Hörspiel

2035 – Die Zukunft beginnt jetzt: Neun Science-Fiction-Hörspiele in der ARD-Audiothek

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In der ARD-Audiothek ist seit Anfang Dezember der Hörspiel-Podcast 2035 – Die Zukunft beginnt jetzt zu finden, der in neun Folgen ein Blick ins die Zukunft des Jahres 2035 wagt. Eingeleitete werden die jeweiligen Episoden von dem Wissenschaftsjournalisten Niklas Kolorz. Thematisch geht es um Fleischkonsum, Social Media, gesellschaftliche Spaltungen, künstliche Intelligenz und immer wieder um den Klimawandel.

Im Mittelpunkt von 2035 – Die Zukunft beginnt jetzt steht dabei eine Gruppe Menschen, die 2022 ihren Schulabschluss gemacht haben. Erzählt wird ihr Leben dreizehn Jahre später in einer mal mehr oder weniger düsteren Zukunft. Die einzelnen Folgen sind unabhängig voneinander zu hören und präsentieren unterschiedliche Szenarien – es gibt aber immer wieder Querverbindungen zischen einzelnen Hörspielen.

In "Für immer wir alle zusammen" beschließen sechs Freundinnen nach dem Abi, sich jedes Jahr am selben Tag eine Sprachnachricht zu schicken. Der Hörer bekommt so im Zeitraffer Einblicke in die Entwicklung der Zukunft in den nächsten 13 Jahren. Auch die Folge "9 Dinge, die Du 2035 nicht erwartet hättest #6 wird dich umhauen" springt zwischen verschiedenen Protagonisten des Jahres 2035 umher und verschafft einen Überblick über eine kaputte Gesellschaft. Und "Peak Meat. Die Fleischkriege" fokussiert sich ganz auf den Bürgerkrieg zwischen den Veganer und den Fleischessern.

Die einzelnen Folgen haben unter anderen von Mariola Brillowska (An den mechanischen Präsidenten), Thilo Reffert (Nächster Halt Mars), Walter Filz (Akte 88. Die 1000 Leben des Adolf Hitler) und Martin Heindel Martin Heindel (Eifelgeist, Die Fabrik) geschrieben. Die Science-Fiction-Reihe entstammt einer Zusammenarbeit der ARD-Radiosender und dem Deutschlandfunk. Im Anschluss werden die einzelnen Hörspielepisoden im Programm der unterschiedlichen Radiosender zu hören sein. In der Audiothek ist zudem das Science-Fiction-Hörspiel Erik Wunderlich: Unearthing zu finden.

Gruselkabinett 181: Das gefährlichste Spiel der Welt - Kritik zum Hörspiel

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2020 lief auf dem Streaming-Anbieter Quibi die Serie Most Dangerous Game, in der sich der von Liam Hemsworth gespielte Protagonist gegen Geld von anderen Menschen jagen lässt. Man denkt sofort an Stephen Kings Roman Menschenjagd, dessen Verfilmung Running Man mit Arnold Schwarzenegger, den deutschen Fernsehfilm Das Millionenspiel von Tom Toelle oder die Kurzgeschichte The Prize of Peril von Robert Sheckley.

Die Vorlage für die Actionserie ist aber, wie der Titel schon vermuten lässt, die wesentlich unbekanntere Erzählung The Most Dangerous Game von Richard Connell. Diese Geschichte hat nun Hörspielregisseur Marc Gruppe für die Reihe Gruselkabinett vertont.

"Die Welt besteht nun mal aus zwei Klassen: den Jägern und den Gejagten."

"Das gefährlichste Spiel der Welt" beginnt auf dem Ozean. Der Großwildjäger Sanger Rainsford will 1924 von New York nach Brasilien reisen. Doch soll er sein Ziel nie erreichen. Als sein Schiff gerade durch die Karibik fährt, stürzt der Jäger mitten in der Nacht von der Besatzung unbemerkt ins Meer. Er kann sich auf eine einsame Tropeninsel retten. Dort lebt in einer Festung der russische General Zaroff, welcher den Gestrandeten aufnimmt und bewirtet.

Die beiden Männer verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: die Jagd. Deswegen wird Rainsford zunächst auch nicht misstrauisch, als Zaroff ihn zur Teilnahme an seiner nächsten Unternehmung auf der Insel einlädt. Der General hat den gestrandeten Großwildjäger allerdings bereits als Beute seiner nächsten Jagd ausgewählt. So findet sich Rainsford am folgenden Morgen nur mit einem Messer bewaffnet auf der Flucht vor dem General und seinen Hundemeute wieder.

"Das sind Tiere, wilde Tiere – sie haben keine Gefühle wie wir."

Die Geschichte kommt völlig ohne übernatürlichen Horror aus und lässt auf die Formel zusammenfassen: Ein reicher Mann tötet auf seiner privaten Insel aus Freude an der Jagd andere Menschen. Aus dieser simplen Grundidee schuf Richard Connell ein spannendes Action-Abenteuer. Die 1924 veröffentlichte Erzählung erlangte schnell große Bekanntheit, und da der Autor auch Drehbücher verfasste, war die Verfilmung des Stoffes nur eine Frage der Zeit.

1932 drehten Ernest B. Schoedsack und Merian C. Cooper den Kinoklassiker King Kong und die weiße Frau. Zeitgleich mit dem Abenteuerfilm inszenierten die beiden Regisseure Graf Zaroff – Genie des Bösen. Der Film teilte sich mit dem berühmten Riesenaffen nicht nur den Drehort, sondern auch einige der Hauptdarsteller.

The Most Dangerous Game ist seine bis heute bekannteste Erzählung und entwickelte im Kino rasch ein Eigenleben mit vielen Variationen und Abwandlungen. Zu den Produktionen, die mal mehr oder weniger lose auf Connells Geschichte basieren, gehören unter anderen auch der trashige Science-Fiction-Streifen Jäger der verschollenen Galaxie (1987), Surviving the Game (1994) mit Ice-T und Rutger Hauer sowie die oben bereits erwähnte Serie Most Dangerous Game. Der Autor Sylvain Runberg und der Zeichner François Miville-Deschênes haben die Geschichte in ihrem Comicalbum Zaroff sogar fortgesetzt.

Obwohl die Erzählung so oft als Vorlage für Drehbücher diente, geriet der Originaltext im Laufe der Jahre in Vergessenheit. Regisseur Mark Gruppe bleibt in seinem Hörspiel, wie für die Gruselkabinett-Reihe üblich, eng an der literarischen Vorlage. Das zeigt sich vor allem an der begrenzten Anzahl der Sprecher, die für das Hörspiel benötigt werden.

"Ihr Englisch ist hervorragend."

In der Hauptrolle ist Pascal Breuer als Sangaer Rainsford zu hören. Er ist der Synchronsprecher des Bollywood-Schauspielers Shah Rukh Khan. Für die Gruselkabinett-Hörer ist er kein Unbekannter. Breuer war unter anderem in "Das Traktat Middoth" oder "Alraune" zu hören. In Folge 181 führt er als Icherzähler in gewohnt guter Qualität durch das Hörspiel. Das bietet zwar keine Überraschung, fügt sich aber wunderbar in das Konzept der Horror Reihe ein.

Bekannter als Breuer dürfte die Stimme von Torsten Münchow sein, der Brendan Fraser (Die Mumie) im Deutschen seine Stimme leiht. In "Das gefährlichste Spiel der Welt" spricht er den Antagonisten General Zaroff. Er klingt rauer, als man seine Stimme von seiner Synchronarbeit in Erinnerung hat. Das passt aber sehr gut zu dem dekadenten General. Positiv fällt auf, dass Münchow komplett darauf verzichtet, mit einem künstlichen russischen Akzent zu reden.

In weiteren Rollen sind Glenn Goltz als Großwildjäger Whitney und Peter Weis als Kapitän Nielsen zu hören. Goltz war zuletzt in Folge 180 des Gruselkabinetts als Jim Shorthouse zu hören, während Weis in derselben Folge die Rolle des Erzählers übernahm. Thomas Balou Martin steuert als Zaroffs stummer Handlanger Iwan zu richtigen Zeit ein paar Grunzlaute bei. Wer ihn richtig sprechen hören will, muss zu den Gruselkabinett-Folgen "Der gewaltige Gott Pan" oder "Die Köpfe von Apex" greifen.

Neben der guten Leistung der Sprecher muss man auch die Inszenierung insgesamt loben. Regisseur Marc Gruppe hat Geräusche, Effekte und Musik gut in die Handlung eingewoben. Das Hörspiel wird den einen oder anderen Hörer mit 71 Minuten vielleicht ein wenig zu lang vorkommen. Gerade zu Beginn und dann wieder in der Mitte gibt es zwei lange Dialogpassagen über die Kunst der Jagd zwischen Rainsford und seinen Freund Whitney beziehungsweise Zaroff.

"Wenn interessiert schon, wie sich ein Jaguar dabei fühlt, wenn wir Jagd auf ihn machen?''"

Ob man diese Stellen zu lang oder gar langweilig findet, kommt auf die Einstellung an, mit der man an das Hörspiel herangeht. Wer sich eine altmodische Geschichte nahe an der Vorlage wünscht, wird die Dialoge mögen, in denen die verschiedenen Facetten, Freuden und Grausamkeiten der Jagd diskutiert werden. Wer sich auf spannende Action freut, muss sich bis zur zweiten Hälfte gedulden.

Allerdings hat das Hörspiel ein weiteres Problem. Sanger Rainsford fungiert auch als Erzähler der Geschichte. Somit nehmen schon seine ersten Worte ein wenig die Spannung aus dem Hörspiel. So bangt man nicht wirklich um das Leben des Helden. Das tut dem Hörvergnügen insgesamt jedoch keinen Abbruch. Wer öfter zu einem Gruselkabinett-Hörspiel greift, weiß, was ihn erwartet.

Nachdem in der Reihe zu Beginn viele Vertonungen bekannter Gruselklassiker von Bram Stoker, H. P. Lovecraft, Mary W. Shelly, Arthur Conan Doyle oder Edgar Allen Poe erschienen, inszenierte Marc Gruppe zuletzt immer öfter auch Geschichten vergessener Autoren wie Willy Seidel, Francis Flagg oder wie im vorliegenden Fall Richard Connell. Somit bietet auch "Das gefährlichste Spiel der Welt" die Chance, einen verschollene Geschichte wieder zu entdecken – es lohnt sich.

Fazit

Wer sich ein Hörspiel der Gruselkabinett-Reihe kauft, kann sich auf eine gelungene Inszenierung und gute Leistung der Sprecher verlassen. Darin ist auch die 181. Folge keine Ausnahme. Hörer, die eine simple Actiongeschichte erwartet, könnte in der ersten Hälfte enttäuscht werden. Zu Beginn philosophieren die Figuren noch über das Für und Wider der Jagd. In der zweiten Hälfte zieht die Spannung an und belohnt den Zuhörer mit einem packenden Zweikampf zweier Jäger.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Titania Medien

Titania Medien: Gruselkabinett Folge 181 – Das gefährlichste Spiel der Welt (Hörprobe)

Timothy Truckle ermittelt: 4 Science-Fiction-Hörspiele nach den Erzählungen von Gert Prokop

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In den Science-Fiction-Krimis von Gert Prokop sind die USA Mitte des 21. Jahrhunderts ein totalitär regierter kapitalistischer Staat. Dort ermittelt der Privatdetektiv Timothy Truckle im Auftrag der oberen Zehntausend in mehreren skurrilen Fällen. Dass Truckle in einer Folge einen verschwundenen Leibkoch suchen muss, klingt noch nach dem gewöhnlichen Arbeitsalltag eines selbstständigen Ermittlers.

Gleich zu Beginn in "Wer stiehlt schon Unterschenkel?" muss sich der Privatdetektiv auf die Suche nach gestohlenen Transplantaten machen. In der nächsten Folge gilt es zu beweisen, ob man Menschen einfrieren und später in der Zukunft ohne Schäden wieder auftauen kann. Und dies sind nicht die einzigen Probleme, mit denen sich Truckle herum schlagen muss. Der Privatdetektiv ist nämlich auch noch Mitglied einer Untergrundgruppe, die den Sturz des kapitalistischen Systems plant.

Die Darstellung der USA und die Kritik am Kapitalismus sind damit zu erklären, dass Prokop seine satirischen Science-Fictions-Krimis 1977 in der ehemaligen DDR veröffentlichte. Sechs Jahre später folgte auf den Sammelband Wer stiehlt schon Unterschenkel? acht weitere Erzählungen, vereint in dem Band Der Samenbankraub.

Die Hauptrolle in Timothy Truckle ermittelt spielt Matthias Matschke (Pastewka). Weitere Rollen in den vier Hörspielen übernahmen Jens Wawrczeck (Die drei Fragezeichen), Valery Tscheplanowa (Speed Racer), Bernhard Schütz (Barbaren) und Aljoscha Stadelmann (Fabian). Die Regie führte Wolfgang Seesko.

Alle vier Teile vonTimothy Truckle ermittelt  stehen bereits in der ARD Audiothek zum Abruf bereit.

Erdsee: Hörspiel nach Ursula K. Le Guins Fantasyklassiker

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Zu den bedeutenden Klassikern der Fantasyliteratur dürfte mittlerweile auch der Romanzyklus Erdsee der Autorin Ursula K. Le Guin zählen. Nach Vorlage der Bücher hat der Regisseur Jörg Schlüter für den WDR jetzt ein Hörspiel produziert.

Erdsee ist eine Welt, die aus vielen kleiner Inseln besteht. Auf der Insel Rok wird der junge Ged zum Magier ausgebildet. Durch ein Missgeschick öffnet er eine Verbindung zum Totenreich und ein dunkles Etwas entkommt nach Erdsee. Von nun an ist es Geds Aufgabe, dieses Wesen zu jagen und in seine Ursprungsdimension zu bannen.

In dem Hörspiel sind unter anderen Béla Gabor Lenz, Aram Tafreshian, Steffen Reuber, Kristin Alia Hunold und Sithembile Menck zu hören. Alle sechs Teile des Hörspiels stehen bereits in der ARD-Audiothek zur Verfügung.

2020 veröffentlichte Ursula Poznanski (Erebos, Thalamus) ihren Jugendroman Cryptos. In ihm schildert die Schriftstellerin eine durch Umweltzerstörung und Klimawandel lebensfeindliche Welt, in der die meisten Menschen ihre Zeit in virtuellen Welten verbringen. Die Programmiererin und Welten-Designerin Jana kommt eines Tages einer dürsteten Geheimnis auf die Spur.

Die Regie bei der Hörspiel-Adaption von Bremen 2 führte Janine Lüttmann. Die Hauptrollen in Cryptos spielen Elisa Schlott, Jonas Nay, Jannik Schümann, Dietrich Hollinderbäumer und Katharina Leonore Goebel. Die ersten vier von insgesamt sechs Folgen sind ebenfalls in der ARD-Audiothek zu finden.

Dort kann man bereits alle neun Teile der Serie Miami Punk abrufen. Das NDR-Hörspiel basiert auf den gleichnamigen Roman von Juan S. Guse aus dem Jahr 2019. In der Adaption stehen vier Rollenspieler im Mittelpunkt, die das Pen-and-Paper "Miami Punk: The complete DLC" spielen. Das Spiel schildert eine Welt, in welcher der Atlantik vor Florida verschwunden ist, in Miami eine Krokodilplage herrscht und ein Hochhauskomplex von Erdboden abhebt.

In dem Hörspiel Miami Punk von Iris Drögekamp und Felix Lehmann übernahmen Stefan Konarske, Lisa Hrdina, Taner Sahintürk sowie Sebastian Zimmler die Hauptrollen.

Die Viruskonferenz: Hörspiel über einen Komponisten und ein Weltuntergangsprojekt

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Es gibt Hörspielankündigungen, nach deren Inhaltsangabe man nicht genau weiß, was dem Zuhörer am Sendetermin erwartet. Die Viruskonferenz ist so ein Fall. Es geht um dem Komponisten Alexander Stieglitz, der Hieroglyphen in Musik übersetzt. Für jedes Piktogramm sucht er einen entsprechenden Klang.

Auf einer Reise nach Kairo lernt er im Flugzeug die Virologin Maria Freytag-Nelson, die an einem geheimnisvollen Killervirusprojekt arbeitet. Sie ist auf den Weg zu einer Konferenz, auf der über die Erringung der Weltherrschaft diskutiert werden soll. Aber eigentlich liegt der Komponist Stieglitz im Koma und hört lediglich Dialogfragmente. An seinem Bett im Krankenhaus sitzt seine Tochter, welche auf ihren bewusstlosen Vater einredet.

Das Hörspiel aus dem Jahr 1997 wurde von Georg Herrnstadt inszeniert. In Die Viruskonferenz sind unter anderen Ulrich Wildgruber, Elisabeth Trissenaar und Theresa Hübchen zu hören. WDR 3 sendet das Hörspiel am 11. September von 19.04 bis 20 Uhr. Nach der Ausstrahlung steht Die Viruskonferenz befristet im WDR-Hörspielspeicher zum Download zur Verfügung.

Elf Tage später folgt am 22. September um 23 Uhr auf 1Live der Mystery-Thriller Eifelgeist. Bereits in der ARD-Mediathek kann man sich die dreiteilige Hörspieladaption Hochhaus von James Graham Ballards Roman High Rise anhören.

Hörspiele im Juni: Goldstein, Unten am Fluss und Green Frankenstein

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Am 26.Juni. um 22.03 Uhr wendet sich der Sender Deutschlandfunk der Zukunft der Kleinkindererziehung zu. Das Hörspiel K.I.T.A. erzählt von einem staatlich geförderten Pilotprojekt , in dem erstmals Roboter zur Kinderbetreuung eingesetzt werden.

Ab 2017 wurden mit der Serie Babylon Berlin die ersten zwei Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher verfilmt. Die Radio-Adaption der Buchreihe ist weiter und der WDR sendet im Juni das Hörspiel Goldstein. Die Handlung setzt 1931 ein. Kommissar Rath bekommt den Auftrag, den amerikanischen Gangster Abraham Goldstein zu beschatten. Ein scheinbar langweiliger Job, wo es doch in Berlin viel dringender Fälle zu lösen gibt.

WDR 3 sendet das Hörspiel in vier Teilen. Los geht es am 24.Juni von 19.04 bis 20.00 Uhr. Die weiteren Teile folgen zur selben Sendezeit am 1., 8. und 15. Juli. Jeweils am folgenden Samstag werde die Hörspiele dann von 17.04 bis 18.00 Uhr auf WDR 5 wiederholt.

Nach der Sendung kann man sich Goldstein in der ARD-Mediathek oder im WDR Hörspielspeicher anhören. Dort sind auch schon die Hörspiele Green Frankenstein von Jörg Buttgereit (Captain Berlin) und die Adaption von Richard Adams Roman Unten am Fluss zu finden.

Am 29.Juni. sendet NDR Kultur zwei fantastische Geschichten, welche der Autor Günter Eich (Träume) in den 1950er Jahren fürs Radio bearbeitete. Sieben weitere Episoden der damaligen Hörspielreihe stehen anschließend in der NDR-Hörspielbox online zum Nachhören bereit. Die vertonten Geschichten stammen unter anderen von Rudyard Kipling, Wilhelm Hauff und Nikolai Gogol.

Carmilla: Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Sheridan Le Fanu

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Denkt man an klassische Vampirbücher, kommt einen sofort Dracula (1897) in den Sinn. Dabei war Bram Stokers Roman gar nicht das erste Werk über die unheimlichen Blutsauger. John Polidori (Der Vampyr 1816) und Joseph Sheridan Le Fanu (Carmilla 1872) veröffentlichten bereits Jahre vor Stoker ihre Vampirgeschichten. Auch wenn Dracula das Bild der Blutsauger nachhaltig prägte, lohnt es sich auch die anderen Klassiker zu kennen.

Beginnen kann man mit Carmilla, welches der WDR 1984 als Hörspiel adaptierte. Le Fanus Geschichte, wie auch das gleichnamige Hörspiel, spielen in der Steiermark. Dort auf einen Schloss lebt Laura mit ihren Eltern. Als eines Abends eine Kutsche in der Nähe verunglückt, leistet die Familie den Passagieren Hilfe. Am meisten scheint sich die junge Carmilla verletzt zu haben, die bei dem Unfall ihr Bewusstsein verloren hat.

Laura und ihre Eltern beschließen, das kranke Mädchen auf zu nehmen und gesund zu pflegen. Die einsame Laura freundet sich schnell mit Carmilla an. Doch seit das fremde Mädchen auf dem Schloss lebt, sterben in der Umgebung überraschend viele Frauen. Auch Lauras körperlicher Zustand verschlechtert sich. Erst als sie während eines Ausflugs mit ihrem Vater ins nahe gelegene Dorf Karnstein auf General Spielsdorf trifft, kommen sie hinter Carmillas dunkles Geheimnis.

In dem Hörspiel sind unter anderen Nina Danzeisen, Sona McDonald, Luitgard Im, Hans Caninenberg, Bernd Birkhahn und Jörg Kaehler zu hören. Die Hörspieladaption wurde von Heinz Wilhelm Schwarz inszeniert.

WDR 3 sendet das Hörspiel am 14. Mai von 19.04 bis 20 Uhr. Bereits jetzt steht Carmilla befristet im WDR-Hörspielspeicher zum Download zur Verfügung.

Delay: Hörspiel über ein spurlos verschwundenes Flugzeug

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Der Flug IWA 303 nach Stockholm verschwindet spurlos vom Radar. Die Behörden gehen schnell von einer Entführung durch Terroristen oder ein Absturz auf dem offenen Meer als einzige mögliche Erklärungen aus. Doch das Mädchen Lena kommt durch ihre übersinnlichen Kräfte dem Rätsel auf die Spur.

Im heimatlichen Stockholm nimmt Lena telepathischen Kontakt zu ihrer Zwillingsschwester in der verschwundenen Passagiermaschine auf. Diese ist nämlich weder entführt noch abgestürzt, sonder kämpft sich durch einen schweren Sturm – obwohl alle Wetterdaten kein Unwetter anzeigen. Der Wissenschaftler Richard Mathiesen vermutet, dass das Flugzeug in eine andere Dimension katapultiert worden ist.

Tatsächlich überfliegen Flugkapitän Paul Andersson und seine Passagiere eine albtraumhafte Landschaft voller Vulkane und Lavameere. Nun heißt es, wieder einen Weg nach Hause zu finden, bevor dem Flugzeug der Sprit ausgeht.

Delay stammt aus der Feder von Bodo Traber, der auch die Hörspiele Paradise Revisited, Der Flüsterer, Die blauen Schafe, Kurz vor Sonnenaufgang, Mühlheimers Experiment und Nachtexpress verfasste. Außerdem schrieb er für die Hörspielreihe Geister-Schocker die Folge "Hostile Area". Die Regie führte Petra Feldhoff (Das Ding im Nebel, Puppenstadt).

In dem Hörspiel sind Cathlen Gawlich (Synchronstimme von Elizabeth Banks und Lily Rabe), Arnd Klawitter (Sløborn), Oliver Stritzel (Synchronstimme von Josh Brolin), Britta Hammelstein (Der Baader Meinhof Komplex) sowie Paul Herwig, Michael Schenk, Barnaby Metschurat, Glenn Goltz und Matthias Ponnier zu hören.

1Live sendet das Hörspiel am 7. April von 23 bis 0 Uhr. Nach der Ausstrahlung steht Delay befristet im WDR-Hörspielspeicher zum Download zur Verfügung.

Dreamland Grusel 51: Kritik zum Hörspiel Die Caves und der Klang des Todes

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Die namenlose Kleinstadt könnte Hawkins oder Castle Rock heißen – auf jeden Fall ist sie einer jener Orte irgendwo in den USA, in der eine Gruppe jugendlicher Helden gegen ein übernatürliches Grauen kämpfen muss. Die Inspirationsquellen für das neue Dreamland-Grusel-Hörspiel "Die Caves und der Klang des Todes" sind unschwer zu erkennen. Da reicht eigentlich schon ein Blick auf die Namen der Hauptfiguren und eine kurze Zusammenfassung des Inhalts.

Am Beginn des Sommers 1987 scheint die Welt der vier Außenseiter Will Bowers, Nancy Donner, Denis Willburn und Dave Law noch in Ordnung zu sein – sieht man von gelegentlichen Auseinandersetzungen mit den Schulschlägern ihrer Highschool ab. Doch von einem Moment auf den anderen verwandelt sich ihr heiles Kleinstadtleben in eine grauenvolle Hölle.

Zu Hause beim Fernsehgucken, in der Schule beim Nachsitzen oder beim Besuch der örtlichen Videothek verwandeln sich Erwachsene in hirnlose Monster, die brutal aufeinander losgehen. Auslöser der Verwandlung scheint ein geheimnisvolles Störgeräusch aus Radio- und Fernsehgeräten zu sein.

Kinder und Jugendliche scheinen gegen diese akustische Attacke immun zu sein, obwohl auch sie die Töne hören können. Dave, Will, Denis und Nancy können sich nach Angriffe ihrer Eltern, Lehrer und ältere Geschwister in eine Höhle in der Nähe der örtlichen Mall retten. Dort scheinen sie vorerst sicher zu sein vor dem geheimnisvollen Geräusch und den Angriffen der erwachsenen Bewohner ihrer Heimatstadt.

"Das kannst du deiner Oma erzählen, Bowers!"

Die Grundkonstellation der Geschichte ist nicht wirklich neu. Schon Stephen King schrieb in den 80er-Jahren verschiedene Geschichten, die Teenager in einer Kleinstadt mit übernatürlichen Grauen konfrontiert – und dann wäre da noch diese erfolgreiche Netflix-Serie, die sich genau dieser Mixtur aus Horror, 80er, Kleinstadt und Teenager bedient. Thomas Birker, der Produzent von Dreamland Grusel, bat den Autoren Thomas Plum auch exakt um eine Geschichte, die den Geist von Stand by me, Es und Stranger Things transportiert. Das neue Hörspiel ist trotz dieser bekannten Muster durchaus eine Bereicherung für die Reihe.

Die erste Folge Dreamland Grusel kam 2005 auf dem Markt. Die Serie verstand sich als Hommage und indirekte Fortsetzung der 80er-Jahre-Gruselserie von H.G. Francis aus dem Hause Europa. So gibt es immer wieder direkte Fortsetzungen ("Wolfsnächte", "Draculas Todesinsel" und zuletzt "Die Weltraummonster") der alten Francis-Hörspiele. Mittlerweile hat man sich von dem Vorbild gelöst, und die Spannbreite des Horrors reicht nun von Vampiren und Werwölfen über Killerhaie und Aliens bis zu unheimlichen Dämonen im Altenheim.

"Wer bist du eigentlich?"

Die vier Hauptrollen sind mit Sprechern besetzt, welche Ende der 80er-Jahre geboren wurden oder wie Vincent Borko erst 1998 auf die Welt kamen. Auch wenn ihre Teenager-Zeit nun schon länger zurückliegt, gelingt es allen, die jugendlichen Helden glaubhaft rüber zu bringen. Luisa Wietzorek als Nancy Donner ist darin besonders gut. Sie synchronisiert unter anderen Taissa Farmiga (American Horror Story).

Auch Vincent Borkos Stimme dürfte dem ein oder anderen Serienfan bekannt vorkommen. Er leiht Aidan Gallagher als Nummer Fünf in The Umbrella Academy seine Stimme. Im Hörspiel spielt er Denis Willburn. Felix Strüven als Will Bowers und Benjamin Stolz als Dave Law synchronisierten bisher kleinere Rollen in unterschiedlichen Serien und Animes. Außerdem waren sie bereits in anderen Dreamland-Grusel-Folgen zu hören. Die Stimmen der drei männlichen Sprecher lassen sich zum Anfang etwas schwer auseinanderhalten, insgesamt kann man aber über ihrer Leistung nicht meckern.

Die meisten Nebenrollen sind mit erfahrenen Sprechern besetzt. Zu hören sind unter anderen Peter Lontzek (Synchronstimme von Tom Hiddleston), Santiago Ziesmer (Synchronstimme von Steve Buscemi) und Bernd Egger (neue Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger) – und man muss schon genau hinhören, um Lutz Mackensy (Erzähler der Hörspielserie Fünf Freunde), Dietmar Wunder (Synchronstimme von Daniel Craig) oder Eckart Dux (Synchronstimme von Ian McKellen in der Hobbit-Trilogie) in ihren sehr kurzen Auftritten nicht zu verpassen.

Bei so viel qualitativ hochwertigen Sprechern fallen einige mittelmäßigen Auftritte umso mehr auf – aber nicht großartig ins Gewicht. Die Hörspielmacher haben sich in der Folge selbst verwirklicht und legen bei ihren Einsätzen viel Enthusiasmus an den Tag, kommen aber nicht an die Qualität der professionellen Sprecherriege heran, die sie für "Die Caves und der Klang des Todes" um sich versammelt haben.

"Jetzt lernst du fliegen, mein Junge!"

Es ist nicht weiter schlimm, dass sich die Geschichte typischer Klischees wie Nerds und Schulschläger bedient. Ein 80er-Teenage-Horror-Szenario würde ohne diese Stereotypen etwas fehlen. Außerdem ist das Thema im Hörspielbereich gar nicht so abgenutzt, da dort die Geisterjäger erwachsen sind und die Kinderbanden immer nur Jagd auf menschliche Verbrecher machen.

Auch ist die Idee sehr gelungen, dass die Erwachsenen sich durch ein Geräusch in brutale Monster verwandeln. Dies gab es zwar schon: Man vergleiche Stephen Kings Roman Puls und auch in dem Film Pontypool verwandeln sich die Menschen durch ein Radiosignal in eine Art Zombies. Bei einer Audioproduktion bietet ein akustischer Auslöser für das Grauen doch ein ganz neues Hörerlebnis.

Es bleibt interessant, was hinter dem unheimlichen Störgeräusch steckt und wie die vier Helden es schaffen, die unbekannte Macht dahinter zu stoppen, denn das Hörspiel endet nach 50 Minuten ohne Auflösung. Bei der 51. Dreamland-Grusel-Folge handelt es sich um einen Zweiteiler. Die Fortsetzung folgt im Mai in "Die Caves und ein tödlicher Feind".

Problematisch am ersten Teil ist nicht der Inhalt, sondern wie dieser erzählt wird. Wer keine Rückblenden mag, wird nach kurzer Zeit feststellen, dass hier genau mit dieser Erzähltechnik gearbeitet wird. Das wäre nicht das Schlimmste, wenn man wenigstens einen Erzähler eingebaut hätte, statt die vier Jugendlichen ihre Rückblenden selbst einzuleiten. Hier wird die Möglichkeit verschenkt, etwas mehr 80er-Jahre-Atmosphäre und Gruselstimmung aufzubauen.

Außerdem gibt es immer wieder unnötige Nebenhandlungen, die von der eigentlichen Story ablenken. Bisher ist nicht klar, welche Rolle zum Beispiel die Erzählung rund um die Trennung von Wills Eltern spielt – was vielleicht noch in zweiten Teil zum Tragen kommt oder lediglich ein misslungener Versuch darstellen mag, der Figur mehr Tiefe zu verleihen. Gerade zu Beginn wirkt das Hörspiel durch die Rückblenden und Nebenhandlungen etwas wirr.

"Du kannst froh sein, dass du hier nicht auf eine Leiche oder einen gruseligen Clown gestoßen bist."

Im Klappentext der CD-Hülle steht, dass "Die Caves und der Klang des Todes" im Jahr 1987 spielt. Im Hörspiel selbst wird dazu keine Angabe gemacht. Es gibt aber eine Anspielung auf Stephen Kings Roman Es, welcher erst 1986 erschien. Die vielen Anspielungen auf Rambo, Shining und andere Filme der 80er-Jahre sollen dem Hörer verdeutlichen, in welchem Jahrzehnt das Hörspiel spielt.

Serien wie Stranger Things haben es da wesentlich leichter, das Retro-Feeling zu transportieren. Mit der richtigen Mode, alten Automodellen und passenden Kulissen kann man die 80er-Jahre schnell wieder zum Leben erwecken. Im Hörspiel geht das alles nicht. Aber statt ständiger Filmtitel und -zitate hätten die Protagonisten auch mal über den neuen Stephen-King-Roman reden können, jemand hätte auf den Commodore Maniac Mansion zocken können oder eine Nachrichtensendung im Hintergrund hätte einfach den US-Präsidenten Ronald Reagan erwähnt.

Lieder von Billy Idol, U2, Bon Jovi oder den Pet Shop Boys im Hörspiel einzuspielen hätte auch der zeitlichen Einordnung dienen können, wäre für ein so kleines Label sicher zu teuer gewesen. Da hat man sich aber sehr gut mit einem eigenen Retro-Soundtrack geholfen. Die Musik von Komponist Tom Steinbrecher, der als Autor auch die Dreamland-Grusel-Folgen "Im Bann der Teufelskrähe" und "Galgendorf" mit verfasste, vermittelt ein passendes Retro-Gefühl und sorgt an den richtigen Stellen für schaurige Gruselstimmung.

Vergleicht man die neue Folge mit vorherigen Hörspielen der Dreamland-Grusel-Reihe, dann fällt die unterschiedliche Art des Horrors auf. "Die Caves und der Klang des Todes" bietet einen härteren Grad an Gewalt, welcher so bisher nur in Zombiegeschichten zu hören war. Eltern, die in Gegenwart ihrer Kinder brutal übereinander herfallen, rechtfertigen eine Altersempfehlung ab 16 Jahren durchaus.

Fazit

"Die Caves und der Klang des Todes" ist eine spannende Geschichte für Fans von 80er-Teenage-Horror. Es hätte der Geschichte gut getan, wenn sie stringenter erzählt würde und sich der Regisseur um ein weniger mehr 80er-Jahre-Atmosphäre und Gruselstimmung bemüht hätte. Die zum Großteil sehr professionellen Sprecher können diese leichten Schwächen auffangen. Zusammen mit dem sehr guten Soundtrack von Tom Steinbrecher ist das Hörspiel ein gelungener Nostalgietrip in die 80er. Man kann gespannt sein, welches Grauen hinter den akustischen Attacken steckt und welches Schicksal die vier jungen Helden in der Fortsetzung im Mai ereilt.

Der Wachmann: Hörspiel über eine geheimnisvolle Katastrophe

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Wie lange ist man angesichts einer Katastrophe verpflichtet, weiter seinen Dienst zu tun? Das Hörspiel Der Wachmann liefert eine ganz eigene Antwort auf diese Frage. Die beiden Wachleute Michel und Harry haben eigentlich einen sehr einfachen Job. Von ihrem Wachraum in einer Tiefgarage kontrollieren die beiden den Zugang zu mehreren Luxusapartments in dem darüber liegenden Hochhauskomplex. Nur durch das sich ab und an öffnende Garagentor können sie kurz einen Blick auf die Außenwelt werfen.

Als die tägliche Routine sich verändert, Lieferungen ausbleiben und keine Ablösung erscheint, befürchten die beiden, dass auf der Welt etwas Schlimmes passiert sein muss. Ist es vielleicht zu einer nukleare Katastrophe gekommen oder hat ein Krieg die Zivilisation zerstört?

Die Bewohner der Luxuswohnungen verlassen nach und nach das Gebäude, sodass Michel und Harry zuletzt nur noch einen Bewohner bewachen, der eisern in dem Hochhaus ausharrt. Dann taucht plötzlich ein dritter Wachmann auf und die Situation in der Tiefgarage eskaliert.

Der Wachmann aus dem Jahr 2020 basiert auf dem gleichnamigen Roman des niederländischen Autors Peter Terrin. In dem Hörspiel sind Matthias Bundschuh, Martin Reik, Lennart Hillmann, Michael Klammer und Gerd Wameling zu hören. Die Regie führte Steffen Moratz (Fleischfabrik).

SWR2 sendet das Hörspiel Der Wachmann am Samstag, den 22. Januar, um 19.05 Uhr.

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