Hörspiel

Die Bestie von Fukushima: Hörspiel von Godzilla-Experte Jörg Buttgereit

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Nach den schweren Störfällen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima 2011 baute Regisseur Gareth Edwards 2014 in seinen Godzilla-Film am Anfang ein ähnliches Szenarion ein. Die Ursache war bei ihm natürlich ein gigantisches Monster. Schon 1984 in Godzilla – Die Rückkehr des Monsters taucht Godzilla bei einem Atomkraftwerk auf, um sich an dessen Radioaktivität zu stärken.

Viele der Nachrichtenbilder von Fukushima wurden in den Schreckensszenarien der Monsterfilme vorweggenommen oder verarbeitet. Genau wie man im ersten Godzilla-Film von 1954 die Parallelen zum Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki erkennen kann. Die Bestie von Fukushima ist eine Mischung aus Hörspiel und Dokumentationen, welches die Gemeinsamkeiten zwischen realen Katastrophen und fiktiven Monsterhorror der Kaijūs aufzeigt.

Die Regie bei dieser Monster-Hörspiel-Dokumentation aus dem Jahr 2012 führte Jörg Buttgereit. Buttgereit wurde 1987 mit seinen Amateursplatterfilm Nekromantik bekannt. Der Regisseur und Autor ist ein guter Kenner der japanischen Monsterfilme. Dieses Wissen lässt er auch immer wieder in seine Hörspielprojekte wie Fungus – Pilz des Grauens oder Green Frankenstein  einfließen. Seine Leidenschaft für B-Movies jenseits des Mainstreams hört man auch bei Captain Berlin vs. Dracula oder Walk of Fame heraus.

In Die Bestie von Fukushima sind Oliver Stritzel (Synchronstimme von Josh Brolin) Cathlen Gawlich (Synchronstimme von Elizabeth Banks), Wolfgang Condrus (Synchronstimme von Sam Neill), Bernhard Schütz (Barbaren), Leopold Altenburg (Fucking Berlin) und Falk Rockstroh (Ökozid) zu hören.

1 Live sendet das Hörspiel am 11. März von 23 bis 0 Uhr. Die Bestie von Fukushima steht nach der Sendung zum Nachhören in der ARD-Audiothek und im WDR-Hörspiel-Speicher zur Verfügung.

From Beyond: Kritik zu Oliver Dörings Lovecraft-Hörspiel

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Seitdem das Werk des 1937 verstorbenen Autors H. P. Lovecraft vor 13 Jahren gemeinfrei wurde, stieg die Adaption seiner Horrorgeschichten in unterschiedlichen Medien stark an. Es gab mehr oder weniger freie Umsetzung in Comics (Gou Tanabe: Der leuchtende Trapezoeder), Computerspielen (Arkham Horror), Gesellschaftsspielen (Lovecraft Letter, Villen des Wahnsinns) und zuletzt wagte sich Richard Stanley an eine Verfilmung von Die Farben aus dem All mit Nicolas Cage in der Hauptrolle.

Lovecrafts Romane und Kurzgeschichte dienten natürlich auch als Vorlage für viele Hörspiele der letzten Jahre. So erschienen in der Reihe Gruselkabinett unter anderen "Der Fall des Charles Dexter Ward", "Der Schatten über Innsmouth", "Der Ruf des Cthulhu" oder "Herbert West Wieder-Erwecker". Winterzeit Audio baut hingegen mit der Reihe Howard Phillips Lovecraft – Chroniken des Grauens aus einzelnen Geschichten einen eigenen Hörspielkosmos auf. Zudem vertonte Oliver Döring in seiner Anthologieserie Phantastische Geschichten "Berge des Wahnsinns" und "Die Farben aus dem All". In der gerade gestarteten 2. Staffel der Reihe ist nun das Hörspiel "From Beyond" hinzugekommen.

Die literarische Vorlage von "From Beyond" erschien in Deutschland in verschiedenen Kurzgeschichtensammlungen unter dem Titel Aus dem Jenseits. Lovecrafts Erzählungen drehen sich oft um Menschen, die nach verbotenem Wissen streben und so in Kontakt mit kosmischen Wesen kommen, welchen sie am Ende in den Wahnsinn treiben. Solch ein grauenhaftes Zusammentreffen steht auch im Mittelpunkt von "From Beyond".

"Ich rede von einem Blick in andere Dimensionen, in die Dunkle Materie."

Der Radiologe Professor Crawford Tillinghast hat eine Strahlungsfrequenz entdeckt, die es Menschen ermöglicht, in unbekannte Dimensionen zu reisen. Als er seinem Freund und Kollegen John seine Entdeckung zeigt, ist dieser entsetzt und empört, dass der Professor ihn ungefragt seiner neu entdeckten Strahlungen aussetzt.

Crawford setzt seine Experimente zunächst ohne John fort und schickt stattdessen seine Hausangestellte Alice in eine andere Dimension. Am nächsten Morgen macht sein Diener Donnadieu eine grauenhafte Entdeckung – denn die fremden Welten sind nicht so harmlos wie gedacht. Dort leben fremdartig Wesenheiten, welche der menschliche Verstand nicht begreifen kann.

"Es macht echt Spaß, sich mit dir zu unterhalten, wenn du nur kryptische Halbsätze raus haust."

Die Hauptrolle des Doktor John Disell spricht Frank Schaff, der Paul Bettany, Joseph Fiennes und Ethan Hawke synchronisiert. Wer genau hinhört und als Kind mit Benjamin Blümchen aufgewachsen ist, wird bemerken, dass er dort in den ersten Folgen die Rolle des Jungen Otto übernommen hatte. Schaff gelingt es gut, einen Wissenschaftler zwischen Skepsis, Wahn und Entsetzen zum Leben zu erwecken.

Professor Crawford wird von Klaus-Dieter Klebtsch (Synchronsprecher von Alec Baldwin, Ian McShane und Josh Brolin) gespielt. Man nimmt Klebtsch den bedenkenlos Forscher jederzeit ab. Ihm glaubt der Hörer auch leicht all die pseudowissenschaftlichen Erklärungen über Strahlungsfrequenzen, Dunkle Materie und ferne Dimensionen ohne den Sinn beziehungsweise Unsinn dieser Thesen zu hinterfragen. Nur zum Ende klingt Klebtsch ein wenig zu überdreht.

Marieke Oeffinger (Synchronstimme von Natalie Dormer und Tessa Thompson) spricht Johns Freundin Eve. Sie kommt in dem gesamten Hörspiel nur kurz, dafür in einer der besten Passagen zu Wort. Ihre Rolle als Eve verkörperte sie auch schon in Dörings Adaption "Farben aus dem All". Sie selbst spielt in einem ihrer Dialoge auf ein Staudammprojekt in der Nähe von Arkham an.

Hans Beyer dürfte sich mit unheimlichen Fällen auskennen: In der Serie Akte X synchronisierte er William B. Davies als Raucher. Als Diener Donnadieu spielt er hier allerdings eine ganz andere Persönlichkeit, aus der er deutlich mehr rausholt als das Klischee des treuen Butlers.

In einer kleinen, aber wichtigen Rolle ist Ila Panke als Hausangestellte Alice zu hören. Die Sprecherin gehörte auch schon in Oliver Dörings "Krieg der Welten" und "Der todbringende Stern" mit zur Besetzung und kann auch hier durchaus überzeugen. Panke führte zudem noch die Produktionsleitung des Hörspiels. Am Ende tritt noch Bernd Vollbrecht (Synchronstimme von Antonio Banderas) als hartnäckiger und verbissener Inspektor Mondi auf.

"Bestrahlst du etwa gezielt Gehirne?"

Der Autor und Produzent Oliver Döring wurde in der Hörspielszene bekannt, als er die John-Sinclair-Neuauflage der Edition 2000 herausbrachte. Es folgten die John Sinclair Classics, die Adaptionen verschiedener Star-Wars-Hörspiele sowie diverse eigene Serien wie End of Time und Foster.

Für das Label Folgenreich inszenierte er einige Werke von H. G. Wells (Die Zeitmaschine, Der Krieg der Welten und Das Imperium der Ameisen). Dieses Konzept setzte er nun beim Label Imaga fort. Neben Wells vertonte Döring dort auch Geschichten von H. P. Lovecraft. Seine Hörspielreihe Phantastische Geschichten startete aktuell in eine zweite Staffel. Nach den beiden Wells Hörspielen "Unter dem Messer" und "Der todbringenden Stern" folgte der Horrorklassiker "From Beyond".

"Was ich sah, ist nicht beschreibbar."

Auf der inhaltlichen Ebene wird dem Hörer trotz einiger Änderungen zur literarischen Vorlage und wenigen zusätzlichen Figuren nicht viel Neues geboten. In Konfrontation mit dem kosmischen Grauen ist es für die Helden schwer, mit heiler Haut und klaren Verstand zu entkommen. Contendo Media hat mit ihrer Umsetzung von "Aus dem Jenseits" innerhalb der Reihe The Lovecraft 5 eine ganz eigene Erzählperspektive gewählt. Im direkten Vergleich besitzt Dörings Hörspiel einen konventionellen Ansatz. Dennoch wirkt seine Adaption zu keiner Zeit altmodisch.

Das Döring ein erfahrener und professioneller Hörspielregisseur ist, hört man dem Hörspiel zu jederzeit an. Die Dialoge, die Soundeffekte und die Musik sind perfekt abgemischt und ergeben ein rundes Ganzes. So kann sich der Hörer gemütlich im Sessel zurücklehnen und in die Welt des Grauens eintauchen. Allerdings wäre ein Erzähler an der einen oder anderen Stellen hilfreich gewesen.

Die fernen Dimensionen werden von den Protagonisten nur spärlich geschildert. Außer einem Tentakel hier und einer weiten Ebene dort wird nicht viel beschrieben. Lovecrafts kosmischer Horror funktioniert eigentlich recht gut, wenn man nur wenige Details erklärt bekommt. Aber gerade auf der letzten Reise von Crawford und John wären ein paar mehr Informationen durchaus von Vorteil gewesen.

In der Szene, in welcher Alice versucht Professor Crawford die Farbe Infrarot zu beschreiben, kommt Döring allerdings sehr gut ohne Erzähler aus. Gerade im hilflosen Scheitern dieses Unterfangens wird die Fremdheit deutlich. Dieses Gespräch gehört auch zu den Höhepunkten des Hörspiels. Es ist in einer Parallelmontage gegen eine Unterhaltung zwischen John und seiner Freundin Eve geschnitten. Beide Dialoge fügen sich scheinbar nahtlos zu einem Ganzen zusammen. Durch die rasche Schnittfolge liefert der Regisseur ohne überflüssige Längen alle nötigen Informationen und bringt gleichzeitig die Handlung bei steigender Spannung schnell voran.

"Na dann vielen Dank für was auch immer!"

Seit dem 5. März ist "From Beyond" als CD und als Download exklusiv im Online-Shop des Labels Imaga erhältlich. Wenig später wird man das Hörspiel dann im stationären Handel erwerben können. Wer "From Beyond" über ein Streaming-Dienst anhören will, muss sich noch ein wenig gedulden. Bei Imaga kommt die Streaming-Auswertung ihrer Hörspiele an letzter Stelle. So wird es ungefähr ein halbes Jahr dauern, bis man Oliver Dörings neues Hörspiel dort in der Auswahl findet.

Fazit

Oliver Döring hat mit seiner Adaption die Welt H. P. Lovecrafts nicht neu erfunden, aber um ein gelungenes Hörspiel bereichert. "From Beyond" wurde an den richtigen Stellen modernisiert, perfekt inszeniert und mit sehr guten Sprechern besetzt. Wer auf der Suche nach einer klassischen Horrorgeschichte im modernen Gewand ist, sollte sich das neueste Hörspiel aus der Reihe Oliver Dörings Phantastische Geschichten unbedingt anhören.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Imaga/Lars Vollbrecht/gloryboards.de/Tithi Luadthong

Serverland: Hörspiel über eine Welt nach dem Ende des Internets

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Heute können wir jeder Zeit von fast jeden Ort der Welt auf das Internet zugreifen. Was aber wäre, wenn es das weltweite Computernetz in naher Zukunft nicht mehr geben würde? Dies ist die Grundprämisse des Hörspiels Serverland von Josefine Rieks und Hannes Wesendon.

Schuld am Ende des Internets ist keine globale Katastrophe oder ein gewaltsamer Konflikt, sondern eine Volksabstimmung. Die Mehrheit der Menschen plädierte für die Abschaltung sämtlicher Server. Für die junge Generation, die nun ohne Internet aufgewachsen ist, bleibt es ein mystischer Raum voller Versprechen und Wunder.

So machen sich auch Rainer und sein Freund Meyer auf die Suche nach der untergegangenen Technologie. In den Niederlanden werden die beiden in einer halbverfallenen Halle fündig. Sie haben die alten Server einer längst untergegangenen Internetfirma entdeckt. Es gelingt ihnen, die Anlage wieder hochzufahren und auf die alten Daten zuzugreifen. Doch schnell müssen die beiden feststellen, dass sie nicht die Einzigen sind, die nach der verlorenen Welt des Internets suchen.

In dem Hörspiel sind David Hugo Schmitz, Madieu Ulbrich, Nelly Politt, Paula Essam und Gonny Gaakeer zu hören. Die Regie führte Gerrit Booms nach einer Idee von Rieks und Wesendon.

WDR 3 sendet Severland am 1. März von 19.04 bis 19.35 Uhr. Teil 2 folgt einen Tag später zur selben Sendezeit. Das Hörspiel steht nach der Sendung zum nachhören in der ARD-Audiothek zur Verfügung. Außerdem sind dort auch das Science-Fiction-Hörspiel Mühlheimers Experiment von Bodo Traber und der Krimiklassiker Mord in der Rue Morgue nach einer Geschichte von Edgar Allen Poe zu finden.

Der Seuchenprinz: Hörspiel über außerirdische Experimente auf der Erde

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Die Idee, dass die Erde ein künstliches Gebilde Außerirdischer ist, dürfte Lesern von Douglas Adams Roman Per Anhalter durch die Galaxis bekannt sein. Eine ähnliche Idee liegt auch dem Hörspiel Der Seuchenprinz zugrunde.

Der Journalist Danny Ferran stößt bei seiner Recherche ein unglaubliches Geheimnis. Die Erde und das Leben auf dem gesamten Planeten sind nicht das Ergebnis einer natürlichen kosmischen und evolutionären Entwicklung. Stattdessen entdeckt Ferran, dass die Erde als Testobjekt von Aliens entwickelt wurde.

Leider haben sich bei der Entwicklung einige Fehler eingeschlichen. Denn hinter dem Projekt Erde stehen nicht etwa außerirdische Experten für planetare Wissenschaften, sondern eine Gruppe extraterrestrischer Langzeitstudenten. Nach mehreren Millionen Jahren wollten die Schöpfer der Erde nun ihr Studium abschließen und fallen durch, weil sie ihre Abschlussarbeit das Thema verfehlt hat.

Der Grund der Prüfer für die miserable Benotung des Experiments: Die vorherrschende intelligente Lebensform auf dem Planeten entwickelte zu viel Eigenständigkeit. Nun bleibt den exmatrikulierten Aliens nur noch übrig, für die fachgerechte Entsorgung ihres Studienprojektes zu sorgen.

In dem Hörspiel sind Ronald Henseler, Yvon Jansen, Mila Dargies, Laila Oduro, Josef Ostendorf, Daniel Lommatzsch, Jens Rachut, Elisabeth Wöllert und Laura Tonkezu hören. Die Idee zum Hörspiel stammt von dem Punkmusiker Jens Rachut, der zusammen mit Jonas Landerschier und Ronald Henseler auch die Regie bei Der Seuchenprinz übernahm.

WDR 3 sendet Der Seuchenprinz am 28. Februar von 19.04 bis 20 Uhr. Das Hörspiel steht nach der Sendung zum nachhören in der ARD-Audiothek und im WDR-Hörspiel-Speicher zur Verfügung.

Gruselserie 7: Kritik zum Hörspiel Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze

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Nach geheimnisvollen Alien-Experimenten im Schwarzwald und verschollenen Vampiren im Weltall geht es in dem aktuellen Hörspiel der neu aufgelegten Gruselserie diesmal um Killerblumen im Altenheim. Klingt nach recht trashiger Unterhaltung? Ganz falsch liegt man mit dieser Vermutung nicht. "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" beginnt aber wie ein altmodischer Radiokrimi.

Hattie Miller und ihr reichlich angetrunkener Ehemann Henry befinden sich spät abends auf der Rückfahrt von ihrem Stammtisch. Plötzlich läuft eine alte Dame im Nachthemd vor ihnen auf die Straße. Hattie kann gerade noch auf die Bremse treten. Kurz vor der Frau kommt ihr Wagen zum Stehen. Sie erklärt dem verdutzten Ehepaar, das sie aus ihrer Seniorenresidenz geflohen ist, weil jemand ihre Zimmergenossin umgebracht hat. Kurz darauf tauchen zwei Pfleger auf, welche die verwirrte Mrs. Cooper zurück ins Altenheim bringen wollen.

Auf Bitten von Blanche Cooper begleitet Hattie Miller diese zurück in die Seniorenresidenz. Das Verhalten des Personals dort macht sie stutzig und weckt ihren Ermittlerinstinkt. Denn schon während einer Reise ins Amazonasgebiet (Folge 3 "Moskitos – Anflug der Killer-Insekten") war die resolute Seniorin mit rätselhaften Todesfällen konfrontiert. Wie vermutet macht sie im Zimmer von Blanche Cooper und ihrer vermissten Zimmergenossin eine erste mysteriöse Entdeckung.

2019 brachte Europa die ersten Folgen der neuen Gruselserie heraus, welche sich an den klassischen Horrorhörspielen von H. G. Francis orientierten. Der Autor war zwischen 1981 und 1982 dafür verantwortlich, dass viele bekannten Monster aus Kinofilmen und Büchern Einzug in die Kinderzimmer der 80er-Jahre hielten. Francis kopierte in seinen Hörspielen oft mehr oder weniger stark literarische und filmische Vorbilder wie Dracula, Frankenstein, Alien oder Tarantula.

Der Autor, der auch an den Serien Commander Perkins, Masters of the Universe und Jan Tenner mit schrieb, verstarb 2011. Für den Inhalt der derzeitigen Neuauflage ist nun André Minninger (Ein Fall für TKKG, Die drei ???) verantwortlich. Produktion und Regie liegen wie bereits in den 80er-Jahren wieder in den Händen von Heikedine Körting (Die drei ???, Fünf Freunde).

"Sie neigt des Öfteren zu – na nennen wir es mal – dramatischen Auftritten."

Bei H. G. Francis traten die beiden Reporter Tom Fawley und Eireen Fox in insgesamt drei Folgen auf. Auch Minninger lässt nun erstmals Figuren aus seinen früheren Hörspielen wieder auftreten. So gibt es ein Wiederhören mit dem alten Ehepaar Hattie und Henry Miller. Wobei ganz klar Hattie die Hauptfigur mit dem größten Sprechanteil ist.

Sie wird, wie schon in "Moskitos – Anflug der Killer-Insekten" von Elga Schütz gesprochen. In der dritten Folge fiel sie durch merkwürdige Betonungen und eine sehr schrille Stimmlage negativ auf. Das ist in der siebten Folge besser geworden. Leider liefert sie als Sprecherin der Hauptfigur immer noch die schwächste Leistung der gesamten Besetzung ab.

Ihre Hattie Miller klingt manchmal wie eine Parodie – gerade im Zusammenspiel mit Eckart Dux, der ihren Mann Henry spricht. Dux ist eigentlich ein sehr guter Hörspiel- und Synchronsprecher (Ian McKellen als Gandalf in der Hobbit-Trilogie). Aber auch er klingt, gerade als betrunkener Ehemann zu Beginn des Hörspiels, nicht sehr glaubwürdig und im Folgenden oft unterfordert. Immer wieder schimmert seine Qualität als Sprecher durch. Leider wird ihm selten Gelegenheit geboten, sein ganzes Können abzurufen.

Sehr gelungen hingegen ist Judy Winters Darstellung der stellvertretenden Heimleiterin Mrs. Summer. Im Zusammenspiel mit Winter (Synchronstimme von Faye Dunaway, Jane Fonda, Shirley MacLaine) wirken auch die Dialogzeilen von Elga Schütz viel dynamischer.

Als verängstigte Heimbewohnerin Blanche Cooper ist Elke Reissert zu hören. Sie kann bereits auf eine lange Hörspielkarriere zurückblicken (Erna Sauerlich in den TKKG-Folgen 1 – 11) und war bereits in Folge 14 "Die tödliche Begegnung mit dem Werwolf" der ursprünglichen Gruselserie mit dabei. Auch in "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" liefert sie eine solide Arbeit ab.

In einer kleinen Rolle ist Wolfgang Pampel als Gärtner Brighton zu hören. Es wäre schön und für das Hörspiel durchaus von Vorteil gewesen, wenn der Synchronsprecher von Harrison Ford einen größeren Sprechanteil bekommen hätte.

Mit Michel Prelle besitzt die siebte Folge zudem einen neuen Erzähler, der durchaus mit dem Niveau von Christian Brückner oder Udo Schenk in den vorangegangenen Teilen mithalten kann. Ihm gelingt es, gerade zu Anfang eine unheimliche Stimmung aufzubauen. Der Hörer kann sich viel besser in das geschilderte Szenario in der nächtlichen Seniorenresidenz hinein versetzen. Der Autor Minninger hätte ruhig öfters auf den Erzähler zurückgreifen können.

"Billig sagen nur Asoziale!"

Neben den schwankenden Leistungen der Sprecherin trägt auch der Autor Schuld daran, dass das Hörspiel nur stellenweise funktioniert. "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" beginnt wie ein Krimi. Es gibt viele Verdächtige, die für das Verschwinden von Blanche Coopers Mitbewohnerin verantwortlichen sein könnten. Da sind die beiden ruppigen Pfleger, die stellvertretende Heimleiterin Mrs. Summer, die neugierige Heimbewohnerin Maggie und der Gärtner Brighton.

Leider nutzt Minninger all die anfangs geschickt ausgelegten Fährten nicht, sondern lässt seine Ermittlerin relativ zielstrebig aufs Ziel zu marschieren. Die Nebenfiguren verschwinden nach und nach, ohne dass sie für den Fall groß von Bedeutung gewesen wären. Natürlich muss der Autor der Gruselserie den Bogen zu einer unheimlichen Wendung einschlagen, aber ein wenig mehr Spannung wäre dabei von Vorteil gewesen.

Von Titel wie "Moskitos – Anflug der Killer-Insekten", "Dracula – Tod im All" und "SOS – Wasserleichen an Bord" erwartet niemand tiefsinnige intellektuelle Unterhaltung. Also sollte sich auch kein Hörer über ein unrealistisches Ende bei "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" beschweren. Insgesamt kommt die Folge allerdings wesentlich weniger trashig daher, als der Titel vermuten lässt.

Der Hörspielproduktion kommt dabei zugute, dass sie die Würgepflanzen nicht zeigen muss. Filme über Killerpflanzen wie Blumen des Schreckens (1963) drohen sehr schnell ins Lächerliche abzugleiten, da es extrem schwierig ist, realistische und gruselige Pflanzen darzustellen. Roger Corman brach 1960 in seinem Film Kleiner Laden voller Schrecken den Horror auch immer absichtlich mit Humor, um von seiner nicht perfekten Gruselblume abzulenken.

"Und diese Frau, die ich vorhin fast überfahren habe, scheint mir auch noch alle Nadeln an der Tanne zu haben."

Minninger kann bekannte Themen aus Filmen gut interpretieren und zu etwas Neuem zusammensetzen. Dies gelingt ihm mit "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" besser als in einigen der vorangegangenen Folgen. Was ihm aber ganz und gar nicht glückt, sind die Dialoge. Das Ehepaar Miller hätte ein äußerst interessantes Ermittlerduo werden können, leider sind sie aber völlig unsympathisch.

Es liegt nicht nur an der Sprecherleistung von Elga Schütz, dass ihre Dialoge mit Eckart Dux hölzern und gekünstelt klingen, sondern auch an der Textvorlage. Henry nennt seine Frau "Püppchen" oder beschwert sich über ihr Geplapper. Im Gegenzug wird er von ihr ständig gemaßregelt. Ein Paar, mit dem die Hörer mitfiebern, klingt anders. Die Chemie zwischen den beiden stimmt nicht und letztlich ist den Hörern ihr weiteres Schicksal egal. Hinzu kommen unlustige Witze und falsche Sprachbilder. Erst als die beiden gegen Ende im Gewächshaus ermitteln, wird ihr Spiel miteinander besser.

Gerne hört man hingegen Wolfgang Pampel als Gärtner Brighton zu, wenn er in einer Tonbandaufnahme den Hintergrund des Schreckens schildert. Ihm hätte man gerne noch ein paar Minuten länger gelauscht, auch wenn er mit schaurigem Pathos den größten Monsterquatsch von sich gibt.

"Glauben Sie mir, es wäre nur zu ihren Besten gewesen."

Ein älteres Ehepaar als Ermittler und ein Altenheim als Handlungsort sind eine äußerst interessante Grundlage für eine Gruselgeschichte. Es ist schön, dass einmal nicht nur junge Menschen zu Helden werden. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch die Folge "In den Fängen des Todes" der Reihe Dreamland-Grusel. Dabei fällt im direkten Vergleich auf, dass dort die beiden Helden öfters über ihr Leben in ihrer Seniorenresidenz reflektieren. Auch bei Dreamland-Grusel wird eine ziemlich klischeehafte Horrorgeschichte erzählt, die ihren speziellen Reiz durch den ungewohnten Handlungsort gewinnt. Da hätte man in "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" aus der ähnlichen Grundkonstellation ebenfalls mehr herausholen können.

Aus technischer Sicht wurde das Hörspiel von Heikedine Körting in gewohnt sehr guter Qualität umgesetzt. Lediglich die musikalische Untermalung ist merkwürdig. Mal erklingt ein atmosphärischer Grusel-Soundtrack, dann wieder erinnert die Musik an eine schlechte deutsche Komödie aus den 60er-Jahren.

Zum Ende muss das Cover der CD lobend erwähnt werden. Dem Künstler Wolfram Damerius ist es gelungen, ein stimmungsvolles Titelbild mit wenigen lila, gelb, schwarz und orange Tönen zu schaffen. Es wirkt eigenständig, erinnert aber zugleich an die alten Cover der Gruselserie von H. G. Francis.

Fazit

Insgesamt kann man "Mondära – Im Todesgriff der Würgepflanze" trotz all der negativen Kritikpunkte gut an einen regnerischen Nachmittag weghören. Die Geschichte besitzt durchaus Potenzial, welches aber nicht vollständig ausgeschöpft wird. Elga Schütz ist leider nicht in der Lage, als Hauptsprecherin ein ganzes Hörspiel zu tragen – zumindest nicht, solange André Minninger ihre Dialoge verfasst. Bevor man diese Geschichte erneut hört, wird man eher zu einer der anderen Folgen der Reihe greifen oder auf die nächste Veröffentlichung der neuen Gruselserie warten. Im Mai 2021 kehrt nämlich Frankenstein beziehungsweise "Frankensteins Nichte – Erbin des Wahnsinns" zurück.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Europa/Wolfram Damerius/Dangerous

In Vertretung und Kurz vor Sonnenaufgang: Zwei Hörspiele über Roboter und unheimliche Häuser

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Nachdem Isaac Asimov in seinen Robotergeschichten die drei Gesetze der Robotik formuliert hatte, orientierten sich in der Folge viele andere Science-Fiction-Autoren an seinen Regeln. So auch der britische Schriftsteller Arthur Sellings (Schrottwelt). In seiner Erzählung In Vertretung führen diese Gesetze allerdings zu ethischen Problemen beim Einsatz der Roboter, die der Menschheit bei Kolonialisierung des Weltalls helfen sollen.

In Vertretung wurde 1968 von Hans Gerd Krogmann fürs Radio adaptiert. In seinem Hörspiel sind unter anderen Heiner Schmidt, Norbert Kappen, Helmut Peine, Otto Rouvel, Richard Münch und Kurt Postel zu hören.

WDR 3 sendet In Vertretung am 26. Januar von 19.04 bis 19.35 Uhr. Das Hörspiel steht danach befristet im WDR-Hörspielspeicher zum Download zur Verfügung.

Zwei Tage später geht es mit einem Hörspiel von Bodo Traber (Paradise Revisited, Nachtexpress, Der Flüsterer, Die blauen Schafe) weiter. Im Mittelpunkt von Kurz vor Sonnenaufgang stehen Ella und ihre drei Freunde, die sich heimlich mit dem Wagen von Ellas Vater auf den Weg zu einem Rockkonzert nach Leipzig machen. Um mit dem gestohlenen Wagen nicht aufzufallen, meiden sie die Hauptstraße und müssen nach Streit in einer Dorfkneipe vor Schlägern fliehen.

Nach ihrer kopflosen Flucht stranden sie mit dem Auto n einem riesigen, abgelegenen Wohnkomplex, der verlassen zu sein scheint. Es wirkt, als haben sämtliche Anwohner ihre Häuser und Wohnungen völlig überstürzt verlassen.

Die Regisseurin Petra Feldhoff inszenierte das Hörspiel als scheinbare Rekonstruktion aus den Überresten der Handy- und Digicam-Aufzeichnungen der vier Freunde. In den vier Hauptrollen sind Tobias Schenke, Janina Stopper, Max Mauff und Nadia Hilker zu hören.

1Live sendet Kurz vor Sonnenaufgang am 28. Januar von 23 bis 0 Uhr. Das Hörspiel steht nach der Sendung zum nachhören in der ARD-Audiothek und im WDR-Hörspiel-Speicher zur Verfügung.

Per Anhalter durch den Lockdown: Hörspieltipps für eine kleine Flucht aus dem Alltag

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Zurzeit kann jeder sicher ein wenig Abwechslung vom Alltag gut gebrauchen. Wer schon alle schönen Bücher im Regal gelesen hat und auf dem Streamingportal seiner Wahl alle relevanten Serien geschaut hat, dem sei ein Blick in die ARD-Audiothek empfohlen.

Unter dem Motto „Ab in die Zukunft" haben die Redakteure mehrere Science-Fiction-Hörspiele zusammen gestellt. Dort sind unter anderen die Adaption von Cixin Lius Roman Jenseits der Zeit, Der Unbesiegbare von Stanislaw Lem und die Reihe Asimovs Erben von Frank Naumann zu finden. In fünf Episoden untersucht Naumann darin die Alltagstauglichkeit von künstlicher Intelligenz in unserer Gesellschaft.

Abseits dieser Zusammenstellung ist in der Mediathek noch mehr Science-Fiction zu finden. So kann man Christian Ulmen dabei zuhören, wie er Douglas Adams' Roman Per Anhalter durch die Galaxis vorliest. Ein besonderes Highlight aus den Radioarchiven ist sicher das Hörspiel Am Rande der Zukunft. Der Autor Christian Bock malte sich 1958 für den Hessischen Rundfunk aus, wie sich die damalige Gesellschaft durch die aufkommende Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod verändern würde. Heraus gekommen ist ein zynisches und böses Hörspiel, welches Erinnerungen an Günter Eichs Träume wachruft.

In weiteren Radioklassikern steht der geniale Ermittler Professor van Dusen im Mittelpunkt. Einmal muss er einen Diebstahl einer Unze Radium aufklären und in Das sicherste Gefängnis der Welt will er beweisen, dass man mit den nötigen Sachverstand aus jeder Hochsicherheitszelle ausbrechen kann. Weitere klassische Kriminalfälle sind in dem von Bastian Pastewka präsentierten Podcast Kein Mucks! zu finden. Liebhaber von Gruselgeschichten dürfte besonders das Hörspiel Geisterjagd aus dem Jahr 1965 zusagen.

Und morgen um 23 Uhr sendet 1Live Kurz vor Sonnenaufgang von Bodo Traber, in dem sich vier Freunde auf der Flucht in einem riesigen Wohnkomplex verirren. Auch dieses Hörspiel steht nach der Sendung zum nachhören in der ARD-Audiothek zur Verfügung.

Jubiläen 2021: Von Cyberpunk-Helden, Supersoldaten & Riesenmotten

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Die Leser der in den letzten vier Jahren hier erschienen Artikel über die Jubiläen ahnen es längst: Filme waren nie sehr erfolgreich, die Zukunft vorherzusagen. Ansonsten würde sich jeder jetzt einfach einen Datenstick in den Kopf schieben und die Informationen aus diesem Beitrag direkt in sein persönliches Gehirnimplantat herunterladen. So ungefähr sähe die Welt nämlich aus, wenn die Zukunftsvision aus dem Film Vernetzt – Johnny Mnemonic wahr geworden wäre. Der Cyberpunk-Film mit Keanu Reeves in der Hauptrolle spielt nämlich im Jahr 2021.

Genau 170 Jahre früher, am 1. Februar 1851, ist eine der großen Pionierin der Science-Fiction-Literatur verstorben. Mary Shelley prägte das Genre mit ihren Roman Frankenstein oder der neue Prometheus von Beginn an.

1881, ein paar Jahrzehnte nach Shellys Tod veröffentlichte Robert Louis Stevenson einen seiner größten Romanerfolge. Vor 140 Jahren erschien Die Schatzinsel. 1886 folgte Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

1921 wurden zwei Kinder geboren, deren Arbeit später sehr wichtig für das Science-Fiction-Genre werden sollte. Am 19. August kam Gene Roddenberry, der Schöpfer von Raumschiff Enterprise, zur Welt. Knapp einen Monat später, am 12. September, folgte die Geburt des polnischen Science-Fiction-Autors Stanisław Lem. Solaris und Star Trek schön und gut – aber wie traurig wäre eine Kindheit ohne Urmel aus dem Eis. Auch der Kinderbuchautor Max Kruse würde dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern.

1931 feierten gleich zwei Horrorfilmklassiker von Universal in den USA ihre Premiere. Einmal Dracula unter der Regie Tod Browning mit Bela Lugosi in der Titelrolle. Zweitens wurde Mary Shelleys Roman Frankenstein von James Whale mit Boris Karloff als Monster verfilmt. Außerdem kam vor 90 Jahren der Kriminalfilm M von Fritz Lang in die deutschen Kinos.

Charlie Chaplin schuf mit Moderne Zeiten vor 85 Jahren einen futuristisch angehauchten Klassiker über die Zumutungen der kapitalistischen Arbeitswelt. Der Stummfilm wurde am 5. Februar 1936 uraufgeführt.

Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs brauchten die USA einen neuen Superhelden. Jack Kirby und Joe Simon schufen vor 80 Jahren mit Captain America einen Supersoldaten, der sich auch mit den Nazis anlegte. Sein erstes Abenteuer erschien 1941 in Heft #1 der Comicserie Captain America Comics.

Dem Baby, welches am 18. Dezember 1946 in Cincinnati zur Welt kam, verdanken wir spätere Filmklassiker wie ET, Die Unheimliche Begegnung der dritten Art, Der Weiße Hai, Indiana Jones, Jurassic Park oder A.I. – Künstliche Intelligenz. Steven Spielberg wird dieses Jahr 75 Jahre alt. Viele weitere Filmschaffende des Jahrgangs 1946, wie die Regisseure Joe Dante (Gremlins, Meine teuflischen Nachbarn, Small Soldiers) und John Woo (A Better Tomorrow, The Killer, Paycheck) sowie der Drehbuchautor Dan O'Bannon (Alien, Total Recall) oder der Schauspieler Sylvester Stallone (Rambo, Demolition Man, Judge Dredd), drückten dem Kino ab den 70er Jahren ihren Stempel auf.

Nach Angilas, Rodan oder Varan kämpft die gigantische Urzeitechse Godzilla in den sechziger Jahren auch öfters gegen Mothra. Ihren ersten Auftritt hatte die Riesenmotte vor 60 Jahren in Mothra bedroht die Welt. Dem Toho-Film aus dem aus dem Jahr 1961 folgten weitere Solofilme sowie viele Auftritte in unterschiedlichen Godzilla-Streifen. Zuletzt war Mothra sogar in der US-Produktion Godzilla II: King of the Monsters zu sehen.

Der Wüstenplanet von Frank Herbert erschien zuerst als Fortsetzungsroman. Die erste Gesamtausgabe als Buch kam erstmals vor 65 Jahren in die Läden. 2021 hoffen wir endlich auf die Kinopremiere der neuesten Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers aus dem Jahr 1966.

Eine Ära ging 1971 zu Ende. Hal Foster zeichnet seine letzte Episode der Comicserie Prinz Eisenherz, welche er seit 1937 allein geschrieben und gezeichnet hatte. Die Comics wurden nun von anderen Zeichnern fortgesetzt. Als Autor blieb Foster der Serie noch ein paar Jahre erhalten. Ebenfalls vor 50 Jahren erschien Otfried Preußler Jugendbuch Krabat.

Vor 45 Jahren kam die erste Hörspielfolge von Commander Perkins auf dem Markt. Die Serie wurde von Heikedine Körting (Die drei ???) produziert und von H. G. Francis (Die Gruselserie) geschrieben. Im gleichen Jahr starb am 2. August 1976 in Kalifornien der deutsche Regisseur Fritz Lang (Metropolis, Die Frau im Mond, Dr. Mabuse der Spieler).

1981 feierte der Film Das Boot von Wolfgang Petersen seine Premiere. Das U-Boot-Drama schlug sich an den Kinokassen ziemlich gut gegen Konkurrenten wie John Carpenters Die Klapperschlange, Steven Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes oder Tanz der Teufel von Sam Raimi. Wer damals für die Filme noch zu jung war, konnte sich vor 40 Jahren den Horror einfach nach Hause ins Kinderzimmer holen: Im selben Jahr erschien nämlich mit "Frankensteins Sohn im Monster-Labor" die erste Hörspielfolge von H. G. Franics Gruselserie.

Weniger gruselig ist Michael Endes Roman Momo, der 1986 verfilmt wurde – genau wie Umberto Ecos historischer Krimi Der Name der Rose. Die US-Superhelden Comics erhielten vor 35 Jahren durch Alan Moores Watchmen und Frank Millers The Dark Knight Returns einen Modernisierungsschub.

Am 24. Oktober 1991 war in Deutschland der Tag der Abrechnung. Außer Terminator 2 starteten vor 30 Jahren auch noch Das Schweigen der Lämmer mit Jodie Foster und Robin Hood – König der Diebe mit Kevin Costner in den Hauptrollen in den Kinos. Im selben Jahr verstarb in Leningrad der russische Autor Arkadi Strugazki, der zusammen mit seinem Bruder Boris die Science-Fiction-Klassiker Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein, Der Montag fängt am Samstag an oder Picknick am Wegesrand verfasste.

Der Hype um Roland Emmerichs Alien-Invasion-Blockbuster Independence Day war 1996 riesig. Für die Popkultur langfristig bedeutender war aber sicher das Erscheinen des Buches A Game of Thrones. Mit diesem Roman startet George R. R. Martin vor 25 Jahren seinen Fantasy-Zyklus Das Lied von Eis und Feuer – auf die beiden Abschlussbände warten die Fans weltweit bisher vergeblich.

Ohne Douglas Adams hätten viele Menschen nicht gewusst, warum man auf einer Reise per Anhalter durch die Galaxis immer ein Handtuch dabei haben sollte. Der Autor starb am 11. Mai 2001. Ein Ende gab es vor 20 Jahren für die charmant trashige Fantasy-Serie Xena – Die Kriegerprinzessin. Und auch Captain Janeways kam nach sechs Jahren und sieben Staffel mit dem Raumschiff Voyager 2001 wieder im Alpha-Quadranten an.

H. G. Francis, der Autor von Hörspielreihen wie Commander Perkins und Der Gruselserie, verstarb am 3. November 2011 in Hamburg. Im Kino lief im selben Jahr mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 der letzte Teil der Harry-Potter-Verfilmungen an. Aber vor 10 Jahren begann auch etwas Neues: Ben Aaronovitch veröffentlichte mit Die Flüsse von London den ersten Roman seiner Urban-Fantasy-Reihe rund um den magisch begabten Police Constable Peter Grant. Im gleichen Jahre startet das Autoren-Duo James S. A. Corey mit dem Science-Fiction-Roman Leviathan Erwacht den Romanzyklus The Expanse.

Es geht auch ohne Luke Skywalker, C3PO, Rey oder Poe Dameron – aber so ganz ohne bekannte Helden und Schurken der weit weit entfernten Galaxie kam der 2016 gestartete Einzelfilm Rogue One: A Star Wars Story am Ende nicht aus. Mit dem Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind gab es vor 5 Jahren zudem Neues aus dem erweiterten Harry-Potter-Universum zu sehen.

Die Cyperpunk-Version von Vernetzt – Johnny Mnemonic ist nicht wahr geworden. Immerhin hat Keanu Reeves in dem Anfang Dezember 2020 erschienenen Computerrollenspiel Cyberpunk 2077 einen Auftritt. Und in 56 Jahren können wir uns dann mit der Frage beschäftigen, welche Vorhersagen des Science-Fiction-Games wahr geworden sind.

Jenseits der Zeit: Weihnachten sendet der WDR den Abschluss der Hörspiel-Trilogie

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Der WDR hat einen Sendetermin für das Hörspiel Jenseits der Zeit bekannt gegeben. Die sechs Teile der Romanadaption sind nun doch schon zwischen dem 25. und 30. Dezember zu hören. Im Mai sah es noch so aus, dass der Sender den angepeilten Sendetermin nicht schaffen würde.

Jenseits der Zeit ist der dritte Teil der Trisolaris-Trilogie von Cixin Liu. Weihnachten 2017 sendete der WDR das Hörspiel Die drei Sonnen und ein Jahr später folgte im Oktober mit Der dunkle Wald der zweite Teil der Trilogie.

Die Handlung von Die drei Sonnen begann in den 60er-Jahren in China, als eine Gruppe von Forschern eines Geheimprojekts der Erstkontakt mit Außerirdischen gelingt. Die Aliens freuen sich über die Nachrichten von der Erde, da sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind, denn ihr eigener Planet steht kurz vor dem Untergang.

Die Menschheit hat noch einige Jahre Zeit, um sich auf die Invasion der Trisolarier vorzubereiten. Jedoch haben die Aliens bereits aus der Ferne damit begonnen, die Erde mit getreuen menschlichen Vasallen zu unterwandern. Deswegen werden in Der Dunkle Wald vier Wissenschaftler ausgewählt, die im Geheimen Pläne gegen die Invasoren entwickeln sollen.

Den ersten der sechs Teile des neuen Hörspiels sendet WDR 5 am 25. Dezember von 15.04 bis 16.00 Uhr. Die folgenden Episoden werden an den kommenden fünf Tagen jeweils zur selben Sendezeit ausgestrahlt. Ab 22.04 Uhr gibt es immer eine Wiederholung der jeweiligen Folge. Jenseits der Zeit steht nach der Ausstrahlung befristet im WDR-Hörspielspeicher und der ARD Mediathek zum Nachhören zur Verfügung.

Phantastische Geschichten: Hörspielreihe von Oliver Döring erhält zweite Staffel

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Der Hörspielautor und Produzent Oliver Döring setzt seine Reihe Phantastische Geschichten beim Label Imaga mit einer zweiten Staffel fort. In der Serie griff er vorwiegend auf klassische Vorlagen von H. P. Lovecraft ("Berge des Wahnsinns", "Die Farbe aus dem All") und auf H.G. Wells ("Der Unsichtbar") zurück. Die erste Folge "Jori" schrieb Döring hingegen selbst.

Auch die zweiten Staffel beinhaltet wieder Adaptionen der Werke von Lovecraft und Wells. Unklar ist, ob es wieder neue Geschichte aus der Feder des Produzenten geben wird. Starten soll die zweite Staffel noch dieses Jahr mit der Folge "Unter dem Messer" nach einer Kurzgeschichte von Wells, wie Imaga auf Facebook mitteilt.

Mit den Romanen und Kurzgeschichten von H. G. Wells hat sich Döring schon auseinandergesetzt, als er für das Label Folgenreich Die Zeitmaschine, Der Krieg der Welten und Das Imperium der Ameisen als Hörspiel adaptierte. Bekannt wurde der Produzent mit der John-Sinclair-Neuauflage der Edition 2000 und der Reihe John Sinclair Classics. Außerdem adaptierte er die Star-Wars-Episoden I–VI sowie die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn als Hörspiele und produziert die Serien End of Time und Foster.

ES WIRD PHANTASTISCH! Die 2. Staffel der "Phantastischen Geschichten" beginnt mit einem Kurzhörspiel: "Unter dem Messer...

Gepostet von Imaga am Dienstag, 24. November 2020

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