Stephen Kings Es (2017)

Einspielergebnis: Stephen Kings Es überholt The Sixth Sense

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Der Neuadaption von Stephen Kings Es ist in den USA aus kommerzieller Sicht der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten und hat den bisherigen Spitzenreiter M. Night Shyamalans The Sixth Sense (1999) von der Spitzenposition verdrängt. Der Film von Andy Muschietti hat in seinem Heimatmarkt bisher 294 Millionen Dollar eingenommen, The Sixth Sense konnte in den USA insgesamt 293 Millionen einspielen.

Die Liste der erfolgreichste US-Horrorfilme umfasst außerdem Der Exorzist (1973, 233 Mio), Schatten der Wahrheit (2000, 155 Mio), Blair Witch Project (1999, 141 Mio), Conjuring (2013, 137 Mio), The Ring (2002, 129 Mio), The Grudge - Der Fluch (2004, 110 Mio) und Paranormal Activity (2009, 108 Mio).

Weltweit zeichnet sich noch ein anderes Bild ab. Stephen Kings Es konnte bisher insgesamt über 570 Millionen Dollar einfahren, das Gesamt-Einspielergebnis von The Sixth Sense bewegt sich bei 670 Millionen Dollar. Ob Es diese Hürde auch noch nehmen wird, bleibt abzuwarten. In Italien läuft der Film am 19. Oktober an, in Japan erst am 03. November.

Das zweite Kapitel kommt am 09. September 2019 in die Kinos.

ES - Official Trailer Deutsch HD German (2017)

Ein schmaler Grat zwischen Detailverliebtheit und Nachlässigkeit - Spoiler-Kritik zu Stephen Kings Es

SPOILER

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Einen spoilerfreien Blick auf Stephen Kings Es haben wir in einer früheren Kritik bereits geworfen. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte also lieber erst einmal diese Version lesen. In unserem zweiten Blick auf die Neuinterpretation nehmen wir auf Spoiler nämlich keine Rücksicht. 

Wer mit der TV-Mini-Serie des umfangreichen Werks von Stephen King vertraut ist, wird sich zu Beginn der Inszenierung durch Andy Muschietti vermutlich um Jahre zurückversetzt fühlen, so sehr ähneln sich die Szenen. Sogar die Kameraführung erinnert an die Version aus dem Jahr 1990. Und dennoch wird bereits zu Beginn deutlich, dass der neue Ansatz wesentlich detailverliebter ist. So greift das Drehbuch Dialoge aus dem Buch auf, die vorher fehlten, und für den nötigen Feinschliff sorgen. Deshalb wirkt der anfangs skeptische Georgie, der nicht mit Fremden reden darf, gleich viel vertrauensseliger, wenn Pennywise den Zirkus beschreibt mit all den Verlockungen, denen Kinder schlecht widerstehen können. Und reduziert hier den letztendlich fatalen Griff zum Papierboot nicht auf die zu erwartenden Enttäuschung des älteren Bruders aufgrund des Verlusts der MS Georgie. Bereits hier legen Drehbuch und Regie den Grundstein dafür, warum diese Umsetzung stimmiger und nicht so unbeholfen wie ihr Vorgänger wirkt.

Comic-Clown trifft auf Sharknado

Dennoch zeigt bereits der Anfang, dass es Änderungen, Abweichungen und Ergänzungen gibt, die unnötig erscheinen, und den positiv Eindruck immer etwas trüben. Sowohl Buch als auch Erstverfilmung lassen offen, in was Pennywise sich letztendlich verwandelt. Muschietti setzt hier auf maximal billig wirkendes CGI, wenn Pennywise Georgie den Arm abbeißt - der eigentlich furchteinflößende Clown wirkt hier wie eine schlampig gezeichnete Comicfigur. Und wenn dann noch der jetzt einarmige Georgie versucht, seinem Schicksal zu entkommen, dabei aber an eine Szene aus Sharknado erinnert, ist der eigentlich grauenhafte Auftakt der Geschichte unfreiwillig komisch. Ein ebenfalls etwas unglücklicher Kniff ist es, der Familie Denbrough das letztendliche Grauen zu ersparen und Bill in dem Glauben und - wie sich schließlich herausstellt - Wunschdenken zurückzulassen, dass sein kleiner Bruder verschwunden ist. Augenscheinlich soll diese Abweichung dazu dienen, Bills Motive nachvollziehbarer zu machen. Leider aber wirkt die Entscheidung etwas simpel und halbgar, da die Suche nach Georgie Bills primäres Ziel ist. Dies mag nicht so recht zu der eigentlichen Charakterisierung durch King passen, der den Anführer der Verlierer als nachdenklichen, etwas reiferen Jungen beschrieben hat.

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Der Klub der Verlierer in der Neibolt Street

Vom Farmer zum Sheriff - die steile Karriere des Oscar Bowers

Generell wandert Stephen Kings Es zum Teil auf einem sehr schmalen Grat zwischen liebevoller Umsetzung der Buchvorlage und kleinen, aber ärgerlichen Abweichungen. Da achtet Muschietti darauf, aus Beverly eine Linkshänderin zu machen, wenn sie sich in Bens Jahrbuch einträgt, gleichzeitig erscheint Ben der Bibliothekarin gegenüber unhöflich und barsch. Dabei hat King für diese Figur Wert darauf gelegt, sie gerade Erwachsenen gegenüber als höflichen und umgänglichen Jungen darzustellen. Henrys Vater Oscar ist in den Büchern ein ehemaliger Marine, der eine schlecht gehende Farm betreibt. Im Film ist er aus unerfindlichen Gründen der Sheriff von Derry.

Gar nicht nachvollziehbar ist die Veränderung der Hintergrundgeschichte von Mike und Stan. Aus Mike wird eine Vollwaise gemacht, damit er eine hochtraumatische Geschichte über den Tod seiner Eltern erzählen kann. Dabei ist gerade die Farm der Hanlons ein wichtiger Punkt in Kings Geschichte, sind es doch die Hanlons, die den puren Hass der Bowers' auf sich ziehen. Schade ist außerdem, dass die Rolle der Recherche zur Geschichte Derrys in der Neuversion Ben zufällt, da sie eigentlich eine schöne Andeutung auf den Bibliothekar Mike in Kapitel 2 gewesen wäre. Somit verkommt Mike für Kapitel 1 zu einer Figur, mit der das Drehbuch anscheinend nicht wirklich etwas anzufangen wusste.

Aus Stans liebevollem Vater ist ein strenger Rabbi geworden, der seinem Sohn Furcht einflößt - durch seine Erwartungshaltung und ein Bild in seinem Büro, das eine frappierende Ähnlichkeit zu der Hauptfigur aus Muschiettis erster, großer Regiearbeit aufweist. Die Dame mit dem verzerrten Gesicht und der Flöte sieht schlichtweg aus wie Mama. Allerdings ist ihr Gruselfaktor durch die bessere Inszenierung wesentlich höher als der von Mama.

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Zur Heilung einer Coulrophobie denkbar ungeeignet

Hier zeigt sich auch, dass Muschietti anders an die Umsetzung herangegangen ist. Bereits in Mama bewies er, dass er nervenzerfetzende Spannung aufbauen kann. In Stephen Kings Es gelingt ihm das in Perfektion. Wenn die Kinder von Es in seinen verschiedenen Inkarnationen verfolgt werden, ist die Spannung als Zuschauer fast nicht auszuhalten. So verfehlt Pennywise im Keller Bill nur um Millimeter, Ben wird durch das Archiv der Bibliothek gejagt, während Eddie dem Aussätzigen näher kommt, als ihm lieb ist.

Unterstützt wird der Regisseur hier definitiv von Bill Skarsgård, der sichtlich Spaß an der Inkarnation des Bösen hat. Die Jungdarsteller haben ihn das erste Mal für die Szene mit dem Diaprojektor als Pennywise zu Gesicht bekommen und berichten, dass sie alle Angst vor ihm hatten. Skarsgård gibt sich den Facetten hin, die Tim Currys Version nur angerissen hat. Der Darsteller betreibt ein unberechenbares Spiel zwischen Wahnsinn und dem puren Bösen, das seine Figur verkörpert. Gerade dies bringt ihn näher an die Romanvorlage und erinnert den einen oder anderen vielleicht daran, warum einem Clowns höchst suspekt sein können.

Und wenn der Zuschauer gerade nicht vor Spannung in seinen Kinosessel gedrückt wird, erzählt Stephen Kings Es eine wunderbar dargestellte Geschichte über das Erwachsenwerden mit stimmig besetzten Jungdarstellern. Besonders Sophia Lillis spielt das Mädchen, das gerade zur jungen Frau wird, bemerkenswert leicht, sodass sogar die Flirterei mit dem älteren Mr. Keene nicht ins Absurde abrutscht. Die berüchtigte Kinder-Orgie aus der Romanvorlage findet sich in der Verfilmung in gewisser Weise wieder, wenn auch nicht explizit. Wenn Beverly sich nach einem erneuten Zwischenfall mit ihrem Vater wie ihm Wahn die Haare abschneidet - sie will nicht mehr sein kleines Mädchen sein -, ist dies vom Effekt her nicht sehr viel anders als die Szene am Ende des Buches.

Fazit

Mit der Neuverfilmung von Andy Muschietti ist deutlich geworden, dass Stephen Kings Es gut umgesetzt werden kann, wenn man sich auf die wesentlichen Elemente der Geschichte konzentriert. Buch-Puristen werden die Details lieben und über die Abweichungen die Stirn runzeln - und sie werden verstehen, dass die Vorlage Kings niemals bis ins letzte Detail filmisch dargestellt werden kann. Dies hat Stephen Kings Es aber auch nicht nötig. Denn wie die meisten Geschichten Kings erzählt das Werk nicht nur eine Horrorgeschichte, sondern in erster Linie eine Geschichte über die Freundschaft und das Erwachsenwerden. Genau dies hat Andy Muschietti mit seinem hervorragenden Ensemble vortrefflich in Szene gesetzt. Damit bleibt die Vorfreude auf September 2019 - dann soll Kapitel 2 in den Kinos starten.

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Stephen Kings Es: Starttermin für Kapitel 2 steht offiziell fest

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Der aktuelle Erfolg von Stephen Kings Es scheint für Warner Bors. und New Line Anlass genug zu sein, die Planung für Kapitel 2, wie es aktuell genannt wird, in Angriff zu nehmen.

Die Studios verkündeten gestern den offiziellen Starttermin: Kapitel 2 startet am 6. September 2019 in den US-Kinos.

Damit hält man an dem vermuteten Zeitplan fest. Gary Dauberman, der bereits am Drehbuch für Teil 1 mitgearbeitet hat, hat einem Bericht beim Hollywood Reporter zufolge mittlerweile auch seinen Vertrag für den nachfolgenden Teil unterschrieben. Man erwartet, dass Regisseur Andy Muschietti diesen Part ebenfalls inszenieren wird.

In Kapitel 2 wird sich die Handlung im Schwerpunkt um den Klub der Verlierer im Erwachsenenalter drehen. Die Ereignisse in der Verfilmung wurden um 30 Jahre verschoben, sodass die erwachsenen Figuren sich in den 2010er-Jahren mit Pennywise auseinander setzen müssen.

Unterdessen hat Teil 1 einige Rekorde aufgestellt. Neben dem erfolgreichsten Start eines Horrorfilms mit dem Rating R und dem erfolgreichsten September-Start aller Zeiten, ist Stephen Kings Es mittlerweile der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten - ohne Inflationsbereinigung allerdings. Der Film konnte bis jetzt weltweit 478,1 Millionen Dollar einspielen, 266 Millionen entfallen davon aus den US-Markt.

An diesem Donnerstag, den 28. September, können sich auch die deutschen Kinogänger von dem Ergebnis überzeugen. Dann startet Stephen Kings Es auch hierzulande.

Kritik zu Stephen Kings Es - Clowns sind nicht zum Spielen da

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Stephen King ist der Meister des Horrors - nur seine Filme konnte man bisher größtenteils links liegen lassen. Doch scheinbar hat King derzeit mit seinen Erzählungen auch den Nerv des Kinopublikums getroffen, denn pünktlich zum 70. Geburtstag des Gruselmeisters werden 2017 diverse Werke aus dem King-Kanon nun in einem neuen filmischen Gewand präsentiert. Nach dem eher enttäuschenden Dunklen Turm lässt die Neuauflage von Es auf eine spannende und gelungene Umsetzung hoffen. Mit Andrés Muschietti hat sich ein relativer Newcomer des Stoffes angenommen. Er führt moderne Sehgewohnheiten mit klassischen Horrorfilm-Momenten ansprechend zusammen.

Der Clown wartet auf neues Futter

In der kleinen Stadt Derry in Maine verschwinden seit einiger Zeit unter mysteriösen Umständen immer wieder Kinder. Das letzte Opfer war Georgie, dessen großer Bruder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher) noch immer den Verlust verarbeiten muss. Er hat mit seinen Freunden, dem Brillenträger und nie um ein Wort verlegenen Richie (Finn Wolfhard), dem übergewichtigen Ben (Jeremy Ray Taylor), dem von seinem strengen jüdischen Vater hart angegangenen Stan (Wyatt Oleff), dem schmalen, als Muttersöhnchen verspotteten Eddie (Jack Grazer) und dem dunkelhäutigen Mike (Chosen Jacobs) den 'Klub der Verlierer' gegründet. Zur Gruppe stößt später noch die wegen ihrer Frühreife als Außenseiterin gebrandmarkte Beverly (Sophia Lillis). Den Freunden wird regelmäßig von der Schulschläger-Clique rund um Henry Bowers (Nicholas Hamilton) das Leben schwer gemacht.

Die Kinder untersuchen auf Wunsch von Bill das örtliche Abwassersystem, in der Hoffnung, eine Spur von Georgie zu finden. Hier treffen sie auf das Wesen Pennywise (Bill Skarsgård), das meist in Gestalt eines Clown auftritt und schon seit Jahrhunderten ungefähr alle 27 Jahre in der Stadt umgeht. Pennywise kann zwar entkommen, sucht die Kinder aber später einzeln in Gestalt von deren größten Ängsten auf.

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Der Klub der Verlierer in Stephen Kings Es

Der Cast: Gute Freunde kann niemand trennen

Für das Casting der Jungschauspieler, die den 'Klub der Verlierer' bilden, muss dem Produktionsteam zunächst einmal ein großer Beifall gespendet werden. Die Kinder sind allesamt grundsympathisch und äußerst passend besetzt. Die vielleicht wichtigste Komponente von Es - die unverbrüchliche Freundschaft der Figuren - wird hier sehr überzeugend dargestellt. Besonders die kleinen Szenen, in denen gerade kein Schockmoment an der nächsten Ecke wartet, lassen das Herz jedes Coming-of-Age-Liebhabers höher schlagen. Sei es die leise Verliebtheit, die Ben gegenüber Beverly entwickelt, oder die Neckereien, die sich die Kinder an den Kopf werfen, wenn einer von ihnen nicht so mutig ist wie der Rest - diese Szenen machen einfach Spaß.

Aber auch die Erwachsenen können durchaus überzeugen. Ganz besonders spiegelt Beverlys übermächtiger Vater als absolute Autorität ihre größte Angst völlig nachvollziehbar wider. Das dunkle Familiengeheimnis, das beide teilen, wird zwar nie direkt angesprochen, doch die Angst und die gewaltsame Atmosphäre im Hause Marsh ist für den Zuschauer deutlich zu greifen.

Bill Skarsgård als Pennywise fügt sich in den Horror äußerst passend ein. Wo Tim Curry in der 1990er-Version noch Variationen eines menschlich anmutenden Pennywise durchblicken ließ, bildet Skarsgård sowohl durch seine unnatürlich anmutende Körpersprache als auch durch sein heftiges Make-Up das passende Abbild für ein andersweltliches Wesen.

Kamera und Sound: Sommeridylle vs. Schockmomente

Ähnlich wie in dem Klassiker Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers dreht sich bei Es zunächst alles um die Sommererlebnisse der sieben Freunde. Diese Szenen sind durchweg in warmen, ansprechenden Farben gedreht und laden zum Genießen ein. Mehr als einmal wird eine Szene, wie das Sonnenbad von Beverly oder der Kampf am Flussbett mit den Schulschlägern, mit einem humorvollen Soundtrack unterlegt, wie es die Macher von Guardians of the Galaxy kaum besser hätten machen können.

Zu einer deutlichen Zäsur kommt es immer dann, wenn Pennywise die Szenerie betritt. Hier beherrschen wackelige, blauchstichige Bilder und hektische Kamerafahrten die Leinwand, der Soundtrack wandelt sich zu einem unangenehmen Quietschen, Rumpeln und Schreien - kurz: es wurden alle Register gezogen, um dem Zuschauer möglichst oft einen Schauer über den Rücken zu jagen. Dies ist besonders wirkungsvoll im alptraumhaft inszenierten Showdown gelungen.

Leider wird hier vor der sehr gelungenen Endszene ein wenig oft das Stilmittel der Jumpscares eingesetzt, was die Schockwirkung von Pennywise zwar nicht komplett untergräbt, aber den Eindruck erweckt, als hätte Muschietti der reinen Anwesenheit des Zwischenwelt-Clowns nicht vollends vertraut. Die Bilder, die den Kinozuschauer nach Verlassen des Saals jedoch noch ein paar Tage verfolgen, dürften aber am ehesten die sein, bei denen man auch etwas von der Kameraarbeit mitbekommt.

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Bill Skarsgard als Pennywise in Stephen Kings Es

Die 80er sahen nie so gut aus

Die Handlung des ersten Teils von Es wurde aus erzähltechnischen Gründen in die späten 80er Jahre verlegt - und das steht dem Film fast ein wenig zu gut. Um genau zu sein: Alle Figuren sind durchweg nett anzusehen. Wer den Vergleich mit dem Original von 1990 wagt, wird dort von schlimmen Frisuren und fragwürdigen Kleidungsstücken geradezu überrannt. Hier war eine Neuauflage wohl wirklich nötig.

Auf die fragwürdige Sexszene zwischen den Kindern aus dem Buch hat Muschietti verzichtet, was dem Film erzählerisch definitiv gut tut. Durch die Verlagerung der Geschichte in die 80er Jahre werden in Sachen Drehbuch, Stimmung (und Besetzung) Parallelen zur erfolgreichen Netflix-Serie Stranger Things offensichtlich. Dies sollte der Zuschauer allerdings eher als Reminiszenz an den King-Klassiker verstehen.

Detailverliebt und technisch auf dem neuesten Stand

Die Effekte, die bei Es für die Darstellung der Zwischenwelt eingesetzt werden, dürften King-Fans mindestens optisch überzeugen, sich doch wieder an eine Verfilmung ihres Lieblingsautors heranzutrauen. Auch gibt es viele kleine Drehbucheinfälle, die nicht nur dieses Werk, sondern Kings gesamtes Schaffen zitieren - vom T-Shirt-Print bis zum Straßenschild. Diese Art der Detailverliebtheit lässt auf einen gelungenen zweiten Teil hoffen.

Fazit

Mit der Neuauflage von Es hat Andrés Muschietti eine erfolgreiche Buchverfilmung hingelegt. Die Handlung und die Tonalität schwankt an manchen Stellen sehr plötzlich zwischen Coming-of-Age-Geschichte und krassem Horror-Thriller, doch die überzeugenden Darsteller halten die Geschichte zusammen. Insgesamt bildet Es einen würdigen Nachfolger des 1990er-Klassikers mit Tim Curry - wenn auch in deutlich modernerem Gewand.

ES - Trailer #5 Deutsch HD German (2017)

Stephen Kings Es: Bill Skarsgård über seine Darstellung des Pennywise

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Stephen King's Es 2017 - Der neue Pennywise

Pennywise aus Stephen Kings Es dürfte eine der bekanntesten Figuren des Autors sein. Selbst diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, kennen den bösen Clown, der die Stadt Derry in Angst und Schrecken versetzt.

In einem Interview mit Entertainment Weekly erzählte Darsteller Bill Skarsgård wie es für ihn war, in die Rolle des Pennywise zu schlüpfen:

"Er ist eine ziemlich extreme Figur. Unmenschlich. Das geht sogar über einen Soziopathen hinaus, da er nicht einmal ein Mensch ist. Er ist nicht einmal ein Clown. Ich spiele lediglich eins der Geschöpfe, die Es erschaffen hat."

Der Schlüssel für die Figur sei gewesen, mit ihr Spaß zu haben:

"Es genießt wirklich die Gestalt des Clowns Pennywise und genießt das Spiel ebenso wie die Jagd. Was für dieses böse Etwas lustig erscheint, mag für alle anderen nicht lustig erscheinen."

Skarsgård trat mit seiner Rolle in die Fußstapfen von Tim Curry, der Pennywise in der TV-Miniserie aus dem Jahr 1990 gespielt hat. Skarsgård war es wichtig, hier seinen eigenen Weg zu finden. Schon allein deswegen, weil er der Meinung ist, dass nur Tim Curry selbst eine gute Tim-Curry-Darstellung spielen könnte.

Außerdem ist ihm klar, dass seine Rolle den Ruf von Clowns nicht gerade positiv unterstützt:

"Einer meiner besten Freunde ist von der Version von 1990 total traumatisiert. Er hat eine Clownphobie. Er mag fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als er den Film gesehen. Das ist natürlich viel zu jung, aber sein älteres Geschwisterkind hat ihn gezwungen, den Film zu sehen. Jetzt ist er fürs Leben gezeichnet. [...] Ich habe ein wenig über Clowns recherchiert und bin mir nicht sicher, ob es vor dem Buch schon eine hohe Anzahl an Clownphobie gab. Offensichtlich fanden manche Menschen Clowns immer schon ein wenig verstörend, aber keiner ist dem so auf dem Grund gegangen wie Stephen King."

Stephen King selbst hat hierauf nur eine Antwort:

"Das ist ein furchteinflößender Clown. Aber für mich sind die alle furchteinflößend."

Stephen Kings Es startet am 28. September in den deutschen Kinos.

In den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen - Zum 70. Geburtstag von Stephen King

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Stand by me - Darsteller

Die Neuinterpration zu Stephen Kings Es bricht gerade einige Rekorde an den US-Kinokassen und ist damit vermutlich mit eines der schönsten Geschenke, die dem Autor zu seinem Geburtstag gemacht wurden.

Zu seinem 70. Geburtstag erzählen Rhonda, Anne und Katrin, wann sie Stephen King für sich entdeckt haben, was sie an seinen Werken fasziniert und welche seiner Arbeiten in ihrer persönlichen Favoritenliste ganz vorne stehen.

Rhonda

Meine erste Begegnung mit dem King hatte ich bereits in jungen Jahren, als meine Mutter und ihre Schwester einen Buchclub starteten, der eigentlich nur dazu diente, alte, eselsohrige und ungeliebte Schmöker loszuwerden. Neben alten Werken von Wolfgang Hohlbein und Terry Pratchett landete über kurz oder lang auch Kings Feuerkind bei mir, das ich zu der Zeit zwar noch nicht wirklich verstand, mich aber trotzdem in seinen Bann zog.

Nach dem original TV-Film Es, den anscheinend jedes Kind meiner Generation viel zu früh gesehen hat, und damit bei vielen die völlig begründete Angst vor Clowns zementiert wurde, sowie dem Lesen von Friedhof der Kuscheltiere merkte ich, dass ich nicht wirklich für das Horror-Genre gemacht wurde. Stattdessen wandte ich mich den Psycho-Thrillern zu, bei denen es Stephen King wie kein anderer versteht, alltägliche Vorkommnisse eskalieren zu lassen und so umzuspinnen, dass man auch beim hundertsten Lesen immer wieder mitfiebert.

Besonders hat es mir dabei der Roman Sie (Misery) angetan, der sich nach seinem unschuldigen Start immer wieder steigern kann und eine Geschichte in der Geschichte erzählt, durch die unser Schriftsteller-Opfer Kraft schöpft und versucht, seinen Qualen für wenige Momente zu entfliehen. Besonders die beklemmenden Fluchtversuche des Protagonisten lösen bei mir immer wieder Herzklopfen aus.

Zu meinen drei liebsten Geschichten gehören Sie (Misery), Carrie und Feuerkind.

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Kathy Bates als Annie Wilkes in Stephen Kings Misery

Anne

'Irgendetwas stimmt hier ganz gewaltig nicht.' Wer beim Lesen von diesem leicht nagenden Gefühl schon einmal gepackt wurde und das leichte Unbehagen verspürt hat, das ihn dazu bringt, die Geschichte in Windeseile durchzupflügen, wird verstehen, was mich an Kings Werk so reizt. Stephen King schafft es bravourös, die Realität ein klein wenig schief darzustellen.

Dabei muss es keinesfalls unbedingt blutig zugehen, wie es in den zahlreichen, zumeist eher miesen 80er-Jahre-Filmen mit Gummirequisiten oder pixeligen Computereffekten gerne mal der Fall war. Die kann man gerne überspringen.

Nein, wer King wirklich verstehen will, muss ihn lesen. Nur hier wird man mit schonungslos ehrlichen und humorvollen Charakterbeschreibungen und beeindruckenden inneren Monologen belohnt, die ihresgleichen suchen. Auch wenn King 200 Seiten lang einfach eine Person mit all ihren Konflikten in ihrem Alltag beschreiben würde, würde er zumindest mich damit nicht langweilen. Die Hauptfiguren sind authentisch und mit Herzblut aufgebaut, so dass man bei jedem Lesen sofort in ihre Haut schlüpfen kann. Meine erste Begegnung mit Kings Werk war hierbei nicht einmal ein Mensch, sondern ein tollwütiger Bernhardiner. Diesen Bruch glaubhaft zu transportieren, kann nur ein wirklich großartiger Erzähler schaffen.

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Szenenbild aus der Verfilmung zu Stephen Kings Cujo

Katrin

Das silberne Buch mit dem Wolf auf dem Cover war eigentlich ein Tabu für mich. Zu klein wäre ich, meinte meine große Schwester, die ständig Bücher von einem gewissen Stephen King zu lesen schien. Irgendwann gab sie mir Das Jahr des Werwolfs dann aber doch - und legte damit den Grundstein für meine Faszination an Kings Schaffen.

Es sind aber nicht die offensichtlichen Horror-Elemente, die mich immer wieder zu seinen Geschichten greifen lassen. Zugegeben, Es und damit meine liebste Erzählung von King ist schuld daran, dass ich bis heute beim Duschen nicht die Augen schließe, weil ich fürchte, dass Pennywise aus dem Abfluss auftaucht. Aber das Hauptelement in dieser Geschichte ist dasselbe wie in meiner zweitliebsten Geschichte Die Leiche - es geht um Freundschaft und das Erwachsenwerden. Die Hauptfiguren in seinen Werken stehen Dinge durch, die sie ohne den Beistand ihrer Freunde vermutlich nicht durchgestanden hätten. Und stets zahlen sie den mit dem Verlust ihrer Unschuld (an dieser Stelle klammern wir die Kinder-Orgie in Es einmal aus, auch wenn sich das Wortspiel hier aufdrängen möchte) einen hohen Preis dafür.

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Szenenbild aus Stephen Kings Es

Zudem beherrscht King es meisterlich, seine Leser so an seine Hauptfiguren zu binden, dass sie beim Lesen schnell in den Geschichten abtauchen und die Perspektive der Hauptfigur einnehmen. Wie es sich dann wohl anfühlt, mit einer Geschwindigkeit von mindestens vier Meilen pro Stunde an einem Todesmarsch teilzunehmen? Solange zu laufen, egal ob schlafend oder wach, bis man der Letzte von fünfzig Jungen ist, der nicht erschossen wurde? Klingt auf den ersten Blick gar nicht so nach einer Horrorgeschichte - und doch ist mein drittliebstes Werk von King gerade so schrecklich, weil es so realistische Voraussetzungen hat.

Zugegeben, die meisten Verfilmungen seiner Geschichten sind bis auf wenige Ausnahmen wie The Green Mile ausbaufähig und wenig berauschend. Aber anhand von Stand by me zeigt sich, dass am ehesten die Umsetzungen gelingen, die keinen reinen Horrorgeschichten sind.

Abschließend sei jedem, der sich selbst am Schreiben versuchen möchte, noch Das Leben und das Schreiben von King ans Herz gelegt. Neben tiefen Einblicken in die Entstehung seiner frühen Werke, gibt er nützliche Tipps und Kniffe für das Handwerk eines Schriftstellers.

Friedhof der Kuscheltiere: Es-Regisseur Andy Muschietti liebäugelt mit einer Neuverfilmung des Stephen-King-Romans

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Friedhof der Kuscheltiere

Nachdem die Neuverfilmung Stephen Kings Es in den US-Kinos bereits so einige Rekorde gebrochen hat, steht der deutsche Kinostart am 28. September erst noch bevor. 

Während die Planungen für Kapitel 2 bei Produktionsstudio New Line Cinema bereits auf Hochtouren laufen, zeigt sich Es-Regisseur Andy Muschietti (Mama) äußerst interessiert an einer weiteren Neuverfilmung eines Romans von Stephen King: Friedhof der Kuscheltiere.

Gegenüber Entertainment Weekly äußerte Muschietti:

Meine Verehrung für Friedhof der Kuscheltiere wird bis zu meinem Tod anhalten und ich träume von der Möglichkeit, ihn zu verfilmen.

Muschiettis Ehefrau Barbara, Drehbuchautorin bei Mama und Produzentin von Es, ließ außerdem verlauten:

Wir werden sehen, wer den Zuschlag erhält. Aber es war das erste Buch von Stephen King, das wir gelesen haben und wird immer eine große Liebe für uns sein, auch weil es Kings persönlichstes Buch ist. [...] Wir hoffen, dass wir ihn [den Film - Anm. d. Red.] machen können. Aber wenn wir ihn machen, müssen wir ihm gerecht werden, wie wir es bei Es geschafft haben. Die Versionen, die wir in den letzten Jahren gelesen haben, die Drehbücher,  die wir gelesen haben, werden dem Buch nämlich nicht gerecht.

Doch alleine sind die Muschiettis mit ihrem Interesse nicht. Bereits 2015 äußerte Regisseur Guillermo del Toro (Crimson Peak, Hellboy), dass er töten würde, um Friedhof der Kuscheltiere verfilmen zu können. Del Toro war übrigens maßgeblich an Muschiettis Durchbruch als Regisseur mit Mama (2013) beteiligt. Del Toro zeigte sich 2008 so begeistert von Muschiettis Kurzfilm Mama, dass er diesem ein Budget von 15 Millionen US-Dollar bereitstellte und somit die Spielfilm-Umsetzung mit Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, Crimson Peak) und Nicolaj Coster-Waldau (Game of Thrones) in den Hauptrollen ermöglichte.

Die Filmrechte für Friedhof der Kuscheltiere liegen weiterhin bei der Filmproduktionsgesellschaft Paramount Pictures, die bereits 1989 die erste Adaption von Mary Lambert produzierte. Stephen King höchstselbst schrieb damals das Drehbuch. Die Umsetzung gilt als eine der besseren King-Verfilmungen.

Seien wir gespannt, wer letztendlich das Rennen um die Neuverfilmung macht.

Friedhof der Kuscheltiere - Trailer Deutsch 1080p HD

Einspielergebnis: Stephen Kings Es startet weltweit mit 180 Millionen Dollar

UPDATE

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Stephen King's Es 2017 - Der neue Pennywise

Update: Mittlerweile ist es offiziell. Stephen Kings Es hat weltweit ein Einspielergebnis am Startwochenende von 179 Millionen Dollar erzielt, 117 Millionen entfallen davon auf die USA. Damit hat der Film einige Rekorde aufgestellt: den besten Start für einen Horrorfilm, für einen Film mit der Alterfreigabe "Rated R", für einen September-Film sowie für einen Film von New Line Cinema. In den USA ist es nach Die Schöne und das Biest und Guardians of the Galaxy Vol. 2 der dritterfolgreichste Kinostart im Jahr 2017.

Erste Meldung: Stephen Kings Es könnte die kleine Durststrecke dieses Sommers an den US-amerikanischen Kinokassen beenden. Aktuell übertrifft die Neuinterpretation die Prognosen und startet vermutlich mit Einnahmen in Höhe von 103 Millionen Dollar.

Damit ist das kleine Tal in den US-Kinos überwunden, Stephen Kings Es reiht sich hinter Spider-Man: Homecoming ein, der 117 Millionen Dollar am ersten Wochenende verbuchen konnte. Ingesamt sollte der Film um den Klub der Verlierer hinter Die Schöne und das Biest, Guardians of the Galaxy Vol. 2Spider-Man: Homecoming und Wonder Woman in die Top 5 diesen Jahres gelangen.

Bereits bei den Previews am Donnerstagabend wurden Einnahmen in Höhe von 13,5 Millionen Dollar erzielt, am Freitag kamen noch 37,5 Millionen Dollar hinzu. Selbst der Hurricane Irma, der gerade über dem Südosten der USA wütet, soll keinen allzu großen Einfluss auf die Zahlen haben. Hinzu kommen noch Einnahmen aus den restlichen Startländern von 25,7 Millionen Dollar am Donnerstag und Freitag.

New Line stimmt dies zuversichtlich genug, bereits in detaillierte Planungen zu Kapitel 2 zu gehen. Gary Dauberman ist bereits für das Drehbuch verpflichtet, auch die Rückkehr von Regisseur Andy Muschietti ist zu erwarten.

Das deutsche Publikum muss sich noch bis zum 28. September gedulden. Erst dann startet Stephen Kings Es auch hier in den Kinos.

ES - Trailer #5 Deutsch HD German (2017)

Stephen Kings Es: New Line soll Kapitel 2 planen

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Bill Skarsgard als Pennywise

Heute startet die Neuinterpretation von Stephen Kings Es in den US-amerikanischen Kinos und wird - wenn die Voraussagen zutreffen - den besten Kinostart aller Zeiten im September verbuchen können. Variety zufolge könnte der Film am Startwochenende mehr als 60 Millionen Dollar einspielen.

Der Film umfasst lediglich die Handlung über den Klub der Verlierer im Kindesalter. Die Planung sah vor, den zweiten Teil erst in Angriff zu nehmen, wenn sich abzeichnet, dass Stephen Kings Es ein finanzieller Erfolg ist.

Für das Studio New Line scheinen die Prognosen Grund genug zu sein, die Produktionsvorbereitungen für das Kapitel 2 detailliert in Angriff zu nehmen.

So vermeldet The Hollywood Reporter, dass mit Gary Dauberman bereits der Drehbuchautor für den Nachfolger verpflichtet sein soll.  Dauberman ist für New Line kein Unbekannter: Er schrieb bereits am Buch für Teil 1 mit und war unter anderem für Annabelle, Annabelle 2 und The Nun verantwortlich. 

Unbekannt ist derzeit noch, ob auch Regisseur Andy Muschietti wieder mit dabei von der Partie ist. Der Meldung zufolge steht er jedenfalls in den Startlöchern, ebenso das Produzententeam Barbara Muschietti, Roy Lee, Dan Lin, Seth Grahame-Smith und David Katzenberg.

Auf den deutschen Kinostart müssen Stephen-King-Fans noch ein wenig warten: Ab dem 28. September ist Pennywise auch hierzulande zu sehen.

IT - Official Trailer 1

Stephen Kings Es: Regisseur Andy Muschietti über Änderungen zu Fukunagas Entwurf & Szenen, die entfallen mussten

MÖGLICHE SPOILER

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Bill Skarsgard als Pennywise

Der dritte Trailer zu Stephen Kings Es gab in der vergangenen Woche einen Geschmack auf das, was von der Neuinterpretation zu erwarten sein dürfte.

Im Gespräch mit Collider erzählte Regisseur Andy Muschietti nun, welche Änderungen er gegenüber der Fassung von Cary Fukunaga änderte und was er beibehielt. Fukunaga stieg im Herbst 2015 nur drei Wochen vor Beginn der geplanten Dreharbeiten aus dem Projekt aus. Dabei hatte er das Drehbuch geschrieben und sollte Regie führen. Nach Muschiettis Geschmack hat Fukunaga aber den wichtigsten Aspekt von Pennywise vernachlässigt - dessen Fähigkeiten als Gestaltwandler:

"Bezogen auf die Charaktere und die Tiefe der Charaktere war es ein gutes Drehbuch. Aber eins der attraktivsten Züge einer Figur hat es gar nicht berührt - die Gestaltwandler-Fähigkeiten. Also habe ich da angesetzt."

Geblieben ist jedoch der Aspekt, dass die Handlung jeweils um dreißig Jahre in die Zukunft verlegt wird. So spielt die Geschichte des Klubs der Verlierer im Kindesalter nicht in den 1950er-, sondern in den 1980er-Jahren. Und ebenso wie Fukunuga möchte Muschietti nicht auf seine Jungdarsteller für die Fortsetzung verzichten:

"Ich habe stets darauf bestanden, dass es - sollte es einen Teil 2 geben - einen Dialog zwischen den Zeitschienen geben wird. Dies geschieht durch Rückblenden der Erwachsenen und soll Ereignisse beleuchten, die in Teil 1 nicht erzählt wurden."

In einem weiteren Gespräch mit Collider gab Muschietti auch einen Ausblick darauf, was aus Budget-Gründen nicht umgesetzt werden konnte:

"Ich musste zwei Szenen verschieben, bis mehr Geld da ist. Eine ist eine Rückblende, die das erste Zusammentreffen von Es und den Menschen darstellt, eine großartige Szene. Die andere ist ein Traum: Bill lehnt in Derry an einer Brücke und spruckt in den Kenduskeag. Plötzlich sieht er die Spiegelung eines Ballons. Er sieht hoch, und da ist nicht ein, sondern viele Ballons. Dann versteht er, dass es Leichenteile sind. Die Aufnahme geht in die Totale und wir sehen tote, schwebende Kinder. Das konnte ich mir nicht leisten."

Muschiettis Schwester Barbara, die Stephen Kings Es produzierte, verriet zudem, dass das Feuer im Black Spot ebenfalls nicht umgesetzt werden konnte. Aktuell ist die Szene so angepasst, dass sie als Eröffnung für Teil 2 dienen könnte.

Bloody-Digusting erfuhr während eines Set-Besuchs, dass die Schildkröte keine Rolle in der Verfilmung spielt, ebenso wird Es nicht in seiner Spinnenform auftauchen. 

Ein komplettes Bild von Stephen Kings Es wird man sich ab 28. September machen können. Dann startet der Film in den deutschen Kinos.

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