Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

Kritik zu Star Trek: Discovery 1.11 - The Wolf Inside

SPOILER

Der Damm bricht: Während diverse Handlungsstränge eskalieren, beweist sich die Serie zunehmend wieder als horizontal erzähltes Gesamtkunstwerk über psychologische Abgründe, Verlust und den Umgang mit Schuld und Sühne. Wer darin trotz aller Düsternis kein Star Trek erkennt, ist selber schuld.

Was passiert?

Auf der Discovery ist man sich unsicher, wer Dr. Culber getötet hat. Sogar der verwirrte Stamets wird verdächtigt. Tilly und Saru versuchen, ihn mit Hilfe des Sporennetzwerkes zurück zu holen. Auf der Shenzou muss Burnham derweil weiter die Fassade aufrechterhalten und eine Mission ins Herz der Rebellen anführen. Dabei treffen sie und Tyler nicht nur auf Andorianer und Tellariten, sondern auch auf zwei alte Bekannte ...

Discovery 1.11 - The Wolf Insided

Tyler und sein Wok

Im Mittelpunkt der zweigeteilten Handlung steht Burnhams komplexe Situation auf der Mirror-Shenzou. Dass sie sich von Mirror-Saru (der in diesem Universum ein namenloser Sklave ist) waschen lassen muss und ausgerechnet weiterhin in den Armen von Culber-Mörder Tyler Geborgenheit findet, ist bereits ein eindrucksvoller und gefühlvoller Auftakt, der zudem mehr als stilvoll und mit viel Ruhe inszeniert wird.

Die Fragen, die Michael sich angesichts ihrer Situation stellt, definieren viele Aspekte der Serie: Wie kann man sich in einer Extremsituation seine Menschlichkeit erhalten? Wie schwer ist es, Werte aufrecht zu erhalten? Wie gut kann man den Kern dessen verbergen, der einen zu dem macht, wer man ist? Nicht nur T'Kuvma hatte offenbar so seine Sorgen bezüglich eines Identitätsverlustes. Je nach Situation kann das jedem anderen ebenfalls passieren – und Michael ist in dieser Hinsicht mittendrin.

Endlich werden mit ihr im Mittelpunkt auch die Motivationen der Figuren deutlicher veranschaulicht und artikuliert, als man ihr zum Beispiel Culbers Tod verheimlicht, um sie nicht noch zusätzlich zu belasten und Burnham selbst Saru nicht sagen mag, dass sein Alter Ego es in diesem Universum sehr schlecht hat. Hier erkennen wir unsichtbare Bande zwischen den Kollegen und fühlen mit ihnen. Gut so!

Während Burnham in ihrer Rolle als rücksichtsloser Captain inzwischen angekommen ist und alle überzeugt, stellt ihr neuer Auftrag sie vor eine ganz andere Herausforderung. Da sie die Tötung der Rebellen um jeden Preis verhindern will, begibt sie sich mit Tyler in die Höhle der Löwen, um eine Allianz zu schmieden. Ihr Plan: Erst auf die Basis zu schießen und somit den Schein zu wahren, wenn alle Rebellen erfolgreich und heimlich evakuiert worden sind. Eine Trek-Variante von "Der Todesstern wird in 5 Minuten in Schussweite sein" also.

Ob ihr Hintergedanke dabei allerdings wirklich so viel Sinn macht, oder eigentlich nur übermäßig naiv ist, will ich mal dahingestellt lassen. Nur weil Voq mit den Vulkaniern, Andorianern und Tellariten erfolgreich zusammenarbeitet, muss darin schließlich kein Schlüssel für die kulturellen Probleme ihres eigenen Universums liegen. Eine Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein führte schließlich auch nicht zu erfolgreichen Verhandlungen auf Bundesebene. Burnham vergleicht hier Äpfel mit Birnen und gibt sich einer viel zu simplen Sichtweise (oder Hoffnung) hin. Wenig überraschend führt dieses hübsche Ansinnen dann auch final zu nichts. Dass sie den Ansatz allerdings zwingend als Katalysator für ihren Plan benötigte, ist somit die einzige größere Schwäche im Drehbuch und gibt minimalen Punktabzug.

Discovery 1.11 - The Wolf Inside

Ihr gefährliches Doppelspiel bringt uns dafür aber ein Wiedersehen mit den Alternativ-Versionen von Sarek und Voq, sowie mit beliebten Spezies aus dem Trek-Kanon – und setzt ein Ausrufezeichen und einen Endpunkt hinter die Theorien rund um Ash Tyler. Auch wenn einige Hinweise zu Beginn der Serie zu offensichtlich und unbeholfen waren, gelingt die finale Umsetzung grandios. Tyler steht sich selbst gegenüber und setzt so die letzten Puzzleteile zusammen. Neben diesem visuellen Trigger findet das Drehbuch jedoch noch eine Meta-Ebene, die erstaunlich gut herausgearbeitet wird und Sinn macht. T'Kuvma hatte Angst vor der Durchmischung der stolzen Klingonenkultur mit schwachen Spezies wie den Menschen, Andorianern, Vulkaniern und Tellariten. Dieses „Remain Klingon"-Credo hat Tyler-Voq aufgesogen. Er lebt es geradezu. Hier nun trifft er – der Fackelträger - auf eine Situation, in der sein Ebenbild – der Feuerwolf - an der Seite der schwachen Spezies kämpft. Weil er somit sein in seinen Augen schwaches Ebenbild nicht erträgt, dringen die letzten Erinnerungsfetzen in sein Bewusstsein und er geht auf Mirror-Voq los. Dem Klingonen, der ein Mensch werden musste, ist sein vollkommen klingonisches Ebenbild nicht mehr gut genug und zu vermenschlicht. Eine sehr gelungene Metapher, die zudem gut ausgespielt wird. Welche Rolle wohl T'Kuvma auf dieser Seite hatte?

Man sollte noch festhalten, dass die Produzenten sich durchaus viel Mühe gegeben haben, die Tyler-Geschichte zu verschleiern. Sie erstellten sogar ein falsches Profil bei der Internet Movie Database und dachten sich den Schauspieler Javid Iqbal aus, obwohl Shazad Latif von Beginn an Voq und Tyler gespielt hatte. Für Fans, die nicht alles im Internet lesen und an all den Diskussionen teilnehmen, sondern nur die Serie auf sich wirken lassen, wird die Überraschung definitiv deutlich größer gewesen sein. Hier wurde eine Schläfer-Geschichte konsequent bis zum – aktuell – bitteren Ende durchgezogen. Dafür sollte es Lob geben.

Einen Punkt für Cleverness gibt es auch noch für Burnhams Plan, die benötigen Daten über die Defiant mit Tyler zusammen ins All zu beamen – wo die Discovery sich aber gerade befindet und wie Saru und der Rest der Crew Tyler-Voq dann so schnell retten können, fällt unter "sprechen wir lieber nicht drüber". Das gleiche gilt für die Frage, ob Burnhams Kollegen den zweiten Beamvorgang nicht mitbekommen müssten. Schwamm drüber. Beim Drehbuch handelt es sich ohne Probleme um die beste Arbeit der Staffel. Es darf sich diese minimalen Schwächen erlauben.

Dass der Todesstern dann am Ende in Form des Schiffes der Imperatorin Georgiou (das ziemlich sicher die USS Defiant ist) allerdings doch noch rechtzeitig in Schussweite kommt und die Rebellenbasis vernichtet, bevor alle evakuiert werden können, ist nicht nur für Burnham, die Voq und seinen Leuten schließlich ihr Wort gegeben hatte, ein Schock.

Paul trifft Paul

Auf der Discovery erleben wir neben all der Kriegstreiberei und dem Versteckspiel seitens der Shenzou-Crew die andere Seite der Serie, als Tilly (die hier zum ersten Mal ausschließlich ernsthaft und kompetent sein darf) mit Saru nach einer Lösung für Stamets Zustand sucht. Schade ist, dass der Kelpianer – als geborener Angsthase – das Experiment in einem kritischen Moment beendet und Tilly nicht vertraut. Dass sie in letzter Instanz jedoch Recht gehabt haben könnte, dürfte ihn vielleicht noch für die Zukunft überzeugen.

In diesem Zusammenhang liefert die Episode viele gelungene Dialogsequenzen zwischen Saru und Tilly, die besonders den ersten Offizier endlich wieder einmal in den Mittelpunkt stellen und überzeugend präsentieren.

Discovery 1.11 - The Wolf Inside

Am Ende ist Stamets – entgegen dem ersten Eindruck – dann offenbar doch nicht tot. Alles andere wäre nebenbei bemerkt auch wirklich unschön gewesen, da man uns bei aller Liebe nicht ständig eine liebgewonnene Figur entwenden kann. Stamets muss leben! Am besten mit Culber. Vielleicht findet er ja eine Lösung im Netzwerk? Dort trifft er in jedem Fall erstmal auf sich selber. Oder den Mirror-Stamets? Es bleibt spannend.

Lorca grinst

Lorca versichert Burnham an einer Stelle, dass sie – nach Tylers Demaskierung – nicht alleine auf dieser schwierigen Mission sei. Wird er somit zum nächsten Mann in ihrem Leben, der ein falsches Spiel mit ihr spielt? Sollte sich meine Theorie mit dem Spiegeluniversum bestätigen, steht Michael auch hier nämlich noch ein dicker Schock bevor.

Bis zur letzten Sekunde gibt es für diese Idee jedoch keine neuen Indizien. Doch dann rutscht dem guten Mann ein dämonisches Lächeln heraus, als er Imperatorin Georgiou als Holo-Übertragung sieht und mitbekommt, welchen Einfluss sie immer noch auf Burnham hat. Jason Isaacs spielt diesen Moment übrigens wunderbar dezent, aber umso wirkungsvoller.

Und noch ein Gedanke zu Lorca: Auch seine Kammer an Bord der Discovery mit den ganzen Artefakten macht in diesem Zusammenhang Sinn, wenn man sie als Vorbereitung auf seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte sieht. Schauen wir mal, was der Captain noch so in der Hinterhand hat.

Einige Beobachtungen

Der Teaser - auf den man im Verlauf der Staffel bereits einige Male verzichtet hatte – läuft diesmal rund fünfzehn Minuten und begeistert mit einer tollen Inszenierung, geschliffenen Dialogen und hoch gehaltener Spannung. Hier zahlt sich auch die Laufzeit der Episode insgesamt aus, die mit knapp unter 50 Minuten genug Raum bietet und dennoch nicht langweilt.

James Frain darf einen Sarek mit Bart in bester Spock-Tradition spielen und dabei als Prophet von Mirror-Voq Burnham den Hals retten. Frain liefert hier in einer nur kurzen Sequenz eine spannende Figur, deren Innenleben und Motive reichhaltig wirken.

Technisch betrachtet

Erneut liefert die Serie eine technisch beeindruckende Vorstellung ab, wobei besonders die spannenden und kreativen Kamerafahrten von den Sets der Discovery und Shenzou viel Spaß machen. Auch mit dem Planentendesign und dem Beamen der Todeskandidaten ins All ließ man sich nicht lumpen und erzeugte eine überzeugende Szenerie für das Rebellenlager.

Die Überarbeitung der Andorianer und Tellariten wird sicher erneut für Diskussionen sorgen, fiel aber weniger brutal aus, als bei den Klingonen. Mit ihren beweglichen Antennen und nur dezenten Ergänzungen im Gesicht gehen die blauen Freunde fast als minimale Weiterentwicklung zu Star Trek: Enterprise durch. Die Tellariten erhielten da schon eine Kelle mehr Überarbeitung und besitzen den Charme von Star Wars, wissen dabei aber ebenfalls zu gefallen. Gute Arbeit!

Discovery 1.11 - The Wolf Inside

Schauspielerisch ereilt das größte Lob erneut Shazad Latif, der Voq im Tylerpelz furios zum Leben erweckt. Aber auch Sonequa Martin Green zeigt ihre bisher beste Leistung, wenngleich man hier immer lieber die Originalversion schauen sollte, da die Synchronisation das Spiel der Mimin doch gelegentlich etwas herunterzieht.

Das Drehbuch stammt erneut von einer Newcomerin. Lisa Randolph zieht mit ihrer ersten Arbeit für die Serie ein dichtes, ereignis- und kenntnisreiches Skript aus dem Ärmel, das keine großen Schwächen offenbar.

Regie führte mit TJ Scott ebenfalls ein Neuling bei der Serie, jedoch ein Veteran im Business. Er war bisher vor allem für seine Arbeit an Orphan Black bekannt und liefert hier eine wunderbare Arbeit ab, die der von Jonathan Frakes vergangene Woche in nichts nachsteht.

Die Frau des Rezensenten

Für sie ganz klar ein Highlight der Staffel, wobei sie die vielen Nebelkerzen und Wendungen, das Doppelspiel und das Umdenken, wer wann wo mit wem und wieso in welchem Universum auch nicht ganz einfach findet. Burnhams Idee, mit Informationen der Rebellen Frieden in ihrem Universum zu stiften, findet sie übrigens im Gegensatz zu ihrem Ehemann logisch nachvollziehbar und schlau. Ein Männer/Frauen-Ding vielleicht?

Gib dem Kind einen Namen

The Wolf Inside: Gut, das war nun keine allzu große Überraschung mehr. Wer den Tyler/Voq-Kniff im Vorfeld geahnt hatte, erwartete in dieser Episode dank des Titels geradezu eine finale Enthüllung in dieser Causa. Passend ist der Titel selbstverständlich dennoch, wird Mirror-Voq doch schließlich „Feuerwolf" genannt und steckt zudem tief im sympathischen Tyler.

Fazit

Respekt: Die bisher beste Episode der Serie bringt viele Handlungsstränge mit hoher emotionaler Intensität voran, leuchtet tief in die geschundenen Seelen der Protagonisten hinein, bleibt dabei auch aufgrund der herausragenden Leistungen des Ensembles immer mitreißend und fühlt sich gleichzeitig eigenständig wie aber auch nach einem überlangen Teaser für die weitere Entwicklung der Staffel an. Dass die Serie dafür allerdings ins Spiegeluniversum reisen musste, darf man durchaus als irritierend empfinden. Dennoch: Das Gezeigte macht richtig Laune!

Bewertung: 4.5 von 5 Sterne

zusätzlicher Bildnachweis: 
CBS

Star Trek: Discovery - Neuer Trailer voller Enthüllungen und Fotos zur nächsten Episode

SPOILER

In wenigen Tagen ist es schon wieder an der Zeit für eine neue Episode Star Trek: Disovery. "The Wolf Inside" wird uns dann zeigen, wie es mit Tyler und L'Rell, Captain Killy & dem Rest der Crew im Spiegeluniversum weitergeht. Und offenbar ziehen die Produzenten die Spannungsschraube noch einmal gehörig an.

So bietet der neue Trailer einige Highlights. Unser Tipp: Erst den Trailer wirken lassen und dann weiterlesen.

Man sieht erstmals in der Serie einen Andorianer (allerdings bisher nur von hinten), Sarek taucht mit Bart auf (was eine eindeutige Hommage an den Spock des Spiegeluniversums aus "The Tholian Web" der Classic-Serie darstellt) und teilt dort eine Szene mit Burnham, Burnham und Tyler wiederum erleben offenbar einen sehr intimen Moment, Stamets kümmert sich um den toten (?) Culber und wird wieder als Steuermann des Sporenantriebs aktiv, Tyler tritt im Zweikampf gegen Voq an und wir erhaschen sogar einen ersten Blick auf eine Figur, die sich durchaus als Imperator(in) des Spiegeluniversums herausstellen könnte. Selten war ein Trailer so vollgepackt.

Die neuen Fotos bleiben dagegen fast blass - hier entschied man sich eher für generische Szenen, auf denen wenig Neues auszumachen ist.

Planet Trek fm #10 - Star Trek: Discovery 1.10: Der Captain-Tilly-Worship-Podcast mit zu viel Subtext & Gedächtnislücken

PODCAST

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Planet Trek FM: Der Podcast zu Star Trek Headergrafik

Episode 1.10 "Despite Yourself" - das ist unser Thema bei der neuen Ausgabe von Planet Trek fm, dem Podcast, der sich mit allen Fragen zum Thema Star Trek befasst. Aktuell natürlich mit klarem Fokus auf Star Trek: Discovery.

Ausgabe #10: Der Captain-Tilly-Worship-Podcast mit zu viel Subtext & Gedächtnislücken

Die zehnte Episode von Star Trek: Discovery läutet das sogenannte zweite Kapitel der ersten Staffel ein. Doch wo ist auf einmal der Klingonenkonflikt hin? Und warum sind Tillys Haare blond? Was will Stamets mit den Gary-Mitchell-Gedächtnis-Kontaktlinsen? Und warum schlägt der Tribble einfach nicht an?

Wir diskutieren wie immer aus vielen Perspektiven. Die Antworten auf (fast) alle Fragen gibt es nur hier im Podcast.

Unsere heutigen Gesprächspartner

Stefan TuriakZum zweiten Mal ist heute der Texter, Medienjournalist und Filmkritiker Stefan Turiak zu Gast, der vor der großen Podcast-Karriere mit Björn Sülter bei Quotenmeter.de zusammenarbeitete. Stefan, ein großer Fan von Science-Fiction-Filmen, -TV und -Literatur schreibt aber mittlerweile hauptsächlich über Filme in jedem Genre für das Kinomagazin Widescreen und für das Blog mehrfilm.de.

Schon in der Schule ein Star-Trek-Sympathisant, konnte er damals wegen dem linearen Fernsehen, bei dem man sich noch nach bestimmte Sendezeiten richten musste, leider nicht alle Episoden bei Ausstrahlung mitbekommen. Außerdem musste er sich damals zwischendurch um unwichtige Dinge wie Schule und Hausaufgaben kümmern. Diese eklatanten Wissenslücken kann er aber nun dank bestimmter Streamingservices schließen und sich ganz neu in Star Trek verlieben.

Erstmals wird er heute gemeinsam mit einem Dauergast und Hörerliebling diskutieren. Seine erste große Liebe lernte dieser mit acht Jahren kennen und sie hieß Enterprise - und das, obwohl Moritz Wolfart sie nicht einmal sehen konnte!

Moritz WolfartAufgrund seiner Blindheit hat er einen vollkommen anderen Zugang zu Star Trek gefunden, als Sehende. Spricht man jedoch mit ihm über das Franchise, stellt man schnell fest: Sein Erleben ist nicht minder umfänglich, als das seiner sehenden Kollegen. Übrigens entstand seine Trek-Leidenschaft sehr zum Missfallen seiner Mutter. Aber nach einer verhältnismäßig kleinen Familienkrise setzte sich sein Vater mit dem Argument durch, dass diese dialoglastige TV-Unterhaltung für ihn interessanter sei, als das übliche Kinderprogramm.

Und dafür ist Moritz Wolfart ihm heute noch zutiefst dankbar! Inzwischen kennt er natürlich alle Episoden und Filme und wurde über die letzten zwanzig Jahre zu einem der aktivsten Community-Mitglieder in Sachen Star Trek. Dieser Mann kennt sein Star Trek. Unter seinem markanten Namen Darmok auf dem Ozean ist er sicher auch vielen Fans ein Begriff.

Der Gastgeber

Erfinder und Gastgeber von Planet Trek fm ist der Journalist und Autor Björn Sülter, der neben seinen Kolumnen, Rezensionen und Artikeln für Robots & Dragons bereits seit über 20 Jahren über das Star-Trek-Franchise schreibt.

Björn Sülter

Sein Buch "Es lebe Star Trek" wird noch 2018 erscheinen und sich mit seiner ganz persönlichen Sicht auf das klassische Star Trek und Star Trek 2.0 befassen. Aktuell ist er zudem noch für Serienjunkies, das GEEK!-Magazin, den FedCon Insider, Syfy oder Quotenmeter aktiv. Björn sucht sich für seine Podcasts regelmäßig spannende Gäste wie die Autoren Mike Hillenbrand, Claudia Kern oder Christian Humberg oder Journalisten und Community-Urgesteine aus, um mit ihnen alle Winkel und Ecken des Trek-Kosmos zu diskutieren - Ehrensache, dass es dabei immer fair und mit einem Augenzwinkern zugeht. Das gilt natürlich umso mehr, wenn Kritik geäußert wird. Denn was man liebt, darf man auch necken.

Björn lebt mit seiner Frau, seiner Tochter, drei Hunden (die alle Namen aus Star Trek tragen), einer Katze und drei Pferden auf einem Bauernhof im norddeutschen Nirgendwo.

Einen Besuch wert ist auch seine Homepage Sülters Sendepause mit vielen Artikel und Rezensionen zu Star Trek und anderen Themen. Dort findet ihr auch immer aktuelle Informationen zu seinen Projekten. Alternativ könnt ihr ihn auch bei Twitter besuchen und euch dort News und Updates abholen.

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Star-Trek-News: Mehr über Dr. Culbers Schicksal, Hemsworth unsicher wegen Star Trek 4 & erster Blick auf Schiffsmodelle aus Star Trek: Discovery

MÖGLICHE SPOILER

In unseren Star-Trek-News zum Wochenstart gibt es heute drei interessante Themen.

Noch bevor Star Trek Beyond im Juli 2016 in die Kinos kam, hatte es eine offizielle Pressemitteilung gegeben, dass Chris Hemsworth als Kirks Vater George Kirk für einen vierten Teil der Reihe zurückkehren sollte. Damals hieß es, dass man die Autoren J. D. Payne und Patrick McKay mit dem Schreiben des Drehbuchs beauftragt habe und, dass dieser Film Chris Pine alias Captain Kirk mit seinem Filmvater wiedervereinen würde. Als der dritte Film der Reihe dann jedoch kommerziell enttäuschte, wurde es sehr still um dieses Thema.

Hemsworth äußerte sich nun gegenüber IGN zu den Spekulationen rund um eine Beteiligung von Quentin Tarantino am neuen Film:

“Ich weiß es nicht. Es erinnert mich aber daran, J. J. anzurufen und ihm genau die gleiche Frage zu stellen, da ich ebenfalls keine neuen Informationen zu dem Thema erhalten habe."

Aktuell ist unklar, welchen Weg Paramount wirklich gehen will und ob es einer von beiden Ansätzen irgendwann ins Kino schaffen wird - sicher jedoch nicht vor 2020.

Der Tod von Dr. Culber in Star Trek: Discovery hat viele Fans überrascht - und eventuell sogar verärgert. Umso schneller haben alle Beteiligten nun versucht, die Gemüter zu beruhigen. Exemplarisch haben wir ein paar Zitate der Showrunner Gretchen J. Berg und Aron Harberts für euch, die vielleicht Licht ins Dunkle bringen:

"Wir werden Dr. Culber wiedersehen. Er ist nicht hundertprozentig tot."

"Die Beziehung von Stamets und Culber ist nicht vorbei."

"Wir wollten, dass dies das erste Kapitel für dieses homosexuelle Paar ist, das wir zu einem der wichtigsten Paare in unserer Serie machen wollen."

Schauspieler Wilson Cruz ergänzte:

"Meine absolute Lieblingsszene aus 25 Jahren Schauspielkarriere folgt erst noch innerhalb dieser Staffel."

Last but not least gibt es noch Neuigkeiten für Freunde der Raumschiffmodelle von Eaglemoss. Neben der bereits lange laufenden Sammlung mit Schiffen und Stationen aller klassischen Trek-Serien startet das Unternehmen nun eine neue Reihe mit besonderen Modellen zu Star Trek: Discovery. Die Kollegen von TrekCore haben Fotos der ersten Ausgaben zusammengestellt. Sehen kann man dort unter anderem die U.S.S. Discovery und die U.S.S. Shenzou, die die ersten zwei Ausgaben darstellen werden. Insgesamt sind bereits sieben Föderationsschiffe und fünf Klingonenschiffe angekündigt. Erstaunlicherweise fehlt jedoch das Schiff der Toten von T'Kuvma, da es offenbar in der Umsetzung mit all seinen Details recht kompliziert ist.

Kritik zu Star Trek: Discovery 1.10 - Despite Yourself

SPOILER

Der Krieg ist vorbei, lasst uns Spaß haben! Die Autoren befreien sich von Storyballast und führen Crew und Serie in neue Gefilde. Dazu servieren sie einen Mix aus Vorhersehbarem, Überraschendem, Schockierendem und Comic-Charme!

Was passiert?

Die USS Discovery taucht in einem unbekannten Raumsektor auf, und die Crew versucht fieberhaft herauszufinden, was geschehen ist. Als man endlich klarsieht, warten jedoch schon die nächsten Probleme ...

Reviewer in Love

Manche Rezensionen könnten so einfach sein. Mit nur zwei Worten (und ein paar daneben gekritzelten Herzchen) wäre es diesmal möglich, alle relevanten Gefühle auszudrücken: Captain Tilly!

Um jedoch nicht ausschließlich als Fanboy abgestempelt zu werden und einen Rest Würde zu bewahren, bedarf es freilich noch einiger Worte mehr. Dennoch ist Mary Wiseman alias Tilly definitiv das Highlight der Episode. Wie sich die unscheinbare, unsichere, plappernde, aber sympathische Frau in ihren blondierten Femme-Fatale-Gegenpart verwandelt, macht einfach Spaß. Das gleiche gilt allerdings auch für die Versuche der restlichen Crew, sich der Situation anzupassen. Doch schieben wir die Verliebtheit mal beiseite und gehen der Reihe nach vor.

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Lorca in Star Trek: Discovery Folge 1.10 Despite yourself

Cats out of the bag

Diverse Vermutungen bestätigen sich im Auftakt dieses inoffiziellen zweiten Kapitels der ersten Staffel. Die USS Discovery hat das Universum gewechselt und befindet sich nun im uns wohlbekannten Spiegeluniversum, das bereits mehrfach in Star Trek, Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Enterprise gezeigt wurde.

Dass eigentlich Kirk & Co die ersten waren, die diesen Ort aufsuchten, wird man seitens der Autoren wohl noch erklären müssen. Für den Moment stehen hier noch alle Türen für eine Rettung des Kanon offen.

Befremdlich ist jedoch, dass es ausgerechnet der Star-Trek-Serie, die ohnehin viel düsterer, zynischer und weniger Utopie als viel mehr Dystopie ist, gelingt, eine wirklich düstere, zynische und beinharte Version des Spiegeluniversums zu zeichnen, das nicht wie in den anderen Serien primär als Erklärung benutzt wird, um die Crew einmal ganz anders zu präsentieren. Der Comic-Stil bleibt zwar erhalten, das Setting wirkt jedoch ernsthafter und bedrohlicher als viele Ausflüge zuvor.

Eine zweite Vermutung, die bereits lange schwelte, ist die Identität von Ash Tyler als Voq. Wenn nicht noch ein großer Kniff im Dunkeln schlummert, sollte nun klar sein, dass der Sicherheitschef der Discovery nicht nur unter posttraumatischem Stress leidet, sondern ein umoperierter Klingone ist. L'Rell bedrängt ihn sogar eindeutig, seinen wahren Namen zu sagen – doch scheint irgendetwas mit ihrer Prozedur nicht richtig zu funktionieren. Tyler spricht zwar plötzlich Klingonisch und erinnert sich an viel, wehrt sich jedoch vehement gegen seine verborgene Identität. Dass er dann allerdings Dr. Culber umbringt, als dieser ihn begrenzen will, ist ein mehr als eindeutiger Voq-Moment.

Wie Culber vorher anmerkt, hat man Tyler offenbar jeden Knochen gebrochen. Das würde selbstverständlich Sinn machen, um sein Erscheinungsbild anzupassen. Man denke nur an die Kopfform dieser neuen Klingonen. Auch wäre es ohne Frage hilfreich, um ihn als Opfer von Folter zu positionieren. Warum allerdings hier nicht – viel simpler – der Augment-Virus ins Spiel gekommen ist und man somit einen erneuten Kanonbezug gewagt hat, bleibt schleierhaft.

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1.10

Lorca, Lorca, who the f*** is Lorca?

Die Mirror-Lorca-Theorie erhält derweil sowohl Bestätigung als auch neue Zweifel. Es würde weiterhin viel Sinn machen, wenn der Mirror-Lorca beim Buran-Zwischenfall das Universum gewechselt hätte und seitdem versuchen würde, nach Hause zurückzukehren. Dass er in der vergangenen Episode die Koordinaten geändert hat, trägt ebenfalls zu diesem Verdacht bei.

So wäre es im Nachhinein sogar noch verständlicher, warum er Burnham überhaupt aus dem Gefängnis geholt hat: Er sollte sie in seinem Universum töten. Vielleicht wollte er sie schlicht irgendwann mitnehmen und ihren toten Körper als Trophäe präsentieren? Dem entgegen steht jedoch, dass Jason Isaacs Lorca eindeutig so anlegt, als wisse dieser teilweise wirklich nicht, was vor sich geht. Entweder ist also nicht nur Isaacs, sondern auch Lorca ein wunderbarer Schauspieler, oder hier gibt es noch irgendeinen Kniff. Warten wir ab, wie es an dieser Front weitergeht. Mein Tipp bleibt aber eindeutig: Wir kennen bisher nur den Lorca aus dem Spiegeluniversum. Der aus unserem Universum ist entweder tot oder taucht irgendwann noch auf.

Der aktuelle Lorca spricht in jedem Fall davon, einen Weg nach Hause zu suchen. Dafür hat er die Defiant ins Auge gefasst. Warum tut er das? Sagt er seiner Crew nur, was sie hören will?

Auch macht er klar, dass seine Crew in diesem Universum alle Vorgehensweisen ergreifen soll, die nötig sind. Egal gegen wen. Hoffentlich fliegt ihm dieser Satz nicht noch um die Ohren ... Jaime Lannister mag vielleicht der Königsmörder sein – Michael Burnham ist aber eindeutig ein Captain-Killer. Hier könnte dann auch nochmal die Loyalitätsfrage bezüglich Saru ins Spiel kommen, der bei einer erneuten Meuterei Burnhams dann wieder mal wird Position beziehen müssen. Andersherum als letztes Mal vermutlich. Wetten, dass ...?

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1.10

Love Kills

Der größte WTF-Moment der Episode betrifft jedoch weder Tilly, noch Lorca oder Tyler - sondern ausgerechnet den sympathischen Dr. Culber. In einer hochemotionalen Szene scheint Tyler dem Arzt das Genick zu brechen. Moment mal. Sollen wir wirklich glauben, dass die Produzenten den Freund von Stamets einfach so aus der Serie herausschreiben? Sie haben sich verdammt viel Mühe gegeben, das erste homosexuelle Paar der Trek-Geschichte aufzubauen und damit absolut überzeugende Arbeit geleistet. Diese Arbeit nun mit dem Hinterteil einzureißen, nur eines billigen Schockmoments wegen, wäre mehr als fahrlässig und ein ungünstiges Statement.

Where do we go from here?

Die Staffel hat noch fünf Episoden im Tank, und es scheint nicht so, als würde man ganz dringend in den nächsten ein, zwei Episoden ins bekannte Universum zurückkehren wollen. Für die Auflösung der Klingonen-Geschichte bleibt also nur noch wenig Zeit.

Eine Vermutung darf daher eindeutig sein, dass wir es nun mit etwas zu tun haben, was der Post-Fuller-Stab gerne umsetzen wollte. Den Kommentaren vor Start der Serie war zu entnehmen gewesen, dass der Krieg ursprünglich die ganze Staffel hatte einnehmen sollen ("ein Buch mit fünfzehn Kapiteln"); somit könnte die gewählte Abkürzung und Flucht in neue Welten also ein Dreh sein, den Harberts, Berg und Co wählten, um zum Ende hin ein wenig Eigenes unterzubringen oder etwas Ungeliebtes loszuwerden. Wobei nicht gesagt ist, dass Fuller diesen Plan nicht ebenfalls im Hinterkopf hatte. Besser hätte dieser Wechsel zwischen erstem und zweitem Staffelkapitel allerdings ohne Frage funktioniert, wäre die Klingonen-Thematik nicht so halbseiden behandelt und im Nirvana hängen gelassen worden.
Auch darf man anmerken, dass Star Trek: Discovery immer noch nach einer eigenen Identität sucht. Eine Kriegsgeschichte hat es in Star Trek: Deep Space Nine um Längen besser gegeben. Fragen um Schuld und Sühne sind auch dort ein elementarer Teil der Dramaturgie gewesen. Mit dem Spiegeluniversum bewegt man sich nun zudem weiterhin auf bekanntes Terrain. Somit bleibt die Frage: Was möchte die Serie inhaltlich sein? Ein Best of der bisherigen Serien – nur in modern?

Während die Serie in Sachen Identität und die Staffel in Sachen Struktur also weiterhin Rätsel aufgeben, erreicht der Unterhaltungslevel an dieser Stelle immerhin erneut einen Höhepunkt. Hoffen wir einfach, dass die Autoren ausreichend Ideen haben, wie man das Momentum beibehalten kann.

Einige Beobachtungen

Für Kanon-Freunde gibt es hier endlich mal richtiges Futter: Die USS Defiant (NCC-1764) verschwand im Jahr 2268 vor den Augen der Enterprise-Crew. Im Zweiteiler „In a Mirror, Darkly" aus Star Trek: Enterprise zeigte man uns dann, dass das Schiff im Spiegeluniversum gelandet war und dort vom alternativen Archer für seine Agenda genutzt wurde. Hier nun wird erneut darauf Bezug genommen.

Was die Identität des Imperators angeht, darf munter spekuliert werden. Von gewagten Fanfic-Theorien (Evil Kirk, Evil Spock) über eine steinalte Empress Sato aus Star Trek: Enterprise (oder einen ihren Nachkommen) bis hin zur absolut logischen und mehr als wahrscheinlichen Variante der Evil Georgiou ist alles im Topf. Michelle Yeoh hätte somit einen weiteren Auftritt und Burnham ein dickes emotionales Problem. Wetten, dass die Autoren hier nicht widerstehen konnten? Es ist übrigens nicht anzunehmen, dass die Benutzung des Wortes „emperor" statt „empress" hier relevant ist. Die Spiegel-Figuren wissen schlicht nicht, um wen es sich handelt. Dass sie einen Weg wie die Kollegen in Star Trek: Enterprise gehen werden, die den Shadow Guy aus der Zukunft nie aufgeklärt haben, ist indes nicht anzunehmen. Hier wird es definitiv ein Pay-Off geben – wer Geld auf Georgiou setzen möchte, darf problemlos aktiv werden.

Neben einem Chefarzt (Culber ist nur ein Teil des Medical Staff gewesen) fehlte der Discovery bisher auch ein Chefingenieur – zumindest wurden beide den Zuschauern bislang nicht gezeigt. Da geht es fast als In-Joke durch, dass die Crew Lorca einfach schnell auf diesen Posten setzt, ohne, dass es auf der Gegenseite jemandem groß auffällt.

Mehr Fanservice: Der Satz „Long live the empire" wird mehrfach benutzt, und die aus Star Trek: Enterprise bekannten Agonie-Kammern sind ebenfalls im Einsatz.

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1.10

Jason Isaacs gibt eine wunderbare Scotty-Homage zum besten, als er über Funk den Sicherheitschef der Discovery mimt. Endlich durfte der Schauspieler hier einmal seinen wirklichen Akzent benutzen, der sonst nur in Interviews zu hören ist.

Der Satz von Stamets, der nach der Benutzung des Sporenatriebs in einer der vorigen Episoden von „Captain Tilly" sprach, ist nun ein bestätigter Hinweis darauf, dass Stamets zwischen den Universen gesprungen ist. Ob er im Moment auch sieht, was im richtigen Universum geschieht? Dort halten sich ja vermutlich die bösen Versionen der Discovery-Crew auf. Was diese dort wohl veranstalten?

Der Tribble ist mal wieder auf Lorcas Tisch zu sehen. Dass er jedoch immer noch keine Chance erhalten hat, auf Tyler/Voq zu reagieren, verwundert. Oder werden wir immer noch reingelegt? Schließlich müsste Tyler auch ungewöhnliche Lebenszeichen zeigen: Gegenüber Menschen haben Klingonen einen höheren Puls und eine niedrigere Körpertemperatur. McCoy wird in rund zehn Jahren in der Lage sein, Arne Darvin dadurch – und mit Hilfe eines Tribbles – zu enttarnen. Was stimmt hier nicht? War Tyler noch nie in Lorcas Bereitschaftsraum? War der Tribble dann immer gerade Gassi? Hat Dr. Culber nie genau genug gescannt, um die Unterschiede zu bemerken? Fragen über Fragen.

Im Gegensatz zum Tribble reagieren nun aber plötzlich die Ganglien von Saru auf Tyler – vielleicht weil dieser sich seiner selbst nicht mehr bewusst oder sicher ist?

Und wen meint Stamets, wenn er vom „Feind" spricht, der anwesend ist? Wirklich Voq? Oder vielleicht eher Lorca? Wenn jemand weiß, dass Lorca falschspielt, dann doch bestimmt Stamets.

Nachdem Burnham Connor bereits auf der Original-Shenzou in den Tod geführt hatte, muss sie ihn hier nun noch einmal umbringen – wobei er ihr allerdings auch keine Wahl lässt.

Technisch betrachtet

Die technische Umsetzung ist durchweg gelungen, die Transformation in die ISS Discovery geht zwar sehr schnell vonstatten, gefällt aber optisch. Die neuen Uniformen haben den üblichen Comic-Einschlag, den die Spiegeluniversums-Episoden immer zeigten. Bei der schematischen Darstellung der Defiant fällt auf, dass man auch hier Hand angelegt hat. Ob das aus Veränderungen im Spiegeluniversum resultiert, oder ob man uns damit sanft an das neue Erscheinungsbild der Constitution-Class heranführt, bleibt offen.

Schauspielerisch kann man Shazad Latif gar nicht genug Begeisterung entgegenbringen. So vorhersehbar die ganze Tyler/Voq-Geschichte letztlich auch gewesen ist, so wunderbar spielt er den Konflikt und die innere Zerrissenheit der Figur(en). Doch auch Mary Wiseman, Sonequa Martin Green und Jason Isaacs wissen zu gefallen.

Regie führte der beliebte Riker-Darsteller Jonathan Frakes, der auch schon in anderen modernen Trek-Serien diese Position bekleidet hat. Ihm gelingt eine straffe Dramaturgie, gute Einstellungen und eine bedrückende Atmosphäre.

Das Drehbuch stammt vom Newcomer Sean Cochran und verdient ebenfalls Lob. Er bringt den Kanon bezüglich der Defiant gekonnt unter und sorgt dafür, dass die Figuren überzeugend agieren.

Die Frau des Rezensenten

„Das ist definitiv die Episode der fragwürdigen Frisuren" sprach sie direkt nach dem Abspann und hatte damit eigentlich alles gesagt. Nun ja – sie ergänzte noch, wie unterhaltsam sie das Treiben fand, wie zwielichtig Lorca wirke und wie unnötig und unmotiviert der Tod Culbers für sie war. Insgesamt aber ein starker Start ins zweite Kapitel der Staffel.

Gib dem Kind einen Namen

Despite Yourself: Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel so viel wie "Dir zum Trotz" oder "Deinem eigenen Willen zum Trotz". Oft spricht man dabei davon, etwas zu tun, was man gar nicht beabsichtigt hatte.

Der Titel macht somit – je nach gewählter Übersetzung – erstaunlich viel Sinn in Bezug auf Tyler/Voq sowie auch L'Rell, die offenbar verblüfft ist, dass ihr Plan nicht aufgeht.

Fazit

"Despite Yourself" ist eine Art Neustart für die Staffel und lenkt den Fokus auf einen offenbar längeren Trip in ein nur allzu bekanntes Universum. Für den Moment überwiegen dabei der fish-out-of-the-water-Spaß und der Schock über den Tod einer sympathischen Figur. Das ist für alte wie neue Fans sehr unterhaltsam, ob das Setting allerdings auch längerfristig fesseln kann, bleibt abzuwarten.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Star Trek: Discovery - Überraschende Begegnung in 1.10, Frakes vergleicht mit The Orville & hat einen Rat für Tarantino

In einem bei CBS veröffentlichten Trailer, der den Bau der Kulissen der Serie in epischer Länge zeigt, wurde ganz am Ende noch ein kurzer, rund einminütiger Trailer für die neue Episode "Despite Yourself" angehängt, die diesen Sonntag in den USA und Montag auch in Deutschland auf Netflix an den Start gehen wird. Da der Clip bisher nur in den USA abzuspielen ist, beschreiben wir euch das Relevante.

Man sieht, dass die Crew direkt nach ihrem Sprung mit dem Sporenantrieb in einem Trümmerfeld aufschlägt und Besuch von einem (offenbar) vulkanischen Schiff erhält. Doch anstatt auf den Ruf von Lorca zu antworten, eröffnet das fremde Schiff das Feuer. Viel Öl ins Feuer für Theorien, wo sich die Crew nun befinden könnte.

In einem Interview mit IndieWire äußerte sich zudem der beliebte Schauspieler Jonathan Frakes (Commander Riker) über seine Regiearbeiten an The Orville und Star Trek: Discovery und sprach damit aus, was viele Fans seit vielen Monaten denken und sagen:

"Vom Stil her ist es als Regisseur von episodischem TV deine Aufgabe, eine Serie wie The Orville aussehen zu lassen, wie Star Trek: The Next Generation. Wenn du nach Kanada gehst, um Star Trek: Discovery zu machen, wollen die Verantwortlichen, dass diese Serie das Aussehen und Gefühl der Abrams-Kinofilme rüberbringt. Viel mehr vom Kino geprägt, Arbeit mit Kränen, viel Bewegung und ungewöhnliche Blickwinkel."

Er hat jedoch keine Sorge, dass beide Serien ihre Daseinsberechtigung haben. Dass er dabei The Orville genau genommen als Star Trek bezeichnet, darf man durchaus mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen:

"Es gibt in den Herzen der Fans offenbar Raum für beide Arten von Star Trek."

Zum Schluss gibt es noch einen guten Rat an den potentiellen Regisseur des nächsten Trek-Kinoabenteuers, Quentin Tarantino:

"Vergiss nicht das Herz! Bevor du es isst, vergiss nicht das Herz!"

Star Trek: Discovery startet am Wochenende in die letzten sechs Episoden der ersten Staffel. Eine zweite Staffel ist beschlossene Sache. The Orville wird ab Herbst mit der zweiten Staffel zurückerwartet. Ein neuer Star-Trek-Kinofilm ist noch nicht offiziell bestätigt und wird frühstens 2020 erwartet.

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Star Trek: Discovery - Szenenbilder aus Episode 1.10 online & Regisseur bekannt

MÖGLICHE SPOILER

Am kommenden Sonntag setzt der amerikanische TV-Sender CBS die Ausstrahlung von Star Trek: Discovery nach der Winterpause auf seinem Streamingportal CBS All Access fort. Es wartet die zehnte Folge auf die Zuschauer, die den Namen "Despite Yourself" trägt.

Als Einstimmung auf die Episode hat CBS wieder einmal ein paar Bilder veröffentlicht. Den bereits bekannten Trailer haben wir euch ebenfalls nochmal angefügt.

Außerdem gab man nun bekannt, dass es sich hierbei um die Episode handeln wird, bei der Jonathan Frakes, der Commander William T. Riker in Star Trek: The Next Generation spielte, Regie geführt hat. Frakes war es auch gewesen, der vor geraumer Zeit einen Abstecher ins Spiegeluniversum in den Raum gestellt hatte. Ob es sich dabei um eine falsche Fährte gehandelt hat oder ob tatsächlich etwas dran ist, werden wir vermutlich in den letzten sechs Episoden der ersten Staffel erfahren.

Episode 1.10 "Despite Yourself" ist in Deutschland am Montag ab 9 Uhr bei Netflix verfügbar.

Wir werden für euch wie immer direkt am Montag eine ausführliche Rezension online stellen. Und auch unser Podcast Planet Trek fm kehrt aus der Winterpause zurück und wird dann zum Donnerstag wieder mit angeregten Diskussionen auf euch warten.

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Sucht noch jemand ein Trekkie-Weihnachtsgeschenk? Der erste Soundtrack zu Star Trek: Discovery wäre eine Idee

Zur neuen Serie Star Trek: Discovery gehört neben neuen Figuren, Geschichten und vielen Fragen zum Serienkanon selbstverständlich auch ein neuer Soundtrack. Über den Titelsong wurde im Fandom bereits ausgiebig diskutiert, anhand des nun vorliegenden ersten Soundtracks zur Serie mit insgesamt 21 Musikstücken des Komponisten Jeff Russo erhält man jedoch einen guten Überblick bezüglich der vielfältigen Arbeit in diesem Bereich.

Außer zur Episode "Choose your Pain" hat man aus allen bisherigen Episoden Musikstücke auf dem Album vereint. Das Tracklisting gestaltet sich wie folgt:

01. Main Title (aired Version)
02. We Come in Peace
03. First Officer's Log
04. I'll Go
05. The Day is Saved
06. Torchbearer
07. PTSD
08. Persistence
09. Stranded
10. What Did You Mean by That?
11. I Can't Dance
12. Captain Mudd
13. Stella
14. Facing Off
15. Undetermined
16. Watch the Stars Fall
17. Weakened Shields
18. What's Happening?
19. Personal Log
20. The Charge of Mutiny
21. Main Title (Extended)

Den Soundtrack erhaltet ihr zum Beispiel bei Amazon.

Star Trek: Discovery - Alle restlichen Episodentitel veröffentlicht

Star Trek: Discovery befindet sich noch in der Winterpause. Erst im Januar 2018 wird es mit den restlichen sechs Episoden weitergehen.

Bisher war nur der Titel der zehnten Episode bekannt - das hat sich laut einem Bericht von TrekMovie nun geändert, da CBS offenbar bereits wieder ein wenig die PR-Maschinerie in Gang bringen möchte.

Die zehnte Episode heißt "Despite Yourself" und wird am 7. Januar auf CBS All Access und wie gewohnt einen Tag später auf Netflix in Deutschland veröffentlicht. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel soviel wie "Dir zum Trotz" oder "Deinem eigenen Willen zum Trotz". Oft spricht man dabei davon, etwas zu tun, was man gar nicht beabsichtigt hatte.

Am 14. Januar folgt dann "The Wolf Inside", also "Der Wolf in dir" oder "Der innere Wolf".

Am 21. Januar ist "Vaulting Ambition" an der Reihe – dieser Titel könnte für etwas wie "Den Ehrgeiz überwinden" stehen, wird aber auch sehr häufig dafür benutzt, zu beschreiben, so viel wie nur möglich zu erreichen. Man kann diese Formulierung in William Shakespeares "Macbeth" finden. Dort heißt es:

"I have no spur
To prick the sides of my intent, but only
Vaulting ambition, which o'erleaps itself,
And falls on th'other."

"What's Past Is Prologue" wird am 28. Januar gezeigt. Dieser Titel ist ebenfalls nicht nur ein Shakespeare-Zitat (diesmal aus "Der Sturm"), sondern stand auch bereits Pate für die Episode "Past Prologue" aus Star Trek: Deep Space Nine und eine Kurzgeschichte, die Jake Sisko im Verlauf der Serie schreibt. Meistens beschreibt dieser Satz, dass alles, was in der Vergangenheit geschehen ist, nur den Kontext für Gegenwart und Zukunft bildet.

Am 4. Februar geht es direkt weiter mit der Episode "The War Without, The War Within", was relativ einfach mit "Der Krieg (dort) draußen, der Krieg (hier) drinnen" zu übersetzen ist und vermutlich auf den Krieg gegen die Klingonen und Probleme an Bord der Discovery (oder im Inneren der Figuren) anspielt.

Beendet wird die erste Staffel der Serie dann am 11. Februar mit einem recht ungewöhnlichen Titel: "Will You Take My Hand?". Dieser wird vermutlich für "Wirst/Willst du meine Hand nehmen/halten?" stehen und könnte auf einen möglichen Frieden mit den Klingonen anspielen, eventuell aber auch auf Figurenbeziehungen (Burnham/Tyler).

Eine zweite Staffel von Star Trek: Discovery ist bereits beschlossene Sache und soll dem Vernehmen nach 2019 zu CBS All Access und Netflix kommen.

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Star Trek: Discovery - Aaron Harberts über Staffel 2, Konflikte mit dem Kanon & die Prämisse als Prequel

Trotz großer Beliebtheit bei Fans und Kritikern muss Star Trek: Discovery immer wieder Kritik bezüglich der Kontinuität und augenscheinlichen Konflikten mit dem etablierten Kanon über sich ergehen lassen. Obwohl die Produzenten immer wieder betont haben, dass die Serie im Prime-Universum angesiedelt ist und nicht in der Kelvin-Zeitlinie der Kinofilme von J. J. Abrams, gibt es viele Ungereimtheiten, was gezeigte Technologien, Hintergründe von Charakteren oder die Ressourcen der Sternenflotte angeht.

Prominenteste Beispiele sind der Sporen-Antrieb oder Michael Burnham als Sareks Ziehtochter und Spocks Adoptiv-Schwester.

Im Interview mit Metro UK sprach Produzent Aaron Harberts über diese Aspekte, welche eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel der Serie einnehmen und bestehende Konflikte mit dem Kanon aus dem Weg räumen soll:

"Wir haben noch zehn Jahre Zeit, bis die Original Series ins Spiel kommt. Es ist eine kreative Herausforderung, denn wir müssen viele Entscheidungen treffen. Wie wollen wir denn mit dem [Sporen-]Antrieb umgehen? Und diese Ziehtochter von Sarek? Wie lösen wir all das, je näher wir der Original Series kommen? Das sind wichtige Themen, die wir zur zweiten Staffel besprechen.

Das Interessante an der Figur von Michael ist: Nur weil sie nicht angesprochen wurde, heißt es nicht, dass sie nicht existiert hat. Viele unserer Autoren sind eng mit Star Trek verbunden. Ihr Fachwissen ist vorbildlich. Sie helfen uns dabei, gewisse Themen zu umschiffen. Und der Sporen-Antrieb? Wer weiß, er könnte als geheim eingestuft worden sein? Es gibt viele Möglichkeiten."

Warum Star Trek: Discovery ausgerechnet ein Prequel sein muss, scheint für viele Zuschauer nicht ganz nachvollziehbar. Harberts ist jedoch froh, dass es so ist:

"Ich bin froh darüber, denn so sind die Rahmenbedingungen bereits festgelegt. Nehmen wir mal an, sie spielt 100 Jahre nach Voyager: das ganze Spielfeld ist leer. Wenn man darüber einmal nachdenkt, muss man eine komplett neue Mythologie erschaffen."

Die erste Staffel wird ab dem 07. Januar 2018 fortgesetzt. Die zweite Staffel wird vermutlich erst Anfang 2019 zu sehen sein.

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