Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.13

Wie erwartet gehen die Meinungen zu Star Trek: Discovery 2.13 mal wieder sehr auseinander. Doch Johannes, Nele und Stefan gefiel "Süße Trauer" mitunter sehr - in unterschiedlicher Ausprägung. Und obwohl wir uns einig waren, dass Space-Klappleitern albern sind, fanden wir sie halt auch cool und denken viel laut darüber nach.

Neben jeder Menge Liebesbekundungen für Anson Mount (ja, Nele hat diesmal nochmal deutlich höheren Redebedarf) und gemeinsamen Herzchenaugen für Raumschiffdinge kommen wir zwar hier und da auf Abwege, finden aber doch immer wieder den Weg zurück und philosophieren über die Zukunftsfrage von sowohl der Brückencrew als auch der Serie Star Trek: Discovery an sich.

Anders als Richtung Finale der ersten Staffel ist diesmal nicht ganz so klar, wo und wann man enden wird. Gesichert ist: Eine dritte Staffel ist bereits fest bestellt.

Such Sweet Sorrow - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.13

SPOILER

Wartet, wartet - geht gleich wieder. Hier waren gerade ein paar zwiebelschneidende Ninjas unterwegs. Star Trek: Discovery hat mich diese Woche zum Weinen gebracht, und das nicht im negativen Sinne. Der Titel “Süße Trauer” trifft zumindest ein paar Teile der Episode auf den Punkt.

Raumschiff-Porno

Es ist die Enterprise! Von außen. Von innen. Im Ganzen. Im Manöver. Der Innenraum von außen gesehen. Ich mein, mit Blick raus ins All hat man ja ständig, aber die Kamerafahrt am Schiff entlang mit klaren Blick durchs Fenster in die Gänge. Da hatte ich Herzchenaugen. Die Griffe im Turbolift - hach. Ja, meist kann man mich mit bekloppten Kleinigkeiten sehr glücklich machen.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat man sich entweder mit dem Discovery-Stil arrangiert, mag ihn sogar oder quält sich aus welchen Gründen auch immer durch. Eine Enterprise in der Discovery-Serie kann nicht original so aussehen wie zu Klassik-Zeiten, das Gefälle wäre dann doch deutlich zu groß, selbst wenn die Discovery nicht dieses übermoderne Schiff wäre. Und die Serienmacher haben sichtlich Liebe und Mühe in eine angemessene Umsetzung gesteckt. Die Enterprise ist klar erkennbar und hat überall altbekannte Gimmicks.

Untermalt wird alles rund um die Enterprise mit nostalgisch-emotionsgeladener Musik. Eine gelungene Mischung aus dem neuen Score für Discovery und alten Klängen der Klassik-Serie. Auch die Sounds, vom Lift über Türen hin zu Torpedos, dürften bekannt vorkommen.

Dass Detmer eine astreine Pilotin ist, wurde innerhalb der Serie mehrfach erwähnt. Gleich zu Beginn kann sie ihre Fähigkeiten nun in voller Pracht zeigen. Statt zu beamen oder mit Shutteln auf die Enterprise überzusetzen, wird die komplette Crew über Gangways evakuiert. Und dafür müssen die beiden Schiffe nunmal so nah wie möglich aneinander ran. Ob ausklappende Stege von Schiff zu Schiff mitten im All wirklich die beste Idee sind und man sich so zusammengekoppelt nicht erst recht verwundbar macht, sei mal dahingestellt - cool sieht es auf jeden Fall aus. Wobei mir selbst eine solide Planke von Steg auf Segelschiff zu wackelig ist, aber gut, bevor man mit dem Schiff explodiert.

Übrigens nett von Cornwell, dass sie Pike den Sitz angewärmt hat. Man sieht nicht, ob sie erst mit der Evakuierung von der Discovery kam, oder schon mal vorgeschwommen ist. So plötzlich wie sie vor zwei Episoden verschwand, taucht sie jetzt auch wieder auf.

Als Nummer Eins schließlich ihren sichtlich erfreuten Captain wieder “Zuhause” begrüßt, kam das erste Sentimentals-Tränchen.

A Vulcan Goodbye

AI-Leland ist mit der Sektion-31-Truppe also der Enterprise und damit der davongesprungenen Discovery dicht auf den Fersen. Wenig überraschend ist das Spheren-Archiv komplett gegen seine Zerstörung und übernimmt kurzerhand alleine das Schiff. Zum Glück wird das “das hätten wir kommen sehen können” innerhalb der Episode erwähnt, denn ja, hättet ihr wirklich.

So schnell wie man sich off-screen dazu entschlossen hat, die Discovery zerstören zu müssen, will sich nun Burnham opfern. Die Ergebnisse der Analyse der roten Signale und das Unwissen von Burnhams Mutter führen zu einem logischen Schluss: Michael muss selbst in einem Roten-Engel-Anzug durch die Zeit springen.

Mit vereinten Kräften kann man so ein Ding anscheinend auch in rasender Geschwindigkeit bauen. Blöd nur, dass der Zeitkristall unfassbar viel Energie braucht. Wie gut, dass es die Short Treks gibt. Die überkluge Königin Me Hani Ika Hali Ka Po (Yadira Guevara-Prip) kann zusammen mit ihrer skurrilen Bekanntschaft Tilly - und Reeno -  gemeinsam ein wenig über Wissenschaft geeken und dabei der Crew helfen.

Dann doch blöd, denn der Energieaustoß wird unkontrolliert sein und den Zeitkristall zerstören. Es wird ein One-Way-Trip in die unbekannte Zukunft. Irgendwie wird bei den ganzen Abschiedsszenen vergessen, dass man ja nunmal davon ausgeht, dass Burnham der Rote Engel ist, der die Signale verursacht. Ganz so One-Way scheint es ja dann doch nicht zu sein, oder?

Auch tickt die Zeit, und bei all dem, was die in einer Stunde zu erledigen haben, gehören lange Abschiedsszenen eigentlich nun nicht unbedingt dazu. Und über den Glaskugel-Zeitkristall muss ich immer noch schmunzeln. So ganz komme ich auch geografisch nicht hinterher: Wie genau schaffen es Sarek und Amanda, so schnell zur Discovery zu kommen?

Das übliche Mantra: Man darf einfach nicht zu sehr nachdenken. Denn auf der Gefühlsebene hat man alles richtig gemacht. Ein guter Schachzug, eher Saru das Wort zu geben statt Burnham. Sie muss nicht alleine auf die Mission. Neben Saru schließen sich auch Tilly, Stamets, Spock, Detmer, Owosekun, Reno, Nhan, Nilsson, Rhys, Bryce und Osnullus an - und sie dulden keinen Widerspruch. Auch wenn es ob der Bedrohung im Nacken zeitlich unpassend scheint, die kurzen Einzelszenen mit vermeintlich letzten Worten aller Beteiligter an ihre Lieben lässt es wie echte Abschiede wirken. “Committing to a life amongst the stars is in itself a resolution to leave some things behind” - sorry, geht gleich wieder, muss nur kurz die Augen wischen.

Oh Captain, my Captain

Die Leistung sämtlicher Darsteller war in dieser Episode fantastisch. Sehr schön, dass Captain Pike an seinen ersten Auftritt anschließt und der “ich bin nicht Lorca”-Motivationsrede in allem Stress noch die richtigen Worte des Abschieds findet. Während er zu Beginn der zweiten Staffel sich noch jedes Mitglied der Brückencrew vorstellen lässt, spricht er nun von sich aus jeden einzeln (nagut, außer Osnullus) mit Namen an und hat persönliche Worte parat. Sie danken es ihm mit einem gebührenden Salut, ein echter Gänsehautmoment.  Die Reise, die sie gemeinsam hinter sich haben, ist in dem Moment nahezu greifbar.

Anson Mount brilliert als Captain Pike. Die Mischung der verschmitzt-verwegenen Art und des pflichtbewussten Vorzeige-Starfleet-Captains hat mich gänzlich überzeugt. Und auch Ethan Peck hat das schwere Erbe der Spock-Darstellung gut gemeistert. War ich zunächst skeptisch, was die enge Anknüpfung an die Klassik-Serie angeht, so widerrufe ich fast alles und wünsche mir nun lautstark die bereits erwähnte weitere Prequel-Serie über die frühen Abenteuer der Enterprise in der Ära vor Kirk. Ich bin mit diesem Pike noch nicht fertig. Auch wenn ich tief im Herzen immer mit Jean-Luc fliegen werde.

Und sonst?

Bei aller Dramatik kam auch der Humor nicht zu kurz und konnte vor allem auch an den selbstreferentiellen Stellen punkten. Denn ja, ‘was auch immer Georgiou da macht’. Ihr Charakter ist an sich dort gänzlich überflüssig und durch die extrem überzeichnete Art auch mitunter nervig, aber irgendwie ist sie halt doch dabei, und auf quere Art ist das auch gut so. Schon alleine für die “Das ist eine schlechte Idee”-Szene.

Mittlerweile zeichnet sich auch mehr das mögliche Bild der anstehenden Sektion-31-Serie ab. Ash Tyler (Shazad Latif) schließt sich der One-Way-Mission nicht an, weil er mit seinem Wissen innerhalb der Sektion 31 Schadensbegrenzung betreiben will. Und Georgiou amüsiert sich weiter mit Rumsticheleien.

Zumindest beim momentanen Stand scheinen sich Stamets und Culber tatsächlich getrennt zu haben. Culber geht als Arzt auf die Enterprise, und Stamets bleibt auf der Discovery. Allerdings glaube ich da noch nicht so recht an das wirklich finale Ende. Immerhin muss ja auch Spock irgendwie noch in der aktuellen Zeit bleiben beziehungsweise zurückkommen.

Fazit

Hach, was fürs Raumschiff-Sternenflotten-Herz. Das Drehbuch-Regie-Gespann der Folge übernimmt auch die kommende. Das lässt für das große Finale nächste Woche hoffen. Wenn man zurück an das Ende von Staffel 1 denkt, liegt die Latte allerdings auch nicht besonders hoch.

Ob man für die dritte Staffel mit der One-Way-Crew weit in der Zukunft weitermacht? Mit neuer Mission oder beim Versuch, nach Hause zu kommen? Wird diese Discovery das Calypso-Schiff mit weiterentwickelten Spheren-AI? Findet Burnham ihre Mutter? Springen sie aus irgendeinem Grund gar nicht in die Zukunft? Anders als die wenig überraschende Tyler/Voq-Geschichte bleibt die Auflösung diesmal tatsächlich noch spannend.

Trailer STAR TREK DISCOVERY - S02E13 "Such Sweet Sorrow"

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.13 online

Die 2. Staffel von Star Trek: Discovery nähert sich ihrem Ende. Am Freitag geht es in Deutschland mit der 13. und damit vorletzten Episode der aktuellen Staffel weiter. Für die Folge Such Sweet Sorrow wurden im Vorfeld erneut Bilder und ein Trailer veröffentlicht, die schon einmal einen Eindruck vermitteln.

Die offizielle Inhaltsbeschreibung zu "Such Sweet Sorrow" fällt in dieser Woche besonders vage aus: Als die wichtige Mission der Discovery nicht nach Plan verläuft, realisiert Burnham, was getan werden muss. Die Crew des Schiffes bereitet sich währenddessen auf einen harten Kampf vor, als die Schiffe von Control der Discovery immer näher kommen.

Während die offizielle Inhaltsbeschreibung relativ wenig über die Episode aussagen, verraten die veröffentlichten Fotos doch etwas mehr. So gibt es in "Such Sweet Sorrow" ein Wiedersehen mit Me Hani Ika Hali Ka Po, die erneut von Yadira Guevara-Prip gespielt wird. Po traf im erste Short Trek "Runaway" auf Tilly, nachdem sie sich heimlich auf die Discovery geschlichen hatte. Es stellte sich heraus, dass die junge Frau die Königin ihres Heimatplaneten Xahea, ein Job, auf den sie allerdings wenig Lust hatte. Tilly konnte sie schließlich von einer Rückkehr überzeugen. Nun scheinen sich ihre Wege erneut zu kreuzen.

Inszeniert wurde "Such Sweet Sorrow" von Olatunde Osunsanmi. Für den Regisseur ist es die mittlerweile vierte Episode von Star Trek: Discovery, bei der er auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte. Zuvor inszenierte Osunsanmi in der 1. Staffel 1.04 "The Butcher's Knife Cares Not for the Lamb's Cry" und 1.13 "What's Past Is Prologue". In der 2. Staffel war er für 2.03 "Point of Light" verantwortlich.

Das Drehbuch stammt aus der Feder von Alex Kurtzman und Michelle Paradise, die ab der kommenden Staffel gemeinsam als Showrunner von Star Trek: Discovery aktiv sein werden. Zudem erhielten sie Unterstützung von Jenny Lumet, für die es der erste offizielle Autorencredit in der Serie ist.

Wer sich bis zum Start der neuen Folge etwas die Zeit vertreiben möchte, denen empfehlen wir unseren Podcast TrekCheck. Die Kritik zur letzten Episode gibt es zudem hier.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

Trailer STAR TREK DISCOVERY - S02E13 "Such Sweet Sorrow"

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.12

PODCAST

Zwar bewerten Johannes, Stefan und Nele "Tal der Schatten" unterschiedlich aber eben doch mit jeweils einer deutlich klarerer Meinung als es bei der letzten Episode der Fall war. Von Begeisterung über Zeitkristall-Probleme bis zu einem Hauch Resignation ist was dabei. Einig sind wir uns aber ob der Großartigkeit von Anson Mounts Captain Pike und begrüßen die kleinen Szenen, die ein wenig den Alltag der Crew zeigen.

Das bewährte Team aus Regisseur Douglas Aarniokoski und dem Autorenduo Bo Yeon Kim und Erika Lippoldt zeichnen sich für Star Trek: Discovery 2.12 verantwortlich. Zuvor inszenierten sie die Episode "Donnergrollen" aus der aktuellen Staffel. Aarniokoski führte bereits in der ersten Staffel bei "Lethe" Regie und ist sowohl bei den Short Treks als auch der kommenden Picard-Serie als ausführender Produzent beteiligt.

Wer nun Nele in der Fankurve für eine Prequel-Serie mit Pike und Spock Gesellschaft leisten möchte, hat durch unseren Sponsor, der FedCon GmbH, eine Möglichkeit dazu. Auf der diesjährigen FedCon (7.-10. Juni in Bonn) sind neben dem nahezu kompletten Hauptcast von The Expanse und Hauptdarstellern aus The Orville und Killjoys nämlich auch Anson Mount, Ethan Peck, Wilson Cruz und Shazad Latif von Star Trek: Discovery zu Gast.

Die jazzige Musik zum Ein- beziehungsweise Ausgrooven der TrekChecks verdanken wir nach wie vor dem wunderbaren Jens Dewald.

Through the Valley of Shadows - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.12

SPOILER

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Star Trek: Discovery 2.12

Wie schon bei “Donnergrollen” aus dieser Staffel ist auch für “Tal der Schatten” wieder das Regie-Autoren-Team aus Douglas Aarniokoski, Bo Yeon Kim und Erika Lippoldt verantwortlich. Star Trek: Discovery 2.12 hat von einer Art Khazad-dûm über Riesenbabys bis zu nerdigen Tischgesprächen einiges zu bieten.

Das Spielfeld

Bringen wir für die Übersicht erst einmal die Figuren auf ihre neuen Positionen. Diesmal wird angenehm wenig in der Zeit gesprungen. Georgiou wurde Ende letzter Episode mit auf die Discovery gebeamt und ist schon wieder unterwegs. Sie ist auf eigene Faust auf der Suche nach Leland. Tyler hingegen ist an Bord geblieben, und von seinen dramatischen Verletzungen ist gar nichts mehr zu sehen.

Die oberste Aufgabe der Discovery-Crew ist es nun, das Spheren-Archiv unter allen Umständen zu beschützen und hat sich deshalb möglichst bedeckt und weit weg von Leland zu halten. Die logischste aller Taten ist es natürlich, sofort das erneut aufgetauchte rote Signal anzusteuern. Da wird sie bestimmt niemand vermuten. Ganz besonders weil es diesmal in klingonisches Gebiet führt.

Auf nach Boreth, dem Planeten, wo der Voq-L’Rell-Spross aufwächst. Dies bringt L’Rell wieder ins Spiel, was uns auch einen kurzen Blick auf einen klingonisches D7-Schiff bietet. Da weder L’Rell noch Voq die besten Kandidaten für die anstehende Außenmission sind, nimmt dies Captain Pike höchst selbst in Angriff. In einer schicken Winterjacke, die ein super Merchandise-Produkt wäre.

Saru ist der neue coole Captain und erlaubt Burnham, auf einen gefährlichen Solotrip zu gehen. Also fast, letztlich schickt er ihr dann doch noch Spock als Aufpasser mit. Schließlich wird diesmal kein roter Engel kommen, um sie zu retten.

They look like us now

Die beiden machen sich per Shuttle auf zu den letzten Koordinaten eines Schiffes der Sektion 31, das sich nicht wie vereinbart rechtzeitig gemeldet hat. Ähnlich wie der lasche Umgang der Discovery mit der Ansage, sich unauffällig zu verhalten, ist natürlich auch dieser Alleingang eigentlich ziemlich riskant und nicht unbedingt verantwortungsvoll. Immerhin wissen sie ja nun, dass Control auch Sektion 31 mit unterwandert hat. Aber nun gut - es bringt dafür jede Menge schöner Geschwistermomente zwischen Burnham und Spock, inklusive entnervten Seufzen.

Am Ziel angekommen erwartet sie ein grausiger Anblick: Überall treiben Leichen im All herum. Keine Lebenszeichen, bis auf eines. Und ja, ich habe nicht gleich vermutet, dass es sich bei Kamran Grant, der mit Burnham auf der Shenzhou diente, um einen weiteren Cylonen handelt. Genau genommen ging mir das Licht erst zeitgleich mit Burnham auf. Für mich also eine wirklich gelungene Heranführung.

Control hat mal wieder die Kontrolle über ein Schiff übernommen. Mannschaft stört eher, also alle Luken auf und einmal durchpusten. Aber was will Control überhaupt? Eine mögliche Motivation: Kriegsvermeidung, was im Prinzip eine der ursprünglichen Aufgaben in der Entwicklung des Systems war. Und logisch, wie so ein AI nunmal denkt, ist die effektivste Lösung zur Vermeidung von Kriegen, wenn man alles bewusste Leben auslöscht und die Kontrolle übernimmt. Hart, aber effektiv.

Wobei das immer noch nicht erklärt, warum ausgerechnet Burnham gebraucht wird. Mit Leland hat Control gelernt, auch andere Menschen zu imitieren. Dann würde es doch reichen, irgendein Crew-Mitglied der Discovery zu übernehmen, um an das Spheren-Archiv zu kommen. Und hätte Control nicht mehr Erfolg bei der Übernahme von Lebewesen, wenn es seine Nanobots schwarmmäßig schön verteilt rumfliegen lässt anstatt so zusammengeklumpt ein gutes Ziel abzugeben? Gibt allerdings den schöneren Horror-Effekt. Zum Glück hat Spock rechtzeitig den Supermagneten gefunden, was nun ja eine ganz neue Waffe gegen Control ins Spiel bringt.

Um schließlich an die obige Frage wieder anzuknüpfen: Es steht nach wie vor der Befehl, das Spheren-Archiv sicher und isoliert zu halten. Nun hatten Burnham und Spock gerade Begegnung mit Control. Es war an Bord ihres Shuttles. Sie waren an Bord eines von Control kontrollierten Schiffes. Sie waren Nanobots ausgesetzt. Und dennoch anscheinend sehr davon überzeugt, dass alles sicher ist. Wäre es nicht sinnvoller, sich eher in eine Art Quarantäne als ausgerechnet wieder zurück zur Discovery zu begeben?

Du bist aber groß geworden

Während Spock und Burnham mit dem Computer spielen, geht Pike ins Kloster. Ein Ort, an dem auch Worf eines Tages mal gerne rumhängen wird. Das Klosterdesign des europäischen Mittelalters hat sich ja ziemlich durchgesetzt. Selbst in fremden Welten in der fernen Zukunft sehen Klöster aus wie Klöster, und Mönche tragen weite Gewandungen mit großen Kapuzen. Nagut, bei den Klingonen kombiniert mit reichlich Khazad-dûm-Flair.

Der Fantasyaspekt endet hier leider noch nicht. Zeitkristalle sind richtige leuchtende Kristalle mit Zaubereigenschaften, an die nur die mutigsten Auserwählten gelangen können. Die Mönche sind so Wächter der Zeit und des Friedens, die die Klingonen vor sich selbst beschützen. Denn das Spiel mit der Zeit ist ein gefährliches. Allerdings sind sie auch erstaunlich schnell davon zu überzeugen, ihnen doch eine Chance zu geben. Wirklich lange bitten muss Captain Pike ja nun nicht gerade.

Obermönch Tenavik persönlich geleitet Pike in die Minen. Dass Vulkanier die Space-Elben sind, steht ja ohnehin schon fest. Nun sind Klingonen als Gegenpart die Space-Zwerge. Tenavik ist übrigens niemand geringeres als das bis dahin noch namenlose Baby von Voq und L’Rell. Also … nicht mehr so ganz das Baby. Innerhalb weniger Monate um viele Jahrzehnte gealtert. Zeitkristalle tun Dinge mit einem. Gut für Kenneth Mitchell - der Schauspieler steckte in der ersten Staffel unter der Maske von Kol, dann Kol-Sha und nun schließlich Tenavik.

Ding ist - auch wenn einem hier der Fantasy-Aspekt nahezu anschreit, fügt sich alles gut in die Episode und die Geschichte von Discovery ein. Optisch nichts Neues, aber ansprechend, dazu überzeugende Schauspieler und ein gutes Erzähltempo. Man macht also an sich viel richtig.

Höhepunkt hier liegt ganz klar in den Emotionen. Wieder einmal gelingt der Anschluss an die bereits bekannte Kanon-Geschichte der Klassikserie. Durch die Zeitkristalle erfährt Captain Pike von seinem dramatischen Schicksal. Und statt es nur erzählt zu bekommen, sieht man, wie er in einer heldenhaften Rettungsaktion selbst verstrahlt wird und entstellt im Rollstuhl landet. Ansons Mount brilliert weiter als Captain Pike. Alles wirkt glaubhaft. Der erste Schock, der später noch sichtlich nachwirkt, ebenso wie die grandiose Szene, in der er sich selbst an die edlen Auftrag eines Starfleet-Captains erinnert und so Mut zuspricht. Für das Wohl des Ganzen ist er bereit, sein Schicksal in Kauf zu nehmen.

Lol, Menschen

Obwohl alles hochdramatisch ist, bleibt an Bord der Discovery Zeit für Zwischenmenschliches. Gut so! Jett Reno war nicht einfach verschollen, sondern hat sich anscheinend kräftig mit der Crew (wo war Tilly eigentlich, muss ich mir Sorgen machen?) angefreundet. Diese kleine Alltäglichkeiten wie die Neckereien untereinander beim Essen in der Messe zu sehen, machen eine solche Serie erst lebendig. Auch die spätere Szene zwischen Reno und Culber nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, bringt aber dennoch mehr Farbe ins Spiel. Bitte mehr davon.

Und was ist aus “Die Zukunft ist noch nicht geschrieben” geworden? Mit der Mitnahme des Zeitkristalls soll Pike laut Klingonenmönch sein Schicksal fest besiegelt haben. Kann er jetzt also auf Weltraumspaziergänge ohne Anzug gehen, weil er ja sicher erst später irgendwann mal sterben wird? Wie funktioniert Schicksal?

Auf ein Wiedersehen mit der Enterprise müssen wir wohl auch nicht lange warten. Zur Rettung der Crew steht ein Rendezvous an, um dann die Discovery zu zerstören. Eine andere Lösung, um Control von der völligen Übernahme abzuhalten, scheint es nicht zu geben. Oder wird das Schiff vielleicht doch versteckt und wartet für hunderte von Jahren auf die Rückkehr der Crew? Ja, ich spiele auf Calypso an. Elegant-subtil ist aus.

Fazit

Wenn man mit Fantasy-Aspekten und klumpenden Nanobot-Schwärmen klar kommt, ist “Tal der Schatten” eine spannende Folge mit sehr angenehm-kurzer, flüssiger Erzählweise. Es passiert jede Menge an unterschiedlichen Handlungsorten, ohne dass gehetzt oder unübersichtlich wird. Meine Angst vor den Klingonen war unbegründet, der Ausflug gefällt mir diesmal sogar.

Sämtliche Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab, allen voran Anson Mount, der eine ganze Palette von Gefühlen bei Captain Pike zeigt. Jetzt will ich erst recht die Prequel-Serie über die frühen Jahre der Enterprise mit Pike und Spock.

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.12 online

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Star Trek: Discovery 2.12

Die 2. Staffel von Star Trek: Discovery biegt so langsam auf die Zielgerade ein. Am Freitag setzt Netflix die Ausstrahlung in Deutschland mit der zwölften und damit drittletzten Episode der Staffel fort. Für die Folge mit dem Namen "Through the Valley of Shadows" wurden im Vorfeld ein Trailer und eine Reihe von Bildern veröffentlicht. Diese zeigen unter anderem ein paar Rückkehrer.

Rein inhaltlich muss sich die Crew der Discovery mit den Folgen der letzten Episode auseinandersetzen. Burnhams Mutter ist wieder in der Zukunft verschollen, doch ein neues Signal macht dem Commander Hoffnung. Das Signal führt die Discovery zu einem abgelegenen Planeten, der Tyler allerdings mehr als bekannt ist. Gleichzeitig sind Burnham und Spock auch auf der Jagd nach dem Schiff der Section 31, auf dem sich Leland befindet. Bei ihrer Suche stoßen die beiden auf eine Entdeckung, die katastrophale Konsequenzen haben könnte.

In "Through the Valley of Shadows" gibt es gleich zwei Wiedersehen mit vertrauten Gesichtern. So kehrt zunächst Mary Chieffo als L'Rell zurück. Die Anführerin der Klingonen war bisher in einer Episode der 2. Staffel mit von der Partie. Darüber hinaus wird auch Tig Notaro ihre Rolle als Commander Jett Reno wieder aufnehmen.

Die Inszenierung der Episode übernahm Douglas Aarniokoski. Für den Regisseur ist es die insgesamt dritte Regiearbeit für Star Trek: Discovery. Zuvor war Aarniokoski für die Folge "Lethe" in Staffel 1 verantwortlich. Für die 2. Staffel inszenierte er "The Sound of Thunder" beziehungsweise "Donnerhall", die Folge, in der Saru auf seinen Heimatplaneten zurückkehrt. Bei den Autoren wurde auf die gleiche Kombination wie bei Aarniokoski letzter Folge gesetzt. So stammt das Skript zu "Through the Valley of Shadows" wie bei "The Sound of Thunder" von Bo Yeon Kim und Erika Lippoldt.

Wer sich vor dem Start der neuen Folge am Freitag noch etwas die Zeit vertreiben möchte, denen empfehlen wir unseren Podcast TrekCheck. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich mit der letzten Folge "Perpetual Infinity". Die passende Kritik zu der Episode gibt es hier.

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.11

PODCAST

Star Trek: Discovery 2.11 ist schon irgendwie gut. Aber berührt nicht. Meh, aber positives meh? So ist der TrekCheck diese Woche ein klein wenig eine begleitende Selbsthilfegruppe zur Meinungsfindung.

Regisseurin Maja Vrilo (Hawaii Five-O) lieferte eine actionlastige Folge ab. Zudem konnten sich die Autoren Alan McElroy (Vampire Diaries, “On Obol for Charon”) und Brandon Schultz bei “Der Zeitsturm” auf eine Haupthandlung konzentrieren und mussten sich nicht wie ihre Vorgänger mit viel zu viel Exposition herumschlagen.

Evil-AI-Control macht aus Leland einen Pseudo-Borg-Prototyp mit Terminator-Vibes. Culber ist wieder Arzt im Dienst, Georgiou hat ihre Nieten verloren, Admiral Cornwell ist dem charakterfressenden Schwarzen Loch an Bord der Discovery zum Opfer gefallen. Spock ist ein Bruder. Burnham hat gleich mehrere Mütter. Und das Spheren-Archiv hat teilweise die Kontrolle über die Discovery.

Stefan, Nele und Johannes probieren diesmal vor allem, sich nicht all zu sehr in den Zeitlinien zu verlieren. Nebenbei wird mit Pock und Spike noch die Idee für eine animierte Comedy-Serie über die Nachtcrew der Enterprise gepitcht. Dafür ohne Eichhörnchen. Und wir entschuldigen uns bei Polen. Es war nicht so gemeint. Wirklich.

Perpetual Infinity - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.11

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Nachdem die letzte Episode vor allem viel Exposition und einen Cliffhanger geboten hat, liefert Regisseurin Maja Vrilo (Hawaii Five-O) mit Star Trek: Discovery 2.11 eine actionlastige Folge ab. Zudem konnten sich die Autoren Alan McElroy (Vampire Diaries, “On Obol for Charon”) und Brandon Schultz bei “Der Zeitsturm” auf eine Haupthandlung konzentrieren.

Die Zeit ist aus den Fugen

Shakespeare und Star Trek - das geht doch eigentlich immer gut zusammen. Diesmal zitiert nicht Jean-Luc, sondern Spock sehr passend aus Hamlet (Akt I, Szene V): “Die Zeit ist aus den Fugen; Fluch der Pein, muss ich sie herzustelln geboren sein!”. Und ja, die Zeit ist ziemlich aus den Fugen. Kommt ihr noch mit?

Also Star Trek: Discovery spielt aktuell im Jahr 2257. Etwa 20 Jahre zuvor verliert Burnham ihre Eltern und wird von Sarek adoptiert. Burnhams Mutter ist von da aus 950 Jahre in die Zukunft gesprungen, wo ihr Red-Angel-Anzug ankert. Sprich sie kann zwar reichlich durch die Zeit hüpfen, aber nicht lange bleiben, sie wird immer wieder in die postapokalyptische Zukunft zurückgeholt, wo es weit und breit kein Leben und keine Technik mehr gibt. Sie versucht, Control und damit die Zerstörung allen Lebens aufzuhalten. Was ihr noch nicht gelungen ist. Dabei durchlebt sie immer wieder diverseste Varianten von vor allem Michaels Tod. Und wenn man nun das Archiv der Sphere soweit mit in die Zukunft schickt, kommt Control nicht mehr ran. Soweit richtig? Einmal aufgeschrieben und den Rest der vergangenen Folgen überwiegend ignorierend wirkt es eigentlich gar nicht mehr so verwirrend.

Nun müsste 950 Jahre in der Zukunft ja auch ungefähr zu der Zeit der Short-Trek-Folge “Calypso” sein, wo man es im Gegensatz zu Control mit einem recht freundlichen AI-System zu tun bekommt. War das schon ein Vorbote, was mit Dr. Burnham und der Discovery (zumindest in einer Zeitlinien-Version) noch innerhalb der Serie, eventuell gar der nächsten paar Folgen, geschieht? Immerhin spricht der Bordcomputer davon, dass sie auf die Rückkehr der Besatzung wartet. Allerdings muss Dr. Burnham in irgendeiner Form in irgendeiner Zeitlinie auch tatsächlich bei dem Klingonen-Angriff sterben.

Und 950 Jahre auf 2257 draufgerechnet ist man im Jahr 3207. Was ja dann nach dem Entsenden von Zeitagenten der Föderation im 31. Jahrhundert im Rahmen des Temporalen Kalten Krieges ist. Soweit man bei so Zeitkram von “nach” sprechen kann. Und hey, wenn Control siegt, kommt es in der Zeitlinie zu gar keinem Temporalen Kalten Krieg. Immer das Positive sehen.

Ganz die Mutter

Sonja Sohn (The Wire) liefert als Dr. Burnham ganze Arbeit ab. Sie hat diese eine Episode Zeit, um sowohl die Verbindung zu ihrer Tochter Michael darzustellen, als auch die Probleme ihrer Mission glaubhaft zu vermitteln. Denkt man doch mal an Doctor Who, wo der Doctor immer wieder darauf hinweist, was das Durchleben von mehreren Zeitebenen und langen Perioden doch auch für Schmerz mit sich bringt. Nun ist Dr. Burnham wenig freiwillig derart durch die Zeit gesprungen. Erst die spontane Flucht vor den Klingonen, dann viel weiter als geplant in der Zukunft gelandet, wo sie zudem gänzlich alleine ist. 20 Jahre lang im Kampf gegen Control und dabei wieder und wieder mit ansehen müssen, wie ihr Kind stirbt.

Wenn man das bedenkt, ist es kein Wunder, dass sie zumindest in der ersten Hälfte der Episode nicht gerade für den “Mutter des Jahres”-Preis nominiert werden kann. Die arme Michael ist langsam doch echt durch genug traumatischen Mist durch. Als Highlight der Schock, dass ihre Mutter doch noch lebt und sogar der Rote Engel ist, nur um gleich wieder durch ihre abweisende, pessimistische Art weggestoßen zu werden. Wobei man durchaus erkennt, von wem Michael ihren Charakter hat. Aber zum Glück dreht sich Dr. Burnham in der zweiten Hälfte, so dass Michael trotz erneuten Verlust dennoch im Abschied eine gewisse Katharsis erleben kann. Michaels Vater wird in dieser Episode übrigens von Kenric Green, dem Ehemann von Sonequa Martin-Green, gespielt. Wem das Timey-Wimey nicht reicht und noch ein wenig Wibbly-Wobbly dazu haben mag.

An sich ganz angenehm, dass ihre Geschichte nicht einfach von Dr. Burnham direkt erzählt, sondern über Videos vermittelt wird. Sie hat nämlich in bester Youtube-Vlog-Manier alles genauesten dokumentiert, und der Multifunktions-Roter-Engel-Anzug hat auch einen MovieMaker zum Schneiden diverser Kamerawinkel integriert. Voll praktisch, das Teil.

Wieso hat man im 23. Jahrhundert eigentlich das mit der mitochondrialen DNA nicht viel mehr auf dem Schirm? Klang so, als hätte Dr. Culber die Daten aus Airiams Speicher gründlich mit Michael abgeglichen und ja auch noch gesagt, dass es sich nicht um etwas künstlich erschaffendes handeln kann, da die Fehler und Abweichungen, die man so im Leben halt hat, übereinstimmen. Und da erkennt man nicht, dass es sich um die Mutter handelt? Ernsthaft? Aber mal sehen, eventuell steigt ja doch noch Michael in den Anzug.

Und alles nur, weil ich dich liebe

Spock liebt Wissenschaft, und alle lieben Burnham. Dass Spock begeistert der Wissenschaft anhängt, überrascht ja nun nicht, kommt so enthusiastisch ausgesprochen aber ganz sympathisch rüber. Tilly und er gäben sicher ein witziges Gespann ab. Ungefähr da steige ich dann aber bezüglich Wissenschaft und Technik in dieser Episode auch schon wieder aus. Ich möchte da einfach nicht weiter drüber nachdenken.

Bleiben wir also auf der Gefühlsebene. Michael ist überdeutlich das Zentrum der Serie und besonders dieser Episode. Ich meine, sie hat tatsächlich einen Engel, der unbemerkt ihr ganzes Leben (und gleich mehrere davon) genau beobachtet hat. Und sie hat mindestens drei Mütter, die sie sehr lieben. Mit Georgiou und Dr. Burnham haben zwei von ihnen das erwartete Gespräch unter vier Augen, in dem Dr. Burnham der einstigen Imperatorin klar macht, dass auch diese große Liebe für Michael in sich hat und bereit ist, einiges für sie zu opfern

.Überhaupt weiß Dr. Burnham ziemlich viel. Das allsehende Auge. Aber ausgerechnet von den sieben rot-explosiven Zeichen, die bisher alle mit dem Roten Engel in Verbindung brachten, will sie nichts wissen. Oha. Ich wiederhole: Doch noch Future-Michael als Roter Engel? Oder wer ganz anderes?

Aber wir waren ja bei der Liebe. Also. Tyler liebt Michael natürlich auch. Allerdings riskiert er gegen AI-Leland sein Leben auch für die gesamte Discovery-Crew. Er weiß halt doch, wem seine Loyalität gilt. Dafür merkt man noch mehr als in der letzten Episode, dass Spock für Michael durchaus nach wie vor Geschwisterliebe empfindet. Die Szenen zwischen den beiden waren abermals sehr schön inszeniert und die Chemie stimmig. Auch wenn Vulkanier ihre Sympathien anscheinend nicht einfach aussprechen können, sondern dafür ein Schachspiel als Zeichen anbieten. Vermutlich kann er durch die Offenbarung von Dr. Burnham nun auch viel entspannter sein: Seine Dyslexie ist kein Fehler, sondern macht ihn besonders. Nur mit ihm konnte der Rote Engel kommunizieren, da er durch die Verbindung aus seinem vulkanischen Anteil, Empathie und eben der Dyslexie das Zeitdurcheinander halbwegs geordnet bekommt. Oder zumindest so etwas in der Art.

Resistance is pointless

Borg, ick hör dir trapsen! Stich ins Auge, Mini-Maschinchen im Körper, Umrüstung von Mensch zu Computer-Mensch, die Art wie Tyler Leland mit halboffenen Gesicht vorfindet. Es riecht schon ziemlich nach Borg. Aber vielleicht spielen die Serienmacher auch nur mit uns. Das eingeworfene “Struggle is pointless” riecht aber ziemlich nach “Resistance is futile” in diesem Zusammenhang. Wobei die Borg ja eher alles assimilieren statt zerstören wollen. Control also eine Art frühe Entwicklungsstufe? Immerhin wissen wir derzeit immer noch nicht, was genau Control ist und überhaupt will. Warum alles bewusste Leben auslöschen? Was hat Control davon?

Schon amüsant die Erklärung, warum Control sich erstmal die Darstellung einer Vulkanierin und nun von Leland ausgesucht hat. Richtige Menschen mit deutlichen Gefühlsäußerungen sind zu schwierig. Leland mit seiner kalten Art und moralisch flexiblen Verhalten kommt da ganz gelegen und wird ihm zum Verhängnis. Warum auch immer Control das Zwiegespräch mit Leland zum Erläutern brauchte (und wie auch immer er so fixiert werden konnte). Immerhin wurde ihm ja schon ins Auge gestochen, und man hätte gleich die Control-Minions injizieren können. Aber das wäre für den Zuschauer weniger spannend in der Darstellung, zugegeben.

Wie gut, dass Georgiou clever ist und erkennt, dass mit Leland etwas faul ist. Dafür darf sie auch nochmal ihre Kung-Fu-Fähigkeiten unter Beweis stellen und zudem die Beziehung mit Tyler festigen. Wobei diesem das nicht ganz so gut bekommt. Immerhin stirbt er nicht durch AI-Leland, sondern kann sich noch mit Rettungskapsel absetzen. Georgiou wurde ja eh auf die Discovery gebeamt. Sind sie (fast) wieder alle beisammen, ist doch auch nett.

Wieso genau braucht Control das Spheren-Archiv, um sich weiterzuentwickeln? Also ja, sicherlich hilfreich wenn es schneller gehen soll, aber so gar keine weitere Entwicklung auch in der fernen Zukunft? Und wieso soll das Spheren-Wissen ausgerechnet 950 Jahre in der Zukunft so absolut sicher sein? Ich sehe da deutlich zu viele Wenn-und-Abers in diesem Plan.

Und sonst so? Georgiou hat ihre Nieten verloren, Culber dafür seinen weißen Kittel/Uniform wieder bekommen. Das rollstuhlfahrende Crew-Mitglied darf wieder einmal durchs Bild fahren. Captain Pike ist nach wie vor total im Captain-Modus, was anhaltend gefällt. Wo zur Hölle steckt Admiral Cornwell? Die war letzte Woche doch noch da. Leistet sie gerade Nummer Eins und Jett Reeno Gesellschaft?

Wenn nun Dr. Burnham wie versprochen vor den Angriff der Klingonen springt und ihre Familie rettet - dann wird Michael ja nie Spocks Adoptivschwester. Und vielleicht lernt sie nie Georgiou kennen. Landet nicht auf der Discovery und so weiter. Was ja wiederum eine Erklärung dafür wäre, warum Classic-Spock nie etwas über das Schiff und seine Schwester fallen lässt. Aber jetzt bekomme ich wieder Zeitlinien-Kopfschmerzen.

Fazit

Beim Sehen blieb ich leider emotional recht unbewegt und weiß nach wie vor nicht so recht, was ich von der Episode halte. Allerdings gibt es an sich viele Pluspunkte: “Der Zeitsturm” ist schlüssig und rund erzählt, die Action passt und ist nicht komplett übertrieben, viele Fäden der Staffel verbinden sich elegant, die Darsteller überzeugen, und dass sich auf den Haupthandlungsstrang konzentriert wird, tut sichtlich gut. Auch wenn dennoch gefühlt mehrere Leben in acht Serienstunden und 45 Folgenminuten gequetscht werden.

Alles in allem muss ich wohl sagen, dass es sich um eine gute Folge handelt. Auch wenn ich das noch nicht so spüre. Vielleicht muss sie noch ein wenig länger wirken.

Star Trek: Discovery - Alex Kurtzman verspricht in Staffel 2 Antworten für die Kanonprobleme

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Eines der großen Probleme von Star Trek: Discovery, das von Kritikern immer wieder angesprochen wird, ist die Kontinuität. Viele Dinge, die in der Serie eine Rolle spielen, passen nur bedingt in den bekannten Kanon von Star Trek. Die 2. Staffel von Discovery soll in dieser Hinsicht jedoch einige Lösungen bringen, zumindest wenn man Alex Kurtzman Glauben schenken kann. Der Showrunner von Discovery sprach am Wochenende auf dem PaleyFest LA über das Thema und versprach Antworten für die Fans.

"Wir sind uns der Fragen und Kritik durchaus bewusst. Ich habe alles gelesen und kann verstehen warum viele sagen 'Der Sporenantrieb hat nie existiert' und 'Die Discovery wurde bisher nie erwähnt'. All dieser Dinge sind wir uns bewusst und ihr werdet Antworten bekommen."

Auch Darsteller Anthony Rapp wurde zu dem Thema befragt und äußerte sich ebenfalls optimistisch, dass die verbleibenden Folgen, die Kanon-Probleme lösen werden.

"Ich glaube, die letzten Folgen werden den Kreis für viele Menschen schließen. Wenn wir unseren Job richtig gemacht haben, zumindest von dem was in den Drehbüchern stand, ich habe die Folgen noch nicht gesehen, werden wir viele offene Fragen beantworten und zeigen, dass wir in den Kanon passen. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Leute zufriedenstellen werden. Als jemand, dem der Kanon zu einem gewissen Grad ebenfalls sehr wichtig ist, kann ich nur sagen, wenn das die Leute nicht glücklich macht, dann weiß ich nicht, was wir noch tun können."

Bei Star Trek: Discovery geht es am Freitag bei Netflix mit der mittlerweile elften Episode weiter. Als Vorgeschmack für die Folge wurden im Vorfeld wieder eine ganze Reihe von Fotos sowie ein Trailer veröffentlicht.

Die Episode "Perpetual Infinity" bringt Burnham ein Wiedersehen, dass sie nie für möglich gehalten hätte. Allerdings verläuft dieses nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Gleichzeitig hat auch die Sektion 31 ein paar Probleme. So müssen Georgiou und Tyler feststellen, dass Leland sich sehr mysteriös verhält.

Wer sich bis zur Episode noch etwas die Zeit vertreiben möchten, denen empfehlen wir unseren Podcast TrekCheck. Dessen letzte Ausgabe dreht sich um die zehnte Episode von Star Trek: Discovery. Die passende Kritik zu der Folge gibt es hier.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.10

PODCAST

Und der Engel sprach zu ihnen: "Ernsthaft jetzt? Ihr nehmt es hin einen Menschen zu töten um mich mit dieser unnötig komplizierten Maschine zu fangen - wofür überhaupt? Und Michael, ich hab wichtige Dinge zu tun. Wie oft muss ich dich noch aus bekloppten Situationen retten, in die du dich selbst begibst. Get your shit together!"

Leider kam es zu einem Zwischenfall mit einem Zeitkristall, so dass wir gerade nicht wissen, wann Anne und Stefan sind. Diese Woche widmen sich also Johannes und Nele als Duo um Star Trek: Discovery 2.10. Wir sprechen über rote Engel (natürlich), Zeitkristalle (ahnungslos), Mörder-Alexas (naheliegend), Nietenanzüge (ablenkend), Zeitreisen (timey-wimey), Mausefallen (unnötig gefährlich) und Eichhörnchen (süß).

Während wir die Vorgänger-Episode "Projekt Daedalus" beim Gucken an sich gut fanden und eher hinterher ein fahler Nachgeschmack blieb, geht es mit "Der rote Engel" ein klein wenig in die andere Richtung: Während der Folge und kurz danach sehr angenervt, mit etwas Nachgaren über das Wochenende wirkt sie aber gleich gar nicht mehr sooo schlimm. Dennoch ist gerade dieser TrekCheck nichts für Leute, die es nicht mögen, wenn man sich negativ auslässt.

Erneut geht unser Dank an Jens Dewald für die Musik und die FedCon GmbH für die freundliche Unterstützung unseres Podcasts. Die FedCon findet dieses Jahr wieder an Pfingsten (7.-10. Juni) in Bonn statt und neben Hauptdarstellern von The Expanse und The Orville werden auch Anson Mount, Ethan Peck, Wilson Cruz und Shazad Latif von Star Trek: Discovery zu Gast sein.

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