Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 3.02

Die arme Discovery muss aber auch echt viel aushalten - gerade noch mitten in einer Großschlacht und im nächsten Moment Vollcrash auf einen fremden Planeten. Jenseits des Schiffs liegt der Fokus in Star Trek: Discovery 3.02 ganz auf der Crew, die sich "Fern der Heimat" erstmal berappeln muss.

Zur Besprechung der Folge haben sich Anne, Johannes und Nele diesmal Wolf als Podcast-Gast dazugeholt, der einigen vielleicht schon als fleißiger Kommentator hier bei Robots&Dragons bekannt sein dürfte.

 

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Far From Home - Kritik zu Star Trek: Discovery 3.02

SPOILER

Wie erhofft steht in Episode 3.02 von Star Trek: Discovery die Crew im Fokus der Aufmerksamkeit. “Fern der Heimat” (OT: Far From Home) spiegelt die Auftaktfolge und entstand ebenfalls unter der kreativen Leitung der Drehbuchautoren Michelle Paradise, Jenny Lumet und Alex Kurtzman sowie Regisseur Olatunde Osunsanmi.

Von 0 auf 100

Raumschiffe wie Enterprise, Discovery und Co. gehören einfach nicht auf eine Planetenoberfläche. Das sieht optisch zwar eindrucksvoll aus, aber eben auch falsch - wie so ein gestrandeter Wal. Zum Glück wird in einem Nebensatz erwähnt, dass derlei Schiffe eigentlich nicht dafür gebaut sind, von einer Planetenoberfläche aus zu starten - aber wat mutt, mutt.

Die Reise durch Raum und Zeit hat der Discovery nebst Crew mehr zu schaffen gemacht als Burnham in ihrem Anzug. Zum Glück wachen Saru und Mannschaft gerade noch rechtzeitig auf, damit Detmer ihre unglaublichen Flugfähigkeiten unter Beweis stellen kann. Der schnelle Wechsel zwischen den einzelnen Verantwortlichen der Brückencrew beim Erarbeiten einer Problemlösung, lässt die (halbwegs bekannten) Charaktere nebst Zuschauer gemeinsam direkt in voller Action starten und hält die Szene zusammen. Das Schiff auf den Rücken zu drehen, um Schilde besser als Puffer nutzen zu können sowie kurz vor Bodenkontakt noch die Oberfläche durch Beschuss aufzulockern, ist schon clever. Warum zur Hölle es auf Raumschiffen keinerlei Sicherheitsgurte oder ähnliches gibt, wird sich wohl nie so ganz erschließen (jaja, ich weiß, Nemesis). Es kann doch nicht nur sein, weil alle Serienmacher das "Ionensturm-Gestolpere" so toll finden.

Alle feiern erleichtert Detmer für die Aktion, sie selbst kann sich aber nicht recht freuen und steht neben sich. Laut Medizincheck sei bei ihr alles in Ordnung, ist es aber ganz klar nicht. Möge Detmer bitte zu denen gehören, die frühzeitig klar ihre Bedenken und Symptome äußern. Klingt komisch, aber ich hoffe sehr, dass es posttraumatische Belastungsstörung oder ähnliches ist (was eine spannende Nebenhandlung mit diversen Darstellungsmöglichkeiten bietet) und NICHT auf Control in Detmers cybertechnischen Erweiterung hindeuten soll (was vermutlich eher verschwurbelt und augenrollend gelöst würde).

Der Crash lässt sich übrigens gleich nochmal mehr als optisches Spektakel bewundern, wenn man bedenkt, dass die komplette Postproduktion im Home-Office erledigt wurde.

We will not abandon what we believe

Ich habe an einer Ode für Saru gefeilt, aber es wollte mir (noch) nicht so recht gelingen - also erstmal plump: Ich liebe Saru ohnehin schon, und ihn im vollen Captain-Modus die Ideale der Sternenflotte verkörpern zu sehen, lässt mein Herz vor Freude beinahe überquellen.

Wie er direkt nach Erwachen aus der Bewusstlosigkeit die Situation erfasst und mit klaren Anweisungen an jeden Einzelnen das Ruder übernimmt, ist dabei erst der Anfang. Mehr als einmal macht Saru seine Position in dieser Episode freundlich, aber bestimmt deutlich ("I am not asking, I am telling you").

Ein führungsstarker, empathischer Sternenflotten-Captain ist genau das, was die Discovery schon lange braucht ("I’m talking because I’m scared" - "I know. Keep talking, Ensign"). Und dann gibt er auch noch durchaus sinnvolle Anweisungen - wie etwa, dass bis auf Weiteres immer mindestens zu zweit gearbeitet werden muss und man keinesfalls das Schiff verlassen soll, auch wenn draußen alles spannend ist.

You are dismissed.

Howdy, Fremder - Part II

Wie gut, dass diese Ansage nicht für den Captain und auserwählte Begleitung selbst gilt. Tilly hat per … irgendwie funktionierenden Scannern allerlei über den Planeten herausgefunden - welche Mode gerade so angesagt ist, dass Leben in künstlich geschaffenen, unterirdischen Lufteinschlüssen existiert und es auch genau den Rohstoff gibt, den es zur Reparatur der Discovery braucht.

Also geht es im Zweier-Team auf Außenmission aka kleiner Island-Spaziergang. Ob Tilly sehr enttäuscht ist, dass “No one has ever been here before" nicht stimmt, weil Burnham schon letzte Woche über scheinbar denselben Vulkangesteinabschnitt gestiefelt ist und man im Hintergrund touristische Wanderer des 21. Jahrhundert sieht? Nach dem Ego-Boost von Saru ("We are introducing us to the future. You, Ensign Tilly, are a wonderful first impression."), wird sie hoffentlich nicht zu geknickt sein.

Gelandet sind sie auf einem namenlosen Planeten, auf dem kräftig Tagebau betrieben wurde, was deutliche Spuren hinterlassen hat. Die Bewohner sind im Star-Trek-Universum keine Unbekannten, es handelt sich um Coridaniten, die fern der Heimat auf dem Kolonie-Planeten ausharren. Coridan selbst hatte einst reichlich Dilithium-Vorkommen, und es ist anzunehmen, dass zumindest vor "The Burn" auch auf der Kolonie danach geschürft wurde.

Wir bekommen jedoch nur die Überreste im "Westworld meets Westeros"-Stil zu sehen. Wieso zur Hölle sind im 32. Jahrhundert nach wie vor abgewetzte Ledermäntel die Standarduniform für Outlaw-Möchtegern-Bösewichte?

It’s part of what they are

"Starfleet Regulation 256.15 'Officers shall display behavior befitting an officer at all times' which is why we're not freaking out right now by being held at phaser-point by a bunch of strangers. It's actually really scary so could you please lower your weapons or, I don't know, tell us your names so one of those things isn't true?"

Tilly geht hier aufs Ganze und setzt darauf, dass der Großteil aller Wesen nicht vorrangig aggressiv und bösartig ist. Sie ist zwar immer noch ein Azubi, aber eben absolut Sternenflottenmaterial, und die Regularien helfen hier in Unsicherheiten - zum Glück mit Erfolg. Kal weiß prinzipiell von der Föderation und ist ihr positiv gegenüber eingestellt. Wer sich als Sternenflottenmitglied zu erkennen gibt, hat sein Vertrauen.

Nun wissen wir, dass ganz bestimmt nicht jedes Sternenflotten- und Föderationsmitglied stets Gutes im Sinn hat. Zwar ist die Föderation in Kals Welt nicht komplett verschwunden, und es gibt vereinzelt Sternenflottenschiffe, aber noch ist uns nicht bekannt, in welcher Form diese weiterhin besteht und betrieben wird - auf jeden Fall ziemlich zusammengeschrumpft und für die meisten nicht präsent, schon beinahe eine Legendenerzählung vergangener Zeiten. Wie es mit fernen Konzepten oft ist, werden sie auch gerne mal überhöht und sich an die Idee einer derartigen Institution geklammert. Umso trauriger, dass wir Kal nicht irgendwann am Ende der Staffel als Ensign der Sternenflotte in der neuen Föderation sehen werden.

Ausgerechnet der schnöde Möchtegern-Bösewicht Zareh hingegen könnte noch einmal auftauchen, so fern er denn das parasitäre Eis überlebt. Sollte Sarus "es liegt nicht in unserer Hand über ihn zu entscheiden, wir bringen ihn nicht um" irgendwie nobel oder so wirken, nachdem sie die namenlosen Handlanger kurz davor im Kampf getötet haben (ein paar vielleicht nur kräftig betäubt, aber ein Genickbruch war mindestens dabei)?

Zwar werde ich bei kämpfender Georgiou immer ein wenig die Augen drehen ebenso wie bei Deus-Ex-Georgiou als Retterin in letzter Minute, aber immerhin nehme ich der Kombi Georgiou und Saru mit seinen Post-Vahar’ai-Superkräften eher ab, in absoluter Unterzahl und ohne fancy moderner Waffen die Gegner zu erledigen. Mehr als Burnham und Booker bei ihrem Kampf-Workout auf dem Kurier-Markt nebst Tour durch Island.

Auch wenn sich Georgiou Captain Saru erst einmal unterordnet, ist nicht recht klar, warum man sie überhaupt frei rumlaufen lässt. Ab in die Brick, vielleicht sogar mit intensiver Betäubung außer Gefecht gesetzt - sie ist doch ein viel zu großes Risiko für alle. Und genau wie jeder andere auf dem Schiff hat sie alles verloren und keinerlei Autorität mehr, egal wie oft sie von Sektion 31 redet. Sie mag ab und an im richtigen Moment auftauchen und helfen, aber sie ist zu unberechenbar, macht vor allem Ärger und würde Saru am liebsten essen.

Helpless is a shitty feeling

An Bord der Discovery wird fleißig daran gearbeitet, das Schiff wieder startklar zu machen. Wie erhofft bekommen wir etwas mehr von der Crew zu sehen. Brücken-Nebencharaktere wie Bryce und Owosekun tauchen zwar nur kurz auf, aber immerhin mit Namen und auch Linus darf was sagen und Georgiou als Fernrohr dienen.

Wen ich ehrlich gesagt verdrängt und beinahe komplett vergessen hatte, ist Nhan. Rachael Ancheril ist für Staffel 3 zum Hauptcast gestoßen. In diesem Fall begrüße ich die kurze Wiederholung: Sie ist von der Enterprise zur Discovery gewechselt und hat sich für die Reise in die Zukunft entschieden, um Airiam (die sie aus der Luftschleuse geschmissen hat), zu ehren. Hier dient sie nun als neue Sicherheitsoffizierin (nehme ich an), die noch lernen muss, insbesondere Georgiou nicht alles zu glauben.

Mehr Screentime erhält die Beziehung Stamets-Culber. Als Fan von Krankenhausserien war die herzliche Triage “Oi, wach aus dem Koma auf, wir brauchen das Bett!" ebenso ein gern gehörtes Gimmick wie die liebevollen Neckereien. Culber ist nach seiner Rückkehr von den Totgeglaubten und totaler sozialer Isolation in der Sporen-Zwischenwelt erstaunlich schnell zurück mit alter Stärke auf der Krankenstation. Da kann er natürlich nicht erwarten, dass Stamets auf seine Anordnung hört und das Bett hütet, bis er wieder komplexe Sätze buchstabieren kann. Wir haben genug Star Trek gesehen, um zu wissen, dass man Sternenflottenoffiziere dafür schon betäuben oder festketten müsste.

Dies wird zum Glück gleich selbst thematisiert, mit der Hilfe von Tig Natoros Alter Ego Jett Reno. Die Chefingenieurin macht sich einen Spaß daraus, den schmerzleugnenden Stamets zu quälen, während sie selbst von chronischen Schmerz geplagt ist und unter starken Medikamenteneinfluss steht. Ein wenig kommt Pille/Spock-Nostalgie hoch beim Schlagabtausch, als Stamets durch die Jeffries-Röhre kriecht.

Die einen klammern sich an ihre Arbeit und Sternenflottenideale, andere an Liebe oder eben liebgewonnene fiese Neckereien. Whatever floats your boat and keeps you sane, mate. Und das eine ganze Folge lang, ohne Burnham. Also fast. Am Ende taucht sie doch noch als Retterin in der Not auf und befreit den gestrandeten Wal Discovery aus den Fängen des White-Walker-Eises. Lediglich ein Jahr Zeitunterschied bei einem derartigen Sprung ist ja wirklich harmlos - gibt uns aber die Möglichkeit eines Schnelleinstiegs in die neuen Gegebenheiten, ohne Burnham über mehrere Folgen bei der Suche nach der Discovery zugucken zu müssen.

Fazit

Die ersten beiden Episoden spiegeln sich und bieten zusammen einen vielversprechenden Start in die Staffel und vielleicht gar die Zukunft von Star Trek: Discovery. Ich begrüße die Entscheidung, die Ankunft in der neuen Welt aufzuteilen und so der Geschichte und den Charakteren jeweils genug Zeit und Raum gegeben zu haben. Die Crew ohne Burnham agieren zu sehen ist eine Freude, das Schiff hat endlich einen würdigen Captain (Pike war ja mehr Gastspieler), die Folge ist in sich stimmig erzählt und mit ganz viel positivem Star-Trek-Gefühl versehen.

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TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 3.01

Star Trek: Discovery legt mit "That Hope is You, Part I" einen durchaus vielversprechenden Start in die mittlerweile dritte Staffel hin. Allerdings wurde uns bei New Trek schon so manches mal Hoffnung und Herz gebrochen, daher scheint im Podcast auch nur vorsichtiger Optimismus durch.

Im TrekCheck schwärmen Johannes, Anne und Nele zum einen von Island, haben dabei aber ein Delirium-Problem und die große Frage steht im Raum: Was macht Föderation und Sternenflotte eigentlich aus und wie gefährlich ist die totale Ergebenheit an Fahne und militärische Struktur? Welchen Part in der Rollenspielgruppe übernimmt Book? Und wird Grudge uns am Ende alle retten?

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Star Trek: Discovery - Neuer Trailer zum weiteren Verlauf der 3. Staffel

Nach dem Start der 3. Staffel von Star Trek: Discovery in der vergangenen Woche hat CBS All Access noch einmal einen neuen Trailer veröffentlicht. Dieser gibt einen Ausblick darauf, was die Fans in den kommenden Folgen erwartet. Weiter geht es mit der neuen Staffel in Deutschland am nächsten Freitag. Die zweite Episode trägt den englischen Titel "Far from Home".

Der Auftakt der 3. Staffel zeigt in der vergangenen Woche die Ankunft von Michael Burnham 930 Jahre in der Zukunft. Dort musste sie allerdings lernen, dass die Föderation mittlerweile faktisch aufgehört hat, zu existieren und nur noch kleine Enklaven, die Flagge hochhalten. Auch fehlt aktuell jede Spur der Discovery, was bedeutet, dass das Schiff nicht gleichzeitig mit Burnhamn die Zukunft erreicht. Für die Sternenflotten-Offizierin heißt es nun warten, während sie gleichzeitig versucht, den Wiederaufbau der Förderation in die Wege zu leiten.

Insgesamt umfasst die 3. Staffel von Star Trek: Discovery 13 Folgen. Eine 4. Staffel der Serie ist ebenfalls schon bestellt. Die Bekanntgabe erfolgte in der vergangenen Woche, die Arbeiten an den neuen Folgen laufen aber wohl schon länger. So soll die Produktion bereits Anfang November beginnen. Mit der Ausstrahlung kann Ende 2021 oder Anfang 2022 gerechnet werden.

Star Trek Discovery 3x02 Promo "Far From Home" This Season

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That Hope is You, Part I - Kritik zu Star Trek: Discovery 3.01

SPOILER

Nach gut anderthalb Jahren fliegt die Discovery wieder auf in neue Abenteuer. Wie schon beim Finale der zweiten Staffel führte Olatunde Osunsanmi für Star Trek: Discovery 3.01 Regie. Mit “That Hope is You, Part I” (Ein Zeichen der Hoffnung, Teil I) gelingt ein durchaus vielversprechender Staffelauftakt, der ein wenig wie ein Neuanfang wirkt.

Autsch, das tat weh

Bislang wurde ja gerne der unsympathische Charakter von Michael Burnham, ihr ständiges Geflenne und das facettenarme Schauspiel von Sonequa Martin-Green kritisiert - auch wenn es dazu geteilte Meinungen gibt. Umso erfreulicher, dass beiden in dieser Episode nicht einfach nur viel Handlung und Screen-Time, sondern eben auch Raum zum Atmen und Entfalten zuteil wurde. Martin-Green kann, wenn man sie lässt.

Zwar sieht man Burnham auch diesmal nach wenigen Minuten wieder weinen - das aber aus sehr verständlichen Gründen und mit ergreifend dargestellter tiefer Vielschichtigkeit. Nicht jeden Tag fällt man weit weg von Zuhause auf sich alleine gestellt mit einem Zeitsprung von 930 Jahren aus einem Wurmloch auf einen fremden Planeten und nimmt auf dem Weg einen Raumschiff-Unfall mit - ohne jetzt auch noch alle Erlebnisse der letzten zwei Staffeln aufzuführen. Zwar ist es nicht wie gehofft und angepeilt Terralysium, sondern der Planet Hima geworden - aber sie hat überlebt und die Scanner melden vielfältige Lebensformen. Neben Weinen aus Schmerz, Erschöpfung und Alleinsein also auch aus Erleichterung, weil der Hauptkern der Mission - Control besiegen und von der Auslöschung allen Lebens abhalten - geglückt scheint. Und da wusste sie noch nicht mal, dass sie später am Tage noch von einem Trance-Wurm verschluckt und wieder ausgespuckt wird ...

An dieser Stelle möchte ich gar nicht mehr viele Worte über den Roten-Engel-Anzug verlieren. Möge er noch die nötigen Daten an die Discovery senden und sich dann wie angewiesen selbst zerstören. Bye, Felicia. Meinethalben kann er ja in ein paar Jahrzehnten in irgendeiner neuen Trek-Serie als Relikt aus dem Kanon wieder auftauchen.

Zwar kommt mir Burnham nach dem Himmelssturz etwas zu unbeschadet daher, allerdings ist der Wechsel hin zum Sternenflottenoffiziersmodus, den sie zu nutzen weiß, um sich überhaupt zum Aufstehen und Weitermachen zu motivieren, sehr gelungen und ja, auch emotional berührend. Ein kurzes Sammeln nach dem Crash und dann die antrainierte Routine: Schlüssel, Handy, Portemonnaie beziehungsweise Abzeichen, Phaser, Tricorder, Notnahrung - auf ins Unbekannte.

Howdy, Fremder!

Burnham hat aber auch echt immer Glück. Bei allen möglichen Zufällen kracht sie ausgerechnet in das Raumschiff eines Typen, der ihr noch voll nützlich wird, dabei wahnsinnig gut aussieht und sich nach ein wenig hübschem Kampfgeschehen auch noch sehr leicht davon überzeugen lässt, sich ihrer (missmutig) anzunehmen.

Cleveland “Lando” “Book” Booker-Solo ist der ausgewählte Erklärbär und Reiseführer in diese für uns alle neuen Welt. Sein eigentlicher Job ist Kurier beziehungsweise Artenschützer, wie wir später erfahren. Dafür stiehlt er gerne mal wertvolle Frachten und ist entsprechend gefühlt permanent auf der Flucht vor den von ihm Gehörnten. Cosmo, der Space-Ork/Betelgeusian, spielte übrigens Doug Jones’ Kollege David Benjamin Tomlinson, der in Discovery unter anderen schon als Linus zu sehen war.

Hoffentlich bleiben uns Books Schiff “Nautilus” (eine eigenartige Mischung aus Apple-Store und Luxusautohaus nebst Zigarrenbar) sowie Grudge, die Maine-Coone-Katze mit Schilddrüsenunterfunktion und Königinnen-Status (Gestaltwandler? Alien? Da kommt doch noch was!), erhalten. Book jedenfalls dürfte ein neuer Hauptcharakter/Ersatz für Tyler/Voq sein und Burnham von nun an ein wenig begleiten.

Vielleicht finden wir auf diesem Weg auch noch mehr darüber heraus, was er ist und wieso er so toll leuchten und Wasser sowie Pflanzen bändigen kann. Für den Anfang gebe ich mich mit “ist eine genetische Mutation, und weil ich anders bin, hat mich meine Familie verstoßen” und Future-for-Future-Aktivist zufrieden.

Schönes Island

Wow, Reykjavík hat sich prächtig entwickelt. Wobei man den Look einer generischen Sci-Fi-Großstadt à la Blade Runner und Fünften Element halt schon mögen muss. Auf der Suche nach Ersatzteilen für den defekten Antrieb macht sich Book mit Burnham auf zu einem der Kurier-Umschlagplätze, der zumindest in diesem Fall von Orionern und Andorianern gemeinschaftlich betrieben wird.

Auch wenn sich alles einen Hauch mehr nach Star Wars anfühlt, so ist das rege Treiben bekannter Aliens aus dem Trek-Universum - etwa Tellariten und Lurianer als Handlanger - in einem sehr kapitalistisch geprägten (Schwarz-)Marktumfeld ein spannender Handlungsort. Gerade weil man hier nicht mit hochrangigen Offizieren und Diplomaten zu tun hat. Schon die wenigen winzigen Einblicke in den Alltag der Arbeiter (“Das dauert wieder so lange”, “Sollen wir erstmal ein Sandwich essen gehen?”) sind ein gern gesehenes Schmankerl.

Burnham als (etwas spleenigen) Fan von quasi “Living History” und Händlerin antiker Gegenstände zu verkaufen, ist ein durchaus amüsanter Schachzug, um gar nicht viel Zeit auf die Erklärung zu verschwenden, wieso sie zur Zeit unpassend und aus der Welt gefallen zu sein scheint. So lässt sich das einfach und fix in die laufende Geschichte mit einbinden.

Auch wenn es Drogen dazu braucht, aber Burnham im Redeschwall, lachend ob ihrer angestauten Verwirrtheit zu sehen, ist nicht nur eine nette Abwechslung, sondern zudem sehr schön in Szene gesetzt und gespielt. Trotz Warnung würde ich nun aber doch auch gerne Tilly unter Einfluss des Sprays erleben.

Von spannenden Handlungs- zu schicken Drehorten: Nicht nur Burnham, auch die Produktion hat es in neue Welten geführt. Gruppenausflug mit Außenmission in Island war angesagt. Und man weiß die Insel zu nutzen. Hinter einem Wasserfall in uriger Landschaft kommt so ein Sci-Fi-Kampf (inklusive Mega-Man-Kanonen-Arme) nochmal besonders gut, und natürlich tauchen Burnham und Book in eine der blauen Lagunen und warmen Quellen ein, nachdem sie schon durch die Weite des schwarzen Vulkangesteins gelaufen sind.

Hoffnung ist eine mächtige Kraft

Springen wir am Ende noch einmal an den Anfang - die Episode startet mit einer Einstiegsszene, die erst einmal im Raum stehen gelassen wird und ein wenig nach Black Mirror anmutet. Es stellt sich heraus: Es handelt sich um Aditya Sahil (Adil Hussain), der seit vier Jahrzehnten die Tradition seiner Familie fortführt und als einer der letzten verbliebenen Föderations-Anhänger auf einer mehr oder minder verlassenen Station die Stellung hält.

Im Verlauf der Folge erfahren wir, dass es vor etwa 100-200 Jahren zum großen Knall “The Burn” kam: Nahezu alles Dilithium ist spontan und zeitgleich explodiert. Da Dilithium in jedem Warp-Kern enthalten ist, sind entsprechend quasi alle Föderations-Schiffe komplett zerstört und viele Tote zu beklagen. Das hat weitreichende Folgen: Reisen über weite Entfernungen ist nur noch schwer, sehr langsam oder auch einfach gar nicht möglich. Selbst Langstreckensensoren sind nicht mehr existent oder zumindest selten. Die Föderation hat sich noch bemüht, bestehen zu bleiben. Aber im allgemeinen Chaos und weil zwischen den meisten Sektoren keinerlei Kontakt mehr besteht, ging sie unter - nur vereinzelte “wahre Gläubige” halten an der Föderations-Idee fest.

Nun könnte man vermutlich die Idealisierung einer militärischen Hierarchie unter Aufgabe des eigenen Selbst nebst Glorifizierung von Fahnen sowie die ordentliche Portion Pathetik kritisieren. Ändert allerdings nichts daran, dass Sahil und auch Burnhams Ausführungen darüber, dass die Föderation mehr ist als nur Schiffe, für mich komplett funktionieren - dann lasse ich mich auch gerne mit derlei Schmalz verführen und rühren.

Fazit

Es war eine gute Entscheidung, sich erst einmal auf wenige Figuren und einen Handlungsstrang zu konzentrieren, um in der neuen Staffel/Welt anzukommen. Es hilft ungemein, dass Martin-Green und Ajala alias Burnham und Booker sowohl im Schauspiel als auch als Charaktere sofort überzeugen und harmonieren.

Mit sichtbar hohem Produktionsaufwand und in sich stimmiger Erzählung gelingt ein vielversprechender Staffelauftakt. Es braucht Hoffnung. Nicht nur darauf, dass die Serienmacher mit dem Zeitsprung die Kurve tatsächlich bekommen und Discovery neu durchstartet.

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Star Trek: Discovery - CBS All Access bestellt 4. Staffel

Ein Tag, nachdem am Donnerstag in den USA die 3. Staffel von Star Trek: Discovery ihre Premiere gefeiert hat, wurde offiziell bekannt, dass CBS eine weitere Staffel bestellt hat. Die Bekanntgabe der Verlängerung wurde in Form eines Videos enthüllt. Dabei kamen die Produzenten und Co-Showrunner Alex Kutzman und Michell Paradise sowie die Darsteller Sonequa Martin-Green (Michael Burnham) und Doug Jones (Saru) zu Wort.

Hinter den Kulissen dürfte die Bestellung der 4. Staffel schon länge bekannt sein, denn im Video wurde auch gleich der Produktionsstart für die neuen Folgen bekannt gegeben. So beginnen die Arbeiten schon in knapp zwei Wochen am 2. November. Gedreht wird erneut in Kanada.

Die Zukunft von Star Trek bei CBS All Access, beziehungsweise wohl bald Paramount+, scheint nicht nur durch Discovery gesichert. So sprach Alex Kurtzman, aktueller Produzent und Hauptverantwortlicher für das Serienfranchise, kürzlich in einem Interview mit dem Hollywood Repoter über die zukünftigen Pläne und enthüllte dabei, dass man schon für die nächsten sieben Jahren vorausplane.

"Ich hatte gerade eben ein Gespräch mit Heather Kaden und Aaron Baiers, die mit mir in unserem Produktionsunternehmen arbeiten, und den Senderverantwortlichen, wo wir einen Plan ausgearbeitet haben, der bis ins Jahr 2027 reicht. Natürlich ist dieser nicht in Stein gemeißelt. Es war mehr ein: 'Hier ist ein Plan. So stellen wir uns das vor. Auf diese Weise können wir die verschiedenen Serien veröffentlichen.'

Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass es ein Jahr dauert, bis eine Serie von ihrer Idee bis zu Produktion und schließlich zur Ausstrahlung kommt. Man muss also immer sehr weit vorausplanen und gleichzeitig den Zeitgeist im Auge behalten, um sicherzustellen, dass das, was du machst, immer noch relevant ist. Dazu musst du aktuell noch in anderen Bereichen wie Sicherheit am Set und Budget [Anm.d.Red. aufgrund der Corona-Krise] vorausplanen. Das mag oft eher improvisiert und locker wirken, ist aber alles andere als das."

Neben weiteren Folgen von Star Trek: Discovery gehören auch eine 2. Staffel von Star Trek: Picard sowie die Serienneustarts Star Trek: Strange New Worlds und eine Serie über die Sektion 31 zu den Formaten, die den angesprochenen Siebenjahresplan ausmachen. Mit der 3. Staffel von Star Trek: Discovery geht es am kommenden Freitag in Deutschland weiter. Die Serie ist hierzulande bei Netflix zu sehen.

Star Trek Discovery Series To Start Production On Season 4

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TrekCheck - Das Vorglühen zu Star Trek: Discovery Staffel 3

PODCAST

Mikrofone abgestaubt, Star Trek: Discovery geht bald wieder los - und damit auch unser TrekCheck. Im Podcast zum Vorglühen gehen Anne, Johannes und Nele die Trek-News der letzten Monate durch und preisen die Animationsserie Lower Decks an. Aber natürlich rekapitulieren wir auch rasch Discovery und versuchen, unsere Erwartungen an Staffel 3 zu benennen.

Die Disco-Crew hat es 930 Jahre in die Zukunft verschlagen. Die Zeit der Sternenflotte scheint in dieser Zukunft vorüber und so muss die Discovery neue Verbündete und Freunde finden, um der Förderation neue Hoffnung zu geben. Das schafft natürlich deutlich mehr Freiheiten und Möglichkeiten, um etwas entspannter als im bisherigen Prequel-Setting Plot und Charaktere erkunden zu lassen. 

Wie bisher gewohnt zeigt Netflix wöchentlich am Freitag, zeitnah zur US-Premiere, die neuen Folgen.

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Star Trek: Discovery - CBS veröffentlicht die ersten beiden Minuten der 3. Staffel

Im Zuge der New York Comic Con hat CBS All Access einen weiteren Vorgeschmack auf die bald startende 3. Staffel von Star Trek: Discovery veröffentlicht. Dabei handelt es sich konkret um die Eröffnungsszene aus den neuen Folgen, wobei das Video rund zwei Minuten umfasst. Der offizielle Startschuss für die 3. Staffel fällt in der kommenden Woche am 15. Oktober. Netflix zeigt hierzulande die jeweils neue Folge einen Tag später, sodass es in Deutschland am 16. Oktober losgeht.

In der 3. Staffel von Star Trek: Discovery hat es die Crew des titelgebenden Raumschiffes viele Hundert Jahre in die Zukunft verschlagen. Die Zeit der Sternenflotte scheint in dieser Zukunft vorüber und so muss die Discovery neue Verbündete und Freunde finden, um der Förderation neue Hoffnung zu geben.

Die Hauptrollen in der 3. Staffel spielen Sonequa Martin-Green (Commander Michael Burnham), Doug Jones (Commander Saru), Anthony Rapp (Lt. Commander Paul Stamets), Mary Wiseman (Ensign Sylvia Tilly), Wilson Cruz (Dr. Hugh Culber) und Michelle Yeoh (Philippa Georgiou). Neu im Ensemble ist zudem David Ajala, der eine Figur names Cleveland "Book" Booker spielen wird.

Star Trek: Discovery Season 3 Sneak Peek

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CBS All Access wird im kommenden Jahr zu Paramount+

Für CBS All Access, den Streaminganbieter, der unter anderem Serien wie Star Trek: Discovery, Star Trek: Picard und Star Trek: Lower Decks beherbergt, ist für das kommende Jahr ein Rebranding sowie ein Relaunch angekündigt worden. Ab 2021 geht der Dienst unter dem Namen Paramount+ an den Start.

Im Laufe des Jahres hatte CBS All Access aufgrund des Zusammenschlusses von Viacom und CBS noch weitere Inhalte von Viacom übernommen, wie zum Beispiel Paramount Network, MTV, VH1, BET, Comedy Central, Smithsonia, Nickelodeon und Paramount-Spielfilm-Inhalte. 

Mit dem Relaunch bleibt das Trek-Franchise bei Paramount+. So ist angekündigt, dass auch Star Trek: Strange New Worlds bei dem Anbieter zu sehen sein wird. Die neue Marke Paramount+ soll außerdem global genutzt werden. Als Start hierfür sind Australien, Lateinamerika und die Nordischen Länder vorgesehen. Eine Information, ob und in welcher Form Paramount+ für den deutschsprachigen Markt geplant ist, liegt aktuell noch nicht vor. 

In einem offiziellen Statement heißt es:

"Paramount ist eine Kultmarke sowie sagenumworben und wird von Zuschauern auf der ganzen Welt geliebt. Es ist ein Synomym für Qualität, Integrität und erstklassiges Storytelling. Mit Paramount+ freuen wir uns darauf, eine globale Streaming-Marke im Breitbandsegment zu etablieren, die aus der schieren Breite und Tiefe des ViacomCBS-Portfolios schöpft, um eine außergewöhnliche Sammlung von Inhalten anzubieten, die jeder genießen kann."

 

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Star Trek: Discovery - Erster Trailer zu Staffel 3 online

Star Trek feiert heute seinen 54. Geburtstag, was für CBS All Access Anlass genug ist, den ersten Trailer zu Staffel 3 von Star Trek: Discovery zu veröffentlichen. Der Trailer wurde im Zuge des Star Trek Day 2020 während des Discovery-Panels veröffentlicht. Das Panel, in dem der Trailer gleich am Anfang gezeigt wird, haben wir unten verlinkt. Die Vorschau ist für das internationale Publikum ist zudem über diesen Link abrufbar, hierzu muss der Adblocker deaktiviert sein.

In den neuen Folgen sieht sich die Crew mit einer weit entfernten Zukunft konfrontiert. Zum Ende der zweiten Staffel führte Burnham in einem frisch gebauten Roter-Engel-Anzug die Discovery durch ein Wurmloch an einen unbekannten Ort in eine unbekannte Zukunft. Der Zeitsprung beträgt rund 930 Jahre.

Das soll bei allen Figuren - und damit auch der Serie an sich - alles durcheinander würfeln und zu einer Art Neuausrichtung führen. Wo ist oben und unten? An welches Regelwerk hält man sich? Was ist zu tun? Wo befindet man sich überhaupt? Der im vergangenen Jahr veröffentlichte Trailer offenbarte, dass die Föderation maximal noch ein Schatten ihrer selbst zu sein scheint und die Sternenflotte ein Geist vergangener Zeiten.

Showrunner Alex Kurtzman betonte aber immer wieder, dass dem Zuschauer trotz aller Neuheiten dennoch einige Aspekte vertraut vorkommen werden. Immerhin soll weiterhin alles ganz im Sinne von Gene Rodenberry und des Trek-Kanons sein.

Gedreht wurden die neuen Folgen in Island. Als Castergänzung stoßen David Ajala (Nightflyers, Supergirl) als Cleveland "Book" Booker,  Blu del Barrio als nichtbinäre Figur Adira sowie Ian Alexander (The OA, The Last of Us 2) als Gray, eine transsexuelle Figur, zum Team.

Staffel 3 von Star Trek: Discovery startet am 15. Oktober bei CBS All Access und einen Tag später hierzulande bei Netflix.

Star Trek Day 2020 | Discovery Panel

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