Stephen King

Mr. Mercedes: Zweite Staffel für die Serienadaption von Stephen Kings Roman

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Brendan Gleeson Mr. Mercedes

Nicht alle Verfilmungen der Romane von Stephen King liefen dieses Jahr so erfolgreich wie Es. So wurde die Serie The Mist beispielsweise von Spike nach einer Staffel eingestellt. Besser ist es da Mr. Mercedes ergangen. Das AT&T Audience Network hat die Serie jetzt um eine zweite Staffel verlängert.

Drehbuchautor David E. Kelly (Big Little Lies) soll auch in der zweiten Staffel die Vorlage von Stephen King für die Serie adaptieren. Mr. Mercedes ist Teil von Kings Bill-Hodges-Trilogie, die noch aus den Bänden Finderlohn und Mind Control besteht. Auch Regisseur Jack Bender (Game of Thrones) ist in der zweiten Staffel wieder mit an Bord.

Im Mittelpunkt der Serie steht der pensionierte Detective Bill Hodges. In der ersten Staffel macht er sich noch einmal auf die Jagd nach einem Serienmörder. Während Hodges Dienstzeit war dieser Killer mit einem Mercedes in eine Menschenmenge gerast.

Hodges konnte den Fall nie aufklären, bekommt aber eine zweite Chance, als der vermeintliche Killer ihm eine Nachricht zukommen lässt. In dieser kündigt er ein noch schrecklicheres Verbrechen an und fordert Hodges zu einem tödlichen Spiel heraus.

Neben Brendan Gleeson (Edge of Tomorrow) als Detectives Bill Hodges waren in der Serie unter anderen Harry Treadaway (Penny Dreadful), Jharrel Jerome (Moonlight), Kelly Lynch (Magic City), Scott Lawrence (Avatar), Robert Stanton (Mercury Rising), Ann Cusack (Nightcrawler) und Mary-Louise Parker (The West Wing) zu sehen.

Die Produktion der zweiten Staffel soll im Februar nächsten Jahres beginnen. Geplant sind zehn neue Episoden.

Stephen King in Gesprächen zu Verfilmungen von The Stand und Brennen muss Salem

Dank zahlreicher Roman-Adaptionen wie Der Dunkle TurmGerald's GameThe Mist1922, Castle RockEs , Mr. Mercedes und 8 ist Stephen King derzeit omnipräsent.

Gegenüber Vulture äußerte die Schriftsteller-Ikone, dass in absehbarer Zeit mit weiteren Verfilmungen seiner Werke gerechnet werden kann.

So führe King derzeit Gespräche mit Showtime und CBS über eine TV-Serienadaption von The Stand (1978). Des Weiteren soll es Interesse an einer Verfilmung von Brennen muss Salem (1975) geben.

Beide Werke wurden bereits verfilmt. 1994 erschien der Fernsehfilm Stephen Kings The Stand - Das letzte Gefecht, Brennen muss Salem wurde 1979 gleichnamig von Tobe Hooper und 2004 von Mikael Salomon unter dem Titel Salem's Lot - Brennen muss Salem veröffentlicht.

Außerdem sind die Planungen zu einer TV-Serienumsetzung von Der Dunkle Turm weiterhin in vollem Gange. Aufgrund der ernüchternden Kritiken und dem nicht zufriedenstellenden EInspielergebnis des Kinofilms (2017) mit Idris Elba und Matthew McConaughey in den Hauptrollen wird derzeit über einen kompletten Reboot nachgedacht. An dem Projekt ist unter anderem Glen Mazzara beteiligt, der als ehemaliger Showrunner von The Walking Dead bereits Erfahrungen mit der erfolgreichen Adaption einer Literaturvorlage sammeln konnte.

Salem's Lot ( 1979 ) Trailer

Ein wahnsinniges Spiel - Kritik zu Gerald's Game

Jessie (Carla Gugino) und Gerald Burlingame (Bruce Greenwood) spielen gerne. Ihrem Bekanntenkreis spielen sie die perfekte Ehe vor. Und miteinander spielen sie ein Spiel der Ignoranz. Mit anderen Worten - die Beziehung der Burlingames ist lange nicht mehr harmonisch und liebevoll. Und dennoch fahren Jessie und Gerald in ihr einsam gelegenes Haus am See, um wenigstens wieder Schwung in ihr Sexleben zu bringen. Als passendes Requisit hat Gerald hierfür zwei Paar Handschellen im Koffer.

Schnell stellt sich aber heraus, dass Gerald ein Nein seiner Frau nicht akzeptieren und das Spiel nicht beenden möchte. Jedoch findet es schließlich ein abruptes Ende: Gerald erleidet einen Herzinfarkt und landet tot neben dem Bett. Zurück bleibt Jessie. Hilflos ans Bett gefesselt.

Die Verfilmung zu Stephen Kings Roman Gerald's Game (deutscher Titel Das Spiel) inszenierte Mike Flanagan (Hush, Before I Wake). Der Regisseur ist seit seinem fünften Schuljahr ein Stephen-King-Fan und hatte Gerald's Game das erste Mal auf dem College gelesen. Damals hielt er den Roman jedoch für unverfilmbar. Dennoch ließ ihn die Idee nicht los, sodass er stetig an einer möglichen Erzählstruktur arbeitete, die der Geschicht gerecht würde.

Nachdem Stephen King Flanagans Oculus gesehen hatte, kam das Projekt dann ins Rollen. Der Regisseur konnte die Rechte an der Geschichte erwerben, und nach dem Erfolg von Hush kam Netflix an Bord.

Vermutlich ist Flanagan mit das Beste, was Gerald's Game passieren konnte. Der Verfilmung ist anzumerken, dass es sich hierbei um ein Herzensprojekt handelt, das sich möglichst nah an die literarische Vorlage hält. Flanagan inszeniert die Geschichte als ein beklemmendes Kammerspiel, für das er den Wahnsinn, der Jessie beschleicht, auf seine wesentlichen Elemente reduziert.

Anstatt hier das Schauspielensemble unnötig aufzublähen, um sämtliche Identitäten Jessies, die im Roman auftauchen, darstellen zu können, hat sich Flanagan auf seine brillant agierenden Hauptdarsteller Carla Gugino (Sin City) und Bruce Greenwood (Kingsman: The Golden Circle) verlassen. Die Besetzung der Rolle des Geralds mit Greenwood war ein Vorschlag von King selbst, Gugino stieß als Letzte zur Darstellerriege und erwies sich als Glücksgriff.

Beide Schauspieler haben sichtlich Laune darin, die unterschiedlichen Facetten ihrer Figuren auszuloten. Greenwood spielt den aggressiven, sexuell frustrierten Ehemann derart überzeugend, dass man als Zuschauer umgehend eine heftige Antipathie für ihn empfindet. Im weiteren Verlauf jedoch offenbart er Züge an Gerald, die beinah Mitleid mit dem gestressten Anwalt hervorrufen.

Letztendlich jedoch trägt Carla Gugino den Film und schont sich nicht für ihre Rolle. Scheinbar mühelos wechselt sie zwischen purer Verzweiflung, die Jessie ob der hilflosen Situation empfindet, eiskaltem Kalkül, wie sie sich aus der Situation retten könnte - und einer Frau, die in ihrem Leben bereits einiges durchmachen musste.

Die Gruselelemente der Geschichte setzt Flanagan sehr dosiert, dafür umso effektiver ein. Wie Jessie weiß der Zuschauer zwischendurch selbst nicht mehr, was eine Halluzination und was Realität ist, sodass damit wie nebenbei der langsame Weg in den Wahnsinn, auf dem Jessie sich zu befinden scheint, greifbar wird.

Fazit

Gerald's Game gehört mit seiner eleganten Mischung aus Psychothriller, Kammerspiel und Grusel zu den definitiv gelungensten Verfilmungen einer Geschichte von Stephen King. Dies ist einem Regisseur zu verdanken, der hier sein Herzensprojekt endlich verwirklichen konnte sowie den brillant agierenden Schauspielern.

Gerald's Game | Official Trailer [HD] | Netflix

Stephen King: N geht bei Gaumont Television in Serie

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Der Steinkreis in Ackerman's Field

Nach Der Dunkle Turm, Gerald's Game, The Mist, 1922, Castle Rock und Es wird das nächste Werk von Stephen King als Film beziehungsweise Serie innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne umgesetzt.

Via Deadline ist nun bekannt, dass Gaumont Television die Novelle N unter dem neuen Namen 8 in Serienform bringen wird. 

N erschien in der Kurzgeschichtensammlung Sunset und erzählt die Geschichte des Psychiaters Johnny Bonsait und seinem Patienten N. N leidet unter Zwangsstörungen, unter anderem zwanghaftes Zählen, sowie Schlafstörungen. In Zusammenhang mit seinem Verhalten steht ein Steinkreis, der ein Monster in Schach halten soll. N sieht es als seine Aufgabe, durch sein zwanghaftes Zählen das Ungeheuer am Ausbruch aus dem Steinkreis zu hindern.

Für 8 ist die Geschichte nun angepasst. Zwar dreht sich die Geschichte auch um den Steinkreis, jedoch erzählt 8 die Geschichte von drei Teenagern, die der bösen Macht im Jahr 1992 entkommen sind, 25 Jahre später jedoch erneut mit ihr konfrontiert werden.

Die Regie für die Pilotepisode übernimmt David F. Sandberg (Lights out, Annabelle 2). Für das Drehbuch sind Andrew Barrer und Gabriel Ferrari zuständig. Barrer und Ferrari verfassten bereits das Drehbuch zu Ant-Man and The Wasp

Ein voraussichtlicher Ausstrahlungstermin ist noch nicht bekannt.

1922: Netflix veröffentlicht Trailer zur Stephen-King-Verfilmung

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Thomas Jane in 1922

Wird am 29. September zunächst Gerald's Game, die Adaption des gleichnamigen Romans von Stephen King, auf Netflix veröffentlicht, folgt mit 1922 kurz darauf eine weitere King-Verfilmung.

Der Streaminganbieter wird die Spielfilmumsetzung der gleichnamigen Novelle am 2. Oktober in sein Programm aufnehmen und präsentierte hierfür nun einen ersten Trailer (siehe unten).

In den Hauptrollen werden Thomas Jane (The Punisher, The Expanse), der mit Dreamcatcher (2003) und Der Nebel (2007) bereits in zwei Stephen-King-Verfilmungen spielte, Molly Parker (House of Cards, Goliath) und Dylan Schmid (Shut Eye) zu sehen sein. Weitere Rollen verkörpern unter anderem Neil McDonough (Arrows), Kaitlyn Bernard und Brian d'Arcy James (Spotlight, Smash).

Das Drehbuch stammt von Zak Hilditch (These Final Hours), der die Verfilmung als Regisseur auch selbst inszenierte.

Die Novelle 1922 erschien 2010 in der Sammlung Zwischen Nacht und Dunkel und handelt von Wilfred James (Jane), der seine Ehefrau (Parker) getötet und ihre Leiche mit Hilfe seines Sohnes (Schmid) in einen Brunnen geworfen hat. Doch infolgedessen macht Wilfred nicht nur der Sheriff Probleme, es scheint, als würde der Geist seiner Frau ihre ehemals gemeinsame Farm heimsuchen. 

1922 | Official Trailer [HD] | Netflix

In den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen - Zum 70. Geburtstag von Stephen King

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Stand by me - Darsteller

Die Neuinterpration zu Stephen Kings Es bricht gerade einige Rekorde an den US-Kinokassen und ist damit vermutlich mit eines der schönsten Geschenke, die dem Autor zu seinem Geburtstag gemacht wurden.

Zu seinem 70. Geburtstag erzählen Rhonda, Anne und Katrin, wann sie Stephen King für sich entdeckt haben, was sie an seinen Werken fasziniert und welche seiner Arbeiten in ihrer persönlichen Favoritenliste ganz vorne stehen.

Rhonda

Meine erste Begegnung mit dem King hatte ich bereits in jungen Jahren, als meine Mutter und ihre Schwester einen Buchclub starteten, der eigentlich nur dazu diente, alte, eselsohrige und ungeliebte Schmöker loszuwerden. Neben alten Werken von Wolfgang Hohlbein und Terry Pratchett landete über kurz oder lang auch Kings Feuerkind bei mir, das ich zu der Zeit zwar noch nicht wirklich verstand, mich aber trotzdem in seinen Bann zog.

Nach dem original TV-Film Es, den anscheinend jedes Kind meiner Generation viel zu früh gesehen hat, und damit bei vielen die völlig begründete Angst vor Clowns zementiert wurde, sowie dem Lesen von Friedhof der Kuscheltiere merkte ich, dass ich nicht wirklich für das Horror-Genre gemacht wurde. Stattdessen wandte ich mich den Psycho-Thrillern zu, bei denen es Stephen King wie kein anderer versteht, alltägliche Vorkommnisse eskalieren zu lassen und so umzuspinnen, dass man auch beim hundertsten Lesen immer wieder mitfiebert.

Besonders hat es mir dabei der Roman Sie (Misery) angetan, der sich nach seinem unschuldigen Start immer wieder steigern kann und eine Geschichte in der Geschichte erzählt, durch die unser Schriftsteller-Opfer Kraft schöpft und versucht, seinen Qualen für wenige Momente zu entfliehen. Besonders die beklemmenden Fluchtversuche des Protagonisten lösen bei mir immer wieder Herzklopfen aus.

Zu meinen drei liebsten Geschichten gehören Sie (Misery), Carrie und Feuerkind.

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Kathy Bates als Annie Wilkes in Stephen Kings Misery

Anne

'Irgendetwas stimmt hier ganz gewaltig nicht.' Wer beim Lesen von diesem leicht nagenden Gefühl schon einmal gepackt wurde und das leichte Unbehagen verspürt hat, das ihn dazu bringt, die Geschichte in Windeseile durchzupflügen, wird verstehen, was mich an Kings Werk so reizt. Stephen King schafft es bravourös, die Realität ein klein wenig schief darzustellen.

Dabei muss es keinesfalls unbedingt blutig zugehen, wie es in den zahlreichen, zumeist eher miesen 80er-Jahre-Filmen mit Gummirequisiten oder pixeligen Computereffekten gerne mal der Fall war. Die kann man gerne überspringen.

Nein, wer King wirklich verstehen will, muss ihn lesen. Nur hier wird man mit schonungslos ehrlichen und humorvollen Charakterbeschreibungen und beeindruckenden inneren Monologen belohnt, die ihresgleichen suchen. Auch wenn King 200 Seiten lang einfach eine Person mit all ihren Konflikten in ihrem Alltag beschreiben würde, würde er zumindest mich damit nicht langweilen. Die Hauptfiguren sind authentisch und mit Herzblut aufgebaut, so dass man bei jedem Lesen sofort in ihre Haut schlüpfen kann. Meine erste Begegnung mit Kings Werk war hierbei nicht einmal ein Mensch, sondern ein tollwütiger Bernhardiner. Diesen Bruch glaubhaft zu transportieren, kann nur ein wirklich großartiger Erzähler schaffen.

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Szenenbild aus der Verfilmung zu Stephen Kings Cujo

Katrin

Das silberne Buch mit dem Wolf auf dem Cover war eigentlich ein Tabu für mich. Zu klein wäre ich, meinte meine große Schwester, die ständig Bücher von einem gewissen Stephen King zu lesen schien. Irgendwann gab sie mir Das Jahr des Werwolfs dann aber doch - und legte damit den Grundstein für meine Faszination an Kings Schaffen.

Es sind aber nicht die offensichtlichen Horror-Elemente, die mich immer wieder zu seinen Geschichten greifen lassen. Zugegeben, Es und damit meine liebste Erzählung von King ist schuld daran, dass ich bis heute beim Duschen nicht die Augen schließe, weil ich fürchte, dass Pennywise aus dem Abfluss auftaucht. Aber das Hauptelement in dieser Geschichte ist dasselbe wie in meiner zweitliebsten Geschichte Die Leiche - es geht um Freundschaft und das Erwachsenwerden. Die Hauptfiguren in seinen Werken stehen Dinge durch, die sie ohne den Beistand ihrer Freunde vermutlich nicht durchgestanden hätten. Und stets zahlen sie den mit dem Verlust ihrer Unschuld (an dieser Stelle klammern wir die Kinder-Orgie in Es einmal aus, auch wenn sich das Wortspiel hier aufdrängen möchte) einen hohen Preis dafür.

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Szenenbild aus Stephen Kings Es

Zudem beherrscht King es meisterlich, seine Leser so an seine Hauptfiguren zu binden, dass sie beim Lesen schnell in den Geschichten abtauchen und die Perspektive der Hauptfigur einnehmen. Wie es sich dann wohl anfühlt, mit einer Geschwindigkeit von mindestens vier Meilen pro Stunde an einem Todesmarsch teilzunehmen? Solange zu laufen, egal ob schlafend oder wach, bis man der Letzte von fünfzig Jungen ist, der nicht erschossen wurde? Klingt auf den ersten Blick gar nicht so nach einer Horrorgeschichte - und doch ist mein drittliebstes Werk von King gerade so schrecklich, weil es so realistische Voraussetzungen hat.

Zugegeben, die meisten Verfilmungen seiner Geschichten sind bis auf wenige Ausnahmen wie The Green Mile ausbaufähig und wenig berauschend. Aber anhand von Stand by me zeigt sich, dass am ehesten die Umsetzungen gelingen, die keinen reinen Horrorgeschichten sind.

Abschließend sei jedem, der sich selbst am Schreiben versuchen möchte, noch Das Leben und das Schreiben von King ans Herz gelegt. Neben tiefen Einblicken in die Entstehung seiner frühen Werke, gibt er nützliche Tipps und Kniffe für das Handwerk eines Schriftstellers.

Friedhof der Kuscheltiere: Es-Regisseur Andy Muschietti liebäugelt mit einer Neuverfilmung des Stephen-King-Romans

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Friedhof der Kuscheltiere

Nachdem die Neuverfilmung Stephen Kings Es in den US-Kinos bereits so einige Rekorde gebrochen hat, steht der deutsche Kinostart am 28. September erst noch bevor. 

Während die Planungen für Kapitel 2 bei Produktionsstudio New Line Cinema bereits auf Hochtouren laufen, zeigt sich Es-Regisseur Andy Muschietti (Mama) äußerst interessiert an einer weiteren Neuverfilmung eines Romans von Stephen King: Friedhof der Kuscheltiere.

Gegenüber Entertainment Weekly äußerte Muschietti:

Meine Verehrung für Friedhof der Kuscheltiere wird bis zu meinem Tod anhalten und ich träume von der Möglichkeit, ihn zu verfilmen.

Muschiettis Ehefrau Barbara, Drehbuchautorin bei Mama und Produzentin von Es, ließ außerdem verlauten:

Wir werden sehen, wer den Zuschlag erhält. Aber es war das erste Buch von Stephen King, das wir gelesen haben und wird immer eine große Liebe für uns sein, auch weil es Kings persönlichstes Buch ist. [...] Wir hoffen, dass wir ihn [den Film - Anm. d. Red.] machen können. Aber wenn wir ihn machen, müssen wir ihm gerecht werden, wie wir es bei Es geschafft haben. Die Versionen, die wir in den letzten Jahren gelesen haben, die Drehbücher,  die wir gelesen haben, werden dem Buch nämlich nicht gerecht.

Doch alleine sind die Muschiettis mit ihrem Interesse nicht. Bereits 2015 äußerte Regisseur Guillermo del Toro (Crimson Peak, Hellboy), dass er töten würde, um Friedhof der Kuscheltiere verfilmen zu können. Del Toro war übrigens maßgeblich an Muschiettis Durchbruch als Regisseur mit Mama (2013) beteiligt. Del Toro zeigte sich 2008 so begeistert von Muschiettis Kurzfilm Mama, dass er diesem ein Budget von 15 Millionen US-Dollar bereitstellte und somit die Spielfilm-Umsetzung mit Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, Crimson Peak) und Nicolaj Coster-Waldau (Game of Thrones) in den Hauptrollen ermöglichte.

Die Filmrechte für Friedhof der Kuscheltiere liegen weiterhin bei der Filmproduktionsgesellschaft Paramount Pictures, die bereits 1989 die erste Adaption von Mary Lambert produzierte. Stephen King höchstselbst schrieb damals das Drehbuch. Die Umsetzung gilt als eine der besseren King-Verfilmungen.

Seien wir gespannt, wer letztendlich das Rennen um die Neuverfilmung macht.

Friedhof der Kuscheltiere - Trailer Deutsch 1080p HD

Mr. Mercedes: Erster Teaser zur Serienadaption des Stephen-King-Romans

Auf The Mist (ab dem 22. Juni auf dem US-Sender Spike) folgt ab dem 9. August mit Mr. Mercedes eine weitere Serienadaption nach einer Vorlage von Stephen King.

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2014 und erzählt von der Jagd des pensionierten Detectives Bill Hodges (Brendan Gleeson) auf einen Serienmörder (Harry Treadaway). Dieser war während Hodges Dienstzeit mit einem gestohlenen Mercedes in eine Menschenmenge gerast und verletzte und tötete so zahlreiche Menschen. Hodges - mittlerweile im Ruhestand - konnte den Fall nie aufklären, bekommt jedoch eine zweite Chance. Der vermeintliche Killer lässt ihm eine Nachricht zukommen, in der er ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt und Hodges herausfordert. Daraufhin begibt sich Hodges mit ein paar merkwürdigen Verbündeten erneut auf die Jagd nach dem Mercedes-Killer, doch dieser scheint seinen Verfolgern stets einen Schritt voraus.

Neben Brendan Gleeson (Harry Potter, Edge of Tomorrow) und Harry Treadaway (Penny Dreadful) spielen unter anderem Jharrel Jerome (Moonlight), Kelly Lynch (Magic City), Scott Lawrence (Avatar), Robert Stanton (Mercury Rising), Ann Cusack (Nightcrawler) und Mary-Louise Parker (Weeds).

Das Drehbuch stammt von David E. Kelly (Big Little Lies), Jack Bender (Game of Thrones) führte beim Großteil der 10 Episoden die Regie. Stephen King ist als ausführender Produzent beteiligt.

Im Erfolgsfall steht durch die Romanfortsetzungen Finderlohn und Mind Control Stoff für weitere Staffeln vor.

Stephen King hat, vornehmlich als Horror-Autor, über 400 Millionen Bücher verkauft und zählt somit zu den meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Viele von Kings Erzählungen, wie beispielsweise Shining (1980) und Carrie (1976 und 2013), wurden bereits verfilmt. Derzeit befinden sich Adaptionen von 1922 und Gerald's Game und in Produktion. Die Romanverfilmung Der Dunkle Turm startet am 28. Juli in den deutschen Kinos, am 21. September folgt die Neuauflage von Es.

Mr. Mercedes - Stephen King Series Teaser

Vollgas: Kurzgeschichte von Stephen King und Joe Hill wird verfilmt

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Erst kürzlich wurde der erste Trailer zur Neuverfilmung von Stephen Kings Es veröffentlicht, nun wurde bekannt, dass auch Vollgas für die große Leinwand adaptiert wird.

Die Kurzgeschichte wurde im Jahr 2009 veröffentlicht und stellt die erste Zusammenarbeit von Horror-Autor Stephen King und dessen Sohn Joe Hill dar.

Vollgas erzählt von einem blutigen Konflikt zwischen einer Motorradgang und einem Trucker und wurde als Hommage an Richard Mathinsons Erzählung Duell erdacht, die 1971 von Steven Spielberg verfilmt wurde.

Als Drehbuchautor wurde John Scott III (Maggie) verpflichtet, der Regieposten wurde noch nicht vergeben. Als Produzent fungiert Emile Gladstone (Army of One: Ein Mann auf göttlicher Mission) mit seiner Firma A Bigger Boat Productions.

Die Leinwandadaption wird für das Jahr 2018 erwartet.

Stephen King hat, vornehmlich als Horror-Autor, über 400 Millionen Bücher verkauft und zählt somit zu den meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Viele von Kings Erzählungen, wie beispielsweise Shining (1980) und Carrie (1976 und 2013), wurden bereits verfilmt. Derzeit befinden sich Adaptionen von 1922, Der Dunkle TurmGerald's Game und Der Nebel in Produktion.

Joe Hill ist ebenfalls erfolgreicher Autor von Kurzgeschichten (20th Century Ghost), Romanen (Heart-Shaped Box) und Comics (Locke & Key). Hills Roman Horns wurde 2013 mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle verfilmt.

Wo ist Johnny? - Kritik zur Stephen-King-Verfilmung Puls

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Szenenbild Puls mit John Cusack und Samuel L. Jackson

Vermutlich liest ein Großteil von euch diese Meldung gerade über das Handy. Vielleicht auf der Fahrt zur Arbeit. Vielleicht in der Warteschlange im Supermarkt. Handys sind allgegenwärtig. So allgegenwärtig, dass in manchen Cafés mittlerweile unmissverständliche Aufforderungen aushängen, das Smartphone in der Tasche zu lassen und sich stattdessen doch einfach mal wieder mit seinem Gegenüber zu unterhalten.

Damit ist unsere Gesellschaft mit ihrem Verhalten doch perfekt geeignet für einen Angriff, der über Handys erfolgt. Stephen King hat diese Idee in seinem 2006 erschienenen Roman Puls (engl. Original-Titel Cell) aufgegriffen.

In Puls wird die Menschheit über ihre Handys attackiert, worauf alles im Chaos versinkt. Diejenigen, die zum Zeitpunkt des Angriffs ihr Handy in Benutzung hatten, werden zu zombieähnlichen Wesen, den sogenannten Phonies. Nur wenige sind von der Attacke nicht betroffen, wie zum Beispiel der Comic-Künstler Clayton Riddell (John Cusack) und U-Bahn-Führer Tom McCourt (Samuel L. Jackson).

Kurz vor dem Angriff hat Clayton noch mit seinem Sohn Johnny (Ethan Andrew Casto) telefoniert; nun ist er in höchster Sorge, dass auch Johnny zu einem Phonie geworden ist. Claytons Plan: Er muss sich nach Maine durchschlagen, um die Gewissheit zu haben, dass seinem Sohn nichts passiert ist. Dabei begleiten ihn neben Tom noch Alice (Isabelle Fuhrmann) und Jorden (Owen Teague).

Eigentlich hätte aus diesen Zutaten ein unterhaltsamer Film werden können. Eigentlich. Hätte.

King weicht von seiner eigenen literarischen Vorlage ab

Bei King-Verfilmungen ist in der Regel klar, dass nicht alle Aspekte der literarischen Vorlage filmisch umgesetzt werden können. Wer den Roman kennt, wird eine Ahnung haben, welche Szenen es nicht ins Drehbuch geschafft haben. Das wäre in erster Linie nicht schlimm, immerhin hat Stephen King selbst am Drehbuch gearbeitet.

Aber allein schon aus diesem Grund ist unverständlich, wie Puls im Endeffekt umgesetzt wurde. Ihr habe die Pilot-Folge von The Walking Dead gesehen? Dann wird euch Puls definitiv daran erinnern. Allerdings wesentlich langatmiger. Mit wesentlich schlechteren Effekten. Und Schauspielern, die zum Teil erschreckend planlos wirken. Jackson spielt zum gefühlten millionsten Mal den harten Typen, der in erster Linie gut mit Waffen umgehen kann und für einen trockenen Sidekick-Kommentar zu gebrauchen ist. Cusack hat bereits mehr als einmal einen besorgten Vater gespielt, dem sein Kind das Wichtigste im Leben ist - allerdings waren das in der Regel auch die Rollen, die bei ihm am unglaubwürdigsten gewirkt haben.

Hinzu kommt, dass manche Änderung für die filmische Umsetzung wenig Sinn ergibt. Im Roman ist Tom McCourt ein kleiner, weißer Typ, der mehr als einmal auf seine Homosexualität anspielt. Im Film ist McCourt - eben dargestellt von Samuel L. Jackson - ein Veteran mit posttraumatischer Störung. Damit ist vom ursprünglichen Tom nicht mehr viel übrig geblieben.

Dennoch sind für Kenner des Buchs liebevolle Details erhalten geblieben. So hat die in Harz gegossene Pusteblume einen Auftritt, ebenso der Eiswagen. Da merkt man zum Glück, dass der Autor selbst seine Hände im Spiel hatte.

Planloser Roadtrip

Allerdings kann das nicht über den chaotischen Film hinwegtrösten. Fängt Puls mit einem Knall und Action an, verliert er sich anschließend in einem planlosen Roadtrip, bei dem die Motivation der einzelnen Charaktere zum Großteil verborgen bleibt. Stattdessen wird der einzige Charakter mit Grusel-Potential eher schludrig eingeführt, die Existenz nicht erklärt. Hier bleibt das dumpfe Gefühl, dass man auf den Lumpenmann (Joshua Mikel) nur zurückgegriffen hat, um wenigstens ein paar Momente im Film zu haben, die man mit spannender Musik unterlegen kann. Allerdings enden diese Szenen leider mit halbherzigen Jumpscares und führen ins Nichts.

Bereits bei der Produktion gab es mehrere Stolpersteine. Im Juni 2007 trat Eli Roth (Hostel) wegen Differenz als Regisseur zurück. Letztendlich nahm Tod Williams (Paranormal Activity 2) auf dem Regiestuhl Platz. Die erste Klappe fiel schließlich im Januar 2014, Premiere sollte Puls eigentlich im Februar 2016 während des Glasgower FrightFest feiern. Dazu kam es wegen kurzfristigen Änderungen an den Veröffentlichungsdaten jedoch nicht. Schlussendlich sah man für Puls nur eine Veröffentlichung für einige ausgewählte Kinos und Video on Demand vor.

Das neue, verdammt düstere Ende geht nach hinten los

Eins an Puls ist jedenfalls extrem ärgerlich - das Ende. Stephen King offenbarte, dass er mehrere Beschwerden zu seinem Roman erhalten hatte, weil das Ende offen blieb. Dies änderte er für die Verfilmung und erklärte dazu:

"Der Film entspricht nicht eins zu eins dem Drehbuch, das ich geschrieben habe, aber ich kann Ihnen sagen, dass das Ende verdammt düster und Furcht einflößend ist. Das setzt wirklich neue Maßstäbe."

Hier müssen wir King leider widersprechen. Weder ist das Ende düster (ok, wir geben zu, die Szenen sind verdammt schlecht ausgeleuchtet) noch furchteinflößend. Ehrlich gesagt hat das Ende aufgrund des Soundtracks an der Stelle eher für große Lacher und herrliches Kopfkino gesorgt. Immerhin da stimmen wir King zu. Es setzt neue Maßstäbe. Neue Maßstäbe darin, dass ein Ende einen bis dahin mittelprächtigen Film ganz nach unten ziehen kann.

Puls erscheint am 17. Januar auf DVD und Blu-Ray.

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