Hörspiel

Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch: Hörspiel nach einem Roman von Philip K. Dick

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Philip K. Dick hat in seinem Leben viele unterschiedliche Geschichten und Romane geschrieben. Eines seiner Standardthemen war immer die unterschiedliche subjektive und objektive Wahrnehmung der Realität. In seinen Roman Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch fliehen die Menschen mithilfe von Drogen in eine bessere Welt.

In der Zukunft hat sich die Erde so stark aufgeheizt, dass das Leben nur noch in der Antarktis erträglich ist. Wer sich das Leben dort nicht leisten kann, wohnt in unterirdischen Städten oder arbeitet auf einem der besiedelten Planeten des Sonnensystems. Dort müssen die Menschen hart arbeiten und nur die Droge Can-D lässt sie ihr tägliches Elend ertragen.

So ist der präkognitiv begabte Barney Mayerson nicht gerade begeistert, dass seine Arbeitgeber ihn kurzfristig auf den Mars versetzt. Dort gerät er zwischen die Fronten der Auseinandersetzung des Herstellers von Can-D mit dem mysteriösen Palmer Eldritch. Der Großindustrielle galt lange als verschollen und kehrt nun von Proxima Centauri mit einer neuen besseren Wunderdroge zurück. Diese verspricht die Grenze zwischen Realität und Virtualität endgültig aufzuheben.

In dem Hörspiel wirken unter anderen Carlos Lobo (Synchronsprecher von Javier Bardem), Udo Schenk (Synchronstimme von Gary Oldman), Matthias Koeberlin (Das Jesus Video), Camilla Renschke (Schlaraffenland), Felix von Manteuffel (Verborgenes Fenster, verborgener Garten) und Tanja Schleiff (Charité) mit.

1 Live sendet Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch in zwei Teilen am 21. November und 28. November jeweils um 0 Uhr. Das Hörspiel steht danach bis Ende November 2020 im WDR-Hörspielspeicher zum befristeten Download zur Verfügung.

The Lovecraft 5: Kritik zu den Hörspielen Das Bild im Haus und Jäger der Finsternis

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The Lovecraft 5

H. P. Lovecraft ist bekannt für seine Geschichten über Cthulhu und andere kosmische Wesen, welche die Menschen allein durch ihre Präsenz in den Wahnsinn treiben. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte er allerdings nur einen einzigen Roman und einige wenige Erzählungen. Dass er mehr als achtzig Jahre nach seinem Tod noch als einer der wichtigsten Autoren der Horrorliteratur bekannt ist, liegt an dem Eigenleben, welches sein Werk entwickelte. Es gibt mittlerweile zahlreiche Adaptionen seiner Geschichten als Filme, als Comics oder auch als Hörspiele.

"Wenn ich nicht allmählich beginne, sitzen wir hier noch bis zum Morgengrauen."

Gerade in den letzten Jahren ist die Anzahl der Vertonungen stark anstiegen. Auch bei vielen der besseren Umsetzungen zeigt sich, dass eine werkgetreue Adaption äußerst schwierig ist. Lovecrafts Geschichten zeichnen sich nicht unbedingt durch ihre Dialoge aus. Meist gibt es einen Erzähler, der die grauenhaften Ereignisse schildert – und hält man sich daran, gleichen die Ergebnisse eher einem Hörbuch als einem Hörspiel.

Das Label Contendo Media hat für dieses Problem mit seiner Serie The Lovecraft 5 eine ganz eigene Lösung gefunden. Die ersten beiden Folgen basieren auf den Geschichten Das Bild im Haus und Der leuchtende Trapezoeder, welche von dem jeweiligen Erzähler auch mehr oder weniger vollständig wiedergegeben werden. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen allerdings die Freunde Charles, Warren, Herbert, Richard und·Edward. Jeweils einer der Fünf berichtet den anderen von einem unheimlichen Vorfall, welchen er direkt oder indirekt miterlebt hat.

"Bösartigkeit ist nur ein moralisches Konstrukt."

In der ersten Folge erzählt Charles von einer Reise, die er für seine genealogischen Studien unternommen hat. Während eines Unwetters sucht er in einem heruntergekommenen Haus Unterschlupf. In einem Regal entdeckt er ein altes Buch mit unheimlichen Bildern von blutigen, kannibalischen Ritualen. Als der Bewohner der Hütte schließlich auftaucht, kommen die beiden über den Band ins Gespräch. Nach und nach beschleicht Charles ein grausiger Verdacht über seinen Gastgeber.

In "Der Jäger der Finsternis" ist es der Schriftsteller Edward, der seinen Freunden über den exzentrischen Maler und Autor Robert Blake berichtet. Der kürzlich verstorbene Blake hat ein mysteriöses Manuskript hinterlassen. Sein Tagebuch handelt von einem geheimnisvollen Trapezoeder und einem grausigen Wesen, welches nur in der Finsternis zuschlagen kann.

Die Regie bei The Lovecraft 5 führte Christoph Piasecki, während Julie Hoverson die Vorlagen für das Hörspiel bearbeitet hat. Sie bleibt bei ihrer Adaption dicht am Original, um sich in den Gesprächen der Freunde wiederum von der strikten Nacherzählung zu lösen. Davon leben die Hörspiele. Immer wieder wird der jeweilige Erzähler von Kommentaren oder Nachfragen seiner Zuhörer unterbrochen.

Die fünf Männer, von denen man nur die Vornamen erfährt, sind Zeitgenossen Lovecrafts. Der Autor wird aber selbst nicht erwähnt, weil seine Erzählungen hier als eigene Erlebnisse der Freunde ausgegeben werden. Es wird zwar nicht direkt angesprochen, aber es gibt versteckte Hinweise, dass es sich bei den fünf Freunden um Figuren aus anderen Lovecraft-Erzählungen handelt.

In den Gesprächen wird erwähnt, dass Richard Künstler ist, dessen Bilder einigen Betrachtern zu widerwärtig sind – was an den Maler Richard Upton Pickman aus der Geschichte Pickmans Modell denken lässt. Charles, der Erzähler im ersten Hörspiel, betreibt genealogische Nachforschungen über seine Familie, genau wie der Protagonist in Der Fall des Charles Dexter Ward. Und bei dem Naturwissenschaftler Herbert, der gerne über den Tod und die Wiederbelebung durch elektrischen Strom nachdenkt, gibt es starke Ähnlichkeiten zu Herbert West – der Wiedererwecker.

"Wolltest du uns nicht eine Geschichte erzählen, die uns die Haare zu Berge stehen lässt?"

Während und vor allem nach der eigentlichen Geschichte diskutieren die Fünf lebendig über Themen, die mit der Erzählung direkt oder indirekt zu tun haben. So werden Kannibalismus, die Wendigo-Legende, Algernon Blackwood, Bram Stokers Dracula, die alten Kindergeschichten aus dem Struwwelpeter, das Floß der Medusa, die Walpurgisnacht, Meteoriteneinschläge und Werwölfe angesprochen.

Die Diskussionen und Einwürfe binden auch den Rassismus von H. P. Lovecraft geschickt ein, ohne deplatziert oder aufgesetzt wirken. So wird zum Beispiel erwähnt, dass Kannibalismus viel weniger verbreitet war als geglaubt. Oft wurde der Vorwurf dafür verwendet, ein Volk zu stigmatisieren und es anschließend ohne Skrupel anzugreifen oder zu versklaven.

Außerdem werden Lovecrafts Stilmittel kritisch hinterfragt. Zum Beispiel wenn Edward in der zweiten Episode aus einem Manuskript vorträgt, welches mehr oder weniger aus der Vorlage Der leuchtende Trapezoeder stammt. Als er zu den Lovecraft typischen Beschreibungen der Architektur kommt, erklärt er kurzerhand, diese langatmigen Passagen zu überspringen.

"Wenn du es dir leise vorstellst, kann ich inzwischen weiter erzählen."

Als Charles und somit Erzähler der ersten Geschichte ist Uve Teschner (Edgar Allen Poe in der Hörspielserie Die geheimnisvollen Fälle von Edgar Allen Poe und Auguste Dupin) zu hören. Lutz Mackensy·(Erzähler der Hörspielserie Die Fünf Freunde) leiht Warren seine Stimme, welcher die anderen immer mit seinen Wissensvorträgen nervt.

Richard wird vom Sprecher Florian Hoffmann·(Synchronsprecher von Ian Somerhalder) als arroganter Schnösel angelegt. Markus Pfeiffer (Synchronstimme von Paul Rudd) spricht den Naturwissenschaftler Herbert, welcher die übersinnlichen Ereignisse kritisch hinterfragt.

Edward, der letzte der fünf Freunde, hat in "Das Bild im Haus" nur einen kurzen Auftritt und ist erst in dem folgenden Hörspiel die gesamte Zeit mit dabei. Er wird von Julian Tennstedt gesprochen, der schon in den Gruselkabinett-Folgen "Die Farbe aus dem All" und "Der Ruf des Cthulhu" Erfahrungen mit H. P. Lovecraft sammeln konnte.

In den ersten beiden Folgen haben noch Robin Brosch (Synchronstimme von Christopher Cousins in Vampire Diaries) als Bewohner der unheimlichen Hütte und Michael-Che Koch·(Sprecher in verschiedenen Gruselkabinett- und Geister-Schocker-Hörspielen) als Robert Blake ihre Auftritte.

Bei The Lovecraft 5 handelt es sich um eine sehr gute Ensembleleistung, wobei kein Sprecher negativ auffällt. Den Erzählern und auch den Gastsprecher in den jeweiligen Geschichten gelingt es gut, mit wenigen Mitteln eine unheimliche Stimmung zu erzeugen. Das Herz der Serie sind aber die fünf Freunde. Es macht wirklich großen Spaß, heimlicher Zuhörer ihrer Erzählrunde zu sein.

"Warren, solltest du deine eigenen Memoiren verfassen und dann auf seltsame und schreckliche Weise ums Leben kommen – dann können wir uns weiter darüber unterhalten."

Obwohl sie über grausige Themen wie Kannibalismus oder Wahnsinn sprechen, fehlt es nicht an gut platziertem Humor. Zu Beginn hat man noch ein wenig Mühe, die einzelnen Sprecher – mit Ausnahme von Lutz Mackensy – auseinanderzuhalten. Das legt sich aber schnell, und es gelingt jedem von ihnen, seiner Figur nur mit der Stimme einen eigenen Charakter zu verleihen.

Der Reihe kommt zugute, dass sie mit zwei nicht ganz so bekannten und nicht schon öfters vertonten Geschichten startet. Die Musik versetzt den Hörer zu Beginn in eine gemütliche schaurige Stimmung und ist dann nur noch ab und an im Hintergrund zu hören. Effekte gibt es wenig. Die verwendeten, wie Hall in großen Räumen oder Regenschauer, werden aber gut in Szene gesetzt. Die Hörspiele besitzen mit einer Dauer von rund vierzig Minuten genau die richtige Länge – obwohl man nach dem Ende gerne gleich die nächste Folge hören will.

"Das Bild im Haus" und "Jäger der Finsternis" sind ab dem 22. November in allen gängigen Shops und Portalen als Download verfügbar. Am 18. Dezember folgt dann "Der Außenseiter" und für 2020 sind bereits die Folgen "Der Fall des Arthur Jermyn" (17. Januar), "Aus dem Jenseits" (14. Februar) und "Das gemiedene Haus" (13. März) geplant.

Fazit

Die Autorin Julie Hoverson und der Regisseur Christoph Piasecki haben einen ganz eigenen Weg gefunden, die Erzählungen von H. P. Lovecraft zu vertonen. Dabei lösen sie sich stark von der klassischen Erzählweise im Hörspiel. Dieses Wagnis hat sich gelohnt. Die Gespräche der Freunde bieten zusätzlich zu der eigentlichen Geschichte viele interessante Informationen und vor allem beste Unterhaltung. Das liegt besonders an der sehr guten Gesamtleistung aller beteiligten Sprecher.

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zusätzlicher Bildnachweis: 
© Contendo Media

Dracula – im Land des finsteren Grafen: Hörspiel und Dokumentation über den berühmten Vampir

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Dracula

Sieben Jahre arbeitete Bram Stoker an seinem Roman Dracula, der dann am 18. Mai 1897 veröffentlicht wurde. Auch wenn John Polidori (Der Vampyr 1816) und Joseph Sheridan Le Fanu (Carmilla 1872) bereits vor Stoker Vampirbücher veröffentlichten, war es doch Dracula, der das Bild der Blutsauger nachhaltig prägte.

1995 inszenierte die Regisseurin Annette Kurth die bekannte Geschichte um den berühmten Blutsauger fürs Radio. Kurth adaptierte bereits Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde und Steward O'Nans Roman Halloween als Hörspiel. Außerdem führte sie beim dem Zombie-Hörspiel Die Infektion und der Science-Fiction-Geschichte Xanadu die Regie.

In ihrer Hörspiel-Version sprechen der Theaterschauspieler Martin Reinke als Dracula, Katharina Palm (4 Blocks) als Mina, Gottfried John (James Bond 007 – Goldeneye) als Professor van Helsing und Lutz Herkenrath (Free Rainer) als Jonathan Harker die Hauptrollen. In weiteren Rollen sind unter anderen Daniela Hoffmann, Matthias Haase, Thomas Piper und Mechthild Großmann zu hören.

Vor dem Hörspiel gibt es die Radio-Dokumentation Im Land des finsteren Grafen. Weltweit gilt Transsilvanien als das Reich Draculas – ganz anders sah das aber lange in Rumänien selbst aus. Der Roman wurde dort nämlich erst 1990 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs veröffentlicht. Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem Landstrich und dem dortigen Dracula-Tourismus.

Die Sender WDR 3 und 1LIVE senden Im Land des finsteren Grafen jeweils am 17. November um 19.04 Uhr beziehungsweise am 18. November um 23 bis 0 Uhr. Die Dokumentation steht nach der Sendung befristet bis 17. November 2020 zum Nachhören im WDR-Hörspielspeicher zur Verfügung.

Das eigentliche Dracula-Hörspiel sendet WDR 3 in vier Folgen. Los geht es am 18. November von 19:04 bis 20 Uhr. Die weiteren Teile folgen zur selben Sendezeit am 19., 20. und 21. November.

The Lovecraft 5: Neue Hörspielserie startet im November

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The Lovecraft 5

Hörspieladaptionen der Erzählungen von H. P. Lovecraft sind nicht gerade selten. Kürzlich ist in der Reihe Gruselkabinett die Folge "Herbert West, der Wieder-Erwecker" erschienen. Zudem gibt es Reihen, die mit dem Werk des Autors freier umgehen und ihre eigenen Geschichten im Cthulhu-Kosmos schildern – so zuletzt die Vertonung der Hexer-von-Salem-Reihe oder die für Anfang 2020 angekündigte Serie Howard Philip Lovecraft Chroniken des Grauens.

Nun hat das Label Contendo Media auf ihrer Facebook-Seite die Serie The Lovecraft 5 angekündigt. Die ersten beiden Hörspiele sollen bereits im November veröffentlicht werden. Im Mittelpunkt der Serie stehen fünf Freunde, die sich in einem Klub unheimliche Geschichten erzählen. Die einzelnen Folgen basieren auf unterschiedlichen Werken von H. P. Lovecraft. So steckt hinter der Episode "Jäger der Finsternis" die Erzählung Der leuchtende Trapezoeder.

Die Hörspiele besitzen eine Länge von rund 40 Minuten. In den Hauptrollen sind Lutz Mackensy, Uve Teschner, Markus Pfeiffer, Florian Hoffmann und Julian Tennstedt zu hören. Außerdem wirken Tommi Piper, Michael-Che Koch, Thomas Balou Martin, Melanie Manstein, Claus Vester und Jens Wendland in verschieden Folgen mit.

Die Folgen "Das Bild im Haus" und "Jäger der Finsternis" sind ab dem 22. November in allen gängigen Shops und Portalen als Download verfügbar. Im Dezember folgt dann die Folge "Der Außenseiter" und für 2020 sind die Folgen "Der Fall des Arthur Jermyn", "Aus dem Jenseits" und "Das gemiedene Haus" geplant.

Gruselserie 5: Kritik zum Hörspiel Dracula – Tod im All

Die Auftritte von Frankenstein, Werwölfen, Horror-Ameisen oder Mumien prägten die Gruselserie in den frühen 80er Jahren. Aber was wäre die Hörspielreihe von H. G. Francis ohne Dracula gewesen? Der Vampirfürst steht in vier der 18 Folgen im Zemtrum: "Dracula und Frankenstein, die Blutfürsten", "Dracula, König der Vampire", "Gräfin Dracula, Tochter des Bösen" und "Draculas Insel, Kerker des Grauens". So ist es nur logisch, dass der Graf auch in der Neuauflage der Reihe seinen Auftritt bekommt – und zwar in der fünften Folge "Dracula – Tod im All".

Einige hundert Jahre in der Zukunft: Das Forschungsraumschiffs Xeron 4 befindet nach einer Expedition durch die Weiten des Alls auf dem Rückflug zur Erde. Als sie ein unbekanntes Rettungssignal von einem unbesiedelten Planeten empfangen, lässt die Kommandantin Valentina Alexandrowna die gesamte Crew des Schiffes wecken.

Die Besatzungsmitglieder, welche mit dem Shuttle auf den unwirtlichen Planeten landen, finden eine abgestürzte alte russische Raumkapsel. In deren Inneren stoßen die Forscher auf einen Sarg. Gegen die Meinung der Offizierin Stella Dupont beschließt das Rettungsteam, die mysteriöse Kiste mit an Bord zu nehmen.

In dem Sarg befindet sich – wie der Titel des Hörspiels schon vermuten lässt – niemand anderes als Graf Dracula. Der Vampirfürst hat nach Jahren der Gefangenschaft Durst auf menschliches Blut – und so nimmt das Grauen auf dem einsamen Raumschiff seinen Lauf.

"Du hast doch gehört, was der Captain vorhin gesagt hat."

Die Raumschiffkommandantin Valentina Alexandrowna wird von Gertie Honeck gesprochen. Star-Trek-Fans dürften sie gleich als Synchronstimme von Kate Mulgrew als Captain Janeway in Star Trek: Raumschiff Voyager erkennen. Honeck gelingt es somit schnell, die Zuhörer gedanklich in den Weltraum zu führen.

Keine Weltraumerfahrung besitzt die Sprecherin Merete Brettschneider, die schon in der zweiten Folge der neuen Gruselserie einen sehr kurzen Auftritt hatte. Als Stella Dupont durfte sie nun in "Dracula – Tod im All" eine größere Rolle übernehmen, die sie sehr gut ausfüllt. Man merkt ihr an, dass sie regelmäßig als Teenager-Detektivin Marie Grevenbroich in der Hörspielserie Die drei Ausrufezeichen mitwirkt. Zudem ist Brettschneider die Synchronstimme von Melissa Benoist in der Serie Supergirl.

Udo Schenk, der in den Folgen "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya" und "Moskitos – Anflug der Killer-Insekten" noch als Erzähler fungierte, spielt diesmal Dracula. Als deutsche Synchronstimme von Gary Oldman durfte er dem berühmten Vampir in Bram Stoker's Dracula schon einmal seine Stimme leihen.

Christian Brückner (Synchronstimme von Robert De Niro) übernimmt von Schenk die Rolle des Erzählers. Eine exzellente Wahl: Mit seiner markanten Stimme könnte der erfahrene Sprecher sein Publikum vermutlich auch mit einem Vortrag von Bedienungsanleitungen für Elektrogeräte fesseln.

Weitere Crew-Mitglieder werden von Anna Carlsson (Synchronsprecherin von Piper Perabo), Jürgen Uter (Direktor Reno in der Hörspielserie Point Whitmark) und Romanus Fuhrmann (Synchronsprecher von Rune Temte in Captain Marvel) gesprochen. Die drei liefern eine solide Arbeit ab, können aber mit den vier erstgenannten Sprechern nicht ganz mithalten. Besonders bei Uter und Fuhrmann hat man auch nach mehrmaligem Hören Probleme, die Stimmen der beiden Männer auseinanderzuhalten.

Der Moderator und Schauspieler Peter G. Dirmeier (Nebenrollen in Die drei Fragezeichen, TKKG, Fünf Freunde) liefert als Tarik Thomalla die schwächste Leistung ab. Zugutehalten muss man ihm, dass er als sexistischer Macho auch die unsympathischste Rolle übernommen hat.

"Wir sind ein Forschungsteam und keine Sternenkrieger!"

An den zum Teil recht miesen Dialogen würden aber auch bessere Sprecher als Dirmeier scheitern. Gerade zu Beginn lässt Autor André Minninger (Die drei Fragezeichen, Ein Fall für TKKG) die Besatzung ausführlich und umständlich Dinge erklären, welche für die folgende Handlung total unwichtig sind.

Diese Schwächen konnte offenbar auch Heikedine Körting (Die drei Fragezeichen, Masters of the Universe, Tom und Locke) als Regisseurin nicht ausbügeln. Körting war bereits für die ursprüngliche Gruselserie verantwortlich, welche ab 1981 beim Hörspiellabel Europa erschien.

Die Dialogbücher verfasste damals der Autor H. G. Francis. Zum Bedauern vieler Fans wurde die Reihe 1982 nach der Folge "Das Weltraum-Monster" eingestellt. "Dracula – Tod im All" schlägt somit eine thematische Brücke zwischen den vielen Dracula-Folgen und dem letzten Teil der alten Gruselserie.

Leser, die bis hierher gekommen sind und nicht schon bei dem Titel oder spätestens bei der Zusammenfassung des Inhalts aus dem Artikel ausgestiegen sind, haben vermutlich eine große Toleranz für Trash und Genre-Crossover. Die Verknüpfung zwischen Vampir-Gothic-Horror und Weltraum-Grusel ist André Minninger sehr gut gelungen und eine der Stärken des Hörspiels. Im Laufe der Geschichte wird eine im Rahmen des Genres akzeptable Erklärung geboten, wie der Vampirfürst in das Weltall gelangte.

Mit Dracula besitzt das Hörspiel zudem einen klassischen Schurken, welcher am Ende nicht überraschend von einer Öko- oder Friedensmission angetrieben wird. Im Prinzip ist gegen so eine positive Botschaft nichts einzuwenden. Solche Wendungen wurden aber innerhalb der Reihe jetzt schon öfters eingesetzt. Diesmal ist das Böse wirklich böse – und stellenweise richtig unheimlich.

"Aber warum wurde dieser Dracula von der Kamera nicht erfasst?"

Dafür verhalten sich die Menschen auf dem Raumschiff nicht immer logisch und nachvollziehbar. Sie finden einen mit Ketten umwickelten Sarg auf einem fernen unbesiedelten Planeten und haben nichts Besseres zu tun, als ihn schnell an Bord zu holen. Und trotz ihrer Bedenken wegen des unheimlichen Sargs genehmigt die Kommandantin ihrer Besatzung ein fröhliches Saufgelage.

Man merkt, dass Minninger verhindern wollte, dass die Besatzung zu früh hinter das Geheimnis des Sargs kommen. Dafür muss halt eine Jacke das Alarmsignal für die offene Schleuse verdecken, und die Überlebenden kommen auch erst gegen Ende darauf, sich einmal die Überwachungsbänder anzusehen.

Neben den zum Teil hölzernen Dialogen ist dieses aber der einzige negative Kritikpunkt des Hörspiels, über den man leicht hin weghören kann. Die Schwächen teilt sich die Folge mit den anderen Episoden der Neuauflage der Gruselserie. Im direkten Vergleich schneidet "Dracula – Tod im All" wesentlich besser ab als die Vorgänger.

Denn die Geschichte macht durchaus Spaß und ist sehr gut in Szene gesetzt. Da wäre zuerst die Musik zu nennen, die gerade zu Beginn schön nostalgisch an alte Science-Fiction-Filme erinnert. Später wird sie ein wenig zurückgenommen, um im Hintergrund die Spannung zu unterstützen. Auch die Effekte sind sehr gelungen. Das Öffnen und Schließen der Schleusen, der Flug mit dem Shuttle und die Kommunikation auf den Planeten über Helmfunk werden glaubhaft dargestellt.

"Untote wie ich sind auf Sauerstoff nicht angewiesen."

Die Gruselserie ist allerdings bald nicht mehr alleine im Weltall: Das Label Dreamland Grusel bringt im Dezember die Folge "Die Weltraummonster" heraus. Hierbei soll es sich um eine direkte Fortsetzung der alten Geschichte von H. G. Francis handeln. Dreamland Grusel setzte bereits mit "Wolfsnächte", "Draculas Todesinsel" und "Kap der blutigen Nächte" einige Francis-Hörspiele der alten Gruselserie fort.

Fazit

Das Hörspiel besitzt einige Logiklöcher und nicht sehr gelungene Dialogpassagen. Es ist trotzdem ein großer Spaß zuzuhören, wie Captain Janeway beziehungsweise Kommandantin Alexandrowna gegen Dracula antritt. Insgesamt ist das Hörspiel spannend aufgebaut, besitzt sehr gute Effekte und wurde mit tollen Sprechern wie Christian Brückner, Gertie Honeck und Udo Schenk besetzt. So ist "Dracula – Tod im All" gerade wegen seiner trashigen Geschichte die beste Folge der Reihe.

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Gruselserie - Folge 5: Dracula - Tod im All

Nachtbrenner und Träumen Androiden: Zwei Science-Fiction-Hörspiele am Mittwoch auf Sendung

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Am Mittwoch, den 23. Oktober gibt es gleich zwei Science-Fiction-Hörspiele im Radio. Los geht es um 19.04 Uhr auf dem Sender WDR 3 mit Nachtbrenner von der Cyber-Punk-Autorin Myra Çakan (When The Music's Over).

In naher Zukunft befindet sich die Menschen im Krieg gegen Außerirdische, die ihre Basis auf dem Mars haben. Das Militär entführt  junge Menschen, um sie unter Zwang für den Kampf zu rekrutieren. So auch O'Shea, die von einer Raumstation aus zusammen mit anderen Jungendlichen eine virtuelle Bodenoffensive auf dem Mars starten soll. Doch auch in einem Cyber-Krieg kann man sterben.

In Nachtbrenner sind Lisa Wildmann, Isabella Bartdorff, Nadine Kettler, Catharina Kottmeier, Florian von Manteuffel, Sebastian Mirow und Evamaria Salcher zu hören. Die Regie führte Alexander Schuhmacher.

Um 20:05 Uhr folgt dann auf Bayern 2 das Hörspiel Träumen Androiden nach einem Roman von Philip K. Dick. Das Hörspiel aus dem Jahr 1999 adaptiert den Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen?, welcher auch Ridley Scott als Inspiration für Blade Runner diente. Träumen Androiden hält sich im Gegensatz zur Verfilmung enger an die literarische Vorlage.

Die Firma Rosen stellt intelligente und sehr menschenähnliche Androiden her. Die neuste Androiden-Generation Nexus 5 verweigert den Mars-Kolonisten allerdings ihre Dienste und verlangt Bürgerrechte. Rick Deckard soll nun einige zur Erde geflohenen Androiden aufspüren. Seine Fangprämien benötigt Deckard, um sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: ein lebendiges Schaf. Bisher hat er immer alle Androiden gefunden und zur Strecke gebracht. Doch dann trifft Deckard auf Rachael, die Luxusausführung der weiblichen Nexus-5-Modelle.

In dem Hörspiel von Regisseurin Marina Dietz wirken Udo Wachtveitl, Annette Wunsch, Arne Elsholz, Michael Mendl und Max Tidof mit.

Imperator: Fantasythriller-Hörspiel von Kai Meyer angekündigt

Autor Kay Meyer hat auf seiner Facebook-Seite verkündet, dass nächstes Jahr ein von ihm verfasstes Hörspiel bei Audible erscheinen wird. Imperator basiert auf keinem seiner Romane, sondern wurde exklusiv für die Vertonung geschrieben.

Die Geschichte wird als eine Mischung aus Thriller und Urbanfantasy beschrieben und spielt im Rom des Jahres 1965. In der Stadt tummeln sich nicht nur Filmstars und Paparazzi. Auch Mafiosi, Okkultisten und geheimnisvolle Unsterbliche gehen hier ihren düsteren Geschäften nach.

Von all dem ahnt die englische Studentin Anna nichts, die in der Stadt eigentlich den Mörder ihrer Mutter sucht. Zusammen mit dem undurchsichtigen Privatdetektiv Gennaro Palladino stößt sie auf eine Verschwörung, die bis zurück ins alte römische Imperium reicht. Die antiken Kaiser streben erneut nach der Macht in Italien.

In dem Hörspiel sind unter anderen Claudia Urbschat-Mingues (Synchronstimme von Angelina Jolie), Tobias Klucker (Synchronstimme von Bradley Cooper), Oliver Stritzel (Synchronstimme von Josh Brolin) zu hören. Die Regie führen Simon Bertling und Christian Hagitte, die zusammen auch schon an der Hörspielserie Hui Buh arbeiteten.

Kai Meyer wurde mit Romanen (Der Rattenzauber, Die Alchimistin) bekannt, die sich an historischen Begebenheiten und Sagen orientierten. Daneben schrieb er auch erfolgreiche Jugendbücher wie die Wellenläufer-Trilogie oder die Reihe um Merle und die Fließende Königin. Zuletzt erschien seine erste Space Opera mit den Titel Die Krone der Sterne.

Imperator ist auf acht Episoden ausgelegt. Eine zweite und dritte Staffel sollen bereits in Planung sein. Die erste Staffel erscheint am 26. Januar 2020.

Papa Joe & Co.: Hörspiel nach einer Geschichte von Herbert W. Franke

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Der bayrische Rundfunk sendet das Hörspiel Papa Joe & Co. des österreichischen Schriftstellers Herbert W. Franke. In der Science-Fiction-Geschichte geht es um eine Diktatur im zukünftigen Amerika.

Neu-Amerika wird von dem Diktator Papa Joe beherrscht. Dieser sichert sich seine Herrschaft nicht nur durch altbekannte Mittel wie Unterhaltung und Abschreckung. Papa Joe kann direkt als Stimme im Kopf eines jeden Bürgers mit diesen sprechen und sie so persönlich beeinflussen. Hinter dem Diktator steht eine Clique von Menschen, welche die Religion in Verbindung mit neuartigen Massenmedien zur Sicherung ihres Systems missbraucht.

Der europäische Diplomat Boris van Feldern besucht Neu-Amerika, um sich über Gefahren sowie Nutzen des Systems zu informieren und hinter das Geheimnis des Massenkults zu kommen. Van Feldern kann sich bald nicht mehr der Anziehungskraft des Diktators entziehen. Während Europa sich bemüht das Manipulationssystem zu zerstören, hofft der Diplomat, es für humanistische Zwecke einsetzen zu können.

Herbert W. Franke wurde 1927 in Wien geboren und hat Physik studiert. So verfasste er neben Kurzgeschichten und Romanen auch mehrere naturwissenschaftliche Sachbücher. Zu seinen bekanntesten Science-Fiction-Büchern gehören Die Glasfalle, Der Elfenbeinturm und Zone Null. Zudem schrieb Franke auch mehrere Hörspiele wie Meuterei auf der Venus, Signale aus dem Dunkelfeld oder Keine Spur von Leben.

In dem Hörspiel aus dem Jahr 1975 sind unter anderen Hansjörg Felmy (Tatort, Der zerrissene Vorhang), Uwe Friedrichsen (Synchtonstimme von Danny Glover in Lethal Weapon 1–4), Reinhard Glemnitz (Synchronstimme von Mitch Pileggi in Stargate Atlantis), Judy Winter (Synchronstimme von Shirley MacLaine) und Wolfgang Büttner (Paul Temple und der Fall Conrad) zu hören.

Bayern 2 sendet Papa Joe & Co. am 5. Oktober von 15.05 bis 17 Uhr.

Der letzte Tag der Schöpfung: Kritik zum Hörspiel über eine Zeitreise in die Urzeit

In Filmen und Romanen haben Menschen verschiedene Gründe, um eine Zeitreise zu unternehmen. Meist ist es reine Neugier. Manchmal haben die Zeitreisenden vor, die Ereignisse in der Vergangenheit zu korrigieren – den Tod eines geliebten Menschen verhindern, Hitler töten oder Ähnliches. Selten gibt es ein so großes generalstabsmäßig geplantes Unterfangen wie in Wolfgang Jeschkes Science-Fiction-Roman Der letzte Tag der Schöpfung. Das Hörspiellabel Ohrenkneifer hat die Geschichte jetzt als Hörspiel adaptiert.

"Wir werden sie 5.5 Millionen Jahre in die Vergangenheit schicken."

Der Vatikan versucht es zu vertuschen, doch eine seiner heiligen Reliquien besteht aus uraltem Plastik – was eigentlich unmöglich ist. Darauf wird der amerikanische Geheimdienst aufmerksam und startet rund um und im Mittelmeer weitere Ausgrabungen. Unter anderen finden sie so die Reste eines Jahrtausende alten Jeeps und die versteinerten Überreste eines hochmodernen Gewehrs. Aufgrund dieser spektakulären Funde startet das US-Militär das Zeitreiseprojekt Chronotron mit dem Ziel, in die Vergangenheit zu reisen und so das Öl unter der arabischen Halbinsel weg zu pumpen.

Mitte der 80er Jahre werden die ersten Soldaten mit einem Spezialschiff auf hoher See 5.5 Millionen Jahre in die Vergangenheit geschickt. Doch die Landung in der Urzeit gestaltet sich anders als geplant. Die Amerikaner müssen feststellen, dass sie nicht die einzigen Besucher aus der Zukunft in den weiten Ebenen des noch trocknen Mittelmeeres sind. Zudem bringen Zeitreisen mehr Komplikationen mit sich, als die Wissenschaftler der Gegenwart es sich ausgerechnet haben.

Die Soldaten Steve Stanley und Jerome Bannister sehen sich nach ihrer Landung gleich den Angriffen eines feindlichen Düsenjägers ausgesetzt. Auf ihrer Flucht zum Hochplateau Sardinien stoßen die beiden Männer auf radioaktive verstrahlte Mastodonten sowie auf einen Frühmenschen, der sich sehr gut mit moderner Kriegsführung auskennt.

"Was man heute zu Tage alles so freiwillig nennt."

Verantwortlich für die Adaption von Der letzte Tag der Schöpfung ist das kleine Label Ohrenkneifer bestehend aus den drei Produzenten Marc Schülert, Dirk Hardegen und Detlef Tams. Die drei haben unter anderen bereits die beiden Science-Fiction-Hörspiele Iris und Die Fünf von Terra – Im Auftrag des Unendlichen veröffentlicht.

Marc Schülert (Sprecher von Dr. Morton Zephyre in der Twilight-Mysteries-Reihe) führt bei ihrem aktuellen Projekt die Regie und ist zusätzlich in der Hauptrolle als Soldat Steve Stanley zu hören. Auch Dirk Hardegen (Sprecher in den Hörspielen Drachenlanze und Die Elfen) übernahm zwei Aufgaben: Er verfasste das Skript und spielt den Soldaten Murchinson. Dritter im Bunde ist Detlef Tams, der dem Frühmenschen Goodluck seine Stimme leiht.

Allen drei hört man an, dass sie große Erfahrung als Sprecher besitzen. Die schwierigste Aufgabe fällt wohl Tams zu. Sein Goodluck soll zugleich verständlich, wild und fremd klingen. Es gelingt ihm gut, ohne dabei auf abgegriffene Klischees wie Knurren zurückzugreifen.

Von der restlichen Besetzung sind vor allem André Beyer als Admiral Franics und Achim Barrenstein als Howard Harness herauszuheben. Als glühender Anhänger der Mission Chronotron beziehungsweise frustrierter Befehlshaber in der Urzeit bieten beide eine exzellente Darbietung und transportieren mit ihren Stimmen mehr als sie in ihren Dialogen sagen.

In weiteren Rollen sind unter anderen Friedhelm Ptok (Synchronstimme von Ian McDiarmid), Uve Teschner (Synchronstimme von Oscar Isaac in Das Bourne Vermächtnis) und Michael-Che Koch (Sprecher in verschiedenen Geister-Schocker- und Gruselkabinett-Folgen) sowie Urs Fabian Winiger, Martin Sabel und Robert Frank zu hören.

"Offensichtlich sind Zeitreisen möglich – und wir sollten alles daransetzen, die Ersten zu sein, die diese Technik zu beherrschen."

Als Erzähler fungiert Gordon Piedesack (Synchronstimme von Martin Sheen und Bruce Dern). Dem Regisseur war der Erzähler wichtig, wie er im Making of am Ende der CD verrät. So wollte er ausgesuchte Passage aus Wolfgang Jeschkes Vorlage, die man in den Dialogen nicht wieder geben konnte, in seine Version einbauen.

Jeschke war langjähriger Lektor und Herausgeber der Science-Fiction-Reihe beim Heyne Verlag. Daneben veröffentlichte er mehrere Kurzgeschichten und einige wenige Romane. Der letzte Tag der Schöpfung aus dem Jahr 1981 ist sein bekanntestes Werk, für das er mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet wurde.

Bei der Auswahl der Vorlage hat Regisseur Schülert ein gutes Gespür bewiesen. Jeschekes Vorlage bietet Abenteuer, Drama und vor allem eine sehr gute Science-Fiction-Geschichte. Die Grundstimmung kann man nicht gerade als fröhlich bezeichnen – was aber an der pessimistischen Weltsicht des Autors liegt. Dennoch kommt die Spannung nicht zu kurz.

"Hey Kommander worauf läuft das hinaus – zwei Woche Rimini für uns alle?"

Diese wird auch gut von der Musik unterstützt. Zwischen einzelnen Erzähl- beziehungsweise Dialogpassagen erklingt meist ein epischer Soundtrack, wie er auch in einen Hollywoodfilm passen würde. Bei spannenden Stellen tritt die Musik aber auch in den Hintergrund und schafft so eine düstere Atmosphäre. Unterschiedliche Geräusche wie Hubschrauber oder die urzeitliche Tierwelt sind glaubhaft in das Hörspiel eingebaut worden.

Der letzte Tag der Schöpfung erscheint als Doppel-CD und hat eine Länge von ungefähr 145 Minuten. Da die beiden CDs recht unterschiedlich sind – die Erste beschreibt die Vorbereitung und Durchführung des Unternehmens Chronotron, der zweite Teil das Schicksal der Soldaten in der Vergangenheit – gibt es auch kaum Längen. Nur zum Ende zieht sich die Geschichte ein wenig.

Was daran liegt, dass das Hörspiel mit einem offenen Ende einfach so ausläuft. Man hätte die Handlung auch vorher beenden können oder die Ereignisse zwischendurch straffen können. Dies soll nicht bedeuten, dass es in der Handlung keine überraschenden Wendungen oder Auflösungen gibt. Der größte Twist erfolgt zum Ende der ersten CD und in der zweiten Hälfte werden die Ereignisse dann ausführlich erklärt. Die folgenden Minuten sind nicht langweilig, aber dem Hörer wird zum Ende, nachdem er die Welt der Vergangenheit erst einmal kennengelernt hat, nicht viel Neues geboten,

"Der Umfang ihrer Aktentaschen weckt zumindest gewisse Erwartungen."

Fazit

Der letzte Tag der Schöpfung bietet mit einer Mischung aus Science Fiction und Abenteuer große Unterhaltung – die zum Ende hin allerdings ein wenig ausufert. Die Sprecher machen ihre Arbeit alle sehr gut und auch die Urzeit wurde von den Machern glaubhaft zum Leben erweckt. Insgesamt hat das kleine Label Ohrenkneifer ein großes Hörspiel produziert, wie man es sonst nur von großen Produktionen der Radiosender gewohnt ist.

Der letzte Tag der Schöpfung - Trailer (Ohrenkneifer / Wolfgang Jeschke)

Sherlock & Watson – Die Spur des Teufels: SWR 2 sendet ein modernes Holmes-Hörspiel

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SWR 2 sendet einen weiteren Fall aus der Reihe Sherlock & Watson - Neues aus der Baker Street. Die Hörspiele haben dieselbe Grundprämisse wie die BBC-Serie Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman. Auch in Sherlock & Watson ermittelt der Meisterdetektiv im heutigen London und wird von Scotland Yard bei schwierigen Fällen zurate gezogen. Begleitet wird er von seinem getreuen Watson, der die Abenteuer des Teams in sein Blog festhält.

Der Fall "Die Spur des Teufels" beginnt für Holmes und Watson damit, dass auf der Türschwelle ihrer Wohnung in der Baker Street 221b der russische Journalist Alexej Komarow zusammenbricht. Watson, der sofort Erste Hilfe leistet, wird zusammen mit dem sterbenden Journalisten gekidnappt.

Nur knapp entgeht Holmes beim Verlassen seiner Wohnung dem Besuch des russischen Geheimdiensts. Dieser ist hinter einem brisanten Manuskript her, welches sich in Alexej Komarows Besitz befinden soll. Sein Bruder Mycroft Holmes rät dem Detektiv daraufhin, diesmal mit der britischen Regierung zusammenzuarbeiten

In dem Hörspiel von Regisseurin Viviane Koppelmann sind Johann von Bülow (Das Adlon – Eine Familiensaga), Florian Lukas (Grand Budapest Hotel), Stefan Kaminski (seit 2012 Synchronstimme von Kermit der Frosch), Peter Jordan (Sommerfest), Judith Engel (Der Schattenmann) und Kai Magnus Sting (Paul Temple und der Fall Gregory) zu hören.

SWR 2 sendet das Kriminalhörspiel nach Motiven von Arthur Conan Doyle am Freitag den 20. September von 22.33 bis 23.30Uhr. Der zweite Teil von "Die Spur des Teufels" folgt am Freitag den 27. September um 22.03 Uhr.

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