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Das Schiff: Kritik zu Oliver Dörings Science-Fiction-Hörspiel

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In den letzten Jahren hat der Hörspielregisseur Oliver Döring in seinen Phantastischen Geschichten viele klassische Bücher von H. G. Wells oder H. P. Lovecraft adaptiert und seine Versionen jeweils in der Moderne angesiedelt. Bei seinem neuesten Zweiteiler "Das Schiff" ist der Zeitsprung zwischen der Vorlage und dem Hörspiel wesentlich größer. Hauffs Märchen Die Geschichte von dem Gespensterschiff hat Döring weit in die Zukunft katapultiert. Aus dem heimeligen Grusel der Vorlage wird in "Das Schiff" düsterer Weltraumhorror.

Als die drei Freunde Core, Raw und Cosma Ärger mit einer Verbrechergilde bekommen, sind sie gezwungen, von der Raumschiffwerft Lonapor zu fliehen. Während des folgenden Raumgefechts wird ihre Navigationseinheit durch einen Schuss der feindlichen Sternenjäger beschädigt. Um ihr Leben zu retten, wagen die drei einen Sprung ins Ungewisse.

"Da sind nicht viele Sterne."

Die drei Freunde stranden mitten in der Leere des Weltraums. Während ihres Zufallssprungs haben sie den Rand eines Schwarzen Lochs gestreift und wurden auf negative Lichtgeschwindigkeit beschleunigt in die Weite des Universums geschleudert. In ihrer Nähe gibt es kein bekanntes Sonnensystem, geschweige denn einen bewohnten Planeten. Ihre einzige Hoffnung scheint ein durch die Leere treibendes riesiges Raumschiff der Erebos-Klasse zu sein.

Notgedrungen dringen Raw, Cosma und Core in das Schiff ein, um es entweder wieder zum Laufen zu bringen oder Ersatzteile für ihre kaputten Sternenjäger zu finden. Das Schiff scheint seit Jahren verlassen zu sein, bis Cosma von einem gruseligen kleinen Mädchen bedroht wird – und dann meldet sich auch noch das eigensinnige Dialogprogramm Sarah zu Wort.

Der Regisseur, Autor und Produzent Oliver Döring ist in der Hörspielszene mittlerweile wahrlich kein Unbekannter mehr. Seinen Durchbruch hatte er im Jahr 2000 mit seiner Neuauflage John-Sinclair-Serie. Es folgten die Adaptionen verschiedener Star-Wars-Hörspiele sowie diverse eigene Serien wie End of Time und Foster.

Bereits für das Label Folgenreich inszenierte er einige Werke von H. G. Wells (Die Zeitmaschine, Der Krieg der Welten und Das Imperium der Ameisen). Diese Adaption setzte er nun in der Reihe Oliver Dörings Phantastische Geschichten beim Label Imaga fort. Neben Wells ("Der Unsichtbare", "Dr. Moreau") vertonte Döring dort auch verschiedene Geschichten von H. P. Lovecraft ("Berge des Wahnsinns", "From Beyond").

Somit stellt die Bearbeitung von Die Geschichte von dem Gespensterschiff von Wilhelm Hauff innerhalb von Dörings Hörspielreihe etwas Neues dar. Die Erzählung erschien in Hauffs Märchen-Almanach für das Jahr 1826. Wie vom Regisseur gewohnt, inszeniert er das einstige Märchen routiniert und professionell als spannendes Science-Fiction-Spektakel. Das beginnt schon bei der Riege der sehr gut ausgewählten Sprecher.

"Das ist nicht möglich, ich habe andere Menschen gesehen."

In den drei Hauptrollen sind Peter Flechtner (Synchronstimme von Matthew Fox), Marie Bierstedt (Synchronstimme von Kirsten Dunst) und Michael Iwannek (Synchronstimme von Zach Galifianakis) zu hören. Alle drei spielen ihre Rollen sehr gut, ohne dass einer den anderen dabei an die Wand spielt. Ein Punkt, der dazu beiträgt, dass man den drei Sprechern die Freundschaft ihrer Figuren sofort abnimmt.

Nicht unerwähnt soll Esra Meral bleiben, die ihre Stimme dem Dialogprogramm Sarah leiht. Meral ist eine ausgebildete Sprecherin, aber größere Rollen kann sie bisher nicht vorweisen. Dennoch kommt einem ihre Stimme sofort bekannt vor. Ihr gelingt es täuschend echt, die Stimmen von Siri oder Alexa nachzuahmen und wurde damit durch verschiedene TikTok-Videos bekannt. Mit dem Dialogprogramm Sarah hat sie eine der dankbarsten und lustigsten Rollen in "Das Schiff" – jeder ihrer Auftritte ist ein großer Spaß für den Hörer.

"Vielleicht Echos von uns selbst."

Auch die noch so kleinsten Nebenrollen sind mit bekannten Sprecher, unter anderem Tobias Kluckert (Synchronstimme von Bradley Cooper), Santiago Ziesmer (Synchronstimme von Steve Buscemi), Thomas Nero Wolff (Synchronstimme von Hugh Jackman) und Wolfgang Pampel (Synchronstimme von Harrison Ford ), besetzt.

Pampel hat als Erzähler des Hörspiels jedoch nicht viel zu tun. Er muss nur einige kurze Ortsbeschreibungen einsprechen. Die unendlichen Weiten des Weltraums, die futuristische Schiffswerft und das verlassene Raumschiff als Kulisse der Abenteuer müssen sich die Hörer selbst ausmalen – bestens unterstützt durch die sehr gelungenen Soundeffekte.

Auch wenn die Effekte besser klingen als auf klassischen Jan-Tenner-Kassetten, könnte sich der eine oder andere Fan der 80er Jahre Hörspielserie an die Folge "Das Totenschiff" erinnert fühlen. Auch dort erkunden Jan und Laura ein scheinbar verlassenes Raumschiff von gigantischem Ausmaß, welches ihren Silbervogel mit einem Traktorstrahl erfasst hat.

Fans von Science-Fiction-Horror-Filmen könnte auch der Film Event Horizon – Am Rande des Universums aus dem Jahr 1997 als Inspirationsquellen in den Kopf kommen. Aber ein Hörer, der nicht weiß, worauf er sich einlässt, würde sicher nicht an Hauffs Die Geschichte von dem Gespensterschiff denken, so radikal hat Oliver Döring die märchenhafte Vorlage für sein Hörspiel umgestaltet.

"Das kann nicht sein, fast die gesamte Galaxis ist kartografiert."

Von dem Märchen sind nur zwei Grundelemente geblieben: Schiffbrüchige landen auf einem verlassenen Schiff und der Schrecken wiederholt sich in regelmäßigen Zyklen. Die Vorgeschichte, der Grund für die grauenhaften Spukerscheinungen und die Lösung des Problems weichen sehr stark voneinander ab. Döring verzichte in seiner Version auf alles Übersinnliche und findet im Kontext seiner Geschichte eine rationale technische Erklärung – schließlich handelt es sich bei dem Zweiteiler "Das Schiff" um Science Fiction

Diese Konzentration auf diese zwei Elemente der Originalerzählung stellt für das Hörspiel eine Bereicherung dar. Selbst Hörern, welche das Märchen kennen, bietet Dörings Science-Fiction-Variante etwas komplett Neues. Wer eine originalgetreue Umsetzung von Hauffs Märchen hören will, dem sei, wie so oft an dieser Stelle, die Reihe Gruselkabinett (Folge # 171) empfohlen, welche ebenfalls Die Geschichte von dem Gespensterschiff vertonte.

"Ich bin in etwa acht Minuten bei euch. Redet so lange mit mir bitte."

Nun kann man darüber streiten, warum man überhaupt Hauffs Märchen adaptiert, wenn am Ende so wenig von der Originalgeschichte überbleibt. Kann man machen – man kann sich aber auch einfach freuen, dass Oliver Döring ein sehr gelungenes Science-Fiction-Horror-Hörspiel aufgenommen hat. Auf dem Hörspielmarkt sind gute Space Operas, Weltraumhorror und Ähnliches eher selten zu finden.

Wenn man etwas Negatives über die neue Folge von Oliver Dörings Phantastische Geschichten sagen kann, dann, dass es ein wenig zu lang geraten ist. Die Vorgeschichte ist recht ausufernd dafür, dass sie nachher keine Rolle mehr spielt. Und der Beginn der zweiten Folge fühlt sich wie eine Wiederholung des Endes der Vorherigen an – was allerdings im Rahmen der Erzählung wiederum Sinn ergibt und den Hörer in die Gruselzeitschleife mit hineinzieht.

Fazit

Oliver Döring hat aus dem Märchen um das gruselige Gespensterschiff einen Action geladenen Horrorschocker im Weltraum gemacht. Auch wenn dabei viele Elemente von Wilhelm Hauffs Vorlage auf der Strecke bleiben, werden die Leerstellen mit interessanten Science-Fiction-Ideen ausgefüllt. Zudem kann das Hörspiel ohne Ausnahme mit sehr guten Sprechern punkten und wurde von Döring wie gewohnt perfekt in Szene gesetzt.

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© Imaga

Kritik zu Star Trek: Strange New Worlds 1.01 & 1.02

Über ein halbes Jahr mussten sich die Star-Trek-Fans in Deutschland gedulden, bevor Star Trek: Strange New Worlds auch hierzulande seine Premiere feierte. Zum Start von Paramount+ gab es dabei aber immerhin auch gleich zwei Episoden und auch in den kommenden Wochen wird der Streaming-Dienst an diesem Veröffentlichungsrhythmus festhalten. Die Frage ist jedoch: Kann die Serie das angeschlagene Schiff Star Trek tatsächlich wieder etwas aufrichten oder ist auch Strange New Worlds wieder nur eine riesige Enttäuschung?

Zurück zu den Wurzeln

Auf dem Papier scheint Star Trek: Strange New Worlds tatsächlich wie gemacht für alle Fans, die von den bisherigen Serien enttäuscht wurden. Mit Anson Mount als Captain Pike bringt man den besten Aspekt der 2. Staffel von Star Trek: Discovery (wenn nicht sogar der kompletten Serie) zurück, setzt ihn wieder in die Enterprise und lässt ihn Abenteuer erleben, die an die klassischen Serien erinnern. Und tatsächlich geht das Konzept in den ersten beiden Episoden voll auf.

Der Premierenfolge "Fremde neue Welten" gelingt ein guter Spagat zwischen dem Vorstellen jeder Menge neuer Figuren und dem Erzählen eine Geschichte. Pike hat sich nach seiner Vision in der 2. Staffel von Discovery aus dem aktiven Dienst zurückgezogen, was aber natürlich nicht lange hält. Um die verschollene Una Chin-Riley aka Nummer 1 zu finden, kehrt Pike auf die Enterprise zurück und bringt dabei auch gleich Spock mit. Dabei beweist Mount auch gleich wieder, warum er in Discovery so gut bei den Fans ankam. Pike ist einfach ein klassischer Star-Trek-Captain, wie man ihn in der Serie einfach sehen möchte.

Darüber hinaus macht die Episode auch einen guten Job bei der Vorstellung der weiteren Crewmitglieder. Gefühlt kennt man die Figuren auf der Brücke bereits nach zwei Episoden besser als bei Discovery nach drei Staffeln. Allerdings können die Macher es sich trotzdem wieder nicht ganz verkneifen, etwas arg gewollte Referenzen zum klassischen Star-Trek-Kanon einzubauen. Sowohl Spocks Verlobte als auch La'an Noonien-Singh Verbindung zu Khan sind Dinge, die es vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte.

Dafür kommt aber nicht nur bei den Figuren, sondern auch bei der erzählten Geschichte klassisches Star-Trek-Feeling auf. So dreht sich die Handlung zwar um einen atomaren Konflikt, dies bedeutet jedoch nicht, dass die Autoren ihre Geschichte düster und deprimierend erzählen. Auch wenn man zugeben muss, dass der Konflikt am Ende etwas einfach aufgelöst wird, fällt dies trotzdem nicht wirklich negativ ins Gewicht. Gerade weil die Handlung im Piloten auch eher als Hintergrund dient, um Figuren zu etablieren, ist dies durchaus verschmerzbar.

Steigerung in Episode 2

Nach dem ohnehin schon guten Auftakt legt Star Trek: Strange New Worlds in Episode 2 sogar noch eine Schippe drauf. Nachdem man sich zunächst die Zeit nimmt, um die neuen Figuren den Zuschauern weiter näher zu bringen, wartet anschließend mit einem Kometen und gleich zwei außerirdischen Völkern der nächste Konflikt. "Children of the Comet" wirkt dabei wie die Quintessenz von Star Trek. Die Folge bietet Konflikte, Spannung und Action, vergisst aber auch den Humor und das Herz nicht.

Zudem steht nach Pike im Serienpiloten nun mit Kadett Uhura eine andere Figur im Mittelpunkt. Celia Rose Gooding kann in ihrer Darstellung voll überzeugen, auch wenn sich hier wieder der Hang der Autoren der neuen Trek-Ära zu tragischen Herkunftsgeschichten zeigt. Zudem werden auch die anderen Figuren nicht vergessen. Ethan Peck darf beispielsweise als Spock weiter glänzen, der gemeinsam mit Uhura schließlich das Geheimnis rund um den Kometen lüftet.

Währenddessen scheint sich Pikes Vision der Zukunft und diese zu verhindern, als staffelübergreifender Handlungsbogen zu etablieren. Auch dies scheint eine gute Wahl der Autoren. So bietet man neben dem Abenteuer der Woche auch eine etwas langfristigere Geschichte, ohne dass diese aber so wirkt, als würde sie ein riesiges Ausmaß annehmen und alles andere in den Mittelpunkt stellen. Hier scheint man einen sehr guten Spagat gefunden zu haben.

Fazit

Zugegeben, bei Star-Trek-Serien muss man mittlerweile vorsichtig sein. Strange New Worlds wäre nicht die erste Serie der neuen Trek-Ära, die stark startet und dann extrem schnell nachlässt. Auf dem Papier spricht jedoch sehr viel für die Serie. Vom Ton über das Konzept bis hin zu den Figuren machen die Autoren bisher sehr viel richtig. Da das Konzept zudem nicht auf eine große staffelumfassende Geschichte ausgelegt ist, ist auch keine Enttäuschung aufgrund der schlechten Auflösung zu erwarten. Von daher könnte Star Trek: Strange New Worlds vielleicht tatsächlich der Auftakt zu einer besseren Star-Trek-Zukunft sein.

Gruselkabinett 181: Das gefährlichste Spiel der Welt - Kritik zum Hörspiel

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2020 lief auf dem Streaming-Anbieter Quibi die Serie Most Dangerous Game, in der sich der von Liam Hemsworth gespielte Protagonist gegen Geld von anderen Menschen jagen lässt. Man denkt sofort an Stephen Kings Roman Menschenjagd, dessen Verfilmung Running Man mit Arnold Schwarzenegger, den deutschen Fernsehfilm Das Millionenspiel von Tom Toelle oder die Kurzgeschichte The Prize of Peril von Robert Sheckley.

Die Vorlage für die Actionserie ist aber, wie der Titel schon vermuten lässt, die wesentlich unbekanntere Erzählung The Most Dangerous Game von Richard Connell. Diese Geschichte hat nun Hörspielregisseur Marc Gruppe für die Reihe Gruselkabinett vertont.

"Die Welt besteht nun mal aus zwei Klassen: den Jägern und den Gejagten."

"Das gefährlichste Spiel der Welt" beginnt auf dem Ozean. Der Großwildjäger Sanger Rainsford will 1924 von New York nach Brasilien reisen. Doch soll er sein Ziel nie erreichen. Als sein Schiff gerade durch die Karibik fährt, stürzt der Jäger mitten in der Nacht von der Besatzung unbemerkt ins Meer. Er kann sich auf eine einsame Tropeninsel retten. Dort lebt in einer Festung der russische General Zaroff, welcher den Gestrandeten aufnimmt und bewirtet.

Die beiden Männer verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: die Jagd. Deswegen wird Rainsford zunächst auch nicht misstrauisch, als Zaroff ihn zur Teilnahme an seiner nächsten Unternehmung auf der Insel einlädt. Der General hat den gestrandeten Großwildjäger allerdings bereits als Beute seiner nächsten Jagd ausgewählt. So findet sich Rainsford am folgenden Morgen nur mit einem Messer bewaffnet auf der Flucht vor dem General und seinen Hundemeute wieder.

"Das sind Tiere, wilde Tiere – sie haben keine Gefühle wie wir."

Die Geschichte kommt völlig ohne übernatürlichen Horror aus und lässt auf die Formel zusammenfassen: Ein reicher Mann tötet auf seiner privaten Insel aus Freude an der Jagd andere Menschen. Aus dieser simplen Grundidee schuf Richard Connell ein spannendes Action-Abenteuer. Die 1924 veröffentlichte Erzählung erlangte schnell große Bekanntheit, und da der Autor auch Drehbücher verfasste, war die Verfilmung des Stoffes nur eine Frage der Zeit.

1932 drehten Ernest B. Schoedsack und Merian C. Cooper den Kinoklassiker King Kong und die weiße Frau. Zeitgleich mit dem Abenteuerfilm inszenierten die beiden Regisseure Graf Zaroff – Genie des Bösen. Der Film teilte sich mit dem berühmten Riesenaffen nicht nur den Drehort, sondern auch einige der Hauptdarsteller.

The Most Dangerous Game ist seine bis heute bekannteste Erzählung und entwickelte im Kino rasch ein Eigenleben mit vielen Variationen und Abwandlungen. Zu den Produktionen, die mal mehr oder weniger lose auf Connells Geschichte basieren, gehören unter anderen auch der trashige Science-Fiction-Streifen Jäger der verschollenen Galaxie (1987), Surviving the Game (1994) mit Ice-T und Rutger Hauer sowie die oben bereits erwähnte Serie Most Dangerous Game. Der Autor Sylvain Runberg und der Zeichner François Miville-Deschênes haben die Geschichte in ihrem Comicalbum Zaroff sogar fortgesetzt.

Obwohl die Erzählung so oft als Vorlage für Drehbücher diente, geriet der Originaltext im Laufe der Jahre in Vergessenheit. Regisseur Mark Gruppe bleibt in seinem Hörspiel, wie für die Gruselkabinett-Reihe üblich, eng an der literarischen Vorlage. Das zeigt sich vor allem an der begrenzten Anzahl der Sprecher, die für das Hörspiel benötigt werden.

"Ihr Englisch ist hervorragend."

In der Hauptrolle ist Pascal Breuer als Sangaer Rainsford zu hören. Er ist der Synchronsprecher des Bollywood-Schauspielers Shah Rukh Khan. Für die Gruselkabinett-Hörer ist er kein Unbekannter. Breuer war unter anderem in "Das Traktat Middoth" oder "Alraune" zu hören. In Folge 181 führt er als Icherzähler in gewohnt guter Qualität durch das Hörspiel. Das bietet zwar keine Überraschung, fügt sich aber wunderbar in das Konzept der Horror Reihe ein.

Bekannter als Breuer dürfte die Stimme von Torsten Münchow sein, der Brendan Fraser (Die Mumie) im Deutschen seine Stimme leiht. In "Das gefährlichste Spiel der Welt" spricht er den Antagonisten General Zaroff. Er klingt rauer, als man seine Stimme von seiner Synchronarbeit in Erinnerung hat. Das passt aber sehr gut zu dem dekadenten General. Positiv fällt auf, dass Münchow komplett darauf verzichtet, mit einem künstlichen russischen Akzent zu reden.

In weiteren Rollen sind Glenn Goltz als Großwildjäger Whitney und Peter Weis als Kapitän Nielsen zu hören. Goltz war zuletzt in Folge 180 des Gruselkabinetts als Jim Shorthouse zu hören, während Weis in derselben Folge die Rolle des Erzählers übernahm. Thomas Balou Martin steuert als Zaroffs stummer Handlanger Iwan zu richtigen Zeit ein paar Grunzlaute bei. Wer ihn richtig sprechen hören will, muss zu den Gruselkabinett-Folgen "Der gewaltige Gott Pan" oder "Die Köpfe von Apex" greifen.

Neben der guten Leistung der Sprecher muss man auch die Inszenierung insgesamt loben. Regisseur Marc Gruppe hat Geräusche, Effekte und Musik gut in die Handlung eingewoben. Das Hörspiel wird den einen oder anderen Hörer mit 71 Minuten vielleicht ein wenig zu lang vorkommen. Gerade zu Beginn und dann wieder in der Mitte gibt es zwei lange Dialogpassagen über die Kunst der Jagd zwischen Rainsford und seinen Freund Whitney beziehungsweise Zaroff.

"Wenn interessiert schon, wie sich ein Jaguar dabei fühlt, wenn wir Jagd auf ihn machen?''"

Ob man diese Stellen zu lang oder gar langweilig findet, kommt auf die Einstellung an, mit der man an das Hörspiel herangeht. Wer sich eine altmodische Geschichte nahe an der Vorlage wünscht, wird die Dialoge mögen, in denen die verschiedenen Facetten, Freuden und Grausamkeiten der Jagd diskutiert werden. Wer sich auf spannende Action freut, muss sich bis zur zweiten Hälfte gedulden.

Allerdings hat das Hörspiel ein weiteres Problem. Sanger Rainsford fungiert auch als Erzähler der Geschichte. Somit nehmen schon seine ersten Worte ein wenig die Spannung aus dem Hörspiel. So bangt man nicht wirklich um das Leben des Helden. Das tut dem Hörvergnügen insgesamt jedoch keinen Abbruch. Wer öfter zu einem Gruselkabinett-Hörspiel greift, weiß, was ihn erwartet.

Nachdem in der Reihe zu Beginn viele Vertonungen bekannter Gruselklassiker von Bram Stoker, H. P. Lovecraft, Mary W. Shelly, Arthur Conan Doyle oder Edgar Allen Poe erschienen, inszenierte Marc Gruppe zuletzt immer öfter auch Geschichten vergessener Autoren wie Willy Seidel, Francis Flagg oder wie im vorliegenden Fall Richard Connell. Somit bietet auch "Das gefährlichste Spiel der Welt" die Chance, einen verschollene Geschichte wieder zu entdecken – es lohnt sich.

Fazit

Wer sich ein Hörspiel der Gruselkabinett-Reihe kauft, kann sich auf eine gelungene Inszenierung und gute Leistung der Sprecher verlassen. Darin ist auch die 181. Folge keine Ausnahme. Hörer, die eine simple Actiongeschichte erwartet, könnte in der ersten Hälfte enttäuscht werden. Zu Beginn philosophieren die Figuren noch über das Für und Wider der Jagd. In der zweiten Hälfte zieht die Spannung an und belohnt den Zuhörer mit einem packenden Zweikampf zweier Jäger.

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© Titania Medien

Titania Medien: Gruselkabinett Folge 181 – Das gefährlichste Spiel der Welt (Hörprobe)

Kritik zu Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht 1.01 & 1.02

Nach House of the Dragon bekommen Fantasy-Fans in diesen Tagen mit Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht die zweite hochwertige Fantasy-Serie präsentiert. Erstmals laufen damit nun die beiden Franchises gemeinsam, welche das Genre Epic Fantasy in den vergangenen 20 Jahren in Film und Fernsehen bestimmt haben. Beiden Serien ist dabei gemein, dass sie sehr kritisch erwartet wurden. Während die Macher von House of the Dragon noch mit dem Erbe der letzten Staffel von Game of Thrones zu kämpfen hatten, sorgten bei Die Ringe der Macht vor allem die schwachen Trailer im Vorfeld für viel Kritik. House of the Dragon gelang es dann aber gleich zu Beginn, viele Fans wieder ins Boot zu holen und seit heute versuchen nun auch die ersten beiden Episoden der Tolkien-Serie, ihre Kritiker zu überzeugen.

Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht spielt viele Jahrhunderte vor der Filmtrilogie. Nachdem die Elben nach Mittelerde gekommen sind, um den finsteren Morgoth zu besiegen, scheint in dem Land endlich Frieden einzukehren. Nur Galadriel, die während des Krieges ihren Bruder und viele Freunde verloren hat, will der Sache nicht trauen. Sie befindet sich auf der Jagd nach Sauron, dem letzten verbliebenen General von Morgoth. Da dieser jedoch seit über einem Jahrhundert nicht mehr gesehen wurde, wird Galadriel von ihrem Posten abberufen, und steht so vor der Frage, ob sie dem Wunsch ihres Königs folgen möchte oder allein Sauron weiter jagt.

Währenddessen kommt es anderen Orten in Mittelerde zunehmend zu mysteriösen Ereignissen. So stößt der Elb Arondir gemeinsam mit der Heilerin Bronwyn beispielsweise auf ein zerstörtes Dorf, dessen Bewohner auf unerklärliche Weise verschwunden sind. Das Haarfußmädchen Elanor Brandyfuß träumt dagegen davon, selbst einmal große Abenteuer zu erleben und bekommt dafür schon bald die Gelegenheit, als ein mysteriöser Fremder quasi fast direkt vor ihrer Haustür landet.

Ein holpriger Auftakt

Warum man sich bei Amazon dazu entschieden hat, direkt zwei Episoden zum Start von Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht zu veröffentlichen, wird spätestens nach dem Anschauen der Premierenfolge klar. Diese ist sehr zäh geraten, was dazu führt, dass der Funke zunächst nicht wirklich überspringen will. Nach einem sehr langen Prolog, der gefühlt vor allem deshalb in der Episode ist, damit es überhaupt etwas Action gibt, wird in der Folge jede Menge geredet. Das Ziel war es dabei anscheinend, den Zuschauern zunächst einmal die verschiedenen wichtigsten Hauptfiguren vorzustellen. Dies gelingt auch durchaus, wirklich Spannung will hier aber kaum aufkommen. Irgendwie plätschert die Handlung der ersten Episode fast über die gesamte Laufzeit vor sich hin und nimmt erst kurz vor Schluss etwas an Tempo auf.

Etwas komisch ist zudem, wie schnell die Autoren über den Konflikt mit Morgoth herüberbügeln. Wer nicht gerade mit den Werken von Tolkien vertraut ist, der bekommt hier relativ wenig Informationen. Letztendlich erfährt man nur, dass es mal jemanden Bösen in Mittelerde gab, Sauron sein General war und die Elben ihn besiegt haben. Mehr Hintergrundinformationen gibt es leider nicht, was - gerade weil der Konflikt für Figuren wie Galadriel so einschneidend war - etwas schade ist.

Die Handlung nimmt an Fahrt auf

Die zweite Episode macht dann aber vieles besser. Zunächst einmal nimmt die Spannung zu, da die verschiedenen Figuren in ihren jeweiligen Handlungssträngen nun auch tatsächlich etwas zu tun bekommen. Die Minuten, in denen man nur herumsteht und redet, nehmen deutlich ab. Und selbst in den reinen Dialogszenen ist der Unterhaltungswert deutlich größer, wobei hier vor allem die Handlung rund um Elrond und Prinz Durin Spaß macht. Dazu wird auch der Actionanteil erhöht, was ebenfalls dazu beiträgt, dass die Folge deutlich abwechslungsreicher und damit kurzweiliger ist als der Auftakt.

Tolkien-Puristen dürften der Serie aber vermutlich auch in Episode 2 nicht viel abgewinnen können. Bereits im Vorfeld hatten die Macher angekündigt, dass man, um die Geschichte zu erzählen, viele Geschehnisse aus dem 2. Zeitalter, die eigentlich Hunderte Jahre voneinander entfernt stattfanden, zeitlich zusammenbringt. Wer also ein Problem damit hat, dass bereits in Folge 2 Figuren auftauchen, die eigentlich noch lange nicht geboren sein sollten, dürfte mit der Serie definitiv nicht glücklich werden. Die Ringe der Macht scheint sich deutlich größere kreative Freiheiten zu nehmen als dies bei den Filmen der Fall war.

Die Optik überzeugt über weite Strecken

Ein großer Kritikpunkt vieler Fans waren im Vorfeld die in den Trailern gezeigten Effekte. Gerade mit dem ersten Teaser-Trailer hat sich Amazon definitiv keinen Gefallen getan, den dieser wirkte noch sehr unfertig. In der Serie selbst sieht die Sache nun deutlich besser aus. Die Ringe der Macht hat eine ganze Reihe von wirklich beeindruckenden Szenen. Mitunter ist es allerdings etwas auffällig, dass die Darsteller nur vor einem Greenscreen stehen. Zwar sieht der Hintergrund hervorragend aber eben auch computeranimiert aus. Dieses Problem ist aber auch nicht wirklich neu. Auch die Hobbit-Filme hatten damit schon zu kämpfen.

Wirkliches Der-Herr-der-Ringe-Feeling kommt dann vor allem in den Landschaftsszenen auf. Hier dürften sich so manche Zuschauer nostalgisch an ihren Besuch im Kino erinnern, der ja nun auch schon 20 Jahre her ist. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Macher die Sache in Zukunft angehen. Im Gegensatz zur 1. Staffel sollen die nachfolgenden Episoden ja nicht mehr in Neuseeland gedreht werden. Die eine oder andere Landschaftsaufnahme sollte aber sicherlich trotzdem drin sein.

Ein großer Cast stellt sich vor

Neben den Effekten sorgte auch das Casting einiger Darsteller im Vorfeld der Serie für Kritik. Mit Morfydd Clark und Robert Aramayo übernehmen zwei Darsteller bekannte Rollen aus den Filmen und sind nun als jüngere Galadriel und Elrond zu sehen. Gerade Galadriel wirkt doch deutlich anders als in den Filmen und hat wenig mit der von Cate Blanchett gespielten Figur gemeinsam. Zwar ist die Serien-Galadriel um einiges jünger, gleichzeitig aber auch schon über 1000 Jahre alt. Von daher stellt sich schon die Frage, inwiefern die Figur sich in einem so hohen Alter noch stark verändert. Letztendlich wirkt es doch ein bisschen so, als würde die Serien-Galadriel nur so heißen, um irgendwie eine Verbindung zu den Büchern beziehungsweise den Filmen zu haben. Etwas besser sieht die Sache bei Elrond aus, der deutlich näher an der bekannten Figur ist.

Beim Casting setzten die Macher vor allem auf eher unbekannte Gesichter, anders als beispielsweise in House of the Dragon. Die Darsteller und Darstellerinnen machen allerdings alle einen durchaus soliden Job, auch wenn man natürlich nach zwei Episoden noch nicht so viel von ihnen zu sehen bekommen hat.

Fazit

Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht stolpert zum Start doch erheblich. Die erste Episode kann nur bedingt überzeugen und dürfte primär deshalb weniger schwach in Erinnerung bleiben, weil man direkt Folge 2 mitveröffentlicht hat. Diese macht einige Dinge besser und bringt auch die Handlung in Fahrt, sodass das Interesse an weiteren Episoden durchaus geweckt wird. Von einem echten Hit ist die Serie aber noch ein gutes Stück entfernt.

Kritik zu Thor: Love and Thunder

Nach den Geschehnissen in Avengers: Endgame ist Thor immer noch mit den Guardians of the Galaxy unterwegs. Nun wieder fit und muskelbepackt kämpft er an der Seite der Guardians, als ihn ein Hilferuf einer alten Freundin erreicht. Thor erfährt, dass ein Mann namens Gorr damit begonnen hat, alle Götter zu töten. Da Gorrs nächstes Ziel Neu Asgard ist, kehrt Thor zurück auf die Erde, wo er auf seine alte Liebe Jane Forster trifft. Gemeinsam mit Jane und unterstützt von Walküre macht sich der Gott des Donners auf, andere Götter für seinen Kampf gegen Gorr zu rekrutieren, bevor es zu spät ist.

Noch klamaukiger aber auch ernster

Mit Thor: Tag der Entscheidung übernahm Regisseur Taika Waititi das Zepter des Marvel-Donnergottes und verpasste ihm einen neuen Anstrich. Deutlich humorvoller angelegt als die beiden Vorgängerfilme, erwies sich Tag der Entscheidung als großer Erfolg an den Kinokassen. Allerdings sagte der neue humorlastige Ton nicht allen Fans von Thor zu und gerade diese sollten lieber einen Bogen um Thor: Love and Thunder machen. In seiner Fortsetzung schafft es Waititi, sowohl alberner als auch ernster als im direkten Vorgänger zu sein, was auch gleichzeitig eine der größeren Baustellen des Films ist. Gerade die erste Hälfte ist sehr humorlastig, wobei einige Gags nur bedingt zünden. Manche Witze wirken zudem arg bemüht. So gibt es beispielsweise einen Running-Gag, bei dem Jane versucht, die ideale Catchphrase für sich zu finden. Die dazugehörige Auflösung am Ende ist aber eher überschaubar lustig und lässt einen eher mit einem "Das wars?" zurück.

In der ersten Hälfte tappt Waititi zudem wieder in die bekannte Marvel-Falle, die auch James Gunn bei seinen Guardian-Filmen oft nicht vermeiden kann. Ernste Szenen dürfen generell nicht für sich stehen, sondern müssen immer durch einen Gag oder Witz unterbrochen werden. Dadurch wirkt es so, als würde sich der Film oft nicht ernst nehmen, was für die erzählte Handlung nicht unbedingt förderlich ist. Im letzten Drittel wird dies dann allerdings deutlich besser und gerade am Ende ist die notwendige Ernsthaftigkeit vorhanden. Generell hat der Film aber weiteren Strecken das Problem, dass die auf eine Art vergleichsweise ernste Geschichte nicht ganz zum dargebotenen Klamauk passen möchte.

Eine flott erzählte Geschichte mit Schwächen

Abgesehen von den tonalen Schwankungen erweist sich Thor: Love and Thunder aber als flott erzählter Marvel-Film, der keine Langeweile aufkommen lässt und praktisch wie gemacht für die Sommer-Blockbuster-Zeit zu sein scheint. Mit knapp 120 Minuten fällt die Laufzeit dabei auch wieder etwas kürzer als, als bei vergleichbaren Filmen in den vergangenen Jahren. Entsprechend gibt es aber auch keine Längen oder zähe Momente. Für das, was Taika Waititi in Thor: Love and Thunder erzählen möchte, ist die Lange perfekt gewählt.

Allerdings hat das Drehbuch auch die eine oder andere Schwäche. So wirkt die Handlung besonders in den Anfangsminuten etwas holprig, bis man schließlich den Ausgangspunkt für die Geschichte, die man letztendlich erzählen möchte, erreicht hat. Darüber hinaus fehlt dem Film ein wirkliches Action-Highlight. Mittlerweile hat der Zuschauer schon in zu vielen Marvel-Produktionen gesehen, wie Thor gegen die verschiedensten CGI-Wesen kämpft, sodass die Aufregung sich hier mittlerweile in Grenzen hält. Auch die direkten Aufeinandertreffen zwischen dem Donnergott und dem Götterschlächter dürften niemand aus dem Kinosessel reißen. Hier wirkt alles sehr Standard.

Dazu gibt es die eine oder andere inhaltliche Entwicklung, die langjährige Marvel-Fans nicht zu sehr hinterfragen sollten. So ist Gorr beispielsweise auf der Suche nach etwas, bei dem man sich durchaus die Frage stellen darf, wieso Thor dies nicht nach der Niederlage gegen Thanos in Betracht gezogen hat. Auch die Darstellung der Götter wirkt so, als würde man sich bei Marvel die Sache immer gerade so drehen, wie man es in dem jeweiligen Film beziehungsweise der Serie braucht.

Eine alte Liebe flammt wieder

Die große Ankündigung im Vorfeld von Thor: Love and Thunder war natürlich die Rückkehr von Natalie Portman, die nun erstmals auch selbst zum Hammer Mjölnir greifen würde. Portman macht ihren Job dabei richtig gut und Jane Foster funktioniert auch als Heldin. Spannenderweise greifen die Macher dabei einen anderen Aspekt aus der Comicvorlage, in der Jane ebenfalls selbst zum Thor wurde, auf, was die Figur noch greifbarer macht. Auch der Grund dafür, warum Jane zur Heldin wird, ist durchaus gut erzählt.

Chris Hemsworths Thor wird in seinem vierten Soloabenteuer ebenfalls wieder mit einigem konfrontiert. Der nordische Gott hat seit Thor: Tag der Entscheidung einige Dinge durchmachen müssen und viel verloren. In Love and Thunder geht es für die Figur nun darum herauszufinden, wer er eigentlich ist und was genau er in seinem Leben machen möchte. Auch dieser Aspekt der Geschichte ist gelungen und bringt eine überraschende aber durchaus nette Auflösung.

Der Götterschlächter und die Walküre

Für die Rolle des Gegenspielers konnten sich die Verantwortlichen von Marvel in Thor: Love and Thunder mal wieder die Dienste eines namhaften Darstellers sichern. Christian Bale kehrt nach drei Batman-Filmen unter der Regie von Christopher Nolan zurück zum Genre der Comicverfilmungen und macht einen richtig guten Job. Auf dem Papier ist Gorr nicht unbedingt die spannendste aller Figuren und auch im Film erweist er sich nicht als jemand, der in die Geschichtsbücher der besten Filmschurken eingehen wird. Was Gorr jedoch aus dem Mittelmaß heraushebt, ist die Darstellung von Bale. Dieser bringt die verschiedenen Facetten von tragisch über gruselig hervorragend auf die Leinwand und erweist sich als unterhaltsamer Gegenspieler.

Auch Tessa Thompson als Walküre weiß erneut zu überzeugen, allerdings tut das Drehbuch der Figur keinen wirklichen Gefallen. So wird bei Walküre zunächst eine Art Charakterbogen aufgebaut, da sie sich ähnlich wie Thor allein fühlt und zudem auch die Bürde des Anführers von Neu Asgard spürt, nur geht dies leider nirgendwo hin. Am Ende fühlt es sich sogar etwas danach an, als hätten die Autoren Walküre vergessen.

Gleiches gilt auch für die Rückkehr von Jaimie Alexander als Sif, die praktisch gar nichts zu tun bekommt. Ihr Auftritt ist eher ein großer Cameo, weshalb sich die Frage stellt, warum sie überhaupt im Film ist. Deutlich mehr bekommt dagegen Russell Crowe zu tun, der mit Zeus den ersten griechischen Gott in Marvels Cinematic Universe spielt. Crowe hat sichtlich Spaß in seiner Rolle, zu groß fällt aber auch sein Auftritt nicht aus.

Fazit

Mit Thor: Love and Thunder macht Taika Waititi genau da weiter, wo er mit Thor: Tag der Entscheidung aufgehört hat. Der Film bietet jede Menge Humor, wobei aber nicht jeder Gag zünden will und manchmal sogar der Handlung eher schadet. Trotzdem erzählt Love and Thunder eine flotte Geschichte, der es zwar etwas an echten Highlights fehlt, die aber auch nie Langeweile aufkommen lässt.

Teil VI: Kritik zum Finale von Obi-Wan Kenobi

SPOILER

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Obi-Wan Kenobi Teil 6

Nach einem guten Start und einem deutlichen Abfall im Mittelteil stellte sich im Vorfeld der abschließenden Episode von Obi-Wan Kenobi natürlich die Frage, ob das Serienfinale einen versöhnlichen Abschluss schaffen kann. Tatsächlich gelingt "Teil VI" in vielen Bereichen noch einmal eine deutliche Steigerung. Gleichzeitig ist die Episode aber auch ein Musterbeispiel dafür, welche Fehler die Macher von Obi-Wan Kenobi gemacht haben.

Obi-Wan Kenobi vs. Darth Vader 3.0

Das große Highlight der Episode ist natürlich das erneute Lichtschwertduell zwischen Obi-Wan und Darth Vader und dieses kann eigentlich in allen Bereichen überzeugen. Es ist gut choreografiert, emotional und sogar spannend, trotz der Tatsache, dass man weiß, dass keiner der beiden Beteiligten wirklich in Gefahr ist. Zugegeben die Schauwerte sind nicht extrem hoch, was primär am Ort liegt, an dem die beiden zum dritten Duell aufeinandertreffen. Hier hatte der Lavaplanet in Episode III natürlich etwas mehr zu bieten. Dafür wurde bei der Kampfchoreografie ein sehr guter Mittelweg zwischen dem Salto-Flip-Flop-Kämpfen der Prequels und den eher schwerfälligen Duellen der originalen Trilogie gefunden. Auch Vader wirkt in dem Kampf deutlich flinker auf den Füßen als in den bisherigen Szenen der Serie.

Ebenfalls gut gelungen ist das finale Gespräch der beiden Figuren. Hier beweist Ewan McGregor wieder einmal, warum seine Darstellung als Obi-Wan bei vielen Fans so hoch im Kurs steht. Auch das halbsichtbare Gesicht von Vader sorgt in der Szene für Gänsehaut und gibt auch Hayden Christensen noch einmal die Möglichkeit, selbst als Vader ein paar Worte zu sprechen, wobei der Wechsel zwischen seiner originalen und Vaders blechernen Stimme eine klevere Idee war.

Festhalten muss man allerdings auch, dass das Duell der beiden primär auf emotionaler Ebene funktioniert. Wie so oft in Obi-Wan Kenobi hat auch "Teil VI" wieder mit einigen inhaltlichen Schwächen zu kämpfen, die dafür sorgen, dass man viele Dinge nicht zu genau hinterfragen sollte. Noch viel problematischer ist dies allerdings im Handlungsstrang rund um Reva Sevander, wo man schon fast von "Und täglich grüßt das Murmeltier" sprechen kann.

Die gefallene Schwester

So spannend das Duell zwischen Obi-Wan und Darth Vader ist, so nervig sind die wiederholten Unterbrechungen durch Reva. An dieser Stelle dürfte weitestgehend etabliert sein, dass was immer Regisseurin Deborah Chow und Showrunner Joby Harold mit der Figur versucht haben, einfach nicht funktioniert. Dabei hilft es auch nicht, dass im Handlungsstrang rund um die ehemalige Inquisitorin die Logiklöcher nicht nur groß, sondern gewaltig sind. Dies beginnt damit, dass die von Vader und dem Großinquisitor zum Sterben zurückgelassene Reva sich einfach einmal ohne Erklärung nach Tatooine teleportieren kann, um dort Luke Skywalker zu töten.

Neben der Tatsache, dass die Aktion selbst extrem weit hergeholt ist, stellt sich die generelle Frage nach der Motivation. Selbst wenn sich Reva an Vader dadurch rächen möchte, dass sie dessen Sohn umbringt. Vader weiß ja vermutlich nicht einmal, dass dieser existiert. Auch müsste sie anschließend noch die rechte Hand des Imperators aufsuchen, um ihn von ihrer Tat zu unterrichten, was ebenfalls eher unwahrscheinlich ist.

Letzteres Problem erledigt sich allerdings dadurch, dass Reva am Ende doch nicht in der Lage ist, Luke zu töten. Inwiefern dies jedoch die Figur rettet, bleibt jedoch fraglich. Zwar gibt ihr Obi-Wan einen Daumen nach oben und erklärt, dass Reva durch ihren Nicht-Mord den Seelen ihrer früheren Padawan-Gefährten Frieden geschenkt hat und sie nun ihren eigenen Weg gehen kann. Dem kann man jeden entgegenhalten, dass die Entscheidung, keinen Mord an einem Zehnjährigen zu begehen, jetzt auch nicht die riesige moralische Entwicklung für eine Person ist. Auf der anderen Seite passt es aber zu der generell extrem unglücklichen Figur, die Reva in der ganzen Serie war.

Zum Abschluss noch etwas Fanservice

Interessanterweise ist die Haupthandlung in der finalen Episode von Obi-Wan Kenobi bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde abgeschlossen. Danach nehmen sich die Macher noch rund zehn Minuten Zeit, um die verschiedene Figuren zu verabschieden sowie etwas Fanservice zu betreiben. Wer erwartet hat, dass dabei noch größere Anstrengungen unternommen werden, um bestimmte Kanonprobleme zu bereinigen, der wird enttäuscht. Auch hier geht es wieder in die Richtung, dass man am Ende halt einfach bestimmte Dinge hinnehmen oder für sich entscheidet muss, Obi-Wan Kenobi aus dem Gedächtnis zu streichen.

Den von vielen Fans erwarteten und auch schon mehrfach angeteasten Cameo von Liam Neeson als Qui-Gon Jinn gibt es dann kurz vor Schluss ebenfalls noch. Die große Überraschung ist hier eigentlich nur, dass dieser tatsächlich erst in der letzten Szene stattfindet und damit keine wirkliche Auswirkung auf die Handlung hat. Viele hätten ihn vermutlich eher in einer Schlüsselszene der Serie erwartet, die es ja auch durchaus in "Teil VI" gegeben hätte. So ist der Auftritt am Ende zwar nett aber auch nicht wirklich notwendig. Ähnliches gilt auch für Ian McDiarmid, der natürlich ebenfalls nicht fehlen darf und sich für einen kurzen Hologrammcall die Ehre gibt.

Serienfazit

Was bleibt am Ende von Obi-Wan Kenobi? Nach einem guten Start ließ die Serie leider im Mittelteil stark nach. Auch wenn das Finale dann wieder deutlich besser war, muss man wieder einmal die Frage stellen, wieso Lucasfilm hier so viel verschenkt hat. Dabei spielen auch die finanziellen Einschränkungen, die ebenfalls deutlich spürbar waren eine Rolle. Vermutlich hätte Obi-Wan Kenobi ein klassischer Kinofilm deutlich besser getan als eine gestreckte Mini-Serie. In diesem hätte man die Handlung straffen und sich primär auf Obi-Wan und Darth Vader fokussieren können. Die beiden sind ohne Zweifel der beste Teil der Serie, während andere Figuren, wie beispielsweise Reva, entweder gar nicht funktionieren oder wie Leia bei Fans eher gemischte Reaktionen auslösen.

Ein gemischtes Fazit lässt sich auch für Obi-Wan Kenobi generell ziehen. Die Serie hatte einige wirklich tolle Momente, schlechte Effekte und die Drehbücher sorgten jedoch leider am Ende dafür, dass man nie das eigentlich vorhandene Potenzial ausschöpfen konnte.

Teil V: Kritik zu Obi-Wan Kenobi 1.05

SPOILER

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Nachdem "Teil IV" von Obi-Wan Kenobi schon sehr kurz ausfiel, hält sich Laufzeit der vorletzten Episode der Mini-Serie ebenfalls in Grenzen. Dafür passiert allerdings inhaltlich wieder deutlich mehr. "Teil V" beinhaltet nicht nur gleich zwei Lichtschwertduelle, in der Episode gibt es auch einige Enthüllungen sowie ein Rückblick in eine Zeit, in der Darth Vader noch den Namen Anakin Skywalker trug. Allerdings bedeutet dies nicht, dass die Macher in der Folge plötzlich alles richtig machen. Erneut wechseln sich Licht und Schatten ab und hinterlassen wieder einmal einen zwiespältigen Eindruck.

Obi-Wan gegen Anakin

Die Tatsache, dass Lucasfilm für Obi-Wan Kenobi nicht nur Ewan McGregor, sondern auch Hayden Christensen wieder zurückholte, war schon im Vorfeld der Produktion ein Indikator dafür, dass man in der Serie vermutlich einen Rückblick in die Zeit vor der Order 66 bekommt. In "Teil V" ist nun endlich soweit und den Zuschauern wird eine Lehrstunde von Anakin Skywalker präsentiert, in die Autoren die Stärken und Schwächen des späteren Darth Vaders auf den Punkt bringen. Das Lichtschwertduell zwischen Obi-Wan und Anakin sowie ihr Gespräch ist auch tatsächlich der beste Teil der Episode, allerdings gibt es hier auch einen kleinen Haken.

So dürfte sich vermutlich kaum ein Fan an einen der Prequel-Film erinnern, in dem Anakin Skywalker wie ein 40-jähriger Mann aussah. Während Lucasfilm und Disney in der Regel vergleichsweise erfolgreich Verjüngerungseffekte einsetzen, funktionieren diese hier gar nicht, zumindest was Hayden Christensen betrifft. Irgendwie haben es die Macher hinbekommen, dass dieser in der Szene älter aussieht als Ewan McGregor.

Dies ist wohlgemerkt nicht der einzige Moment, in dem in "Teil V" das scheinbar geringe Budget auffällt. Vieles in der Episode sieht doch eher billig aus und man wird das Gefühl nicht los, dass die Macher von Obi-Wan Kenobi deutlich weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung hatten als beispielsweise für The Mandalorian bereitstehen. Dies ist vor dem Hintergrund, dass man hier eine Serie hat, in der Obi-Wan Kenobi und Darth Vader wieder aufeinandertreffen, doch recht fragwürdig.

In der Falle

Rein inhaltlich erinnert die Ausgangslage in "Teil V" an das Finale von Star Wars: Die letzten Jedi. Obi-Wan und mehrere Flüchtlinge befinden sich in einer Basis und müssen Zeit schinden, während imperiale Truppen versuchen, durch eine Tür zu brechen. Leider will hier nicht wirklich ein bedrohliches Gefühl aufkommen, da die Szene, in der die Sturmtruppler auf eine Metalltür schießen, ebenfalls alles andere als hochwertig aussieht. Ganz im Gegenteil. Dazu kommt, dass sich Reva selbst einfach wenige Momente später durch die Tür schneidet, was die Szenen vorher etwas sinnfrei erscheinen lässt.

Im anschließenden Kampf liegt es dann an Tala Durith, durch ihr Opfer Obi-Wan und seinen Mitstreitern genug Zeit für den Rückzug zu erkaufen. Die Szene scheint für Obi-Wan deutlich emotionaler zu sein als vermutlich für viele Zuschauer, was daran liegt, dass Tala bis zu ihrem Ende als Figur relativ blass blieb. Dies schienen auch die Autoren bemerkt zu haben, denn kurz vor ihrem Ableben durfte sie Obi-Wan noch ihre Geschichte und Motivation erzählen, ob dies am Ende aber bei vielen Zuschauern dafür sorgt, dass plötzlich eine emotionale Verbindung entsteht, darf bezweifelt werden.

Die Rache der Jedi-Schülerin

Erneut stark im Mittelpunkt steht natürlich auch wieder die dritte Schwester Reva Sevander. In "Teil V" wird sie zunächst nicht nur zur Großinquisitorin befördert, es wird auch ihre Motivation enthüllt. Dass es sich bei Reva um eine ehemalige Jedi-Schülerin handelt, die beim Massaker im Jedi-Tempel vor Ort war, hatten viele Fans in den vergangenen Wochen bereits vermutet. Entsprechend kommt auch die Tatsache, dass Reva sich an Vader rächen will, nicht unbedingt überraschend. Leider macht dies die Figur kaum interessanter, sondern eher noch fragwürdiger. Reva wirkt nicht unbedingt wie eine Person, die sich mit subtilem Vorgehen und Raffinesse in die Inquisition eingeschlichen hat.

Aber auch Vader verhält sich in der ganzen Geschichte nicht wirklich nachvollziehbar. Wenn er ohnehin wusste, dass Reva eine Verräterin ist und der Großinquisitor noch lebt, warum macht er sie dann überhaupt zur Großinquisitorin? Gerade kurz vor dem Moment, in dem Vader glaubt, Obi-Wan in die Enge getrieben zu haben, hat es überhaupt keinen taktischen Vorteil, Reva zu befördern.

Letztendlich bekommt Reva durch Obi-Wan in dieser Folge aber die Chance, sich Vader zu stellen. Das zweite Lichtschwertduell in dieser Episode dürfte allerdings wieder die Gemüter spalten. Während Vader in der kompletten Folge wieder gewohnt stark dargestellt wird und als echte Naturgewalt herüberkommt, wirkt alles in dem Kampf etwas ungelenk. Hier hat man durchaus das Gefühl, dass die Macher nicht ganz wissen, was sie mit Vader anstellen sollen, der ja nicht unbedingt für seine Agilität bekannt ist. Konnte man dies in "Teil III" noch recht gut kaschieren, gelingt dies hier deutlich weniger.

Für Reva hat das Duell am Ende nicht den erhofften Ausgang. Die ehemalige Jedi-Schülerin verliert nicht nur den Kampf, sondern wird auch auf dem Planeten zurückgelassen. Dies wirkt allerdings ebenfalls wieder etwas arg gewollt. Wenn man bedenkt, dass die Inquisition seit Jahren durch die Galaxie reist, um alles zu töten, was nur irgendwie Machtpotenzial hat, erscheint es unrealistisch, dass man eine Verräterin in den eigenen Reihen, die sogar einst als Jedi trainiert hat, einfach so zurücklässt, ohne sicherzustellen, dass sie tatsächlich tot ist. Vermutlich ging es aber wohl darum, dass die Autoren unbedingt eine finale Konfrontation zwischen Reva und Obi-Wan aufbauen wollten, auf die es wohl nun in der letzten Episode herauslaufen wird.

Fazit

Obi-Wan Kenobi bleibt ein Enigma. Auch wenn sich "Teil V" verbessert zeigt im Vergleich zur Vorgängerfolge, gibt eine ganze Reihe von Entscheidungen, die einen mit Fragenzeichen zurücklassen. Von schlechten Effekten über billige Inszenierungen bis hin zu unlogischen Entscheidungen ist in dieser Folge alles dabei. Selbst die Lichtblicke wie das Lichtschwertduell zwischen Obi-Wan und Anakin werden so getrübt.

Teil IV: Kritik zu Obi-Wan Kenobi 1.04

SPOILER

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Obi-Wan Kenobi Teil 4

Mit der dritten Episode von Obi-Wan Kenobi gelang es Lucasfilm mal wieder, die Star-Wars-Fangemeinde zu spalten. Von "Das ist der albernste Blödsinn, den ich je gesehen habe" bis "Was für ein episches Aufeinandertreffen. Ich hab Gänsehaut" war bei den Reaktionen auf das Duell zwischen Obi-Wan und Darth Vader praktisch alles dabei. In Folge 4 (oder "Teil IV") fährt man die Aufregung nun wieder etwas zurück, allerdings hat auch diese Episode wieder mit einigen Problemen zu kämpfen.

Zunächst ist "Teil IV" mit nur etwas mehr als 30 Minuten Laufzeit die kürzeste Episode von Obi-Wan Kenobi bisher. Dazu kommt, dass die Autoren praktisch den Plot von "Teil II" wieder aufwärmen. Wie in der zweiten Folge muss Obi-Wan Leia wieder aus den Händen von Kidnappern befreien und anschließend mit ihr die Flucht antreten. Hier müssen sich die Autoren durchaus den Vorwurf gefallen lassen, dass es nicht unbedingt von großer Kreativität zeugt, wenn man in einer sechsteiligen Mini-Serie in zwei Episoden den Handlungsschwerpunkt darauf legt, dass Leia von Obi-Wan gerettet werden muss.

Zwar ändert sich mit der Festung der Inquisition der Schauplatz, allerdings ist dieser jetzt auch nicht sonderlich spektakulär, um das Recyceln des Plots zu rechtfertigen. Letztendlich sieht die Festung im Inneren aus wie jede x-beliebige Basis des Imperiums, mit dem einen zusätzlichen Merkmal, dass sich Teile Unterwasser befinden.

Die schnelle Genesung des Obi-Wan Kenobi

Die Tatsache, dass die Episode sich sofort wieder um die Rettung der gefangenen Leia dreht, sorgt auch dafür, dass kaum Zeit für eine Aufarbeitung der Geschehnisse der vergangenen Folge bleibt. Gerade aufgrund der kurzen Laufzeit ist dieser Umstand durchaus fragwürdig. Anstatt zumindest ein paar Minuten dafür zu verwenden, dass sich Obi-Wan mit dem Aufeinandertreffen mit Vader auseinandersetzt, ist er praktisch sofort wieder zurück in Aktion. Lediglich während seines kurzen Heilungsprozesses wird kurz noch einmal darauf eingegangen. Wirklich ergiebig ist dies aber nicht.

Ähnlich gehen die Autoren auch bei Obi-Wans Umgang mit der Macht vor. Während er in "Teil III" fast hilflos erschien, gewinnt Obi-Wan nun in Rekordzeit einen Großteil seiner Fähigkeiten zurück. Erklärt wird dies dabei simpel mit einem Nebensatz. Manche Dinge verlernt man halt einfach nicht und damit kann man dieses Thema ebenfalls zu den Akten legen.

Dass Dinge zu einfach gehen, ist generell ein Problem in der Episode. Obi-Wan und Tala haben so gut wie keine Probleme, die Festung der Inquisition, also eine der wichtigsten Basen des Imperiums, zu infiltrieren. Und selbst als sie am Ende aufliegen, kommen einfach zwei Jäger angeflogen, die ebenfalls problemlos bis zur Basis vorstoßen können, und schießen das Duo und die mittlerweile befreite Leia aus dem Schlamassel. Echte Spannung kann so nie aufkommen.

Die Inquisitorin und die Prinzessin

Neben dem Handlungsstrang rund um Obi-Wan und Tala liegt der zweite Fokus der Episode auf dem Aufeinandertreffen von Leia und Reva. Letztere will von Leia Informationen über das Untergrundnetzwerk haben und schreckt dabei auch vor Folter nicht zurück. Leider bleibt Reva dabei weiterhin eines der großen Probleme der Serie. Auch nach vier Episoden hat man als Zuschauer weiterhin keine genaue Vorstellung davon, was die Figur eigentlich antreibt abgesehen von simplen Streben nach Macht.

Dass Reva dabei extrem unsympathisch herüberkommt, ist ja an sich kein Problem. Ein Bösewicht kann ja generell verabscheuungswürdig sein. Im Falle von Reva ist es aber eher so, dass die Figur sehr langweilig und eindimensional ist. In bisher vier Folgen haben es die Autoren einfach nicht geschafft, in irgendeiner Form Interesse an ihr zu wecken, obwohl man ihr durchaus einiges an Menge Laufzeit gegeben hat. Auch wenn in dieser Richtung noch etwas kommt, wird sich am Ende die Frage stellen, warum die Autoren so lange gewartet haben. Selbst eine große Enthüllung scheint hier nur noch wenig retten zu können, dafür fehlt einfach die emotionale Bindung der Zuschauer mit der Figur.

Fazit

Die kürzeste Episode von Obi-Wan Kenobi fühlt sich leider fast wie ein Lückenfüller an. Dies beginnt damit, dass die Autoren einen bereits gezeigten Plot wiederholen, und endet damit, dass alles in der Episode irgendwie zu leicht geht. Auch verpassen es die Autoren, Zeit in die Entwicklung ihrer Figuren zu investieren, sodass viele Dinge etwas gehetzt wirken. Letzteres ist gerade aufgrund der kurzen Laufzeit besonders befremdlich.

Teil III: Kritik zu Obi-Wan Kenobi 1.03

SPOILER

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Obi-Wan Kenobi Teil 3

Nachdem Obi-Wan Kenobi seine Premiere am vergangenen Freitag mit einer Doppelfolge feierte, kehrt man mit der dritten Episode zum regulären Veröffentlichungstag am Mittwoch bei Disney+ zurück. Entsprechend fiel auch die Wartezeit für die Fans etwas kürzer aus, was nach dem Ende der zweiten Folge sicherlich gern gesehen war. Folge 3 (oder "Teil III") bringt dann auch tatsächlich den zu erwartenden größeren Auftritt von Darth Vader, hat allerdings auch mit ein paar Problemen zu kämpfen.

Bereits zum Auftakt von Obi-Wan Kenobi wurde Ewan McGregor mit Lob für seine Darstellung überschüttet und auch in der dritten Folge setzt der Schauspieler seine starke Leistung fort. Egal, ob es kleinere Szenen mit Leia sind, in denen Obi-Wan der Prinzessin Mut zu spricht und über seine Familie redet, oder der Moment, in dem er nach zehn Jahren wieder seinem früheren Schüler gegenübersteht und absolute Panik fühlt, McGregor spielt einfach hervorragend. Auch die kleine Vivien Lyra Blair macht ihre Sache weiterhin sehr gut und weiß, als junge Leia zu überzeugen.

Nicht ganz so spektakulär ist dagegen der Planet Mapuzo, auf den es das Duo nach der Flucht von Daiyu verschlagen hat. Zwar kann man Mapuzo zumindest zugutehalten, dass es sich nicht wieder um einen Wüstenplanet handelt, ein Steppenplanet ist allerdings auch nur bedingt besser. Hier merkt man dann, dass eine Star-Wars-Serie am Ende eben doch nicht mit dem Budget eines Films mithalten kann. Etwas das in der Folge ein paar Mal spürbar war.

Das Aufeinandertreffen von Obi-Wan und den Sturmtrupplern auf dem Transporter gehört anschließend ebenfalls zu den eher schwächeren Momenten der Serie und ist eines von mehreren Logiklöchern, die das Drehbuch in "Teil III" leider aufweist. So wirkt es schwer unverständlich, dass Sturmtruppler, die mit der Suche nach einem Jedi beauftragt wurden und dann nicht in der Lage sind, diesen zu erkennen, wenn er ihnen direkt gegenübersitzt. Die komplette Szene hat etwas von einem Lückenfüller, mit dem die Zeit gestreckt werden soll, da nie wirklich echte Spannung aufkommen will. Auch dass direkt im Anschluss eine weitere Konfrontation mit Sturmtrupplern folgt, macht die Sache nicht unbedingt besser.

Vader und die Inquisitoren

Während Obi-Wan und Leia auf Mapuzo ihre weitere Flucht planen, ist Reva Sevander nach wie vor auf ihrer Spur. Dabei hat sie mittlerweile auch Darth Vader informiert. Dieser bekommt nach der kurzen Szene in der vorherigen Folge noch einmal eine etwas ausführlichere Einführung und diese ist wirklich gut gelungen und kann einiges an Gänsehaut erzeugen. In der englischen Originalfassung haben die Produzenten zudem Darsteller James Earl Jones zurückgeholt, der Vader bereits in der originalen Trilogie sprach und ihm nun erneut seine Stimme leiht. In der Maske selbst soll allerdings wohl Hayden Christensen stecken, wobei sich natürlich die Frage stellt, wie viel er tatsächlich am Set war. Immerhin bekommt der Darsteller in "Teil III" zumindest auch einen kurzen Auftritt ohne Maske.

Für die Inquisitoren hat die Suche nach Obi-Wan einen Machtkampf ausgelöst. Fraglich ist hier allerdings immer noch, inwiefern der Großinquisitor tatsächlich verstorben ist. Schließlich hat die Figur laut Kanon noch einiges zu tun, sodass die Intrigen von Reva vermutlich am Ende für Nichts waren. Generell bekommt die Figur auch in Folge 3 nicht wirklich mehr Tiefe. Sollte ihre Motivation tatsächlich einfach nur der Machtanspruch auf den Titel Großinquisitors sein, dann wäre das ziemlich wenig. Allerdings sieht man auch immer wieder kleine Momente, in denen die Figur doch bei größeren Gewalttaten des Imperiums zögert, sodass auch ein Wiedergutmachungshandlungsbogen im Bereich des Möglichen liegt. Beide Varianten sind bisher jedoch nicht wirklich gut ausgearbeitet.

Dass manche sogenannte Fans dies allerdings zum Anlass nehmen, um die Darstellerin Moses Ingram auf Social Media wiederholt rassistisch zu beleidigen, ist wieder einmal extrem traurig. Gerade bei Star Wars passierte dies ja nicht zum ersten Mal. Unmut gegenüber einer fiktionalen Figur an den jeweiligen Darstellerinnen auszulassen und dies auf beleidigende Art und Weise, gehört sich einfach nicht, und wie Ewan McGregor auf Instagram treffend formuliert, sind solche Leute keine Star-Wars-Fans.

Ein Duell in der Sandgrube

Mit Darth Vader auf der Spur von Obi-Wan dauert es dann tatsächlich auch nicht lang, bis es zum ersten Aufeinandertreffen der früheren Freunde kommt. Wer geglaubt hat, dass die Macher die Sache langsam aufbauen oder gar etwas bis zum Serienfinale warten, der bekommt in "Teil III" eine Überraschung präsentiert. So gelingt es Obi-Wan zwar mit einer Rebellenzelle Kontakt aufzunehmen, doch Vader ist bereits auf seiner Spur und so kommt es zur erneuten Konfrontation.

Die Art und Weise, wie diese aufgebaut ist, erweist sich allerdings als etwas zwiespältig. Auf der einen Seite gelingt es den Machern hervorragend, den Terror und die Bosheit die Vader ausstrahlt, einzufangen. Ähnlich wie am Ende von Rogue One wird der ehemalige Anakin Skywalker als absolute Naturgewalt dargestellt, da er sich auf dem Höhepunkt seiner Macht befindet. Gleichzeitig kämpft Obi-Wan in purer Panik und man sieht, dass er vollkommen aus der Übung ist und in den letzten Jahren keine Verbindung zur Macht hatte. Auch Vaders Bestrafung für Obi-Wan, ihm dieselben Schmerzen zuzufügen, die er einst erlitten hat, ist ein weiterer Gänsehautmoment.

Dem gegenüber steht allerdings die Inszenierung. Dies beginnt zunächst einmal mit dem Schauplatz. Hier merkt man erneut die Budgetgrenzen der Serie, denn leider sieht es aus, als würden sich Vader und Obi-Wan in einer beliebigen Sandgrube duellieren. Ein paar mehr Schauwerte hätten die Sache hier sicherlich noch spannender gemacht. Auch beim Kampfstil orientiert sich man sich eher an der originalen Trilogie, was das Duell doch etwas träge erscheinen lässt.

Dazu gibt es auch wieder Momente, über die man nicht zu genau nachdenken sollte. So kommt beispielsweise das alte Horrofilm-Klischee zum Einsatz, in dem ein scheinbar gehender Killer genauso schnell ist, wie sein wegrennendes Opfer. Auch dass Vader am Ende Obi-Wan aufgrund einer Feuerwand fliehen lässt, obwohl er Sekunden zuvor noch Flammen mit der Macht erstickte, wirkt komisch.

Es muss trainiert werden

Das Ende der dritten Episode bringt zudem Leia wieder in die Gewalt der Dritten Schwester. Auch hier kann man anmerken, dass diese quasi Teleportationsfähigkeiten haben muss, so schnell, wie sie sich von einem Ort zum anderen bewegt. Auch sorgt das Ende dafür, dass man in gewisser Weise einen Handlungsrückschritt macht und Leia nun direkt wieder in die Hände von Kidnappern platziert wurde. Für Obi-Wan dürfte dagegen vermutlich eine Art Rocky-Trainingssession anstehen, mit der er sich wieder in Form bringt, um die kleine Prinzessin ein weiteres Mal zu retten.

Fazit

Die dritte Episode von Obi-Wan Kenobi überrascht mit einem frühen Aufeinandertreffen zwischen Darth Vader und und dem titelegebenden Jedi. Die Szene überzeugt dabei vor allem auf emotionaler Ebene und wird vom starken Spiel Ewan McGregors und der imposanten Darstellung Vaders getragen. Allerdings hat die Episode leider ein paar Logiklöcher zu viel und auch bei den Schauwerten merkt man die Einschränkungen, die ein Serienbudget mitbringen.

Kritik zu Chip und Chap – Die Ritter des Rechts

Chip und Chap – Die Ritter des Rechts ist eine der Disney-Zeichentrickserien der 90er Jahre, an die sich Kinder der damaligen Zeit auch heute noch gern zurückerinnern. Die beiden titelgebenden Hauptfiguren haben dagegen deutlich weniger gute Erinnerungen, zumindest in der fiktionalen Welt, in die filmische Neuauflage von Chip und Chap spielt. Hier sind die beiden Streifenhörnchen zwei ehemalige Darsteller, die in ihrer Kindheit Freundschaft schlossen und schließlich mit Chip und Chap – Die Ritter des Rechts in Hollywood den großen Durchbruch feierten.

Die Serie fand jedoch nach einem Streit zwischen den beiden ein vorzeitiges Ende und ließ Chap so enttäuscht zurück, dass er sich nicht nur von Chip, sondern auch von der Schauspielerei abwendete. So arbeitet er nun als Versicherungskaufmann und hat praktisch keinen Kontakt mehr zu seinen früheren Freunden. Im Gegensatz dazu versucht Chip, immer noch von seiner damaligen Popularität zu profitieren. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit dem Besuch von Conventions und eine 3D-Schönheitsoperation soll ihm wieder zurück auf die große Bühne helfen. Als Samson sie eines Tages kontaktiert, treffen Chip und Chap nach vielen Jahren wieder aufeinander. Es stellt sich heraus, dass ihr alter Freund tief in der Patsche steckt und so ist das Duo gezwungen, alte Streitpunkte zur Seite zu schieben, um Samson zu retten.

Chip und Chap – Die Ritter des Rechts mag auf dem Papier zunächst einmal nicht sonderlich innovativ erscheinen. Der Mix aus Realfilm und CGI-Animation folgt dem Konzept des Klassikers Falsches Spiel mit Roger Rabbit, das auch schon von Filmen wie Space Jam oder Looney Tunes: Back in Action wieder aufgegriffen wurde. Auch die erzählte Geschichte gewinnt keine Innovationspreis und folgt relativ vorhersehbaren Wegen. Die inhaltlichen Überraschungen halten sich in Grenzen und viele Entwicklungen lassen sich relativ einfach vorhersehen. Allerdings hat die Geschichte durchaus Herz und ist aufgrund des Erzähltempos auch zu keiner Zeit langweilig.

Dass der Film trotzdem im Gesamtbild ziemlich unterhaltsame und spaßige Angelegenheit geworden ist, liegt in der Art und Weise, wie die Macher ihre Geschichte erzählen. Chip und Chap – Die Ritter des Rechts ist vollgestopft mit jeder Menge Anspielungen und Meta-Gags. Gerade in diesem Bereich gibt es dann auch eine Vielzahl an Überraschungen, da sehr viele Gags auf Franchises oder Figuren basieren, an denen Disney gar nicht die Rechte besitzt. Dabei gibt es auch immer wieder Momente, in denen die Schlagzahl so hoch ist, dass man sich fast wünscht, es würde etwas weniger rasant vonstattengehen. Natürlich ist Humor auch immer Geschmackssache. Wer mit Gags, die primär darauf basieren, dass bekannte Namen und Marken durch den Kakao gezogen werden, nicht viel anfangen kann, der wird auch an Chip und Chap – Die Ritter des Rechts wenig Freude haben.

Ein bisschen sitzt der Film aufgrund seiner Vorlage zudem auch zwischen den Stühlen. Das Konzept ist offensichtlich als Familienfilm ausgelegt, allerdings richten sich viele Gags dann doch eher an Erwachsene und auch der Nostalgiefaktor einer Serien aus den frühen 1990ern dürfte sich bei Kindern eher in Grenzen halten. Gleichzeitig bleibt die Geschichte dann aber doch relativ brav. Ein Chip und Chap – Die Ritter des Rechts, der sich vollkommen an ein erwachsenes Publikum gerichtet hätte, wäre vermutlich noch etwas besser geworden, da man hier auch aus der Geschichte mehr hätte machen können.

Fazit

Auch wenn Chip und Chap – Die Ritter des Rechts keinen Innovationspreis gewinnt, macht der Mix aus Realfilm und CGI doch jede Menge Spaß. Wer mit dem Humor etwas angefangen kann, der bekommt fast 100 Minuten gute-Laune-Unterhaltung geboten mit einer extrem hohen Gagdichte.

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