Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

Star Trek: Discovery - Showrunner Michelle Paradise zum Zeitsprung in Staffel 3

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Star Trek: Discovery 2.09

Mit einem Zeitsprung von 930 Jahren in die Zukunft stehen die Verantwortlichen von Star Trek: Discovery in der 3. Staffel vor einer neuen Herausforderung. So müssen sie eine Welt des Franchise zeigen, die deutlich fortgeschrittener ist als alles bisher Gezeigte. Im Gespräch mit Slashfilm sprach Showrunner Michelle Paradise nun über die Aufgabe, die vor den Autoren und den Serienproduzenten liegt.

"Es ist eine große aber auch wundervolle Aufgabe. Es gibt so viele Gespräche und Diskussionen. Zum Glück haben wir ein großartiges Team in Toronto. Von unseren Produktionsdesignern über die Kostümdesigner bis zur Requisite sind einfach alle phänomenal. Es ist einfach eine großartige Chance für alle.

Wir schauen uns alles unter vor dem Hintergrund der 930 Jahre an. Vor allem die Technologie sollte sich in 930 Jahren verändert haben, daher ist dies ein großes Thema. Wie sieht die Zukunft aus? Wie sieht die Technologie aus? Dazu gehört neben der Welt an sich und den Schiffen natürlich noch eine ganze Menge mehr. Wir schauen uns alles an."

Zudem bestätigte Michelle Paradise noch einmal, dass es sich um eine Reise ohne Wiederkehr handelt. Der Zeitsprung ist final und die Crew der Discovery muss sich in der Zukunft ein neues Zuhause aufbauen. Dabei wird es natürlich auch einen neuen Captain geben, auch wenn sich Paradise nicht in die Karten schauen lassen wollte, wer genau diese Rolle nun übernehmen wird.

Trotz des Zeitsprungs werden sich die Produzenten von Star Trek: Discovery zudem eng mit denen von Star Trek: Picard abstimmen. So möchte man sicherstellen, dass Auswirkungen im Kanon, die in Picard passieren, auch in Discovery widergespiegelt werden. Auch will man so direkte Widersprüche vermeiden.

Sowohl für die 3. Staffel von Star Trek: Discovery als auch dem Serienstart von Star Trek: Picard gibt es noch keinen konkreten Termin. Im Falle von Picard dürfte der Start Anfang 2020 erfolgen. Discovery wird erst nach dem Abschluss der Ausstrahlung von Picard zurückkehren. Entsprechend erscheint ein Wiedersehen vor Mitte/Ende 2020 unwahrscheinlich.

Star Trek: Discovery - Neue Ausrichtung und Castzuwachs für Staffel 3

Vor den großen Neuigkeiten zu Star Trek: Picard gab Alex Kurtzman auf der Comic-Con in San Diego auch ein Update zu Star Trek: Discovery - wenn auch ohne bewegte Bilder. Zu ihm gesellten sich für das Panel am Samstag Sonequa Martin-Green, Neuzugang David Ajala sowie seine neue Showrunner-Kollegin Michelle Paradise und Produzentin Heather Kadin auf die Bühne.

To boldly go: Zum Ende der 2. Staffel führt Burnham in einem frisch gebauten Roter-Engel-Anzug die Discovery nebst großen Teil der Crew durch ein Wurmloch an einen unbekannten Ort in eine unbekannte Zukunft. Im Panel bestätigt Kurtzman: Der Zeitsprung wird über 1000 Jahre betragen und Discovery somit so weit in der Zukunft spielen wie sonst noch keine Star-Trek-Serie zuvor.

Das soll bei allen Charakteren - und damit auch der Serie an sich - alles durcheinander würfeln und zu einer Art Neuausrichtung führen. Wo ist oben und unten? An welches Regelwerk hält man sich? Was ist zu tun? Wo befindet man sich überhaupt?

Einige Aspekte werden dem Zuschauer bekannt vorkommen, andere aber ebenfalls völlig neu sein. Dabei betont Kurtzman, dass alles immer ganz im Sinne von Gene Roddenberry sei. Ihm sei wichtig, das stets die positive Ausrichtung, der Optismus Roddenberrys spürbar bleibt.

Als Neuzugang im Cast wurde David Ajala (Nightflyers, Supergirl) vorgestellt. Er spielt Cleveland Booker beziehungsweise kurz "Book". Dabei soll es sich um einen Charakter handeln, der öfter mal die Regeln bricht und Spaß dabei hat.

Gedreht wurden die neuen Folgen in Island. Ein Starttermin für Star Trek: Discovery Staffel 3 wurde jedoch noch nicht genannt.  

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

Star Trek: Short Treks - Trailer, Rückkehr von Pike, Spock, Number One und Picard

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Star Trek: Discovery 2.14

Dass zumindest Spock und Number One noch einmal auftauchen werden, stand bereits fest. Während des Trek-Panels auf der San Diego Comic-Con wurde nun bekannt gegeben, dass es gleich mehrere Star Trek: Short Trek rund um die Besatzung der Enterprise geben wird - auch mit Anson Mount als Captain Pike. Eventuell sind die Kurzfilme auch nicht das letzte Wiedersehen mit der Enterprise-Crew - während des Panels bekräftigte Alex Kurtzman abermals, dass er über die Entwicklung einer eigenen Enterprise-Serie mit ihnen nachdenke. 

Insgesamt sind es sechs neue Short Treks. Die letzte Folge soll mit Patrick Stewart sein und als Vorbereitung auf Star Trek: Picard dienen. Auch wenn davon im frisch veröffentlichten Trailer noch nicht wirklich was zu sehen ist.

Die 1. Staffel der Short Treks wurde im Vorfeld der 2. Staffel von Star Trek: Discovery veröffentlicht. In den USA erschienen die insgesamt vier Folgen im monatlichen Abstand bei CBS All Access. Hierzulande sind sie, wie Star Trek: Discovery, bei Netflix zu sehen. Der Streaming-Dienst wartete mit der Veröffentlichung aber bis zum Start der 2. Staffel von Discovery.

In den vier Folgen stand jeweils eine andere Figur im Mittelpunkt. Die erste Kurzepisode trug den Namen "Runaway" und dreht sich um Kadett Tilly, anschließend ging es in "Calypso" um einen neuen Charakter namens Craft. Danach folgte "The Brightest Star" mit einer Art Prequel-Story über Saru und "The Escape Artist", wo Harry Mudd im Mittelpunkt stand.

Ein genauer Starttermin für die neuen Kurzfilme wurde noch nicht bekannt gegeben, da es aber einen Auftakt für Star Trek: Picard beinhalten soll, wird eine Ausstrahlung wohl zeitnah noch in diesem Sommer und Herbst stattfinden.

Den Trailer zu Star Trek: Short Treks kann man sich hier auf der offizillen Star-Trek-Seite von CBS ansehen.

Star Trek: Kurtzman über Picard, Sektion 31 und Pike & Spock

Im Gespräch mit Deadline im Rahmen ihres Podcasts "Crew Call" sprach Alex Kurtzman über die nahe Zukunft des Star-Trek-Franchises bei CBS. Obwohl sich Fans auf einiges Neues freuen können, betont Kurtzman wie wichtig es ist, dass sich nicht alles gleich anfühlt. Daher wurden für Star Trek: Picard, Sektion 31, die animierten Serien und auch die dritte Staffel von Star Trek: Discovery eine ganze Reihe an kreativen Köpfen hinter der Kamera beauftragt.

Einer dieser kreativen Köpfe ist kein geringerer als Patrick Stewart. Keiner kenne Jean-Luc so gut wie er, sagt Kurtzman, und ohne Stewarts Zustimmung und Ideengebung im Writers Room wäre die Picard-Serie überhaupt nicht denkbar. Seine On-Screen Nummer Eins, Jonathan Frakes, wurde auch bei Star Trek: Picard als Regisseur tätig und gab kürzlich das Ende der Dreharbeiten für Staffel 1 bekannt. Die Serie ist heiß erwartet und soll in diesem Herbst-/Winterprogramm bei CBS All Access beziehungsweise international bei Amazon Prime starten. Wie der stimmungsvolle Teaser bereits verrät, ist irgendetwas passiert, das Jean-Luc dazu bewog, die Sternenflotte zu verlassen. Im Angesicht einer neuen dringenden Aufgabe beleuchtet die Serie so auch, was in all den Jahren seit Star Trek: Nemesis geschehen ist. Unter anderen soll Picard einige Entscheidungen getroffen haben, mit denen er sich nicht sonderlich wohl fühlt.

Wie bereits bekannt sind bereits die Animationsserie Lower Decks von  Mike McMahan (Rick & Morty) und eine weitere für den Sender Nickelodeon, gezielt für die ganze Familie, in Arbeit. Kurtzman beschreibt, dass zwar typische "A-Plots" wie aus Trek-Serien bekannt vorkommen, aber eben im Hintergrund geschehen, während eher alltägliche Crew-Abenteuer im Fokus der Handlung stehen sollen.

In den Startlöchern steht auch die Spin-off-Serie Sektion 31 mit Michelle Yeoh. In welcher Zeit und Rahmen die Handlung genau ansetzt, ist noch unbekannt und hängt natürlich mit der weiteren Entwicklung von Star Trek: Discovery zusammen. Sobald da die anstehende dritte Staffel abgedreht ist, geht es mit der Produktion von Sektion 31 in die heiße Phase. Noch ist also abzuwarten, ob es die Discovery oder auch nur Georgiou zurück in die ursprüngliche Discovery-Zeit schafft oder eben weit, weit in der Zukunft spielt.

Zwar ist es leider immer noch keine Ankündigung für eine eigene Enterprise-Serie mit Pike und Spock, doch eben auch keine klare Absage. Wie die Darsteller Anson Mount und Ethan Peck erst kürzlich auf der FedCon abermals betonten, würden sie eine solche Serie sehr begrüßen. Und auch bei den Produktionsverantwortlichen stößt man da nicht auf taube Ohren, wie Kurtzman durchblicken lässt:

"Natürlich werden wir Spock nicht unbedingt in Discovery wiedersehen, weil wir da offensichtlich viel zu weit in die Zukunft gesprungen sind, dass dies überhaupt keinen Sinn machen würde. Aber die Idee Ethan, Anson, Rebecca und die Enterprise zurückzubringen...ich mein, wir haben es alle so sehr geliebt und einen Weg zu finden das möglich zu machen ist etwas, über das wir definitiv nachdenken."

Star Trek: Picard – Official Teaser Trailer

Fedcon 2019: Interview mit Captain-Pike-Darsteller Anson Mount aus Star Trek: Discovery

Auf der FedCon 2019 in Bonn war viel los, auch dank der zahlreichen Star-Gäste. Zu denen gehörte unter anderem ein großer Teil der Crew von Star Trek: Discovery, namentlich Wilson Cruz, Shazad Latif, Ethan Peck und Anson Mount.

Wir hatten die Gelegenheit, ein paar Minuten mit Anson Mount zu reden und ihm Fragen zu Captain Pike, seinen Zukunftsplänen und Dungeons & Dragons zu stellen.

Robots & Dragons: Captain Pike ist zwar ein wichtiger Charakter im Star-Trek-Universum, aber letztlich doch mit recht wenig Kontur. Wie haben Sie sich diesem Charakter genähert?

Anson Mount: Ich bin ein ziemlich praktisch veranlagter Schauspieler: Ich bin pünktlich, lerne meine Zeilen und spreche die Wahrheit (lacht).

R&D: Das klingt ja schon ziemlich nach einem Captain Pike …

Anson Mount: Ja, tatsächlich. Ich glaube, er ist offensichtlich ein ziemlich guter Anführer. Wo Lorca dem Spiegeluniversum entsprach und eher dem Gedanken folgte, durch Stärke und Disziplin zu führen, denke ich, dass Pike schlau genug ist, um zu realisieren: Wenn es jemand in die Sternenflotte geschafft hat, ist er auch ziemlich diszipliniert. Ich glaube, er weiß, dass seine beste Ressource sein Team ist. Das ist mein liebste, positive Eigenschaft. Ich glaube, diese Brückenszenen, das hoffe ich, und das sage ich auch als Star-Trek-Fan, sind anders als alle anderen Brückenszenen im Kanon. Denn wenn Pike eine Superkraft hat, ist es die, die Brücke in ein großes Gehirn zu verwandeln. Er ist selbstlos genug zu sagen: „Ich bin baff!“ (lacht)
„Die beste Idee gewinnt, los!“ Und das sorgt für großartigen Teamgeist.

R&D: Sie hatten eine tolle Chemie zwischen Ethan Pecks Charakter und ihrem Captain Pike. Man konnte richtig die Geschichte zwischen diesen beiden Figuren fühlen. Wie haben Sie sich das mit Ethan Peck erarbeitet?

Anson Mount: Das war nicht wirklich schwer, denn ich bewundere Ethan zutiefst. Wir haben eine wirklich wundervolle Freundschaft entwickelt, die darauf basiert, dass er in erster Linie dumm ist und er jemanden braucht, der ihn in dieser Welt an die Hand nimmt. Ich sage das in dem Wissen, dass er das hier liest, denn wir haben diese Form von Freundschaft, bei der wir uns ständig übereinander lustig machen.
Er macht gerade eine Phase in seiner Karriere und seinem Leben durch, die ich schon kenne und er hat … diese Bescheidenheit, die tolle, junge Schauspieler haben, denn das ist die einzige Art und Weise, wie man zuhören kann: dem Leben, der Szene, dem, was einem Gott gegeben hat. Und das bewundere ich an ihm. Ich war wesentlich weniger gut auf das Erwachsenwerden vorbereitet als er.

Interview Anson Mount Fedcon

R&D: Rückblickend bestand ihre Karriere eher aus bodenständigen Rollen: Krimis, Thriller, Western etc. Star Trek erscheint mir als die erste, größere Rolle mit phantastischen Elementen. War das eine bewusste Entscheidung?

Anson Mount: Ja. Also, ein paar Jahre, bevor ich mit Hells on Wheels [einem Western in der Frühzeit der Eisenbahn, die Red.] anfing, habe ich das Universum um einen Western gebeten. Nach drei Jahren, in denen ich mich im Schlamm gewälzt und nach Pferd gestunken habe, hatte ich das Gefühl, dass Gott mich auslacht. Und danach sagte ich dem Universum: Science-Fiction. Und: Wow! (lacht) Jemand hat wohl zugehört!

R&D: Also wollen Sie mehr davon machen? Fantasy oder Science-Fiction?

Anson Mount: Absolut, ja! Ich meine, ich spiele Dungeons & Dragons und schaue Star Trek!

R&D: Sie spielen Dungeons & Dragons?

Anson Mount: Ja, ich hab eine Kampagne geleitet, vor ungefähr sieben Jahren, bevor wir alle zu beschäftigt waren.

R&D: War es schwer, zu einer bereits eingespielten Schauspieltruppe dazu zustoßen? Sie spielen ja eine Autoritäts-Figur, die von außen herein kommt.

Anson Mount: Ich habe so etwas noch nie wirklich gemacht, also in der zweiten Staffel in einer wiederkehrenden Rolle eingeführt zu werden. Aber es half, dass der Charakter sozusagen das neue Kind in der Klasse ist und ich – naja, war das neue Kind in der Klasse. Aber alle Schauspieler, allen voran Sonequa Martin Green, waren so herzlich und freundlich, dass sie es mir einfach gemacht haben.

R&D: Danke für das Gespräch!

Fedcon 2019: Interview mit Star-Trek- und Spock-Darsteller Ethan Peck

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Star Trek: Discovery

Neben den Besuch zahlreicher Panels und Vorträgen konnten Robots-and-Dragons-Redakteure Johannes Hahn und Stefan Turiak sich auch persönlich jeweils für ein paar Minuten mit einigen der anwesenden Stars unterhalten.

Wir durften uns unter anderem mit Ethan Peck zusammensetzen, der Mr. Spock in der 2. Staffel Star Trek: Discovery spielte. Er verriet uns, wie er sich auf diese ikonische Rolle vorbereitete, und wie es sich anfühlte, einer bereits eingespielten Discovery-Crew beizutreten.

Robots & Dragons: Waren Sie aufgeregt, als Sie den Anruf bekamen und erfuhren, dass Sie eine solch ikonische Science-Fiction-Figur mit einem so schweren Erbe spielen sollen?

Ethan Peck: (Lacht) Ja, es war allerdings eine Textnachricht, was eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist. Normalerweise bekommt man einen Anruf von seinem Agenten oder Manager. Die Textnachricht stammte von einem der Casting-Verantwortlichen und besagte einfach nur: ”Willkommen an Bord, Mr. Spock!“ Das hat mich selbstverständlich erst einmal umgehauen. Ich war überwältigt, weil es sich potenziell um eine Rolle handelte, die mein gesamtes Leben verändern könnte. Und ich hatte sehr große Angst vor dieser großen Herausforderung und den Erwartungen, die mit damit verbunden waren, auch vor den Erwartungen der Fans. Es war mir sehr wichtig, dass ich meinen Job gut mache, ich hatte aber auch die ganze Zeit über das Gefühl, dass ich die Grenzen meiner Fähigkeiten erreiche. Eine solche Herausforderung wünscht man sich allerdings auch als Künstler und Schauspieler. Gleichzeitig war es sehr intensiv und furchteinflößend. Jetzt empfinde ich aber sehr viel Freude und Glück.   

R&D: Ist es wichtig, diese Verantwortung und die damit verbundene Belastung von sich zu schieben, um voll und ganz in die Rolle einzutauchen?  

Ethan Peck: Nein, ich denke nicht, dass das notwendig ist. Ich denke sogar, dass es die Erfahrung für mich als Schauspieler am Set erhebt und wertvoller macht. Wenn ich den Job auf die leichte Schulter nehmen würde, würde etwas Entscheidendes fehlen, eben weil es sich um eine so spezielle und ikonische Figur handelt. Diese Schwere der Verantwortung half sogar für die Dramatik, die wir auf dem Bildschirm erschaffen wollten, schließlich ist das gesamte Leben des Universums in Gefahr. Deswegen habe ich versucht, die Verantwortung zu nutzen.  

R&D: Also haben Sie diese Verantwortung eher akzeptiert und genutzt, anstatt sie von sich zu schieben.  

Ethan Peck: Es handelte sich im Grunde um einen sensiblen Balanceakt. Denn wenn ich etwas kreiere, möchte ich nicht unbedingt, dass es nur für andere Menschen existiert. Wenn ich versuche, stets den Erwartungen anderer Leute gerecht zu werden, dann handelt es sich nicht um meine eigene Kreation, sondern um eine Schöpfung, die nur aus Angst heraus entsteht. Und wenn ich Spock aus Angst heraus spielen würde, dann wäre er nicht authentisch. Deswegen habe ich mich für eine Weile zurückgezogen und mich auch von den Menschen Online isoliert. Innerhalb dieser kontrollierten Umgebung habe ich meine eigene Verantwortung und Ziele erforscht, aber ich konnte das nicht mit der Verantwortung vermischen, die andere mir durch andere Menschen auferlegt wurde.   

R&D: Haben Sie Mr. Nimoys Arbeit studiert oder hatten Sie vielleicht die Sorge, seine Performance einfach nur zu kopieren?

Ethan Peck: Ja, absolut. Ich habe mich mit Leonard Nimoy auseinandergesetzt, weil schließlich handelt es sich am Ende der 2. Staffel von Discovery um den Spock, den wir in der Originalserie treffen sollen. Das war das Licht am Ende des Tunnels. Während ich Szenen probte oder den Text für den Drehtag lernte, habe ich mich auch mit seinen Episoden beschäftigt und auf diese Weise sozusagen die Musikalität seines Spocks verinnerlicht. Ich habe sein Buch I’m not Spock von 1977 gelesen, was wirklich wichtig für mich war, weil mir bewusst wurde, dass wir die gleichen Entdeckungen gemacht haben. Das war wirklich wundervoll und erfüllte mich mit Ehrfurcht, weil wir stellenweise zu denselben Ideen und Konzepten bezüglich Spock gekommen sind.

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Ethan Peck

Allerdings musste ich Nimoy-Spock ab einem gewissen Zeitpunkt loslassen und verbrachte nicht mehr so viel Zeit mit ihm. Irgendwann fühlte es sich nämlich wie meine eigene Kreation an und ich wollte ihn nicht nur einfach imitieren, denn das war nie meine Intention. Ich wollte wirklich nur ein paar Dinge aufgreifen, die ich bei ihm beobachtet habe, und sie in meine eigene Darstellung integrieren. Es lief also wirklich mehr darauf hinaus, ihn und seine Entscheidungen als Schauspieler zu beobachten und dann diese Mechanismen für mich selbst herauszufinden. Ich weiß, das hört sich ein bisschen abstrakt an…    

R&D: Keineswegs. Sie wollen diese Rolle zwar vereinnahmen, aber haben gleichzeitig diese Ikone vor sich, die Sie würdigen und in Ihre Darstellung integrieren möchten…

Ethan Peck: Ja, ich wollte definitiv dem ursprünglichen Fürsorger dieser Figur gerecht werden. Denn es handelte sich um einen großartigen Fürsorger (lacht).

R&D: Können Sie uns etwas über die vulkanische Kampfkunst erzählen? Was war die Idee, die dahinter steckte, was waren die Einflüsse? Weil Sie haben ein paar actionreiche Kampfszenen.

Ethan Peck: Ich glaube, es handelt sich um eine Mischung verschiedener Kampfkunst-Stilrichtungen. Ich bringe diesen Stil aber am ehesten mit Jeet Kune Do in Verbindung, also die Kampfrichtung, die von Bruce Lee entwickelt wurde. Dieser Stil ist sehr pragmatisch angelegt, konzentriert sich vor allem auf das Nützliche innerhalb eines Kampfes und lässt alles andere außen vor.

R&D: Haben Sie schon zuvor Erfahrungen mit Kampfsport gemacht?

Ethan Peck: Ja, ich habe bereits als Kind viele Jahre Karate, Kickboxen und Boxen trainiert.

R&D: Wie war es, die anderen Besatzungsmitglieder kennenzulernen und als neues Mitglied Teil des Teams zu werden.

Ethan Peck: Es war wirklich sehr einschüchternd, weil es sich um eine so talentierte und illustre Besetzung handelt. Jeder einzelne von ihnen: Sonequa Martin Green ist unglaublich und ein Kraftpaket. Auch wenn sie weniger bekannt ist als die anderen, ist sie die Anführerin, denn sie kommt jeden Tag mit sehr viel Leidenschaft, Elan und Energie zur Arbeit. Und dann noch Anthony Rapp und Doug Jones… Alle sind so unglaublich talentiert. Aber sie waren alle gleichzeitig so warmherzig und einladend. Die Wahrheit ist, dass ich wahrscheinlich nie wieder eine vergleichbare Erfahrung haben werde, nämlich mit Schauspielern zusammenzuarbeiten, die so unterstützend und gütig sind und so leidenschaftlich zusammenarbeiten. Es war etwas ganz Besonderes.

R&D: Wir danken Ihnen für das Gespräch!

Fedcon 2019: Interview mit Star-Trek-Darsteller Shazad Latif

SPOILER

Dieses Jahr sind wir von Robots & Dragons für euch auf einer von Europas größten Science-Fiction Conventions: der FedCon. Neben den Panels und Vorträgen finden sowohl unsere Redakteure als auch die anwesenden Stars ein paar Minuten Zeit für ein paar Fragen. Wir haben die Gelegenheit genutzt!

Wir durften uns mit Shazad Latif zusammensetzen und ihm Fragen zu seiner Rolle als Voq und Ash Tyler in den beiden Staffeln von Star Trek Discovery stellen. Am Ende verrät Shazad Latif auch, wie es war, eine Rolle in der kommenden Dark-Crystal-Serie zu sprechen.

Robots & Dragons: What the Vuq happened to Tyler? Es gab ja einige Verwirrung, was genau mit Ash Tyler beziehungsweise Voq geschah.

Shazad Latif: (Lacht) So wie ich es verstanden habe, war es Voq, der diese Änderungen durchgemacht hat, der seine Knochen gerichtet hat und den Geist des Soldaten Ash Tyler in sich aufnahm, und so weiter. Es hat aber alle ein bisschen verwirrt, noch als wir gedreht haben. Die Autoren hatten da verschiedene Ideen. Auf mich kamen Leute zu und meinten "Ich glaube, das passiert auf diese und diese Art" und ich konnte nur sagen: "Ich hab keine Ahnung.“ (lacht) Am Anfang hieß es, wir machen es so, aber dann wurde es wieder geändert.

R&D: Gibt es eine bestimmte Schauspieltechnik, um sich auf so eine Rolle mit geteilter Persönlichkeit vorzubereiten?

Latif: Es ist ein bisschen so, als sondere man Bereiche seines Gehirns ab. In Fällen von Schizophrenie oder Posttraumatischer Belastungsstörung [nach dem englischen Begriff auch PTSD abgekürzt, die Red.] werden diese Hirnareale auch abgegrenzt. So ein bisschen machen wir das ja auch im normalen Leben, wir entscheiden, welche Seite von uns wir gerade zeigen, wir entscheiden uns, wie wir uns gegenüber unterschiedlichen Menschengruppen verhalten. Wir sind andere Leute, wenn wir mit anderen Menschen zu tun haben. Aber so richtig habe ich mich nicht damit beschäftigt, sondern mich eher darauf konzentriert, was die aktuelle Szene abverlangt, welche verrückte Sprache ich jetzt sprechen muss und so.

R&D: Es geht ja auch ein bisschen um PTSD mit diesem Charakter. Haben Sie da viel recherchiert?

Latif: Es ist eigentlich Ash Tylers Trauma, weniger "richtiges" PTSD, da musste sich der Charakter durcharbeiten, ergründen, um was es bei ihm geht. Aber ja, natürlich habe ich mich mit Trauma und PTSD auseinandergesetzt, Dokumentationen geschaut, in denen Betroffene gesprochen haben. Ich habe eine Sendung geschaut, da haben ein paar Leute nach ihren Vorfällen berichtet, und man merkte, dass sie nie hundertprozentig da waren, da war eine besondere Art von Ruhe, etwas ging hinter ihren Augen vor. Sie versuchen diesen Schmerz immer nahe bei sich zu behalten, versuchten gleichzeitig es aber stoisch irgendwie zu überdecken.

R&D: War die Sprache, also in diesem Fall Klingonisch, eine spezielle Hilfestellung, sich der Rolle anzunähern?

Latif: Mit Voq war es am einfachsten. Ich mochte es wirklich, als Voq zu spielen, denn das Klingonische hat diese Grenze geschaffen, zusammen mit der Maske und den Prothesen, das schafft eine richtige Barriere zwischen einem selbst und dem Publikum. Da ist man buchstäblich eine andere Person, das ist dann nicht Shazad darunter. Wohingegen man mit Tyler… da hat man zwar den amerikanischen Akzent, aber das erforderte mehr.

R&D: Ash Tyler hatte ja auch einige physische Szenen, Kämpfe und dergleichen. Wie sah Ihre Vorbereitung dazu aus?

Latif: Als Kind habe ich ein bisschen Karate gemacht, dann ein bisschen Shaolin, ich war besessen von Bruce Lee und seinen Filmen. Ich hab vorher schon Rollen gespielt, für die wir ein bisschen trainiert haben, aber hier [bei Discovery, die Red.] hatten wir so ein gutes Team, dass wir alle wussten, wir machen das jetzt an diesem Tag. Wir hatten nicht viel Zeit diese Kämpfe zu lernen, da lernt man sehr viel in nur einer Stunde und danach hat man Schmerzen, deshalb macht man da nicht wirklich viele Proben. Es ist bei einem Dreh alles in kleinen Stücken über den Tag verteilt. Man kann es gut mit einem Tanz vergleichen, bei dem man unverletzt rausgeht, wenn man ihn übt, wenn nicht… (lacht).

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Shazad Latif Interview

R&D: In Kombination mit dem Trauma und den Kampfszenen in Staffel 1: Ist Ash Tyler so etwas wie die Dekonstruktion eines Action-Helden?

Latif: Ja, absolut. Es langweilt mich zunehmend, diese typischen Sachen zu sehen, in denen der große Action-Held den Tag rettet, aber man schaut da nie hinter seine Fassade. Und das mochte ich an diesem Charakter Tyler, dass wir in diesen Kerl reingeschaut haben, der dachte, er mache da diese schrecklichen Sachen durch. Man sieht da seine emotionale Seite. Das sagte mir: Hey, schaut mal her, es sind so viele Kriege momentan im Gange, so viele Soldaten machen das durch, aber das scheint niemanden zu kümmern. Es war schön, das ein bisschen in den Vordergrund zu rücken, wie so etwas geschehen könnte… Im Weltraum! (lacht)

R&D: Diese Figur befindet sich ja auch in einem Kampf mit sich selbst, in einem Kampf mit seinem Traumer und mit seiner Liebe zu Burnham...  

Latif: Soldaten sind eine Art vergessenes Volk, da heißt es immer "Wir müssen das als Team machen, wir sind eine Familie" – und sobald sie aus der Armee sind, war‘s das.

R&D: Bevorzugen Sie eigentlich eher das Schauspielern für Filme oder eher Serien oder vielleicht sogar Theater?

Latif: Ich glaube, Serien und Filme wachsen immer mehr zusammen, weil für das Fernsehen immer besser produziert wird. Aber Filme sind meine Leidenschaft, das war mein Traum. Ich bin auch auf eine klassische Schauspielschule gegangen, aber danach habe ich nicht mehr am Theater gearbeitet, das hat sich einfach nicht ergeben. Ich würde schon gerne auf die Bühne, aber bisher gibt es da nicht viele Gelegenheiten. Es müsste auch ein Stück sein, das mich interessiert. Da ist es manchmal schwer, den Übergang [zwischen Film und Theater, die Red.] zu machen. Aber mein Herz schlägt für Filme, für künstlerische Filme, aber Serien, in denen Charaktere tief analysiert werden können, machen mir auch Spaß.

R&D: Gibt es einen bestimmten Regisseur, für den Sie arbeiten möchten?

Latif: Es gibt da einige. Der Regisseur der Nader und Simin – Eine Trennung gedreht hat, Asghar Farhadi, wäre jemand, ich liebe diesen Film, es ist mein absoluter Liebling. Dann wäre noch José Campanella, der In Ihren Augen gedreht hat, und auch Pedro Almodóvar… Und diese ganzen französischen Filme, Art House – ich spreche zwar keine der Sprachen – aber das wäre alles interessant.

R&D: Ein kleiner Blick hinter die Kulissen: Was ist eigentlich mit der Requisite des abgeschlagenen Kopfes von Ash Tyler passiert, den L' Rell dem klingonischen Rat präsentiert hat?

Latif: Irgendjemand hat das und benutzt es für ich-weiß-nicht-was, vielleicht eine Voodoo-Zeremonie, um mir Kopfschmerzen zu machen (lacht). Manchmal verlässt man das Set und am nächsten Tag ist alles weg.

R&D: Haben Sie denn irgendwas vom Set mitgenommen?

Latif: Ich habe jede Menge meiner Unterwäsche behalten. Ich habe ungefähr einen Jahresvorrat dieser Boxershorts. Jedes mal wenn ich reinkam, sagte ich: Leute, ich nehme die mit, die sind sehr bequem. Die bequemsten Boxershorts, die ich je getragen habe. Da waren die ziemlich genervt, weil ich sie immer mitgenommen habe.

R&D: Sie sind auch als Stimme in der neuen Dark-Crystal-Serie auf Netflix zu sehen. Können Sie uns etwas darüber erzählen?

Latif: Der Prozess ist ziemlich spannend. Wir dachten alle, wir gehen da rein und machen einfache Synchronaufnahmen. Aber man muss sich da an die Puppen anpassen, man muss da seine Darstellung anpassen. Das hat man nach zwei Stunden drauf, aber es ist trotzdem erst einmal komisch. Aber ich freue mich darauf, es zu sehen, das könnte groß werden, es gibt da eine große Fanbasis. Mein Charakter ist kein großer Teil dieser Serie, er taucht in einigen Folgen auf, aber es ist eine eher kleine Rolle, nämlich einer der Gelfinge, die lesen können. Er spielt Flöte, ist gern in der Natur, ein sehr sympathischer Charakter. Aber im Buch und in den Comics und all den anderen Materialien wird er zu einer eigenen Figur, also vielleicht kriegen wir das auch in der Serie hin.

R&D: Danke für das Gespräch!

Die FedCon findet vom 07.06. - bis 10.06.2019 im Maritim Hotel in Bonn statt. Wer in der Nähe hat, der kann vorbeischauen, Tagestickets sind noch erhältlich. Infos gibt es hier.

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.14

PODCAST

"Finale, oh-oh, Finale, oh-oh-oh-oh" In unserem nun 15. TrekCheck wundern wir uns über die große Auflösung zum Ende der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery. Wir haben Fragen. Viele. Dabei blicken wir auch ein wenig auf die bisherigen beiden Staffeln zurück und überlegen, was die Zukunft wohl bringen könnte.

Anne hat sich in ihr Superspeedkampfshuttle geschwungen, um rechtzeitig zur Aufnahme dabei zu sein und Stefan, Nele und Johannes Gesellschaft zu leisten. Aber auch sie hatte mehr Fragen als Antworten. Verzeiht bitte die teils schwankende Audioqualität - da Ostern ist haben wir uns für die Aufnahme alle von der Familie in irgendwelche Kellerecken mit einigermaßen Internetempfang und Reiseequipment zurückgezogen ;) Die Schlachtszenen sind aber immer noch hübsch. Und Anson Mount ist immer noch ein toller Captain Pike.

Den erwähnten Podcast von Branan Edgens und Anson Mount, bei dem es unter anderen mehrteilige äußerst hörenswerte Interviews mit Ethan Peck und Doug Jones gibt, findet ihr übrigens hier. Oder auch wenn man nach "The Well" bei allen gängigen Podcatchern sucht.

Wir bedanken uns bei allen Zuhörern und den tollen Kommentatoren - und auch natürlich noch einmal für die freundliche Unterstützung bei der FedCon GmbH. Auf der diesjährigen FedCon (7.-10. Juni in Bonn) sind neben dem nahezu kompletten Hauptcast von The Expanse und Hauptdarstellern aus The Orville und Killjoys nämlich auch Anson Mount, Ethan Peck, Wilson Cruz und Shazad Latif von Star Trek: Discovery zu Gast.

Die jazzige Musik zum Ein- beziehungsweise Ausgrooven der TrekChecks verdanken wir nach wie vor dem wunderbaren Jens Dewald. Diesmal haben wir zum Schluss die komplette, lange Version eingefügt.

Star Trek: Discovery - Alex Kurtzman über das Staffelfinale und die Zukunft von Star Trek

Die 2. Staffel von Star Trek: Discovery ist offiziell vorüber und endete mit einem einschneidenden Erlebnis für die Crew des titelgebenden Schiffes. Dabei blieben allerdings auch einige Fragen offen. Nach der Ausstrahlung traf sich Showrunner Alex Kurtzman mit den Kollegen des Hollywood Reporters, um auf ein paar Dinge einzugehen und einen kleinen Ausblick auf die Zukunft der Serie und Star Trek bei CBS All Access im Allgemeinen zu geben.

Zunächst bestätigte Kurtzman, dass es die Discovery in Staffel 3 tatsächlich 950 Jahre in die Zukunft verschlagen wird. Damit lässt man die bisher bekannte Zeitlinie hinter sich und stößt in neue Gefilde vor. Eine Tatsache, auf die sich die Autoren der Serie anscheinend sehr freuen, gerade auch aufgrund der immer präsenten Kanon-Thematik.

"Wir lieben es, innerhalb des Kanons zu spielen. Es war eine Freude und ein Privileg. Es macht Spaß, kleine Ecken des Universums zu erforschen, die bisher noch unerforscht waren. Trotzdem hatten wir das Gefühl, dass wir für Staffel 3 eine ganze neue Energie brauchten mit neuen Anforderungen. Wir sind nun weiter als jede Trek-Serie jemals war.

Ich habe die Erfahrung auch bei den Filmen gemacht, wo wir ähnliche Kanon-Probleme hatten. Wir wissen alle, wie Kirk stirbt, weshalb es schwer war, ihn einer Gefahr auszusetzen. Darum haben wir uns damals für die alternative Zeitlinie entschieden. Plötzlich kannst du die Geschichte ganz anders erzählen. Der gleiche Gedanke ist der Hintergrund für den 950-Jahre Zeitsprung. Wir sind nun komplett frei vom Kanon und können ein ganz neues Universum erkunden."

Trotz des Sprungs in die Zukunft versprach Kurtzman aber, dass der Kanon weiterhin eine Rolle spielen wird. Alles, was in Star Trek bisher passiert ist, wurde nicht ausgelöscht. Allerdings fand es so lange in der Vergangenheit statt, dass es nun nur noch eine entfernte Erinnerung ist.

Abgeschlossen soll aber in jedem Falle die Story rund um Control sein. Auch wenn die Discovery die AI technisch gesehen mit in die Zukunft gebracht hat, erklärte Kurtzman, dass die Gefahr offiziell neutralisiert wurde. Stattdessen sollen ganz neue Probleme auf der anderen Seite des Wurmloches warten.

Interessant für die Zukunft von Star Trek ist auch die Sektion 31. Diese wurde in Discovery nicht nur deutlich anders dargestellt, als sie Fans aus Deep Space Nine kennen, die Organisation soll auch in einer eigenen Serie bald selbst in den Mittelpunkt rücken. Dann wohl auch in deutlich vertrautere Form, wie Kurtzman andeutete.

"Wenn du ein Fan von Deep Space Nine bist, hast du die letzten beiden Jahre vermutlich damit verbracht zu sagen: 'Was zur Hölle machen die mit Sektion 31? Das ist nicht die Sektion 31, die wir kennen.' Das ist vollkommen richtig. In Deep Space Nine haben sie keine Abzeichen oder Schiffe. Sie sind eine Untergrundorganisation. Was ihr in Discovery und der kommenden Serie mit Michelle Yeoh zu sehen bekommt, ist, wie Sektion 31 zu dieser Organisation wurde, und warum sie zur Zeit von Deep Space Nine im Untergrund arbeitet."

Neben Discovery befinden sich aktuell noch mehrere weitere Star-Trek-Serien in Entwicklung. Für die Zukunft deutete Alex Kurtzman Pläne an, dass die Fans das ganze Jahr über Star Trek zu sehen bekommen. Die Serien sollen aber nicht gleichzeitig laufen, sondern sich abwechseln. In zwei Jahren will man soweit sein, dass nach dem Ende einer Serie oder Staffel direkt eine weitere folgt, wobei sich die Formate alle unterschiedlich anfühlen werden. Nur eine kurze Pause soll die Ausstrahlung trennen.

Das nächste Format wird in jedem Falle die noch unbetitelte Serie rund um Captain Picard werden. Allerdings ist den Machern auch die Petition der Fans nicht verborgen geblieben, die Enterprise rund um Captain Pike zurückzubringen. So zeigte sich Kurtzman der Idee, neue Geschichte rund um die Crew zu erzählen, durchaus aufgeschlossen.

Star Trek: Discovery - Kritik zum Finale der 2. Staffel

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Star Trek: Discovery 2.14

Woha, in Star Trek: Discovery 2.14 ist einiges los. Mit reichlich Action bringt “Süße Trauer - Teil 2” die Handlung der zweiten Staffel im Finale zu Ende.

Star Wars: Discovery

Ohne Atempause schließt die Episode unmittelbar an ihren Vorgänger an. Die von Control kontrollierten Sektion-31-Schiffe befinden sich im Angriff, es herrscht roter Alarm an Bord der Discovery und der Enterprise. In letzter Minute wird der Rote-Engel-Anzug gedruckt und in Gemeinschaftsarbeit zusammengeschustert (wer fühlt sich noch an große Gruppenprojekte in Schule/Uni erinnert?). Zeit zur Kontrolle bleibt nicht. Ja hättet ihr mal davor nicht so ewig mit Verabschiedungszenen rumgedödelt. Überhaupt habe ich irgendwann ernsthaft laut den Fernseher mit “IHR HABT DOCH KEINE ZEIT, VERDAMMT!” angebrüllt.

Optisch ist auch Teil 2 von “Süße Trauer” eine Pracht, zudem kunstvoll die reichliche Action von Regisseur Olatunde Osunsanmi inszeniert. Allerdings wirkt diese Art der großen Raumschlacht bei Star Trek ein wenig fremd. Nicht, dass es keine Raumschiffschlachten geben würde. Aber die Vielzahl an Kampffliegern (wer steuert die eigentlich auf der Nicht-Control-Seite?) und auch die drolligen Dot-7-Reparaturroboter erinnern doch deutlich mehr an Star Wars oder Battlestar Galactica.

Aber keine Frage, fürs Auge und Spacebattle-Liebhaber wurde kräftig aufgefahren. Es gilt das alte Mantra: Nur nicht nachdenken!

Zurück in die Zukunft

Die Auflösung, dass Burnham-Roter-Engel die bisherigen Signale gar nicht aus der fernen Zukunft, sondern im letzten Moment noch aus der Disco-Gegenwart als Hinweis quasi an sich selbst schickt, ist gut gelöst. Praktisch, dass der Rote-Engel-Anzug schon fast computerspielhaft eine Bremse eingebaut hat: Du musst erst all diese Quests erledigen, bevor die Karte sich erweitert.

Allerdings hätte mir das Gespräch zwischen Spock und Michael völlig gereicht, das nochmalige Anschneiden jeder einzelnen Erscheinung nimmt unnötig viel Raum - und Zeit - ein. Die Signale waren ständiges Thema in der kompletten Staffel und kein weit zurückliegendes Konzept, das noch einmal aufgefrischt werden muss.

Als klar wird, dass Spock zurückbleibt, ist der Charaktermoment für Burnham und ihn zwar mit Blick auf seine Zukunft ein schöner - aber gerade hier mit dem tobenden Kampf im Hintergrund, bei dem es jede Sekunde um Leben und Tod geht, habe schon ich als Zuschauer keine Geduld für lange Abschiedsworte. IHR HABT KEINE ZEIT, EY!

Hilfe in der Not

Unter der sicheren Führung von Captain Pike ist man an Bord der Enterprise erbittert dran, unter höchstem Risiko die Discovery zu schützen und die Mission zu einem Erfolg werden zu lassen. Obwohl es zwischenzeitlich anders aussieht, hält sich der Schaden an Mensch und Maschine am Ende in Grenzen. Zum Glück, immerhin wurde das Schiff sehr liebevoll gestaltet und die Besatzung braucht man noch.

Außer Admiral Cornwell, die ja zwischenzeitlich ohne Erwähnung auch spontan über zwei Folgen hinweg einfach wegfallen kann. Logischer Schritt, dass sie sich opfert. Von diesem sicheren Tod sollte es diesmal wirklich kein Zurückkommen geben. Auf einmal ist das sicher besiegelte Schicksal von Captain Pike durch den Zeitkristall auch nur noch eine mögliche Zukunft - aber immerhin hat er ausgesprochen, was ich mir schon zuvor dachte: Lasst ihn doch die Sache mit der Bombe regeln, der stirbt erst später irgendwann mal.

Der dickste Brocken jedoch ist das Auftauchen von gänzlich unerwarteten Mitstreitern. Einmal, weil diesmal bei Star Trek alles nach Orville schreit statt sonst wie meist andersherum. Zum anderen aber viel mehr: In der vergangenen Episode hatte man noch ungefähr eine Stunde Zeit bis zum Eintreffen von Control. Beziehungsweise am Ende, an dem sich Tyler aufmacht, nur noch wenige Minuten. Nun ist es ihm gelungen, in kürzester Zeit sich per Shuttle in klingonisches Gebiet aufzumachen, die Kanzlerin zu finden und sie vom Einsatz zu überzeugen? Alleine die Logistik! Ganz von den politischen Turbulenzen abgesehen. Hieß es gerade nicht noch, dass Tyler und das Baby als tot gelten und das ungemein wichtig für die Anerkennung von L’Rell als Herrscherin ist? Nun steht Tyler neben ihr auf der Brücke eines klingonischen Kriegsschiffes und grölt fröhlich klingonische Kampfrufe aus. Ooookay.

Der Konflikt zwischen den Ba’ul und den Kelpianern auf Kaminar liegt auch noch nicht so lange zurück. Da musste sich ein kompletter Planet mit zwei Völkern neu strukturieren und nach Jahrhunderten der gegenseitigen Nahezu-Ausrottung irgendwie klarkommen. Nun fliegt Sarus Schwester Sirannah, bislang technologiefrei aufgewachsen, einen Kampfflieger der Ba’ul zusammen mit den “Kriegern von Kaminar”. Nagut, Saru lernete ja auch schnell. Aber auch hier gilt: Wie kommen die überhaupt so schnell zur Discovery?

Hauptsache es gibt auf’s Maul

So. Also. AI-Leland gelingt es,  in einem Moment schwacher Schilde auf die Discovery zu beamen. Zur Freude von Georgiou und Nhan, die ihm in den Hintern treten wollen. Aus welchen Gründen auch immer meinen sie, gegen Nanobot-Leland klar zu kommen. Und irgendwie kann man die Spheren-AI nun doch verstecken. Und ohne weitere Erklärung weiß Georgiou, dass die Sporen gegen die Nanobots helfen. Hauptsache vorher viel zu lange unnötige Nahkampfszenen einbauen. Egal.

Also es reicht, dass AI-Leland als besiegt angesehen wird, damit sich auch der Rest erledigt und es ist kein Problem, dass die Bots noch an Bord der Discovery sind, die in die Zukunft fliegt. Wo man sich eigentlich vor dem Zugriff von Control verstecken will, weil das da nicht hinkommt. Nun nehmen sie es ja schon irgendwie mit -  so gut kannten sie sich mit Control ja nun nicht aus, um völlig auszuschließen, dass noch eine Gefahr droht. Mal ganz davon ab: Wenn Control als besiegt gilt, warum überhaupt noch in die Zukunft fliehen? Das war doch der einzige Grund.

Aber schön zu sehen, dass nicht nur die kleine Brückenbesatzung weiterhin Crew der Discovery ist. Als man den verletzten Stamets in die Krankenstation bringt, sieht man zahlreiches weiteres Personal, unter anderen Doctor Pollard. Und auch Hugh Culber hat sich besonnen. Er will doch nicht auf die Enterprise (Narr!) und überschüttet seinen Hugh mit liebevollen Worten von Heimatgefühlen, solange man zusammen sei.

Überhaupt ist ein positiver Aspekt der beiden Finalepisoden, wie auch der gesamten zweiten Staffel, dass man mehr von der Crew zu sehen bekommt, deren Darsteller alle mit ihrem guten Schauspiel überzeugen. Allen voran Doug Jones als Captain Saru, der über den Lauf der Serie eine beeindruckend sichtbare Entwicklung vollzogen hat.

Lass einfach nie wieder drüber reden

Äußerst unelegant billig und doch irgendwie effektiv, wie man sich dem Prequel-Kanon-Problem entledigen will. Wobei “lass einfach vergessen und nie wieder drüber reden” auch das Motto der enttäuschten Trek-Fan-Fraktion bezüglich Discovery sein könnte.

Das ist also Spocks genialer Vorschlag. Der natürlich super einfach umzusetzen ist. Jeder Beteiligte muss schwören, nie mehr über Roter-Engel-Anzug und die Erlebnisse rund um die Discovery zu sprechen. Überhaupt am besten das Schiff und Burnham an sich nie wieder erwähnen. Mag ja für die Sternenflottenmitglieder eventuell vielleicht eine Option sein. Aber was ist mit Po? Kaminar? Den Klingonen?

Und warum wird über die wirklichen Geschehnisse der Discovery gelogen? Kein Vertrauen in die Sternenflotte? Warum sollte Spock Burnham nie wieder erwähnen, wenn doch die offizielle Version ist, dass sie gestorben sei. Mit wem reden sie da eigentlich? Das Gesicht wird nicht gezeigt. Handelt es sich eventuell gar nicht um eine Sternenflottenführungsperson, sondern einem Zeitagenten, der das Chaos aufräumen muss?

Zum Schluss geht es noch einmal zurück auf die Enterprise. Nach vielen Tagen des Wartens das erlösende Signal: Burnham hat es geschafft. Zur Feier des Tages erstmal den Bart abrasieren.

Eine gute Entscheidung, dass man das Schicksal der Discovery selbst noch nicht zu sehen bekommt. Das dürfte dann wohl Handlung der bereits bestellten dritten Staffel werden. Und da Georgiou mitgeflogen ist, bleibt offen, wann die Spin-off-Serie Sektion 31 handeln wird.

Fazit

Ich wäre gerne begeistert. Das fühlte sich super an letzte Woche. Leider ist Teil 2 von “Süße Trauer” aber unausgegoren. Durch den nun spürbaren Zeitdruck wirken die eigentlich emotionalen Charaktermomente mitunter deplatziert. So bleibt das Finale optisch reizvoll, aber bloß nicht nachdenken.

Welcher Rote Engel hat eigentlich die Leute aus der Kirche (samt Gebäude) umgesiedelt und vor allem wie? Die Fragen enden wohl nie. Gehen sie weiter, hier ist nichts geschehen.

Trailer - Star Trek Discovery - S02E14 2x14 - Part 2

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