Hörspiel

Vidan – Schrei nach Leben: Europa kündigt neues Mystery-Hörspiel an

Das Label Europa hat auf Facebook ein neues Mystery-Hörspiel angekündigt und gleich auch einen kurzen Teaser zu Vidan – Schrei nach Leben veröffentlicht. Die Inhaltsangabe der neuen Serie erinnert ein wenig an Stranger Things ohne Kinder.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Miles Vidan. Als stellvertretender Sheriff der Kleinstadt Blackdal irgendwo in den Rocky Mountains wird er mit vier geheimnisvollen Mordfällen konfrontiert. Die Opfer sind nahezu zeitgleich unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Bei jedem der Tatorte findet Vidan eine unbekannte schwarze Substanz.

Seine Ermittlungen wecken im Sheriff Erinnerungen an den Tod seiner Frau drei Jahren zuvor. Er vermutet, dass es bei den Todesfällen einen Zusammenhang gibt. Währenddessen zieht das Grauen über Blackdale herein und Vidan gerät in das Zentrum einer weltweiten Verschwörung, die von den eisigen Weiten Grönlands bis in den Dschungel Kambodschas reicht.

Die Idee stammt von Raimon Weber, der Vidan – Schrei nach Leben auch selbst inszeniert. Weber arbeitet unter anderen an den Hörspielserien Gabriel Burns, Point Whitmark und Darkside Park mit.

Sheriff Vidan leiht Lars Schmidtke seine Stimme. Als Erzähler fungiert Gordon Piedesack (Synchronstimme von Martin Sheen und Bruce Dern). In weiteren Rollen sind unter anderen Luise Helm (Synchronstimme von Scarlett Johansson), Jürgen Kluckert (Synchronstimme von Donald Sutherland und Danny Glover), Udo Schenk (Synchronstimme von Gary Oldman), Detlef Bierstedt (Synchronstimme von George Clooney und Jonathan Frakes), Norman Matt (Synchronstimme von Mark Ruffalo), Corinna Dorenkamp (Synchronstimme von Tatiana Maslany), Cornelia Meinhardt (Synchronstimme von Sally Field) und Douglas Welbat (Sprecher des Krümelmonsters in der Sesamstraße) zu hören.

Die komplette erste Staffel mit einer Lauflänge von rund neun Stunden erscheint am 7. Februar. In der Europa-Vorschau bis Ende März ist eine sechste Folge der Gruselserie hingegen nicht aufgeführt. Es ist wohl davon auszugehen, dass die Reihe nicht mehr fortgesetzt wird.

The Lovecraft 5: Kritik zu den Hörspielen Der Außenseiter und Der Fall des Arthur Jermy

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The Lovecraft 5

Der Horrorautor H. P. Lovecraft ist bekannt für seine schaurigen Erzählungen über Cthulhu und andere kosmische Monster. Viele seiner klassischen Kurzgeschichten wurden bereits vertont. Das Label Contendo Media hat mit The Lovecraft 5 allerdings einen ganz eigenen Weg gefunden, Lovecraft akustisch zum Leben zu erwecken. In den ersten beiden Folgen lauschte der Hörer einer Gruppe von fünf Freunden, die sich jeweils eine Geschichte erzählten. Dabei ist das Werk des Autors innerhalb der Logik der Hörspielserie keine Fiktionen, sondern stellt reale Erlebnisse der jeweiligen berichtenden Figur dar.

Bei vielen der früheren Hörspielumsetzungen von Lovecrafts Geschichten zeigte sich, dass sein Werk für eine getreue Adaption äußerst ungeeignet ist. Die Erzählungen zeichnen sich nicht durch Dialoge aus. Meist gibt es nur einen Protagonisten, der die grauenhaften Ereignisse schildert – und hält man sich daran, gleichen die Ergebnisse eher einem Hörbuch als einem Hörspiel.

"Meine Geschichte kann bis zu den Zigarren warten."

Die Macher der Reihe haben dieses Problem in den ersten beiden Folgen gelöst, in dem sie die Geschichten in die äußerst unterhaltsame und interessante Gesprächsrunde der Freunde Charles, Richard, Edward, Warren und Herbert eingebunden haben. Bei den folgenden beiden Episoden ruhen sie sich nicht auf ihren alten Ideen aus. Die Autorin Julie Hoverson und der Regisseur Christoph Piasecki haben für die Fortführung von The Lovecraft 5 wieder völlig neue Wege beschritten – mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Die Folge "Der Außenseiter" orientiert sich an der gleichnamigen Kurzgeschichte von Lovecraft. Allerdings wird sie komplett anders wiedergegeben. Die Erzählung beginnt mit der Schilderung der einsamen Jugend des Ich-Erzählers in einem düsteren Schloss. Dieser Anfang fehlt im Hörspiel komplett und das aus einem guten Grund: Die Geschichte wird hier aus der gegensätzlichen Perspektive geschildert. Lovecrafts beschreibt den Weg seines Erzählers zur Festgesellschaft. Im Hörspiel hingegen liegt der Fokus auf dem Blickwinkel der feiernden Menschen im Schloss.

Das Hörspiel beginnt mit dem Treffen der Freunde, die diesmal einen Gast in ihrer Runde begrüßen: den Pariser Detektiv Auguste Dupin, Ermittler in den Geschichten Der Doppelmord in der Rue Morgue, Das Geheimnis der Marie Rogêt und Der entwendete Brief von Edgar Allen Poe. Allerdings wird der Gast in "Der Außenseiter" nur als Monsieur Auguste vorgestellt. Er ist allerdings unschwer als der berühmte Pariser Detektiv zu erkennen, gerade weil er im Verlauf des Hörspiels seine kriminalistischen Fähigkeiten beweisen kann.

"Ich dachte, wir wären eine Geheimgesellschaft?"

Dieses Mal ist Richard an der Reihe eine Gruselgeschichte zu erzählen und der Maler berichtet, wie er während einer Einweihungsfeier in einem frisch renovierten Herrenhaus Zeuge eines grauenhaften Vorfalls wurde. Nicht nur, dass das Hörspiel die Perspektive wechselt, es verwendet auch eine gänzlich andere Erzählweise. Da die Freunde schon einmal einen echten Detektiv in ihrer Runde zu Gast haben, beschließt Richard sein Erlebnis auf der Feier den anderen als Rätsel zu präsentieren.

Er schildert seinen Zuhörern die Handlung in groben Zügen. Im Anschluss darf jeder von ihnen nacheinander Fragen stellen, um hinter das Geheimnis zukommen. Diese Herangehensweise lockert die Geschichte ungemein auf. Die dritte Folge von The Lovecraft 5 lebt vor allem von der Interaktion der Protagonisten während der Fragerunden. Es ist lustig und unterhaltsam mit anzuhören, wie die Freunde so manche Frage stellen und Richard ihnen geschickt ausweicht.

Das Hörspiel besitzt das Flair eines klassischen Krimis. Das ist eine schöne Idee, aber auch ein Teil des Problems. Der Gruselfaktor bleibt dieses Mal weitestgehend auf der Strecke. Lovecrafts Vorlage gehört aufgrund seiner Erzählperspektive zu den originelleren Geschichten des Autors und lebt von der surrealen und beklemmenden Atmosphäre. Diese Perspektive wäre aber nur als Hörbuch umzusetzen gewesen – somit ist die Lösung, den dritten Teil als Kriminalfall zu inszenieren, eine gute und originelle Lösung.

"Das ist faszinierend, ich habe von ähnlichen Versuchen mit Ratten gehört."

In "Der Fall des Arthur Jermyn" sind die fünf Freunde wieder unter sich. Aber auch diesmal wählt Warrren als Erzähler der Folge eine ungewohnte Taktik, um seine Geschichte zu präsentieren. Arthur Jermyn ist typisch für H. P. Lovecraft. Es geht um ein geheimnisvolles altes Volk, genealogische Studien und fortschreitenden Wahnsinn. Der Großteil der Erzählung besteht aus der Vorgeschichte der Ahnen von Arthur Jermyn. Um diese lebendig zu berichten, teilt Warren seinen Freunde jeweils einen dieser Vorfahren zu.

Der Reihe nach liest nun jeder die Fakten über das ihm zugeteilte Mitglied der Jermyn-Familie vor. Die Geschichte hält sich trotz der ungewöhnlichen Herangehensweise eng an die Vorlage. Lovecraft ist ein heute umstrittener Schriftsteller, da in seinem Werk oft rassistische Stereotypen auftauchen. Die Geschichte über Arthur Jermyn, die zum Teil in Afrika spielt, ist da keine Ausnahme. Die Hörspielmacher lassen diese Themen nicht einfach aus. Wie schon in den ersten Teilen werden Rassismus, Sexismus und Kolonialismus von den Freunden aufgegriffen und kritisch kommentiert – ohne dabei aufgesetzt zu wirken oder den Hörer aus dem Kontext der Erzählung herauszureißen.

"Es ist amüsant wie die Männer aus diesen epischen Zeiten dazu neigen, die Frauen in Vergessenheit geraten zu lassen."

Sowohl der Rätselkrimi als auch die Vortragspräsentation bietet den Sprechern viel Gelegenheit, um ihr schauspielerisches Talent zu entfalten. In den ersten beiden Folgen von The Lovecraft 5 übernahm immer einer als Erzähler den Großteil der Geschichte. Diesmal gibt es mehr Raum für Interaktion der Figuren untereinander, sodass alle Sprecher ihnen mehr Persönlichkeit und Charakter verleihen können. Alle fünf Sprecher leisten ohne Ausnahme wieder sehr gute Arbeit.

Edward wird von Julian Tennstedt gesprochen, der schon in den Gruselkabinett-Folgen "Die Farbe aus dem All" und "Der Ruf des Cthulhu" Erfahrungen mit H. P. Lovecraft sammeln konnte. Lutz Mackensy·(Erzähler der Hörspielserie Fünf Freunde) leiht Warren seine Stimme. Als Charles ist Uve Teschner (Edgar Allen Poe in der Hörspielserie Die geheimnisvollen Fälle von Edgar Allen Poe und Auguste Dupin) zu hören.

Der Naturwissenschaftler Herbert wird von Markus Pfeiffer (Synchronstimme von Paul Rudd) gespielt. Und Florian Hoffmann·(Synchronsprecher von Ian Somerhalder) legt seinen Richard als arroganter Schnösel an. In den beiden Folgen wirken außerdem Werner Wilkening als Monsieur Auguste sowie Bert Stevens, Tommi Piper·und Jens Wendland·mit.

"Es klang, als würde sich ein Waldbrand ausbreiten."

Da die Protagonisten die meiste Zeit des Hörspiels zusammensitzen und plaudern, gibt es auch selten eine besondere Geräuschkulisse zu hören. Allerdings wird der Hall im Treppenhaus oder das Rascheln von Papier immer wieder überzeugend umgesetzt. Die Musik ist bei den gruseligen Szenen stets im Hintergrund zu hören und unterstützt die Atmosphäre. An dieser Stelle sei auch lobend das Intro der Reihe erwähnt, welches schon beim Vorspann Lust auf das kommende Hörspiel macht.

Die Folge "Der Außenseiter" ist seit dem 13. Dezember in allen gängigen Shops und Portalen als Download verfügbar. "Der Fall des Arthur Jermyn" wird am 17. Januar veröffentlicht. In diesem Frühjahr folgen dann die Episoden "Aus dem Jenseits" und "Das gemiedene Haus".

Fazit

Julie Hoverson und Christoph Piasecki haben sich für die dritte und vierte Folge ihrer Serie The Lovecraft 5 zwei unbekanntere Geschichten von H. P. Lovecraft ausgesucht, welche beide nicht einfach als Hörspiel umzusetzen sind. Das Ergebnis ist ungewöhnlich, voller kreativer Einfälle und gerade deswegen sehr überzeugend. Die Gespräche der fünf Freunde sind wieder sehr unterhaltsam. Schön, dass die Macher nicht einfach ihre Ideen wiederholen, sondern für "Der Außenseiter" und "Der Fall des Arthur Jermy" wieder neue Wege beschreiten – allerdings leidet darunter, gerade in der dritten Folge, die unheimliche Grundstimmung.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© ContendoMedia

The Cruise: Hörspiel über eine mysteriöse Kreuzfahrt

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Ihren Urlaub auf dem Luxuskreuzfahrtschiff "Princess of Wales" haben sich die Helden des Hörspiels The Cruise sicher anders vorgestellt. Über Nacht verschwinden plötzlich mehr als 4.000 Menschen spurlos von Bord. Und niemand weiß, wo sie geblieben sind.

Die übrigen Passagiere können sich nur kurz über mehr Platz am Pool und kürzere Schlangen am Buffet freuen. Schnell kommt es unter ihnen zu merkwürdigen Todesfällen. Hilfe zu holen, ist für die Überlebenden allerdings gar nicht so einfach. Die Zugänge zur Brücke und zum Maschinenraum sind durch dicke Stahltüren versperrt.

Dann beginnen sich die unerklärlichen Ereignisse zu häufen. Die Passagiere werden von aztekischen Krieger und wilde Tieren attackiert, sodass ihr Aufenthalt an Bord zu einem lebensgefährlichen Abenteuer wird. Keiner von ihnen weiß, was vor sich geht, und wie sie das Schiff lebend verlassen können.

In dem Hörspiel aus dem Jahr 2014 sind unter anderen Gerrit Schmidt-Foß (Synchronstimme von Leonardo DiCaprio und Jeremy Renner), Tobias Meister (Synchronstimme von Kiefer Sutherland, Forest Whitaker und Brad Pitt), Lisa Werlinder (München), Asad Schwarz (Synchronstimme von Donnie Yen in Rogue One: A Star Wars Story), Anna Fischer (Fleisch ist mein Gemüse), Jan Odle (Synchronstimme von Will Smith) und der Kabarettist Werner Olm zu hören.

1Live sendet den ersten von acht Teilen des Hörspiels am 9. Januar von 23 bis 0 Uhr. Die weiteren Episoden von The Cruise folgen jeweils zur selben Sendezeit am 16. Januar, 23. Januar, 30. Januar, 6. Februar, 13. Februar, 20. Februar und 27. Februar. Das Hörspiel steht nach der Sendung bis 27. Februar 2021 zum befristeten Download im WDR-Hörspielspeicher zur Verfügung. Einen kurzen Trailer zum Hörspiel gibt es hier.

Der Gouverneur ist zu perfekt: Hörspiel nach einer Geschichte von Isaac Asimov

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Der Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov wurde am 2. Januar vor 100 Jahren geboren. Bis zu seinem Tod im Jahr 1992 verfasste er viele Kurzgeschichten und Romane. Bekannt wurde der Autor neben dem Foundation-Zyklus vor allem für seine Robotergeschichten aus den 50er Jahren.

In der Anthologie Ich, der Roboter entwickelte Isaac Asimov seine berühmten drei Robotergesetze: Ein Roboter darf keine Menschen verletzen oder zulassen, dass sie durch seine Untätigkeit zu Schaden kommen. Ein Roboter muss Menschen gehorchen, es sei denn, die Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz. Zudem muss ein Roboter seine eigene Existenz schützen, solange dieses nicht mit dem ersten oder zweiten Gesetz kollidiert.

Diese drei Gesetze spielen auch in der Kurzgeschichte Beweismaterial eine große Rolle. 1969 vertonte der Süddeutsche Rundfunk die Erzählung unter dem Titel Der Gouverneur ist zu perfekt. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Politiker Stephen Byerley, der für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Seine politischen Gegner beschuldigen ihn aber, ein humanoider Roboter zu sein. Seit einem schweren Autounfall hat niemand mehr Byerley schlafen, essen oder trinken gesehen.

Die Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin und der Chefentwickler Dr. Alfred Lanning vom führenden Roboter-Hersteller U. S. Rob sollen prüfen, ob der Bürgermeisterkandidat ein Mensch oder eine Maschine ist. Der ultimative Beweis soll durch das erste Roboter-Gesetz erbracht werden, nach dem kein Roboter einem Menschen Schaden zufügen darf.

In dem Hörspiel sind unter anderen Melanie de Graaf, Arnold Richter, Heinz Schimmelpfennig, Kurt Lieck und Ulrich Matschoss zu hören. Die Regie führte Andreas Weber-Schäfer, der in den 90er Jahren viele Genrehörspiele der Reihe Phantastik aus Studio 13 des Senders SWR 2 inszenierte.

Bayerns 2 sendet Der Gouverneur ist zu perfekt am Mittwoch, den 8. Januar von 20.05 bis 21 Uhr.

Die Wahrheit über Hänsel und Gretel: Hörspiel nach dem Buch von Hans Traxler

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Was steckt wirklich hinter der allseits bekannten Geschichte von Hänsel und Gretel? Wird in dem Märchen ein wahrer Kriminalfall geschildert? Der Archäologe Georg Ossegg will diesen Fragen nachgehen. Er ist fest davon überzeugt, dass die Geschichte der Gebrüder Grimm auf Tatsachen beruht. Obwohl Ossegg der Journalistin Anja viele Indizien präsentiert, weiß sie nicht, ob sie den Thesen des Wissenschaftlers glauben soll. Trotzdem begleitet sie ihn bei seinen Nachforschungen.

Zusammen studieren sie mittelalterliche Handschriften, interviewen Experten und veranstalten verschiedenen Experimente. Am Ende präsentiert Ossegg Anja tatsächlich die vermeintlichen Überreste des Hexenhauses sowie Teile eines verkohlten Skeletts. Haben sie wirklich den Ort gefunden, an dem vor Hunderten von Jahren ein schreckliches Verbrechen passiert?

Doch der Versuch, die Wahrheit über Hänsel und Gretel ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen ist gefährlich. Die Journalistin und der Märchenforscher geraten in Lebensgefahr. Die Aufnahmen auf Anjas Diktiergerät sind alles, was ihre Freund Thorsten bei der Suche nach seiner spurlos verschwunden Freundin entdeckt.

Der Autor Hans Traxler verfasste ab 1962 Beiträge im Satiremagazin Pardon und gehörte 1979 zu einen Gründer der Titanic. Sein 1963 unter dem Pseudonym Georg Ossegg geschriebenes Buch Die Wahrheit über Hänsel und Gretel erlangte größere Bekanntheit, als gegen Traxler wegen Betruges ermittelt wurde. Dabei war die Geschichte deutlich als Parodie auf den Wissenschaftsjournalismus erkennbar.

In dem gleichnamigen Hörspiel aus dem Jahr 2012 sind unter anderen Marion Nawrath, Frederic Böhle, Martin Clausen und Katharina Hoffmann zu hören. 1Live sendet am 19. Dezember von 23 bis 0 Uhr.

Notlandung: Science-Fiction-Hörspiel aus der DDR

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In dem Hörspiel Notlandung muss der Bordingenieur Jefferson Bick vor einer Untersuchungskommission der Weltraumbehörde aussagen. Diese interessiert sich für seinem letzten Patrouillenflug zusammen mit Commander Harrison. Heimlich aufgenommene Gesprächsprotokolle sollen beweisen, dass der Commander während des Fluges an einer psychischen Erkrankung litt. Er soll in Gesprächen die Vollkommenheit des herrschenden Gesellschaftssystems angezweifelt haben.

Wegen einer technischen Störung wurden Harrison und Bick während ihres Weltraumfluges zur Notlandung auf einem ihnen fremden Planeten gezwungen. Nach ihrer Landung konnten die beiden keine Spuren von Vegetation ausmachen, welche Menschen einen längeren Aufenthalt auf dem Planeten erlaubt hätte. Dennoch meinten sie, eine Stimme zu hören.

So trafen sie auf ein Wesen, welches einer Gruppe früherer Emigranten entstammt. Diese haben sich an die Verhältnisse angepasst, indem sie ihre Körper aufgaben und zu reinem Geist wurden. Harrison war von der neuen Welt und ihren Bewohnern so fasziniert, dass er dort bleiben wollte. Für Bick und die Untersuchungskommission der Weltraumbehörde stellt sich nun die Frage, ob Harrison den technischen Defekt und somit die Notlandung selbst herbeigeführt hat?

Notlandung wurde 1973 vom Rundfunk der DDR produziert. Die Regie führte der Autor Rolf Schneider. In dem Hörspiel sind Dietrich Körner, Jürgen Holtz, Jürgen Hentsch, Irma Münch und Dietmar Obst zu hören

Deutschlandfunk sendet das Hörspiel am Samstag, den 7. Dezember von 0.05 bis 1 Uhr.

Unser Leben in den Wäldern: Hörspiel über Systemflüchtlinge und ihre Klone

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In dem Hörspiel Unser Leben in den Wäldern lauschen die Zuhörer den Aufzeichnungen von Viviane (Merle Wasmuthis), welche ihre Erlebnisse in ein Aufnahmegerät spricht. Sie ist vor Kurzem in den Wald geflohen. Hier versucht sie zusammen mit weiteren Rebellen, fern ab der totalen Überwachung und der ständigen Ausbeutung durch einen dystopischen Zukunftsstaat, ein selbstbestimmtes Leben zuführen.

Von dem einstigen grünen Wald ist nicht mehr viel übrig geblieben. Aber immerhin bietet er den Systemflüchtigen eine provisorische neuen Heimat ohne die allgegenwärtigen Kontrollen und Krankheiten. Vor ihrer Flucht haben sie ihre Klone befreit, die als Organ-Ersatzteillager für die jeweiligen Originale gezüchtet wurden. Zu spät erkennt Viviane, dass die Ausschlachtung der Klone viel umfassender ist und ihre Position in dieser Hierarchie eine andere ist, als sie bislang gedacht hat.

Die Vorlage schrieb die französische Autorin Marie Darrieussecq, die mit ihren Roman Schweinerei in Deutschland bekannt wurde. Die Regie bei dem Hörspiel führte Gerrit Booms, der schon den Hooligan-Roman Hool fürs Radio adaptierte.

WDR 3 sendet Unser Leben in den Wäldern am Dienstag, den 4. Dezember von 19.04 bis 20.00 Uhr. Das Hörspiel steht danach befristet im WDR-Hörspielspeicher zum befristeten Download zur Verfügung.

Im Raum: Neues Science-Fiction-Hörspiel von Martin Heindel

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Martin Heindel hat ein neues fantastisches Hörspiel verfasst. Der Autor schrieb und inszenierte auch die Hörspiele Der Zug, Eifelgeist, NeuNuernberg, Der Wald, ... wie ein Lied oder Die Fabrik. Auch bei seinem neuen Science-Fiction-Projekt Im Raum übernahm Heindel wieder selbst die Regie.

Commander Clairin und ihre Besatzung haben den Auftrag, ein Wurmloch durch einen Sternengraben zu bohren. Das ihnen dafür nur schrottreifes Raumschiff zur Verfügung steht, macht ihre Mission nicht leichter. Als das Schiff den Bohrvorgang plötzlich von alleine abbricht und selbstständig den Subraum verlässt, steht die gesamte Crew vor einem Rätsel.

Ein unidentifizierbares Signal scheint das Raumschiff zu einem Asteroiden zu lenken, der sich mitten in der gigantischen Leere des Sternengrabens befindet. Im Inneren dieses Himmelskörpers finden Commander Clairin und ihre Crew alte Überreste einer ihnen fremden Kultur, aber keine Anzeichen von Leben. Bei ihrer Rückkehr zum Schiff werden sie von Raumpiraten überfallen, die ihnen durch das Wurmloch gefolgt sind.

Aber es befindet sich plötzlich noch jemand mit ihnen an Bord: Ein verwirrtes Kind, von dem niemand weiß, woher es kommt. Die einzige Chance des Commanders ist die Operatorin Alice B. Als Telepathin könnte sie Kontakt zu dem rätselhaften Kind aufnehmen und mit etwas Glück auch die Piraten überlisten.

WDR 3 sendet das Hörspiel am Sonntag, den 23. November von 19.04 bis 20 Uhr. Am 24. November wird Im Raum WDR 5 von 17.04 bis 18.00 Uhr wiederholt. Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet bis 23. November 2020 zum Nachhören im WDR-Hörspielspeicher zur Verfügung.

Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch: Hörspiel nach einem Roman von Philip K. Dick

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Philip K. Dick hat in seinem Leben viele unterschiedliche Geschichten und Romane geschrieben. Eines seiner Standardthemen war immer die unterschiedliche subjektive und objektive Wahrnehmung der Realität. In seinen Roman Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch fliehen die Menschen mithilfe von Drogen in eine bessere Welt.

In der Zukunft hat sich die Erde so stark aufgeheizt, dass das Leben nur noch in der Antarktis erträglich ist. Wer sich das Leben dort nicht leisten kann, wohnt in unterirdischen Städten oder arbeitet auf einem der besiedelten Planeten des Sonnensystems. Dort müssen die Menschen hart arbeiten und nur die Droge Can-D lässt sie ihr tägliches Elend ertragen.

So ist der präkognitiv begabte Barney Mayerson nicht gerade begeistert, dass seine Arbeitgeber ihn kurzfristig auf den Mars versetzt. Dort gerät er zwischen die Fronten der Auseinandersetzung des Herstellers von Can-D mit dem mysteriösen Palmer Eldritch. Der Großindustrielle galt lange als verschollen und kehrt nun von Proxima Centauri mit einer neuen besseren Wunderdroge zurück. Diese verspricht die Grenze zwischen Realität und Virtualität endgültig aufzuheben.

In dem Hörspiel wirken unter anderen Carlos Lobo (Synchronsprecher von Javier Bardem), Udo Schenk (Synchronstimme von Gary Oldman), Matthias Koeberlin (Das Jesus Video), Camilla Renschke (Schlaraffenland), Felix von Manteuffel (Verborgenes Fenster, verborgener Garten) und Tanja Schleiff (Charité) mit.

1 Live sendet Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch in zwei Teilen am 21. November und 28. November jeweils um 0 Uhr. Das Hörspiel steht danach bis Ende November 2020 im WDR-Hörspielspeicher zum befristeten Download zur Verfügung.

The Lovecraft 5: Kritik zu den Hörspielen Das Bild im Haus und Jäger der Finsternis

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The Lovecraft 5

H. P. Lovecraft ist bekannt für seine Geschichten über Cthulhu und andere kosmische Wesen, welche die Menschen allein durch ihre Präsenz in den Wahnsinn treiben. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte er allerdings nur einen einzigen Roman und einige wenige Erzählungen. Dass er mehr als achtzig Jahre nach seinem Tod noch als einer der wichtigsten Autoren der Horrorliteratur bekannt ist, liegt an dem Eigenleben, welches sein Werk entwickelte. Es gibt mittlerweile zahlreiche Adaptionen seiner Geschichten als Filme, als Comics oder auch als Hörspiele.

"Wenn ich nicht allmählich beginne, sitzen wir hier noch bis zum Morgengrauen."

Gerade in den letzten Jahren ist die Anzahl der Vertonungen stark anstiegen. Auch bei vielen der besseren Umsetzungen zeigt sich, dass eine werkgetreue Adaption äußerst schwierig ist. Lovecrafts Geschichten zeichnen sich nicht unbedingt durch ihre Dialoge aus. Meist gibt es einen Erzähler, der die grauenhaften Ereignisse schildert – und hält man sich daran, gleichen die Ergebnisse eher einem Hörbuch als einem Hörspiel.

Das Label Contendo Media hat für dieses Problem mit seiner Serie The Lovecraft 5 eine ganz eigene Lösung gefunden. Die ersten beiden Folgen basieren auf den Geschichten Das Bild im Haus und Der leuchtende Trapezoeder, welche von dem jeweiligen Erzähler auch mehr oder weniger vollständig wiedergegeben werden. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen allerdings die Freunde Charles, Warren, Herbert, Richard und·Edward. Jeweils einer der Fünf berichtet den anderen von einem unheimlichen Vorfall, welchen er direkt oder indirekt miterlebt hat.

"Bösartigkeit ist nur ein moralisches Konstrukt."

In der ersten Folge erzählt Charles von einer Reise, die er für seine genealogischen Studien unternommen hat. Während eines Unwetters sucht er in einem heruntergekommenen Haus Unterschlupf. In einem Regal entdeckt er ein altes Buch mit unheimlichen Bildern von blutigen, kannibalischen Ritualen. Als der Bewohner der Hütte schließlich auftaucht, kommen die beiden über den Band ins Gespräch. Nach und nach beschleicht Charles ein grausiger Verdacht über seinen Gastgeber.

In "Der Jäger der Finsternis" ist es der Schriftsteller Edward, der seinen Freunden über den exzentrischen Maler und Autor Robert Blake berichtet. Der kürzlich verstorbene Blake hat ein mysteriöses Manuskript hinterlassen. Sein Tagebuch handelt von einem geheimnisvollen Trapezoeder und einem grausigen Wesen, welches nur in der Finsternis zuschlagen kann.

Die Regie bei The Lovecraft 5 führte Christoph Piasecki, während Julie Hoverson die Vorlagen für das Hörspiel bearbeitet hat. Sie bleibt bei ihrer Adaption dicht am Original, um sich in den Gesprächen der Freunde wiederum von der strikten Nacherzählung zu lösen. Davon leben die Hörspiele. Immer wieder wird der jeweilige Erzähler von Kommentaren oder Nachfragen seiner Zuhörer unterbrochen.

Die fünf Männer, von denen man nur die Vornamen erfährt, sind Zeitgenossen Lovecrafts. Der Autor wird aber selbst nicht erwähnt, weil seine Erzählungen hier als eigene Erlebnisse der Freunde ausgegeben werden. Es wird zwar nicht direkt angesprochen, aber es gibt versteckte Hinweise, dass es sich bei den fünf Freunden um Figuren aus anderen Lovecraft-Erzählungen handelt.

In den Gesprächen wird erwähnt, dass Richard Künstler ist, dessen Bilder einigen Betrachtern zu widerwärtig sind – was an den Maler Richard Upton Pickman aus der Geschichte Pickmans Modell denken lässt. Charles, der Erzähler im ersten Hörspiel, betreibt genealogische Nachforschungen über seine Familie, genau wie der Protagonist in Der Fall des Charles Dexter Ward. Und bei dem Naturwissenschaftler Herbert, der gerne über den Tod und die Wiederbelebung durch elektrischen Strom nachdenkt, gibt es starke Ähnlichkeiten zu Herbert West – der Wiedererwecker.

"Wolltest du uns nicht eine Geschichte erzählen, die uns die Haare zu Berge stehen lässt?"

Während und vor allem nach der eigentlichen Geschichte diskutieren die Fünf lebendig über Themen, die mit der Erzählung direkt oder indirekt zu tun haben. So werden Kannibalismus, die Wendigo-Legende, Algernon Blackwood, Bram Stokers Dracula, die alten Kindergeschichten aus dem Struwwelpeter, das Floß der Medusa, die Walpurgisnacht, Meteoriteneinschläge und Werwölfe angesprochen.

Die Diskussionen und Einwürfe binden auch den Rassismus von H. P. Lovecraft geschickt ein, ohne deplatziert oder aufgesetzt wirken. So wird zum Beispiel erwähnt, dass Kannibalismus viel weniger verbreitet war als geglaubt. Oft wurde der Vorwurf dafür verwendet, ein Volk zu stigmatisieren und es anschließend ohne Skrupel anzugreifen oder zu versklaven.

Außerdem werden Lovecrafts Stilmittel kritisch hinterfragt. Zum Beispiel wenn Edward in der zweiten Episode aus einem Manuskript vorträgt, welches mehr oder weniger aus der Vorlage Der leuchtende Trapezoeder stammt. Als er zu den Lovecraft typischen Beschreibungen der Architektur kommt, erklärt er kurzerhand, diese langatmigen Passagen zu überspringen.

"Wenn du es dir leise vorstellst, kann ich inzwischen weiter erzählen."

Als Charles und somit Erzähler der ersten Geschichte ist Uve Teschner (Edgar Allen Poe in der Hörspielserie Die geheimnisvollen Fälle von Edgar Allen Poe und Auguste Dupin) zu hören. Lutz Mackensy·(Erzähler der Hörspielserie Die Fünf Freunde) leiht Warren seine Stimme, welcher die anderen immer mit seinen Wissensvorträgen nervt.

Richard wird vom Sprecher Florian Hoffmann·(Synchronsprecher von Ian Somerhalder) als arroganter Schnösel angelegt. Markus Pfeiffer (Synchronstimme von Paul Rudd) spricht den Naturwissenschaftler Herbert, welcher die übersinnlichen Ereignisse kritisch hinterfragt.

Edward, der letzte der fünf Freunde, hat in "Das Bild im Haus" nur einen kurzen Auftritt und ist erst in dem folgenden Hörspiel die gesamte Zeit mit dabei. Er wird von Julian Tennstedt gesprochen, der schon in den Gruselkabinett-Folgen "Die Farbe aus dem All" und "Der Ruf des Cthulhu" Erfahrungen mit H. P. Lovecraft sammeln konnte.

In den ersten beiden Folgen haben noch Robin Brosch (Synchronstimme von Christopher Cousins in Vampire Diaries) als Bewohner der unheimlichen Hütte und Michael-Che Koch·(Sprecher in verschiedenen Gruselkabinett- und Geister-Schocker-Hörspielen) als Robert Blake ihre Auftritte.

Bei The Lovecraft 5 handelt es sich um eine sehr gute Ensembleleistung, wobei kein Sprecher negativ auffällt. Den Erzählern und auch den Gastsprecher in den jeweiligen Geschichten gelingt es gut, mit wenigen Mitteln eine unheimliche Stimmung zu erzeugen. Das Herz der Serie sind aber die fünf Freunde. Es macht wirklich großen Spaß, heimlicher Zuhörer ihrer Erzählrunde zu sein.

"Warren, solltest du deine eigenen Memoiren verfassen und dann auf seltsame und schreckliche Weise ums Leben kommen – dann können wir uns weiter darüber unterhalten."

Obwohl sie über grausige Themen wie Kannibalismus oder Wahnsinn sprechen, fehlt es nicht an gut platziertem Humor. Zu Beginn hat man noch ein wenig Mühe, die einzelnen Sprecher – mit Ausnahme von Lutz Mackensy – auseinanderzuhalten. Das legt sich aber schnell, und es gelingt jedem von ihnen, seiner Figur nur mit der Stimme einen eigenen Charakter zu verleihen.

Der Reihe kommt zugute, dass sie mit zwei nicht ganz so bekannten und nicht schon öfters vertonten Geschichten startet. Die Musik versetzt den Hörer zu Beginn in eine gemütliche schaurige Stimmung und ist dann nur noch ab und an im Hintergrund zu hören. Effekte gibt es wenig. Die verwendeten, wie Hall in großen Räumen oder Regenschauer, werden aber gut in Szene gesetzt. Die Hörspiele besitzen mit einer Dauer von rund vierzig Minuten genau die richtige Länge – obwohl man nach dem Ende gerne gleich die nächste Folge hören will.

"Das Bild im Haus" und "Jäger der Finsternis" sind ab dem 22. November in allen gängigen Shops und Portalen als Download verfügbar. Am 18. Dezember folgt dann "Der Außenseiter" und für 2020 sind bereits die Folgen "Der Fall des Arthur Jermyn" (17. Januar), "Aus dem Jenseits" (14. Februar) und "Das gemiedene Haus" (13. März) geplant.

Fazit

Die Autorin Julie Hoverson und der Regisseur Christoph Piasecki haben einen ganz eigenen Weg gefunden, die Erzählungen von H. P. Lovecraft zu vertonen. Dabei lösen sie sich stark von der klassischen Erzählweise im Hörspiel. Dieses Wagnis hat sich gelohnt. Die Gespräche der Freunde bieten zusätzlich zu der eigentlichen Geschichte viele interessante Informationen und vor allem beste Unterhaltung. Das liegt besonders an der sehr guten Gesamtleistung aller beteiligten Sprecher.

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