Stephen Kings Es (2017)

Oidhche Shamhna! - Unsere Tipps für Halloween 2019

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ausgehöhlte, leuchtende Kürbisse auf Rasen vor Wohnhaus

Zum mittlerweilen vierten Mal präsentiert unsere Redaktion ihre Tipps für einen gemütlichen Halloween-Abend. Was ihr dafür braucht? Eine Couch - oder ein Bett. Getränkeversorgung. Snack-Versorgung. Egal, ob herzhaft oder süß. Und je nach Inspiration durch unsere Tipps gibt es etwas zum Gucken. Zum Lesen. Oder später zur Guten Nacht auch was für die Ohren ...

Johannes “Uncanny Valley” Hahn

Angst und schließlich Horror ergeben sich oft aus der Konfrontation mit dem gerade noch menschlichen und dem Fremden, ja Entstellten. In der Robotik (und der Computeranimation) kennt man dies als Uncanny-Valley-Effekt: Je menschenähnlicher etwas künstlich geschaffenes, zum Beispiel eine Puppe oder eine computeranimierte Figur, ist, desto unheimlicher wird sie uns “richtigen” Menschen. Dieser Effekt ist übrigens einer der Gründe, warum der erste computeranimierte Langfilm Toy Story Spielzeuge als Protagonisten hatte: Ihnen nimmt man das “unechte” Aussehen ab.
Wunderbar demonstriert wird dieser Effekt auch in den Trailern von Cats: Wo man wohl über die katzenhafte Anmut und fantasievolle Choreographie der Schauspielenden staunen soll, bleibt nur blankes Entsetzen anhand der fremdartigen Visagen, die einem dort pseudo-felin entgegen starren. Und dann singen die auch noch! Und tanzen! Und ergehen sich in endlos wiederholenden Klischees, in denen beispielsweise Rebel Wilson und James Corden die “lustigen Dicken” spielen. Cats, sowohl in seiner Gestalt als Musical als auch in der Gestaltung der Schauspieltruppe, wird definitiv mein Horrorfilm 2019.

Mit dem Uncanny Valley spielte übrigens auch John Carpenter in seinen bekanntesten Filmen, nicht zuletzt Halloween - Die Nacht des Grauens, wo Michael Myers ja bekanntlich eine Maske mit den Zügen William Shatners trägt. Auch in Das Ding aus einer anderen Welt setzte Carpenter auf verfremdete, menschliche Gesichtszüge, um rückenmarkschüttelnden Horror zu erzeugen. Überhaupt sollte Carpenter mehr Anerkennung erfahren: Seine Filme sind seltene Beispiele von US-amerikanischem Autorenfilm im Genrebereich. Denn Carpenter schrieb oft nicht nur das Drehbuch und führte Regie, sondern kümmerte sich bisweilen auch um Produktion und Musik. Kleinere Juwelen seines Schaffens sind dabei der Kapitalismus-Groteske Sie Leben sowie der spannende Belagerungsthriller Assault - Anschlag bei Nacht.

Wer aber lieber Lust hat, sich mit einem aktuellen Stoff zu gruseln und gleichzeitig zu amüsieren: Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot trägt zwar einen dummen Namen, macht aber Spaß. Zwar geht es um das altbekannte Thema der Jagd auf einen Menschen, der Film nimmt sich aber glücklicherweise nicht bierernst und kann neben Witzen auch Spannung erzeugen. Wer noch zögert, kann gerne unsere Kritik dazu lesen.


Florian Rinke - Erschlägt Zombies mit Büchern

Der Autor Jörg Benne hat in seinen Roman Dämonengrab klassische Fantasy mit Horror kombiniert. Bennes Buch spielt zwar in einer Fantasywelt, ist aber aufgebaut wie eine Gruselgeschichte. Eine Gruppe Abenteurer erkundet auf der Suche nach Schätzen und vermissten Personen einen uralten, halb verfallenen Tempel. Dort lauert ein Dämon, welcher den Helden nach und nach zu Leibe rückt. Damit erfindet der Autor das Rad sicher nicht neu, aber Benne gelingt es auf 300 Seiten, den Leser durchgehend spannend zu unterhalten – was viele endlos laufende Fantasy-Reihen nicht schaffen.

Überraschend gut hat mir die erste Staffel der koreanischen Serie Kingdom gefallen – obwohl mich Zombieserien und -filme in letzter Zeit eher gelangweilt haben. Das im asiatischen Mittelalter angesiedelte Szenario kommt aber anders daher. Der Fokus liegt nicht auf den Untoten, sondern auf den interessanten Figuren, Hofintrigen und dem entstehenden Chaos im Land. Dennoch ist Kingdom absolut nichts für Menschen, die kein Blut und andere Grausamkeiten sehen können.

Wer sich nicht gerne gruselt, aber auf Halloween-Stimmung nicht verzichten will, dem sei Batman: The Long Halloween empfohlen. Autor Jeph Loeb erzählt in dem Comic aus Jahr 1996 eine der besten Batman-Geschichten. Die Handlung beginnt mit der Ermordung eines Mafiosis an Halloween. Im folgenden wird der Dunkle Ritter an jedem Feiertag mit einem neuen Verbrechen konfrontiert und muss sich mit vielen seiner bekannten Gegner herumschlagen. So haben der Joker, Poisen Ivy, der Riddler und Two-Face ihre Auftritte, bevor es am nächsten Halloween zum Showdown kommt. Keine Gruselgeschichte, aber die Bilder von Tim Sale vermitteln stellenweise doch eine unheimliche Stimmung.


Michael Bartl - Bekommt dank Florian was auf die Ohren

Um ehrlich zu sein, habe ich noch nicht einmal meine Watch-Liste vom letztjährigen Halloween-Artikel abgearbeitet. Vielmehr ist das Gegenteil eingetreten, und in den letzten Monaten landeten immer mehr Titel auf meinem Radar: Jim Jarmusch The Dead Don’t Die, der Anti-Superman-Streifen Brightburn sowie Puppet Master – Das tödlichste Reich.
Nachdem zuletzt auch noch etliche Filme und Serie zuletzt physisch in meiner Heimkinosammlung gelandet sind – unter anderem die Resident-Evil-Colletion mit allen sechs Filmen (wovon mir noch die letzten beiden fehlen), die Anime-Serien Ajin und Globin Slayer sowie die Psycho-Legacy-Collection, bin ich in den vergangenen Monaten zu einem Streaming- Binge-Watch-Enthusiasten sowie zum Hörbuch-Junkie geworden. Letzteres ist unter anderem unserem hauseigenen Hörbuch-Newsschreiber Florian Rinke zu verdanken.

Allerdings verschlug es mich in deutlich andere Gefilde, sodass ich schlussendlich im Warhammer-40k-Universum gelandet bin. Mit der Horus-Heresey-Reihe fand ich auch gleich den perfekten Einstieg in die dystopische Zukunft der Menschheit, die zeitlich rund 10.000 Jahre vor den aktuellen Ereignissen spielt. Der Große Kreuzzug tritt in seine letzte Phase ein, Horus wird vom Imperator der Menschheit zum Kriegsherrn und somit zum Anführer über seine Brüder-Primarchen und der Space-Marines ernannt. Kurz darauf kommen düstere kosmische Wahrheit ans Licht, und der Weg zum großen Bruderkrieg wird schlussendlich geebnet.

Anders sieht es in der Eisenhorn-Reihe aus, die im bekannten Warhammer-40k-Universum spielt und dabei dem gleichnamigen Inquisitor folgt. Dabei bin nicht nur ich auf den Geschmack der Abenteuer von Gregor Eisenhorn und den dunklen Intrigen, Verschwörungen und Dämonen gekommen, sodass aktuell sogar an einer Serien-Adaption gearbeitet wird.

An Halloween selbst werde ich jedoch versuchen, die letzten Episoden der fünften Staffel von The Blacklist bei Netflix zu verschlingen beziehungsweise auf Amazon Prime Video mit den beiden Anime-Schmankerl Vinland Saga und Blade of the Immortal endlich anzufangen. Natürlich mit reichlich Chips, Popcorn und koffeinhaltigen, zuckerfreien Softdrinks.

Katrin Hemmerling - Älterwerden ist der pure Horror

Stellt euch vor. Sommer 2000. Der Ruhrpott. Ein Multiplex-Kino veranstaltet “Die lange Scream-Nacht” und zeigt zum Start von Scream 3 alle drei Teile hintereinander. Nachts um 3 hat das Schreien ein Ende, und eine noch deutlich jüngere (hüstel) Katrin verlässt mit ihrer Schweschdi das Kino, um über den Parkplatz zum Auto zu gehen. Leider wusste die kleine Katrin nicht, dass ein anderer Autofahrer es lustig fand, eine Ghostface-Maske über die Kopfstütze seines Beifahrersitzes zu ziehen, die auf dem dunklen Parkplatz gar wunderbar im Mondlicht erstrahlte - und der naiven, kleinen Katrin einen mittelschweren Herzriss bescherte …
Vermutlich ist es diese Erinnerung an die lange Kinonacht, dass mich die Scream-Filme bis heute gut unterhalten können. Vor zwanzig Jahren (gefühlt erst gestern! Mindestens!) war Scream für mich die perfekte Metabalance zwischen kleinen Schockermomenten, die in eine Komödie eingebettet waren. Die Filme nahmen sich nie ernst, schafften es mit jedem Teil aber, kleine Überraschungen zu servieren - und sei es nur die neueste Friseur von Courteney Cox! Einziger Wermutstropfen: Neve Campell konnte in Teil 4 nicht mehr von Veronika Neugebauer synchronisiert werden; die Sprecherin war 2009 viel zu früh verstorben.

Ich verfasse diese Zeilen am 30. Oktober. Eigentlich unspektakulär. Für Fans von The Crow bedeutet das Datum aber nur eins: Devil’s Night. Zur Devil’s Night wurden Eric Draven und seine Verlobte Shelly Webster von einer Gang, die zu Top Dollar gehört, in ihrer Wohnung überfallen und ermordet. Ein Jahr später erhebt Eric sich aus seinem Grab, um sich zu rächen. Ihm zur Seite: Eine Krähe.
1994 startete die Verfilmung der Graphic Novel in den Kinos und erlangte im Vorfeld vor allem traurige Berühmtheit dadurch, dass der Hauptdarsteller Brandon Lee, Sohn von Legende Bruce Lee, bei den Dreharbeiten ums Leben kam. Düster kommt der Film daher. In einer Stadt, in der es immer zu regnen scheint - obwohl wir dank The Crow wissen, dass es nicht immer regnen kann. Dazu ein Soundtrack, der sich aus unter anderem The Cure, Stone Temple Pilots und Nine Inch Nails zusammensetzt - mein Gothic-Teenie-Herz brauchte und braucht nicht viel mehr.

Auf die Ohren gibt es auch in diesem Jahr wieder etwas von mir. Beim Aussortieren meiner CDs ist mir neulich eine CD in die Hände gefallen, die ich fast schon vergessen hatte: “Visionen” heißt die Doppel-CD. CD 1 beinhaltet Werke von Edgar Allan Poe - und das Ensemble reiht einen berühmten Namen nach dem anderen aneinander. Ulrich Pleitgen konnte man für “Der Rabe” gewinnen, Jan Josef Liefers für “Der verwunschene Palast”, Iris Berben für “Die Schläferin” und “Ein Traum” sowie Oomph!-Sänger Dero Goi für “Traumland”. Mein persönliches Highlight sind aber die Stücke, die Christopher Lee eingelesen hatte. “Ein Traum in einem Traum” hat er auf Deutsch vorgetragen, bevor man für “The Raven” in den Hörgenuss der Originalversion Poes kommt. Rein musikalisch kommt CD 2 daher und präsentiert Stücke, die von Poe inspiriert wurden. L’âme immortelle steuerten “Dein Herz” bei, Subway to Sally sind mit “Finster, finster” zu hören und Alexander Veljanov, Sänger von Deine Lakaien, ist mit “Lied für Annabelle Lee” dabei. Gothic-Herz, ihr wisst schon. Und zu Halloween darf ich es regelmäßig komplett von der Leine lassen …

Anne Jerratsch - gruselt sich mehr vor der Gesellschaft als vor Geistern

Manche Serien sind so großartig, dass man sich wirklich Zeit für sie nehmen will. Man will sie nicht mal eben schnell auf dem Minibildschirm wegglotzen, während man auf die U-Bahn wartet, sondern es sich richtig gemütlich machen. American Horror Story gehört für mich in diese Kategorie. Die von Ryan Murphy und Brad Falchuk erdachte Episoden-Reihe, die in jeder Staffel zwar mit denselben Schauspielern (unter ihnen die großartige Jessica Lange, der sehr wandelbare Evan Peters und die immer überzeugende Sarah Paulson) besetzt ist, aber jedoch eine völlig neues Grusel-Setting aufmacht, läuft bereits seit 2011. (Nach der kommenden 10. Staffel soll dann endgültig Schluss sein.) Und etwa seit dieser Zeit steht sie auf meiner ewigen To-Watch-Liste - zumindest ein paar Staffeln habe ich schon gesehen, aber man will ja genießen. Als ich mich vor kurzem der 5. Staffel (Hotel) widmete, war mir wieder klar, warum sich das Aufheben lohnt: Sexy Vampire (brillant dargestellt von Lady Gaga), untote, drogensüchtige Grunge-Girls und blutrünstige Mütter, die ihre schon längst toten Söhne nicht loslassen können (Kathy Bates), machen Rabatz in einem merkwürdig-unwirtlichen Hotel, das eigentlich seit den 1920er Jahren nicht mehr betrieben wird - oder etwa doch? Wer sich mit der Hotel-Atmo nicht anfreunden kann, sondern lieber aufm klassischen Psycho-Horror steht, kann auch mit Staffel 1 (Murder House) oder Staffel 2 (Asylum) einsteigen.

Stephen Kings Machwerk findet langsam, aber sicher in immer hochwertiger Form Einzug auch in die filmische Popkultur. Tun wir mal so, als hätte es den einen oder anderen miesen 80ies-Film nicht gegeben, mit dem auch der Horrormeister selbst nicht wirklich zufrieden war. Umso dankbarer sind auch wir Roboter-und-Drachen-Redakteure, dass Dank der Streaming-Plattformen immer mehr Geschichten von King verfilmt werden sollen, auch solche, die es wirklich verdient haben. Allerdings mit unterschiedlichen Resultaten. So konnte die Kurzgeschichte Das Spiel (Gerald’s Game) 2017 bereits als Solofilm bei Netflix überzeugen, die neueren Machwerke Der Nebel, The Dome oder Im Hohen Gras leider kamen dagegen nicht ganz so gut weg. Die 2019er-Version vom Friedhof der Kuscheltiere hingegen machte wieder einiges richtig - vor allem war man nun in der Lage, eine anständig animierte Katze ins Rennen zu schicken, statt sich mit einer ungelenken Puppe zu behelfen. Mein King-Highlight 2019, das nicht nur, aber auch zu Halloween passt, ist natürlich die lange erwartete Fortsetzung von Es. In Kapitel zwei gibt es mehr Pennywise, mehr Loser’s Club und mehr Grusel - auch wenn im direkten Vergleich der erste Teil (zur Zeit auf Netflix) noch ein winziges bisschen besser abschneidet. Wenigstens wurden wir 2019 bisher von Attacken von Gruselclowns auf harmlose Passanten verschont.

Keinen Gruselclown, aber eine waschechte Freddy-Kruger-Imitation begegnete mir übrigens vor wenigen Tagen in der Fußgängerzone, als ich gerade aus dem Kino stiefelte, in dem ich Joker gesehen habe. Und ein bißchen ist Joker ja auch eine Horrorfigur mit seinem Make-Up, der Gewalt und dem unheimlichen Lachen. Joker ist zwar kein klassischer Horrorfilm, aber dennoch unangenehm und blutig genug, um in dieser Aufzählung einen Platz zu bekommen. Allerdings ist hier das Gesellschaftsbild, das Todd Phillips hier zeigt, fast gruseliger als irgendetwas sonst in dem Film. Wer nun noch nicht überzeugt ist, dass der Film besser ist als sein Hype, kann sich auch erst einmal mit der Kritik zum Film vortasten.

Zu guter Letzt gibt es noch einen Nostalgie-Tipp zu Halloween, bei dem Grusel für die ganze Familie aufkommt: Die drei Detektive aus Rocky Beach haben sich schon so manches Mal unheimlichen Begegnungen gestellt. Eine bemerkenswerte Folge, die bei Fans jedoch gern als Trash abgetan werden, ist die Nr. 101 aus dem Jahr 2009: “Die drei ??? und das Hexen-Handy”.

Nach einer Reifenpanne müssen Peter und Bob ihre Räder durch ein dunkles Waldstück schieben. Plötzlich entdecken sie einen verlassenen Schulranzen - doch das Kind, dem er gehört, ist nirgendwo aufzufinden. Stattdessen treffen die Detektive auf eine unheimliche Hexengestalt, die im Wald ihr Unwesen treibt. Bei dieser Folge, bei der man die ersten zwanzig Minuten definitiv nicht allein bei einem abendlichen Spaziergang hören sollte, standen mir schon damals vor Grusel die Haare zu Berge. Trash? Meinetwegen. Aber ein bißchen Spaß muss Halloween ja auch machen. Außerdem darf Fragezeichen-Verehrer Bastian Pastewka zeigen, was er stimmlich drauf hat, und das ist tatsächlich Einiges.

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Stephen Kings Es: Regisseur Andy Muschietti plant lange Schnittfassung beider Kapitel

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Bill Skarsgard als Pennywise

Es Kapitel 2 ist noch nicht in den Kinos gestartet, jedoch arbeitet Regisseur Andy Muschietti anscheinend bereits an einer langen Schnittfassung beider Kapitel.

Im Interview mit dem SFX Magazine (via Gamesradar) erklärte er:

"Es gibt einige Möglichkeiten. Es gibt eine Version, in der beide Filme zusammengeschnitten sind. Dann die Version eines besonderen Director's Cut von Kapitel 1 und Kapitel 2. Grundsätzlich freue ich mich auf die Arbeit an beidem."

In welcher Form die Schnittfassungen dann letztendlich veröffentlicht werden sollen, verriet Muschietti nicht. 

Für die Kinofassung von Kapitel 2 benötigt das Publikum ordentlich Sitzfleisch. Die finale Fassung, die am 5. September in den deutschen Kinos startet, beläuft sich auf 165 Minuten. Die Erstversion Muschiettis kam hingegen auf über vier Stunden.

Die Handlung setzt 27 Jahre nach den Ereignissen aus Kapitel 1 an. Der Klub der Verlierer versammelt sich wieder in Derry, da sie sich als Kinder geschworen hatten, dorthin zurückzukehren, sollten sie Es nicht besiegt haben. 

Der erwachsene Klub setzt sich zusammen aus Andy Bean (Die Bestimmung - Allegiant) als Stanley Uris, Jessica Chastain (Crimson Peak) als Beverly Marsh, James McAvoy (Split) als Bill Denbrough, James Ransone (Sinister) als Eddie Kaspbrak, Bill Hader (Saturday Night Live) als Richie Tozier, Jay Ryan (Mary Kills People) als Ben Hanscom sowie Isaiah Mustafa (Shadowhunters) als Mike Hanlon. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Bill Skarsgård als Pennywise.

Stephen King: Übersicht über die geplanten Filme

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Bill Skarsgard als Pennywise

Fans von Stephen King dürfen sich in den nächsten Wochen und Monaten auf einige Adaptionen der Werke des Horror-Autors freuen: Erst vor Kurzem gab es den ersten Blick auf die Neuinterpretation von Friedhof der Kuscheltiere. Um den Durchblick zu behalten, haben wir eine kleine Übersicht über die Projekte zusammengestellt. Teil 1 enthält eine Aufstellung über die geplanten Filme, am nächsten Sonntag gibt es einen Überblick über die Serien.

Pet Sematary (Friedhof der Kuscheltiere)

Hierbei handelt es sich um eine Neuinterpretation des Films aus dem Jahr 1989. Kings Geschichte handelt von Dr. Louis Creed (Jason Clarke), seiner Frau Rachel (Amy Seimetz) und den gemeinsamen Kindern Ellie und Gage. Die Familie zieht nach Ludlow in ein Haus nahe einer Schnellstraße. Louis freundet sich mit seinem Nachbarn Jud (John Lithgow) an, der ihm auch den Tierfriedhof der Stadt zeigt. Als der Kater der Familie auf der Schnellstraße überfahren wird, begraben sie ihn auf jenem Friedhof - nur um festzustellen, dass der Kater am nächsten Tag scheinbar wieder lebendig ist. Als nun auch Gage ein Opfer der Schnellstraße wird, fasst Louis den folgenschweren Entschluss, seinen Sohn ebenfalls auf diesem Friedhof zu beerdigen. Die Regie übernahmen Kevin Kolsch und Dennis Widmyer. Eigentlich sollte Guillermo del Toro die Neuverfilmung inszenieren, musste letztlich jedoch aufgrund Terminkonflikten absagen. Der US-Kinostart ist für den 4. April 2019 geplant.

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE | OFFIZIELLER TRAILER | Paramount Pictures Germany

Stephen Kings Es - Kapitel 2

Kapitel 1 als Neuinterpretation des TV-Zweiteilers aus dem Jahr 1990 brach im vergangenen Jahr einige Rekorde. Neben dem erfolgreichsten Start eines Horrorfilms mit dem Rating R und dem erfolgreichsten September-Start aller Zeiten, ist Stephen Kings Es mittlerweile der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten - ohne Inflationsbereinigung allerdings. Für die Fortsetzung laufen derzeit noch die Dreharbeiten, die zum 25. Oktober beendet werden sollen. Kapitel 2 konzentriert sich auf den erwachsenen Klub der Verlierer, dessen Mitglieder aufgrund ihres Schwurs nach Derry zurückkehren müssen, um den Kampf gegen Es erneut aufzunehmen. Andy Bean (Die Bestimmung - Allegiant) als Stanley Uris, Jessica Chastain (Crimson Peak) als Beverly Marsh, James McAvoy (Split) als Bill Denbrough, James Ransone (Sinister) als Eddie Kaspbrak und Bill Hader (Saturday Night Live) als Richie Tozier, Jay Ryan (Mary Kills People) als Ben Hanscom sowie Isaiah Mustafa (Shadowhunters) als Mike Hanlon sind als erwachsener Klub der Verlierer zu sehen. Bill Skarsgård spielt erneut Pennywise. Weiterhin mit dabei sind Xavier Dolan (The Death, and Life of John F. Donovan) als Adrian Mellon, Will Beinbrink (The Disappearance of Eleanor Rigby) als Tom Hogan, Teach Grant als erwachsener Henry Bowers und Jess Weixler als Bills Frau Audra. Andy Muschietti nimmt erneut auf dem Regiestuhl Platz, für das Drehbuch zeichnet wieder Gary Dauberman verantwortlich. Kapitel 2 soll am 6. September 2019 in den US-Kinos starten.

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Der Klub der Verlierer in Stephen Kings Es

In The Tall Grass (Im hohen Gras)

Für Netflix wird die Geschichte der Geschwister Geschwister Becky und Cal erzählt, die das Weinen eines kleinen Jungen hören und mit ihrem Auto an einem gigantischen Feld mit übermannshohem Gras stehenbleiben. Beide beschließen, dem Kind aus seiner Not zu helfen und betreten das grüne Labyrinth, um sich nur kurz danach selbst darin zu verirren. Schon bald müssen feststellen, dass neben ihnen und dem Jungen sich noch etwas anderes im hohen Gras befindet. Die Hauptrollen übernehmen Patrick Wilson und Laysla De Oliveira. Vincenzo Natali (Cube) ist sowohl für das Drehbuch als auch für die Regie zuständig. Die Ausstrahlung bei Netflix ist für das kommende Jahr geplant.

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Tall Grass Stephen King

Doctor Sleep

Der Roman Kings ist die direkte Fortsetzung von Shining, er erzählt die Geschichte des mittlerweile erwachsenen Danny Torrance (Ewan McGregor). Er ist noch immer traumatisiert von den Geschehnissen, die sich damals im Hotel Overlook zugetragen haben und kämpft mit seiner Alkoholsucht. Danny hat sich in New Hampshire niedergelassen und arbeitet in einem Hospiz, wo er seine paranormalen Fähigkeiten - das Shining - einsetzt und Sterbenden in ihren letzten Stunden Trost spendet. Als er auf die zwölfjährige Abra trifft und von einer mörderischen Sekte erfährt, die Jagd auf Kinder mit der Gabe des Shining macht, muss Danny sich seinen Dämonen stellen und in einen alles entscheidenden Kampf ziehen. Als Regisseur fungiert Mike Flanagan, der im letzten Jahr auch Kings Geschichte Gerald’s Game (Das Spiel) für Netflix inszenierte. In den US-Kinos soll Doctor Sleep am 24. Januar 2020 starten.

The Long Walk (Todesmarsch)

Der dystopische Roman handelt von einem Todesmarsch, an dem hundert männliche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren teilnehmen. Hierbei geht es aber nicht darum, als Erster ins Ziel zu kommen, sondern als letzter Teilnehmer am Leben zu bleiben. Dem letzten Überlebenden wird lebenslang jeder Wunsch erfüllt. Läuft ein Teilnehmer mit einer Geschwindigkeit von weniger als vier Meilen die Stunde, erhält er eine Verwarnung. Jeder der mitlaufenden Jungen, der nach drei Verwarnungen immer noch zu langsam geht oder zu lange stehen bleibt, wird erschossen. Während seines Marsches freundet sich Garraty mit einigen der anderen hundert Teilnehmer an. Doch am Ende kämpft jeder für sich allein, da es nur einen Sieger der Veranstaltung geben darf. Weitere Details zu den Darstellern, Regie und dem geplanten Kinostart sind derzeit noch unbekannt.

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Todesmarsch

Tommyknockers (Das Monstrum)

Universal sicherte sich den Stoff, den Regisseur James Wan (Aquaman) nach der missglückten Mini-Serie aus dem Jahr 1993 neu auf die Leinwand bringen soll. Tommyknockers gehört zu den wenigen Sci-Fi-Geschichten Kings und erzählt von einem UFO, das über der Kleinstadt Haven abgestürzt ist. Die Schriftstellerin Bobbi Anderson stolpert eines Tages im Wald darüber und beginnt neugierig mit dem Ausgraben. Mit fatalen Folgen, denn die Bewohner Havens verändern sich nach und nach - und das nicht nur zum Guten, wie es erst den Anschein hat. King selbst zählt Tommyknockers neben Duddits zu den zwei schlechteren Romanen seines Schaffens: Ein Großteil des von Lovecraft inspirierten Werks sei schlichtweg im Drogenrausch entstanden.

The Boogeyman (Das Schreckgespenst)

Lester Billings leidet unter dem Verlust seiner drei Kinder, die allesamt einen frühen Kindstod starben. Für die Tragödien gibt Lester sich nicht nur selbst die Schuld, sondern auch einem Schreckgespenst, das in dem Kinderzimmer haust. Zusammen mit seinen Ängsten berichtet er seine Geschichte einem Psychiater, hinter dem mehr zu stecken scheint, als man auf den ersten Blick vermutet. Das Autoren-Duo Bryan Woods und Scott Beck (A Quiet Place) ist für das Drehbuch verantwortlich, Regisseur, Darsteller und Startdatum sind derzeit noch unbekannt.

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Boogeyman

Firestarter (Feuerkind)

In der Version von 1984 war Drew Barrymore in der Hauptrolle der Charlie McGee zu sehen, die mittels ihrer Gedanken Feuer entfachen kann. Charlies Vater Andrew kann andere Menschen mit seinen Gedanken beeinflussen. Als der Geheimdienst von den Fähigkeiten der McGees erfährt, nehmen sie die Verfolgung der Familie auf. Akiva Goldsman (Star Trek: Discovery) soll den Stoff für Universal neu verfilmen.

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Der Feuerteufel (1984)

From A Buick 8 (Der Buick)

Eigentlich lag das Filmprojekt brach, wurde aber aufgrund des Erfolgs von Stephen King Es reaktiviert. Die Geschichte dreht sich um Ned Wilcox, der den Tod seines Vaters nicht verkraftet und daher Trost bei dessen ehemaligen Arbeitskollegen sucht. Seine Freizeit verbringt der Teenager nun im Polizeirevier und entdeckt eines Tages beim Putzen der Fensterscheiben einen alten Buick in einem Schuppen. Daraufhin erzählen ihm die Polizisten von dem Wagen, der eine Art Eigenleben hat und unerklärliche Geschehnisse und Katastrophen nur so anzieht. William Brent Bell (The Boy) inszeniert den Film nach seinem Drehbuch. Wann Der Buick in die Kinos rollen soll, ist derzeit noch unbekannt.

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Buick Stephen King

Stephen Kings Es: Bill Skarsgård über den Erfolg von Pennywise

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Bereits im vergangenen Jahr sprach Bill Skarsgård darüber, wie es war, in die Rolle von Pennywise, dem tanzenden Clown, in der Neuinterpretation von Stephen Kings Es zu schlüpfen.

Aktuell ist der Darsteller auf Promotion-Tour zur Serie Castle Rock und sprach mit Collider über den Erfolg seiner Intepretation dieser Rolle. Pennywise entwickelte sich im Zuge des Erfolg von Stephen Kings Es zu einer Art Kultfigur. Das wirkt sich auch auf die Arbeiten an Kapitel 2 aus:

"Ja, das ist schon verrückt. Es ist etwas ungewöhnlich, da jetzt alles anders ist. Als ich die Rolle das erste Mal übernommen habe, wusste niemand, was ich damit anstellen werde, es gab also nur all diese Erwartungen. Ich wusste nicht, ob das klappt oder wie das Publikum darauf reagieren würde.

Das bereitete einigen etwas Sorge. Aber es war auch cool, da ich einfach mein Ding durchgezogen habe und niemand wusste, was das war oder mir vorschreiben konnte, wie ich es machen sollte. Ich sagte mir, dass ich mich von der Darstellung Tim Currys distanzieren und selbst mit einigem bizarren Zeug ankommen würde. Ich habe da eng mit Andy [Muschietti], dem Regisseur, zusammengearbeitet.

Dieses Mal ist es nun so, dass ich - weil der Film zu so einem Phänomen geworden ist - mich selbst umstellen muss. Die Figur ist zum Kult geworden. Pennywise ist zum Star geworden. Man sieht Instagram-Posts mit Leute, die sich so verkleiden oder ihre Kinder zu Halloween als Pennywise verkleiden. Das ist überall. LeBron James war Pennywise. Wie surreal ist das denn?

Das ist nun also zum einem komplett universellen Ding außerhalb des Dings geworden. Das bin nicht ich. Ich kann nicht mal zu mir selbst eine Verbindung herstellen. Und jetzt, da ich es wieder mache, ist das eine ziemlich bizarre Sache. Ich denke nicht, dass ich jemals wirklich so etwas erleben werde. Es ist dieser Zwiespalt zwischen mir, meiner Arbeit und der Figur und der Sache, zu der es geworden ist. Aber es macht Spaß.

Wir hatten eine Leseprobe, und ich habe ein paar Proben gemacht. Ich war überrascht, wie viel von der Figur sofort wieder da war. Ich hatte sofort wieder einen Zugang zu ihm, als wäre es gestern gewesen, dass die letzte Klappe für den ersten Film gefallen ist. Es war einfach alles da. Als ist die Arbeit, die Vorbereitung und das Verstehen der Figur fast intuitiv, was ziemlich cool ist. Es ist sehr ungewöhnlich, aber ich werde so viel Spaß an diesem Ritt haben, wie ich nur kann."

Bei den Dreharbeiten zu Kapitel 1 hielt Skarsgård sich bewusst abseits von den jugendlichen Darstellern des Klub der Verlierer, um so bei den einzelnen Szenen aufrichtige Angstreaktionen zu erzeugen. Für Kapitel 2 hingegen ist dies anders:

"Hinter der Kamera verbringe ich nun auch Zeit mit den erwachsenen Darsteller. Das ist merkwürdig und surreal, da manche von ihnen große Stars sind und jetzt auf einmal bei deiner Sache dabei sind. Sie sind bei etwas dabei, dass Andy, ich und die Kids gemacht haben. Sie werden Teil dieser Band sozusagen. Sie freuen sich sehr, und ich hatte einfach Spaß mit ihnen Zeit zu vebringen. Im Bezug auf die Dreharbeiten wird das eine andere Erfahrung mit den Erwachsenen, aber es wird spaßig werden. Das sind alle ziemlich coole und talentierte Menschen, also denke ich, dass sie viel einbringen werden."

In Kapitel 2 zu Stephen Kings Es übernehmen James McAvoy (X-Men, Split) als Bill Denbrough, Andy Bean (Die Bestimmung - Allegiant) als Stanley Uris, Jessica Chastain (Crimson Peak) als Beverly Marsh, James Ransone (Sinister) als Eddie Kaspbrak, Bill Hader (Saturday Night Live) als Richie Tozier, Jay Ryan (Mary Kills People) als Ben Hanscom sowie Isaiah Mustafa (Shadowhunters) als Mike Hanlon die Rollen als erwachsener Klub der Verlierer. 

Der Kinostart ist für den 06. September 2019 geplant. 

Stephen Kings Es: Bonusmaterial enthält einige entfallene Szenen

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Bill Skarsgard als Pennywise

Anfang nächsten Jahres ist Stephen Kings Es in der Version von Andy Muschietti auf Blu-Ray und DVD verfügbar. In dem Blu-Ray Forum teilte ein User  nun bereits jetzt die Übersicht über das Bonusmaterial und die entfallenen Szenen. 

Ingesamt 15 Minuten sind der Schere zum Opfer gefallen. Folgende Szenen wurden herausgeschnitten oder haben es nicht in ihrer vollständigen Version in die endültige Fassung geschafft:

  • Als Georgie am Anfang nach dem Boot greift, fängt er es ein, läuft weg und sagt "Wir sehen uns später!" zu einem frustrierten Pennywise.
  • Stanley wird von seinem Vater in der Aussprache der hebräischen Sprache in der Synagoge korrigiert.
  • Bill sitzt am Esstisch, sein Vater liest eine Zeitschrift, seine Mutter spült das Geschirr. Bill erwähnt die Reise, welche die Familie geplant hat, was seine Mutter so verstört, dass sie den Raum verlässt. Bills Vater erklärt, dass Georgie sich wirklich auf die Reise gefreut hatte.
  • Nachdem Bill Pennywise im Keller der Denbroughs begegnet ist, läuft er zu seinem Vater. Dieser sieht im Keller nach, findet aber nichts und schickt Bill wieder ins Bett. Unterdessen schleicht Henry sich von weg und fährt mit Victor und Belch in einem Auto davon - sie sehen dabei Mike auf seinem Fahrrad.
  • Während Bill, Eddie und Richie im Haus an der Neibolt Street sind, spricht Stanley vor dem Haus darüber, dass er nicht hineingehen kann. Mike tröstet ihn deswegen, während Ben seine Hand auf Beverlys Schulter legt. Außerdem ist die Flucht des Klubs der Verlierer aus dem Haus ausführlicher dargestellt. Eine weitere Szene zeigt, wie Henry in einem Auto auf die Verlierer wartet. Sein Gesicht ist mit Blut besudelt - Belch und Victor sind tot, ihnen wurden die Kehlen durchgeschnitten.
  • Zu seiner Bar Mitzwa hält Stanley eine Rede, die von einer kurzen Montage unterlegt ist.
  • Der Klub der Verlierer findet Georgies Walkie-Talkie
  • Nachdem Bill sich von Beverly am Ende des Films verabschiedet hat, packen er und seine Eltern für den bevorstehenden Urlaub. Als die Familie schließlich im Auto davonfährt, fährt die Kamera zu dem Abfluss, in dem Georgie verschwunden ist, stoppt dann, und es beginnt zu regnen. Damit hätte sich Film in den Endsequenz auf die Eröffnungssequenz bezogen.

Dem User lag die australische Version der Blu-Ray vor, die neben den entfallenen Szenen auch knapp 45 Minuten weiteres Bonusmaterial enthält. "Pennywise Lives" gibt als Featurette einen Einblick hinter die Kulissen über alles, was den Clown betrifft. Die Featuerette "The Losers' Club" hingegen konzentriert sich auf die jugendlichen Hauptdarsteller des Films. Schlussendlich gibt es in "Author of Fear" noch ein Interview mit Stephen King, in dem er hauptsächlich über den Entstehungsprozess der literarischen Vorlage spricht.

Bloody-Disgusting zufolge arbeitet Regisseur Andy Muschietti zudem an einem Director’s Cut. Dieser hat jedoch noch keinen genauen Veröffentlichungstermin. Muschietti erklärte auf Nachfrage, dass die verlängerte Fassung in den nächsten Monaten kommen soll.

Die Kinofassung von Stephen Kings Es erscheint am 22. Februar 2018 auf Blu-Ray und DVD.

Einspielergebnis: Stephen Kings Es überholt The Sixth Sense

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Der Neuadaption von Stephen Kings Es ist in den USA aus kommerzieller Sicht der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten und hat den bisherigen Spitzenreiter M. Night Shyamalans The Sixth Sense (1999) von der Spitzenposition verdrängt. Der Film von Andy Muschietti hat in seinem Heimatmarkt bisher 294 Millionen Dollar eingenommen, The Sixth Sense konnte in den USA insgesamt 293 Millionen einspielen.

Die Liste der erfolgreichste US-Horrorfilme umfasst außerdem Der Exorzist (1973, 233 Mio), Schatten der Wahrheit (2000, 155 Mio), Blair Witch Project (1999, 141 Mio), Conjuring (2013, 137 Mio), The Ring (2002, 129 Mio), The Grudge - Der Fluch (2004, 110 Mio) und Paranormal Activity (2009, 108 Mio).

Weltweit zeichnet sich noch ein anderes Bild ab. Stephen Kings Es konnte bisher insgesamt über 570 Millionen Dollar einfahren, das Gesamt-Einspielergebnis von The Sixth Sense bewegt sich bei 670 Millionen Dollar. Ob Es diese Hürde auch noch nehmen wird, bleibt abzuwarten. In Italien läuft der Film am 19. Oktober an, in Japan erst am 03. November.

Das zweite Kapitel kommt am 09. September 2019 in die Kinos.

ES - Official Trailer Deutsch HD German (2017)

Ein schmaler Grat zwischen Detailverliebtheit und Nachlässigkeit - Spoiler-Kritik zu Stephen Kings Es

SPOILER

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Einen spoilerfreien Blick auf Stephen Kings Es haben wir in einer früheren Kritik bereits geworfen. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte also lieber erst einmal diese Version lesen. In unserem zweiten Blick auf die Neuinterpretation nehmen wir auf Spoiler nämlich keine Rücksicht. 

Wer mit der TV-Mini-Serie des umfangreichen Werks von Stephen King vertraut ist, wird sich zu Beginn der Inszenierung durch Andy Muschietti vermutlich um Jahre zurückversetzt fühlen, so sehr ähneln sich die Szenen. Sogar die Kameraführung erinnert an die Version aus dem Jahr 1990. Und dennoch wird bereits zu Beginn deutlich, dass der neue Ansatz wesentlich detailverliebter ist. So greift das Drehbuch Dialoge aus dem Buch auf, die vorher fehlten, und für den nötigen Feinschliff sorgen. Deshalb wirkt der anfangs skeptische Georgie, der nicht mit Fremden reden darf, gleich viel vertrauensseliger, wenn Pennywise den Zirkus beschreibt mit all den Verlockungen, denen Kinder schlecht widerstehen können. Und reduziert hier den letztendlich fatalen Griff zum Papierboot nicht auf die zu erwartenden Enttäuschung des älteren Bruders aufgrund des Verlusts der MS Georgie. Bereits hier legen Drehbuch und Regie den Grundstein dafür, warum diese Umsetzung stimmiger und nicht so unbeholfen wie ihr Vorgänger wirkt.

Comic-Clown trifft auf Sharknado

Dennoch zeigt bereits der Anfang, dass es Änderungen, Abweichungen und Ergänzungen gibt, die unnötig erscheinen, und den positiv Eindruck immer etwas trüben. Sowohl Buch als auch Erstverfilmung lassen offen, in was Pennywise sich letztendlich verwandelt. Muschietti setzt hier auf maximal billig wirkendes CGI, wenn Pennywise Georgie den Arm abbeißt - der eigentlich furchteinflößende Clown wirkt hier wie eine schlampig gezeichnete Comicfigur. Und wenn dann noch der jetzt einarmige Georgie versucht, seinem Schicksal zu entkommen, dabei aber an eine Szene aus Sharknado erinnert, ist der eigentlich grauenhafte Auftakt der Geschichte unfreiwillig komisch. Ein ebenfalls etwas unglücklicher Kniff ist es, der Familie Denbrough das letztendliche Grauen zu ersparen und Bill in dem Glauben und - wie sich schließlich herausstellt - Wunschdenken zurückzulassen, dass sein kleiner Bruder verschwunden ist. Augenscheinlich soll diese Abweichung dazu dienen, Bills Motive nachvollziehbarer zu machen. Leider aber wirkt die Entscheidung etwas simpel und halbgar, da die Suche nach Georgie Bills primäres Ziel ist. Dies mag nicht so recht zu der eigentlichen Charakterisierung durch King passen, der den Anführer der Verlierer als nachdenklichen, etwas reiferen Jungen beschrieben hat.

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Der Klub der Verlierer in der Neibolt Street

Vom Farmer zum Sheriff - die steile Karriere des Oscar Bowers

Generell wandert Stephen Kings Es zum Teil auf einem sehr schmalen Grat zwischen liebevoller Umsetzung der Buchvorlage und kleinen, aber ärgerlichen Abweichungen. Da achtet Muschietti darauf, aus Beverly eine Linkshänderin zu machen, wenn sie sich in Bens Jahrbuch einträgt, gleichzeitig erscheint Ben der Bibliothekarin gegenüber unhöflich und barsch. Dabei hat King für diese Figur Wert darauf gelegt, sie gerade Erwachsenen gegenüber als höflichen und umgänglichen Jungen darzustellen. Henrys Vater Oscar ist in den Büchern ein ehemaliger Marine, der eine schlecht gehende Farm betreibt. Im Film ist er aus unerfindlichen Gründen der Sheriff von Derry.

Gar nicht nachvollziehbar ist die Veränderung der Hintergrundgeschichte von Mike und Stan. Aus Mike wird eine Vollwaise gemacht, damit er eine hochtraumatische Geschichte über den Tod seiner Eltern erzählen kann. Dabei ist gerade die Farm der Hanlons ein wichtiger Punkt in Kings Geschichte, sind es doch die Hanlons, die den puren Hass der Bowers' auf sich ziehen. Schade ist außerdem, dass die Rolle der Recherche zur Geschichte Derrys in der Neuversion Ben zufällt, da sie eigentlich eine schöne Andeutung auf den Bibliothekar Mike in Kapitel 2 gewesen wäre. Somit verkommt Mike für Kapitel 1 zu einer Figur, mit der das Drehbuch anscheinend nicht wirklich etwas anzufangen wusste.

Aus Stans liebevollem Vater ist ein strenger Rabbi geworden, der seinem Sohn Furcht einflößt - durch seine Erwartungshaltung und ein Bild in seinem Büro, das eine frappierende Ähnlichkeit zu der Hauptfigur aus Muschiettis erster, großer Regiearbeit aufweist. Die Dame mit dem verzerrten Gesicht und der Flöte sieht schlichtweg aus wie Mama. Allerdings ist ihr Gruselfaktor durch die bessere Inszenierung wesentlich höher als der von Mama.

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Zur Heilung einer Coulrophobie denkbar ungeeignet

Hier zeigt sich auch, dass Muschietti anders an die Umsetzung herangegangen ist. Bereits in Mama bewies er, dass er nervenzerfetzende Spannung aufbauen kann. In Stephen Kings Es gelingt ihm das in Perfektion. Wenn die Kinder von Es in seinen verschiedenen Inkarnationen verfolgt werden, ist die Spannung als Zuschauer fast nicht auszuhalten. So verfehlt Pennywise im Keller Bill nur um Millimeter, Ben wird durch das Archiv der Bibliothek gejagt, während Eddie dem Aussätzigen näher kommt, als ihm lieb ist.

Unterstützt wird der Regisseur hier definitiv von Bill Skarsgård, der sichtlich Spaß an der Inkarnation des Bösen hat. Die Jungdarsteller haben ihn das erste Mal für die Szene mit dem Diaprojektor als Pennywise zu Gesicht bekommen und berichten, dass sie alle Angst vor ihm hatten. Skarsgård gibt sich den Facetten hin, die Tim Currys Version nur angerissen hat. Der Darsteller betreibt ein unberechenbares Spiel zwischen Wahnsinn und dem puren Bösen, das seine Figur verkörpert. Gerade dies bringt ihn näher an die Romanvorlage und erinnert den einen oder anderen vielleicht daran, warum einem Clowns höchst suspekt sein können.

Und wenn der Zuschauer gerade nicht vor Spannung in seinen Kinosessel gedrückt wird, erzählt Stephen Kings Es eine wunderbar dargestellte Geschichte über das Erwachsenwerden mit stimmig besetzten Jungdarstellern. Besonders Sophia Lillis spielt das Mädchen, das gerade zur jungen Frau wird, bemerkenswert leicht, sodass sogar die Flirterei mit dem älteren Mr. Keene nicht ins Absurde abrutscht. Die berüchtigte Kinder-Orgie aus der Romanvorlage findet sich in der Verfilmung in gewisser Weise wieder, wenn auch nicht explizit. Wenn Beverly sich nach einem erneuten Zwischenfall mit ihrem Vater wie ihm Wahn die Haare abschneidet - sie will nicht mehr sein kleines Mädchen sein -, ist dies vom Effekt her nicht sehr viel anders als die Szene am Ende des Buches.

Fazit

Mit der Neuverfilmung von Andy Muschietti ist deutlich geworden, dass Stephen Kings Es gut umgesetzt werden kann, wenn man sich auf die wesentlichen Elemente der Geschichte konzentriert. Buch-Puristen werden die Details lieben und über die Abweichungen die Stirn runzeln - und sie werden verstehen, dass die Vorlage Kings niemals bis ins letzte Detail filmisch dargestellt werden kann. Dies hat Stephen Kings Es aber auch nicht nötig. Denn wie die meisten Geschichten Kings erzählt das Werk nicht nur eine Horrorgeschichte, sondern in erster Linie eine Geschichte über die Freundschaft und das Erwachsenwerden. Genau dies hat Andy Muschietti mit seinem hervorragenden Ensemble vortrefflich in Szene gesetzt. Damit bleibt die Vorfreude auf September 2019 - dann soll Kapitel 2 in den Kinos starten.

ES - Official Trailer Deutsch HD German (2017)

Kritik zu Stephen Kings Es - Clowns sind nicht zum Spielen da

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Stephen King ist der Meister des Horrors - nur seine Filme konnte man bisher größtenteils links liegen lassen. Doch scheinbar hat King derzeit mit seinen Erzählungen auch den Nerv des Kinopublikums getroffen, denn pünktlich zum 70. Geburtstag des Gruselmeisters werden 2017 diverse Werke aus dem King-Kanon nun in einem neuen filmischen Gewand präsentiert. Nach dem eher enttäuschenden Dunklen Turm lässt die Neuauflage von Es auf eine spannende und gelungene Umsetzung hoffen. Mit Andrés Muschietti hat sich ein relativer Newcomer des Stoffes angenommen. Er führt moderne Sehgewohnheiten mit klassischen Horrorfilm-Momenten ansprechend zusammen.

Der Clown wartet auf neues Futter

In der kleinen Stadt Derry in Maine verschwinden seit einiger Zeit unter mysteriösen Umständen immer wieder Kinder. Das letzte Opfer war Georgie, dessen großer Bruder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher) noch immer den Verlust verarbeiten muss. Er hat mit seinen Freunden, dem Brillenträger und nie um ein Wort verlegenen Richie (Finn Wolfhard), dem übergewichtigen Ben (Jeremy Ray Taylor), dem von seinem strengen jüdischen Vater hart angegangenen Stan (Wyatt Oleff), dem schmalen, als Muttersöhnchen verspotteten Eddie (Jack Grazer) und dem dunkelhäutigen Mike (Chosen Jacobs) den 'Klub der Verlierer' gegründet. Zur Gruppe stößt später noch die wegen ihrer Frühreife als Außenseiterin gebrandmarkte Beverly (Sophia Lillis). Den Freunden wird regelmäßig von der Schulschläger-Clique rund um Henry Bowers (Nicholas Hamilton) das Leben schwer gemacht.

Die Kinder untersuchen auf Wunsch von Bill das örtliche Abwassersystem, in der Hoffnung, eine Spur von Georgie zu finden. Hier treffen sie auf das Wesen Pennywise (Bill Skarsgård), das meist in Gestalt eines Clown auftritt und schon seit Jahrhunderten ungefähr alle 27 Jahre in der Stadt umgeht. Pennywise kann zwar entkommen, sucht die Kinder aber später einzeln in Gestalt von deren größten Ängsten auf.

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Der Klub der Verlierer in Stephen Kings Es

Der Cast: Gute Freunde kann niemand trennen

Für das Casting der Jungschauspieler, die den 'Klub der Verlierer' bilden, muss dem Produktionsteam zunächst einmal ein großer Beifall gespendet werden. Die Kinder sind allesamt grundsympathisch und äußerst passend besetzt. Die vielleicht wichtigste Komponente von Es - die unverbrüchliche Freundschaft der Figuren - wird hier sehr überzeugend dargestellt. Besonders die kleinen Szenen, in denen gerade kein Schockmoment an der nächsten Ecke wartet, lassen das Herz jedes Coming-of-Age-Liebhabers höher schlagen. Sei es die leise Verliebtheit, die Ben gegenüber Beverly entwickelt, oder die Neckereien, die sich die Kinder an den Kopf werfen, wenn einer von ihnen nicht so mutig ist wie der Rest - diese Szenen machen einfach Spaß.

Aber auch die Erwachsenen können durchaus überzeugen. Ganz besonders spiegelt Beverlys übermächtiger Vater als absolute Autorität ihre größte Angst völlig nachvollziehbar wider. Das dunkle Familiengeheimnis, das beide teilen, wird zwar nie direkt angesprochen, doch die Angst und die gewaltsame Atmosphäre im Hause Marsh ist für den Zuschauer deutlich zu greifen.

Bill Skarsgård als Pennywise fügt sich in den Horror äußerst passend ein. Wo Tim Curry in der 1990er-Version noch Variationen eines menschlich anmutenden Pennywise durchblicken ließ, bildet Skarsgård sowohl durch seine unnatürlich anmutende Körpersprache als auch durch sein heftiges Make-Up das passende Abbild für ein andersweltliches Wesen.

Kamera und Sound: Sommeridylle vs. Schockmomente

Ähnlich wie in dem Klassiker Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers dreht sich bei Es zunächst alles um die Sommererlebnisse der sieben Freunde. Diese Szenen sind durchweg in warmen, ansprechenden Farben gedreht und laden zum Genießen ein. Mehr als einmal wird eine Szene, wie das Sonnenbad von Beverly oder der Kampf am Flussbett mit den Schulschlägern, mit einem humorvollen Soundtrack unterlegt, wie es die Macher von Guardians of the Galaxy kaum besser hätten machen können.

Zu einer deutlichen Zäsur kommt es immer dann, wenn Pennywise die Szenerie betritt. Hier beherrschen wackelige, blauchstichige Bilder und hektische Kamerafahrten die Leinwand, der Soundtrack wandelt sich zu einem unangenehmen Quietschen, Rumpeln und Schreien - kurz: es wurden alle Register gezogen, um dem Zuschauer möglichst oft einen Schauer über den Rücken zu jagen. Dies ist besonders wirkungsvoll im alptraumhaft inszenierten Showdown gelungen.

Leider wird hier vor der sehr gelungenen Endszene ein wenig oft das Stilmittel der Jumpscares eingesetzt, was die Schockwirkung von Pennywise zwar nicht komplett untergräbt, aber den Eindruck erweckt, als hätte Muschietti der reinen Anwesenheit des Zwischenwelt-Clowns nicht vollends vertraut. Die Bilder, die den Kinozuschauer nach Verlassen des Saals jedoch noch ein paar Tage verfolgen, dürften aber am ehesten die sein, bei denen man auch etwas von der Kameraarbeit mitbekommt.

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Die 80er sahen nie so gut aus

Die Handlung des ersten Teils von Es wurde aus erzähltechnischen Gründen in die späten 80er Jahre verlegt - und das steht dem Film fast ein wenig zu gut. Um genau zu sein: Alle Figuren sind durchweg nett anzusehen. Wer den Vergleich mit dem Original von 1990 wagt, wird dort von schlimmen Frisuren und fragwürdigen Kleidungsstücken geradezu überrannt. Hier war eine Neuauflage wohl wirklich nötig.

Auf die fragwürdige Sexszene zwischen den Kindern aus dem Buch hat Muschietti verzichtet, was dem Film erzählerisch definitiv gut tut. Durch die Verlagerung der Geschichte in die 80er Jahre werden in Sachen Drehbuch, Stimmung (und Besetzung) Parallelen zur erfolgreichen Netflix-Serie Stranger Things offensichtlich. Dies sollte der Zuschauer allerdings eher als Reminiszenz an den King-Klassiker verstehen.

Detailverliebt und technisch auf dem neuesten Stand

Die Effekte, die bei Es für die Darstellung der Zwischenwelt eingesetzt werden, dürften King-Fans mindestens optisch überzeugen, sich doch wieder an eine Verfilmung ihres Lieblingsautors heranzutrauen. Auch gibt es viele kleine Drehbucheinfälle, die nicht nur dieses Werk, sondern Kings gesamtes Schaffen zitieren - vom T-Shirt-Print bis zum Straßenschild. Diese Art der Detailverliebtheit lässt auf einen gelungenen zweiten Teil hoffen.

Fazit

Mit der Neuauflage von Es hat Andrés Muschietti eine erfolgreiche Buchverfilmung hingelegt. Die Handlung und die Tonalität schwankt an manchen Stellen sehr plötzlich zwischen Coming-of-Age-Geschichte und krassem Horror-Thriller, doch die überzeugenden Darsteller halten die Geschichte zusammen. Insgesamt bildet Es einen würdigen Nachfolger des 1990er-Klassikers mit Tim Curry - wenn auch in deutlich modernerem Gewand.

ES - Trailer #5 Deutsch HD German (2017)

Stephen Kings Es: Bill Skarsgård über seine Darstellung des Pennywise

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Stephen King's Es 2017 - Der neue Pennywise

Pennywise aus Stephen Kings Es dürfte eine der bekanntesten Figuren des Autors sein. Selbst diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, kennen den bösen Clown, der die Stadt Derry in Angst und Schrecken versetzt.

In einem Interview mit Entertainment Weekly erzählte Darsteller Bill Skarsgård wie es für ihn war, in die Rolle des Pennywise zu schlüpfen:

"Er ist eine ziemlich extreme Figur. Unmenschlich. Das geht sogar über einen Soziopathen hinaus, da er nicht einmal ein Mensch ist. Er ist nicht einmal ein Clown. Ich spiele lediglich eins der Geschöpfe, die Es erschaffen hat."

Der Schlüssel für die Figur sei gewesen, mit ihr Spaß zu haben:

"Es genießt wirklich die Gestalt des Clowns Pennywise und genießt das Spiel ebenso wie die Jagd. Was für dieses böse Etwas lustig erscheint, mag für alle anderen nicht lustig erscheinen."

Skarsgård trat mit seiner Rolle in die Fußstapfen von Tim Curry, der Pennywise in der TV-Miniserie aus dem Jahr 1990 gespielt hat. Skarsgård war es wichtig, hier seinen eigenen Weg zu finden. Schon allein deswegen, weil er der Meinung ist, dass nur Tim Curry selbst eine gute Tim-Curry-Darstellung spielen könnte.

Außerdem ist ihm klar, dass seine Rolle den Ruf von Clowns nicht gerade positiv unterstützt:

"Einer meiner besten Freunde ist von der Version von 1990 total traumatisiert. Er hat eine Clownphobie. Er mag fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als er den Film gesehen. Das ist natürlich viel zu jung, aber sein älteres Geschwisterkind hat ihn gezwungen, den Film zu sehen. Jetzt ist er fürs Leben gezeichnet. [...] Ich habe ein wenig über Clowns recherchiert und bin mir nicht sicher, ob es vor dem Buch schon eine hohe Anzahl an Clownphobie gab. Offensichtlich fanden manche Menschen Clowns immer schon ein wenig verstörend, aber keiner ist dem so auf dem Grund gegangen wie Stephen King."

Stephen King selbst hat hierauf nur eine Antwort:

"Das ist ein furchteinflößender Clown. Aber für mich sind die alle furchteinflößend."

Stephen Kings Es startet am 28. September in den deutschen Kinos.

In den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen - Zum 70. Geburtstag von Stephen King

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Stand by me - Darsteller

Die Neuinterpration zu Stephen Kings Es bricht gerade einige Rekorde an den US-Kinokassen und ist damit vermutlich mit eines der schönsten Geschenke, die dem Autor zu seinem Geburtstag gemacht wurden.

Zu seinem 70. Geburtstag erzählen Rhonda, Anne und Katrin, wann sie Stephen King für sich entdeckt haben, was sie an seinen Werken fasziniert und welche seiner Arbeiten in ihrer persönlichen Favoritenliste ganz vorne stehen.

Rhonda

Meine erste Begegnung mit dem King hatte ich bereits in jungen Jahren, als meine Mutter und ihre Schwester einen Buchclub starteten, der eigentlich nur dazu diente, alte, eselsohrige und ungeliebte Schmöker loszuwerden. Neben alten Werken von Wolfgang Hohlbein und Terry Pratchett landete über kurz oder lang auch Kings Feuerkind bei mir, das ich zu der Zeit zwar noch nicht wirklich verstand, mich aber trotzdem in seinen Bann zog.

Nach dem original TV-Film Es, den anscheinend jedes Kind meiner Generation viel zu früh gesehen hat, und damit bei vielen die völlig begründete Angst vor Clowns zementiert wurde, sowie dem Lesen von Friedhof der Kuscheltiere merkte ich, dass ich nicht wirklich für das Horror-Genre gemacht wurde. Stattdessen wandte ich mich den Psycho-Thrillern zu, bei denen es Stephen King wie kein anderer versteht, alltägliche Vorkommnisse eskalieren zu lassen und so umzuspinnen, dass man auch beim hundertsten Lesen immer wieder mitfiebert.

Besonders hat es mir dabei der Roman Sie (Misery) angetan, der sich nach seinem unschuldigen Start immer wieder steigern kann und eine Geschichte in der Geschichte erzählt, durch die unser Schriftsteller-Opfer Kraft schöpft und versucht, seinen Qualen für wenige Momente zu entfliehen. Besonders die beklemmenden Fluchtversuche des Protagonisten lösen bei mir immer wieder Herzklopfen aus.

Zu meinen drei liebsten Geschichten gehören Sie (Misery), Carrie und Feuerkind.

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Kathy Bates als Annie Wilkes in Stephen Kings Misery

Anne

'Irgendetwas stimmt hier ganz gewaltig nicht.' Wer beim Lesen von diesem leicht nagenden Gefühl schon einmal gepackt wurde und das leichte Unbehagen verspürt hat, das ihn dazu bringt, die Geschichte in Windeseile durchzupflügen, wird verstehen, was mich an Kings Werk so reizt. Stephen King schafft es bravourös, die Realität ein klein wenig schief darzustellen.

Dabei muss es keinesfalls unbedingt blutig zugehen, wie es in den zahlreichen, zumeist eher miesen 80er-Jahre-Filmen mit Gummirequisiten oder pixeligen Computereffekten gerne mal der Fall war. Die kann man gerne überspringen.

Nein, wer King wirklich verstehen will, muss ihn lesen. Nur hier wird man mit schonungslos ehrlichen und humorvollen Charakterbeschreibungen und beeindruckenden inneren Monologen belohnt, die ihresgleichen suchen. Auch wenn King 200 Seiten lang einfach eine Person mit all ihren Konflikten in ihrem Alltag beschreiben würde, würde er zumindest mich damit nicht langweilen. Die Hauptfiguren sind authentisch und mit Herzblut aufgebaut, so dass man bei jedem Lesen sofort in ihre Haut schlüpfen kann. Meine erste Begegnung mit Kings Werk war hierbei nicht einmal ein Mensch, sondern ein tollwütiger Bernhardiner. Diesen Bruch glaubhaft zu transportieren, kann nur ein wirklich großartiger Erzähler schaffen.

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Szenenbild aus der Verfilmung zu Stephen Kings Cujo

Katrin

Das silberne Buch mit dem Wolf auf dem Cover war eigentlich ein Tabu für mich. Zu klein wäre ich, meinte meine große Schwester, die ständig Bücher von einem gewissen Stephen King zu lesen schien. Irgendwann gab sie mir Das Jahr des Werwolfs dann aber doch - und legte damit den Grundstein für meine Faszination an Kings Schaffen.

Es sind aber nicht die offensichtlichen Horror-Elemente, die mich immer wieder zu seinen Geschichten greifen lassen. Zugegeben, Es und damit meine liebste Erzählung von King ist schuld daran, dass ich bis heute beim Duschen nicht die Augen schließe, weil ich fürchte, dass Pennywise aus dem Abfluss auftaucht. Aber das Hauptelement in dieser Geschichte ist dasselbe wie in meiner zweitliebsten Geschichte Die Leiche - es geht um Freundschaft und das Erwachsenwerden. Die Hauptfiguren in seinen Werken stehen Dinge durch, die sie ohne den Beistand ihrer Freunde vermutlich nicht durchgestanden hätten. Und stets zahlen sie den mit dem Verlust ihrer Unschuld (an dieser Stelle klammern wir die Kinder-Orgie in Es einmal aus, auch wenn sich das Wortspiel hier aufdrängen möchte) einen hohen Preis dafür.

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Szenenbild aus Stephen Kings Es

Zudem beherrscht King es meisterlich, seine Leser so an seine Hauptfiguren zu binden, dass sie beim Lesen schnell in den Geschichten abtauchen und die Perspektive der Hauptfigur einnehmen. Wie es sich dann wohl anfühlt, mit einer Geschwindigkeit von mindestens vier Meilen pro Stunde an einem Todesmarsch teilzunehmen? Solange zu laufen, egal ob schlafend oder wach, bis man der Letzte von hundert Jungen ist, der nicht erschossen wurde? Klingt auf den ersten Blick gar nicht so nach einer Horrorgeschichte - und doch ist mein drittliebstes Werk von King gerade so schrecklich, weil es so realistische Voraussetzungen hat.

Zugegeben, die meisten Verfilmungen seiner Geschichten sind bis auf wenige Ausnahmen wie The Green Mile ausbaufähig und wenig berauschend. Aber anhand von Stand by me zeigt sich, dass am ehesten die Umsetzungen gelingen, die keinen reinen Horrorgeschichten sind.

Abschließend sei jedem, der sich selbst am Schreiben versuchen möchte, noch Das Leben und das Schreiben von King ans Herz gelegt. Neben tiefen Einblicken in die Entstehung seiner frühen Werke, gibt er nützliche Tipps und Kniffe für das Handwerk eines Schriftstellers.

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