Hörspiel

Game over: Deutschlandfunk sendet Hörspiel über eine künstliche Intelligenz

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Am 23. März verstarb der Schriftsteller Philip Kerr. Neben mehreren Krimis schrieb er auch die Science-Fiction-Romane Das Wittgensteinprogramm, Esau und Der zweite Engel. Bevor alle Welt über künstliche Intelligenz diskutierte, erschien 1995 sein Buch Game over über ein von einem Computer gesteuertes Hochhaus. Der WDR machte aus dem Stoff zwei Jahre später ein Hörspiel.

Der Architekt Ray Richardson hat für einen chinesischen Investor einen neuartigen Wolkenkratzer errichtet. Das Hochhaus wird von dem vollständig autonomem Zentralcomputer Abraham gesteuert. Er kontrolliert die Besucher und steuert die Fahrstühle, die sanitären Einrichtungen sowie die Klimaanlage.

Doch von allen unbemerkt, hat Abraham ein Update vorgenommen. Nun kontrolliert er sämtliche Steuerfunktionen und schottet das Hochhaus nach außen hin ab. Sämtliche Kommunikationsverbindungen sind vom Computer gekappt worden. Das als sicher angepriesene High-Tech-Hochhaus wird für die Menschen im Inneren plötzlich zur tödlichen Gefahr.

In dem WDR-Hörspiel führte Walter Adler (Karl Mays Orientzyklus) die Regie. Zu hören sind unter anderem Peter Schiff (deutsche Stimme des Computers HAL 9000 in 2001: Odyssee im Weltraum), Hans Peter Hallwachs (Aragorn im Herr-der-Ringe-Hörspiel), Sylvester Groth (Deutschland 83), Jürg Löw (Toni Erdmann), Thomas Thieme (Babylon Berlin) und Rufus Beck (Peregrin Tuk im Herr-der-Ringe-Hörspiel)

Deutschlandfunk sendet das Hörspiel in zwei Teilen. Am 2. Juni nachts von 0.05 bis 1 Uhr geht der erste Teil auf Sendung. Fortgesetzt wird Game over am folgenden Samstag, dem 9. Juni.

Das Imperium der Ameisen: Kritik zu Oliver Dörings Hörspiel

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Imperium der Ameisen

Ameisen sind im Horrorgenre nicht ganz so präsent wie Spinnen. Allerdings können auch die Insekten einige Genreklassiker vorweisen. Man denke nur an die Filme Formicula und Phase IV, das PC-Game It Came from the Desert oder das Hörspiel Der Angriff der Horrorameisen aus H. G. Francis' Gruselserie.

"Das sind Geschichten und die sind nicht neu."

Aber wie schon bei den Themen Zeitreise und Alieninvasion war H. G. Wells einer der Ersten, der sich des Konzepts annahm. In seiner Kurzgeschichte Das Imperium der Ameisen lässt Wells die Menschen auf ein intelligentes und gefährliches Insektenvolk treffen. Der Hörspielregisseur Oliver Döring nimmt die Vorlage des Science-Fiction-Autors und erzählt die Geschichte in unserer modernen Welt neu.

Der Biologe Holroyd arbeitet seit kurzen für einen großen Pharmakonzern. So richtig zufrieden ist er mit seinem Job bisher nicht. Als sein Chef ihn auf Dienstreise nach Südamerika schickt, müsst Holroyd sich eigentlich freuen, den öden Arbeitstrott zu entkommen und mit ein wenig Glück auf der Karriereleiter nach oben zu rutschen. Der Biologe beschäftigt beruflich zwar intensiv mit der Natur, beschränkt den Kontakt mit ihr aber gerne auf das Nötigste. So ist er ganz und gar nicht begeistert, in den tropischen Regenwald reisen zu müssen. Aber da er sich noch in der Probezeit befindet, fügt er sich den Willen seines Chefs.

"Wir forschen mit dem Ziel der Natur ihre tiefsten Geheimnisse zu entreißen - notfalls mit Gewalt."

In Südamerika soll er einen vermissten Kollegen aufspüren, welcher das Gift einer neu entdeckten Ameisenart untersucht hat. Holroyd soll nun herausfinden, ob ihm etwas zugestoßen ist oder der Kollege vor Ort von der Konkurrenz abgeworben wurde. Nach der Landung bestätigen sich all seine schlimmen Erwartungen an das fremde Land. Tropische Schwüle, schwitzende Menschen und ein Chauffeur, der mit seinem Auto am Abgrund entlang rast, machen ihm den Aufenthalt zur Hölle.

Erst als sie den Fluss erreichen und Holroyd auf das Kanonenboot von Kapitän Gerilleau überwechselt, gibt es wieder etwas Komfort für den verwöhnten Städter. Beim Abendessen will der Kapitän von Holroyd genau wissen, worauf er sich bei dieser Mission einstellen muss. Der Biologe berichtet von den Killerameisen und Perkins, seinem vermissten Kollegen. Kapitän Gerilleau erzählt ihm daraufhin die Legenden der Einheimischen über die Ameisen. Für den erfahrenen Soldaten sind das aber alles nur Gerüchte und moderne Märchen.

Das ändert sich, als es auf einen steuerlos dahin treibenden Boot zum ersten Kontakt mit dem geheimnisvollen Ameisenvolk kommt. Einer der Soldaten rudert hinüber und wird dabei von den Insekten angefallen. Holroyd gelingt es, bei dem Rettungsversuch, eine der Ameisen lebend zu fangen. Zusammen mit ihrem Führer Ernest Simpson, der für Perkins als Kurier gearbeitet hat, brechen sie am darauf folgenden Tag in den Dschungel zur geheimen Forschungsstation des Pharmakonzerns auf. Dort offenbart sich ihnen schließlich das ganze Ausmaß der Ameiseninvasion.

"Ich habe schon viele Freunde dort draußen verloren. Es ist gefährlich. Dort gibt es Dinge, die so grausam sind, dass der Verstand nicht in der Lage ist, sie zu begreifen."

Den größten Sprechanteil in dem gesamten Hörspiel hat Julien Haggége als Biologe Holroyd. Da die Geschichte aus seiner Sicht geschildert wird, übernimmt er auch die Rolle des Erzählers. Haggége Stimme dürfte vielen Hörern aus verschiedenen US-Serien bekannt sein. Unter anderen ist er der Synchronsprecher von Jensen Ackles als Dean Winchester in der Serie Supernatural. An seiner Leistung in dem Hörspiel gibt es insgesamt nichts zu meckern.

Zwei weitere große Rollen werden von Carlos Lobo und Douglas Welbat übernommen. Lobo spricht Kapitän Gerilleau mit einem schönen spanischen Akzent. Er ist unter anderen die deutsche Synchronstimme von Javier Bardem und hat auch im Spiel Witcher 3 – Blood and Wine als Ritter in Toissant eine Sprechrolle übernommen.

Bei der Stimme von Douglas Welbat dürften viele Hörer an Kekse denken - Welbat ist nämlich die deutsche Stimme des Krümelmonsters in der Sesamstraße. Im Hörspiel leiht er dem Aussteiger Ernest Simpson seine Stimme - wobei man schon genau hinhören muss, um Ähnlichkeiten zum blauen Plüschmonster zu entdecken. Lobo und Welbat bieten eine sehr gute Vorstellung und sorgen dafür, dass Julien Haggége im Vergleich zeitweise ein wenig blass wirkt.

Am Anfang sowie kurz am Ende ist Boris Tessmann (David Boreanaz in Buffy – Im Bann der Dämonen und Alexander Siddig in Star Trek: Deep Space Nine) als vermisster Biologe John Perkins zu hören. Den perfekten Einstieg verdankt Das Imperium der Ameisen aber nicht Tessmanns Auftritt im kurzen Prolog, sondern der Darbietung von Oliver Stritzel in der anschließenden Szene.

Stritzel war der deutsche Synchronsprecher von Philip Seymour Hoffman und spielt in dem Hörspiel Holroyds Chef. Während seines kurzen Auftritts verleiht er seiner Stimme zugleich etwas Kumpelhaftes, Arrogantes und Skrupelloses, dass man ihn gerne noch länger zugehört und sich über weitere Auftritte des Chefs gefreut hätte.

"Ein Gehirn, ein Verstand bestehend aus Billiarden von Ameisen."

Oliver Döring ist in der Hörspielszene kein Unbekannter. Er brachte die modernisierten John-Sinclair-Hörspiele der Edition 2000 und Sinclair Classics heraus. Außerdem adaptierte er die Star-Wars-Episoden I–VI sowie die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn als Hörspiele und produziert zuletzt die Serien End of Time, The Border und Foster.

Für das Label Folgenreich hat Döring, neben Das Imperium der Ameisen, bereits H. G. Wells' Romane Die Zeitmaschine und Der Krieg der Welten vertont. In einem Interview kündigte der Produzent an, dass weitere Hörspielversionen von Wells Büchern geplant seien. Welche als Nächste dran ist, ließ er aber offen.

"Seit die Menschen damit begonnen haben, den Regenwald aus reiner Gier Stück für Stück zu vernichten, glauben viele hier, dass sich die Natur eines Tages dafür rächen wird."

Oliver Döring ist für gut produzierte Hörspiele bekannt, und so gibt es auch bei Das Imperium der Ameisen an Musik und Soundeffekten nichts auszusetzen. Schwieriger ist da schon die Frage, für wie gelungen man die Modernisierung der Geschichte hält und was für ein Genre man jetzt eigentlich vorgesetzt bekommt.

Trotz einiger unheimlicher Szenen (für Hörer, die Ansammlung vieler Ameisen gruselig finden, gibt es noch ein paar mehr), ist die Geschichte immer mehr im Science-Fiction-Bereich als im Horrorgenre angesiedelt. Am ehesten kann man das Hörspiel als Mysterythriller bezeichnen. Dazu passt auch das offene Ende gut, welches Raum für weitere Spekulationen des Hörers lässt.

Die Modernisierung des Stoffes ist Döring insgesamt sehr gut gelungen. Der gierige Pharmakonzern und die neue Rolle des Aussteigers Simpson fügen sich gekonnt in die Geschichte ein. H. G. Wells' Aussage, dass die menschliche Zivilisation auf Wesen treffen könnte, denen sie nicht gewachsen ist, bleibt im Hörspiel zentral. Damals war sie als Kritik am Kolonialismus gemeint, hat aber noch heute ihre Berechtigung. Döring ergänzt sie geschickt mit seiner Kritik am Raubbau an der Natur und der Ausbeutung der Ressourcen der Erde.

Wenn man aber schon die Geschichte in der heutigen Zeit ansiedelt, hätte man auch das Frauenbild moderner gestalten können. Frauen treten nur in kleinen Nebenrollen als hilflose Opfer oder Freundin auf. Ansonsten bleiben die Männer auf ihrem Kanonenboot unter sich. Da sowieso neue Figuren in die Handlung eingebaut wurden, hätte man ohne Probleme auch eine größere und zeitgemäßere Frauenrolle schaffen können.

"Ameisen können sie nicht erschießen."

Wem die Veränderungen und Modernisierungen in Dörings Version zu weit gehen, sollte lieber zu Gruselkabinett Folge 136 Das Königreich der Ameisen greifen. Sie bietet, wie von Titania Medien gewohnt, eine Adaption, welche in der Entstehungszeit von H. G. Wells Geschichte angesiedelt ist.

Fazit

Das Imperium der Ameisen gehört vielleicht nicht zu den großen Klassikern von H. G. Wells - muss sich aber hinter Der Krieg der Welten, Der Unsichtbare oder Die Insel des Doktor Moreaus nicht verstecken. Die Kurzgeschichte eignet sich ideal für eine Hörspieladaption, die mit 56 Minuten genau die richtige Länge besitzt. Oliver Döring hat aus der Vorlage einen spannenden Mysterythriller gemacht, der mit professionellen Sprechern die perfekte Qualität bietet, wie man sie von seinen Produktionen gewohnt ist. Das ideale Hörspiel für Arachnophobiker - die keine Angst vor einer weiteren Insektenphobie haben.

Eine kurze Hörprobe ist hier zu finden.

Eifelgeist: Hörspiel über eine rätselhafte Radtour auf 1Live

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Eigentlich wollte Patrick allein mit seinem Kumpel Ralf eine Mountainbiketour durch die Eifel unternehmen. Aber seine Freundin Sabrina will unbedingt mitkommen. So radeln die beiden jungen Männer zusammen mit Sabrina und ihrer Freundin Ann durch die Natur. Aber so idyllisch wie geplant, wird der Fahrradausflug nicht.

Mehrmals treffen sie einen geheimnisvollen Typen auf einem uralten Fahrrad, der auf der Suche nach einem Tor ist. Zudem werden sie von den Einheimischen immer wieder auf falsche Wege geschickt. Als Nebel aufzieht, haben sie die Orientierung völlig verloren. Nach einem Sturz gerät Patrick mit seiner Freundin in Streit. Die Gruppe trennt sich, und nur Sabrina und Ralf erreichen das vermeintlich sichere Hotel. Patrick und Ann finden in der Nacht in einem verlassenen Bunker Unterschlupf.

Das Hörspiel aus dem Jahr 2013 wurde von Martin Heindel geschrieben, der auch die Regie übernahm. Heindel schrieb und inszenierte bereits die Genrehörspiele Der Wald und Die Fabrik.

In Eifelgeist sind Oliver Stritzel (Synchronstimme von Kevin Bacon und Josh Brolin), Janina Stopper (Tannöd), Natalie Spinell (Polizeiruf 110), Jonas Baeck (Nymphomaniac) und Jonathan Dümcke (TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine) zu hören.

1Live sendet das Hörspiel am 17. Mai von 23 bis 0 Uhr. Anschließend steht Eifelgeist im WDR-Hörspielspeicher befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Stummfilm für die Ohren: WDR 3 sendet das Hörexperiment Der Student von Prag

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Der Student von Prag

Der Stummfilm Der Student von Prag wurde 1913 zum ersten Mal aufgeführt. Geschrieben hat die Geschichte der damals bekannte Autor Hanns Heinz Ewers (Alraune). Die Regie führten Stellan Rye und Paul Wegener (Der Golem, wie er in die Welt kam), der auch die Hauptrolle des Studenten Balduin übernahm.

Der Film spielt in Prag um 1820. Der arme Student Balduin ist gezwungen sein Spiegelbild an einen bösen Zauberer zu verkaufen, um mit dem Erlös am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilhaben zu können. Balduin steigt schnell in der Gesellschaft der Stadt auf, doch sein einstiges Spiegelbild kommt ihm schließlich in die Quere.

Hannah Georgi und Michael Becker versuchen nicht aus dem Stummfilm ein Hörspiel zu machen, wie es Bayern 2 im Jahr 2017 mit Metropolis gemacht hat. Die beiden Regisseure wagen ein Experiment und nehmen ihr Hörstück während einer Vorführung des Stummfilms auf, den man im Radio nicht hören kann.

Der Medienwissenschaftler Ole Frahm, die Schauspielerin Susanne Sachsse und Professor Michael Wedel von Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf sehen sich Der Student von Prag gemeinsam an. Dabei beschreiben sie die gesehenen Szenen, kommentieren die Handlung und berichten über die unterschiedlichen Rezeptionen. Abgerundet wird das Hörexperiment durch die Klavierimprovisationen des Pianisten Joachim Bärenz.

WDR 3 sendet Der Student von Prag am 25. April von 19.04 bis 20 Uhr. Anschließend steht es im WDR-Hörspielspeicher befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Gruselkabinett: Kritik zum Hörspiel Die Köpfe von Apex

Das Hörspiellabel Titania Medien vertont für seine Serie Gruselkabinett klassische Schauergeschichten von berühmten Autoren wie Bram Stoker, Arthur Conan Doyle oder Edgar Allan Poe. In den späteren Folgen griff man auch auf Vorlagen von H. P. Lovecraft und Robert E. Howard zurück, welche ihre Horrorgeschichten in den Magazin Weird Tales veröffentlichten.

"Das Leben ist und bleibt eine Wundertüte"

Für die 131. Folge haben die Macher der Reihe die Geschichte Die Köpfe von Apex des heute in Vergessenheit geratenen Autors Francis Flagg ausgewählt. Flagg ist das Pseudonym von Henry George Weiss (1898-1946), der seine Erzählungen in den Zwanziger- und Dreißigerjahren in verschiedenen Pulpmagazinen wie Amazing Stories, Astounding oder Weird Tales unterbrachte.

Wie bei seinen Zeitgenossen Lovecraft und Howard sind auch Flaggs Geschichten eine Mischung aus Science-Fiction, Horror, Abenteuer sowie Fantasy und keine klassischen Gruselgeschichten. Wobei Flaggs Stil eher Howards am Abenteuer orientierter Herangehensweise ähnelt als Lovecrafts schleichenden kosmischen Horror.

"Ich glaub ich träume. Das ist doch alles total verrückt."

New York im Jahr 1927. Der arbeitslose ehemalige Soldat Justus Miles sitzt frustriert auf einer Bank im Park. Seine letzter Auftrag als Söldner liegt schon eine Weile zurück. Aus Zufall erfährt er von einer Stellenanzeige für eine geheimnisvolle Expedition. Durch die Fürsprache seines Freundes Sergeant Harry Ward bekommt Miles die Stelle.

Sein Auftraggeber Solino ist ein mysteriöser, glatzköpfiger Mann im Rollstuhl. Auch Ward kann Miles nichts weiteres über die Pläne des alten Mannes berichten. Bei Nacht und Nebel besteigen sie zusammen mit zehn weiteren Kämpfern ein großes Unterseeboot. Gesteuert wird es von einem zweiten glatzköpfigen Mann im Rollstuhl.

Doch bei ihrer Ankunft kommt es unter Wasser zu einem Unfall. Solino, der Steuermann und alle anderen Söldner kommen dabei ums Leben. Miles und sein Freund Ward sind die einzigen Überlebenden der Katastrophe. Sie folgen einem unterirdischen Stollen und stoßen schließlich auf eine grün leuchtende Stadt. Dort müssen sie sich gegen muskulöse grüne Männer und Riesenschlangen zur Wehr setzen. Schließlich stoßen sie auf eine Gruppe lebender Köpfe und werden in die Machtkämpfe des geheimnisvollen Reiches Apex verstrickt.

"Das kann keine Sackgasse sein, das würde jeder Logik entbehren."

Flaggs Geschichte wurde von Marc Gruppe zum Hörspiel umgeschrieben. Wie bei fast allen Folgen der Serie führte Gruppe auch zusammen mit Stephan Bosenius die Regie.

Was schnell auffällt, ist das Fehlen dieser gewissen Behäbigkeit, die sich in anderen Teilen der Reihe, zum Beispiel in Das Schloss des weißen Lindwurms, oft bemerkbar macht. Dafür sollte man in Die Köpfe der Apex keine atmosphärisch dichte Gruselstimmung erwarten. Genauso wenig liegt der Handlung eine tiefere Wahrheit oder Botschaft zugrunde.

Es gibt Abenteuer, es gibt Action, und die Helden treten gegen grüne große Männer, Riesenschlangen und lebende Köpfe an. Wer so etwas für Trash hält und damit nichts anfangen kann, sollte um die Folge lieber einen Bogen machen. Wirklich unheimlich ist die Folge auch zu keiner Zeit.

Die Erzählung ist ein Kind ihrer Entstehungszeit, und Gruppe scheint wenig daran geändert zu haben. So sinnieren die beiden Söldner ausführlich und öfters über das Kämpfen und gelangen nie zu einer sehr friedensliebenden Schlussfolgerung.

"Kämpfen ist mein Leben. Ich würde allemal lieber im Kampf sterben, als wochenlang untätig auf einer Parkbank hocken. Das ist deprimierend."

Nach einer kurzen, ruhigen Einleitung nimmt das Hörspiel schnell Fahrt auf. Szenen, die die Hintergründe und Geheimnisse erklären, werden immer wieder schnell von Actionsequenzen unterbrochen. So bleibt dem Hörer nie groß Zeit zum Nachdenken. Das ist auch ganz gut so, denn nicht immer folgen die Handlungen der Figuren einer inneren Logik.

Die Liebesgeschichte, die sich plötzlich in den letzten Minuten zwischen Miles und der schönen Bewohnerin der mysteriösen Stadt entwickelt, ist dann auch völlig unglaubwürdig. Der einzige Grund, warum sie nicht negativ ins Gewicht fällt, ist das schnell folgende Ende des Hörspiels.

Konsequent dargestellt sind hingegen die Söldnerseelen der beiden Helden. Auch wenn sie sich nach einigen Wendungen der Handlung am Ende auf die Seite der Moral und ihres Gewissens schlagen, vergessen sie nie ihre Belohnung.

"Ich erwarte, dass Sie mir aufmerksam zuhören, weiter nichts."

Michael-Che Koch leiht dem Söldner Justus Miles seine Stimme. Da die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird, übernimmt Koch zudem die Rolle des Erzählers. Der Schauspieler spielte bisher in verschiedenen Fernsehserien mit und war in einigen Geister-Schocker-Hörspielen zu hören.

Als Erzähler macht Koch seine Sache sehr gut und vermittelt dem Hörer stimmungsvoll das Geschehen. Allerdings schafft er es in den Dialogen nicht immer, seinen Söldner glaubhaft rüberzubringen. Gerade im Vorstellungsgespräch mit seinem Auftraggeber klingt er wie ein übernervöser Schuljunge. Da ist man von Koch Besseres gewohnt, zum Beispiel in dem Geister-Schocker-Hörspiel Der Götze vom anderen Stern. Insgesamt ist seine Leistung aber gut.

Die zweite Hauptrolle Ex-Sergeant Harry „Rusty" Ward wird von Thomas Balou Martin (Hörspiel Der Schwarm, Hörbuchsprecher Sinclair Academy) übernommen. Martin gelingt es, den rauen und dennoch gutmütigen Söldner sowohl in den Actionszenen als auch in den wenigen ruhigeren Moment überzeugend darzustellen.

In weiteren Rollen sind Helmut Winkelmann (Geisterjäger John Sinclair in den Hörspielen des Tonstudios Braun), Horst Naumann (Erzähler der Hörspielserie Masters Of The Universe) und Matthias Lühn (Sprecher des Hörbuches Die Lügen des Lock Lamora) zu hören. Von der Leistung fällt hier nur Helmut Winkelmann als Solino durch eine recht merkwürdige Betonung einzelner Worte in seinen Reden negativ auf.

Zum Ende hat Reinhilt Schneider einen kurzen Auftritt. Schneiders Stimme dürfte den Hörern aus sehr vielen kleineren und größeren Rollen in den Hörspielreihen H. G. Francis′ Gruselserie, Drei ???, Larry Brent, TKKG oder Hanni und Nanni vertraut sein. Sie schafft es, noch mit 72 Jahren einer junge Frau glaubhaft ihre Stimme zu leihen,

"Sein Schädel ist durch den Aufprall wie eine Eierschale zertrümmert worden."

Titania Medien produziert in der Regel Hörspiele in einer sehr guten Qualität. So kann man auch bei Die Köpfe der Apex nicht über die Soundeffekte meckern. Explosionen, Monsterschreie und Menschenmengen werden glaubhaft zum Leben erweckt. Die Musik hält sich meist im Hintergrund und ist nur in wenigen Szenen oder Übergängen stärker präsent.

Mit einer Laufzeit von 62 Minuten besitzt das Hörspiel genau die richtige Dauer. Viel länger hätte die doch recht seichte Abenteuergeschichte auch nicht sein dürfen.

"Wenn es doch aufhören würde."
"Das wird es, irgendwann."
"Kann ich nur hoffen."

Fazit

Die Köpfe von Apex ist eine ungewohnt trashige Folge der Gruselkabinett-Reihe und weit entfernt vom schaurigen Gothic-Horror. Aber wenn man sich darauf einstellt und die zwei bis drei Logikfehler in der Handlung ignoriert, wird man dennoch sehr gut unterhalten. Die Geschichte stammt aus einem Pulpmagazin, und genau das bekommt nun als Hörspiel geboten: ein Abenteuer irgendwo zwischen Science-Fiction und Fantasy mit leichtem Gruselfaktor.

Eine kurze Hörprobe gibt es auf der Homepage von Titania Medien.

Multiman jagt Dr. Danger: 1Live sendet ein Hörspiel über Superhelden

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Die letzten Tage von Superman

Superman ist der dienstälteste Superheld und kämpft seit 80 Jahren für das Gute. Auch seine Kollegen Batman, Spider-Man oder Iron Man sind heute weltweit bekannt. Multiman hingegen ist bisher ein ziemlich wenig beachteter Superheld.

Das muss auch Radioredakteur Stefan Gabel feststellen, als er auf einer auf einer Kostümparty mit dem Motto Superhelden als Multiman erscheint. Sein Auftritt sorgt für wenig Aufmerksamkeit. Erst als Multiman in letzter Sekunde das Jet-Set-Girl Cassandra Stein, vor einem herannahenden Zug aus den Bahnschienen befreit,  steht der unbekannte Held im Mittelpunkt des Geschehens.

Gabels Alter Ego wird zum Star im Internet. Fotos und Handyfilme dokumentieren die alltäglichen Heldentaten. Multiman hilft älteren Damen über die Straße, trägt Einkaufstaschen nach Hause und ermahnt Bahnfahrer, die sich nicht den Vorschriften gemäß verhalten. Doch wenn neue Helden die Bühne betreten, sind die Superschurken nicht weit. So findet auch Multiman in dem Boss einer brutalen Schlepperbande seinen Widersacher.

Multiman jagt Dr. Danger wurde von Thilo Gosejohann geschrieben. Die Regie führt Leonhard Koppelmann (Sartana – noch warm und schon Sand drauf), der mit Gosejohann auch schon beim Hörspiel Auricula – Ohrwurm des Schreckens zusammenarbeitet.

Der Autor spielt zusammen mit seinem Bruder Simon Gosejohann (Horst Schlämmer – Isch kandidiere!) selbst im Hörspiel mit. Außerdem sind Reiner Schöne (Synchronsprecher von Mickey Rourke in Sin City und Iron Man 2) und Edda Fischer (Auricula – Ohrwurm des Schreckens) zu hören.

1Live sendet Multiman jagt Dr. Danger am 19. April von 23 bis 0 Uhr aus. Anschließend steht das Hörspiel befristet im WDR-Hörspielspeicher zum Nachhören zur Verfügung.

Star Wars für die Ohren: Das Erwachen der Macht und Rogue One als Hörspiele

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Rogue One: A Star Wars Story - Postermotiv

Wer beim joggen, Auto fahren oder einschlafen nicht auf Star-Wars-Geschichten verzichten will, muss entweder auf Hörbücher oder Hörspiele zurückgreifen. Folgenreich, das Hörspiellabel von Universal, kündigt nun die Adaption der beiden Kinofilme Star Wars: Das Erwachen der Macht und Rogue One: A Star Wars Story an.

Erscheinen sollen die beiden Hörspiele am 4. Mai, dem internationalen Star-Wars-Tag. Die Umsetzung entstand in Zusammenarbeit von Lucasfilm Ltd. und Walt Disney Records. So kann man davon ausgehen, dass für das Hörspiel die bekannten deutschen Synchronstimmen und der Originalsoundtrack verwendet wurden.

Als Erzähler führt Joachim Kerzel (Synchronstimme von Jack Nicholson, Dustin Hoffman und Jean Reno sowie Erzähler bei der John Sinclair Edition 2000) durch die Geschichte. Kerzel war bereits der Sprecher in den Hörspielen zu Star Wars Episode I bis VI.

Folgenreich adaptierte zudem die Star-Wars-Bücher Labyrinth des Bösen und Dark Lord: Der Aufstieg des Darth Vader von James Luceno, die mittlerweile nicht mehr zum Kanon gehören. Auch dort griff man auf die bekannten Synchronstimmen der Filme und Kerzels Dienste als Erzähler zurück.

Mehr Star-Wars-Hörspiele sind bei Folgenreich bereits in Planung. Ob es sich dabei um weitere Filmadaptionen handelt oder man auch wieder Romanvorlagen vertont, ist nicht bekannt.

Retro-Kiste: Heute, Morgen oder Übermorgen – Die Hörspielserie Jan Tenner

Wenn man sich die allererste Jan-Tenner-Folge anhört, wundert man sich schon ein wenig, dass die Hörspielreihe in den Achtziger Jahren so erfolgreich war. In Angriff der grünen Spinnen muss sich der Held in eine Riesenspinne verwandeln, um so die Erde zu retten. Die ganze Handlung spielt eindeutig nicht in der obersten Unterhaltungsliga und man befürchtet beim Titel der zweiten Hörspielkassette Tödlicher Nebel, der Held würde sich nun in eine rosa Wolke verwandeln – was nicht der Fall ist. Aber trotz aller Schwächen zeichnen sich in der ersten Episode bereits alle Stärken ab, welche die Serie in den kommenden 45 Folgen auszeichnen sollten.

Im Jahr 1980 veröffentlichte das Hörspiel-Label Kiosk, heute Kiddinx, die erste Hörspielkassette der Science-Fiction-Serie Jan Tenner. Bis 1989 folgten unter der Regie von Ulli Herzog 45 weitere Folgen. Herzog, der in den sechziger Jahren als Radiosprecher für den Sender Freies Berlin arbeitete, übernahm in der gesamten Reihe auch die Rolle des Erzählers.

Die Serie ist, aus Sicht der achtziger Jahre, in einer nahen Zukunft angesiedelt. So gibt es Sonnenkraftwerke, Laserkanonen und Supercomputer. Professor Futura, eine der Hauptfiguren, hat zudem verschiedene Seren entwickelt, die es Menschen ermöglicht zu fliegen, unter Wasser zu atmen, Gedanken zu lesen oder die Gestalt zu verändern. Gesprochen wird der Professor von dem Theaterschauspieler Klaus Nägelen, dessen Stimme auch in den Hörspielreihen Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg zu hören ist, die ebenfalls bei Kiosk unter der Regie von Ulli Herzog erscheinen.

Der eigentliche Held der Serie ist aber der junge sportliche Physikstudent Jan Tenner. Er steht dem Professor als Versuchskaninchen für seine Seren zur Verfügung und muss ein ums andere Mal die Welt retten. Gesprochen wird er von Lutz Riedel, der auch James-Bond-Darsteller Timothy Dalton im Deutschen seine Stimme leiht. Jan Tenner steht bei seinen Abenteuern Laura, die Assistentin von Professor Futura, zur Seite. Sie wird von Marianne Groß (Synchronstimme von Phylicia Rashād als Claire Hanks-Huxtable in der Bill Cosby Show) gesprochen.

Letzte, der ständig auftretende Hauptfiguren, ist General Forbett. Der General will am liebsten alle Problem mit Bomben oder Kanonen lösen, ist im Grunde aber ein gutmütiger Mensch. Ihm leiht Heinz Giese seine Stimme, der unter anderen Yul Brynner in Die glorreichen Sieben synchronisierte.

Die ersten sechs Episoden schrieb Dick Farlow alias H. G. Francis (Die Gruselserie). Danach stammen die Geschichten aus der Feder von Kevin Hayes alias Horst Hoffmann (Perry Rhodan). Der Wechsel der Autoren macht sich in der Serie stark bemerkbar. Bei Francis gibt es immer eine Bedrohung pro Folge, die von Jan mithilfe eines Serums des Professors überwunden wird.

Mit der Folge "Finsternis über Westland" übernimmt Hoffman die Serie als Autor. Jetzt gibt es einen Folgen übergreifenden Erzählbogen, in den durch kleine Korrekturen auch die ersten sechs Episoden eingebunden werden. Den Höhepunkt bildet sicherlich die Suche nach dem Stein der Macht, welche sich über acht Kassetten erstreckt. Trotzdem ist fast jede Jan-Tenner-Episode ohne Vorwissen zu verstehen. Nicht groß weiter entwickelt werden hingegen die Figuren. So bleibt die Beziehung von Laura und Jan immer in der Flirt- und Picknick-Phase stecken.

"Nun Laura habe ich Dir zu viel versprochen, ein Picknick im Mondschein. Du und ich ganz allein im stillen Rockytal. Um uns herum die friedliche Natur und ..."
"Mein lieber Jan, ich habe Deine Einladung zu diesem Picknick nur angenommen, weil ich nach dem Aufregungen der letzten Zeit mal ausspannen wollte. Vergiss das bitte nicht!"

Jan und Laura, Folge 31 "Die Steinzeitseuche"

Jan Tenner und seine Freunde leben im fiktiven Staat Westland, welcher in den ersten Folgen von verschiedenen Aliens bedroht wird. Meist beruhen die Angriffe auf einem Missverständnis, welches am Ende der Episode aus dem Weg geräumt werden kann. Anders ist das bei den aggressiven Leonen, die an die Uranvorkommen der Erde heran wollen. Unter anderem versuchen sie ihre Pläne mit künstlichen Vulkanausbrüchen ("Red-Rock in Flammen"), geheimer Unterwanderungen der Menschheit ("Invasion der Androiden") oder Killerpflanzen ("Angriff der Weltraumpflanzen") zu verwirklichen.

In der zehnten Folge taucht mit Professor Zweistein (Klaus Miedel) zudem ein weiterer wiederkehrender Gegner auf. Mit dem gestohlenen Wissen von Professor Futura versucht der irre Wissenschaftler, die Weltherrschaft zu erlangen ("Der wahnsinnige Professor" oder "Die Zeitfalle").

"Warum sollte Zweistein Mitleid mit Euch törichten Menschen haben?"
"Zweistein, Sie sind doch auch ein Mensch."
"Ich bin ein Genie. Ich bin der erste Übermensch! Werden Sie mit den Leonen allein fertig und halten Sie mich nicht auf."

Professor Zweistein und Oberst Anderson, Folge 17 Zweisteins Falle

1984 führt Hoffmann in "Zweisteins Falle" die beiden Gegner der Menschheit in einer Geschichte zusammen. Jan Tenner, Laura, Professor Futura und General Forbett fliegen mit dem Raumschiff Silbervogel ins Weltall. Nachdem sie die Machenschaften Zweisteins verhindert haben, können sie nicht nach Hause zurückkehren. Die Leonen haben den Planeten besetzt und abgeriegelt. Die einzige Hoffnung zur Befreiung der Erde, ist der sagenhafte Stein der Macht – doch auch Zweistein ist längst hinter dem Artefakt her.

So beginnt ein Wettlauf durch das All auf der Suche nach dem Planeten der 1000 Wunder. Die Helden landen auf einem Planeten mit Vogelmenschen, einer Wasserwelt ("Der Schatz von Lurya"), einen Waldplaneten ("Die grüne Hölle") und auf einem Totenschiff – die wohl gruseligste Folge der Serie. Während der Weltraumodyssee zeigen sich deutlich die Stärken der Reihe. Zum einen der Senses of Wonder, der sich deutlich näher an Flash Gordon als an Star Trek orientiert.

Außerdem wird an Bord des Silbervogels das Zusammenspiel der vier Helden untereinander vertieft und weiter ausgebaut. Mit dem Bordcomputers Mimo (Wilfried Herbst) kommt auch eine neue ständig wiederkehrende Figur hinzu. Der General erhält in Mimo einen Gegenpart, der ihn ständig in Auseinandersetzungen und Streitereien verwickelt.

"General, General, verscherzen Sie sich nicht meine Sympathie, die ich gerade eben für Sie entdeckt habe."
"Ach, Du kannst mich mal!"

Mimo und General Forbett, Folge 17 "Zweisteins Falle"

Nachdem die Erde befreit wurde, folgen ein paar Hörspielkassetten, in denen sich die Helden mit den Hinterlassenschaften der Leonen ("Explosion der Sonne") und den irren Plänen Zweisteins ("Die Steinzeitseuche") herumschlagen müssen. Erst 1986 treten in der Folge "Planet der Puppen" neue dauerhafte Feinde aus einem anderen Universum auf. Jan Tenner muss schließlich im dunklen Imperium gegen das Nichts kämpfen.

Zum Ende der Reihe gibt es jeweils zwei Doppelfolgen mit neuen Bedrohungen. Wobei die beiden Kassetten über das Unterseevolk der Azzarus sicher die bessere Geschichte erzählen. "Invasion der Ginnicks" und "Krieg der Planeten" bieten mit den niedlichen Aliens allerdings die unterhaltsameren Gegner. Auch die 45. Episode "Zweisteins Rückkehr" war 1989 als Doppelfolge geplant. Die Fortsetzung kam aber nicht in die Läden und die Serie wurde von Kiosk im selben Jahr ohne Angaben von Gründen eingestellt. Erst im November 2000 erschien mit "Mimo, der Rächer" die Abschlussfolge der Serie.

Unter den Kinderhörspielen der Achtziger Jahre war Jan Tenner eine der wenigen Science-Fiction-Reihen. Die Serie erfindet das Genre nicht neu und bietet – gerade beim Wiederhören als Erwachsener – zum Teil recht trashige Unterhaltung. Im puncto Emanzipation war die Serie ihrer Zeit sicherlich nicht voraus, was man an Laura sieht. Sie begleitet Jan zwar auf all seinen Abenteuern, es ist aber immer die Frau, welche sich fürchtet und von den Helden gerettet werden muss. Laura ist auch die einzige Figur, außer dem Bordcomputer, die nur einen Vornamen besitzt.

Etwas moderner ist die Rolle des Militärs dargestellt. Gerade an den gegensätzlichen Auffassungen von General Forbett auf der einen und Jan, Laura und Professor Futura auf der anderen Seite, wird immer wieder gezeigt, dass friedliche Lösungen im Konflikt mit Fremden besser sind. Obwohl, gerade Jan Tenner gerne auch einmal seine Fäuste für sich sprechen lässt.

"Die Pistolen kann ich besser gebrauchen als Sie, Commander. Dafür schenke ich Ihnen diesen Kinnhaken."

Jan Tenner, Folge 43 "Invasion der Ginnicks"

Neben den Geschichten, den Helden und ihren Sprechern ist es auch die Musik von Jutta Stahlberg, die den Charme der Hörspiele ausmacht. Diese war in der Neuauflage der Serie Jan Tenner – Die neue Dimension aus dem Jahr 2001 nicht mehr zu hören. Die neue Reihe war Fortsetzung und Reboot zugleich. Die Figuren wurden zum Teil leicht verändert, so ist Laura nicht mehr die Assistentin Futuras, sondern eine Computerspezialistin. Die gravierendsten Änderungen beim Neustart waren wohl die Sprecher, die für Jan Tenner – Die neue Dimension neu besetzt wurden.

Die Zeit für Jan Tenner war 2001 aber abgelaufen. Der Erfolg der neuen Serie blieb aus und so wurde sie nach nur elf Folgen wieder eingestellt, obwohl noch mindestens drei Episoden geplant waren. Ein Held, der mit Hilfe verschiedener Seren die Welt rettet und sich bei Bedarf auch einmal in eine grüne Riesenspinne verwandelt, war nicht mehr zeitgemäß.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Kiddinx

Jan Tenner | Folge 01 - Angriff der grünen Spinnen - HÖRSPIEL IN VOLLER LÄNGE

Hörspiel: Das Schwarze Auge wird fortgesetzt

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Das Schwarze Auge Hörspiel

Markus Winter, Chef des Hörspiellabels WinterZeit Audiobooks hat sich zur Zukunft der Serie Das schwarze Auge geäußert. In einem Interview mit DSAnews berichtete er, dass man bereits an der Fortsetzung der Fantasyreihe arbeite.

„Wie gesagt, die Serie ist sehr erfolgreich. Und da das so ist, haben wir direkt Nägel mit Köpfen gemacht und zwei weitere Staffeln geplant. Die Drehbücher für die zweite sind fertig, da startet im Frühjahr die Produktion, erscheinen dürfte sie dann ab Winter 2018/19."

Das Schwarze Auge ist eines der bekanntesten deutschen Pen-and-Paper-Rollenspielsysteme. Die dem Spiel zugrunde liegende Fantasywelt Aventurien wurde von Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs und Ulrich Kiesow entworfen.

WinterZeit Audiobooks und das Hörspiellabel Audionarchie haben bisher vier Folgen der Hörspielreihe veröffentlicht, die in der Fantasywelt angesiedelt sind. Teil 5 Im Reich des Nekromanten erscheint Ende März und die sechste Folge Kampf Um die Macht soll im Juni folgen.

In dem Hörspiel sind bekannte Synchronsprecher wie Claus-Peter Damitz (Peter Dinklage), Gabrielle Pietermann (Emma Watson und Emilia Clarke), Eckart Dux (Ian McKellen in der Hobbittrilogie), Marcus Off (Johnny Depp in Fluch der Karibik 1 bis 3), Angela Wiederhut (Nikki Reed in der Twilight-Saga) und Marco Kröger (Idris Elba als Heimdall in Thor) zu hören.

Zumindest in der geplanten zweiten Staffel werden die Sprecher wieder mit von der Partie sein, da sich die Handlung erneut um den Zwerg Gundar Gemmenschneider und seine Gefährten drehen wird. Ob die Helden auch in der dritten Staffel mit dabei sind oder man eine völlig neue Geschichte aus Aventurien erzählen wird, haben die Macher der Serie bisher noch nicht entschieden.

Xanadu: 1Live sendet ein Hörspiel über Ritualmorde auf einem Saturnmond

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Die Kopfgeldjägerin Callista Starbuck ist gezwungen, auf dem fünften Mond des Saturns unterzutauchen. Mit stickiger Luft, Methanregen und minus 179 Grad Celsius ist dies kein wirklich angenehmer Ort zum Leben. Seitdem man dort allerdings das wertvolle Element Tautonium 8 abbaut, ist die einstige Forschungsstation Xanadu-City zu einer gigantischen Minensiedlung angewachsen.

Als Callista Zeugin eines Anschlags auf ihre nicht menschlichen Nachbarn wird, schafft sie es gerade noch, deren Nachwuchs und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Kurz darauf erhält sie einen Auftrag der Tholin Mining Company. Sie soll etwas über die grausamen Ritualmorde an deren Angestellten herausfinden. Gibt es eine Verbindung zwischen den Morden und dem Anschlag auf Callistas Nachbarn?

In dem Hörspiel sind Luise Helm (Synchronstimme von Scarlett Johansson), Jens Wawrczeck (Peter Shaw aus Die drei ???), Engelbert von Nordhausen (Synchronstimme von Samuel L. Jackson) und Marlon Kittel (Verschwende deine Jugend) zu hören.

Xanadu wurde von der Science-Fiction-Autorin Myra Çakan geschrieben. Die Regie führte Annette Kurth, die zuvor Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde und Steward O'Nans Roman Halloween als Hörspiel adaptierte und außerdem den zweiten und dritten Teil des Zombiehörspiels Die Infektion inszenierte.

1Live sendet das Hörspiel am 22. Februar von 23 bis 0 Uhr. Anschließend steht es im WDR-Hörspielspeicher befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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