Kritik

Kritik zu Blacksad – Under the Skin: Ein tierischer Detektiv-Thriller im düsteren Noir-Setting

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Blacksad

Eine Gastkritik der Let's-Playerin Sam Em.

Als Adaption der gleichnamigen, spanischen Comicserie von Juan Diaz Canales und Juanjo Guarnido, schaffte es die Figur des smarten, schwarzen Katers John Blacksad nun auch in die Welt des Gamings. Das spanische Entwicklerteam Pendulo Studios, die für Point and Click Adventures wie The Next Big Thing oder Runaway bekannt sind, nahmen sich der Sache an. Sie kreierten ein düsteres und von anthropomorphen Tieren bevölkertes New York City der 50er Jahre, in dem Korruption, Verrat und illegale Machenschaften regieren.

Auch der frühere Kriegsveteran und Privatdetektiv John Blacksad versucht sich in Zeiten wie diesen, über Wasser zu halten. Schlecht bezahlte Jobs, Schulden und Sorgen bestimmen seinen Alltag, doch ein neuer Fall lässt nicht lange auf sich warten. Als der Boxclubbesitzer Joe Dunn tot aufgefunden wird, beauftragt seine Tochter und Erbin Sonja, die nun die Leitung des Clubs übernehmen muss, den Detektiv mit der Lösung des Falls.

Äußerlich weist alles auf Selbstmord hin, doch Blacksads analytische Katzensinne erkennen schnell, dass wesentlich mehr dahintersteckt. Aus welchem Grund sollte Joe Dunn sich erhängen? Wer war in jener Nacht bei ihm? Und warum ist sein Star-Boxer Bobby Yale, dem bald ein wichtiger Kampf bevorsteht, plötzlich spurlos verschwunden? Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt, das den Spieler tief in die Eingeweide einer verruchten und skrupellosen Gesellschaft führt und selbst einen erfahrenen Detektiv an die Grenzen seines moralischen Denkens stoßen lässt.

Ein Story-Schatz im Pappkarton

Was bereits zu Beginn des Spiels ins Auge sticht, sind die vielschichtigen, interessanten und charakterstarken Figuren. Sowohl der Originalton als auch die deutsche Synchro können sich sehen lassen. Fans des Genres werden hier auf ihre Kosten kommen, denn die Story ist zwar größtenteils linear, hält aber viele Überraschungen bereit und sorgt für unvorhergesehene Wendungen im Spiel.

In starkem Kontrast dazu, steht allerdings der Grafikstil, denn der ist eher gewöhnungsbedürftig. Während der überragende Soundtrack in rhythmischer Jazz-Musik sowie innovative Dialoge es schaffen, die Liebe zum Detail erkennen zu lassen, ist die Optik im Vergleich geradezu statisch und emotionslos. Mimik und Gestik der Charaktere wirken für ein Spiel, das einen eher realistischen Stil anstrebt, unausgereift und auch die teilweise sehr leere Umgebung schafft es nicht wirklich, eine Stimmung à la Noir einzufangen.

Interessante Spielereien, wie die Hall of Fame – ein Sammelkartenalbum, dass wir mit Sportkarten füllen können, auf die wir während des gesamten Spiels stoßen – trösten jedoch ein wenig über die verlorene Atmosphäre hinweg. Generell lohnt es sich, das Menü genauer in Augenschein zu nehmen, denn auch das Laden des Spielfortschritts wird als liebevoll gestalteter Comic dargestellt, in dem man die bisher gespielte Geschichte noch einmal nachlesen kann.

Der tiefgreifende Erzählstil ist das Herzstück des Spiels, denn er beschönigt nichts und lässt den Spieler die Härte dieser Welt deutlich spüren. So stoßen wir unter anderem auf Rassismus, engstirnige Geschlechterbilder, Kriegstraumata und sitzen an einem Tisch mit Gewalttätern, die selbst vor Kindern nicht haltmachen. Gut, dass dem Spieler die Möglichkeit gegeben wird, sich von dieser Skrupellosigkeit zu distanzieren, indem er selbst entscheiden kann, wer er sein will. Mit Hilfe von mehreren Frage- und Antwortmöglichkeiten innerhalb des Dialogsystems können wir über den Ausgang der Story und damit auch unseren Charakter entscheiden. Dabei gilt die Devise: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben!

Blacksad Under the Skin

Entscheidungen, die wir zum Vor- oder Nachteil einer Person (oder in dem Falle eines Tieres) treffen, haben durchaus Einfluss auf den späteren Erfolg unserer Detektivarbeit. Während in einem Dialog Mitgefühl und Vorsicht gefragt sind, braucht es bei einem anderen Scharfsinn und Hinterlist, um an die nötigen Informationen zu kommen. Ein Großteil dieser Entscheidungen muss unter Zeitdruck gefällt werden, denn in regelmäßigen Abständen läuft ein Timer ab, der den Spieler zu einer schnellen Entscheidungsfindung zwingt. Ist er zu langsam, entscheidet der Zufall, was vor allem in storyrelevanten Sequenzen mehr Frust als Lust erzeugt. Selbst schnelle Leser kommen hier an ihre Grenzen. Wer also vorhat, das Spiel im Originalton zu spielen, sollte sehr gute Englischkenntnisse in Schrift und Sprache mitbringen.

Wichtige Entscheidungen, die Blacksads Geschichte nachhaltig beeinflussen, werden durch ein Symbol am oberen Bildschirm dargestellt. Besonders positiv fällt auch die Charakterstatistik ins Auge, die wir unter "Mein Blacksad" im Menü einsehen können. Ein gelungener Zusatz, der sich durch erreichte Fortschritte im Spiel gestaltet und die individuelle Persönlichkeit unseres Blacksads transparent zusammenfasst.

Klingt ganz nach Spaß und guter Laune! Wenn da nicht das Gameplay wäre ...

Ein wahrer Katzenjammer ist leider die technische Umsetzung des Spiels. Zwar weisen die Entwickler schon zu Beginn darauf hin, dass ein Gamepad die sinnvollere Wahl ist, doch auch das tröstet nicht darüber hinweg, dass die Steuerung in der Third-Person-Perspektive umständlich und schwerfällig ist. Blacksad in die gewünschte Richtung zu lenken erfordert einiges an Geduld und die fehlende Option, Dialoge zu überspringen, wenn man doch mal den falschen Hotspot erwischt (was definitiv vorkommt), lässt dem Spieler schnell graue Haare wachsen.

Nervige Bugs, Ruckler und Soundprobleme gibt es in allen Facetten, die für einen Preis von rund 30 Euro wirklich nicht hätten sein müssen und den Eindruck hinterlassen, als wäre auch während der Entwicklung der Timer zu schnell abgelaufen. Ellenlange Ladezeiten unterstreichen die Problematik noch, und eingebaute Quick-Time-Events, die gern bei Schlägereien zum Einsatz kommen, wirken nicht nur wie zäher Kaugummi, sondern machen sich selbst überflüssig, sobald der Spieler bemerkt, dass Blacksad mehr als neun Leben hat und gar nicht sterben kann. Wir können es also wieder und wieder und wieder versuchen, wodurch vor allem actionreichen Sequenzen der Fahrtwind genommen wird.

Blacksad Under the Skin

Sherlock Holmes lässt grüßen!

Fans des Adventure-Genres werden sich sicher schon gefragt haben, wann endlich die Rätsel zur Sprache kommen. Die gibt es zwar auch in diesem Spiel, allerdings etwas abstrakter als gewohnt. Während wir mit Hilfe unserer Katzensinne Hinweise aus unserer Umgebung sammeln, gibt es die Option, in Blacksads Gehirn zu switchen, um aus den gesammelten Informationen sinnvolle Schlussfolgerungen zu kombinieren.

Wer mit der bekannten Videospielreihe rund um Sherlock Holmes vertraut ist, wird die Ähnlichkeit zu Sherlocks Gedankenpalast sofort erkennen. Das Prinzip ist dasselbe, nur die Struktur ist recht einfach gehalten und nicht sehr kompliziert. Schnell hat der findige Spieler den Dreh raus. Schwierig wird es dann, wenn man einen genaueren Blick auf die Sinnhaftigkeit einiger Schlussfolgerungen wirft, denn diese sind teilweise alles andere als einleuchtend. Oft liegt die Lösung längst auf der Hand, aber die Hinweise, die man für die richtigen hält, wollen in Blacksads Universum einfach nicht zusammenpassen. Mr. Holmes hätte darüber sicher nur den Kopf geschüttelt, doch wenn wir in der Story fortfahren wollen, kommen wir um einige lästige Rätselspielchen nicht herum.

Schwarz ist nicht gleich schwarz

Auch an anderen Stellen des Spiels treffen wir auf interessante Informationen, die viel Tiefsinnigkeit versprechen, jedoch nicht ganz zu Ende gedacht scheinen und sich widersprechen. Besonders die Thematik des Rassismus spielt während der Story eine wiederkehrende Rolle und schnell sieht man sich mit der Frage konfrontiert, wie das im Tierreich überhaupt funktionieren kann. In der Welt von Blacksad äußert sich Rassismus nicht über die Rasse der Tiere, sondern über die Fellfarbe. Kurioserweise bekommen wir als schwarzer Kater davon im gesamten Spiel allerdings gar nichts zu spüren, unser schwarzer Gorillakumpel dafür aber umso mehr. Das Thema ist zwar gut in die Story integriert, spart jedoch sehr an weiterer Aufklärung und lässt den Spieler letztendlich doch mit vielen Fragen zurück.

Fazit

Wer bereit ist, in puncto Spielemechanik und -design beide Augen ganz fest zuzudrücken, kann mit Blacksad – Under the Skin eine tiefgreifende, spannende, grausame Geschichte von circa acht bis zehn Stunden Spielzeit erleben, die wahrlich unter die Haut geht! Die Rätsel sind nicht immer schlüssig, aber definitiv machbar und auch trotz einiger Fehler vermittelt das Spiel eine Atmosphäre, die zwar an vielen Stellen schwächelt, sich aber nicht unterkriegen lässt.

Wer Lust auf das Spiel bekommen hat, kann auch gern auf meinem Video vorbeischauen und das Ganze mit eigenen Augen verfolgen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Pendulo Studios / Microïds

Kritik zu Doom Eternal: Alte Schule, neues Kaliber

Doom Header

Doom Header

Lange Zeit war Doom der Vater aller Shooter, ein Relikt der Vergangenheit. Der dritte Teil sah zu seiner Veröffentlichung gut aus, bleibt aber bis heute das ungeliebte Stiefkind außerhalb des Kanons. 2011 wurden die ersten zwei Teile hierzulande endlich vom Index gestrichen, doch wer sie bis dahin spielen wollte, hatte auf etlichen anderen Wegen die Möglichkeit dazu. Im Mai 2016 dann der plötzliche Überraschungserfolg: Mit einem Reboot, was auf den einfachen Namen Doom hörte, konnten die Entwickler von id Software alte Fans, neue Fans und Kritiker gleichermaßen überzeugen. Ein unvergesslicher Metal-Soundtrack und überragendes Spielgefühl haben geholfen, doch niemand konnte den Finger darauf legen, was genau den Titel erfolgreich gemacht hat.

Nach der Veröffentlichung des lang erwarteten Nachfolgers Doom Eternal ist klar - die Entwickler selbst wurden 2016 am meisten vom Erfolg überrascht. Was die Formel für ihr Geheimrezept genau ausmacht, weiß auch bei ihnen niemand so genau. Denn der Nachfolger hätte einfach mehr vom Gleichen sein können und würde sich wie warme semmeln verkaufen - doch ein wenig Veränderung wollte man wohl nicht missen. Diese neuen Elemente treten aber neben dem bewährten Kernkonzept sofort ins Auge und können auf lange Sicht sogar störend wirken. Doch wann wird die Idee von Doom von einem guten zu einem sehr guten Spiel und wann nicht?

DOOM - ist das nicht der Film mit The Rock?

An dieser Stelle würde sich die Kritik normalerweise der Erzählung widmen, aber das kann man sich bei Doom Eternal ja sparen, nicht wahr? Falsch gedacht, lieber Leser. Denn obwohl die Reihe sich eigentlich nur mit größter Behutsamkeit darum gedreht hat, wie eine Kettensäge gigantischen, gehörnten Kreaturen das Fleisch von den Rippen entfernt, hielten die Entwickler es nun für notwendig jeden Vorgang zu erklären. Der Spieler kriegt Antworten auf Fragen, die er sich nie gestellt hat. Wie lösen Dämonen Seelen aus Körpern? Ist der Doomguy ein Mensch oder ein Gott? Wer ist eigentlich Gott? Hat er Tentakel? Und wie groß muss eine Waffe sein, damit man ein Loch in den Mars schießen kann?

Doom Arena

Leider werden 70 Prozent nur auf Bücherseiten erzählt, die in den Leveln versteckt sind. Das heißt: Die Action muss unterbrochen werden und es gibt plötzlich eine Kurzgeschichte über himmlische Dimensionen. Klar, niemand ist dazu gezwungen, doch an den Stellen wird klar die Zielgruppe ignoriert und das Ziel des Spiels - Dämonen zu zerlegen - ignoriert. Denn die ohnehin lange Spielzeit muss nicht unbedingt gestreckt werden, um die Rolle des Doom Slayers in den Konflikt von Himmel und Hölle zu erklären oder gar die ersten zwei Teile handlungstechnisch einzuordnen. Das sorgt nämlich weniger für einen Aha-Effekt als für Schulterzucken. Vielleicht wirkt das kurz ein wenig interessant, aber in der Zeit hätte man eben auch die Stärken von Doom Eternal ausspielen und Dämonen in Arenen zu fetzigem Metal mit doppelläufiger Schrotflinte erlösen können.

Vom Mars in die Hölle, den Himmel und zurück

Dieser sogenannte Gameplay-Loop ist das Herz des Vorgängers und auch jetzt geht es erneut durch viele Aufeinandertreffen mit Dämonen verschiedenster Art, die in geschlossenen Räumen oder Umgebungen besiegt werden müssen. Das passiert nicht taktisch, sondern mit dreifacher Geschwindigkeit militärischer Spiele wie Call of Duty. In Doom wird gesprungen, ausgewichen und sich mit Enterhaken von Gegner zu Gegner gezogen, während diese in blutigen Fontänen aufgehen. Adrenalin und Musik sorgen für den einzigartigen Sog, der schon vor vier Jahren viele Spieler nicht mehr losgelassen hat.

Auch dieses Mal gibt es wieder einige Gadgets wie Flammenwerfer, die Rüstung fallen lassen, Eisgranaten und andere kuriose Neuerungen im Waffenarsenal. Die Entwickler verpacken diese in unzählige Systeme, die freigeschaltet werden müssen, was erst gewöhnungsbedürftig ist. Ob dies eine konsequente Weiterentwicklung oder verzweifelte Suche nach mehr Inhalten ist, muss jeder für sich entscheiden.

Doom Crucible

In Doom (2016) konnte der Spieler vielschichtige Kämpfe noch spontan ohne große Probleme mit seinem gesamten Arsenal angehen, nun ist mehr Feingefühl für Spezialgeräte gefragt. Für viele mögen mehr Möglichkeiten auch mehr Spaß bedeuten, doch Puristen sehen das wohl als unnötige Veränderung eines funktionierenden Systems an. An einigen Stellen haben die Entwickler definitiv zu viel gewollt: Beispiel ist der Bossgegner Marauder. Nach einem Kampf zur Hälfte des Spiels taucht er noch rund ein Dutzend Mal in größeren Scharmützeln auf - und bremst diese unnötig aus. Denn der Gegner kann alle Angriffe mit einem höllischen Schild abwehren und nur pariert werden, wenn er selbst eine Attacke startet. Während die brachialen Klänge von Mick Gordon im Hintergrund weiter donnern, lässt das Adrenalin nach, während der Spieler auf seinen Zug warten muss.

Fazit

Doom Eternal ist unverkennbar ein moderner Doom-Titel, der Oldschool-Shooter aufleben lässt und moderne Elemente übernimmt. Doch “mehr” davon zu integrieren, glückt nicht immer. Mehr Handlung braucht es definitiv nicht, mehr Systeme und Upgrades im Menü auch nicht immer und mehr Spielzeit bei etwa 20 Stunden sind auch etwas zu großzügig, bis endlich der Endboss angegangen werden kann. Natürlich können die meisten Spieler über mehr Inhalte einfach hinwegschauen, für viele sind diese auch kein Grund zur Beschwerde, doch die Entwickler sollten sich nun auf alte Stärken besinnen.

Doom Eternal ist für PC, Playstation 4 und Xbox One und bald auch Nintendo Switch erhältlich.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Bethesda

DOOM Eternal – Official Launch Trailer

Et in Arcadia Ego Teil 2 - Kritik zu Star Trek: Picard 1.10

SPOILER

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Das war es also, das große Finale der ersten Staffel von Star Trek: Picard. Im Prinzip erwartet den Zuschauer nichts, was nicht schon in den bisherigen Episoden in Erscheinung getreten ist. Und dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack.

So nicht.

Reden wir nicht erst um den heißen Brei herum: Ich könnte vieles hinnehmen und bei einigem die guten Aspekte betonen. Ich habe an sich ein eher sonniges Gemüt und bin nicht allzu schwer zu unterhalten. Aber: Du gibst mir keine Sterbeszene von einem Charakter wie Picard nebst trauernden Freunden, nur um dies kurz danach wieder rückgängig zu machen. Schon gar nicht, wenn das auf diesem faulen, vorhersehbaren, billig umgesetzten Weg geschieht. Einfach … NEIN.

Ja, diese Entscheidung vermag eventuell, mir die komplette Staffel oder gar Serie zu verhageln. Und ebenfalls ja - wäre Picard an dieser Stelle überraschend tatsächlich von uns gegangen, hätte ich mindestens den Mut der Serienmacher gelobt und es vielleicht sogar richtig gut gefunden.

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Auf der anderen Seite kann man natürlich froh sein, dass dies noch nicht das finale Finale von Jean-Luc gewesen ist. Es wäre ihm und uns zu wünschen, dass das es in Kreisen von Charakteren passiert, die ihm und uns näher sind. So kann man die Trauer von Raffi, Seven und Rios zwar nachvollziehen, aber nicht spüren. Von Elnors Gefühlsausbruch ganz zu schweigen - dafür muss im Vorhinein mehr kommen.

Wenig überraschend hat Jurati ihre Finger im Spiel und transferiert Jean-Lucs Bewusstsein in den Golem, der praktischerweise auch gleich so angepasst wird, dass er wie der aktuelle Picard aussieht und ohne Superkräfte normal weiter altert. Es stellt sich die Frage: Warum dann überhaupt der ganze Aufbau, die Rückerinnerung an Picards Krankheit? Dieses Damoklesschwert, das über ihn und jeder Episode schwebt und zu einem endgültigen tragisch-guten Ende des geliebten Charakters führen könnte - im hohen Alter wegen einer Krankheit, der Mensch Picard. Das hätte doch richtig gut sein können und auch noch über eine zweite, vielleicht dritte Staffel getragen.

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Ja klar, sein Körper ist wirklich gestorben, aber Jean-Luc eben nicht. Und er nimmt das auch erstaunlich gelassen auf. Er hat doch an sich klar geäußert, dass er weiß, was auf ihn zukommt und der Tod während eines letzten Abenteuers begrüßenswert ist. Keine weitere Patientenverfügung.

Mit welchem Recht und ethischem Verständnis greifen da Jurati und Kollegen dermaßen drastisch ein? Und wieso übergehen die Serienmacher das, als wäre der Bewusstseinstransfer und die Wiedererweckung eines Toten ein Sonntagsspaziergang? Dazu noch handelt es sich ausgerechnet um Picard, der an seinem Erlebnis mit den Borg nach wie vor deutlich zu knabbern hat. Und der macht weiter, als wäre nichts gewesen. Es gibt da nichts zu klären, zu diskutieren, zu streiten? Keine Anpassungsschwierigkeiten? Echt nicht?

Im Daten-Limbo

Und es hört nicht einfach auf. Der Ärger und das Unverständnis über den Picard-Untod trübt gleich den an sich schönen Abschied von Data mit. Kurzzeitig war ich irritiert mit Sprung zur Entrüstung, dass wir innerhalb von Star Trek das Treffen von Picard und Data im Jenseits, vor einer Ansammlung von irdischen Götterfiguren, gezeigt bekommen. Zum Glück ist es “nur” Datas Daten-Limbo in Kombination mit dem Picard-Bewusstsein-Transferstatus.

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Ignorieren wir sämtliche “Wie zur Hölle soll das denn gehen? Was geschieht hier überhaupt?”-Fragen und konzentrieren uns auf das Gespräch der Beiden. Eigentlich will Picard nur hören, dass er sich nicht weiter schlecht fühlen muss, Data keinen Groll gegen ihn hegt und sogar lieb hat. Das bekommt er, so dass Picard ins Licht gehen und Datas ausknipsen kann.

Datas letzter Wunsch, die Vervollkommnung seiner Menschwerdung: Ein richtiger Tod, ein Leben mit einem Ende. In einer Simulation, in der er altert, stirbt, auf dem letzten Weg von seinem Captain Jean-Luc Picard begleitet wird. Blue Skies.

Das ist schön und könnte ans Herz gehen - wenn es nur nicht in einer so ärgerlichen Rahmenhandlung eingebettet wäre. Data hätte ein würdigeres Ende verdient. Nungut, immerhin ist quasi die komplette erste Staffel von Star Trek: Picard ihm gewidmet. Mit etwas Abstand blicke ich eventuell wohlwollender auf alles und kann noch vernünftig Abschied nehmen. Aber jetzt noch nicht.

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Alles egal

War sonst noch was? An sich ja, aber es ist alles so fuc**** egal. Haben wir uns echt dafür durch die belanglosen Borgwürfel-Szenen gequält? Welchen Nutzen hatte das Ganze? Zu Beginn der Folge habe ich mich gefragt, wie es sein kann, dass Narissa dort rumschlawenzelt und Narek auch einfach so durch die Vordertür hereinspazieren kann. Aber nö, egal, alles einfach egal. Das Aufeinandertreffen der Geschwister? Egal.

Der Kampf zwischen Seven und Narissa, der Sturz in die Tiefen des Artefakts - wie der komplette Charakter Narissa: egal. Der an sich funktionsfähige Borgwürfel bleibt mit den XB jetzt einfach auf Synthhausen-Planet zurück, oder wie? Nagut, was soll schon passieren.

Sutra - egal. Die wird einfach von Dr. Soong ausgeknipst. Er musste erst durch Videobeweise sehen, dass sie es in Wahrheit war, die Saga getötet hat. Als ob das alles nicht vorher klar war. Auf einmal erkennt Dr. Soong seinen Fehler. Egal. Alle anderen Synth spielen spontan ebenfalls keine Rolle mehr. Ob noch mehr Probleme bereiten könnten? Die Ethik hinter allem? Genauso egal wie die irgendwo lauernden Mega-Synth-Tentakel-Monster.

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Die Zhat Vash mit ihren 218 romulanischen Warbirds? Egal. Die Space-Wachhund-Orchideen: Hübsch, aber arg unnütz und daher egal. Dass Commodore Oh so einfach die Sternenflotte unterwandern konnte: egal. Lösen sich die Zhat Vash jetzt auf oder suchen sie sich einen neuen Zweck?

Was genau Sojis Mission gewesen sein soll, werden wir wohl nie erfahren. Und Dr. Noong halte ich nach wie vor für Lore. Vielleicht sollte ich doch mit dem Schreiben von Fanfiction anfangen.

Nicht ganz so egal

Nagut, das Auftauchen der Föderations-Flotte war, trotz ziemlich deutlichem Copy&Paste-Gewese, wirklich nett und Captain Riker sowie sein Gespräch mit Admiral Picard erfreut mein Herz. Genießen wir diesen Augenblick. Im Prinzip machen sie nämlich nichts, sie wollen nur spielen. Obwohl ihm die Uniform sehr gut steht, hoffe ich doch, dass sich Will jetzt schnell wieder auf nach Nepenthe zum Pizzabacken für seine Familie macht.

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Picard hat Rios den einen oder anderen Trick abgeguckt und kann die La Sirena immerhin gut genug steuern, um das Raumschiff nicht sofort zu crashen und noch nicht mal von einem der zig Warbirds abgeschossen zu werden. Wie praktisch, dass Rios das magische Reparatur-Dingsbums der Synth hat liegen lassen und Agnes damit sofort umgehen kann. So ein allkönnendes-Zauber-Gerät ist für faule Drehbuchschreiber natürlich arg nützlich.

Am Ende hat an Bord der La Sirena anscheinend niemand Fragen. Der nicht-tote Jean-Luc ist nun wieder Admiral Picard und Dank neuen Körper wieder voll bereit für weitere Abenteuer. Jurati ist endgültig alles vergessen und vergeben, so dass sie sich die langweilige Zeit im All wieder mit Rios vertreiben kann. Und ohne Hinführung ist Seven nun anscheinend nicht nur Teil der Crew, sondern auch in irgendeiner Weise mit Raffi verbandelt. Nagut, ist jetzt auch … egal.

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Fazit

Ich weiß es doch auch nicht. Mit etwas Abstand möchte ich mich im Lauf der nächsten Woche noch an ein Fazit der ersten Staffel machen. Jetzt gerade bin ich erstmal vor allem einfach sauer und enttäuscht. Aber hey, es hat ein richtiges Ende und kommt ohne unnötigen Cliffhanger aus. Das ist doch immerhin etwas.

Et in Arcadia Ego Teil 1 - Kritik zu Star Trek: Picard 1.09

SPOILER

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Willkommen in Synthhausen - Star Trek: Picard Episode 1.09 eröffnet das große Finale der ersten Staffel. Dabei fühlt sich Et in Arcadia Ego Teil 1 zwischenzeitlich wie eine Folge aus Klassik-Zeiten an.

Alea iacta est

Nach einer schnellen Reise auf der Space-Überholspur-Achterbahn liegt er vor unserer Sirena-Crew: Coppelius, der Heimatplanet von Soji. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn Narek ist ihnen auf den Fersen und schießt fleißig um sich.

Die Folge steigt also gleich mit ordentlich Action und hübscher Raumschlacht vor Planeten-Hintergrund ein, was durch das imposante Auftauchen des Artefakts ein Sahnehäubchen und gleich noch eine Kirsche in Form von Synth-Wachhund-Orchideen als Krönung oben drauf bekommt.

Es ist auf jeden Fall ein spannendes optisches Feuerwerk. Und dann geht es auf den Planeten. Wie schon die ganze Staffel hinsichtlich des Tons gespalten war, so ist es auch die aktuelle Episode in sich. Ganz erschließt es sich noch nicht, warum der Borgwürfel schon jetzt ins Spiel gebracht wird.

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Nachdem von den Orchideenwesen alle Raumschiffe - mit mal mehr, mal weniger Schaden - auf die Oberfläche gebracht worden ist, ist der kurze Abstecher von der Sirena-Crew rüber zum Artefakt eigentlich ziemlich überflüssig und inhaltsarm. Und das sage ich, die jede Sekunde Screentime von Seven begrüßt. Es scheint recht deutlich zu sein, dass die XBs nebst Elnor und dem Würfel noch eine entscheidende Rolle spielen werden - warum sie dafür aber schon in diesem ersten Teil des Finales auftauchen mussten, erschließt sich vermutlich erst nächste Woche.

Don’t drink the Kool-Aid

Während Star Trek: Picard mit einem langsamen Erzähltempo und einigen Umwegen begonnen hat, geht es im Vor-Finale schneller zur Sache. Statt einer denkbaren Wanderung auf dem neuen Klasse-M-Planeten mit möglichen Gefahren springen unsere Helden von ihrem Raumschiff rüber zum Borgwürfel und schließlich auch zur Coppelius-Station, Sojis “Geburtsort”.

Befand man sich eben noch in einem recht modern geschnittenen Weltraumschlacht-Action-Drama, so fühlt sich der andere Handlungsteil der Folge sehr altmodisch (oder positiver: nostalgisch) vertraut an, wie eine Episode der Klassik-Serie. Auch The Next Generation 1.08 “Justice” kam mir gleich in den Sinn, was die Grundstimmung betrifft. Trotz einiger bekannter Gesichter wirken die Figuren nämlich eher fremd, und trotz scheinbar friedlicher Hippie-Kommune im Paradies/Arkadien fühlt man von Beginn an eine gewisse Bedrohung. Eine Gemeinschaft hübscher Personen in spärlichen Walle-Gewändern und freundlichen Lächeln - das ging bisher doch fast nie gut.

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Ist die metallisch-schimmernde Haut mancher Synth eigentlich eine Modesache? Immerhin scheint es ja anders zu gehen und schon Data hat bei der Schaffung seiner Tochter Lal einen menschenähnlicheren Hautton getroffen. So wirkt es erstmal wie ein Schmink-Neuling, der es deutlich mit dem Bronzer und Highlighter übertreibt.

Kult-Führer und “Vater” der Gang ist Dr. Soong. Nicht DER Dr. Soong, aber sein Sohn, Altan Inigo. Wie viele Rollen hat Brent Spiner eigentlich mittlerweile in Star Trek schon alles gespielt? Der in der letzten Folge genannte Synth Beautiful Flower scheint also doch kein uns bekanntes Gesicht zu haben.

Der böse Zwilling. Drilling. Mehrling.

Kam euch das Leben dort nicht auch furchtbar langweilig vor? Was machen die Synth die ganze Zeit? Zumal es ja auch so scheint, als würden sie alle recht eng in und um der Station leben. Dass Maddox und Soong sich voll in ihre Forschung schmeißen, klar. Aber was war der größere Plan, was sollen die Synth mit sich anfangen? Kein Wunder, dass manche von denen etwas am Rad drehen.

Wie wir bereits wussten gibt es noch mehrere Geschwister von Soji, Dajh und Janah. Ähnlich wie Narissa ist auch sofort klar: Sutra ist das grün-gold-schimmernde schwarze Schaf der Familie. Der sprechende Hut hätte sie bestimmt dem Hause Slytherin zugeordnet. Sehr strebsam und dabei über Leichen gehend. Ob es nächste Woche ein Duell zwischen Narissa und Sutra geben wird? Und wenn einen ihre fiese Art schon durch den Fernseher anspringt, wieso fällt das niemanden der Charaktere, nicht einmal im Ansatz, auf?

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Dass diese Synth ganz besonders weiterentwickelt sind und auch natürlich über gewisse Fähigkeiten und schnelles Lernen hervorstechen - klar. Aber warum man über die reine Lektüre die vulkanische Gedankenverschmelzung lernen kann, erschließt sich mir nicht so recht. Ist aber natürlich für die Handlung sehr praktisch, endlich kann die Botschaft der Adominition entschlüsselt werden: Kurz, so unrecht haben die Romulaner gar nicht. In den Schatten jenseits der Galaxie warten seit “hunderten von tausenden Jahren” synthetische Hüter, um alle Synth vor der Bösartigkeit und den Gefahren durch biologische Lebensformen zu beschützen. Und mit beschützen meint Sutra in ihrer Interpretation: Alle töten.

Wie dem auch sei - ich bin gespannt, wer sich hinter der gottähnlichen KI-Supermacht verbirgt und bin bereit für den Auftritt der Cylonen. Aber vermutlich steckt eh Synth-Spot hinter allem. Katzen und Weltherrschaft halt.

I love you - I know

Für Jurati ist Coppelius natürlich ein Traum. Zwar glaube ich, dass sie noch etwas im Schilde führt, aber es ist nicht verwunderlich, dass Sutra keine Lüge bei ihr entdeckt, als Jurati erklärt, sie würde sich voll uns ganz dem Schutz der Synth und der Fortsetzung der Arbeit von Maddox und Soong verschreiben. Wie auch immer man sich die Bewusstseins-Transplantation vorzustellen hat.

Vielleicht wird die ja auch noch eine Art “Rettung” für Picard? Nach einem Schwächeanfall hat dieser seiner Crew nun endlich reinen Wein eingeschüttet, was insbesondere bei Jurati und Raffi zu sichtbaren Gefühlsausbrüchen führt. Und auch wenn am Charakter Raffi teils heftige Kritik geäußert wird, Michelle Hurds schauspielerische Leistung ist durchgehend stark und überzeugt auch diesmal wieder. Daher funktioniert die Szene, in der sich JL und Raffi ihre (freundschaftliche) Liebe gestehen. Etwas, das für Picard schon ein ziemlicher Schritt ist.

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Wie passend ist da auch die kurze Konversation von Elnor und Jean-Luc: Abschiede sind härter, wenn man nicht weiß, ob man einander noch einmal wiedersieht. Was ja eigentlich immer der Fall ist, auch wenn den meisten von uns das glücklicherweise eher selten bewusst ist.

Kurz hatte ich die Befürchtung, dass Soji sich von Nareks Gesäusel einlullen lässt. Aber nein, sie bleibt stabil und stutzt den Kerl ordentlich zurecht. Leider, leider wird der Romulaner für Sutras bösen Plan der Boshaftigkeit gebraucht und so wird die liebliche Saga geopfert.

Selbst die isoliert lebenden Synth glauben nicht (mehr) an Picards warme Worte und Macht in der Sternenflotte. Allerdings hätten sie ihn ja statt in Hausarrest zu stecken auch gleich töten können, wenn sie das nun eh mit allem biologischen Leben vorhaben. Wieso warten? Und wer rettet die Lage nun zuerst? Soji, Narek, die Ex-Borg, die Sternenflotte oder Riker mit dem klapprigen Schiff von Captain Randall?

I googled it, so you don’t have to

Ausflug in mein altes Schulwissen-Hirn, heftig unterstützt von Wikipedia: Der Titel der Episode ist auf ein Bild (oder eher zwei, wie Datas Gemälde) von Nicolas Poussin zurückzuführen. “Et in Arcadia Ego” -  “Auch ich bin in Arkadien” soll daran erinnern, dass man selbst im Paradies dem Tod nicht entfliehen kann. Eigentlich geht es ja ohnehin meist wahlweise um Liebe und/oder Sex und/oder Tod. Wenn ich Arkadien höre, singt in meinem Kopf aber immer gleich Theo Lingen (angelehnt an Offenbachs “Orpheus in der Unterwelt”).

Der Synth-Planet teilt sich den Namen mit einem Charakter aus E.T.A. Hoffmanns “Der Sandmann”. Coppelius ist ein als hässlich beschriebener Mann mit erdgelber Haut und grünen Augen. Passend zu Coppelius heimlichen Experimenten kann man den Namen sowohl vom italienischen Wort für Augenhöhle oder dem lateinischen für verschmelzen herleiten.

Fazit

Die vorletzte Episode der Staffel zeigt einiges und wirft doch auch gleich wieder mehr Fragen auf. Vom Stil bleibt man sich treu - sowohl bombastisch-dramatisch als auch alberne Elemente mit einer Portion Trek-Nostalgie können bei Star Trek: Picard gut zusammen existieren. Und wieder habe ich keine Ahnung, was uns nächste Woche im großen Finale erwartet.

Es ist das erste Mal in dieser Staffel, dass ich es unschön finde, nicht gleich weiter gucken zu können. Ein gutes Zeichen. Bislang fand ich diese quasi lineare "Old-School-Variante" bislang ja ganz nett.

Star Trek: Picard - S01E10 - "Et in Arcadia Ego, Part 2" Trailer / Season Finale

Bruchstücke - Kritik zu Star Trek: Picard 1.08

SPOILER

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Das ging jetzt doch fix - in Star Trek: Picard 1.08 “Bruchstücke” kommen multiple Planeten, multiple Persönlichkeiten und multiple Handlungsfäden zusammen. Dies geschieht in weiten Teilen zwar über die an sich unelegante Methode des “tell, don’t show”, aber in schicker Raumschiffumgebung, also kann man da auch wieder ein Auge zudrücken.

Hexenzirkel in Space

Nachdem der Galaxienebel der Eingangsszene vorbeigezogen ist, findet man sich erneut in einem Flashback eines Ereignisses wieder, das 14 Jahre vor der aktuellen Handlung stattgefunden hat.

Commodore Oh ist also eine halb-vulkanische Romulanerin und als Mitglied der geheimen Geheimorganisation Zhat Vash mit einem Langzeit-Plan geheimer Geheimagent innerhalb der Sternenflotte, um das Universum vor der erneuten Zerstörung durch Synths zu beschützen. Auf merkwürdige romulanische geheime Geheimart.

Der Kern der Zhat Vash, die das geheime Geheimnis hüten, scheint nur aus Frauen zu bestehen? Schon der Voice-Over-Text spricht von den “vier Müttern”, und auch die Auserwählten, die das Initiationsritual vollziehen sollen, sind alles Frauen. Mit den Kutten und dem Licht-Symbol-Handlauf hat das schon was von Hexenzirkelklischee.

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Jedenfalls kann man nur Zhat Vash werden, wenn man die grausame Wahrheit des geheimen Geheimnisses überlebt. Dieser Teil der Romulaner glaubt, dass vor hunderttausenden von Jahren Synths schon einmal so weit entwickelt waren, dass sie beinahe alles Leben ausgelöscht hätten oder anderweitig auf jeden Fall ganz schreckliche Dinge getan haben. Innerhalb der Zhat Vash wird dieses Wissen immer weitergetragen, und die Aufgabe ist es, eine Wiederholung zu verhindern.

Passend zu Narissas-Abziehbild-Bösewichtigkeit ist sie die einzige, die bei der Prozedur maximal mit der Wimper zuckt, während ihre Tante Ramdha zumindest ein wenig den Verstand zu verlieren scheint und alle anderen auf vielfältige grafisch-grausame Weise Selbstmord begehen.

Ähnlich wie bei Juratis Leichtgläubigkeit stellt sich aber schon die Frage, woher all diese Information über das Geschehen dazumal stammt und warum das alle immer sofort zu überzeugen scheint, ja gar in unmittelbare Verzweiflung treibt. Das könnte doch alles auch eine Legende, ein Mythos oder gar bewusste Fake-News sein. Ich brauch da einen Faktencheck!

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We are the Borg … oder auch nicht

Hugh kennt Seven! Gut, das ist an sich wenig überraschend, aber es gibt nun eine offizielle Bestätigung. Erstmal rettet sie Elnor, was vor allem dadurch gelingt, dass die anderen Romulaner anscheinend immer noch nicht ihre Schusswaffen wiedergefunden haben oder einfach gerne mit einem hoch ausgebildeten Nahkämpfer ein wenig rangeln wollen. Da wäre dann allerdings die Blendgranate unfair.

Ein kurzer Tröst-Knuddler für Elnor, und schon geht es an die Arbeit: Seven channelt ihre Borg-Verbindung und schiebt hübsche grüne Hologramm-Technik-Dinge durch die Luft. Da steh ich bekanntlich ja drauf, völlig unabhängig von Sinn und Unsinn. Um alles zu retten, bleibt wohl nur ein Weg: Seven macht sich kurzzeitig zur neuen Borg-Königin, um mit Hilfe des Kollektivs die Romulaner loszuwerden. Die sind jedoch schneller und haben die verbleibenden Drohnen einfach ins All gespült (bei aller Tragik sehr hübsch anzusehen). Die paar übrigen XBs an Bord des Artefakts erledigen den Job, Narissa kann sich allerdings noch durch Beamen retten. Und was eben noch wie eine grandiose Plotentwicklung für Seven und die Borg ausgesehen hat, versandet ebenso wie schon bei Hugh wieder sofort. Seven schafft es erstaunlich schnell wieder weg von der Borg-Verschmelzung zurück zu Annika. Es sind noch nicht mal Löcher in der Jacke durch die Verbindungskabel geblieben, oder? Magisch.

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Es bleibt die Hoffnung, dass das Artefakt und überhaupt die ganze Borg-Geschichte noch eine größere Rolle spielen, gerne auch als Hauptplot der zweiten Staffel. Immerhin scheint Ramdha an Bord geblieben zu sein. Es klingt an, dass sie mit ihrem Wissen über das Zhat Vash Ritual dazu geführt hat, dass bei ihrer Assimilation der Borgwürfel vom Kollektiv getrennt und geschädigt worden ist. Die Macht von geheimen Geheimwissen.

Seven ist weiterhin großartig, Elnor immer noch weitgehend überflüssig und Narissa ein schnarchiger böser Klischee-Bösewicht, da hilft auch das winzige Fitzelchen mehr Persönlichkeit in dieser Episode nicht.

I want to believe

Raffi braucht doch keinen Aluhut (und überraschend schnell auch keinen Alkohol mehr), ihre Verschwörungstheorie stimmt und fügt sich zusammen, auch wenn die Frage nach der mysteriösen Konklave der Acht weniger ein “Wer” als ein “Wo” ist. Helfen tun ihr hier die vielen Persönlichkeiten von Rios. Der zeigt passend zur aktuellen Corona-Lage nämlich, dass man sich selbst als Captain eines vergleichsweise kleinen Raumschiffes in soziale Isolation begeben und quasi aus dem Home-Office heraus seine Hologramme die Arbeit übernehmen lassen kann. Ist das albern? Ja, schon, aber Santiago Cabrera spielt all seine Charaktere mit so viel Freude und Sprachgewandtheit, dass das klar geht - und es außerdem zur Gesamtstimmung von Star Trek: Picard passt.

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Für Rios’ Rückzug sorgt allerdings kein Virus, sondern die schockierende Begegnung mit Soji. Das Gesicht kennt er doch. Skinjobs, sie sind überall (ich unterdrücke mal wieder die ganze Zeit diverse BSG-Anspielungen). Ich bin erleichtert, dass es sich bei Jahna nicht um eine vergangene Liebe von Rios handelt. Allerdings muss ja nun echt nicht jeder Charakter derart in den Hauptplot verwickelt sein. Was ist das bitte für ein Zufall, dass ausgerechnet Rios der Captain von Picards Mission ist?

Rios hat einst in der Sternenflotte auf der USS ibn Majid (NCC-75710) unter Alonzo Vandermeer gedient, der wie ein Vater für Rios gewesen ist. Sie haben der Sternenflotte einen “Ersten Kontakt” gemeldet - eben mit besagter Jahna, die sich nun als weitere Soji-Schwester rausstellt, und einem weiteren Mann, der sich “Beautiful Flower” nannte. Unerwartet wurde Rios Zeuge, wie Vandermerr die beiden kurz darauf hinrichtet. Als er diesen zur Rede stellt, begeht Vandermeer Selbstmord, und so ist es Rios’ Aufgabe, das Ganze zu vertuschen.

So, wie stehen die Wetten, was wird spekuliert - ist “Beautiful Flower” eher Typ Data oder Typ Maddox, oder nochmal jemand ganz anderes?

Ab nach Hause

Ohne derlei Vorgeschichte ist aber auch Raffi nicht so begeistert von Sojis Anwesenheit an Bord. Schon wieder schleppt Picard vertrauensselig ganz ohne Sicherheitscheck jemand Neues an. Jean-Luc nimmt die Nachricht über Juratis Verrat erstaunlich gelassen auf und glaubt scheinbar auch sofort alles, was sie auf Nachfrage so als Erklärung hervorbringt. Jean-Luc, Fakt oder Fiktion?

Jurati darf sogar kurz drauf schon mit Soji alleine sein und wechselt von stark traumatisiert beim Anblick dieses technischen Meisterwerks zurück zu ihrem neugierig-aufgeregten Selbst. Sie erkennt Soji als Persönlichkeit an, schwört dem Morden ab und schon herrscht Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung an Bord der La Sirena. Manches kann so einfach sein. Was ist schon ein Mord, gerade wenn es womöglich ja “nur” ein Synth war, wer weiß das schon, und sie hat doch gesagt, dass es ihr leid tut. Schwamm drüber.

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Mit all seinen neuen Informationen wagt Jean-Luc noch einmal einen Versuch bei der Sternenflotte - und tatsächlich, Admiral Clancy glaubt ihm und sichert Unterstützung zu. Die beiden haben eine seltsame Art sich ihre Zuneigung mittels harscher Worte mitzuteilen - “Waste of space” und “Shut up, Picard” - aber nun gut, wenns gefällt. Auf jeden Fall will ich da mindestens Riker, gerne auch Troi, Geordie, Worf und Co. bei der Hilfsmission sehen.

Wobei es ja wohl gar nicht zum Rendevouz bei Deep Space 12 kommen wird. Als Sojis realisiert, dass ihre Brüder und Schwestern in Gefahr sind, übernimmt sie die La Sirena, um sofort zum Planeten mit den zwei roten Monden und dem Gewitter zu fliegen. Picard ist es mittlerweile auch egal, probieren sie es halt mit ihrer Methode. Außerdem könnte er das Schiff ja ohnehin nicht selbst fliegen. Zudem scheint Kestras Kompass Sojis Routenplanung zuzustimmen.

Fazit

Auch wenn das Ganze sehr viel Erzählerei ist, so begrüße ich doch, dass die ganze Geschichte nicht noch länger hinausgezögert wurde und einem rund abschließenden Zweiteiler, der alles zusammenfügt, nichts im Wege steht. Mit dem Artefakt und Seven sowie der La Sirena und Rios’ Erinnerungsstücken an die Sternenflotte ist die Erzählung zumindest hübsch eingebettet und von guten Schauspielern getragen.

“We have powerful tools: Openness, optimism and the spirit of curiosity. All they have is secrecy and fear, and fear is the great destroyer.”

Star Trek Picard Episode 9 Preview Trailer • "Et in Arcadia Ego, Part 1"

Nepenthe - Kritik zu Star Trek: Picard 1.07

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Star Trek: Picard lädt diese Woche ein nach “Nepenthe”. Episode 1.07 treibt die Handlung voran, lässt dennoch aber auch zumindest Jean-Luc genug Raum, um bei alten Freunden etwas durchzuatmen. Und mich eine Runde (also eine gute Stunde) heulen. Genre diesmal: Coming-of-Age-Familien-Dramedy.

Hopeful Fool

Selbst wenn Narissa nicht ihren Bruder mit irgendeinem merkwürdigen BDSM-Kink beeindrucken will, ist sie in ihrer Klischee-Bösewichtigkeit nervig. Aber halt auch tödlich. Leider kommt es wie erwartet: Nachdem man uns noch kurz glauben lässt, dass uns Hugh erhalten bleibt, trifft ihn Narissas Wurfdolch. Eine arg anachronistische Waffe um einen Ex-Borg der Föderation weit in der Zukunft auf einem von Romulanern besiedelten Borg-Würfel niederzustrecken.

An dieser Stelle sei noch einmal die schauspielerische Leistung von Jonathan DelArco gewürdigt, der es in nur wenigen Szenen geschafft hat, dem Zuschauer auf der einen Seite den aus TNG bekannten Hugh aber eben auch dessen enorme Weiterentwicklung wirklich nahe zu bringen. Und über Hughs Entsetzen auch das Schicksal der bisher eher bleichen sonstigen XBs greifbar zu machen. “I was that much of a hopeful fool again for a minute. Thanks for that.”.

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Zwar bekommt Elnor hauptsächlich wieder die Action-Szenen zugeschoben, dennoch scheinen die Geschehnisse im Artefakt in ihm etwas auszulösen. Hoffentlich setzt sich das in den verbleibenden Episoden entsprechend fort und er darf noch irgendwas zwischen Naivling und Killermaschine zeigen. Bestenfalls an der Seite von Seven beziehungsweise den Fenris Rangern, die er über Hughs Fenris-Ranger-Notrufknopf kontaktiert. Jetzt, wo Hugh nicht mehr für die Rechte und bessere Behandlung der XB kämpfen kann.

Die Leiden der Agnes Jurati

Zwar ist der verbleibenden Crew der La Sirena bewusst, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann, dass die Romulaner sie einfach so ziehen lassen - aber dennoch wollen sie erstmal möglichst schnell möglichst viel Abstand zum Artefakt schaffen. Narek schwingt sich in einen schicken Sportwagen und heften sich an ihre Fersen. Was ihm deutlich erleichtert wird, da Jurati einen Ortungschip in sich hat.

Es sind drei Wochen vergangen, seit Commodore Oh sie am Daystrom Institute aufgesucht hat, wie uns die Eingangsszene zeigt. Anscheinend ist Oh trotz anderslautender Aussagen der Showrunner doch tatsächlich Vulkanierin. Nicht nur wegen der spitzen (Segel-)Ohren, die durch die Bügel der Sonnebrille noch einmal extra betont werden, sondern vor allem weil sie Jurati über die klassische vulkanische Gedankenverschmelzung das drohende Synth-Elend vermittelt. Das bekommen wir zwar auch zu sehen, aber wirklich schlau wird man daraus nicht. Es stellt sich vor allem die Frage, woher Oh all das überhaupt weiß beziehungsweise wann sie das erlebt hat. Kommt sie aus der Zukunft oder doch aus dem Spiegeluniversum? Bei den Ohren ist die Sonnenbrille doch sicher keine modische Entscheidung. Und warum glaubt Jurati anscheinend allen immer alles direkt. Selbst mit Gedankenschmelze ist immer noch nicht deutlich gemacht, warum sie Maddox töten und die Crew hintergehen muss.

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Zum Glück scheint Raffi wieder einigermaßen nüchtern zu sein, genug um der aufgewühlten Jurati allerlei Drogen und emotionale Unterstützung bieten zu können. Die Wahl fällt auf Torte und Kakao. Und auch Rios darf neben Flugfähigkeiten zusätzlich seinen Spürsinn benutzen - allerdings hält er es für deutlich wahrscheinlicher, dass Raffi diejenige mit dem Verfolgungschip ist.

Die arme Jurati. Das Ganze belastet verständlicherweise doch arg. Und ihre Versuche sich mitzuteilen bleiben ungehört und unerkannt. Die Folge lässt offen, ob sie wirklich Selbstmord begehen wollte oder aber bewusst sich nur ins Koma bringen, was anscheinend die Wirkung des Chips beendet. So oder so: Harter Tobak - zum Glück springt das Medizinische-Notfall-Hologramm doch noch rechtzeitig wieder an.

Pubertät in 30 Minuten

Picard weiß nicht wohin mit sich. Oder doch, eigentlich weiß er es sehr genau - er lässt sich mit dem Stargate des Artefakts in die vertrauten Arme seiner Freunde und langjährigen Weggefährten katapultieren. Auf Nepenthe werden er und Soji von Kestra Troi-Riker (benannt nach Deannas Schwester) begrüßt, die mit sich selbst Waldläufer-Rollenspiel spielt.

Lulu Wilson spielt die Tochter von Will und Troi so auf den Punkt, dass sie einem sofort vertraut scheint und somit gut als Vehikel für Sojis Coming-of-Age-Geschichte beziehungsweise Pubertät-im-Schnelldurchlauf fungiert. Über sie wird die Verbindung ihrer Eltern mit Picard und eben auch Data noch einmal deutlich gemacht, ohne aber alte Trekkies zu langweilen. Im Gegenteil, es ist ein gar charmanter Nostalgie-Trip mit Griff in die Gefühlskiste. Und man überspringt damit auch sich lange hinziehende Vertrauensfragen von Soji gegenüber Picard und Co., es wird alles in einem Aufwasch gleich abgearbeitet.

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Was im übrigen eine unserer Theorien erhärtet: Troi war anscheinend vor allem für Picard an Bord der Enterprise. Der zeigt sich weiterhin sozial extrem unbeleckt und holprig. Und dann auch noch mit einem Quasi-Teenie. Sehr schön zu sehen, wie sowohl Deanna als auch Will Jean-Luc da gehörig auf den Pott setzen. Auch die gezeigte Freude über das Wiedersehen, direkt im selben Atemzug geäußert wie “Du bist hier, weil du Hilfe brauchst, oder?”. Zum Glück kennen sie ihren Pappenheimer Picard - und haben ihr Familienidyll mit ausreichend Sicherheitsvorkehrungen versehen.

“Ein Mittel gegen Kummer und Groll und aller Leiden Gedächtnis”

Es ist kein Zufall, dass sich die Familie auf den Planeten Nepenthe zurückgezogen hat. Was wie das Paradies für ein Leben in der Ruhe der Natur aussieht, war vor allem der verzweifelte Versuch das Leben ihres Sohnes zu retten. Thaddeus Troi-Riker (benannt nach einem Riker-Ur-Ahn) ist an Mendaxic Neurosclerosis gestorben. Eine Krankheit, die sich mit positronischer Unterstützung eigentlich leicht heilen ließe - aber die Behandlung fiel dem Bann gegen alles, was mit Synths zu tun hat, zum Opfer.

Die Familie ließ sich auf Nepenthe nieder, um ihrem Sohn das restliche Leben so angenehm wie möglich zu machen. Der Name Nepenthe stammt aus der griechischen Mythologie und heißt übersetzt in etwa “gegen Kummer”. Es soll der Helena geschenkt worden sein und soll, Wein beigemischt, Angst und Sorge vertreiben.

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Davon könnte ich jetzt einen Schluck vertragen. So schön es ist, Deanna, Will und Picard wieder beisammen zu haben und zu sehen, wie gut die Charaktere nach all den Jahren sofort nahtlos wieder miteinander funktionieren - ihre Trauer zerreißt mir fast das Herz. Wieder einmal muss ich einfach das extrem gute Schauspiel loben. Jonathan Frakes bringt Leichtigkeit und Sicherheit - er funktioniert super als alter Freund, Ratgeber, Vater aber eben auch Sternenflottenoffizier, der weiß, worauf es ankommt - inklusiver rascher Beobachtungsgabe und Hinweis auf Sojis’ Kopfbewegung, die auch Data so eigen gewesen ist.

Dazu strahlt Marina Sirtis eine derartige Wärme und Lebenserfahrung aus - wie sie einfach perfekt die altbekannte Counselor für alle mimt und dann doch auch alleine durch Blicke die tiefe Trauer über den Tod ihres Sohnes rüberbringt. Die Szene mit Jean-Luc in Thaddeus’ scheinbar unberührtem Zimmer gibt innerhalb kürzester Zeit der gesamten Geschichte und jedem anwesenden Charakter zusätzliche Tiefe. Der kurze schmerzerfüllte Blick zwischen Deanna und Will, als Soji das Wort für “Heimat” in der von ihrem Sohn erfundenen Sprache sagt. Ich will sie einfach nur in den Arm nehmen.“I’m not as brave as I used to be.” “That means you’re wiser.”

Fazit

Was für eine grandiose Episode. Der Handlungsstrang im Artefakt, an Bord der La Sirena und rund um Soji und Picard ist vorangekommen, eingebettet in sowohl Wiedersehensfreude als auch Trauer über den Tod von Hugh und das Leid geliebter Charaktere. Deanna und Will sind an dieser Stelle ideal, um sowohl die Figur Picard durchatmen zu lassen und noch einmal neu einzunorden, aber auch um mit ihrer tragischen Geschichte die Welt von The Next Generation und Star Trek: Picard zu verbinden.

Und jetzt brauche ich Counseling. Vermutlich muss erstmal die Podcast-Selbsthilfegruppe genügen.

Star Trek Picard Episode 8 Preview Trailer • "Broken Pieces"

Midnight Tales: Kritik zur düsteren Hörspielserie von Christoph Piasecki

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Midnight Tales

Midnight Tales ist eine Anthologieserie, in der unterschiedliche Geschichten aus den Bereichen Horror, Thriller, Dystopie, und Science-Fiction erzählt werden. Verantwortlich für die Reihe ist der Produzent und Regisseur Christoph Piasecki, der im vergangenen November die Hörspielserie The Lovecraft 5 inszenierte.

Bei seiner neuen Serie arbeitet er unter anderem erneut mit der Autorin Julie Hoverson zusammen. Zum Auftakt haben die beiden sich wieder eine Geschichte von H.P. Lovecraft herausgesucht. "Eiskalt" basiert auf der Kurzgeschichte Kühle Luft, welche Hoverson in die Moderne versetzt.

Im Mittelpunkt ihrer Hörspielversion steht eine junge Frau, welche von zwei Polizisten zum seltsamen Verschwinden des exzentrischen Rockstars Simon Strong verhört wird. Amber ist die letzte, welche Strong in seiner stets eisgekühlten Wohnung begegnet ist. Trotz der Verhörsituation mangelt es dieser Adaption an der Originalität, welche Piasecki und Hoverson mit ihrer Serie The Lovecraft 5 erreichten.

Aber die Reihe ist, wie die weiteren Folgen zeigen, komplett anders ausgerichtet und sehr weit von der doch gemütlichen Grundstimmung der Erzählrunde der fünf Freunde in der Lovecraft-Serie entfernt. "Eiskalt" lebt von der Sprecherin Rieke Werner (Synchronstimme von Kiernan Shipka), die als Amber scheinbar mühelos zwischen Witz, Aufsässigkeit, Trauer und Angst hin und her wechselt.

"Doch in Wirklichkeit wissen Sie nichts!"

Auch die Inhaltsangaben der zweiten und vierten Folgen lesen sich wie typische Horrorgeschichten. "Das Loch in den Dielen" spielt 1912 in England. Der Wissenschaftler James Wallace besucht zusammen mit seiner Frau Anna seinen alten Professor. Doch die beiden finden das Haus des Gelehrten verlassen vor. In einer Nachricht, welche er dem Ehepaar hinterlassen hat, lädt er die beiden ein, in seinem Haus zu warten, warnt sie aber vor einem seltsamen Loch in den Dielen. Handel es sich bei der Öffnung wirklich um eine Verbindung in eine andere bedrohliche Welt?

Auch "Spurlos" schildert zunächst eine klassische Ausgangslage. 1953 verschwindet in einer Kleinstadt in Utah ein Junge. Die Eltern, die sich mit einem Nachbarn auf die Suche nach ihrem Kind begeben, stoßen während ihrer Erkundungen auf weitere seltsame Vorfälle. Wie schon in "Das Loch in den Dielen" entwickelt sich auch in "Spurlos" nicht alles so, wie es der erfahrene Hörer zu Beginn vermutet. Beide Geschichten enthalten noch interessante Wendungen, welche das Geschehen rückwirkend anders darstellen.

Anders verhält es sich in der dritten Folge. Einen kleinen Twist gibt es auch am Ende von "Futterneid". Dieser ist aber nicht so entscheidend für die Handlung, denn es handelt sich bei dem Hörspiel um eine geradlinig erzählte Dystopie. Nach einem Atomkrieg gibt es in den verbliebenen Großstädten zu wenig zu essen. Wer nicht arbeitet, erhält keine Nahrung und das größte Verbrechen in dieser kaputten Welt ist der Diebstahl von Essensrationen. Dieses Hörspiel braucht keine extravagante Erzählweise, es vermittelt auch so gut, zu welchen Grausamkeiten eine Gesellschaft fähig ist, die Hunger leidet – das recht brutale Ende, wäre dazu gar nicht nötig gewesen.

Genau wie "Futterneid" ist auch die fünfte Episode von Midnight Tales nichts für zart besaitet Hörer. In "Die Box" geht es um eine unmenschliche Game-Show, in welcher die vom Publikum erwählten Kandidaten in einer Kiste immer stärkeren Stromstößen ausgesetzt werden. "Die Box" ist die beste der bisherigen Folgen der Reihe, was nicht so sehr an der Geschichte liegt, sondern daran, wie sie erzählt wird.

Im Mittelpunkt des Hörspiels stehen nicht die Teilnehmer oder die Macher der Reality-TV-Sendung, sondern die Zuschauer. Wie sie verfolgt auch der Hörer in verschiedenen Ausschnitten die Show über mehrere Wochen bis zum Finale. Dabei springt man zwischen verschiedenen Gruppen hin und her, welche die Show kommentieren oder rechtfertigen, warum sie sich die Folter der Kandidaten anschauen. So wird "Die Box" zu einer grausamen Medienkritik – welche auch den Hörer der Geschichte indirekt mit einbezieht.

"Das klingt so fantastisch, wie in einem Science-Fiction-Roman."

Nicht nur Rieke Werner liefert als Sprecherin eine exzellente Vorstellung ab. Insgesamt haben die Macher der Reihe bei der Wahl der Sprecher ein gutes Gespür bewiesen. Als eine Art Gastgeber führt Peter Flechtner (Synchronstimme von Matthew Fox) durch die unterschiedlichen Folgen.

In den fünf Hörspielen wirken des Weiteren Martin Keßler (Synchronstimme von Vin Diesel), Sandra Schwittau (Synchronstimme von Hilary Swank), Konrad Bösher (Synchronstimme von Jesse Eisenberg), Gabrielle Pietermann (Synchronstimme von Emma Watson), Dirk Hardegen (Der letzte Tag der Schöpfung), Michael Pan (Synchronstimme von Brent Spiner) und Joachim Tennstedt (Synchronstimme von Michael Keaton) mit. Auch kleinere Nebenrollen wurden mit sehr bekannten Sprechern wie Dietmar Wunder (Synchronsprecher von Adam Sandler sowie aktueller Sprecher von John Sinclair) und Santiago Ziesmer (Synchronstimme von Steve Buscemi und Sponge Bob) besetzt.

Die Vorbilder der Serie sind klar zu erkennen: "Die Box" hätte vom Konzept und Umsetzung auch gut eine Episode von Black Mirror sein können. Andere Folgen passen eher zu Twilight Zone oder Geschichten aus der Gruft. Den Hörer wird ein wilder Mix geboten. So weiß man nie, in welchem Genre man im nächsten Hörspiel landet und ob sich dieses bis zum noch Ende nicht doch noch einmal ändert.

Die einzelnen Folgen besitzen eine Länge zwischen 35 und 42 Minuten. Lang genug, um alles Wesentliche zu erzählen und kurz genug, um keine Langweile aufkommen lassen. Der Hörer wird, nach kurzen einleitenden Worten des Erzählers, mitten ins Geschehen geworfen. Mal befindet man sich bereits mitten im Polizeiverhör, mal auf einer Farm in den USA der 50er Jahre oder es erklingt Werbung für eine merkwürdige Reality-Show.

"Ich bekomme allmählich Angst."

Auch wenn die neuen Reihe Midnight Tales heißt, sind die Hörspiele nur bedingt dafür geeignet, sie abends vor dem Einschlafen zu hören. Einige Folgen schildern brutale und verstörende Weltentwürfe und ein wirklich fröhliches Ende besitzt keine der Geschichten. Die Reihe bietet also keine gemütlichen Horrorhörspiele, in denen das Unheimliche seinen Auftritt hat, am Ende die Welt aber gerettet wird. Midnight Tales zerstörte die bekannte Ordnung und lässt den Hörer dann allein im Chaos zurück.

Wer die Radiohörspiele von Bodo Traber oder Martin Heindel mag, sollte der Reihe eine Chance geben. Wer bei allem Grauen und Schrecken nicht auf ein gewisses Maß an Optimismus verzichten will, ist bei den Reihen Geister-Schocker, Dreamland-Grusel oder Der Gruselserie besser aufgehoben.

Ab dem 6. März sind die ersten fünf Midnight-Tales-Folgen digital in allen gängigen Download-Shops und Portalen verfügbar. Knapp einen Monat später, am 3. April, sind dort die Episoden "Die endlose Nacht", "Morbide Rosen" und "Mehr Sein als Schein" zu finden. Weitere Hörspiele werden anschließend jeweils am 1. Freitag eines Monats um Mitternacht veröffentlicht.

Fazit

Midnight Tales ist unkonventionell, stellenweise brutal und sicher nicht jedermanns Sache. Wer sich auf die Hörspiele einlässt, bekommt aber sehr gute und abwechslungsreiche Unterhaltung geboten – welche man sicher nicht nach fünf Minuten schon wieder vergessen hat. Die Bandbreite reicht von modernen Lovecraft-Adaptionen bis zu experimenteller Medienkritik. Viele der Sprecher kennt man als Synchronstimme verschiedener Hollywood-Stars. Ihnen gelingt es mühelos, den düsteren Geschichten Leben einzuhauchen.

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Neue Hörspielserie - Teaser 1

Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm: Kritik zur 2. Staffel

Takeshi Kovacs ist zurück! 30 Jahre sind vergangen, seitdem der ehemalige Elitesoldat auf dem Planeten Harlan's World den vermeintlichen Mord an dem Meth Laurens Bancroft aufklären konnte und dabei seine eigene Schwester töten musste. Die Zeit seitdem hat Kovacs genutzt, um sich auf die Suche nach seiner großen Liebe Quellcrist Falconer zu machen. Dummerweise waren seine Bemühungen dabei nicht von Erfolg gekrönt. Ausgerechnet ein reicher Meth, der ebenfalls auf Harlan's World beheimatet ist, bietet Kovacs nun aber neue Informationen an.

Der Mann mit dem Namen Horace Axley will den ehemaligen Elitesoldaten anheuern, da er um sein Leben fürchtet. Im Gegenzug bietet er Kovacs nicht nur eine Spur an, die ihn zu Quellcrist führen könnte, sondern auch einen neuen Körper mit einigen Upgrades. Als dieser in seinem neuen Sleeve erwacht, muss er allerdings feststellen, dass er zu spät ist. Axley wurde kurz vor seinem Erwachen ermordet und die Behörden haben auch schon bald einen ersten Verdächtigen: Takeshi Kovacs.

Rückkehr nach langer Abwesenheit

Vor fast genau zwei Jahren feierte Altered Carbon bei Netflix sein Debüt, und auch wenn die 1. Staffel nicht perfekt war, konnte sie doch mit ihrem Mix aus Cyberpunk und harter Action durchaus überzeugen. Für die Fortsetzung haben sich die Macher einiges an Zeit gelassen, sodass man durchaus erst einmal wieder in die Serie hereinkommen muss. Daher ist es auch gar keine so schlechte Sache, dass die neuen Folgen eine relativ eigenständige Geschichte erzählen und nicht zu stark auf der vorherigen Handlung aufgebaut wird.

Schon die 1. Staffel war eine sehr freie Adaption der Buchvorlage von Richard Morgan. In Staffel 2 gehen die Autoren nun noch einen Schritt weiter und lösen sich praktisch vollkommen von der Vorlage. Buchfans, die auf eine Adaption des zweiten Romans Gefallene Engel gehofft haben, werden enttäuscht. Eine eigene Geschichte zu erzählen, muss grundsätzlich nicht negativ sein, gerade für Fans der Bücher ist es aber durchaus schade, wenn die Serienmacher die Vorlage komplett ignorieren.

Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm - Staffel 2

Viel Blut, weniger nackte Haut

Das, was erzählt wird, ist allerdings eine runde Sache. Altered Carbon baut auf den Stärken der 1. Staffel auf und setzt genau an den richtigen Kritikpunkten an. Der Action weiß weiterhin zu überzeugen, und die Geschichte an sich ist gradliniger, spannender und hat weniger Durchhänger. Die Verkürzung von zehn Episoden auf acht hat der Serie hier wirklich gut getan. Vor allem, dass man nun fast vollständig auf die Rückblicke verzichtet, die in Staffel 1 immer wieder das Erzähltempo verschleppt haben, war eine richtige Entscheidung.

Interessanterweise wurde auch am Thema Nacktheit beziehungsweise Sex geschraubt. Im Staffel 1 waren diese ähnlich präsent wie die Gewalt und man hatte hin und wieder das Gefühl, dass sie beinah unnötig viel gezeigt Nacktheit wurde. In den neuen Folgen wurde dies nun deutlich zurückgefahren. Gleiches kann man dagegen nicht über den Gewaltgrad sagen, der nach wie hoch ist, auch wenn es nicht wirklich übertrieben wird.

Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm - Staffel 2

Neue und bekannte Gesichter

Eine spannende Frage war im Vorfeld auch, wie die neuen Darsteller funktionieren würden. Abgesehen von Renée Elise Goldsberry als Quellcrist Falconer, Chris Connor als Poe sowie Will Yun Lee setzt Altered Carbon in Staffel 2 auf einen komplett neuen Cast. Besonders wichtig ist hier natürlich Anthony Mackie, der als Takeshi Kovacs die Nachfolge von Joel Kinnaman antritt. Mackie macht seine Sache auch nicht schlecht, allerdings kann er nicht ganz mit Kinnaman mithalten. Irgendwie schien die Rolle von Kovacs in Staffel 1 einfach wie gemacht für den Darsteller, was natürlich ein schweres Erbe ist.

Ebenfalls neu im Cast sind Torben Liebrecht als Colonel Ivan Carrera, Dina Shihabi als Dig 301 Simone Missick als Trepp und Lela Loren als Danica Harlan, wobei vor allem Liebrecht heraussticht und wirklich gute Arbeit macht. Aber auch die anderen Neuzugänge müssen sich vor ihren Vorgängern in Staffel 1 nicht verstecken. Stargate-Fans werden sich zudem über den Auftritt von Michael Shanks freuen, zumindest bis sie feststellen, dass Shanks die Rolle des Horace Axley spielt, der nach gefühlten fünf Minuten das Zeitliche segnet.

Besonders erwähnt werden sollte an dieser Stelle noch Chris Connor in seiner Rolle als Poe. Das Hologramm ist erneut der Begleiter von Takeshi Kovacs und bekommt in Staffel 2 noch etwas mehr zu tun. Dabei erweist sich Poe als das heimliche Herz der Serie und zeigt, dass Hologramme in Altered Carbon menschlicher sein können als die meisten Menschen.

Fazit

Die 2. Staffel von Altered Carbon ist eine klare Empfehlung für alle, die auch schon mit Staffel 1 etwas anfangen. Die Macher haben an den richtigen Stellen geschraubt und gleichzeitig ihre Stärken bei den neuen Folgen nicht vergessen. Gerade inhaltlich macht die Serie einen Sprung und zeigt sich noch einmal verbessert.

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I Am Not Okay with This: Kritik zur neuen Netflix-Serie

Die 17-jährige Sydney hat es aktuell nicht leicht. Nachdem sich ihr Vater vor einigen Monaten das Leben genommen hat, brodelt es in ihr. Frust und Wut lassen sie einfach nicht los und wirken sich entsprechend auf den Alltag aus. Einzig wenn sie mit ihrer besten Freundin Dina zusammen ist, fühlt sich Sydney besser. Dummerweise hat dieser gerade mit dem Footballspieler Bradley einen neuen Freund. Dies wäre schon aufgrund der Tatsache schlimm genug, dass Bradley ein ziemlicher Idiot ist. Hinzu kommt jedoch, dass Sydney selbst zunehmend romantische Gefühle für ihre beste Freundin entwickelt.

Als wäre dies noch nicht genug, häufen sich zudem mysteriöse Zwischenfälle. Immer wenn die Wut Sydney zu übermannen droht, brechen aus ihr scheinbar übermenschliche Kräfte hervor, durch diese sie beispielsweise ganze Löcher in Wände schlagen kann. Dies alles macht Sydneys Leben mit jedem Tag komplizierter. Zu Hilfe kommt zum Glück der Nachbarsjunge Stanley, der eine zunehmend wichtige Stütze wird.

Nachdem Netflix mit The End of the F***ing World schon einige Erfolge feiern konnte, wobei der Streaming-Dienst bei der Serie nur als Co-Produzent auftrat, scheint man Gefallen an den Comics von Charles Forsman gefunden zu haben. So setzt Netflix auch bei I Am Not Okay with This auf eine Vorlage des Autors und legt diese in die Hände von Jonathan Entwistle, welcher wiederum auch schon The End of the F***ing World als Serie adaptierte. Ähnlichkeiten zwischen beiden Umsetzungen lassen sich vor allem in der Grundprämisse finden. Auch in I Am Not Okay with This geht es wieder um Teenager-Probleme, wenn auch dieses Mal mit einem Superhelden-Einschlag.

I Am Not Okay with This

Der übernatürliche Aspekt der Serie spielt zunächst einmal aber eine sehr untergeordnete Rolle. I Am Not Okay with This legt in der 1. Staffel den Fokus klar auf den Teenie-Drama-Aspekt, der durch die auftretenden Kräfte von Sydney nur hin und wieder beeinflusst wird. Genau genommen würde die Staffel auch fast komplett gleich funktionieren, wenn die Fähigkeiten von Sydney nicht vorhanden oder in irgendeiner Form nur eingebildet wären. Das ist jedoch nicht der Fall, was sich vor allem im Staffelfinale bemerkbar macht. Dieses endet nicht nur mit einem sehr guten Cliffhanger, es werden auch die Weichen für eine 2. Staffel gestellt, die den übernatürlichen Aspekt deutlich stärker in den Mittelpunkt stellen könnte.

Ob eine solche Staffel kommt, wird sich zeigen. Bis es soweit ist, bekommen die Zuschauer ein nettes Teeniedrama präsentiert, dass kurzweilig unterhält, aber auch nicht wirklich innovativ ist. Wer die Filme von Regisseur John Hughes kennt, der wird auf viele vertraute Elemente treffen. Von einer Party über ein Football-Spiel bis hin zu einem gemeinsam Nachsitzen der Hauptfiguren und dem obligatorischen Abschlussball ist alles dabei.

Diese bekannten Zutaten wurden aber zu einem guten Mix miteinander vermischt, wobei sich auch die Tatsache auszahlt, dass die Staffel schnell durchgebingt ist. Die insgesamt sieben Folgen bewegen sich zwischen 20 und 28 Minuten Laufzeit, sodass man I Am Not Okay with This problemlos an einem Samstagabend schaffen kann. Durch die kurze Laufzeit entstehen auch kaum Längen, was bei Netflix ja auch nicht immer gegeben ist.

I Am Not Okay with This

Etwas komisch ist dagegen das Setting der Serie. Rein optisch wirkt vieles so, als wäre I Am Not Okay with This in den 80er Jahren angesiedelt. Die Kleidung, die Möbel oder auch die Autos könnten alle aus der aktuell in Hollywood so beliebten Ära stammen. Durchbrochen wird die Illusion dann aber, wenn jemand sein Smartphone aus der Tasche zieht oder plötzlich seinen Laptop öffnet. So wirkt das Ganze irgendwie etwas befremdlich, und es stellt sich die Frage, warum man sich nicht einfach für eine Ära entschieden hat. Die erzählte Geschichte funktioniert sowohl in den 80ern als auch in der heutigen Zeit.

Wirklich gute Arbeit leisten dagegen die Darsteller. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Sophia Lillis als Sydney Novak und Wyatt Oleff als Stanley Barber, die auch schon gemeinsam für Stephen Kings Es gemeinsam vor der Kamera gestanden haben, erledigen ihre Aufgabe sehr gut. Auch beim restlichen Cast gibt es eigentlich nicht wirklich etwas zu meckern.

Fazit

I Am Not Okay with This ist eine unterhaltsame Serie für einen gemütlichen Samstagabend oder Sonntagnachmittag. Die Handlung bleibt über weite Strecken unterhaltsam und spaßig, auch wenn sie nie wirklich innovativ ist. Dabei stehen aber vor allem die Teenie-Drama-Elemente im Vordergrund, während der übernatürliche Aspekt erst einmal nur eine kleine Rolle spielt. Dies könnte sich aber in einer möglichen 2. Staffel ändern.

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Keine Gnade - Kritik zu Star Trek: Picard 1.05

SPOILER

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Ein Regisseur, zwei sehr unterschiedliche Folgen. Auch diese Woche inszenierte Jonathan Frakes Star Trek: Picard, dieses Mal nach einem Drehbuch von Kirsten Beyer - das anscheinend mehr Inhalt bot. Es geschieht so einiges in Episode 1.05 “Keine Gnade” (OT: “Stardust City Rag”). Ein wenig wurde man also gleich mit dem deutschen Titel gespoilert. Das hat irgendwie Tradition.

Icheb

Huh, wieso muss ich mein Alter bestätigen? Ah, ahja. Deshalb. Alles klar. Die Enthauptungsszene der letzten Woche war also nur ein kleiner Teaser für die Brutalität dieser Episode. Ich glaube ich hätte es auch ohne expliziter Szenen verstanden, aber nungut.

So kommt nur keine Freude über das überraschende Wiedersehen mit einem altbekannten Charakter auf Planet Vergessen auf (keine Übersetzung, auch in OV heißt der so). Icheb (Casey King statt Manu Intiraymi) wurde einst als Kind von den Borg assimiliert und von Seven of Nine nicht nur gerettet, sondern quasi als Pflegekind angenommen. Nach der Rückkehr der Voyager ist Icheb der Sternenflotte beigetreten, wie anhand des kurz gezeigten Abzeichens zu sehen ist.

Dass es sich bei dem armen Opfer auf dem Seziertisch nicht um irgendwen handelt, erklärt auch, warum bei der sadistischen Prozedur kein Kortikalknoten gefunden werden kann - das war eine Art “Organspende” von Icheb an Seven of Nine (Star Trek: Voyager 7.02 “Unvollkommenheit”).

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Wenig verwunderlich also, dass Seven hart getroffen ist. Nicht nur, dass sie ihren Sohn auf so grausame Weise verlieren muss, ja ihm selbst noch den Gnadenschuss gibt - es stellt sich raus, dass ihr Vertrauen zu Bjayzl dieser überhaupt erst Zugang zu Icheb verschaffen hat. Bjayzl hat einen Faible für Borg-Implantate - oder auch einfach für alles, was auf dem Markt Geld bringt. Und Teile jung assimilierter Ex-Borg scheinen besonders lecker zu sein, oder so.

Wie der Zufall es will - schon kurz nach der plötzlichen Zusammenkunft von Seven und Picard führt der gemeinsame Weg nicht nur nach Freecloud, sondern eben auch zu besagter Bjayzl, die schillernde Chefin einer fragwürdigen Bande in einer Art Space-Las-Vegas-Berghain ist.

Eine klassische Verkettung: Die Tal Shiar wollen Maddox, Bjayzl besorgt diesen, Picard will Maddox, Seven will Rache an Bjayzl, Picard hat Seven, Bjayzl will Seven, Picard bekommt Maddox - und Seven ihre Rache.

Seven

Seven wird in dieser Folge bei ihrem Vor-Borg-Namen Annika genannt. Allerdings nicht von Picard, sondern von Bjayzl. Es wird von einer engen, persönlichen Beziehung gesprochen, aber nicht weiter ausgeführt. Es wirft dennoch Fragen auf: Benutzt Seven den Namen Annika eben nur im engsten Freundes/Partner-Kreis oder war das ein Teil ihres Weges weg von ihrem Ex-Borg-Dasein zurück zur vollen Menschlichkeit, was durch den grausamen Verlust von Icheb und den massiven Vertrauensbruch torpediert wurde?

Über Seven wird auf jeden Fall nochmal deutlich, dass sich die Föderation nicht nur von den Romulanern zurückgezogen hat. Mit dem Angriff auf den Mars sind weite Teile insbesondere der ehemals neutralen Zone ins Chaos gestürzt und mehr oder minder auf sich alleine gestellt. Seven ist Teil einer selbstermächtigten “Bürgerwehr”, den Fenris Rangern, die auf eigene Faust für etwas Ordnung und Gerechtigkeit sorgen. Oder was sie darunter verstehen. Mit einigen Ressourcen, Schiffen, Waffen und Geld auf Freecloud als Basis.

Mitunter mag man eventuell zwischendurch immer mal wieder stocken, weil man sich fragt: Planet Fenris? Fenris Ranger? Müsste da nicht irgendwas läuten? Ich mag die Art, wie manche Dinge gerade ausreichend verständlich natürlich einfließen, ohne übererklärt zu werden, auch wenn sie keine Trek-Serien-Vergangenheit haben. Es ist viel passiert in den letzten 14 Jahren.

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Auch wenn der deutsche Titel es leicht gespoilert hat, so war durch die Darstellung ab einem gewissen Punkt abzusehen, dass sich Seven nicht so einfach von ihrer Rache verabschiedet. Die Art und Weise wie sie am Ende aber noch recht persönlich und ruhig mit Picard spricht, um im nächsten Moment im vollen Action-Modus Bjayzl zur Strecke bringen, hätte ich in der konkreten Form dann doch nicht erwartet.

Generell sei gesagt, wie großartig Jerry Ryan als diese veränderte Seven ist. Zum einen eine spannende Entwicklungsgeschichte, zum anderen so fantastisch gespielt, dass ich am liebsten gleich eine eigene Serie mit ihr hätte. Genug Material gäbe es ja - “Seven of Nine, the Ex-Borg Ranger from the Delta Quadrant”. Als i-Tüpfelchen erklingt für einige Sekunden das Voyager-Theme. Sollte das ein Test für ein weiteres mögliches Spin-off sein: Bin dabei!

Picard

Ne, Moment, ich bin noch nicht fertig mit Seven anschmachten. Aber jetzt kommt Jean-Luc mit ins Spiel. Der Austausch zwischen ihr und Picard, die Vorwürfe, das Verstehen - brillant.

Im Verlauf der Episode wird bestätigt, dass sich die beiden zuvor noch nicht real begegnet sind, aber natürlich “kennt” man sich dennoch. Immerhin verbindet die beiden nicht nur die Sternenflotte, sondern vor allem auch, dass sie beide mal zwischenzeitlich Teil des Borg-Kollektivs waren. Und das verändert einen nachhaltig, selbst wenn es nur kurz war, wie bei Picard. Da ist ein tieferes Verständnis, wie sich nicht zuletzt im intimen Zwiegespräch am Ende zeigt: Ja, die vollständige Rückkehr zum Menschsein ist jeden Tag erneut ein Kampf. Für beide.

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Doch auch wenn die sonstigen Ansichten und Erfahrungen weniger verbindend sind, harmonieren nicht nur Seven und Jean-Luc, sondern auch Ryan und Stewart hervorragend. Seven ist nicht voller Ehrfurcht und Huldigung gegenüber den sagenumwobenen Admiral Picard, sondern äußert sich sichtlich abschätzig über seinen Chateau-Arbeitsraum. Ihr ist auch klar, dass Picard die Ranger aus Sicht von Sternenflotten-Idealen kritisch sieht, aber das sei nunmal die harte Wirklichkeit, in der sie nach bestem Wissen und Gewissen ihren Beitrag leistet - und alles sei besser als einfach aufzugeben und abzuhauen. Treffer, versenkt. Man merkt, dass dies auch bei Jean-Luc langsam angekommen ist.

Jenseits der ernsten Thematik haben sowohl Picard als auch Stewart Spaß mit dieser anderen Welt. Ich kann mir zu gut das Geschehen am Set vorstellen, wie manche vielleicht versuchen, den Ton etwas runter zu regulieren, aber Jonathan Frakes als Regisseur Stewart noch bestärkt. Dieser grandios komplett übertriebene falsche französische Akzent und das comichafte Auftreten des Space-Piraten-Picard. Irgendwie charakter-untypisch und gerade deshalb so toll, da gut in die Handlung eingebunden und sich nicht nur die Welt, sondern eben auch Picard auf seine alten Tage geändert hat und sichtlich in der Rolle aufgeht.

Elnor

Elnor ist hauptsächlich anwesend und niedlich. Er fügt sich langsam in die neue Situation ein. Dazu gehört auch dazuzulernen. Aufgewachsen in einem Orden, der unbedingte Offenheit lehrt, ist Lügen zum Beispiel nicht so angesagt. Entsprechend ist es für ihn auch nicht leicht, eine andere Person darzustellen, als er nunmal wirklich ist. Er ist einfach Elnor.

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Auch für Werbung scheint er nicht die Zielgruppe zu sein, oder aber es sind einfach keine Daten von ihm vorhanden, um ihn personalisierte Spam-Werbung zu schicken. Alle anderen erhalten nämlich für sie angepasste Werbe-Hologramme, sobald sie sich Freecloud nähern. Dass die La Sirena keinen Ad-Blocker hat, tstststs. Ich stell mir das gerade auf der Enterprise vor, wenn bei einem so großen Schiff jeder erstmal eine personalisierte Werbung bekommt und mitunter peinlich geoutet wird.

Rios

Rios ist diese Woche Reiseführer. Er passt mit seiner Welt(raum)-Gewandtheit auf den Trupp auf und fasst auch für den Zuschauer im Vorbeigehen nochmal schnell zusammen: Diese blonde Frau...irgendwas mit einer Zahl. Ja, genau. Seven. Seven war ein Borg. Sie kommt aus dem Delta-Quadranten. Picard und Seven kennen sich irgendwie. Achja stimmt, der war ja auch mal ein Borg, die Folge ist lange her.

Auch wenn Raffi ihn nochmal daran erinnern muss, dass er auf Freecloud nicht seinen mürrischen Weltraumnomaden geben kann, sondern extrovertierter auftreten muss, so scheint ihm die Rolle doch sehr zu liegen und zu gefallen. Er mimt einen Facer, einen Zwischenhändler/Vermittler, bei denen es sich von Vorteil zeigt, wenn sie möglichst extravagant daherkommen, um bloß nicht mit irgendeiner Seite verwechselt zu werden.

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Es sind ja oft die kleinen Dinge - so richtig gerissen hat es mich nämlich bei seiner Getränkebestellung mit dem Nachsatz “mit zwei Schirmchen” in Quarks-Bar. Scheint eine Filiale oder Franchise zu sein, denn von dem Ferengi ist weit und breit nichts zu sehen. Dabei wird er gleich noch ein weiteres mal erwähnt: Raffi hat die Daten zu Rios’ Facer nämlich mit falschen Angaben bestückt, eben auch mit glühender Referenz von Quark, dem der Facer bei einem Problem geholfen haben soll. Quark ist also auf Freecloud bekannt und hat ein gewisses Renommee.

Raffi

Raffi darf zeigen, dass sie im Gegensatz zu Picard ihre Hausaufgaben gemacht hat und etwas von der wilden Welt in der ehemals neutralen Zone versteht. Sie gibt noch allen einen guten Rat und verabschiedet sich dann. Denn wie sie anfangs klargestellt hat: Sie ist kein dauerhaftes Crew-Mitglied, sie will nur selber nach Freecloud.

Der Grund gibt dem Charakter noch einmal mehr Tiefe. Sie hat dort ihren Sohn Gabriel ausfindig gemacht und hofft auf Wiedervereinigung. Doch der Traum zerplatzt schnell und schmerzhaft. Zwar bleibt alles zivil (und lässt es daher noch realistischer wirken), doch macht Gabriel sehr deutlich, dass er auf sie als Mutter weiterhin verzichten kann. Mit seiner romulanischen Partnerin und dem anstehenden Nachwuchs hat er seine eigene kleine Familie, die es zu schützen gilt.

Raffi hat für die Romulaner-Rettungs-Mission ihre Familie verlassen und ist auch nie wieder wirklich zurückgekehrt. Ihre Drogensucht und die nach außen hin scheinbare Vernarrtheit in wilde Verschwörungstheorien haben zum Bruch mit ihrem vorherigen Leben und einen nachhaltig verletzten und enttäuschten Sohn geführt. Da gibt es kein einfaches Anknüpfen. Was schließlich auch Raffi einsehen muss und sich in ihre Kabine auf der La Sirena verkriecht. Zur Freude von Picard. Nicht über ihren Zustand, aber dass sie eben doch an Bord bleibt.

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Jurati

Was - Agnes spielt ein falsches Spiel? Wer hätte das denn bitte erwartet? Achso, stimmt - jeder, jeder hat das erwartet. Sie ist also tatsächlich nicht nur die nette witzige brillante Wissenschaftlerin.

Der Rückblick auf ihre wahre Verbindung und Beziehung mit Maddox (John Ales, nicht Brian Brophy) ist über ein Video aus besseren Zeiten gelöst. Das gibt dem dramatischen Ende gleich nochmal mehr Gewicht. Auch ist es ein wirklich netter Dreh, dass ausgerechnet Maddox zwar alle einzelnen Zutaten repliziert, aber die eigentlich gewünschten Kekse selbst backt, weil die replizierten einfach nicht richtig schmecken.

Wie erwähnt kommt es wenig überraschend, dass Commodore Oh etwas mehr mit Dr. Jurati besprochen hat, als diese gegenüber Picard zugibt und ganz eigene Absichten verfolgt. Was auch immer Oh ihr gezeigt hat, es muss mit der Kybernetikforschung zusammenhängen und so grausam sein, dass sie deswegen ihren geliebten Dr. Maddox umbringt.

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Praktisch, dass sie sich sehr gut mit Computern und AI auskennt. Sie dürfte in der Lage, sein das Logbuch und Einträge des medizinischen Holo-Programms ändern zu können. Das wäre ansonsten eine sehr kurze Mordermittlung. Wieso lässt sich das Programm in einer derartigen Notsituation eigentlich einfach so abschalten und alarmiert nicht gleich den Rest der Besatzung?

Immerhin lässt sie Maddox lange genug leben, dass er kurz vor dem Schlussakt Picard das nächste Puzzlestück geben kann. Ja, die Tal Shiar sind hinter ihm her. Sie haben sein Labor zerstört. Dahj und Soji wurden auf der Erde beziehungsweise dem Artefakt positioniert, um die Wahrheit über den Synth-Angriff aufzudecken. Maddox vermutet nämlich sowohl Teile der Romulaner als auch der Föderation dahinter. Nebenbei wird bestätigt, dass es sich bei Dahjs und Sojis “Mutter” um ein AI-Programm handelt, das beide in Notsituationen aktivieren kann.

Fazit

Eine volle Folge mit rasanten Schnitten, in der sowohl die Handlung als auch jeder Charakter vorangetrieben wird. Nach der Vorschau und der eher amüsanten letzten Episode habe ich leichtere Kost erwartet, doch trotz einzelner witziger Elemente ging es brutal zur Sache - nicht nur wegen grausamer Seziertischszenen, sondern vor allem harten Charakterschicksalen.

Aber das ist eine Erkenntnis zur Halbzeit: Die Serie setzt bisher jede Woche auf einen anderen Stil-Schwerpunkt und weiß zu überraschen, ohne aber der Vorgeschichte oder gar Picard selbst untreu zu sein. Gut so.

Nächster Halt: Romulanischer Ex-Borgwürfel-Artefakt-Rückgewinnungsstation.

Star Trek: Picard - The Impossible Box - Episode 6 - Preview

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