Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

The Red Angel - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.10

SPOILER

Star Trek: Discovery 2.10 kommt wie eine Finalepisode daher. Dabei bleiben der Staffel noch vier Folgen. Vielleicht ganz gut so, denn leider erzählt “Der rote Engel” (oder auch “Projekt Daedalus - Diesmal wirklich”) zwar viel, kann jedoch erzählerisch nicht überzeugen.

Licht und Schatten

Fangen wir doch mal mit dem Positiven an: Man kommt bezüglich des Roten Engels überraschend schnell zum Punkt. Statt wie erwartet als Highlight der Episode, erfährt man erfreulich früh und schon beinahe nebenbei, dass Burnham in dem Anzug steckt. Diesbezüglich gibt es innerhalb der Folge noch einmal eine Wendung, die so bei uns noch niemand auf dem Schirm hatte.

Auch dass diverse Charaktere in unterschiedlichen Konstellationen zumindest jeweils kurz ihre Screentime erhalten und man erfährt, dass Airiam nicht einfach im All treiben gelassen wurde - durchaus nett. Die Ausführung lässt jedoch zu wünschen übrig. Wer nicht so gerne negative Kritiken liest, sollte jetzt vielleicht besser aufhören.

Wie grottig geschrieben war denn bitte diese Episode? Da muss man nicht einmal auf abgehackte Szenen mit fehlenden runden Übergang eingehen. Beinahe alle Dialoge wirken extrem künstlich und deplatziert. Krönung war sicherlich Georgious Anfall gegenüber Culber und Stamets. Versucht sie sich als provokative Paartherapeutin? Ich kann auch gut auf das ständige “Also in MEINEM Universum …” verzichten. Tillys “Was war das denn gerade?” lässt zumindest ein Minimum an Selbsterkenntnis der Schreiber zugestehen.

Verantwortlich für das Drehbuch sind zwei Neulinge. Anthony Maranville und Chris Silvestri waren zwar schon als Teil der Crew und als Assistenten von Drehbuchautoren an Produktionen beteiligt (Hannibal, Star Trek: Discovery, Monk), doch zuvor noch nie als eigenständiges Autorenduo für eine Episode aktiv. Ausgerechnet sie mit der eher undankbaren Aufgabe zu betrauen, eine klare “Info-Folge” irgendwie umzusetzen, ist schon fast unfair. “Hier, das alles wollen wir drin haben, jenes müssen wir alles erzählen, damit wir zum Finale kommen. Ihr habt 45 Minuten. Los.”. Die Regie hat übrigens Hanelle Culpepper geführt, in deren Hand auch die Pilot-Episode der neuen Picard-Serie liegt.

Warum sollte mich das kümmern?

Sowohl innerhalb unserer Redaktion als auch in meiner Filterblase schwanken die Meinungen nach dem unmittelbaren Sehen der Episode zwischen “Ach, war ok. Nichts Tolles, aber auch keine Katastrophe” und “Das war ja noch schlimmer als die Klingonen-Folge”. Es zeichnet sich ab, dass ein Kritikpunkt aus letzter Woche kräftig mit reinspielt: Warum sollte mich all das überhaupt kümmern?

Die Airiam-Folge in sich hat für viele noch einigermaßen funktioniert. Zwar wäre das Pay-off deutlich höher gewesen, wenn man schon über die Staffeln verteilt immer wieder Ausschnitte der Beziehungen der Crewcharaktere untereinander mitbekommen hätte, aber in sich hat man alle nötigen Informationen auf schön erzählte Art erhalten. So konnte “Projekt Daedalus” zumindest beim Sehen überzeugen und emotional mitnehmen. Erst beim drüber Nachdenken im Nachhinein stolpert es.

Nun ist mit der einwöchigen Pause von der emotionalen Bindung nicht mehr viel geblieben, so dass die Eröffnungsszene unterkühlt bleibt. Optisch schön inszeniert, keine Frage. Ich mag auch einfach Crew-Aufläufe mit großen Reden in Raumschiffhangars. Kommt in diversen Sci-Fi-Serien immer wieder mal vor. In diesem Falle drängt sich natürlich die Bestattungs-Szene aus Star Trek II: Der Zorn des Khan auf. Auch der Verlust von einem Freund, der sich selbst geopfert hat. Aber mit Amazing Grace statt Sarus Gesang. Und mit Spock einem Charakter, zu dem auch der Zuschauer einen wirklichen Bezug hat.

So jedoch haben in “Der rote Engel” die einzelnen Ansprachen von Pike, Tilly, Stamets, Detmer und Burnham deutlich zu viel Zeit eingenommen. Zeigt mir all die Freundschaften, Bindungen, Charaktermomente verteilt über die Serie und erzählt mir nicht erst wenn es dringend nötig ist im Schnelldurchlauf davon. Besonders wie hier dann auch noch erst hinterher. So wie mit Airiam als Beispiel kommen und kamen so ziemlich alle wichtigen Nebencharaktere und zwischenmenschliche Momente, die eine Serie erst lebendig machen, viel zu kurz. Und das fällt den Machern nicht erst jetzt auf die Füße.

Sucktion 31

Was geht mir Sektion 31 mittlerweile auf die Eier. Nicht nur, weil Georgiou in ihrem neuen 80er-Jahre inspirierten Nietenlook sehr ablenkt. Wie gut, dass man sich so gaaaar nicht an Sternenflottenregeln halten muss. Obwohl man ja doch Teil davon ist. Aber super-duper Geheimorganisation, für die nur Leute der Super-Evil-League-of-Evil in Frage kommen. Alan van Sprang spielt Leland zumindest genau so, wie man das von einem von Alan van Sprang gespielten Charakter erwartet.

Inwiefern Control noch Probleme bereitet, wird sich zeigen. Immerhin sei mit der Löschung Airiams und der Explosion des einstigen Hauptquartiers die Hardware zerstört. Und alle Schiffe von Sektion 31 habe man angewiesen, ihre Computer zu checken. Einmal Antivir drüberlaufen lassen, oder so. Was soll schon schief gehen. Fragen wir doch mal Leland, dem jetzt mindestens ein Auge fehlt. Wobei, vielleicht war das auch gar nicht Control, sondern Spocks Rache. Immerhin war der enttäuscht, nicht dabei gewesen zu sein, als Burnham Leeland ein wenig vermöbelt hat.

Nun haben sie auch noch einen Zeitreise-Iron-Man-Anzug entwickeln lassen, den alle für Technologie aus der Zukunft hielten? Ok. Und wieder einmal sind die Klingonen schuld. Von denen kommen wir so wenig los wie Tyler. Mittlerweile einer der überflüssigsten mitgeschleiften Charaktere überhaupt. Bin mal gespannt, ob der sich nochmal als nützlich erweist. Also jenseits von Liebeleien inklusive Star-Wars-Anspielungen. “Ich weiß”.

Was machst du eigentlich hier?

Die Figuren müssen in Position gebracht werden. Die große Finalrunde wartet. Dass diese Episode überwiegend als Informationsweitergabe dient, ist leider überdeutlich. So wirkt das Anbringen unterschiedlicher Problemfelder eher als das Abhandeln einer Pflichtaufgabe und nicht wie ein cleveres 3D-Schachspiel mit Tiefe.

Georgious verbale Ausfälle habe ich ja bereits erwähnt. Auch Culber scheint nicht so ganz von ihrer Befähigung als Counselor überzeugt zu sein. Seine Wiederauferstehung und Probleme der Selbstfindung sind ein Job für ganz oben. Niemand geringere als Admiral Cornwell soll ihm helfen. Ihre therapeutische Ausbildung hat sich voll gelohnt: “Sie sind nicht mehr der Alte. Gehen Sie einen neuen Weg und entdecken Sie sich neu”. “Gesunde Ernährung und Bewegung an frischer Luft”. Oder so ähnlich.

Wieso hat Culber eigentlich noch nicht seinen Offiziersstatus zurück und läuft in ziviler Kleidung herum, agiert aber wie der Chef der Krankenstation? Und klar, Stamets ist genial. Aber doch eigentlich mehr so Bio-Ingenieur. Wäre jemand wie etwa Jet Reeno oder sonst irgendwer der Technik-Crew nicht noch ein wenig mehr in das Mausefallen-Projekt einzubinden?

Airiam ist abgehakt, bleibt Nhan, die die Ereignisse der vergangenen Episode noch bei einem Flurgespräch inklusive hölzernen Handschlag mit Burnham aufarbeiten muss. Tilly darf mit tollen Erkenntnissen schon wieder in wichtige Gespräche der Führungsriege platzen. Leland erzählt Burnham die Wahrheit, was sich nicht für ihn auszahlt. Wahrheit sagen tut weh. Macht er nicht noch einmal. Dafür kommen sich Spock und Burnham darüber wieder näher. Die Szene war tatsächlich ganz nett.

Leland / Saru. Culber / Stamets. Georgiou / Burnham. Burnham / Tyler. Also an sich mag ich ja, wenn viele Leute und deren Beziehungen zu sehen sind. Aber ein wenig mehr Mühe könnte man sich für eine elegantere Art, diese zu zeigen, schon geben.

One for the team

Mit Speck fängt man Mäuse. Und Burnham ist der Speck. Und die Maus. Natürlich. Der total geniale Mausefallen-Plan, um den Roten Engel zu fangen. Abgleich von Airiams Daten, die unter “Projekt Daedalus” abgespeichert waren, zeigen, dass Burnham der Rote Engel sein muss. Man analysiert weiter, dass dieser immer auftaucht, wenn Burnham in Gefahr ist. Also: Juhu, lasst Burnham töten! Nicht einfach so, schon auf grausame Art. Man will ja auch ein wenig Show haben. Das ist bestimmt die beste und naheliegendste Lösung.

Wie gut, dass der Rote Engel nicht nur durch Wurmlöcher in der Zeit reisen, sondern mit einem Lichtstrahl auch Leute auferstehen lassen kann. Sowas hätte Tony Stark bestimmt auch gerne. Überhaupt wäre der komplette Technikaspekt inklusive Zeitreiseparadoxen nochmal ein komplett eigenes Kapitel. Wieder einmal: optisch durchaus reizvoll, aber nicht nachdenken! Hier wird Mysteriengeschwurbel deutlich mehr zugestanden als trekigen Wissenschaftsgebabbel.

Große Pluspunkte konnte die Episode jedoch in den letzten Atemzügen sammeln: Ich bin sehr froh, dass der Rote Engel sich als jemand herausstellt, den wir bisher noch nicht (wirklich) kannten. Weder Picard, noch Lorca und auch nicht Burnham selbst. Nein, ihre Mutter fällt aus dem Superheldenanzug. Zwar bin ich nicht der größte Fan von derlei Familiengeschichten, aber die Freude darüber, dass die schlimmsten Befürchtungen sich nicht bewahrheitet haben, überwiegt. Plus ein anerkennendes Nicken: Diese Auflösung habe ich vor dieser Episode tatsächlich so gar nicht erwartet und auch noch nirgends gelesen.

Fazit

Erfreulich überraschende Auflösung und kein längeres Hinhalten bezüglich der Identität des Roten Engels. Erzählerisch humpelt die Folge aber vor sich hin und die Grundproblematik der fehlenden konsequenten Charakter-Etablierung belastet zunehmend. Das fröhliche Hinbiegen von technischen Erklärungen mit kräftigen Mysterienüberbau passt zudem eher zu Doctor Who als zu Star Trek. So hat “Der Rote Engel” zwar einzelne nette Elemente, ärgert aber viel zu oft.

Nun folgte auf die hingeklatschte Info-Episode “Licht und Schatten” auf Vulkan die tolle Folge “Gedächtniskraft”. Der Klingonen-Folge ging ein spannender Einstieg in die zweite Staffel voran. Bei dem qualitativen Auf und Ab bin ich jetzt gespannt auf nächste Woche. Hoffentlich lest ihr hier dann eine Jubel-Kritik. Ich bin nach wie vor offen dafür, von Star Trek: Discovery begeistert zu werden.

Star Trek: Discovery - Anson Mount verlässt die Serie nach Staffel 2

Die Discovery muss sich in der 3. Staffel nach einem neuen Captain umsehen. Wie Deadline berichtet, wird Anson Mount, der aktuell als Captain Pike zu sehen ist, die Serie nach der 2. Staffel verlassen. Auch Rebecca Romijn verabschiedet sich von ihrer Rolle als Nummer 1, auch wenn die Darstellerin bisher ohnehin nur einen Kurzauftritt absolvierte. Sowohl Mount als auch Romijn hatten jeweils nur einen Vertrag für die 2. Staffel unterschrieben.

Die Meldung kommt wenig überraschend, hatte Mount doch schon selbst vor einiger Zeit in einem Tweet darüber einen Witz gemacht, wieder arbeitslos zu sein. Zudem wurde auch in der Serie selbst kommuniziert, dass Pike nur vorübergehend als Captain der Discovery agiert. Sobald die Enterprise wieder repariert ist, wird er seinen Posten auf der Discovery abgeben.

Entsprechend erwartet die Zuschauer auch in der 3. Staffel wieder ein weiterer Captain. Es bleibt abzuwarten, ob die Macher dem bisherigen Konzept treu bleiben und in jeder Staffel einen neuen Captain präsentieren. Alternative könnte beispielsweise auch Saru in die Chefrolle schlüpfen.

Interessanterweise geht es in der Meldung von Deadline nur um Anson Mount und Rebecca Romijn. Zur Zukunft von Ethan Peck als Spock gibt es bisher noch keinen Bericht. Es erscheint logisch, dass Spock sich Captain Pike anschließt, wenn dieser auf die Enterprise zurückkehrt. Allerdings ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass der Stiefbruder von Burnham eventuell noch etwas länger an Bord bleibt und Peck der Serie eine weitere Staffel erhalten bleibt.

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.09

PODCAST

Für unseren zehnten TrekCheck zu Star Trek: Discovery ist Johannes von seiner Solomission zurückgekehrt. Und die Sorge in den Kommentaren zum letzten Podcast sind unbegründet, Stefan ist diesmal auch wieder mehr zu hören und es geht ihm gut. Ehrlich. Sagt er selbst. Total freiwillig. Versprochen.

Die Fallhöhe zur überwiegend positiv bewerteten letzten Disco-Folge war hoch, doch Episode 2.09 gelingt - mit Abstrichen - durchaus der Anschluss. Zumindest macht sie beim Gucken Spaß, bringt die Handlung voran und kitzelt ein wenig die Emotionen. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Irgendwie darf man aber nicht anfangen, über alles nachzudenken. Im Abgang hat "Projekt Daedalus" einen leicht schalen Nachgeschmack.

Das Drehbuch schrieb Michelle Paradise, aus deren Feder auch die finalen Episoden 13 und 14 stammen. Zudem bildet sie für Staffel 3 zusammen mit Alex Kurtzman das neue Showrunner-Gespann. Trek-Veteran Jonathan Frakes hat sich abermals auf den Regiestuhl geschwungen.

Erneut geht unser Dank an Jens Dewald für die Musik.

Project Daedalus - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.09

SPOILER

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Die Fallhöhe zur überwiegend positiv bewerteten letzten Episode war hoch, doch auch diese Woche kann Star Trek: Discovery überzeugen. Jonathan Frakes hat sich für “Projekt Daedalus” abermals auf den Regiestuhl geschwungen. Das Drehbuch schrieb Michelle Paradise, aus deren Feder auch die finalen Episoden 13 und 14 stammen. Zudem bildet sie für Staffel 3 zusammen mit Alex Kurtzman das neue Showrunner-Gespann.

Rote Augen, rote Shirts und andere Unglückszeichen

Erfreulicherweise hat man das Geheimnis rund um Cylonen-Airiam nicht unnötig in die Länge gezogen. Gerade noch ist sie deutlich sichtbar vom Zukunfts-Matrix-Sonden-Monster infiziert worden, ein paar mysteriöse leuchtende rote Augen zwischendurch reingeschnitten, und schon liefert Star Trek: Discovery eine Auflösung. Zumindest ein wenig.

Leider ist jedoch gleich zu Beginn offensichtlich, dass ihr diese Episode nicht sonderlich gut bekommen wird. Bislang war ja noch nicht einmal klar, was sie überhaupt ist. Zwar hat Airiam in Staffel 2, wie auch der Rest der Brücken-Crew, etwas mehr zu tun bekommen, blieb jedoch weiterhin blass. So wirkt die plötzlich gezeigte Hintergrundgeschichte ähnlich, als ob sie sich ein rotes Uniformshirt übergezogen hätte: Sie ist so gut wie tot, Jim.

Dennoch kommt das freundschaftliche Verhältnis insbesondere von Tilly, Detmer und Burnham zu Airiam überzeugend rüber. Es stellt sich heraus, dass Airiam ein Mensch ist beziehungsweise war. Bei einem Shuttle-Unglück kommt ihr Mann ums Leben, und sie wird schwer verletzt. Durch den Einsatz massiver Technik wird sie gerettet, ist nun jedoch eine Art halber Roboter - auch wenn der Ausdruck “kybernetisch erweitert” bevorzugt wird. Eine Folge ist, dass sie alle Eindrücke nicht mehr im Schlaf verarbeitet, sondern einmal die Woche vor der schwierigen Entscheidung steht: Welche Erinnerungen sollte oder möchte man behalten, welche müssen gehen.

In kurzer Zeit schafft man so, untermalt von schönen Bildern und Überblenden, einen großen Sprung was die Verbundenheit zum Charakter angeht. Gerade rechtzeitig, damit ihr brutaler Tod am Ende der Episode berührt und die sichtbare Betroffenheit der kompletten Crew nicht völlig befremdlich wirkt.

Noch besser wäre dies jedoch wohl gelungen, wenn man schon zuvor immer mal wieder kleine Einblicke zu Airiams Hintergrund bekommen hätte. Kam die Entscheidung zum aktuellen Handlungsstrang relativ spontan? Ansonsten wäre dies ja auch eine gute Geschichte für einen Short Trek gewesen, wenn man ihr denn die paar Minuten innerhalb der beiden Staffeln bisher nicht gönnen wollte.

Logische Emotionen

Die Episode bietet ein Minenfeld, den Tod eines Crewmitgliedes und einen Kampf um Leben und Tod. Doch Burnham und Spock schaffen es mit ihrem äußerst angespannten Verhältnis, selbst ein Schachspiel hitzig - oder in Spocks Falle emotional - werden zu lassen.

Spock muss herausfinden, warum der Rote Engel ausgerechnet ihn erwählt hat. Etwas, dem er nicht mit Logik beizukommen scheint. Doch auch Burnhams Versuche, ihm auf die Sprünge zu helfen, scheitern. Tatsächlich möchte man Spock zujubeln, als er seiner Schwestern das “es geht nicht immer nur alles um dich” an den Kopf wirft. Naheliegend, dass die Logik-Extremisten eher ein Problem mit einem Halb-Vulkanier als bloß mit einem menschlichen Pflegekind haben.

Im Wechsel mit dem neutraleren Austausch bei der Arbeit im Labor mit Stamets darf Ethan Peck endlich mehr Nuancen seiner Spock-Darstellung zeigen. Der spätere Enterprise-Spock ist deutlich erkennbar und doch handelt es sich hier auch klar noch um eine jüngere Version, dem noch etwas Reife und Erfahrung - vor allem im Umgang mit sich selbst - fehlt.

Extreme Logik

Juhu, Pike darf weiter seinen prinzipientreuen Captain raushängen lassen! Und auch Admiral Cornwall zeigt sich in voller Aktion - schon im Kleinen nebenbei, wenn sie etwa Detmer für das Durchqueren des Minenfeldes Anweisungen gibt und durch ihre Stärke Vertrauen schafft “wie in der Akademie”. Pike und Cornwall geben zusammen schon ein ziemlich gutes Führungsteam ab.

Mit dem Abstrich, dass Cornwalls Ansprache gegenüber Pike, dass die Enterprise aus dem Klingonenkrieg herausgehalten wurde, damit im Zweifel “das Beste der Sternenflotte” überlebt, vielleicht etwas ungünstig war.  Bitch, please - du stehst mitten auf der Brücke, umringt von lauter Leuten, die in diesem Krieg hart gekämpft und viel verloren haben. Etwas mehr Taktgefühl und Wertschätzung wäre angebracht. Auch wenn die Sternenflotte, unter dem Deckmantel Sektion 31, fleißig verpönte Minen einsetzt und sich gegen Spock verschworen zu haben scheint. Das ist nicht mehr die Sternenflotte, die Captain Pike geheiratet hat.

Dass Spock niemanden getötet hat, war uns Zuschauern ja ohnehin schon klar. Cornwalls fliegende Lügendetektor-Kugeln bestätigen ihr immerhin, dass zumindest Spock selbst dies auch tatsächlich glaubt. Dem gegenüber steht jedoch das Beweisvideo, das sie natürlich gründlich auf Manipulation untersucht hätte. So gründlich kann das ja nun nicht gewesen sein, wenn erst beiläufig in einem geeigneten Moment Saru darauf hinweisen muss, dass auch das Wärmebild mit übertragen wird. Stellt sich heraus: Bei der Aufzeichnung und auch in der Video-Kommunikation mit Admiral Patar handelt es sich um Hologramme.

Widerstand ist nicht zwecklos

Zwar lassen uns die Logik-Extremisten (über diese Wortschöpfung werde ich noch eine ganze Weile weiter schmunzeln können) sicherlich noch nicht komplett los, doch hat die Discovery es hier mit einem deutlich größeren Feind zu tun. Airiam wurde von der Matrix-Sonde infiziert und ist nun fremdgesteuert. Nicht nur hat sie Tyler reingeritten, sondern kräftig auf der Discovery manipuliert und ist dabei, all das Wissen über Künstliche Intelligenz des vor einigen Folgen explodierten uralten Leuchteballs an die Bedrohung aus der Zukunft zu übermitteln.

Das Hauptquartier von Sektion 31, die ja gerne mit Technik rumspielen, ist bereits verloren und die Mannschaft gefroren. Eine Kleinigkeit wenn man bedenkt, dass womöglich die Auslöschung allen bewussten Lebens bevorsteht. Doch Burnham bringt es nicht über Herz, der Bitte von Airiam nachzukommen und die Schleuse zu öffnen. Ganz nach dem Motto “The needs of the many outweigh the needs of the few” will sich Airiam in einem lichten Moment selbst opfern. Statt der stark emotionalen Burnham muss Commander Nhan tätig werden. Nicht ohne dass Airiam im letzten Moment mitteilt, dass dies alles ja nur wegen Burnham geschehe. Ha, nimm das, Spock!

Kurz wurde ja auch auf Nhans kybernetische Ergänzung eingegangen. Da sie als Barzanierin eine andere Luftzusammensetzung braucht, helfen ihr die Implantate beim Atmen. Nun stellt sich mir allerdings die Frage, ob sich die nicht etwas sicherer einbauen lassen. Man denke doch nur mal an die ganzen ausgerissenen Piercings im Sportunterricht Ende der 90er-Jahre. Und da ist man immerhin dann nicht dran erstickt.

Noch einmal besonders positiv erwähnen möchte ich die Darstellung von Airiam durch Hannah Cheeseman in dieser Episode. Der Ausschnitt von ihr als Mensch war kurz, doch gelang ihr auch trotz sehr limitierter Roboter-Mimik Airiam Charakter und erkennbare Wesenszüge zu verleihen. So hätte es für den Schwenk zwischen Discovery-Airiam und Cylonen-Airiam nicht einmal das überdeutliche Rote-Augen-Signal gebraucht. Das macht den Abschied nicht leichter, zusätzlich zum abrupten Ende ohne Musik in den Endcredits. Die schwarze Abblende zum anhaltenden Meeresrauschen aus Airiams Lieblingserinnerung ist sicherlich nicht die innovativste Idee, aber äußerst wirksam.

Fazit

Kleinere Abzüge in der B-Note was die Hinerklärung (etwa Sarus Wärmeblick und Airiams Hintergrund) angeht, im Gesamten überzeugt “Projekt Daedalus” jedoch. Die Handlung wird vorangetrieben, und gleich mehrere Charaktere bekommen zumindest etwas mehr Farbe. Auch wenn die Emotionen wieder einmal über die Logik gestellt werden.

Star Trek: Discovery 2x09 "Project Daedalus" (Trailer)

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.09 online

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Star Trek: Discovery 2.09

Star Trek: Discovery biegt so langsam in das finale Drittel der 2. Staffel ein. Nach der wohlwollend aufgenommenen Episode "If Memory Serves" beziehungsweise "Gedächtniskraft" geht es am Freitag in Deutschland mit der neunten Episode weiter. Diese trägt den Namen "Project Daedalus" und ist wie immer bei Netflix ab 9 Uhr morgens verfügbar. Als Einstimmung wurde im Vorfeld ein Trailer und eine Reihe von Bildern veröffentlicht.

Nach den Geschehnissen in "If Memory Serves" ist die Discovery in "Project Daedalus" auf dem Weg zum Hauptquartier der Sektion 31. Die Infiltration erweist sich allerdings alles andere als einfach, wie die Crew bereits kurz nach der Ankunft in Form eines Minenfeldes feststellen muss. Damit jedoch noch nicht genug, den es scheint sich auch ein Verräter in den Reihen der Besatzung zu befinden. Zudem versucht Burnham weiterhin ihrem Bruder Spock zu helfen, nur leider haben ihre Bemühungen unvorhergesehene Nebenwirkungen.

Die Inszenierung von "Project Daedalus" übernahm Stark-Trek-Veteran Jonathan Frakes. Der ehemalige Riker-Darsteller war bereits zwei Mal als Regisseur bei Discovery aktiv. Neben der Folge "Despite Yourself" beziehungsweise "Nur wegen dir" in Staffel 1, war er auch für die zweite Folge der 2. Staffel "New Eden" verantwortlich, in der die Discovery auf eine Kolonie von Menschen traf, die abgeschieden auf einem Planeten lebten.

Für das Drehbuch der neunten Episode Michelle Paradise verantwortlich, die damit ihr Debüt im Star-Trek-Universum gibt. Paradise gehört allerdings schon die gesamte Staffel über zum Produzentenstab und wird zudem für die kommende 3. Staffel von Star Trek: Discovery befördert. Gemeinsam mit Alex Kurtzman soll sie dann als Showrunner fungieren und ist damit für die kreative Ausrichtung der Serie mitverantwortlich. Zuvor arbeitete Michelle Paradise beispielsweise an Serien wie The Originals oder Exes & Ohs.

Wer sich bis zum Start der Folge noch etwas die Zeit vertreiben möchte, denen empfehlen wir die neueste Ausgabe unseres Podcasts TrekCheck, die sich um die letzte Discovery-Folge If Memory Serves dreht. Die Kritik zu der Episode ist hier zu finden.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.08

PODCAST

Diese Woche ist der TrekCheck kein Nörgel-Podcast. Stefan, Nele und Anne freuen sich statt über Zeit- lieber über Qualitätssprünge bei Star Trek: Discovery und zeigen sich von Episode 2.08 "Gedächtniskraft" positiv überrascht.

Wie schon der Trailer verriet, schaffen es Burnham und Spock tatsächlich nach Talos IV. Trotz großer Bedenken nach der Offenbarung, dass die Discovery-Macher tatsächlich die Classic-Serie kreuzen möchten, hat das in diesem Fall erstaunlich gut funktioniert - inklusive singender blauer Blumen. Während dessen hat Captain Pike auf der Discovery alle Hände voll zu tun, seinen Sack Flöhe auf Kurs zu halten.

Wir trauern schon jetzt Stamets/Culber hinterher und selbst zur Sektion 31, die etwas deplatziert wirkt, finden wir zumindest ein paar nette Worte. Aber wir wollen mal nicht gleich übertreiben.

 

If Memory Serves - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.08

SPOILER

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Star Trek: Discovery

Star Trek: Discovery scheint sich warmgelaufen zu haben - Episode 2.08 präsentiert endlich ein paar Antworten. Dank “Gedächtniskraft” ist der Weg frei für die zweite Staffelhälfte und die Rettung des Universums. Die Zeit läuft, wenn auch nicht unbedingt linear.

A blast from the past

“Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2257. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise Discovery …”. Gleich zu Beginn der Episode klärt sich die Frage, wie man denn nun den Nichtkennern von Raumschiff Enterprise die Sache mit Talos IV erklären will. Ganz einfach: Man kreiert aus der originalen Pilotepisode einfach ein kleines Best-of und nutzt dieses als Einstiegssequenz der neuen Discovery-Folge. Das ist nun nicht sonderlich elegant und lässt vermuten, dass die Drehbuchschreiber wahlweise aufgegeben oder gar nicht erst versucht haben, die nötigen Informationen innerhalb des eigenen Drehbuches vernünftig unterzubringen - aber es funktioniert!

Zugegeben müssten sich jetzt mal die zu Wort melden, die bislang von Talos IV so gar nichts gehört haben, aber an sich kam alles Wesentliche in der kurzen Zusammenstellung vor und wurde vereinzelt in der Episode selbst genannt. Obwohl ich beim Anblick der TOS-Szenen erstmal ungläubig lachen musste, wurden doch die nostalgischen Gefühle geweckt und die Überblende vom alten Pike (Jeffrey Hunter) der Enterprise hin zu Anson Mounts Version an Bord der Discovery ist gelungen.

Into the woods

Wie schon der Trailer zur Episode verriet, schaffen es Burnham und Spock tatsächlich nach Talos IV. Es klärt sich auch rasch die offengebliebene Frage, ab wann der Planet zum Sperrgebiet erklärt wird beziehungsweise wurde - wohl doch bereits direkt nach dem ersten Besuch von der Enterprise im Jahr 2254. Der Bordcomputer warnt nämlich mit zunehmender Eindringlichkeit vor dem Überqueren der Grenze, und auch die Talosianer selbst ziehen alle Illusionsregister, um möglichst abschreckend zu wirken.

Trotz großer Bedenken nach der Offenbarung, dass die Discovery-Macher tatsächlich die Classic-Serie kreuzen möchten, hat das in diesem Fall erstaunlich gut funktioniert - inklusive singender blauer Blumen. Auch wenn die Talosianer und Vina (!) selbst eher Mittel zum Zweck sind. Als mächtige Telepathen sind sie Spocks Rettung. Bei ihm ist nämlich seit einem vulkanischen Mind-Meld-Versuch mit dem Roten Engel alles ein wenig zu sehr timey-wimey: Er erlebt die Zeit nicht mehr linear, sondern wild durcheinander und alles auf einmal. Inklusive anstehender Zerstörung der Erde, Andoria und vielen weiteren Planeten. Das war dann doch alles ein wenig zu viel für Spock.

Die Talosianer rücken ihm den Kopf wieder gerade und bringen auch uns Zuschauern durch ihren Gegenleistungswunsch endlich Klarheit. Burnham muss mit ihnen das schrecklich dunkle Geheimnis teilen, wie es genau zum Bruch mit ihrem Bruder kam: Sie hat ihre innere Slytherin gechannelt und ihn Schlammblut genannt! Quasi. Allerdings eigentlich nur, um ihn zu beschützen. Zumindest rückblickend dankt er Burnham schon beinahe dafür, immerhin habe ihn das seine Emotionen abkapseln und sich gänzlich zur vulkanischen Logiklehre hinwenden lassen.

Eine Bitte: Sollte ich jemals andeuten in die Wälder Vulkans gehen zu wollen - haltet mich ab, auch wenn ich euch beschimpfe. Was war das denn für ein Viech, und wieviele gibt es davon noch? Jessas, das komplette Haus Sarek braucht dringend eine gemeinsame Therapie inklusive Familienaufstellung.

Eine Frage an die Trek-Tech-Experten - auf Talos IV lässt sich Burnham die Koordinaten zum untergründigen Treffpunkt mit den Talosianern geben und beamt sich und Spock direkt dorthin. Mir ist zuvor noch nirgends in Star Trek bewusst aufgefallen, dass Shuttles eigene kleine Transporter mit an Bord haben, sondern dass dies in der Regel über ein in Umlaufbahn befindliches Raumschiff mit Transporterraum geschieht. Mag mich aber täuschen und bitte um Erleuchtung in den Kommentaren.

Star Trek: Discovery High

Während Burnham sich um Spock kümmert, hat Pike alle Hände voll zu tun. Sowohl mit ordentlich Druck von Seiten der Sternenflotte und Sektion 31 als auch mit angespannter Stimmung an Bord der Discovery. Irgendwas liegt im Argen, immerhin versucht man, Spock Morde in die Schuhe zu schieben, die er definitiv nicht begangen hat. Georgiou wettert erwartbar gegen Leland und gewinnt an hoher Sternenflottenstelle zunehmend an Ansehen. Burnham gilt wieder als Meuterin. Und von der sabotierenden Rotaugen-Airiam weiß Pike noch gar nichts. Auch hier fügen sich also diverse Nebenhandlungen der vergangenen Staffel zueinander.

Stamets freut sich derweil unbändig über die unerwartete Rückkehr von seinem Hugh und möchte ihm alles so vertraut wie möglich machen. Der erinnert sich zwar an alles, aber kann nichts fühlen. So gut die Chemie zwischen beiden vorher war, so befremdlich wirkt es jetzt. Eine gute schauspielerische Leistung von Wilson Cruz und Anthony Rapp also.

Und was war ich erleichtert, als die deplatziert wirkende Pausenhofschlägerei im Showdown zwischen Tyler und Culber inklusive umstehender Schaulustiger, die sicherlich auch gegen so ziemlich alle Regularien verstößt, noch in der Episode selbst kommentiert wurde. Gleich in einem Aufwasch mit der Frage, ob Saru vor seiner Vahar’ai  wohl die gleiche Entscheidung getroffen hätte. Allerdings hat er wohl recht, über den Umgang mit einem Mensch-Klingonen-Frankensteinversuch im Clinch mit einem vom Tode Auferstandenen sagen die Sternenflottenregeln vermutlich wirklich wenig. Übrigens wird ähnlich direkt die scheinbar miese Sicherheit der Sektion 31 aufgegriffen, als Leland für Spocks Verschwinden eins auf den Deckel bekommt. Ich werte das mal als sympathische Selbstironie der Serienmacher. Und Pike darf auch noch ein wenig den Captain rauslassen. Kurz und knapp, ohne dass viel Zeit dafür verbraten wird und doch erkennbar aufgegriffen. Sehr gut. Vielleicht werden Tyler und Culber jetzt noch beste Freunde, immerhin wissen beide nicht, wer sie sind.

Die Discovery könnte eine Counselor Troi vertragen.

Und alle für einen

Den Bogen zwischen den beiden Haupthandlungsorten und auch gleich über Jahrzehnte Seriengeschichte hinweg spannt Vina. Dank konzentrierter Telepathenkraft gelingt die geistige Übertragung über lange Strecke bis hin in Pikes Quartiere. Praktisch, denn so können Burnham, Spock und er kommunizieren, ohne dass die Signale von irgendwem abgefangen werden können.

Leider, leider ist der Sporenantrieb ausgefallen (Cylonen-Airiam!), so dass man auf den banalen Warpantrieb zurückgreifen muss, um nach Talos IV zu gelangen. Pike missachtet damit seine Befehle. Zu Beginn der Staffel wäre es vermutlich noch anders ausgegangen (man erinnere sich an die “Ich bin nicht Lorca”-Rede), doch mittlerweile weiß er die Crew ganz auf seiner Seite, so dass niemand das Angebot ergreift, die Brücke zu verlassen. Yeah, Meuterei für alle!

Mit der Sektion 31 im Nacken ergibt sich über Talos eine klassische Patt-Situation. Beide Schiffe erfassen Burnham und Spock. “Wenn du nicht loslässt, lass ich auch nicht los, dann machen wir sie kaputt”. Talosianer zur Hilfe. Bekommen die einen halt eine Illusion und die anderen die Echten. Sektion 31 nicht nur mit schlechter Sicherheit, sondern auch nicht die Cleversten. Abermals gilt: Nicht sonderlich originell, aber es funktioniert!

Diesmal durfte Ethan Peck endlich etwas mehr von seinem Spock zeigen und bei aller Dramatik sogar für Lacher sorgen. So flach es ist, aber bei “Hallo, Spock” inklusive vulkanischen Gruß hat es mich fast gerissen. Außerdem sehr erfreulich zu sehen, dass trotz nur weniger Sekunden gemeinsamer Screentime am Ende schon jetzt die Harmonie zwischen Pike und Spock sofort deutlich rüberkommt.

Fazit

Eine runde Sache. Es gibt endlich Antworten, die die Handlung vorantreiben. Auch einzelne Nebengeschichtchen werden weitergebracht, und die Darsteller haben sichtlich Spaß an ihren Charakteren. Vor allem aber: Überraschenderweise ist das Einbinden von Talos IV gelungen. Mehr noch, “Gedächtniskraft” bildet für Pike, Vina und Spock eine wunderbar passende Brücke zwischen der TOS-Pilotepisode “Der Käfig” und dem späteren Zweiteiler “Talos IV - Tabu”.

Sehe ich da etwa ein Lächeln?

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.08 online

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Star Trek: Discovery

Bei Star Trek: Discovery geht es in der 2. Staffel in dieser Woche mit achten Episode weiter. In Deutschland setzt Netflix die Ausstrahlung wie gewohnt am Freitagvormittag fort. Die Freischaltung erfolgt wie immer um 9 Uhr. Als Einstimmung auf die Episode "If Memory Serves" haben Netflix und CBS auch in dieser Woche eine ganze Reihe von Bildern sowie einen Trailer veröffentlicht.

Nachdem Burnham Spock gefunden hat, macht sie sich nun an die Heilung ihres Bruders. Dazu hat es die beiden nach Talos IV verschlagen. Der Heilungsprozess zwingt die beiden Geschwister allerdings dazu, sich ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu stellen, was sich als schwierig erweist.

Alles andere als einfach ist auch das Leben von Tyler auf der Discovery. Aufgrund seiner Vergangenheit als Voq begegnen ihm viele Crewmitglieder mit Misstrauen. Und auch Staments ist trotz der Rückkehr von Hugh nicht glücklich. Zwischen den beiden scheint sich ein Rift geöffnet zu haben und Staments ist sich nicht sicher, wie er dieses schließen kann.

Inszeniert wurde "If Memory Serves" von T.J. Scott. Der Regisseur inszenierte bereits im Zuge der 1. Staffel eine Folge von Star Trek: Discovery. Es handelte sich um die Episode "The Wolf Inside", deren Ende die Rückkehr von Michelle Yeoh brachte, die in die Rolle von Imperator Philippa Georgiou schlüpfte. Anderen Serien, an denen Scott in der Vergangenheit gearbeitet hat, waren zum Beispiel Gotham, Dark Matter oder The Strain.

Im Gegensatz zu T.J. Scott waren für das Drehbuch von "If Memory Serves" zwei Star-Trek-Neulinge verantwortlich. Dan Dworkin und Jay Beattie sind ein eingespieltes Team und schufen in den vergangenen Jahren beispielsweise Serien wie The Crossing oder Scream, bei denen sie auch als Produzenten aktiv war. Mit "If Memory Serves" wagen sie nun erstmals einen Schritt in die Welt von Star Trek.

Wer sich vor dem Start der neuen Folge noch etwas einstimmen möchte, den empfehlen wir die aktuelle Folge unseres Podcasts TrekCheck. Die Kritik zur letzten Episode Licht und Schatten findet ihr hier.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.07

PODCAST

Wibbly-wobbly-timey-wimey: In "Licht und Schatten" spielt Star Trek: Discovery mit der Zeit. Sowohl inhaltlich, als auch was die Menge an Geschehnissen, die man in eine Serien-Stunde packen kann, angeht.

Timelord Stamets rettet den Tag der Discovery mit sehr viel Glück innerhalb gigantischen wissenschaftlichen Unwägbarkeiten. Tilly kann Mathe. Pike kann fliegen. Tyler versucht sich als Hobby-Psychologe. Der Rote Engel bewirkt einen Zeitriss über Kaminar, durch den Matrix-Killer-Sonden aus der Zukunft kommen. Und Burnham macht Planetenhopping, mit dem wiedergefundenen, dyslektischen Spock von Vulkan Richtung Talos IV mit Stippvisite bei der Sektion 31. 

Das vermag Stefan, Johannes und Nele nicht so recht zu begeistern und so sprechen wir in TrekCheck #8 auch darüber, warum man trotz der Vielzahl an durchweg guten Serien dennoch bei Star Trek: Discovery dranbleibt. Spoiler: Auch, weil es halt dennoch irgendwie Spaß macht und unterhält.

Light and Shadows - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.07

SPOILER

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Star Trek Discovery 207

Kam Star Trek: Discovery auf der Suche nach Spock und dem Roten Engel zuletzt nicht recht voran, so macht Episode 2.07 gleich an mehreren Stellen einen gehörigen Sprung. Wortwörtlich.

Butter bei die Fische

Na endlich darf Ethan Peck auch mal ran. Nach langwierigem Vorspiel kann man für “Licht und Schatten” die erste Spock-Sichtung vermelden. Zumindest irgendwie - es ist derzeit nicht so recht der Vulkanier, den wir gewohnt sind. Zuerst fasst Burnham jedoch abermals in einem Voiceover einige wichtige Geschehnisse und Erkenntnisse noch einmal zusammen. Was bisher mehr so als mögliche Theorie rumwaberte, scheint nun als Fakt zu gelten: Der Rote Engel ist ein humanoides Wesen aus der Zukunft.

Wie zum Ende der letzten Episode angekündigt, zieht es Burnham nach Vulkan. Anstatt die komplette Discovery nebst Crew mitzunehmen, begibt sie sich mit offizieller Erlaubnis von Captain Pike auf privaten Heimaturlaub. Auch hier verschwenden die Serienmacher keine Zeit und kommen gleich zum Punkt: Burnham ahnt, dass Amanda mehr weiß und konfrontiert ihre Adoptivmutter. Ein kurzes Nein-Doch-Oh später geleitet Amanda Burnham zu ihrem Bruder.

Spock sei hilfesuchend zu ihr gekommen und sie hat ihre Privilegien als Botschafter-Gattin genutzt, um ihn in einer von abschirmenden Kristallen umlagerten Höhle versteckt zu halten. Eine wirkliche Hilfe ist Spock jedoch nicht. Er befindet sich deutlich in einer psychischen Ausnahmesituation und wiederholt nur wieder und wieder die gleiche Zahlenreihe sowie zugrundeliegender Lehrsätze der Logik, etwa “Der einfachste Fall der Anwendung der deduktiven Methode ist die Beseitigung einer Implikation mit Hilfe der Abtrennungsregel”. Damit ist er nicht nur ein eher schwieriger Gesprächspartner, sondern braucht vor allem eine gute medizinische Betreuung.

In der Kürze der Zeit gelingt es Mia Kirshner (Amanda) und James Frain (Sarek) erneut überzeugend das ungewöhnliche menschlich-vulkanische Ehepaar darzustellen. Doch nicht nur die unterschiedlichen Ansichten von Amanda und Sarek, wie man mit Spock nun umgehen muss, zeigen den Konflikt zwischen dem menschlichen Wesen versus der vulkanischen Logik auf. In Rückblenden sieht man erneut Burnham und Spock als Kinder. Während Burnham über ihre Unfähigkeit, den vulkanischen Gruß richtig hinzubekommen, herzlich lachen kann, ist Spock über diese Reaktion äußerst irritiert. Emotionen verstören ihn. Wobei er das mit Burnham durchaus gemein hat, worüber die beiden sich näher kommen.

Hinter den Spiegeln

In der Auseinandersetzung zwischen Amanda und Sarek kommt heraus, dass Spock einst sehr unter einer Lernschwäche/Dyslexie litt. Etwas, das unter Vulkaniern sehr selten und verpönt ist und da es wohl von seiner menschlichen Seite kommt, verweigerte man ihm in der Schule auch die nötige Hilfe. Zwar griff Amanda ein, unter anderen um über die Geschichte “Alice im Wunderland” Spock bei der Entwicklung seiner emotionalen Stabilität zu helfen, doch blieb es für den Halbvulkanier eine schwierige, einsame, verwirrende Zeit - die allerdings seine spätere Performance auf der Enterprise nicht sonderlich zu beeinflussen scheint.

Burnham und Sarek können sich schließlich gegen Amanda durchsetzen. Spock wird von seiner Schwester auf das Schiff der Sektion 31 unter Kommandant Leland gebracht. Dort sichert man ihr die beste Versorgung von Spock zu, doch sie möge doch bitte schon einmal mit einem Shuttle zur Basis voraus fliegen, immerhin seien die Räumlichkeiten der Sektion 31 streng geheim. Leland scheint sehr vertrauenserweckend zu sein, denn überraschenderweise fügt sich Burnham. Doch ausgerechnet Georgiou eilt zur Rettung - mit einem ausgeklügelten Plan inklusive Kampfeinlage warnt sie Burnham: Es ist geplant, Spocks Erinnerungen gewaltsam zu gewinnen und dabei sicherlich keine Rücksicht auf sein Wohlbefinden zu nehmen.

Zum Glück hat aber nicht nur die Discovery, sondern auch die Sektion 31 lausige Sicherheitsvorkehrungen, so dass Burnham mit Spock die Flucht gelingt. Es braucht dann auch nur noch einen kurzen Moment, ehe Burnham die Offenbarung, dass Spock Dyslexie hat(te), auf die Idee bringt, die Zahlenreihe mal in umgekehrter Reihenfolge durch den Computer zu jagen. Und Bingo, es sind Koordinaten: Auf nach Talos IV.

Gruß aus der Vergangenheit

Spannend, dass der Bordcomputer nicht sofort Alarm schlägt. Neu-Trekkies und solchen, die nie die Klassikserie gesehen haben, sagt der Planet vermutlich nichts. Beim Rest dürfte es in dem Moment gehörig geklingelt haben. Spock war schon einmal auf Talos IV. Zusammen mit Captain Pike. Zur Zeit der zweiten Staffel Star Trek: Discovery liegen die Geschehnisse der Pilotepisode von Raumschiff Enterprise erst etwa 5 Jahre zurück.

Ohne an dieser Stelle den kompletten Inhalt von “Der Käfig” zu erzählen eine kurze Erinnerung: Die Talosianer sind geistig weit fortentwickelte Telepathen und leben in selbstkreierten Traumwelten, die sie auch für andere schaffen können. Darüber haben sie jedoch nahezu alle anderen Fähigkeiten verloren und brauchen nun ein anderes Volk, das ihren Planeten bewirtschaften kann. Dabei fragen sie aber nicht einfach nett, sondern schaffen ein scheinbar sehr angenehmes Gefängnis aus Traumwelten. Pike und Team eignen sich aber nicht so recht als Sklaven, die Menschen haben einfach einen zu großen Freiheitsdrang.

Da die Talosianer auch über weite Entfernungen ihre telepathischen Fähigkeiten nutzen können, erklärt die Sternenflotte später das Gebiet rund um Talos IV weiträumig als Sperrzone. Das Betreten kann gar mit dem Tode bestraft werden. Etwas, dem sich Spock zu späterer Zeit schuldig macht. In “Talos IV - Tabu Teil 1 + 2” bringt er den schwer verbrannten, gelähmten Pike nach Talos, um ihn da ein besseres Leben in den Traumwelten zu ermöglichen. Dafür setzt sich Spock über sämtliche Befehle hinweg und kapert sogar die Enterprise.

Wenn man nun noch die Produktionsgeschichte bedenkt, heißt es in Bezug zu Star Trek: Discovery einmal kräftig Luft anhalten. Ursprünglich sollte Nummer 1 (Majel Barrett Roddenberry) die kühle-sachliche Offizierin in Raumschiff Enterprise sein. Nach dem Piloten wünschten die Produzenten aber auch personelle Veränderung und Gene Roddenberry musste sich entscheiden: Entweder Spock oder Nummer 1. Tja, und so wurden Vulkanier zu dem logikfokussierten Völkchen.

An der Stelle bleibt also zu hoffen, dass die Serienmacher wissen, was sie tun. Dass Star Trek: Discovery eine Prequel-Serie ist bietet so ja schon viele Stolpersteine. Die Geschichten und einen der beliebtesten Trek-Charaktere in der Form einzubauen, erfordert schon ein ziemliches Fingerspitzengefühl.

Hallo aus der Zukunft

Natürlich bleibt die Discovery-Crew diese Woche nicht unbeschäftigt. Wofür gibt es denn den B-Plot. Und der hat es in sich. Alles ist besser, wenn man den Faktor “Zeit” hinzunimmt. Frei nach Kadett Tilly. Die Discovery ist noch in der Nähe von Kaminar geblieben. Nicht unbedingt um zu gucken, dass sich Kelpien und Ba’ul nicht gleich an die Gurgel gehen, sondern vor allem um die aufgetretenen Erscheinungen rund um den Roten Engel zu untersuchen. Dabei stoßen sie auf einen Zeitriss mit enormen Messwerten, die Tilly ganz euphorisch stimmen.

Trotz eines kurzen Einwands von Saru lässt es sich Pike nicht nehmen, sich selbst hinter die Shuttle-Steuerung zu setzen und die Untersuchungssonde persönlich zu platzieren. Immerhin war er mal Testpilot und ist einfach am besten qualifiziert. Seinen Unmut, dass Agent Tyler ihm dabei nicht von der Seite weicht, tut er dabei erneut lautstark kund.

Es kommt, wie es kommen muss: Das Shuttle gerät in die Unwägbarkeiten des Zeitrisses und scheint verloren. Wo und vor allem wann soll man sie schon finden? Doch mit Hilfe von cleveren Flugschultricks und dem Timelord-Teil-Tardigrade Stamets unter der sicheren Führung von Captain Saru gelingt die Rettungsmission.

Nun war das aber nicht einfach nur ein schicker Zeit-Nebenplot. Während Tyler und Pike im Zeitriss herumirren begegnen sie der Sonde, die sie zuvor abgeschossen haben. Diese hat ein Matrix-Terminator-Upgrade erfahren und greift das Shuttle an, um sämtliche Inhalte des Bordcomputers zu sichern. Ein kurzer Scan zeigt: Das Ding kommt 500 Jahre aus der Zukunft. Und scheint unbemerkt Airiam (die Cyborg-Android-Irgendwas auf der Brücke der Discovery) infiziert zu haben. Das dürfte sicherlich noch relevant werden.

Das gemeinsame Erlebnis lässt Pikes Abneigung Tyler gegenüber deutlich abbauen und er stimmt ihm schließlich gar zu: womöglich ist der Rote Engel eine große Gefahr für die Sternenflotte. Jedoch könnte es natürlich auch sein, dass in der Zukunft Krieg herrscht und ein Teil die Discovery/Föderation zerstören will, während der andere - Rote Engel - beschützt.

Fazit

“Licht und Schatten” ist eine reichlich vollgepackte Episode, die zwar noch keine wirkliche Aufklärung bietet, jedoch sowohl die Geschichte rund um Spock als auch des Roten Engels ein ganzes Stück voranbringt. Dabei bleibt kaum Zeit zum Durchatmen, was zur Abwechslung auch mal wieder ganz nett ist, aber emotional nicht so recht zu fesseln vermag. Die Folge macht dennoch auf jeden Fall Lust auf mehr.

Star Trek Discovery - Trailer 2x08 - If Memory Serves S2-E8 Sottotitolato in Italiano

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