Hörspiel

NeuNuernberg: 1Live veröffentlicht Trailer zur Hörspielserie

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Der Radiosender 1Live hat einen kurzen Trailer zu NeuNuernberg von Martin Heindel veröffentlicht. Das Hörspiel besteht aus insgesamt 12 Teilen und erzählt in einer nahen Zukunft über einen deutschen Bürgerkrieg in Bayern.

In einem zukünftigen Deutschland ist der Süden, insbesondere Bayern, zum Sammelbecken einer neuen Nationalbewegung geworden. Während sich Baden-Württemberg zunächst neutral verhält, ruft man in Bayern den Freistaat Deutschland aus. Nach einem Bürgerkrieg steht die Zone NeuNuernberg unter UN-Mandat – faktisch herrscht dort aber Anarchie.

Mit einer Gruppe Journalisten reist die Praktikantin Luzy Pape in die entmilitarisierte Zone ein. Kurz nach ihrer Landung werden die Presseleute angegriffen. Luzy schafft es nicht zurück zum Hubschrauber und muss sich nun allein durchs Kampfgebiet durchschlagen. Nachdem sie Zeugin eines Massakers an Zivilisten wird, beschließt sie NeuNuernberg nicht zu verlassen, sondern als neutrale Berichterstatterin aus der Zone zu senden.

Die Regie übernahm der Autor Martin Heindel selbst, der auch schon die Genrehörspiele Eifelgeist, Der Wald, Die Fabrik und Eigentlich müssten wir tanzen inszenierte. In dem Hörspiel sind unter anderen Marleen Lohse (Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt), Tommi Piper (Synchronstimme von Alf), Michael Schenk (Der Baader Meinhof Komplex), Hans Peter Hallwachs (Aragorn im Herr-der-Ringe-Hörspiel) und Max Mauff (Sense8) zu hören.

1Live sendet die ersten vier Folgen am Donnerstag den 20. September von 23 bis 0 Uhr. Die Episoden 5 bis 8 folgen am 27. September zur selben Sendezeit. Das Ende der Serie ist dann am 4. Oktober zu hören. NeuNuernberg steht nach der Sendung befristet im WDR-Hörspielspeicher zum Download zur Verfügung.

Geister-Schocker 76: Kritik zum Hörspiel Kreuzfahrt in die Hölle

In den 70er- und 80er-Jahren, als sich nur sehr wohlhabende Menschen eine Kreuzfahrt leisten konnten, öffneten TV-Serien wie Das Traumschiff und The Loveboat ein Fenster in eine Luxuswelt voller Exotik und Liebeswirren. Das scheint auch auf mehrere Autoren der damals beliebten Gruselromanhelfte inspirierend gewirkt zu haben. Eine dieser Geschichten von Bob Collins hat Romantruhe Audio nun unter den Titel Kreuzfahrt in die Hölle vertont.

Auffallend ist, dass sich in der Geister-Schocker-Reihe bereits zwei weitere Hörspiele zum Thema Kreuzfahrt befinden: Geister-Schocker 41: Das Monster aus dem Jenseits und die Folge 13: Kreuzfahrt in die Hölle aus der Feder von Wolfgang Hohlbein. Einen Punkt für mangelnde Kreativität kann man für den doppelten Titel also gleich zu Beginn abziehen.

"Alles, was wir auf der Sardonia erlebt haben, ist scheinbar weit hergeholt – aber alles ist geschehen oder zweifeln Sie daran?"

Die Geschichte beginnt auf den Galapagos-Inseln. Das Kreuzfahrtschiff Sardonia will gerade aus dem Hafen von St. Christobal auslaufen, als zwei FBI-Agenten mit einem mysteriösen Gefangenen zusteigen. Darauf wird der Reporter Guy Grant aufmerksam, der sich an die Ferse der beiden Polizisten heftet. So wird er Zeuge eines mysteriösen Mordes. Als sich Kapitän Fancher dazu entschließt, das Festland anzusteuern, um die beiden FBI-Agenten und ihren Gefangenen los zu werden, ist es bereits zu spät.

Es kommt zu weiteren unheimlichen Todesfällen und übersinnlichen Ereignissen. Zuletzt scheinen sich auch das Meer und das Wetter gegen das Kreuzfahrtschiff zu wenden. Der Journalist Grant versucht, zusammen mit der Schiffsärztin Dr. Meredith und dem Ersten Offizier Holcomb, den Täter zu ermitteln und so den drohenden Untergang des Schiffes zu verhindern.

"Ich fasse es nicht. Sie haben den Mistkerl k.o. geschlagen, und das Schiff ist wieder zur Ruhe gekommen."

Die Geister-Schocker hatten schon immer einen großen Hang zum Trash. Es gab durchaus gelungen spannende Folgen wie Der Satansorden von Chalderon oder Der Götze vom anderen Stern, die sich deutlich an Filmvorbildern orientieren. Dazwischen gab es Episoden wie Die Geliebte der Bestie mit gewollt lustigen Anspielungen an Lost und Star Wars.

Kreuzfahrt in die Hölle fällt in eine andere Kategorie. Die Story über einen übersinnlich begabten Killer auf einem Passagierschiff hat durchaus gute Ansätze für eine solide Horrorerzählung. Auf die üblichen beliebten Trash-Zutaten wie Riesenmonster, glupschäugige Außerirdische oder wahnsinnige Wissenschaftler wird nicht zurückgegriffen. Dennoch schaffen es die Machern nicht, eine unheimliche Stimmung zu erzeugen.

Dies liegt nicht in der Geschichte begründet, sondern daran, wie sie erzählt wird. Es wird gleich in die Handlung eingestiegen, ohne erst mal die Stimmung auf dem Kreuzfahrtschiff einzufangen. Der Erzähler kommt eigentlich immer zu Wort, wenn er nicht gebraucht wird. Gerade am Ende fehlt er hingegen, sodass es zu Handlungssprüngen kommt, welche der Hörer schwer einordnen kann. So sind plötzlich Personen tot, die in der Szene zuvor gerade noch gesprochen haben. Das es einen Orts- und Zeitwechsel gab, ist nur schwer nachzuvollziehen.

Außerdem kommt es zu unlogischen Entwicklungen, und die Motivation der einzelnen Personen sind zum Teil recht schleierhaft. So lässt sich vielleicht noch erklären, warum der Reporter Grant das Kommando übernimmt – als Held der Geschichte ist es einfach seine Berufung. Aber warum die Brücken-Crew des Schiffes ihn ohne große Bedenken als neuen Anführer akzeptiert, wird nie klar.

"John, John ... Scheiße, dieses scheiß Tablett hat ihn geköpft"

Das größte Manko für eine unheimliche Atmosphäre sind aber die Dialoge. Sie lassen den Hörer öfter laut auflachen als vor Angst zusammenzucken. In einer Szene zu Beginn wird jemand auf mysteriöse Weise durch ein fliegendes Silbertablett geköpft. Der Erzähler schildert auch pflichtbewusst, wie der Kopf vom Körper fällt. Trotzdem spricht der Zeuge der Bluttat seinen Kollegen zweimal an, ehe er feststellt, dass dieser tot ist und wohl nicht mehr antworten wird.

Solche absurden Dialoge werden in dem Hörspiel noch öfter geführt. Dennoch ist zu erkennen, dass man versucht hat, ein ernsthaftes Gruselhörspiel zu produzieren. Die Macher sind nur auf äußerst amüsante Art und Weise daran gescheitert. Gerade diese Tatsache macht die Folge so unterhaltsam. Während manche Trash-Komödien nicht wirklich lustig sind, gibt es bei Kreuzfahrt in die Hölle einige, wenn auch unfreiwillige, gute Lacher.

Immerhin muss man der Geschichte zugute halten, dass es zum Ende noch eine nicht vorhersehbare Wendung gibt. Produziert wurde das Hörspiel auch auf dem hohen Niveau der anderen Folgen der Reihe. Niemand scheint lustlos oder bewusst reinen Trash abliefern zu wollen.

"Wie sah der Mann aus?" „So wie er beschrieben wurde, Sir."

So hat man auch bei dieser Folge wieder drauf geachtet, erfahrene Synchron- und Hörspielsprecher zu engagieren. Diese liefern auch alle einen guten Job ab – sind aber manchmal Opfer ihrer Dialogzeilen, die sie sprechen müssen.

Als Reporter Guy Grant ist Alexander Doering zu hören. Es ist der Synchronsprecher von Dominic Monaghan in Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Trilogie. Ihm zur Seite stehen Tanja Geke (Synchronsprecherin von Zoe Saldana) als Dr. Meredith und Martin Kessler (Synchronsprecher von Nicolas Cage und Vin Diesel) als Gregory Holcomb.

In weiteren Rollen sind Marius Claren (Synchronsprecher von Jake Gyllenhaal und Tobey Maguire), Tim Knauer (Synchronsprecher von Dean O'Gorman in der Hobbit-Trilogie), Dirk Hardegen (Sprecher in den Hörspielen Drachenlanze, Geisterjäger John Sinclair und Bernhard Hennens Die Elfen) und Jörg Adae (Ödipussi) zu hören.

"Keine Panik, na der hat gut reden."

Einzig Helgo Liebig (Sprecher von verschiedenen Rollen in den alten Masters-of-the-Universe-Hörspielen) als Erzähler und einige kleinere Nebenrollen fallen im Vergleich zu den anderen Sprechern in ihrer Leistung ab. Das wirkt sich gerade in Liebigs Fall negativ aus. Gute Erzähler wie Christian Rode (Dreamland Grusel), Joachim Kerzel (Geisterjäger John Sinclair) oder Karlheinz Tafel (Erzähler der ersten Geister-Schocker-Folgen) konnten mit ihren markanten Stimmen auch bei schwachen Geschichten eine unheimliche Grundstimmung erzeugen.

Jeder, der schon einmal Halloween, Pyscho oder Der Weiße Hai gesehen hat, weiß auch wie sehr die Musik zur Erzeugung von Angst eingesetzt werden kann. Die musikalische Begleitung der Kreuzfahrt in die Hölle plätschert leider völlig belanglos am Ohr des Hörers vorbei.

"Warum, Sie haben doch ein Mittel gegen Smith und seine magische Fähigkeiten gefunden – Ihre Faust."

Den Umfang des CD-Booklets hat das Hörspiel-Label auch gekürzt. Zum Start der Reihe umfasste es noch zehn Seiten voller Informationen zu den Sprechern, dem Künstler der Covers, den Autoren der Folge, Kurzgeschichten, Minicomics oder Beiträge zur Geschichte der Gruselwelle der 70er und 80er Jahre. Zuletzt gab es auf wenigen Seiten zumindest noch Basisinformationen zu Autoren, Sprechern und der Romanvorlage.

In der aktuellen Folge werden nun nur noch die Sprecher und ihre Rolle aufgeführt. So kann man auch nicht mehr nachvollziehen, ob der doppelte Titel Kreuzfahrt in die Hölle bei Geister-Schocker 13 und 76 erst bei den Hörspielen auftrat oder auf die original Gruselromane zurückgeht.

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. So hat sich Romantruhe Audio nur den Standard angepasst, den man bei den meisten Hörspielen zurzeit vorfindet, die im Booklet alle ohne große Extras auskommen. Die Aufmachung der CD ist insgesamt gelungen. Das Coverbild hat zwar nur wenig mit der Geschichte zu tun, gibt aber durchaus die Trash-Stimmung des Hörspiels wieder.

"Mein Bedarf an Schiffen ist vorläufig gedeckt."

Fazit

Die Geister-Schocker-Reihe bleibt eine Wundertüte – man weiß nie genau, was man bekommt. Mit der Folge 76 ist Romantruhe Audio sicher kein Meisterwerk gelungen. Die Macher sind auf amüsante Weise daran gescheitert Gruselstimmung zu erzeugen – aber die Kreuzfahrt in Hölle ist dennoch unterhaltsam und streckenweise unfreiwillig komisch.

Der Meister des jüngsten Tages: Hörspiel nach einem Roman von Leo Perutz

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Zusammen mit Alfred Kubin (Die andere Seite) und Gustav Meyrink (Der Golem) gehörte Leo Perutz zu den bekanntesten deutschsprachigen Fantastik-Autoren des frühen 20. Jahrhunderts. In seinem Büchern vermischt Perutz immer wieder Realität und Wahnvorstellungen. Sein Roman Der Meister des jüngsten Tages beginnt wie ein Krimi, der dann aber immer mehr ins Fantastische abdriftet – nur um am Ende, wie oft in Perutz' Werken, noch einmal einen völlig neuen Dreh zu bekommen.

Der Roman spielt in Wien kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Hofschauspieler Eugen Bischoff wird in seinem Gartenpavillion erschossen aufgefunden. Auf der Tatwaffe sind nur seine eigenen Fingerabdrücke zu finden. Dennoch gerät der Rittmeister von Yosch, ein früherer Geliebter von Bischoffs Frau, in Verdacht.

Der Rittmeister soll den Schauspieler aus Eifersucht in den Selbstmord getrieben haben. Einzig sein Freund Solgrub ist noch von Yoschs Unschuld überzeugt. Auf der Suche nach dem wahren Mörder stößt Solgrub auf zwei weitere mysteriöse Todesfälle.

Der Bayrische und Österreichischer Rundfunk produzierten nach der Romanvorlage 1988 ein Hörspiel. Zu hören sind unter anderen Michael Heltau, Kurt Sowinetz, Heinz Moog, Paulus Manker, Erich Auer, Michael Keller, Jaromir Borek, Alexander Buczolich und Gerhard Steffen.

Deutschlandfunk sendet Der Meister des jüngsten Tages in zwei Teilen. Los geht es am Samstag den 04. August von 0.05 bis 1.00 Uhr. Der zweite Teil folgt zur selben Uhrzeit am 11. August.

Zombies mal anders: Zwei Radiohörspiele über Untote

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Nachdem dem Erfolg der Verfilmung der Comicreihe The Walking Dead haben die Zombies ihren Siegeszug rund um den Globus angetreten und auch den öffentlichen Rundfunk in Deutschland infiziert – wie zuletzt das Hörspiel Die Infektion bewies. Am 22. Juli gibt es nun zwei Radioproduktionen, die sich dem Thema Zombies von einer ganz eignen Seite annähern.

Bereits um 19.04 bis 20 Uhr sendet WDR 3 das Hörspiel Schlange und Regenbogen. Darin wird der junge Ethnobiologe Wade Davis von seinem Professor nach Haiti geschickt. Dort soll er das Geheimnis um das Zombiegift aufdecken, welches Menschen in einen todesähnlichen Schlaf versetzt und sie nach dem Aufwachen zu willenlosen Sklaven verwandelt. Schnell findet Wade heraus, dass neben dem Gift auch der berüchtigte Voodoo-Zauberer eine Rolle spielt. Allerdings muss er auch erkennen, dass die haitianischen Geheimgesellschaften keine Nachforschungen dulden. Das Hörspiel beruht auf den wahren Erlebnissen des Wissenschaftlers Wade Davis.

Von 21.05 bis 22 Uhr folgt auf NDR Info Der Sündenhund. In dem Hörspiel aus dem Jahr 1989 steht der Schüler Peter im Zentrum, der von seinem Stiefvater niedergeschlagen wurde und bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert wird. Als er erwacht, hält er sich für einen Zombie. Da Zombies natürlich nicht sprechen, begegnet Peter den Fragen der Ärzte mit Schweigen. Der Junge versinkt in einer Welt aus Wahn, Horrorvideoszenarien und tatsächlich erlebtem Grauen.

Eigentlich müssten wir tanzen – endzeitliches Hörspiel im Kulturradio

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Vier Freunde verbringen ihr alljährliches Treffen auf einer abgeschiedenen Berghütte. Doch als sie wieder in die Zivilisation zukehren wollen, machen die Vier nach und nach schreckliche Entdeckungen. Sie finden mehrere Leichen und von einigen Gebäuden im nächsten Ort sind nur noch Ruinen übrig geblieben. Es scheint, als ob während des Wochenendes still und leise die Apokalypse ausgebrochen wäre, ohne das die Freunde in ihrer Berghütte etwas davon mitbekommen hätten.

Ihre Wanderung durch die tote Welt stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Einen Grund für das Ende der Zivilisation finden sie nicht. Stattdessen wird die Gruppe mit weiteren unheimlichen Vorfällen konfrontiert.

In Eigentlich müssten wir tanzen sind Florian Lukas (Grand Budapest Hotel), Jens Harzer (Babylon Berlin), Bert Cöll (Vesemir in The Witcher 3: Wild Hunt), Sebastian Weber (Otto's Eleven) sowie Nic Roman zu hören. Das Hörspiel stammt aus dem Jahr 2013. Die Regie übernahm Martin Heindel, der auch schon die Genrehörspiele Eifelgeist, Der Wald und Die Fabrik inszenierte.

Kulturradio rbb sendet das Hörspiel am 29. Juni von 22.04 bis 23.04 Uhr.

Running Wild: Hörspiel über ein Massaker in einer Luxuswohnanlage auf 1Live

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In einer abgeschirmten und hoch gesicherten Luxuswohnanlage kommt es zu einem mysteriösen Massenmord. Alle 32 erwachsenen Bewohner der Siedlung Pangbourne Village werden ermordet aufgefunden. Die Polizei ist ratlos, wie es trotz hoher Zäune, Überwachungskameras und Wachdienste in der Siedlung zu diesem Massaker kommen konnte.

Das größte Rätsel stellt aber das Schicksal der Kinder von Pangbourne Village dar – von ihnen fehlt jede Spur. Erst als das jüngste der verschwundenen Kinder traumatisiert aufgefunden wird, beginnt Psychiater Dr. Greville zu ahnen, was geschehen sein könnte.

Das Hörspiel basiert auf der Geschichte Running Wild von James Graham Ballard. Der Autor schrieb im Laufe seiner Karriere mehrere, zum Teil recht experimentelle, Science-Fiction-Romane. Unter anderen verfasste er die Buchvorlage zum Kinofilm High-Rise mit Tom Hiddleston.

In dem Hörspiel aus dem Jahr 2011 sind unter anderen Bernhard Schütz, Karl Kranzkowski, Juliane Brötzmann und Konstantin Bühler zu hören. Die Regie bei dem Hörspiel führten Georg Zeitblom und Christian Wittmann, die zusammen schon das Hörspiel Die Körperfresser inszenierten.

1Live sendet Running Wild am 7. Juni von 23 bis 0 Uhr. Anschließend steht das Hörspiel im WDR-Hörspielspeicher befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Johnny Sinclair: Neue Hörspielserie um einen jungen Geisterjäger

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Johnny Sinclair

Das Hörspiellabel Folgenreich (Star Wars, H. G. Wells) nimmt mit Johnny Sinclair eine neue Serie ins Programm auf. Die Reihe basiert auf Sabine Städings Roman Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger. Die Ähnlichkeiten mit seinem berühmten Kollegen John Sinclair sind bewusst gewählt. Beide Geisterjäger entstammen den Verlagshaus Lübbe. Die Heftromanserie von Jason Dark erscheint dort im Bastei Verlag.

Bei Johnny Sinclair handelt es sich nicht um den jungen John Sinclair und auch nicht um seinen Patensohn Johnny Conolly, der in der Bastei-Heftromanserie Dark Land gegen Vampire, Dämonen und andere Monster antritt. Johnny Sinclair ist ein zwölfjähriger Junge, welcher auf der schottischen Burg Greyman Castle lebt.

Der Junge hat eine besondere Begabung: er kann Gespenster sehen. Deswegen entwickelt er den Plan, Geisterjäger zu werden. Mit Rat zur Seite steht ihn dabei der sprechenden Totenschädel Erasmus von Rothenburg.

Folgenreich empfiehlt die Serie ab zehn Jahren. Für die Hörspielproduktion sind Sebastian Breidbach (Sinclair – Dead Zone) und Dennis Ehrhardt (Dorian Hunter, Die Elfen) verantwortlich. Ehrhardt löste 2012 Oliver Döring ab und produziert seitdem die beiden Hörspielserien Geisterjäger John Sinclair und Sinclair Classics.

Diesem Sommer sind drei Hörspiele von Johnny Sinclair geplant. Die erste Folge erscheint am 29. Juni. Teil zwei und drei sollen im August und September folgen. Weitere Adationen der anderen Bände der Buchreihe sind in Planung.

Game over: Deutschlandfunk sendet Hörspiel über eine künstliche Intelligenz

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Am 23. März verstarb der Schriftsteller Philip Kerr. Neben mehreren Krimis schrieb er auch die Science-Fiction-Romane Das Wittgensteinprogramm, Esau und Der zweite Engel. Bevor alle Welt über künstliche Intelligenz diskutierte, erschien 1995 sein Buch Game over über ein von einem Computer gesteuertes Hochhaus. Der WDR machte aus dem Stoff zwei Jahre später ein Hörspiel.

Der Architekt Ray Richardson hat für einen chinesischen Investor einen neuartigen Wolkenkratzer errichtet. Das Hochhaus wird von dem vollständig autonomem Zentralcomputer Abraham gesteuert. Er kontrolliert die Besucher und steuert die Fahrstühle, die sanitären Einrichtungen sowie die Klimaanlage.

Doch von allen unbemerkt, hat Abraham ein Update vorgenommen. Nun kontrolliert er sämtliche Steuerfunktionen und schottet das Hochhaus nach außen hin ab. Sämtliche Kommunikationsverbindungen sind vom Computer gekappt worden. Das als sicher angepriesene High-Tech-Hochhaus wird für die Menschen im Inneren plötzlich zur tödlichen Gefahr.

In dem WDR-Hörspiel führte Walter Adler (Karl Mays Orientzyklus) die Regie. Zu hören sind unter anderem Peter Schiff (deutsche Stimme des Computers HAL 9000 in 2001: Odyssee im Weltraum), Hans Peter Hallwachs (Aragorn im Herr-der-Ringe-Hörspiel), Sylvester Groth (Deutschland 83), Jürg Löw (Toni Erdmann), Thomas Thieme (Babylon Berlin) und Rufus Beck (Peregrin Tuk im Herr-der-Ringe-Hörspiel)

Deutschlandfunk sendet das Hörspiel in zwei Teilen. Am 2. Juni nachts von 0.05 bis 1 Uhr geht der erste Teil auf Sendung. Fortgesetzt wird Game over am folgenden Samstag, dem 9. Juni.

Das Imperium der Ameisen: Kritik zu Oliver Dörings Hörspiel

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Imperium der Ameisen

Ameisen sind im Horrorgenre nicht ganz so präsent wie Spinnen. Allerdings können auch die Insekten einige Genreklassiker vorweisen. Man denke nur an die Filme Formicula und Phase IV, das PC-Game It Came from the Desert oder das Hörspiel Der Angriff der Horrorameisen aus H. G. Francis' Gruselserie.

"Das sind Geschichten und die sind nicht neu."

Aber wie schon bei den Themen Zeitreise und Alieninvasion war H. G. Wells einer der Ersten, der sich des Konzepts annahm. In seiner Kurzgeschichte Das Imperium der Ameisen lässt Wells die Menschen auf ein intelligentes und gefährliches Insektenvolk treffen. Der Hörspielregisseur Oliver Döring nimmt die Vorlage des Science-Fiction-Autors und erzählt die Geschichte in unserer modernen Welt neu.

Der Biologe Holroyd arbeitet seit kurzen für einen großen Pharmakonzern. So richtig zufrieden ist er mit seinem Job bisher nicht. Als sein Chef ihn auf Dienstreise nach Südamerika schickt, müsst Holroyd sich eigentlich freuen, den öden Arbeitstrott zu entkommen und mit ein wenig Glück auf der Karriereleiter nach oben zu rutschen. Der Biologe beschäftigt beruflich zwar intensiv mit der Natur, beschränkt den Kontakt mit ihr aber gerne auf das Nötigste. So ist er ganz und gar nicht begeistert, in den tropischen Regenwald reisen zu müssen. Aber da er sich noch in der Probezeit befindet, fügt er sich den Willen seines Chefs.

"Wir forschen mit dem Ziel der Natur ihre tiefsten Geheimnisse zu entreißen - notfalls mit Gewalt."

In Südamerika soll er einen vermissten Kollegen aufspüren, welcher das Gift einer neu entdeckten Ameisenart untersucht hat. Holroyd soll nun herausfinden, ob ihm etwas zugestoßen ist oder der Kollege vor Ort von der Konkurrenz abgeworben wurde. Nach der Landung bestätigen sich all seine schlimmen Erwartungen an das fremde Land. Tropische Schwüle, schwitzende Menschen und ein Chauffeur, der mit seinem Auto am Abgrund entlang rast, machen ihm den Aufenthalt zur Hölle.

Erst als sie den Fluss erreichen und Holroyd auf das Kanonenboot von Kapitän Gerilleau überwechselt, gibt es wieder etwas Komfort für den verwöhnten Städter. Beim Abendessen will der Kapitän von Holroyd genau wissen, worauf er sich bei dieser Mission einstellen muss. Der Biologe berichtet von den Killerameisen und Perkins, seinem vermissten Kollegen. Kapitän Gerilleau erzählt ihm daraufhin die Legenden der Einheimischen über die Ameisen. Für den erfahrenen Soldaten sind das aber alles nur Gerüchte und moderne Märchen.

Das ändert sich, als es auf einen steuerlos dahin treibenden Boot zum ersten Kontakt mit dem geheimnisvollen Ameisenvolk kommt. Einer der Soldaten rudert hinüber und wird dabei von den Insekten angefallen. Holroyd gelingt es, bei dem Rettungsversuch, eine der Ameisen lebend zu fangen. Zusammen mit ihrem Führer Ernest Simpson, der für Perkins als Kurier gearbeitet hat, brechen sie am darauf folgenden Tag in den Dschungel zur geheimen Forschungsstation des Pharmakonzerns auf. Dort offenbart sich ihnen schließlich das ganze Ausmaß der Ameiseninvasion.

"Ich habe schon viele Freunde dort draußen verloren. Es ist gefährlich. Dort gibt es Dinge, die so grausam sind, dass der Verstand nicht in der Lage ist, sie zu begreifen."

Den größten Sprechanteil in dem gesamten Hörspiel hat Julien Haggége als Biologe Holroyd. Da die Geschichte aus seiner Sicht geschildert wird, übernimmt er auch die Rolle des Erzählers. Haggége Stimme dürfte vielen Hörern aus verschiedenen US-Serien bekannt sein. Unter anderen ist er der Synchronsprecher von Jensen Ackles als Dean Winchester in der Serie Supernatural. An seiner Leistung in dem Hörspiel gibt es insgesamt nichts zu meckern.

Zwei weitere große Rollen werden von Carlos Lobo und Douglas Welbat übernommen. Lobo spricht Kapitän Gerilleau mit einem schönen spanischen Akzent. Er ist unter anderen die deutsche Synchronstimme von Javier Bardem und hat auch im Spiel Witcher 3 – Blood and Wine als Ritter in Toissant eine Sprechrolle übernommen.

Bei der Stimme von Douglas Welbat dürften viele Hörer an Kekse denken - Welbat ist nämlich die deutsche Stimme des Krümelmonsters in der Sesamstraße. Im Hörspiel leiht er dem Aussteiger Ernest Simpson seine Stimme - wobei man schon genau hinhören muss, um Ähnlichkeiten zum blauen Plüschmonster zu entdecken. Lobo und Welbat bieten eine sehr gute Vorstellung und sorgen dafür, dass Julien Haggége im Vergleich zeitweise ein wenig blass wirkt.

Am Anfang sowie kurz am Ende ist Boris Tessmann (David Boreanaz in Buffy – Im Bann der Dämonen und Alexander Siddig in Star Trek: Deep Space Nine) als vermisster Biologe John Perkins zu hören. Den perfekten Einstieg verdankt Das Imperium der Ameisen aber nicht Tessmanns Auftritt im kurzen Prolog, sondern der Darbietung von Oliver Stritzel in der anschließenden Szene.

Stritzel war der deutsche Synchronsprecher von Philip Seymour Hoffman und spielt in dem Hörspiel Holroyds Chef. Während seines kurzen Auftritts verleiht er seiner Stimme zugleich etwas Kumpelhaftes, Arrogantes und Skrupelloses, dass man ihn gerne noch länger zugehört und sich über weitere Auftritte des Chefs gefreut hätte.

"Ein Gehirn, ein Verstand bestehend aus Billiarden von Ameisen."

Oliver Döring ist in der Hörspielszene kein Unbekannter. Er brachte die modernisierten John-Sinclair-Hörspiele der Edition 2000 und Sinclair Classics heraus. Außerdem adaptierte er die Star-Wars-Episoden I–VI sowie die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn als Hörspiele und produziert zuletzt die Serien End of Time, The Border und Foster.

Für das Label Folgenreich hat Döring, neben Das Imperium der Ameisen, bereits H. G. Wells' Romane Die Zeitmaschine und Der Krieg der Welten vertont. In einem Interview kündigte der Produzent an, dass weitere Hörspielversionen von Wells Büchern geplant seien. Welche als Nächste dran ist, ließ er aber offen.

"Seit die Menschen damit begonnen haben, den Regenwald aus reiner Gier Stück für Stück zu vernichten, glauben viele hier, dass sich die Natur eines Tages dafür rächen wird."

Oliver Döring ist für gut produzierte Hörspiele bekannt, und so gibt es auch bei Das Imperium der Ameisen an Musik und Soundeffekten nichts auszusetzen. Schwieriger ist da schon die Frage, für wie gelungen man die Modernisierung der Geschichte hält und was für ein Genre man jetzt eigentlich vorgesetzt bekommt.

Trotz einiger unheimlicher Szenen (für Hörer, die Ansammlung vieler Ameisen gruselig finden, gibt es noch ein paar mehr), ist die Geschichte immer mehr im Science-Fiction-Bereich als im Horrorgenre angesiedelt. Am ehesten kann man das Hörspiel als Mysterythriller bezeichnen. Dazu passt auch das offene Ende gut, welches Raum für weitere Spekulationen des Hörers lässt.

Die Modernisierung des Stoffes ist Döring insgesamt sehr gut gelungen. Der gierige Pharmakonzern und die neue Rolle des Aussteigers Simpson fügen sich gekonnt in die Geschichte ein. H. G. Wells' Aussage, dass die menschliche Zivilisation auf Wesen treffen könnte, denen sie nicht gewachsen ist, bleibt im Hörspiel zentral. Damals war sie als Kritik am Kolonialismus gemeint, hat aber noch heute ihre Berechtigung. Döring ergänzt sie geschickt mit seiner Kritik am Raubbau an der Natur und der Ausbeutung der Ressourcen der Erde.

Wenn man aber schon die Geschichte in der heutigen Zeit ansiedelt, hätte man auch das Frauenbild moderner gestalten können. Frauen treten nur in kleinen Nebenrollen als hilflose Opfer oder Freundin auf. Ansonsten bleiben die Männer auf ihrem Kanonenboot unter sich. Da sowieso neue Figuren in die Handlung eingebaut wurden, hätte man ohne Probleme auch eine größere und zeitgemäßere Frauenrolle schaffen können.

"Ameisen können sie nicht erschießen."

Wem die Veränderungen und Modernisierungen in Dörings Version zu weit gehen, sollte lieber zu Gruselkabinett Folge 136 Das Königreich der Ameisen greifen. Sie bietet, wie von Titania Medien gewohnt, eine Adaption, welche in der Entstehungszeit von H. G. Wells Geschichte angesiedelt ist.

Fazit

Das Imperium der Ameisen gehört vielleicht nicht zu den großen Klassikern von H. G. Wells - muss sich aber hinter Der Krieg der Welten, Der Unsichtbare oder Die Insel des Doktor Moreaus nicht verstecken. Die Kurzgeschichte eignet sich ideal für eine Hörspieladaption, die mit 56 Minuten genau die richtige Länge besitzt. Oliver Döring hat aus der Vorlage einen spannenden Mysterythriller gemacht, der mit professionellen Sprechern die perfekte Qualität bietet, wie man sie von seinen Produktionen gewohnt ist. Das ideale Hörspiel für Arachnophobiker - die keine Angst vor einer weiteren Insektenphobie haben.

Eine kurze Hörprobe ist hier zu finden.

Eifelgeist: Hörspiel über eine rätselhafte Radtour auf 1Live

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Eigentlich wollte Patrick allein mit seinem Kumpel Ralf eine Mountainbiketour durch die Eifel unternehmen. Aber seine Freundin Sabrina will unbedingt mitkommen. So radeln die beiden jungen Männer zusammen mit Sabrina und ihrer Freundin Ann durch die Natur. Aber so idyllisch wie geplant, wird der Fahrradausflug nicht.

Mehrmals treffen sie einen geheimnisvollen Typen auf einem uralten Fahrrad, der auf der Suche nach einem Tor ist. Zudem werden sie von den Einheimischen immer wieder auf falsche Wege geschickt. Als Nebel aufzieht, haben sie die Orientierung völlig verloren. Nach einem Sturz gerät Patrick mit seiner Freundin in Streit. Die Gruppe trennt sich, und nur Sabrina und Ralf erreichen das vermeintlich sichere Hotel. Patrick und Ann finden in der Nacht in einem verlassenen Bunker Unterschlupf.

Das Hörspiel aus dem Jahr 2013 wurde von Martin Heindel geschrieben, der auch die Regie übernahm. Heindel schrieb und inszenierte bereits die Genrehörspiele Der Wald und Die Fabrik.

In Eifelgeist sind Oliver Stritzel (Synchronstimme von Kevin Bacon und Josh Brolin), Janina Stopper (Tannöd), Natalie Spinell (Polizeiruf 110), Jonas Baeck (Nymphomaniac) und Jonathan Dümcke (TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine) zu hören.

1Live sendet das Hörspiel am 17. Mai von 23 bis 0 Uhr. Anschließend steht Eifelgeist im WDR-Hörspielspeicher befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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