Hörspiel

Gruselkabinett 144: Kritik zum Hörspiel Der gewaltige Gott Pan

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Gruselkabinett gewaltige Gott Pan

Die Geschichte beginnt idyllisch im Jahr 1864 auf dem Landgut von Dr. Raymond. Die Vögel zwitschern und die Grillen zirpen. Der Doktor unterhält sich mit seinem Besucher Mr. Clark über die Schönheit der Natur, bevor er seinen Freund bittet, Zeuge eines grausigen medizinischen Experimentes zu sein. Clarke soll einer Operation an Raymonds Adoptivtochter Maria beiwohnen, bei der Dr. Raymond ihr eine lange Nadel ins Gehirn einführen will. So sollen Hirnareale aktiviert werden, die es der jungen Frau ermöglichen in die Dimension des antiken Gottes Pan vorzustoßen.

Das Experiment gelingt oder schlägt auf grausige Weise fehl, je nachdem, ob man Dr. Raymonds oder Mr. Clarkes Meinung folgen will. Jahre später kommt es in London zu mehreren ungeklärten Selbstmorden von Mitgliedern der besseren Gesellschaft. Über seinen Freund Mr. Clark kommt Mr. Villiers auf die Spur einer jungen geheimnisvollen Frau, die seinen ehemaligen Kommilitonen Charles Herbert geheiratet und anschließend in den Tod getrieben haben soll. Der Verdacht liegt nahe, dass die schöne Unbekannte auch hinter all den anderen mysteriösen Selbstmorden steckt. Zusammen mit seinen Clubkameraden Mr. Austin, versucht Mr. Villiers die geheimnisvolle Frau aufzuspüren.

"Geht die Geschichte etwa noch weiter?"

Der gewaltige Gott Pan aus dem Jahr 1894 ist wohl das bekannteste Werk des Schriftstellers Arthur Machen. Der walisische Autor interessierte sich Zeit seines Lebens für römische und keltische Geschichte sowie für das Verborgene und Unheimliche. So schloss sich der Autor auch dem Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung an, dem auch der Okkultist Aleister Crowley und der Dichter William Butler Yeats angehörten.

Sein Faible für das Übersinnliche schlug sich aber vor allem in seinem literarischem Werk nieder. Seine unheimlichen Erzählungen begeisterten und inspirierten seinen berühmten Zeitgenossen H. P. Lovecraft. Auch von Stephen King wurde Der gewaltige Gott Pan in den höchsten Tönen gelobt. Immerhin hatte es dann doch noch bis Folge 144 gedauert, bis in der Reihe Gruselkabinett Machens bekanntestes Buch vertont wurde. Das Label Titania Medien adaptiert für die Serie Gruselkabinett Schauergeschichten von klassischen Autoren wie Edgar Allan Poe, Bram Stoker oder H. P. Lovecraft.

"Sie hat den gewaltigen Gott Pan geschaut."

Wie schon in der Gruselkabinett-Kabinett-Folge Die Köpfe von Apex hat Michael-Che Koch eine Doppelrolle in dem Hörspiel inne. Es spricht Mr. Villiers, der auch als Erzähler durch die Handlung führt. Dass Koch ein guter Erzähler ist, hat ein in vielen Hörspielen bewiesen. Es gelingt ihn aber auch, den leicht verunsicherten und dennoch zu allem entschlossenen Villiers in den Hörspielszenen sehr gut darzustellen.

Bereits in Die Köpfe von Apex spielte Koch an der Seite von Thomas Balou Martin. In Der gewaltige Gott Pan spricht Martin Mr. Clarke. Er klingt hier älter, ängstlicher und nicht ganz so rau wie gewohnt, was gut zu seiner Rolle passt.

Da Dr. Raymond, wie Viktor Frankenstein oder Dr. Moreau, dem Urtyp eines skrupellosen Wissenschaftlers entspricht, legt auch Jacques Breuer (Synchronstimme von Stephen Dillane als Stannis Baratheon in Game of Thrones) bei seiner Interpretation eine ordentliche Priese Wahnsinn in seine Darstellung. Sein Dr. Raymond beherrscht aber das gesamte Spektrum von freundlichem Gespräch über die Schönheit der Natur bis zu purer Verzweiflung am Ende, so dass seine Figur nie in die Lächerlichkeit abrutscht.

Daniela Bette (Lindenstraße) hat in dem Hörspiel nur einen geringen Sprechanteil, obwohl die von ihr gespielte Helen Vaughn die Antagonistin des Hörspiels ist. Sie schafft es, ihre kurzen Auftritte gut zwischen Verführung und Bedrohung anzulegen. In weiteren Rollen sind Bodo Primus (Hörspielreihe Der letzte Detektiv), Lutz Reichert (Tatort), Matthias Lühn (Sprecher des Hörbuches Die Lügen des Lock Lamora) und in einem Kurzauftritt Detlef Bierstedt (Synchronstimme von George Clooney und Jonathan Frakes) zu hören.

"Aber es ist möglich, diesen Schleier zu lüften und hinter die Schatten zu blicken."

Trotz sehr guter Sprecher lässt die Folge den Hörer mit einem zwiespältigen Gefühl zurück. Der Beginn mit dem bestialischen Experiment fällt recht unheimlich und verstörend aus – nicht so sehr wegen der übernatürlichen Geschehnisse, sondern wegen der Gewalt, die der Doktor bei der Operation an seiner Adoptivtochter anwendet.

Danach wird die Spannung eher langsam aufgebaut und das Hörspiel erinnert mehr an einen Krimi als an eine Horrorerzählung. Die Geschichte gleicht in ihrer Erzählweise einer Zwiebel. Michael-Che Koch führt in eine Szene ein, in der dann eine weitere Figur etwas berichtet, was wieder in einer neuen Hörspielszene mündet. Inhaltlich und formal wird so Schicht um Schicht der gesamten Geschichte bloß gelegt.

Das ist gerade beim ersten Hören teilweise sehr verwirrend und es fällt schwer, den Überblick zu behalten. Andererseits wird so die Spannung aufrechterhalten und der Hörer besitzt immer nur denselben Wissensstand, wie die Figuren im Hörspiel.

"Was Mann und Frau miteinander tun, das sollte nicht Gegenstand von Gesprächen unter Gentlemen sein, niemals!"

Während Machens Geschichte bei ihrer Veröffentlichung 1894 durch die lediglich angedeuteten Sexszenen einen Skandal auslöste, ist die unterdrückte Sexualität der viktorianischen Männer aus heutiger Sicht nicht wirklich ein guter Stoff für eine Horrorgeschichte. Die lüsterne und scheinbar männermordende Frau sorgt im Hörspiel nicht wirklich für echtes Grauen.

Vielmehr scheinen die meisten Männer im Hörspiel von Helens Verlangen überfordert zu sein. Die ganze Zeit steht die Frage im Raum, was sie mit den scheinbar so prüden Engländern auf ihren Orgien Schreckliches getrieben haben mag, dass den Herren Selbstmord als einziger Ausweg erschien?

Der Schrecken und Ekel, welche die Ermittler schon bei Anblick eines Gemäldes mit einer antiken Orgie überkommt, will einen heute nicht mehr so recht überzeugen. Der titelgebende Gott Pan, welcher auf dem schön gestalteten Cover zusehen ist, tritt in dem Hörspiel nur indirekt auf und kann somit auch nicht als zusätzliche Schreckensgestalt dienen.

"Nicht umsonst habe ich mich die letzten zwanzig Jahre mit transzendentaler Medizin beschäftigt."

Das wirklich Böse in Der gewaltige Gott Pan geht von Dr. Raymond aus, welcher die junge Maria zum Spielball seiner obskuren Experimente macht. Es wäre leicht gewesen, dieses Motiv in dem Hörspiel zu verstärken und es somit zu aktualisieren. Wie schon bei den anderen Titeln der Gruselkabinett-Reihe hielt sich Regisseure Marc Gruppe aber eng an die Vorlage und hat auf Modernisieren verzichtet.

Diese Entscheidung hat dem Hörspiel nicht geschadet. Über seine 77 Minuten Laufzeit bleibt die Spannung gleichbleibend hoch, obwohl oder gerade weil man sich die ganze Zeit fragt, warum die wohlhabenden Gentlemen sich reihenweise umbringen. Unterstützt wird dieses durch die Musik, welche dezent im Hintergrund erklingt und eine permanente gruselige Stimmung verbreitet. Da ist es auch zu verschmerzen, dass die finale Auflösung im Jahr 2019 nicht mehr hundertprozentig überzeugen kann.

"Solch eine Schande ist schwer zu verkraften."

Fazit

Titania Medien hat mit Der gewaltige Gott Pan ein Hörspiel produziert, dem man deutlich anmerkt, dass die Vorlage aus dem 19. Jahrhundert stammt und sich die moralischen Vorstellungen seitdem gewandelt haben. Auch wenn die Auflösung somit nicht ganz schlüssig erscheint, wird den Hörern doch ein gruseliges Erlebnis geboten. Wer immer schon einmal wissen wollte, was es mit den viel gelobten Werk Arthur Machens auf sich hat, sollte bei dieser Gruselkabinett-Folge zugreifen.

Eine kurze Hörprobe ist hier zu finden.

Die vergessene Welt: Hörspiel nach einem Roman von Arthur Conan Doyle

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Hörspiel Headergrafik

Der junge Reporter Edward Malone soll im Auftrag seiner Zeitung den bekannten Zoologen Professor Challenger auf eine seiner Expedition begleiten. Ziel der Reise ist eine entlegene Gegend im Dschungel Südamerikas. Ebenfalls Teil des Expeditionsteams sind der Großwildjäger Lord Roxton und Challengers Widersacher Professor Summerlee.

Malone Auftrag lautet Professor Challenger als Hochstapler zu entlarven, denn der Wissenschaftler glaubt fest daran, dass auf einem unzugänglichen Hochplateau eine vergessene Welt voller urzeitlicher Dinosaurier existiert. Allen Spöttern und Gefahren zum Trotz setzt Challenger alles daran, der Welt die Wahrheit hinter seiner Theorie zu beweisen.

Seine Geschichte Die vergessene Welt veröffentlichte der Autor Arthur Conan Doyle 1912 als Fortsetzungsroman im Strand Magazine. Dort waren zuvor schon seine Sherlock-Holmes-Erzählungen erschienen, die Doyle berühmt gemacht hatten. Es folgten bis 1929 noch vier weitere Bücher mit den neuen Abenteuern Challengers. Die vergessene Welt wurde mehrfach verfilmt. Bereits 1925 kam Doyles Dinosauriergeschichte erstmals als Stummfilm in die Kinos.

In Die vergessene Welt sind Jürgen Thormann (Synchronsprecher von Ian McKellen), Timmo Niesner (Synchronsprecher von Elijah Wood), Jochen Schröder (Synchronsprecher von James Cromwell), Klaus Sonnenschein (Synchronsprecher von Morgan Freeman), Ronald Nitschke (Synchronsprecher von Tommy Lee Jones), Lothar Blumhagen (Synchronsprecher von Christopher Plummer) und Friedrich Schoenfelder (Synchronsprecher von Peter Cushing) zu hören.

Deutschlandfunk sendet das Hörspiel nachts am 6. April von 0.05 bis 1 Uhr. Teil 2 folgt zur selben Sendezeit am folgenden Samstag den 13. April.

Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg: Kritik zur 1. Hörspielstaffel

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Jules Verne Abenteuer Phileas Fogg Hörspiel

Es beginnt mit dem Ende einer Reise einmal rund um die Welt in 80 Tagen. Phileas Fogg hat seine Wette gewonnen und sitzt entspannt in seinem Club, als er von einer jungen Frau um Hilfe gebeten wird. Es ist die Nichte des berühmten Meeresforschers Pierre Aronnax. Der Professor ist während einer Seereise mitten auf dem Atlantik spurlos aus seiner Schiffskabine verschwunden.

Zusammen mit seiner Frau Aouda und seinem treuen Diener Passepartout macht sich Fogg auf nach New York, um dort mit seiner Suche nach dem Professor zu beginnen. Doch als seine Frau bei einem mysteriösen Angriff auf ihr Schiff über Bord fällt, springen Fogg und sein Diener hinter ihr her in die Fluten. Gerettet werden die drei von Kapitän Nemo und seinem einzigartigen Unterseeboot, der Nautilus.

An Bord treffen sie auch den verschwundenen Professor, der sich im Gegensatz zu den drei Weltreisenden aus freien Stücken dort aufhält. Nachdem Fogg Nemo aus den Tentakeln eines riesigen Kraken gerettet hat, verdient er sich die Freundschaft des Kapitäns. Beide müssen schließlich erkennen, dass der Menschheit eine viel größere Gefahr durch den wahnsinnigen Erfinder Robur und seinen unheimlichen Handlangern droht.

"Für Sie und mich mag es das Zeitalter der Maschinen und Telegrafen sein, aber der gemeine Matrose ist noch genauso abergläubisch wie im finstersten Mittelalter."

Der französische Autor Jules Verne wurde vor allem durch seine fantastischen Abenteuerromane Reise um die Erde in 80 Tagen, 20.000 Meilen unter dem Meer, Der Kurier des Zaren oder Die Reise zum Mittelpunkt der Erde bekannt. Es gab zwischen den einzelnen Romanen so gut wie keine Querverbindungen. Nemo taucht zwar noch einmal kurz in den Roman Die geheimnisvolle Insel auf und James T. Maston vom Kanonenclub Baltimore hat sowohl in Vernes beiden Mondromanen als auch in Der Schuß am Kilimandscharo seinen Auftritt. Vernes Gesamtwerk ist aber weit davon entfernt, ein zusammenhängendes Universum zu bilden.

Die Hörspielserie Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg geht nun ganz anders an das Werk des französischen Schriftstellers heran. Die beiden Autoren der Reihe schaffen Verbindungen zwischen einzelnen Werken, die es vorher so nicht gab. Die erste Folge "Entführung auf hoher See" lehnt sich stark an 20.000 Meilen unter dem Meer an. Nur nimmt Phileas Fogg die Rolle von Ned Land und Professor Aronnax ein. Erst das Ende des zweiten Teils "Der Schatz von Atlantis" löst sich zum Ende hin vom Vorbild und führt sogar eine bekannte Figur aus dem Werk von Robert Louis Stevenson ein.

"Krieg in den Wolken" basiert mehr oder weniger lose auf der Erzählung Robur der Sieger, der sich hier als Oberbösewicht der ersten Staffel offenbart, aber noch ein paar unerwartete Helfer an seiner Seite hat. Das Staffelende in "Der Elephant aus Stahl" hat mit der Romanvorlage eigentlich nur noch die Figuren des Ingenieurs Banks und Oberst Munro sowie den titelgebenden Stahlelefanten gemeinsam.

"Geschafft, die Dampfmaschine steht still."

Die folgenden Abenteuer von Phileas Fogg in den nächsten Staffeln wurden unter anderen nach Motiven der Romane Der Kurier des Zaren, Die Kinder des Kapitän Grant, Das Karpatenschloss, Die Propellerinsel oder Der Goldvulkan verfasst. Wie selbstverständlichen fügen die Hörspielautoren auch fremde literarische Figuren, wie Dr. Henry Jekyll, Victor Frankenstein, Mycroft Holmes und Graf Dracula, in die Handlung mit ein.

Die Hörspielserie ist in Zusammenarbeit vom Maritim-Verlag mit WinterZeit Audiobooks entstanden. Die Idee zu der Jules-Verne-Reihe hatte Sebastian Pobot, der auch Phileas Fogg zum Helden der Reihe auserwählte. Die ersten vier Hörspiele wurden von Markus Topf geschrieben. Ab der zweiten Staffel, beginnend mit Folgen 5 "Das Geheimnis der Eissphinx", kommt Marc Freund als zweiter Autor hinzu.

"Nicht schießen, ich bin Engländer."

Als Erzähler der Reihe konnten die Macher Christian Brückner (Synchronstimme von Robert De Niro) gewinnen, der gerade zu Beginn und zum Ende jeder Folge mit seiner Stimme eine gemütliche Abenteuerstimmung erzeugt. Sascha Draeger (Tim in den TKKG-Hörspiel) als Phileas Fogg ist eine gute Wahl, weil es ihm unerwartet gut gelingt, als versnobter Engländer zu überzeugen. Nur in den Actionszenen wird immer wieder deutlich, dass Draeger seine Karriere als TKKG-Sprecher begann.

Ihm zur Seite stehen Annina Braunmiller (Synchronstimme von Kristen Stewart) als Aouda Fog, Marius Clarén (Synchronstimme von Tobey Maguire) als Passepartou, K. Dieter Klebsch (Synchronstimme von Alec Baldwin) als Kapitän Nemo, Hartmut Neugebauer (Synchronstimme von Robbie Coltrane) als Robur, Holger Löwenberg (Synchronstimme von Danny Trejo) als Dr. Henry Jekyll, Dietmar Wunder (aktueller Hörspielsprecher von John Sinclair) als Victor Frankenstein und Jürgen Thormann (Synchronstimme von Michael Caine) als Oberst Munro.

"Doch für die nächsten 15 Minuten erfordert dieses kubanische Zigarre meine ungeteilte Aufmerksamkeit."

Einzige Enttäuschung ist Michael Pan (Synchronstimme von Brent Spiner). Sein Professor Aronnax hört sich an, als wolle er einen klischeehaften verwirrten Wissenschaftler in einen Bugs-Bunny-Cartoon synchronisieren. Leider fällt Manfred Lehmann (Synchronstimme von Bruce Willis) Rolle als Ned Land viel zu kurz aus – gerade da der Sprecher sonst nur selten in Hörspielen mitwirkt. Beides ist damit zu erklären, dass Phileas Fogg die Rollen der beiden Figuren übernimmt. Besser wäre es aber gewesen, auch den Sprechanteil des Professors zu kürzen, anstatt ihn zur Witzfigur herabzustufen.

Auffallend ist, dass selbst kleine Nebenrollen mit erfahrenen Synchronsprechern besetzt worden. So finden sich Marie Bierstedt (Synchronstimme von Kirsten Dunst), Helmut Krauss (Synchronstimme von John Goodman, Lutz Mackensy (Erzähler der Fünf-Freunde-Hörspiele), Sascha Rotermund (Synchronstimme von Benedict Cumberbatch), Norbert Langer (Synchronstimme von Tom Selleck) und Till Hagen (Synchronstimme von Clark Gregg) auf der Besetzungsliste der ersten vier Folgen wieder.

Die Titelmelodie führt unterhaltsam und fröhlich in die jeweilige Folge hinein. Ansonsten fügt sich die Musik gut in die jeweiligen Szenen ein. Schon die schön gestalteten Cover wecken die Abenteuerlust der Hörer – wenn man sich denn auf den wilden Jules-Verne-Mix einlassen will.

"Ich kann auf die Begegnung mit einem Tiefseeungeheuer getrost verzichten."

Eines sollte der Hörer nämlich wissen – er bekommt in der Reihe keine Adaption klassischer Jules-Verne-Geschichten. Lediglich die erste Folge rund um die Nautilus bleibt eng am Original – nur eben mit einem neuen Helden. Der Stahlelefant ist sehr frei erzählt und kommt mit Ideen daher, die nicht jeden Hörer gefallen werden. Darunter leidet die abenteuerliche Grundstimmung, welche die Romane von Jules Verne sonst auszeichnet.

Im Gegenzug klebt "Entführung auf hoher See" zu sehr an der Vorlage und ist somit sehr vorhersehbar und stellenweise ein wenig langweilig. Es ist eine schmale Linie zwischen einem zu wilden viktorianischen Mash-Up und dem bloßen Nacherzählen der bekannten Geschichten. Gut gelingt dies den Machern in der zweiten und dritten Folge.

"Der Elephant aus Stahl" ist eine reine Geschmacksfrage – auf wie viel Neuerungen will man sich einlassen. Da auch Frankenstein und Dracula später ihre Auftritte in der Serie haben, sollten Puristen um die Reihe lieber einen Bogen machen. Die bunte Mischung macht aber durchaus Spaß. Es bleibt zu hoffen, dass die Autoren in den folgenden Hörspielen die Balance finden und neue Figuren so geschickt einbauen, wie Dr. Jekyll.

Bisher sind 18 Folgen der Hörspielserie Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg und die Spin-Off-Reihe Oscar Wilde & Mycrolf Holmes erschienen. Die einzelnen Episoden haben jeweils eine Länge von ungefähr einer Stunde.

Fazit

Die Abenteuerhörspiele können, bis auf eine Ausnahme, gerade durch ihre professionellen Sprecher begeistern. Nur sollte man als Hörer wissen, worauf man sich einlässt: Die Serie bietet keine klassische Jules-Verne-Adaption, sondern mischt seine Geschichten wild mit den Figuren anderer viktorianischer Autoren. Wer das als Grundkonzept akzeptiert, kann mit viel Spaß Phileas Fogg bei einer weiteren Weltreise begleiten.

Die ersten vier Folgen der Reihe sind kostenfrei auf YouTube verfügbar.

Jules Verne: Die neuen Abenteuer... - Folge 1: Entführung auf hoher See (Komplett)

Die Millionen des Kamylk Pascha: Hörspiel nach einem Roman von Jules Verne

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In dem Hörspiel Die Millionen des Kamylk Pascha begibt sich der französischen Handelsschiffer Thomas Antifer auf Schatzsuche. Die Geschichte basiert auf dem Roman Meister Antifers wunderbare Abenteuer von Jules Verne aus dem Jahr 1894.

Der reiche Ägypter Kamylk Pascha versteckte einst mehrere mit Gold und Diamanten gefüllte Fässer auf einer einsamen Insel. Während Napoleons Ägypten Feldzug rettet Thomas Antifer dem Pascha das Leben. Deswegen erhält Antifer nach dem Tod des Ägypters einen Brief, in dem von dem versteckten Schatz des Paschas erfährt. Allerdings enthält das Schreiben nur den Breitengrad der Schatzinsel. Der fehlende Längengrad soll ihm durch einen Unbekannten noch mitgeteilt werden.

Aber auch Thomas Antifer stirbt, ohne die Fässer zu finden. Sein Sohn will nicht länger warten und begibt sich auf Reisen, um die Lage der Insel auf eigene Faust herauszubekommen. Aber auf seine Fersen setzen sich die Verwandten von Kamylk Pascha, die dieser einst enterbte.

Der französische Autor Jules Verne wurde vor allen durch seine fantastischen Romane wie Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, Von der Erde zum Mond oder 20.000 Meilen unter dem Meer bekannt. Daneben schrieb er aber auch viele bekannte Abenteuergeschichten wie Reise um die Erde in 80 Tagen, Der Kurier des Zaren und das nicht ganz so bekannte Buch Meister Antifers wunderbare Abenteuer.

In dem Abenteuerhörspiel sind unter anderen Hans Clarin (Pumuckl, Hui-Buh), Karl Walter Dieß (Synchronsprecher von Roger Moore), Hans Jürgen Diedrich (Meisterszenen der Klamotte) und Robert Atzorn (Die Affäre Semmeling) zu hören.

Bei der ersten Ausstrahlung 1981 wurde Die Millionen des Kamylk Pascha in drei Teilen ausgestrahlt. Bayern 2 sendet das komplette Hörspiel am Samstag den 30. März von 15.05 bis 16.32 Uhr.

Sherlock & Watson – Ein Fluch in Rosarot: SWR 2 sendet ein modernes Holmes-Hörspiel

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SWR 2 sendet einen neuen Fall aus der Reihe Sherlock & Watson - Neues aus der Baker Street. Die Hörspiele folgen derselben Grundprämisse wie die BBC-Serie Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman in den Hauptrollen, die 2010 startete. Auch in Sherlock & Watson ermittelt der Meisterdetektiv im heutigen London und wird von Scotland Yard bei schwierigen Fällen zurate gezogen. Begleitet wird er von seinem getreuen Watson, der die Abenteuer des Teams in sein Blog festhält.

In dem Fall Ein Fluch in Rosarot berichtet Dr. Watson in seinem Blog auf die Bitten seiner Follower, wie er Sherlock Holmes kennenlernte. Der Arzt wird nach seinen Afghanistan-Einsatz mit einer posttraumatische Belastungsstörung und akuter Suizidgefahr in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Dort erfährt er, dass der britische Schauspieler Joel Strange Selbstmord begangen haben soll. Watson war ein großer Fan des Schauspielers und will die Wahrheit hinter dem vermeintlichen Selbstmord aufdecken. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf Holmes, der es sich nicht nehmen lässt, den Fall an sich zu ziehen und mit seinen logischen Verstand zu lösen.

In dem Hörspiel von Regisseurin Viviane Koppelmann sind Johann von Bülow (Das Adlon – Eine Familiensaga), Florian Lukas (Grand Budapest Hotel), Stefan Kaminski (seit 2012 Synchronstimme von Kermit der Frosch), Peter Jordan (Sommerfest), Judith Engel (Der Schattenmann) und Kai Magnus Sting (Paul Temple und der Fall Gregory) zu hören.

SWR 2 sendet das Kriminalhörspiel nach Motiven von Arthur Conan Doyle am Donnerstag, den 29. März um 22.03 Uhr. Der zweite Teil von Ein Fluch in Rosarot folgt am Freitag, den 5. April zur selben Sendezeit.

Gruselserie 2: Kritik zum Hörspiel Yeti – Kreatur aus dem Himalaya

Wer die 80er Jahre als Kind nicht selbst miterlebt hat und bei Hörspielkassette schnell googeln muss, was das überhaupt noch mal für ein antikes Speichermedium war, der könnte denken, das Hörspiel Label Europa hätte mit der Gruselserie eine neue Horroranthologiereihe auf den Markt gebracht. Es handelt sich dabei aber um die Fortführung der von vielen geliebte Hörspielreihe von Autor H. G. Francis, welche zwischen 1981 und 1982 erschien.

Für die zweite Folge des Serienneustarts wurde mit dem Yeti ein klassisches Monster auswählt, das gut zu all den Vampiren, Werwölfen, Horrorameisen und Mumien passt, welche die Serie in den 80er Jahren bevölkerten. Eine britische Tageszeitung sponsert eine Expedition nach Tibet. Ein fünfköpfiges Team aus Bergsteigern soll dort den legendären Yeti aufspüren und Beweisfotos schießen.

Zu Beginn ihrer Reise durch den verschneiten Himalaya sind die Teilnehmer skeptisch, dort Spuren der sagenumwobenen Kreatur zu entdecken. Doch in der ersten Nacht haben alle fünf eine Vision von tibetischen Mönchen und einer grauenhaften weißen Gestalt, die sie warnt näherzukommen. Während sie am darauffolgenden Abend ihr Lager aufschlagen, hören sie die Hilferufe einer Frau. Als sie ihr zur Hilfe eilen, kommen die fünf dem Ziel ihrer Reise viele näher als gewollt.

"So Kinder, es bleibt noch genügend Zeit, uns Schauergeschichten zu erzählen – kommt weiter!"

Der 2011 verstorbene Francis war durch seine Science-Fiction-Serie Commander Perkins bekannt geworden. Parallel zu der Gruselserie verfasste er auch die ersten Hörspiele der Reihe Jan Tenner. Zum Bedauern vieler Fans war 1982 Schluss mit der Horroranthologieserie aus dem Hause Europa. Francis schrieb weiterhin für die Jugendhörspiele Masters of the Universe sowie einzelnen Folgen für Die drei ???, TKKG oder Fünf Freunde.

Die alten Hörspiele der ursprünglichen Gruselserie wurden zwar 1987 und 1999 neu aufgelegt, aber wirklich Neues gab es nicht zu hören. Man kann allerdings ganz ketzerisch die Frage stellen, ob es in Francis Horrorhörspielen überhaupt viel Neues enthielt? Einige Folgen waren mehr oder weniger stark von filmischen Vorbildern wie Tarantula oder Alien beeinflusst. Aber gerade bei Klassikern wie Dracula und Frankenstein zeigte Francis sein kreatives Potenzial. Er ließ die Figuren immer wieder in der Serie auftreten ließ und löste sich zunehmend von literarischen und filmischen Vorbildern.

"Ich steh kurz vor einen Lagerkoller. Schließlich bin ich nicht zum Campen im Himalaya-Gebirge."

Mit André Minninger besitzt die zweite Folge der Neuauflage einen erfahrenen Autor. "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya" ist nicht Minningers erstes Dialogbuch für eine Hörspielproduktion. Er verfasste für das Label schon mehrere Folgen der Jugendserien TKKG und Die drei ???. Außerdem steht ihm Heikedine Körting als Produzentin und Regisseurin zur Seite. Sie ist seit mehreren Jahrzehnten für Die drei ???, Fünf Freunde, TKKG sowie für die ursprüngliche Gruselserie aus den 80er Jahren verantwortlich.

So fiel es ihr sicher nicht schwer für die erste Folge "Polterabend – Nacht des Entsetzens" Andreas Fröhlich (Bob Andrews in Die drei ???) und Sascha Draeger (Tim in TKKG) zu gewinnen. Aber auch die Besetzung von "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya" kann sich hören lassen. Als Erzähler der Geschichte fungiert Udo Schenk. Er macht seine Sache generell sehr gut, klingt aber stellenweise zu sehr nach einem fiesen Bösewicht, was sich mit Schenks Tätigkeit als Synchronsprecher von Gary Oldman und Ralph Fiennes erklären lässt.

"Quatsch keine italienischen Opern – Suppe bleibt Suppe!"

Die Hauptrollen der Bergsteiger werden von Till Demtröder (Stimme von Carth Onasi in Star Wars: Knights of the Old Republic), Marek Harloff (Hörspiel Die Fabrik), Marek Erhardt (Der Sandmann), Achim Buch (Synchronstimme von Jiang Wen in Rogue One) und Nico König (Stimme von Rhys in Fallout 4) gespielt. Alle Fünf machen ihre Sache großartig, allerdings sind ihre Stimmen sehr ähnlich, und nur König als Italiener Giuseppe lässt sich schnell aus der Menge heraus hören – was nicht so sehr an seiner markanten Stimme liegt, sondern an den vielen Italien-Klischees, mit denen seine Rolle behaftet ist.

Zu den fünf Sprechern gesellt sich später Henrike Fehrs (Rote Rosen) als Trixie, die sicherlich das Beste aus ihrer Figur heraus holt, dabei aber ebenfalls sehr im Klischee gefangen bleibt. In weiteren kleineren Rollen sind Michael Lott (Mark Brandis: Weltraumpartisanen), Rüdiger Schulzki (ab Folge 183 Onkel Titus in Die drei ???), Merete Brettschneider (Marie Grevenbroich in Die drei !!!), Stefan Brönneke (Synchronstimme von Zach Galifianakis) und Herbert Tennigkeit (Stimme von Skeletor in der Zeichentrickserie He-Man) zu hören.

"Glauben wir wirklich an die Existenz dieses sagenumwobenen Yetis?"

Bei der großen Fanbasis der alten Gruselserie ist Europa ein gewisses Risiko eingegangen, die Reihe nach 37 Jahren fortzusetzen, auch wenn der 80er-Retro-Trend noch nicht vorbei ist. Die Käufer der neuen Folgen werden sich überwiegenden aus den Hörern von damals rekrutieren. Sie verbinden mit den Hörspielen schaurig-schöne Kindheitserinnerungen, werden als Erwachsene aber trotz der nostalgischen Erinnerungen auf einem anderen Niveau unterhalten werden wollen.

Für wen ist nun die Neuauflage der Gruselserie produziert? Für Kinder, wie die Folgen aus den 80er Jahren, oder für die heute erwachsenen Fans von damals? Zunächst ist "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya" kein wirkliches Horrorhörspiel. Es baut die Spannung sehr gut auf, ist aber insgesamt eher eine klassische Abenteuergeschichte mit Bergsteigern und einen bedrohlichem Monster. Dies wird auch an der musikalischen Untermalung deutlich, welche munter zwischen elektronischen, orientalischen, klassischen und jazzigen Melodien wechselt.

Als Kind waren die alten H. G. Francis Geschichten oft so gruselig, dass man beim Hören lieber das Licht anließ, den alten Teddy zur Unterstützung hervor holte und die Bettdecke bei Gefahr über den Kopf zog. Wenn man sie heute wieder hört, (sind alle als Streaming und Download verfügbar) fällt der Gruselfaktor doch wesentlich geringer aus.

Genauso verhält es sich mit "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya": Kinder werden die Spannung zum Teil kaum aushalten können, während abgebrühte Horrorfans bei der doch recht blutleeren Geschichte nur müde gähnen. Wer allerdings in Nostalgie schwelgen will und Freude an klassischen Abenteuergeschichten hat, kommt bei der zweiten Folge der neuen Gruselserie voll auf seine Kosten.

"Wenn das eine Falle ist?" „Dann feuere ich auf alles, was sich uns in den Weg stellt."

Ein Wort muss man noch zu der Frauenfigur in dem Hörspiel verlieren. Die Wurzeln der Gruselserie stammen aus dem 80er Jahren – allerdings gab es seitdem Fortschritte in der Frauenemanzipation. Trixie ist im Hörspiel die einzige Figur, die bei Gefahr immer hysterisch herum kreischt und von den Männern gerettet werden muss.

Das ist erstens nicht mehr zeitgemäß und zweitens auch extrem nervig anzuhören. Es wäre ein Leichtes gewesen, dies zu ändern und eine weibliche Bergsteigerin einzubauen. Vielleicht sollte man sich bei Europa mal bewusst machen, dass selbst bei TKKG die Zeiten vorbei sind, als Tim Gaby erklärt, dass die Verbrecherjagd für sie zu gefährlich ist.

Fazit

André Minninger und Heikedine Körting haben ein sehr gutes Abenteuerhörspiel mit leichtem Gruselfaktor abgeliefert. Genau deswegen fügt es sich gut in die alten Folgen von H. G. Francis ein. Um aus der Masse der Gruselhörspielereihen wie Geister-Schocker, Dreamland-Grusel oder Gespenster-Krimi herauszustechen, ist aber noch Luft nach oben – besonders bei den Frauenfiguren. Anfang Mai erscheint mit "Moskitos – Anflug der Killer-Insekten" die dritte Folge der neuen Gruselserie.

Die Gruselserie ist zurück! - Im Studio mit Heikedine Körting

Meisterdetektive um Mitternacht: Deutschlandfunk sendet Hörspiele nach Arthur Conan Doyle und G.K. Chesterton

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Die Mitternachtskrimis sind eine feste Rubrik im Programm des Deutschlandfunks – auch wenn auf diesen Sendeplatz zur Freude von Science-Fiction- und Horrorfans nicht nur Kriminalhörspiele gesendet werden. An den kommenden Samstagen nehmen zur Geisterstunde nun klassische Meisterdetektive die Ermittlungen auf.

Zum Auftakt untersucht Sherlock Holmes den Fall Der zweite Fleck. Arthur Conan Doyles berühmter Detektiv bekommt eines Tages Besuch vom ehemaligen englischen Premierminister und seinem Staatssekretär. Es geht um ein brisantes politisches Dokument, welches internationale Verwicklungen und sogar einen Krieg herauf beschwören könnte, sollte der Inhalt des Briefes bekannt werden.

Obwohl der Staatssekretär den Brief in einem verschlossenen Dokumentenkoffer verwahrt hatte, ist er verschwunden. Holmes muss nun den Dieb und den entwendeten Brief finden, um einen militärischen Konflikt zu verhindern. Schnell kommt er einem verschwunden Agenten auf die Spur, der erstochen in seiner Wohnung aufgefunden wird. Aber ein Blutfleck lässt den Meisterdetektiv zweifeln, ob sie in die richtige Richtung ermitteln.

In dem Kriminalhörspiel sind Walter Renneisen (Gimli im Herr-der-Ringe-Hörspiel), Peter Fitz (Synchronstimme von Sam Waterston), Klaus Barner (Die Vorstadtkrokodile) und Walter Sittler (Der Kommissar und das Meer) zu hören.

Ein paar Jahre nach Doyle erfand G. K. Chesterton seinen Detektiv Pater Brown. In Der Unsichtbare muss der Priester einen Mann beschützen, der von einem scheinbar unsichtbaren Widersacher bedroht wird. Als Sprecher wirken in diesem Kriminalhörspiel unter anderen Jürgen Holtz (Good Bye, Lenin!), Horst Bollmann (Bilbo Beutlin im Hörspiel Der kleine Hobbit) und Max Urlacher (Nach Fünf im Urwald) mit.

Deutschlandfunk sendet die Holmes-Produktion aus dem Jahr 2004 am Samstag den 16. Februar um 0.05 Uhr. Eine Woche später am 23. Februar zur selben Sendezeit folgt das Hörspiel Der Unsichtbare. Anfang März ermittelt dann Agatha Christies berühmter Meisterdetektiv Hercule Poirot in dem Fall Tot im dritten Stock.

Tsunami über Deutschland: Hörspiel über ein rätselhaftes Klimaphänomen

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Vom Norden zieht eine mysteriöse Wolke auf Berlin zu. Das rätselhafte Klimaphänome nimmt mit der Zeit immer verheerende Ausmaße an und entpuppt sich schließlich als akustischer Tsunami. Verursacht wurde das Unwetter durch die Lärmemissionen der großen Städte und Industrieanlagen. Ein Berlinerradiosender berichtet live bis zuletzt aus der Hauptstadt und schildert genau die Vorgänge vor Ort.

In dem Hörspiel sind Sabine Porn, Raiko Thal, Ulli Zelle, Nadya Luer, Andreas Thieck, Ari Gosch, Britta Steffenhagen, Anton Rattinger und Gerd Grasse zu hören. Die Sprecher arbeiten zum großen Teil beim Sender rbb als Moderatoren, was dem Hörspiel eine Pseudorealität verleiht.

Somit dient das Hörspiel nicht nur der bloßen Unterhaltung der Hörer, die gemütlich zu Hause den Weltuntergang lauschen können. Regisseur und Autor Heiner Grenzland will mit Tsunami über Deutschland auch Kritik an der Medienberichterstattung bei Katastrophen üben und auf das Thema Lärmschutz hinweisen.

Kulturradio rbb sendet das Hörspiel aus dem Jahr 2008 am Freitag den 1. Februar um 22.04 Uhr.

Katzenzungen: Hörspiel über Hyänen, Flamenco und Drachen

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Es beginnt damit, dass sich eine Frau sich in eine Tüpfelhyäne verwandelt. Unterdessen kündigt ein mysteriöser Brief den Tod von 60 Personen an, welche nach und nach auf geheimnisvolle Art und Weise spurlos verschwinden. Während eines Literaturkränzchens kommt es zu ein seltsamen Flamenco-Vorführung. Und eine weitere Frau muss sich mit der Tatsache auseinandner setzen, dass sich in ihren Brustkorb ein Drache eingenistet hat.

Die Theater- und Hörspielregisseurin Judith Lorentz (Rico, Oskar und die Tieferschatten) hat die fantastischen, geheimnisvollen und zum Teil gruseligen Ideen der Autorin Irmgard Maenners als Hörspiel umgesetzt. Die absurden und unheimlichen Geschehnisse in Katzenzungen sind im gewöhnlichen Alltag der Menschen angesiedelt, doch immer wieder wird die Realität durch absurde Wendungen in Frage gestellt.

In den Hörspiel sind Anna Thalbach (Krabat), Axel Wandtke (Hotel Lux), Stefan Kaminski (Synchronsprecher von Jared Leto in Suicide Squad), Regina Lemnitz (Synchronstimme von Whoopi Goldberg), Cathlen Gawlich (Synchronstimme von Elizabeth Banks), Britta Steffenhagen (deutsche Stimme von F.R.I.D.A.Y. in Avengers: Age of Ultron) und Alexander Khuon (You are Wanted) zu hören.

Deutschlandfunk Kultur sendet das Hörspiel aus dem Jahr 2006 am 23. Januar von 21.30 bis 22.30 Uhr.

Gruselserie: Europa veröffentlicht neue Folgen

Dracula, Frankenstein, Riesenspinnen, Werwölfe, Horrorameisen, Mumien, Todes-Ratten und immer wieder Dracula – so ließe sich die Gruselserie von Autor H. G. Francis kurz zusammenfassen. Das Label Europa hat nun angekündigt die legendäre Reihe aus den 80er Jahren mit neuen Hörspielen fortzusetzen.

Die Gruselserie erschien zwischen 1981 und 1982. Die Dialogbücher hierzu verfasste der 2011 verstorbene Autor H. G. Francis. Zum Bedauern vieler Fans wurde die Reihe nach der Folge "Das Weltraum-Monster" eingestellt. Die alten Geschichten wurden zwar 1987 und 1999 neu aufgelegt und zum Teil durch Horrorhörspiele aus den 70er Jahren ergänzt, aber wirklich Neues gab es seit dem nicht zu hören.

Im März sollen nun die ersten beiden neuen Folgen erscheinen. In der ersten Episode "Polterabend – Nacht des Entsetzens" treibt der Geist der verstorbenen Ehefrau des Bräutigams sein Unwesen. Das zweite Hörspiel "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya" klingt nach einer klassischen Monstergeschichte.

Auf dem Hörspielmarkt gibt es für die Neuauflage zurzeit mehrere konkurrierende Reihen, wie Dreamland-Grusel, welche als Hommage an die alte Gruselserie entstand und die damaligen Hörspiele zum Teil fortsetzte.

Geister-Schocker, eine der anderen aktuellen Horrorhörspielreihen hat gerade seine neuen Titel für das zweite Halbjahr 2019 bekannt gegeben. Die Themen dort reichen von der klassischen Gespenstergeschichte bis zur Zombieapokalypse.

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