Godzilla

Jubiläen 2021: Von Cyberpunk-Helden, Supersoldaten & Riesenmotten

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Captain America Comic

Die Leser der in den letzten vier Jahren hier erschienen Artikel über die Jubiläen ahnen es längst: Filme waren nie sehr erfolgreich, die Zukunft vorherzusagen. Ansonsten würde sich jeder jetzt einfach einen Datenstick in den Kopf schieben und die Informationen aus diesem Beitrag direkt in sein persönliches Gehirnimplantat herunterladen. So ungefähr sähe die Welt nämlich aus, wenn die Zukunftsvision aus dem Film Vernetzt – Johnny Mnemonic wahr geworden wäre. Der Cyberpunk-Film mit Keanu Reeves in der Hauptrolle spielt nämlich im Jahr 2021.

Genau 170 Jahre früher, am 1. Februar 1851, ist eine der großen Pionierin der Science-Fiction-Literatur verstorben. Mary Shelley prägte das Genre mit ihren Roman Frankenstein oder der neue Prometheus von Beginn an.

1881, ein paar Jahrzehnte nach Shellys Tod veröffentlichte Robert Louis Stevenson einen seiner größten Romanerfolge. Vor 140 Jahren erschien Die Schatzinsel. 1886 folgte Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

1921 wurden zwei Kinder geboren, deren Arbeit später sehr wichtig für das Science-Fiction-Genre werden sollte. Am 19. August kam Gene Roddenberry, der Schöpfer von Raumschiff Enterprise, zur Welt. Knapp einen Monat später, am 12. September, folgte die Geburt des polnischen Science-Fiction-Autors Stanisław Lem. Solaris und Star Trek schön und gut – aber wie traurig wäre eine Kindheit ohne Urmel aus dem Eis. Auch der Kinderbuchautor Max Kruse würde dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern.

1931 feierten gleich zwei Horrorfilmklassiker von Universal in den USA ihre Premiere. Einmal Dracula unter der Regie Tod Browning mit Bela Lugosi in der Titelrolle. Zweitens wurde Mary Shelleys Roman Frankenstein von James Whale mit Boris Karloff als Monster verfilmt. Außerdem kam vor 90 Jahren der Kriminalfilm M von Fritz Lang in die deutschen Kinos.

Charlie Chaplin schuf mit Moderne Zeiten vor 85 Jahren einen futuristisch angehauchten Klassiker über die Zumutungen der kapitalistischen Arbeitswelt. Der Stummfilm wurde am 5. Februar 1936 uraufgeführt.

Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs brauchten die USA einen neuen Superhelden. Jack Kirby und Joe Simon schufen vor 80 Jahren mit Captain America einen Supersoldaten, der sich auch mit den Nazis anlegte. Sein erstes Abenteuer erschien 1941 in Heft #1 der Comicserie Captain America Comics.

Dem Baby, welches am 18. Dezember 1946 in Cincinnati zur Welt kam, verdanken wir spätere Filmklassiker wie ET, Die Unheimliche Begegnung der dritten Art, Der Weiße Hai, Indiana Jones, Jurassic Park oder A.I. – Künstliche Intelligenz. Steven Spielberg wird dieses Jahr 75 Jahre alt. Viele weitere Filmschaffende des Jahrgangs 1946, wie die Regisseure Joe Dante (Gremlins, Meine teuflischen Nachbarn, Small Soldiers) und John Woo (A Better Tomorrow, The Killer, Paycheck) sowie der Drehbuchautor Dan O'Bannon (Alien, Total Recall) oder der Schauspieler Sylvester Stallone (Rambo, Demolition Man, Judge Dredd), drückten dem Kino ab den 70er Jahren ihren Stempel auf.

Nach Angilas, Rodan oder Varan kämpft die gigantische Urzeitechse Godzilla in den sechziger Jahren auch öfters gegen Mothra. Ihren ersten Auftritt hatte die Riesenmotte vor 60 Jahren in Mothra bedroht die Welt. Dem Toho-Film aus dem aus dem Jahr 1961 folgten weitere Solofilme sowie viele Auftritte in unterschiedlichen Godzilla-Streifen. Zuletzt war Mothra sogar in der US-Produktion Godzilla II: King of the Monsters zu sehen.

Der Wüstenplanet von Frank Herbert erschien zuerst als Fortsetzungsroman. Die erste Gesamtausgabe als Buch kam erstmals vor 65 Jahren in die Läden. 2021 hoffen wir endlich auf die Kinopremiere der neuesten Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers aus dem Jahr 1966.

Eine Ära ging 1971 zu Ende. Hal Foster zeichnet seine letzte Episode der Comicserie Prinz Eisenherz, welche er seit 1937 allein geschrieben und gezeichnet hatte. Die Comics wurden nun von anderen Zeichnern fortgesetzt. Als Autor blieb Foster der Serie noch ein paar Jahre erhalten. Ebenfalls vor 50 Jahren erschien Otfried Preußler Jugendbuch Krabat.

Vor 45 Jahren kam die erste Hörspielfolge von Commander Perkins auf dem Markt. Die Serie wurde von Heikedine Körting (Die drei ???) produziert und von H. G. Francis (Die Gruselserie) geschrieben. Im gleichen Jahr starb am 2. August 1976 in Kalifornien der deutsche Regisseur Fritz Lang (Metropolis, Die Frau im Mond, Dr. Mabuse der Spieler).

1981 feierte der Film Das Boot von Wolfgang Petersen seine Premiere. Das U-Boot-Drama schlug sich an den Kinokassen ziemlich gut gegen Konkurrenten wie John Carpenters Die Klapperschlange, Steven Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes oder Tanz der Teufel von Sam Raimi. Wer damals für die Filme noch zu jung war, konnte sich vor 40 Jahren den Horror einfach nach Hause ins Kinderzimmer holen: Im selben Jahr erschien nämlich mit "Frankensteins Sohn im Monster-Labor" die erste Hörspielfolge von H. G. Franics Gruselserie.

Weniger gruselig ist Michael Endes Roman Momo, der 1986 verfilmt wurde – genau wie Umberto Ecos historischer Krimi Der Name der Rose. Die US-Superhelden Comics erhielten vor 35 Jahren durch Alan Moores Watchmen und Frank Millers The Dark Knight Returns einen Modernisierungsschub.

Am 24. Oktober 1991 war in Deutschland der Tag der Abrechnung. Außer Terminator 2 starteten vor 30 Jahren auch noch Das Schweigen der Lämmer mit Jodie Foster und Robin Hood – König der Diebe mit Kevin Costner in den Hauptrollen in den Kinos. Im selben Jahr verstarb in Leningrad der russische Autor Arkadi Strugazki, der zusammen mit seinem Bruder Boris die Science-Fiction-Klassiker Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein, Der Montag fängt am Samstag an oder Picknick am Wegesrand verfasste.

Der Hype um Roland Emmerichs Alien-Invasion-Blockbuster Independence Day war 1996 riesig. Für die Popkultur langfristig bedeutender war aber sicher das Erscheinen des Buches A Game of Thrones. Mit diesem Roman startet George R. R. Martin vor 25 Jahren seinen Fantasy-Zyklus Das Lied von Eis und Feuer – auf die beiden Abschlussbände warten die Fans weltweit bisher vergeblich.

Ohne Douglas Adams hätten viele Menschen nicht gewusst, warum man auf einer Reise per Anhalter durch die Galaxis immer ein Handtuch dabei haben sollte. Der Autor starb am 11. Mai 2001. Ein Ende gab es vor 20 Jahren für die charmant trashige Fantasy-Serie Xena – Die Kriegerprinzessin. Und auch Captain Janeways kam nach sechs Jahren und sieben Staffel mit dem Raumschiff Voyager 2001 wieder im Alpha-Quadranten an.

H. G. Francis, der Autor von Hörspielreihen wie Commander Perkins und Der Gruselserie, verstarb am 3. November 2011 in Hamburg. Im Kino lief im selben Jahr mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 der letzte Teil der Harry-Potter-Verfilmungen an. Aber vor 10 Jahren begann auch etwas Neues: Ben Aaronovitch veröffentlichte mit Die Flüsse von London den ersten Roman seiner Urban-Fantasy-Reihe rund um den magisch begabten Police Constable Peter Grant. Im gleichen Jahre startet das Autoren-Duo James S. A. Corey mit dem Science-Fiction-Roman Leviathan Erwacht den Romanzyklus The Expanse.

Es geht auch ohne Luke Skywalker, C3PO, Rey oder Poe Dameron – aber so ganz ohne bekannte Helden und Schurken der weit weit entfernten Galaxie kam der 2016 gestartete Einzelfilm Rogue One: A Star Wars Story am Ende nicht aus. Mit dem Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind gab es vor 5 Jahren zudem Neues aus dem erweiterten Harry-Potter-Universum zu sehen.

Die Cyperpunk-Version von Vernetzt – Johnny Mnemonic ist nicht wahr geworden. Immerhin hat Keanu Reeves in dem Anfang Dezember 2020 erschienenen Computerrollenspiel Cyberpunk 2077 einen Auftritt. Und in 56 Jahren können wir uns dann mit der Frage beschäftigen, welche Vorhersagen des Science-Fiction-Games wahr geworden sind.

Godzilla: Großes Boxset mit Remastered-Versionen der Showa-Reihe angekündigt

Über 60 Jahre ist es her, dass das Ur-Filmmonster Godzilla die japanischen Städte zum ersten Mal unsicher machte. Von seinem ersten Leinwandauftritt im Jahr 1954 in Godzilla bis heute sind ganze 32 Filme mit japanischem Entstehungshintergrund sowie noch einige aus amerikanischer Feder erschienen. 15 der japanischen Originalfilme wird es ab Oktober in einem remasterten Boxset als Criterion-Collection im Handel geben.

Die Filme umfassen sämtliche Werke der sogenannten Showa-Ära, also die Jahre 1954 bis 1975. Mit dabei sind demnach folgende Filme:

  • Godzilla (1954)
  • Godzilla kehrt zurück (1955, OT: Godzilla raids again)
  • Die Rückkehr des King Kong (1963, OT: King Kong vs. Godzilla)
  • Godzilla und die Urweltraupen (1964, OT: Mothra vs. Godzilla)
  • Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah (1964, OT: Ghidorah, the Three-Headed Monster)
  • Befehl aus dem Dunkel (1965, OT: Invasion of Astro-Monster)
  • Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (1966, OT: Elbirah, Horror of the Deep)
  • Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn (1967, OT: Son of Godzilla)
  • Frankenstein und die Monster aus dem All (1968, OT: Destroy all Monsters)
  • Godzilla - Attack all Monsters (1969, OT: All Monsters Attack)
  • Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (1971, OT: Godzilla vs. Hedorah)
  • Frankensteins Höllenbrut (1972, OT: Godzilla vs. Gigan)
  • King Kong - Dämonen aus dem Weltall (1973, OT: Godzilla vs. Megalon)
  • King Kong gegen Godzilla (1974, OT: Godzilla vs. Mechagodzilla)
  • Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong (1975, OT: Terror of Mechagodzilla)

Die Erzählungen um das Echsenwesen, die von Filmfreunden und Historikern oftmals als Reaktion auf die atomare Katastrophen in Hieroshima und Nagasaki gelesen werden, haben sich fest im Alltags- und Kulturleben der Japaner etabliert und bildeten bald ein eigenes Filmgenre.

Dem von amerikanischen Filmen geprägte Publikum Westeuropas und der USA musste man die Echse jedoch erst näher bringen. So wollte man mit der Umschreibung "King Kong" oder "Frankensteins Monster" eine Aura der Bedrohlichkeit schaffen, in dem man die beiden Figuen als Synonym für besonders große, starke und gefährliche Monster angab - auch wenn die konkreten Figuren überhaupt nicht in den japanischen Produktionen auftraten.

Das Boxset mit den ersten 15 Godzilla-Filmen beinhaltet acht BluRay-DVDs, die erstmals alle Filme in remastertem Look und 4.0-Surround-Sound versammeln. Der Filmhistoriker David Kalat ist mit einem Audiokommentar zu den ersten beiden Filmen zu hören.

Für Invasion of Astro-Monster, Son of Godzilla, Destroy All Monsters, Godzilla vs. Megalon, Godzilla vs. Mechagodzilla sowieTerror of Mechagodzilla wurde eine englische Synchronversion vorbereitet. Für die restlichen Teile über Godzilla hat Criterion noch einmal die Untertitel überarbeitet. Zusätzlich gibt es Blicke hinter die Kulissen sowie Interviews mit den Schauspielern und den Helfern der Filmprojekte.

Das Criterion-Boxset ist ab dem 29. Oktober 2019 in den USA und über internationale Onlineshops zu haben. Ein kurzes Video gibt einen ersten Eindruck von der neuen Bildqualität.

Godzilla: The Showa-Era Films, 1954–1975 - The Criterion Collection Trailer

Retro-Kiste: Ich habe es selbst gesehen, ein Ungeheuer aus der Jurazeit – Godzilla

Seit 65 Jahren taucht Godzilla immer mal wieder auf und zerstört Tokio oder den Rest der Welt. Egal, ob er dabei als lebendige Naturkatastrophe durch die Städte stapft oder auf Seite der Menschheit gegen feindliche Ungeheuer kämpft – seine Filme erfreuen sich nicht nur in Japan anhaltender Beliebtheit. Regisseur Ishirō Honda schaffte 1954 mit seinem Monsterfilm das, was anderen gigantischen Filmmonstern wie King Kong oder Tarantula verwehrt blieb: Er begründete ein eigenes Filmgenre.

Noch bevor die treibende Filmmusik von Ifukube Akira einsetzt, hört man bereits während des Vorspanns Godzillas ikonische Schreie. Dann dauert es ein wenig, bis man das Monster wieder zu hören oder gar zusehen bekommt, denn Godzilla macht sich, wie jedes gute Ungeheuer, in der ersten Hälfte des Films rar.

Der Monsterstreifen beginnt mit einer friedlichen Szene auf See – doch plötzlich wird das Schiff durch etwas, was wie eine Unterwasserbombe anmutet, versenkt. Als weitere Fischerboote und Passagierdampfer verschwinden, beschließt die Regierung in Tokio eine wissenschaftliche Expedition auf die abgelegene Insel Oto zu senden. Professor Yamane und sein Team sollen herausfinden, was hinter den mysteriösen Ereignissen steckt.

Die Fischer der Insel schreiben die Vorfälle dem legendären Seeungeheuer Godzilla zu, dem sie früher noch eine Jungfrau als Opfer darbrachten. Was zunächst als Märchen abgetan wird, bestätigt sich, als Godzilla zum ersten Mal bei Tag das Meer verlässt und die Bewohner der Insel angreift.

Während sich das Monster nun dem Festland nähert, muss sich die Tochter des Professors zwischen zwei Männer entscheiden. Sie liebt Ogata, der für den japanischen Seenotdienst arbeitet. Von ihrem Vater wurde Emiko allerdings schon Dr. Serizawa versprochen. Dieser scheinbar nebensächlichen Handlung kommt große Bedeutung zu, nachdem Godzilla Tokyo angegriffen hat – denn nur Dr. Serizawa hält ein Mittel bereit, welches Japan vor weiteren Angriffen des gigantischen Ungeheuers retten könnte.

"Ihre Angst könnte sich bewahrheiten. Aber Godzilla ist bereits Realität."

Für Regisseur Ishirō Honda war Godzilla sein erster Monsterfilm. Zuvor hatte er als Regieassistent von Akira Kurosawa gearbeitet und eigenständig einige Dokumentar- und Kriegsfilme gedreht. Seit 1954 ist sein Name mit dem Kaijū-Genre verbunden.

Er drehte nicht nur viele der Godzilla-Fortsetzungen, sondern auch Filme mit anderen Ungeheuern wie Die fliegenden Monster von Osaka (1956) sowie die Science-Fiction- und Horrorfilme Das Grauen schleicht durch Tokio (1958), Ufos zerstören die Erde (1962) und Matango (1963). Seine Godzilla-Ära endete 1975 mit Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong.

Auch die Darsteller von Godzilla traten alle in späteren Teilen der Reihe wieder auf. Professor Yamane wird von Takashi Shimura (Rashomon – Das Lustwäldchen) gespielt, der seine Rolle in Godzilla kehrt zurück wieder aufnimmt. Als seine Tochter Emiko ist Momoko Kōchi zu sehen, die zuletzt 1995 in dem Kaijū Godzilla gegen Destoroyah mitwirkte.

Akira Takarada (Half Human: The Story of the Abominable Snowman), der Darsteller des Ogatas, sollte eigentlich einen Cameo-Auftritt im US-Remake aus dem Jahr 2014 erhalten. Die Szene schaffte es letztlich nicht in den fertigen Film. Dr. Serizawa wurde von Akihiko Hirata (Mothra bedroht die Welt, Sanjuro) gespielt und der Reporter Hagiwara wurde von Sachio Sakai (Die Rückkehr des King Kong, Yojimbo – Der Leibwächter) verkörpert.

Zwei Darsteller, die man in dem Film nie zu Gesicht bekommt und trotzdem im Zentrum der Kamera standen, sollen nicht unerwähnt bleiben: In das Godzilla-Kostüm schlüpften nicht zum letzten Mal Haruo Nakajima, der auch in einer Nebenrolle in Die sieben Samurai zu sehen ist und Katsumi Tetsuka, welcher als Schauspieler in U 2000 – Tauchfahrt des Grauens sowie Godzilla und die Urweltraupen mitspielte.

Das Gummikostüm konnten die Darsteller wegen der Hitze, dem Gewicht und der schlechten Luft nur wenige Minuten am Stück tragen. Deswegen stampften Nakajima und Tetsuka abwechselten durch die Miniaturkulissen. Für die damalige Zeit funktioniert die Tricktechnik aus Monsterkostüm, Modellbauten und Schnitten auf die real gefilmten Szenen sehr gut.

Im Gegensatz zu manch späteren Monsterkloppereien wirkt der Auftritt Godzillas nie lächerlich, sondern hat etwas Bedrohliches. Das mag auch daran liegen, dass der Film, im Gegensatz zu vielen anderen Kaijūs, das Leid der Opfer nicht ausspart und deutlich in Szene setzt.

"Vergessen Sie ihren Plan den Godzilla töten zu wollen, erforschen sie lieber an ihm die Geheimnisse des Lebens."

In der Fortsetzung aus dem Jahr 1955 tritt erstmals ein zweites Monster auf. Godzilla kämpft in Godzilla kehrt zurück gegen Angilas – eine Mischung aus Ankylosaurier und einem Igel. Die vielen unterschiedlichen gigantischen Kaijūs sind aus den weiteren Godzilla-Filmen nicht wegzudenken. So tauchen in den folgenden Abenteuern der japanischen Riesenechse der Flugsaurier Rodan, die Riesenmotte Mothra, der dreiköpfige Drache King Ghidorah, der Roboter MechaGodzilla und viele weitere riesige Ungeheuer auf.

Die bisher erschienen japanischen Filme lassen sich in mehrere Perioden einteilen. 1954 begann mit dem ersten Godzilla-Film die Showa-Reihe, die 1975 mit Hondas Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong endete. Dann gab es neun Jahre lang keine neuen Filme mehr. Erst 1984 startete mit Godzilla – Die Rückkehr des Monsters der erste der sieben Filme der Heisei-Reihe – welche 1995 mit Godzilla gegen Destoroyah ihr Ende fand.

Aber Godzilla war nicht tot zu kriegen und nur vier Jahre später startete die aus sechs Filme bestehende Millennium-Reihe. Godzilla 2000 kann man als Antwort auf Roland Emmerichs US-Godzilla-Film (1998) sehen, der in Japan nicht so gut ankam. Emmerichs Riesenechse taucht 2004 in Godzilla: Final Wars wieder auf und wird dort von seinem japanischen Pendant im Zweikampf besiegt.

Obwohl Warner Bros. und Legendary Pictures 2014 mit einem weiteren US-Remake ihr eigenes MonsterVerse starteten, veröffentlichte das Filmstudio Toho 2016 mit Shin Godzilla einen weiteren in Japan äußerst erfolgreichen Kaijū-Streifen. Zudem produzierte das Studio 2017 mit Godzilla: Planet der Monster einen Animationsfilm, der eine düstere Zukunft der Erde voller riesiger Ungeheuer zeigt. 2018 folgten zwei Fortsetzungen des Animes.

Warner Bros. hat derweilen seinem MonsterVerse mit Kong: Skull Island um eine berühmtes westliches Filmmonster erweitert. 2020 sollen die beiden dann in Godzilla vs. Kong aufeinandertreffen. Zuvor kommt Godzilla 2: King of the Monsters von Regisseur Michael Dougherty (Krampus) in die Kinos.

Die deutschen Varianten der alten japanischen Godzilla-Streifen zeichnen sich nicht nur durch ihre zum Teil recht eigenwillige Übersetzung der Originaltitel, dem häufig irgendwas mit Frankenstein zugefügt wird, aus. Ishirō Honda erster Monsterfilm kam in Deutschland zunächst nur in einer gekürzten Version heraus.

Der in schwarz-weiß gedrehte Film ist in der japanischen Fassung 92 Minuten lang. Die gekürzte Version lässt viele Szenen weg, in denen man die verletzten Opfer, die Flucht vor dem Monster oder Diskussionen der Regierung über den Einsatz Atomwaffen zu sehen bekommt.

Auch Dr. Serizawa Beweggründe für sein Handeln werden durch zusätzliche Rückblenden wesentlich plausibler erklärt. Ohne diese Szenen fragt man sich, wieso der Wissenschaftler seinen Oxigenzerstörer überhaupt entwickelt hat, wenn er doch solche Skrupel hat, seine Waffe einzusetzen.

Godzilla lief 1956 in den amerikanischen Kinos an. Allerdings hatte der dortige Verleih ein paar zusätzliche Szenen mit dem US-Schauspieler Raymond Burr gedreht. Als amerikanischer Reporter wurde er in den Film hinein geschnitten, um den Zuschauer als Identifikationsfigur zu dienen.

Vielleicht wollte man so auch ein wenig auf Distanz gehen, zu den nicht zu übersehenden Anspielungen auf die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Die Szenen, nachdem Godzilla Tokyo zerstört hat, dürften insbesondere beim japanischen, aber auch beim weltweiten Publikum, Erinnerungen an die schrecklichen Folgen der beiden Nuklearwaffenangriffe geweckt haben.

"Es dürfen keine Atombomben zu diesem Zweck eingesetzt werden!"

Godzillas Radioaktivität spielt noch auf einen weiteren Vorfall an: Im März 1954 wurde ein japanischen Fischkutter durch einen amerikanischen Atomwaffentest im Pazifik radioaktiv verstrahlt. Dies wird im Film wieder aufgegriffen, indem erklärt wird, dass Godzilla durch Atombombentest im Pazifik geweckt wurde und das Ungeheuer daraufhin begann, japanische Fischkutter zu versenken.

Unverkennbar war auch der Hollywoodfilm Panik in New York aus dem Jahr 1953 ein Vorbild für Godzilla. In beiden Streifen greift Urzeitsaurier, die durch einen Atombombentest geweckt wurde, eine Großstadt an. Oftmals schlägt der amerikanische Monsterfilm der 50er Jahre aber einen gegensätzlichen Weg ein.

Ein gutes Beispiel ist Jack Arnolds Trantula aus dem Jahr 1955. In dem Horrorfilm erschafft ein fehlgeleiteter Wissenschaftler eine Riesenspinne, die am Ende nur mit Hilfe des Militärs besiegt werden kann - in den japanischen Monsterfilmen ist es meist genau umgekehrt.

Auch wenn die meisten Kaijūs reine Unterhaltungsfilme sind, greifen sie auch hin und wieder ernste Themen auf. So muss Godzilla unter anderen gegen das aus atomarem Müll bestehen Ungeheuer Hedorah antreten.

In seinen ersten Kinofilm ist Godzilla gewiss kein Friedensmonster. Die Unterhaltung steht bei den Monsterattacken eindeutig im Vordergrund. Dennoch beinhaltet Godzilla einen klaren Appell gegen Atomwaffen - diesen fast am Ende des Films Professor Yamane noch einmal eindringlich in wenigen Worten zusammen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Toho

Godzilla (1954)

Godzilla: Kunstvolle Poster zu King of the Monsters

Anlässlich des chinesischen Neujahrsfest wurden vier sehr kunstvolle Charakterposter zu Godzilla: King of the Monsters veröffentlicht.

Wie schon im ersten Film sind es nicht die Menschen, mit denen Godzilla sich auseinandersetzen muss. Stattdessen tritt er im Kampf gegen andere gigantische Kreaturen an. In King of Monsters bekommt er es unter anderem mit Rodan, Mothra und King Ghidorah zu tun.

Godzilla: King of the Monsters ist der dritte Film aus dem "MonsterVerse", welches 2017 durch Kong: Skull Island erweitert wurde. 2020 sollen die beiden Monster dann in Godzilla vs. Kong aufeinandertreffen.

Michael Dougherty schrieb zusammen mit Zach Shields nicht nur das Drehbuch, sondern führt auch die Regie. Die Musik stammt von Bear McCreary (BSG, Outlander, Cloverfield).

Neben Stranger-Things-Star Millie Bobby Brown werden auch Ken Watanabe (Godzilla), Vera Farmiga (The Conjuring), Sally Hawkins (Blue Jasmine), Thomas Middleditch (Silicon Valley), Kyle Chandler (The Wolf of Wall Street, Manchester by the Sea) und Bradley Whitford (Get Out) zu sehen sein.

Der Kinostart wurde für den 30. Mai angekündigt.

GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS - Offizieller Trailer #2 Deutsch HD German (2019)

Godzilla: King of Monsters - Regisseur Michael Dougherty gibt Fertigstellung bekannt

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Godzilla

Das ging schneller als erwartet: Der für Mai 2019 angekündigte Echsenmonsterstreifen Godzilla: King of Monsters ist bereit für die Leinwand. Die Nachricht hatte der Regisseur Michael Dougherty auf Twitter verkündet. Somit ist der Film ganze sechs Monate vor Kinostart bereits jetzt fertiggestellt.

Die Hauptdreharbeiten fanden im Sommer 2017 statt, die letzten Szenen wurden Ende September dieses Jahres gedreht. Die Arbeiten an der Postproduktion dauerten etwa ein Jahr. Dougherty nutzte die Zeit außerdem, um den Komponisten Bear McCreary (Cloverfield Paradox, 10 Cloverfiled Lane, Happy Death Day) für den Soundtrack an Bord zu holen.

In den Film werden neben Stranger-Things-Star Millie Bobby Brown auch Ken Watanabe (Godzilla), Vera Farmiga (The Conjuring), Sally Hawkins (Blue Jasmine), Thomas Middleditch (Silicon Valley), Kyle Chandler (The Wolf of Wall Street, Manchester by the Sea) und Bradley Whitford (Get Out) zu sehen sein.

Wie schon im ersten Film sind es nicht die Menschen, mit denen Godzilla sich auseinandersetzen muss. Stattdessen tritt er im Kampf gegen andere gigantische Kreaturen an. In King of Monsters bekommt er es unter anderem mit Rodan, Mothra und King Ghidorah zu tun.

Godzilla: King of Monsters ist der dritte Film aus dem "MonsterVerse", welches letztes Jahr durch Kong: Skull Island erweitert wurde. 2020 sollen die beiden Monster dann in Godzilla vs. Kong aufeinandertreffen. Ein Jahr zuvor kommt die Godzilla-Fortsetzung in die Kinos. Der offizielle Kinostart ist am 30. Mai 2019.

Während der San Diego Comic Con präsentierte Dougherty den ersten offiziellen Trailer zum Film. Die nächste Vorschau soll aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Godzilla: King of the Monsters - Official Trailer 1

Godzilla vs. Kong: Regisseur spricht über Monsterfilm

MÖGLICHE SPOILER

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Der Affe Kong in Kong Skull Island

In der Abspannszene von Kong: Skull Island wurde es bereits angedeutet: King Gidorah, Mothra und Rodan werden im Filmuniversum von Warner Bros. MonsterVerse eine Rolle spielen. Jetzt deutete der Regisseur von Godzilla vs. Kong an, dass die legendären Monstern bereits in seinem 2020 erscheinenden Film einen Auftritt haben könnten.

Im Interview mit Screencrush sagte Adam Wingard (Deathnote) über seine Pläne für den Monsterfilm:

„Es ist eine große Monster-Prügelei. Es wird eine Menge Monster geben, die wie wild aufeinander los gehen, aber am Ende möchte ich, dass das Ganze auch einen emotionalen Schwung hat. Ich möchte, dass man sich emotional an sie bindet. Ich glaube, das wird das Ganze richtig cool machen."

Diese Äußerung könnte man so verstehen, dass nicht nur die Riesenechse auf den Gigantenaffen trifft, sondern dass auch die Monstermotte und andere titanischen Wesen einen Auftritt bekommen könnten.

Godzilla vs. Kong ist der vierte Film aus dem "MonsterVerse", welches diesen März durch Kong: Skull Island erweitert wurde. 2019 wird das MonsterVerse durch Godzilla: King of the Monsters ergänzt, bevor Affe und Echse 2020 dann in Godzilla vs. Kong aufeinandertreffen.

Er war Godzilla: Haruo Nakajima im Alter von 88 Jahren gestorben

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Godzilla

Eigentlich sollte jeder sein Gesicht kennen, schließlich ist sein Charakter weltbekannt: Haruo Nakajima schlüpfte zuerst 1954 in das Kostüm der städtezerstörenden Atom-Echse Godzilla und danach noch in elf weiteren Filmen. Gestern verstarb der Schauspieler 88-jährig an einer Lungenentzündung.

Noch Anfang diesen Jahres gab Nakajima ein kurzes Interview, in dem er von den schweren Anfängen der heute berühmten Godzilla-Filme berichtete. Und schwer ist damit wortwörtlich gemeint: Der Anzug wog aufgrund der verwendeten Materialien knapp 100 Kilogramm und entwickelte im Inneren eine gigantische Hitze.

Nakajima kam als Stuntman zum Film und hatte einige Rollen in den im Nachkriegsjapan beliebten Samurai-Filmen, unter anderem auch in Akira Kurosawas berühmten Film Die Sieben Samurai. In einem Weltkriegs-Film fiel der junge Mann dem Regisseur Ishiro Honda auf. Er betraute Nakajima mit der Rolle des Monsters, von dem noch so keiner recht wusste, was daraus werden sollte.

Der ambitionierte junge Mann nahm seinen Auftrag ernst und ließ sich im Zoo von wilden Tieren, allen voran Elefanten, inspirieren. Als Godzilla dann schließlich 1954 erst in den japanischen, später dann den us-amerikanischen Kinos anlief, wurde der Monsterfilm zu einem Überraschungshit. Nakajima lieh dem Monster seinen Körper und seine Bewegungen, erfuhr jedoch kaum Ruhm: Die Rolle in den Monsterkostümen galt nicht als „echte" Schauspielerei.

Trotzdem schlüpfte er beinahe zwanzig Jahre lang immer wieder in seine Paraderolle, spielte allerdings auch andere Monster wie King Kong, Mothra und Rodan.

Als Erinnerung bleibt der Nachwelt ein kleines Video und die Geschichte eines freundlichen Mannes, der ein Monster zum Leben erweckte. Arigato gosaimasu, Nakajima-san.

The Man Who Was Godzilla

Godzilla: Monster Planet – Erster Teaser-Trailer zum Animationsfilm

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Godzilla: Monster Planet

Das japanische Filmstudio Toho und Streaminganbieter Netflix haben einen ersten Teaser-Trailer zum Anime Godzilla: Monster Planet veröffentlicht. Zu sehen sind Raumfahrer, die bei ihrer Rückkehr zur Erde auf die ersten Monster stoßen. Der Trailer endet mit dem ikonischen Schrei Godzillas.

Der Animationsfilm spielt in der Zukunft: Die Crew eines Raumschiffes kehrt von einer fehlgeschlagenen Mission zur Erde zurück. Nachdem mehrere gigantische Monster auf dem Planeten gewütet hatten, sollte die Besatzung des Schiffes eine neue Heimat für die Menschheit finden.

Aus unerfindlichen Gründen sind bei ihrer Rückkehr bereits 20.000 Jahre vergangen. Bei der Erkundung der Erde stoßen die Rückkehrer auf ein ihnen völlig unbekanntes Ökosystem – voller riesiger Kaijus unter der Herrschaft der Monsterechse Godzilla.

Die Regie führten Kobun Shizuno (Detective Conan) und Hiroyuki Seshita (Final-Fantasy-Filme). Das Drehbuch stammt von Gen Urobuchi (Psycho-Pass).

Der Animationsfilm soll im November in den japanischen Kinos starten. Anschließend wird der Film in der restlichen der Welt exklusiv bei Netflix zur Verfügung stehen.

Die Rechte an Godzilla besitzt das japanische Filmstudio Toho. Beide, Netflix und Toho, planen eine langfristige Zusammenarbeit. So soll Godzilla: Monster Planet der Beginn eines animierten Kaiju-Franchises sein.

アニメーション映画『GODZILLA 怪獣惑星』特報1

Erstes Poster zu Godzilla: Monster Planet

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Netflix-Logo

Das japanische Filmstudio Toho und Streaminganbieter Netflix haben das erste Poster zum Godzilla-Anime Godzilla: Monster Planet (Originaltitel: Godzilla: Kaiju Wakusei) veröffentlicht.

Der Animationsfilm startet im November in den japanischen Kinos und soll kurz darauf im Rest der Welt exklusiv auf Netflix zur Verfügung stehen. Netflix und Toho, welches die Rechte an Godzilla besitzt, planen eine langfristige Zusammenarbeit, wobei Godzilla: Monster Planet den Start eines animierten Kaiju-Franchises darstellt.

Als Regisseure waren Kobun Shizuno (Detective Conan) und Hiroyuki Seshita (Ajin: Demi-Human, Final-Fantasy-Filme) im Einsatz. Das Drehbuch stammt von Gen Urobuchi (Psycho-Pass). 

Der Film spielt im Jahr 2048. Nach etlichen Zerstörungsorgien durch Kaijus wird ein Raumschiff mit ausgewählten Menschen auf einen fernen Planeten entsandt, um diesen als potenziellen neuen Heimatort der Menschheit zu erschließen. Nach einer zwanzigjährigen Hyperraum-Reise wird das Ziel erreicht - doch der neue Planet kann die Berechnungen, Erwartungen und Hoffnungen leider nicht bestätigen und erweist sich als unbewohnbar. So muss sich die Crew auf den Rückweg zur Erde machen. Dort sind aus zunächst unerfindlichen Gründen bereits 20.000 Jahre vergangen und die Rückkehrer erwartet ein unbekanntes Ökosystem unter der Herrschaft von Godzilla.

Godzilla: Monster Planet

Godzilla brachte es seit 1954 auf mehr als 30 Kinofilme. Im Rahmen des MonsterVerse von Legendary Pictures wird die Monsterechse im März 2019 wieder weltweit auf der großen Leinwand zu sehen sein.

Zwischen dem 4. und 7. Mai 2017 wird außerdem die nächste Godzilla-Realverfilmung Shin Godzilla aus dem Hause Toho in ausgewählten deutschen Kinos zu sehen sein.

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SHIN GODZILLA - Deutscher Trailer (2017)

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