf einmal zu erzählen und trifft nicht die richtige Balance zwischen Comic Relief und notwendigem Ernst. Man hat den Eindruck, dass Episode VIII ganz viele Aufgaben erfüllen soll, notwendigerweise aber daran scheitert. Aber das könnte ihr alles auch in der Kritik von Hannes nachlesen.

Ja, okay, Player Unknown's Battleground (PUBG) ist nicht wirklich eine Enttäuschung. Aber irgendwie ist es schon so ein bisschen antiklimaktisch: Man schleicht zwanzig Minuten durch irgendwelche Felder, stattet sich mit Tip-Top-Waffen aus, hört angestrengt auf jedes kleine Knistern aus den Kopfhörern und blutet dann innerhalb von zwanzig Sekunden aus, weil irgendjemand einen aus 800 Metern Entfernung wegballert. Danke. Insgesamt steht PUBG aber für mich als Beispiel für eine Entwicklung im Videospielbereich Pate: Vor allem Multiplayerspiele werden komplizierter, länger und fordern mehr Einarbeitung von den Spielern. Mal eben eine kurze Partie geht nicht mehr -Schade.

Zum Abschluss noch die Frage an euch. Was sind eure Enttäuschungen des Jahres? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Die meist-raubkopierten Serien 2017

Die Seite Torrentfreak.com hat auch in diesem Jahre wieder eine Liste, der am meisten raubkopierten Serien veröffentlicht. Die Spitzenposition ist dabei nach wie vor fest in der Hand von HBOs Game of Thrones. Zum sechsten Mal in Folge ist die Fantasyserie die am meisten raubkopierte Serie über BitTorrent.

Auch auf dem zweiten Platz hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert. Während die Quoten von The Walking Dead immer weiter nachlassen, ist die Serie bei den illegalen Downloads immer noch prominent vertreten. The Flash komplettiert die Top 3 der Liste.

Darüber hinaus finden sich drei Neuzugänge im Ranking, die letztes Jahr nicht in den Top 10 vertreten waren. So zeigt sich die Popularität der 3. Staffel von Rick & Morty beispielsweise auch bei den illegalen Downloads, wo die Animationsserie Platz 5 belegte. Dahinter folgen mit Prison Break und Sherlock die beiden anderen Neuzugänge.

Letztendlich bietet die Rangliste allerdings auch nur einen Überblick über die Torrent-Downloads. Hier lässt sich seit einigen Jahren ein deutlicher Rückgang der Downloadzahlen beobachten. Dies liegt, neben der Zunahme an legalen Streaming-Angeboten, vor allem daran, dass immer mehr Menschen andere Quellen und Streams nutzen.

Auch verzichtet Torrentfreak in diesem Jahr wieder auf eine Schätzung der tatsächlichen Downloadzahlen. Schon 2016 hatte es sich als zunehmend schwierig erwiesen, die genaue Anzahl der Downloads über die bekannten Torrent-Dienste zu ermitteln. Daran hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert.

  1. Game of Thrones
  2. The Walking Dead
  3. The Flash
  4. The Big Bang Theory
  5. Rick & Morty
  6. Prison Break
  7. Sherlock
  8. Vikings
  9. Suits
  10. Arrow

Sherlock: Keine 5. Staffel in absehbarer Zeit

In Geduld sind Fans der BBC-Serie Sherlock mittlerweile geübt. Doch dieses Mal wird die Durststrecke besonders lang - die Pause bis zur fünften Staffel dürfte deutlich länger ausfallen als die bisher üblichen zwei Jahre.

Dies bestätigte Showrunner Mark Gatiss in einem Interview mit der Radio Times. Wie schon in der Vergangenheit führt er als einer der Gründe die schwierige Terminlage mit den vielbeschäftigten Hauptdarstellern an.

Überraschend kommt es nicht. Das Finale der vierten Staffel fühlte sich wie ein Abschied an und könnte auch als Serienfinale dienen. Dennoch wären alle nach wie vor offen für weitere Episoden, auch wenn diese wohl erst in einigen Jahren angegangen werden.

Im Sommer 2010 feierte die Neuinterpretation des berühmten Meisterdetektivs nach einer Idee von Steven Moffat und Mark Gatiss bei der BBC Premiere. Schnell fanden Zuschauern und Kritiker rund um die Welt großen Gefallen an der Serie. Jeweils im Januar 2012, 2014 und 2017 folgte die Ausstrahlung von Staffel zwei bis vier. 2016 gab es mit "Die Braut des Grauens" eine 90-minütige Sonderfolge, die überwiegend in der Vergangenheit mit einem traditionelleren Sherlock-Ambiente angesiedelt war.

Die Begeisterung nahm in den letzten Jahren ab und insbesondere die vierte Staffel wurde sehr kontrovers diskutiert. Eine längere Pause mit einem möglichen kleinen Neustart könnte die Serie also durchaus gut tun.

What's the future of Sherlock? Mark Gatiss talks series five plan

Sherlock Staffel 4: Kritik zu "Das letzte Problem"

SPOILER

Nachdem die ARD am Pfingstwochenende mit der Ausstrahlung von der vierten Staffel Sherlock begann, steht an diesem Sonntag bereits wieder das Finale an. Zum Abschluss wartet noch einmal ein besonders emotionaler Fall auf Sherlock und Watson.
 
Nach dem Ende von "Der lügende Detektiv" ist nun endlich klar, wer sich hinter der kryptischen Nachricht verbirgt. Sherlock hat eine Schwester, die von Mycroft schon vor vielen Jahren als höchst gefährlich eingestuft wurde. Dass Eurus nun wieder frei sein soll, kann Mycroft nicht glauben, sodass sich die beiden Holmes-Brüder und Watson aufmachen, um das Gefängnis Sherrinford zu überprüfen. Dort wartet Eurus allerdings bereits schon auf ihre Geschwister und hat ein perfides Spiel vorbereitet.

Nele

Woohoo, was für ein Ritt. "Hirn aus und auf sich wirken lassen. Bloß nicht zu viel nachdenken" wäre mein Tipp an Leute, die die Episode noch nicht gesehen haben. Mit einem dicken Grinsen.
 
Es passiert eine Menge. Wenig davon scheint zu Sherlock zu passen und doch weiß "Das letzte Problem" zu unterhalten. Hochsicherheits-Gefängnisinsel, gelöschte Erinnerungen, mordende Kinder, Escape-Room-Horror, Flugzeugentführungsdrama, Familienzwist, Moriarty – was will man mehr.
 
Vieles ergibt vorne und hinten keinen Sinn und Eurus "Ostwind" Holmes als hochintelligente Psychopathin und Spiegelbild dessen, was Sherlock auch sein könnte, ist eigentlich reichlich überzogen. Doch es funktioniert. Auch dass sie trotz Gefangenschaft hinter so ziemlich allen Ereignissen in Sherlocks Leben (und seinen fehlerhaften Erinnerungen daran) steckt – einfach mal so hinnehmen und sich treiben lassen.
 
Die Folge gewinnt zudem durch das sehenswerte Zusammenspiel zwischen John, Sherlock und Mycroft – die Darsteller scheinen spürbar Spaß an ihren Rollen gehabt zu haben.
 
Am Ende bleibt reichlich verbrannte Erde (tatsächlich und im übertragenen Sinne), aber auch lange nötige Offenheit, Aussprache und vorsichtiges aufeinander zugehen. Zusammen mit Marys Abschlussmonolog zu den "Baker-Street-Boys“ fühlt es sich stark nach einem Serienende an.
 
Andererseits könnte es als Grundstein für einen kleinen Neuanfang dienen – befreit von den Verstrickungen der bisherigen Staffeln wieder zurück zur Basis und die gereifte Beziehung zwischen Sherlock und Watson im Blick.

Hannes

"Das letzte Problem" beginnt zunächst einmal mit der langweiligsten Auflösung eines Cliffhangers aller Zeiten. Dass die Macher von Sherlock generell schon immer besser im Aufbauen Cliffhangern als im Auflösen waren, konnte man bereits schon im Staffelauftakt sehen. In der finalen Folge von Staffel 4 wird es jedoch noch einmal besonders verdeutlicht. Letztendlich löst man die ganze Sache in einem Nebensatz auf, was dann doch sehr enttäuschend ist.
 
Die anschließende Geschichte dürfte das Publikum vermutlich ziemlich spalten. In der gesamten Staffel konnte man schon beobachten, dass es Steven Moffat und Mark Gatiss vor allem darum ging, bestimmte Momente und Situationen zu schaffen. Die Art und Weise, wie man zu dem jeweiligen Punkt kommt, war allerdings häufig sehr holprig und mitunter auch einfach unlogisch geschrieben. "Das letzte Problem" treibt die Entwicklung auf die Spitze.
 
Sobald man beginnt, einen genauen Blick auf die Geschichte zu werfen, fällt dieses schnell auseinander. Die Handlung ist einfach zu unlogisch, was auch daran liegt, dass die Fähigkeiten von Eurus schon beinah übermenschliche Züge annehmen. Dazu muss der Zuschauer häufig die Logik vor der Tür lassen, sonst dürften die Fragen, welche die Geschichte aufwerfen, schnell über Hand nehmen.
 
Wem es allerdings gelingt, über die Logik des Gezeigten hinwegzukommen, den erwartet eine unglaublich spannende und sehr emotionale Folge. "Das letzte Problem" bieten einfach so viele unglaublich gut gespielte und geschriebene Szenen, dass man über die Geschichte im Hintergrund hinwegsehen kann. Das Telefonat mit Molly oder die Szene, in der Mycroft seinen Bruder dazu bringen will, ihn umzubringen, sorgen einfach für Gänsehaut und zeigen so viel von den Charakteren, die man in den vergangenen sieben Jahren lieb gewonnen hat.
 
Wenn das Bild so gut aussieht, kann man es irgendwie doch verschmerzen, dass das Gold am Rahmen schon merklich abgeblättert ist. Und so endet die vierte Staffel von Sherlock, und eventuell sogar die ganze Serie, vielleicht nicht mit der besten aber definitiv mit einer der emotionalsten Folge.

Katrin

Das Finale einer Staffel sollte etwas sein, auf das man hinfiebert. Der Moment, den man nicht erwarten kann, da alle lose Fäden zusammengeführt werden und in nervenaufreibenden Szenen einen wilden Ritt liefert.
 
Bei Sherlock war das in der Regel auch nie das Problem. Bis zu “Das letzte Problem”. Die gesamte Folge ist ein einziges Problem.
 
Da offenbart eine Serie, dessen Hauptfigur ein Logik-Fetischist ist, haarsträubende Logik-Löcher. Streng genommen müssten Eurus Super-Beeinflussungs-Kräfte eigentlich übernatürlichen Ursprungs sein, wenn man bedenkt, was ihr in diesem Hochsicherheitsgefängnis so alles möglich ist. Dabei wirkt sie zuweilen schlichtweg wie eine Zicke und lässt jegliche Eleganz eines intelligenten, aber irren Kriminellen missen.
 
Wie eine Ohrfeige kommt es daher, welche Rolle Moriarty letztendlich in dem Spiel über mehrere Staffeln eingenommen hat. Sogar der “Miss me”-Cliffhanger wird undankbar aufgelöst; Moffat und Gatiss machen aus dem Bösewicht schlechthin nichts weiter als eine dumme Marionette. Ärgerlich. Höchst ärgerlich.
 
Zwar wirkt “Das letzte Problem” mitunter wie ein Kammerspiel, da sich die Handlungsorte fast nur auf das klaustrophobische Gefängnis konzentrieren. Jedoch mag so gut wie nie Nervenkitzel aufkommen, das Schema der Aufgaben ist nach der ersten bereits deutlich. Somit können die vermeintlichen “Wendungen” nach einer Entscheidung auch nicht recht für eine Überraschung sorgen.
 
Grundsätzlich krankt die Episode aber daran, dass sie es nicht schafft, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. Man bedenke, dass Sherlock, Mycroft und John sich in einer Ausnahmesituation befinden, in denen jede Schwäche in der Beziehung untereinander ausgenutzt werden soll. Wenn dann der klassische “Wen wird er töten? Den Bruder? Oder seinen besten Freund?”-Moment nicht funktioniert, läuft etwas gewaltig schief.
 
Die Andeutungen auf das Ende sind nicht schwierig zu verstehen, wer aufmerksam zuschaut, wird vom Finale nicht wirklich überrascht. Oder… doch. Denn mit der Abschlussmontage präsentieren Moffat und Gatiss derart klebrigsüßen Kitsch, dass einem rationalen Zuschauer schlecht werden könnte. Marys salbungsvolles “Meine Baker-Street-Jungs” ist nach einer Folge voller Ärgernisse der letzte Tritt, den es nicht mehr gebraucht hat.
 
Man kann nur vermuten, dass die Autoren mit dieser Folge alles auf Anfang setzen wollten, sollte es noch eine Staffel 5 geben - die vermutlich nach “Das finale Problem” einen kreativen Reboot bekommen wird. Anders ist der Totalausfall des Finales und damit auch der gesamten Staffel nicht zu erklären.

Sherlock Staffel 4: Kritik zu "Der lügende Detektiv"

SPOILER

Am Pfingstmontag setzt die ARD die Ausstrahlung der vierten Staffel von Sherlock fort. In "Der lügende Detektiv" setzt sich Sherlock Holmes auf die Fährte eines vermeintlichen Serienmörders. Allerdings muss er dabei zunächst ohne die Hilfe von Watson auskommen, der seinem Freund immer noch die Schuld am Tod von Mary gibt. Gleichzeitig ist Sherlock auch noch rückfällig geworden und so scheint es, als könnten weder er selbst noch seine Freunde dem sonst so messerscharfen Verstand des Detektivs zu 100 Prozent vertrauen.

Wie schon zum Staffelauftakt werfen wir gleich einen dreifachen Blick auf "Der lügende Detektiv".

Nele

Düster, wirr, amüsant – das passt durchaus zusammen und fasst für mich die Folge zusammen. Gewürzt mit einer größeren Prise Fanservice.

Marys Ableben hat erwartungsgemäß schwerwiegende Folgen. Die enge Verbundenheit zwischen Sherlock und John gehört der Vergangenheit an, und beide straucheln im Umgang mit dem Verlust. John wird wieder zum einsamen Wolf, der zwischen tiefer Niedergeschlagenheit und Wutausbrüchen schwankt. Sherlock knickt ein und gibt sich wieder voll diversen Drogen und Rauschzuständen hin. Entsprechend ist er beim Lösen des gegebenen Falles auch nicht so ganz auf der Höhe. Im Vergleich zur Auftaktfolge wird hier den Charakteren an sich zum Glück wieder deutlich mehr Raum gelassen.

Ein großer Gewinn sind die Neuzugänge im Cast. Sowohl Sian Brooke als Verwandlungskünstlerin als auch Toby Jones als skrupelloser Serienmörder Culverton Smith überzeugen mit brillanten Schauspiel.

Ja, auch diese Folge hat wieder reichlich abstruse Wendungen und Hinerklärungen – doch sie ist im Gesamten stimmig und weiß zu fesseln.

So wirken einige amüsante Szenen, etwa Mrs. Hudsons rasantes Auftauchen im Sportwagen und radikales Eingreifen, nur auf den ersten Blick unpassend in diesem eher düsteren Plot. Unterstützt durch rasche Schnitte und Sprünge, fühlt man sich schon fast mit Sherlock zusammen auf Drogentrip.

Der bereits erwähnte Fanservice tut ein übriges: Endlich finden Sherlock und John wieder zusammen – mit einer herzerwärmenden Umarmung. Irene Adler steht immer noch mit Sherlock in Kontakt. Mycroft und Lady Smallwood flirten miteinander und es gibt ein weiteres Holmes-Geschwisterkind. Dick aufgetragen und doch schön. Auch wenn es sich nicht um Tom Hiddleston handelt ;)

Katrin

Folgen von Sherlock erscheinen selten logisch und spielen bewusst damit, dass vieles erst später einen Sinn ergibt. Die ganz abgedrehten Folgen gehörten in der Regel zu den stärksten der Serie.

Allerdings trifft dies leider nicht auf "Der lügende Detektiv" zu. Für Folge 2 haben Moffat und Gatiss bekannte Elemente in dem Mixer geworfen, anscheinend in der Hoffnung, dass ein lauwarmer Aufguss davon gepaart mit Fan-Service ausreicht. Nein.

Sherlocks Drogenabhängigkeit wurde mehr als einmal thematisiert, von daher waren die Bilder in dieser Folge nicht innovativ. Benedict Cumberbatch schüttelt den Detektiv, der gerade in Sphären schwebt, wo ihm niemand folgen kann, dann auch höchst routiniert aus dem Ärmel.

Watson Unfähigkeit, über den Verlust einer geliebten Person hinwegzukommen, kennen wir ebenfalls bereits. Zugegeben, in der letzten Folge hat es seine Ehefrau und Mutter seiner Tochter erwischt. Aber dennoch hätte ein verzweifelter Watson eine schmerzvollere Wirkung erziehlt, wenn nicht ständig die Halluzinationen (wenn man sie denn nun so nennen mag) von Mary aufgetaucht wären. Natürlich ist es ein bekannter Mechanismus, dass einen ein Verstorbener gedanklich begleitet. Aber hier hatte es nichts Tröstliches an sich. Stattdessen ist Mary eine nervige Besserwisserin; vermutlich sollte es so angelegt sein, dass sie die objektive Sicht auf die Dinge darstellt. Jedoch schafft es Amanda Abbington irgendwie, dass Mary ihre unsympathischten Momente in der gesamten Serie abliefert.

Am ärgerlichsten ist jedoch die Figur des Culverton Smith. Als schlimmster Bösewicht wurde er vor Staffelstart angepriesen, und man fragte sich, wie ein Irrer wie Moriarty zu toppen sein könnte. Die Antwort war einfach: Gar nicht. Smith wirkt selten bedrohlich, vielmehr erscheint er plump. Bekanntlich müssen kranke Hirne nicht per se erkennbar sein, dass hat die Figur eines Hannibal Lectors von Thomas Harris bewiesen. Deswegen ist es unverständlich, dass ein Autorenteam wie Moffat und Gatiss hier nicht in der Lage waren, etwas ähnliches auszuarbeiten. Der Nervenkitzel beim vermeintlichen "der Schlimmste jemals!" hält sich jedenfalls in Grenzen.

Wenig überraschend ist auch das Ende der Folge. Wer nicht ganz auf der Wurstbrühe daher geschwommen ist, hat die Anspielungen schnell zusammengesetzt. Und fragt sich, ob die finale Folge den durchwachsenen Verlauf von Staffel 4 noch retten können wird.

Hannes

"Der lügende Detektiv" ist im Vergleich zu "Die sechs Thatchers" eine deutliche Steigerung. Auch wenn die Folge nicht vollkommen frei von Schwächen ist, fällt der Unterhaltungswert deutlich größer aus. Dies beginnt zunächst einmal damit, dass man wieder stärker auf einen Fall konzentriert und dieser auch klarer umrissen ist. Gerade der Staffelauftakt litt teilweise deutlich unter dem fehlenden Fokus.

Darüber hinaus ist auch die Inszenierung der Folge überdurchschnittlich gut. Besonders der Spaziergang von Sherlock und seiner vermeintlichen Klientin geriet sehr unterhaltsam und bringt ein paar optisch interessante Spielereien.

Rein inhaltlich ist "Der lügende Detektiv" zwar erneut nicht fehlerfrei, allerdings fallen die Probleme weniger stark auf. Gerade der handlungsübergreifende Fall und die Auflösung am Ende sind zwar eine spannende Entwicklung, allerdings darf man das gesamte Konstrukt nicht zu genau anschauen, dann fällt es schnell auseinander.

Sian Brooke trifft dabei keine Schuld. Mit dem Casting von Sherlocks Schwester bleiben sich die Macher der Serie treu und verpflichten eine weitere tolle Darstellerin, die gleich vier verschiedene Rollen spielt und überzeugen kann.

Erwähnenswert ist auch Toby Jones als Culverton Smith. Jones macht seine Arbeit als sehr bedrohlich wirkender Serienmörder über weite Strecken ganz gut. Was nicht ganz so funktioniert, ist die Tatsache, dass sein Charakter in der Öffentlichkeit als freundlicher und hilfsbereiter Mensch dargestellt wird. Irgendwie umweht Culverton Smith aber immer eine Serienmörder-Aura.

Zum Ende der Folge gibt es zudem einiges an Fanservice. Teilweise kann hier schon das Gefühl aufkommen, als hätte Autor Steven Moffat in die fünf Minuten eine Menge von dem gepackt, was sich viele Fans wünschen. Die Szene funktioniert allerdings richtig gut und sorgt noch einmal für einige Emotionen in der Folge.

Sherlock Staffel 4: Kritik zu "Die sechs Thatchers"

SPOILER

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Sherlock mit Bluthund im ersten Bild zur vierten Staffel

Sherlock Holmes und Doctor Watson sind zurück. Nachdem die vierte Staffel von BBCs Erfolgsserie Sherlock Anfang des Jahres in Großbritannien Premiere feierte, zeigt die ARD an Pfingsten auch in Deutschland die neuen Folgen. Grund genug für uns, die jeweilige Episode gleich mit einer dreifachen Kurz-Kritik zu begleiten.

Den Auftakt macht "Die sechs Thatchers", in der Holmes und Watson einem mysteriösen Einbrecher auf der Spur sind, der es anscheinend auf Büsten der verstorbenen Premierministerin Margaret Thatcher abgesehen hat. Sherlock vermutet schnell eine Verbindung zu Moriarty, muss am Ende aber feststellen, dass jemand ganz anderes im Mittelpunkt des Falls steht.

Ein kleiner Hinweis vorab: Abweichend vom ursprünglich geplanten Sendetermin startet "Die sechs Thatchers" zehn Minuten später und beginnt erst um 21.55 Uhr. Grund hierzu ist vorab eine Sondersendung zu den Ereignissen in London.

Nele Bübl

Nach der langen Wartezeit und dem vielversprechenden Finale der dritten Staffel (Schrödingers Moriarty) ein leider ziemlich schwacher Auftakt. Zwar macht es enormen Spaß, endlich zurück in der Baker Street zu sein, doch die sehr zusammengewürfelt wirkende Folge mit abstruser Handlung lässt keine wirkliche Sherlock-Stimmung aufkommen.

Sherlock hüpft durch diverse Fälle, die viel zu schnell gelöst werden, um spannend zu sein. Das titelgebende Rätsel um die sechs Thatchers diente lediglich als Aufhänger, um Marys Vergangenheit neu aufzurollen. Das hätte man eleganter und spannender lösen können. Zumal man schon alle Augen zudrücken und nicht zu viele Hirnzellen bemühen sollte, um Marys Versteckspiel und Sherlocks Jagd nach ihr auch nur irgendwie abzunehmen. Wobei diese zugegeben schön in Szene gesetzt wurde.  

Die finale Auflösung, wer denn nun hinter dem Coup und AGRA steckt, ist selbst für Sherlock-Verhältnisse zu plump, dafür dass sie so arg um mehrere Ecken konstruiert präsentiert wird. Da hätte etwas weniger Abstruses, dafür sauberer Gestricktes deutlich größere Wirkung haben können.

Insbesondere wenn man sich dafür mehr darauf konzentriert hätte, einem die Charaktere näher zu bringen. Selbst beim bekannten Trio im Mittelpunkt hakt dies gewaltig und ist eher ein Rückschritt im Vergleich zur letzten Staffel. Weder Sherlock noch John oder Mary scheinen ernsthaftes, liebevolles Interesse aneinander zu haben.

Johns angedeutete Affäre ist vermutlich für spätere Handlung noch relevant, wirkt aber nicht stimmig zum bisher gezeichneten Charakter. Auch seine Reaktion auf den Tod seiner Frau wirft Fragen auf: Er gibt Sherlock die Schuld hierfür und schließt ihn aus seinem Leben aus. Dabei dürfte sämtlichen Beteiligten ja nun eigentlich bewusst gewesen sein, welche Risiken ihre Freizeitaktivitäten so mit sich bringen.

Die Folge überzeugte mich leider so gar nicht, die Vorschau auf die nächste Episode und Mycrofts mysteriöse Verbindung zu „Sherrinford“ lassen allerdings auf Steigerung hoffen.

Hannes Könitzer

Die vierte Staffel von Sherlock beginnt leider mit einer der schwächsten Folgen der ganzen Serie. Interessanterweise finden sich in "Die sechs Thatchers" fast alle Probleme wieder, welche die gesamte Staffel plagen, nur in konzentrierter Form.

Dies beginnt bereits schon beim Cliffhanger. Die Macher von Sherlock rund um Steven Moffat und Mark Gatiss waren schon immer besser im Schreiben von Cliffhangern als im Auflösen. Die Geschichte um Moriarty wird schnell ins Regal gestellt und auch der Mord, den Sherlock am Ende von Staffel 3 begangen hat, spielt keine Rolle mehr. Stattdessen bekommen die Zuschauer wieder einmal im Schnelldurchlauf ein paar Fälle präsentiert, die teilweise spannender erscheinen als das, was am Ende zum Hauptfall des Films wird.

Dass dieser so gar nicht funktionieren will, merkt man schon an der Art und Weise, wie Sherlock auf ihn stößt. Die ganze Sache basiert auf einem hochgradigen Zufall und spätestens, als dann klar wird, dass Mary im Mittelpunkt steht, fällt die Geschichte komplett auseinander. Irgendwie bekommt man das Gefühl, dass Autor Mark Gatiss bestimmte Eckpunkte in der übergreifenden Handlung abarbeiten wollte und sich wenig Gedanken darüber macht, wie logisch der Weg zu diesen Punkten ist. Ein Problem, das sich leider durch die gesamte Staffel zieht.

Dass die Folge keine Katastrophe wird, hat sie wieder einmal ihren Darstellern zu verdanken. Solange Sherlock sich auf seinen Cast verlassen kann, kommt am Ende zumindest immer ganz solide Unterhaltung raus. Gerade Mark Gatiss beweist in seiner Rolle als Mycroft wieder viel Spielfreude. So ist seine schauspielerische Leistung deutlich besser als seine schriftstellerische.

Katrin Hemmerling

"Sein letzter Schwur" und "Die Braut des Grauens" präsentierten den Fans von Sherlock Cliffhanger par exellance. Wenn die Fortsetzung ein Jahr auf sich warten lässt, sollte deren Auflösung dann doch auch bitte gut durchdacht sein. Jedoch bereits der Auftakt von "Die sechs Thatchers" beweist, dass die vorhergangenen Ereignisse nur der Form halber im Schnellschritt leidlich aufgelöst werden. Der Pessimist richtet sich ab diesem Moment besser darauf ein, dass sich seine üblen Vorahnungen ob der Qualität der Folge bewahrheiten werden. Der Optimist freut sich auf einen weiteren clever aufgezogenen Fall.

Letztendlich entpuppt sich "Die sechs Thatchers" als schlechtes Überraschungsei. Der eigentliche Fall ist im Vorbeigehen gelöst, damit die Folge sich auf Mary fokussieren kann.

Mary, die ach so geheimnisvolle Frau von John. Es war nicht der beste Schachzug von Mark Gatiss und Steven Moffat, diese Figur so in die Serie zu intergrieren. Im Verlaufe der vorangeganenen Folge entpuppte Mary Watson sich zwar als eine starke Frau. Diese starke Frau kam aber zu oft als Besserwisser daher, die dank ihrer nebulösen Vergangenheit schneller an vertrauliche Informationen gelangte als Mycroft.

"Die sechs Thatchers" soll Marys Herkunft nun aufdecken; dies geschieht dermaßen konstruiert, dass sich dem Zuschauer unwillkürlich der Wunsch aufdrängt, Mary möge nicht mehr länger Bestandteil der Geschichten sein. Immerhin da hat das Team den Wunsch anscheinend vernommen. Es ist schade, wenn bei dem Tod einer Schlüsselfigur der Gedanke "Endlich!" dominiert. Schließlich sollte einem die Figuren so ans Herz wachsen, dass man über deren Serientod nicht erleichtert ist.

Zu allem Übel scheint Martin Freeman keinen guten Tag gehabt zu haben, als diese Szenen gedreht wurden. Vermutlich wollte er mit dieser sehr ungewöhnlichen Geräuschkulisse die Wut und die Ohnmacht von John ausdrücken. Jedoch erinnert er dabei fatal an einen Hirsch zur Brunftzeit und dürfte damit bei dem einen oder anderen zu unfreiwilligen Lachern geführt haben.

"Die sechs Thatchers" ist der schwächste Auftakt einer neuen Staffel von Sherlock, wenn nicht sogar die schwächste Folge der gesamten Serie. Ein Jahr auf diese Folge warten zu müssen, hat sich definitiv nicht gelohnt.

Sherlock: Die ARD startet Staffel 4 ab Pfingsten

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Die ARD bleibt sich einigermaßen treu, wenn es um die Sendetermine für Sherlock geht. In diesem Jahr gibt es zu Pfingsten die neuen Folgen von Staffel 4 zu sehen.

Den Auftakt bildet am Pfingstsonntag, den 04. Juni, um 21.45 Uhr die Folge "The Six Thatchers". Am Pfingstmontag, den 05. Juni, folgt bereits Folge 2 von Staffel 4: "The Lying Detective" (21.45 Uhr). Das Staffelfinale "The Final Problem" wird dann am 11. Juni ebenfalls um 21.45 Uhr ausgestrahlt. Alle drei Folgen haben die gewohnte Spielfilmlänge.

Ihr bekannten Rollen übernehmen Benedict Cumberbatch als Sherlock, Martin Freeman als John Watson, Amanda Abbington als Mary Watson, Mark Gatiss als Mycroft, Louise Brealey als Molly Hooper, Rupert Graves als Lestrade und Una Stubbs als Mrs. Hudson. Neu in Staffel 4 sind hingegen Sian Brooke, die bereits mit Cumberbatch zusammen auf der Bühne stand, sowie Toby Jones (Die Tribute von Panem).

Jones mimt Culverton Smith, den Serienschöpfer Steven Moffatt als den dunkelsten Schurken, der bisher in der Serie zu sehen gewesen ist, beschreibt.

Bereits der Teaser zu den neuen Folgen verriet, dass der Tonfall der Serie düsterer würde - "Es ist kein Spiel mehr" lautete das Motto des Teasers.

Ob es nach Staffel 4 mit Sherlock noch weitergehen wird, ist aktuell noch unbekannt.

It's Not A Game Anymore - Sherlock: Series Four

Sherlock: Trailer zum Staffelfinale "The Final Problem"

SPOILER

Am kommenden Sonntag neigt sich die neue Staffel von Sherlock wieder einmal dem Ende zu. Für die Episode "The Final Problem" hat der britische Sender BBC nun einen neuen Trailer veröffentlicht. Wie schon am Ende der zweiten Folge zu vermuten war, müssen sich Sherlock und Watson in der letzten Episode mit einem besonders gefährlichen Gegner auseinandersetzen.

Achtung Spoiler
Mit der Enthüllung von Eurus Holmes, der bisher noch unbekannten Schwester von Sherlock und Mycroft, scheint ein Gegenspieler zu warten, der sich auf Augenhöhe mit den beiden Holmes-Brüder befindet. Gleichzeitig dürfte auf die Zuschauer einiges an Familiendrama warten.

Interessant wird auch zu sehen, ob die Macher rund um Mark Gatiss und Steven Moffat die Serie mit der vierten Staffel zum Abschluss bringen. Im Vorfeld hatte es immer wieder Gerüchte über das Ende von Sherlock gegeben. Darin hinein spielt auch der Titel der Folge. In der Vorlage zu "The Final Problem" kommt es zum finalen Aufeinandertreffen zwischen Holmes und Moriaty, bei dem beide scheinbar ums Leben kommen. Die Serie hatte diese Geschichte aber bereits schon in "The Reichenbach Fall" aufgegriffen. Es bleibt abzuwarten, wie die Autoren die Vorlage dieses Mal interpretieren.

Sherlock: Series 4 Episode 3 | Trailer - BBC One

Sherlock: Trailer zur Episode 4.02 "The Lying Detective"

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Nachdem Sherlock am Neujahrstag seine Rückkehr auf die TV-Bildschirme feierte, wartet am kommenden Sonntag bereits schon Folge 2 und damit die Staffelmitte auf die Zuschauer. Für die Episode mit dem Titel "The Lying Detective" hat BBC einen neuen kurzen Trailer veröffentlicht.

Die Vorschau bestätigt, dass es in der Episode zum ersten Aufeinandertreffen von Sherlock und den von Toby Jones gespielten Culverton Smith kommt. Dieser wurde im Vorfeld immer wieder als der größte Schurke bezeichnet, den Watson und Holmes bisher getroffen haben. Am Sonntag können sich die Zuschauer dann ein Bild davon machen, ob dies auch wirklich der Wahrheit entspricht.

Am 15. Januar wartet dann bereits schon das Finale von Staffel 4. Die Episode "The Final Problem" schließt die Staffel ab. Inwiefern es im Anschluss weitergeht, ist bisher nicht bekannt. Die deutschen Zuschauer müssen sich zudem bis zum Frühling gedulden. So bestätigte die ARD kürzlich, dass man plant, Sherlock im zweiten Quartal des Jahres zu zeigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte es auf Ostern im April oder Pfingsten im Juni hinauslaufen.

Sherlock: The Lying Detective - Series 4 Episode 2 | Trailer - BBC One

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