Game of Thrones

The Last of the Starks - Kritik zu Game of Thrones 8.04

SPOILER

Die Schlacht um Winterfell ist geschlagen, die Menschheit wurde gerettet. Damit ist es nun wieder an der Zeit, sich den alltäglichen Dingen in Westeros zu widmen. Für die Herrschenden bedeutet dies vor allem das titelgebende Game of Thrones, denn in "The Last of the Starks" bringen sich Daenerys und Cersei für den finalen Kampf um den Thron in Stellung. Allerdings sollten beide Frauen Jon Snow aka Aegon Targaryen nicht unterschätzen, denn dessen Geheimnis ist nun keins mehr.

Es wird getrauert und gefeiert

Ähnlich wie in den vergangenen Episoden liegt der Fokus zunächst weiter auf Winterfell. Die Überlebenden der Schlacht gegen den Nachtkönig verabschieden sich von den Gefallenen, wobei deren Zahl zwar sehr eindrucksvoll visualisiert wird, irgendwie aber trotzdem noch vergleichsweise wenig erscheint. Auch dauert die ganze Beerdigungsszene vielleicht etwas zu lang. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Tode prominenter Charakter doch in Grenzen hielten, geht die Sache den Figuren vermutlich deutlich näher als vielen Zuschauern.

Die anschließende Trauer-/Siegesfeier beginnt im Anschluss auch entsprechend eher verhalten. Besonders am Tisch der Anführer herrscht alles andere als gute Laune. Wie so oft sorgt der fließende Alkohol aber dafür, dass sich dies nach und nach ändert. Mit Ausnahme von Sansa und Daenerys lockert sich die Stimmung bei den meisten Gästen bald. Daenerys kann es zunächst nicht lassen, mit Gendry einen weiteren Schachzug im Spiel um den Thron zu machen, der tatsächlich clever ist. Schließlich wird ihr jedoch erneut vor Augen geführt, dass sie im Norden bei den Popularitätsumfragen weit abgeschlagen hinter Jon rangiert.

Jon hat die Herzen der Menschen im Norden erobert, etwas, das bisher eigentlich Daenerys Markenzeichen war. Seit ihrer Ankunft in Westeros hat sie diese Eigenschaft aber verloren. Sollte die Königin geglaubt haben, dass sie von den Menschen mit offenen Armen empfangen wird, sah die Realität bisher deutlich anders aus. Dass ihr Machtstreben mittlerweile alles andere zu überschatten droht, hilft ebenfalls nicht. Daenerys wurde dem Zuschauer lange Zeit als die positive Alternative für den Thron präsentiert. Seit sie in Westeros aktiv ist, wird aber vor allem ihre dunkle Seite betont. Nicht umsonst zweifeln mittlerweile sogar ihre engsten Berater an ihr.

Game of Thrones Staffel 8.04

Verräterische Gedanken

Der Konflikt zwischen Jon und Daenerys hatte sich mit der Enthüllung von Jons wahrer Herkunft abgezeichnet und nimmt nun Formen an. Hier zeigt sich allerdings wieder einmal, wie leichtgläubig Jon immer noch ist. Für ihn gibt es das Thema nicht, da er Daenerys seine Treue geschworen hat. Selbst der Versuch von ihr, ihm das Gegenteil klar zu machen, scheitert am Ende. Jon agiert hier schon sehr naiv, während Daenerys wieder primär auf ihr Machtstreben reduziert wird. Die einzige Option, die sie ihm für ein Zusammenleben gibt, ist eine mit ihr als Königin und er als ihr Untertan.

In der Folge wird das Geheimnis von Jon noch mehreren Personen enthüllt. Das Zusammentreffen der Starks ist dabei sehr nett inszeniert, schneidet aber leider an dem Punkt, an dem es wirklich spannend wird, weg. Bei Sansa erfährt der Zuschauer zumindest aus ihrer Handlung, wie sie die Sache sieht, im Falle von Arya gibt es zunächst überhaupt keine Reaktion zu sehen. Hier wäre es interessanter gewesen, die Diskussion nach und nicht die vor der Enthüllung zu sehen.

Dass Sansa die Sache nicht für sich behalten wird, war klar und es dauert auch nicht lange, bis sie Tyrion einweiht. Die Folge sind zwei spannende Szenen, die einige Einblicke in die beiden engsten Berater von Daenerys gewährt. Tyrion und Varys zweifeln mittlerweile beide an ihrer Königin, wobei es danach aussieht, als wäre Varys nur zu bereit, die Seiten zu wechseln. Auf der einen Seite macht dies Varys in gewisser Weise zu einer noblen Figur, da er sich nur den Menschen des Landes und keinem Herrscher verpflichtet fühlt. Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten, dass jeder König vermutlich gut beraten ist, sich des Eunuchen schnell zu entledigen, dann dürfte es sich deutlich ruhiger schlafen lassen.

Tyrion nimmt in der Diskussion in gewisser Weise den Platz vieler Zuschauer ein. So ist ihm natürlich nicht verborgen geblieben, dass Daenerys vom Weg abzukommen scheint. Trotzdem ist sie seine Königin, und er bewertet nicht nur ihre aktuellen Handlungen, sondern auch ihr Verhalten in der Vergangenheit. Die Frage, ob sie aber immer noch die richtige Person für den Thron ist, lässt sich aber immer schwieriger mit einem eindeutigen Ja beantworten.

Game of Thrones Staffel 8.04

Kein guter Tag für die Liebe

Beziehungen und das Thema Liebe spielen in "The Last of the Starks" ebenfalls eine große Rolle. Fans von glücklichen Beziehungen oder gar einem Happy End für zwei Liebende sind aber bei Game of Thrones meist an der falschen Adresse. Dies beginnt mit Gendrys Heiratsantrag an Arya, wobei er vermutlich auch der Einzige ist, der sich die jüngste der Starks als Lady eines Hauses vorstellen kann.

Deutlich besser läuft es dagegen zunächst für Jaime und Brienne. Gerade für Fans der beiden ist der Weg ins Bett sehr unterhaltsam inszeniert, und als Jamie erklärt, in Winterfell zu bleiben, will man für einen kurzen Moment an ein Happy End glauben. Aber natürlich sind wir bei Game of Thrones, und dies bedeutet, dass Jamie einfach nicht von seiner Schwester ablassen kann. Um die Sache noch schlimmer zu machen, muss er dann Brienne noch vor Augen führen, was für ein schlechter Mann er ist. Nicht dass am Ende noch jemand glücklich wird in der Serie. Auf der anderen Seite wäre es aber auch komisch gewesen, wenn Jamie bei der finalen Auseinandersetzung um den Thron keine Rolle gespielt hätte.

Das absehbare Liebesaus von Jon und Daenerys haben wir schon angesprochen, mit Missandei und Grey Worm endete aber noch eine weitere Beziehung auf tragische Weise. Dies war spätestens nach dem Gespräch der beiden absehbar, in dem sie ihre Zukunft an einem schönen Strand im Süden geplant haben. Dass es am Ende Cersei und nicht die Untoten für den Tod sorgt, ist an der Sache die einzige Überraschung. Der Versuch von Tyrion, Cersei umzustimmen, ist gut gespielt und inszeniert, zeigt aber noch einmal, dass er seine Schwester immer noch nicht richtig einschätzt. Für sie gibt es nur noch den Thron oder den Tod.

Game of Thrones Staffel 8.04

Eine weitere militärische Katastrophe

Dass "The Last of the Starks" praktisch der Aufgalopp für die finale Schlacht werden würde, war im Vorfeld zu erwarten gewesen. Vor dem Hintergrund hatte man eigentlich nicht wirklich mit großen Verlusten gerechnet. Doch diese gab es überraschenderweise doch. So verliert Daenerys nicht nur ihre treue Beraterin und einen weiteren Teil ihrer Armee, sondern auch ihren zweiten Drachen Rhaegal.

Hier muss man festhalten, dass es langsam schon fast dilettantisch ist, wie Daenerys durch ihre Eroberung von Westeros stolpert. Seit ihrer Ankunft konnte sie mit dem Angriff auf die Lannister-Armee eigentlich nur einen wirklich nennenswerten militärischen Erfolg verzeichnen. Die Schlacht um Winterfell kann man nicht wirklich als Sieg bezeichnen und auch sonst gab es meist nur einen Satz heißer Ohren.

Hier spielt aber auch die Art und Weise, wie die Autoren die Serie schreiben eine Rolle. Daenerys kam mit einer sehr großen Übermacht und drei Drachen nach Westeros, dass der Kampf schon gewonnen schien, bevor es überhaupt losging. Um ein spannendes Finale zu kreieren, mussten die Autoren ihre Macht immer weiter beschneiden. Nur lässt die Art und Weise, wie dieser Zustand herbeigeführt wird, Daenerys und ihre Berater sehr inkompetent erscheinen.

Die Reise nach Kings Landing ist dafür ein gutes Beispiel. Nicht nur ist es jetzt schon das zweite Mal, dass die Iron Fleet eine Flotte von Daenerys aufreibt, die Waffe gegen die Drachen war ihr durchaus bekannt. Schließlich saß sie auf einem der Drachen, als dieser von einem Pfeil getroffen wurde. Dass der Gegner eventuell mehr von einer Waffe bauen könnte, die sich als effektiv gegen Drachen erwiesen hat, scheint aber niemand bedacht zu haben. So verliert Daenerys erneut einen Teil ihrer Armee, noch bevor die Schlacht überhaupt begonnen hat.

Frühzeitige Abschiede

Abschied nehmen bedeutet in Game of Thrones aber zum Glück nicht nur den Tod von Figuren. In "The Last of the Starks" scheint auch der Abschied für Tormund gekommen, dessen Überleben der Schlacht um Winterfell schon irgendwie überrascht. Auch Ghost hat die Schlacht überlebt und darf nun gemeinsam mit den Wildlingen in den Sonnenuntergang ziehen. Für Sam und Goldy scheint es ebenfalls ein Happy End zu geben. Auch hier wirkte es schon fast wie ein Abschied von den Figuren.

Bronn scheint ebenfalls mehr keine große Rolle zu spielen. Dieser hatte bisher nur zwei Kurzauftritte in der Staffel, wobei die gesamte Storyline um ihn ohnehin sehr konstruiert wirkt, nach dem Motto "So hat er irgendetwas zu tun". Letztendlich gab es keinen großen moralischen Konflikt oder überhaupt nur einen Konflikt. Bronn lässt sich einfach besser bezahlen und verschwindet. Damit bleibt die Figur sich zumindest treu, den Handlungsstrang an sich hätte man sich aber auch sparen können.

Fazit

Die Schlacht um Winterfell mag geschlagen sein, Zeit zum Atemholen gibt es in Game of Thrones aber trotzdem nicht. Verluste, Intrigen und viele Emotionen sorgen in "The Last of the Starks" für hochgradig spannende Unterhaltung. Noch zwei weitere Folgen stehen aus, bis der Kampf um den Eisernen Thron entschieden ist.

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Dragons: Der Podcast zu Game of Thrones 8.03

PODCAST

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Es ist vorbei: Die Schlacht um Winterfell ist geschlagen. In der aufwändig inszenierten dritten Folge der achten Staffeln von Game of Thrones tritt die Armee der Lebenden gegen die Streitmacht der Toten an. Mit dabei sind alle Figuren aus der letzten Folge, insbesondere natürlich Daenerys' Drachen und Jon Snow. Aber auch der Night King und seine Lakaien treten an und entfesseln einen Kampf an mehreren Fronten.

Dass Krieger dabei fallen, ist klar. In unserem Podcast sprechen Anne, Stefan und Johannes über die beeindruckende Inszenierung der Folge sowie natürlich die Figuren, die ihr Leben lassen mussten. Daneben werden auch die Elemente der Episode diskutiert, die nicht so gut gelungen sind: Hatte die Armee der Lebenden überhaupt eine Strategie? Was wollte der Night King eigentlich erreichen? Und warum war alles so dunkel?

Wenn euch die Folge gefällt, dann könnt ihr sie gerne weiter empfehlen. Habt ihr Lob, Anregungen oder Kritik, dann freuen wir uns über eure Kommentare. Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge des Dragons-Podcasts!

Wie immer vielen Dank an Jens Dewald für die Musik!

The Long Night - Kritik zu Game of Thrones 8.03

SPOILER

Die Schlacht um Winterfell ist endlich gekommen. In der dritten Episode von Staffel 8 stellt sich die Armee der Menschen dem Nachtkönig in einem verzweifelten Kampf um das Überleben. Im Vorfeld als die größte Schlacht von Game of Thrones angepriesen, liefert "The Long Night" 80 Minuten pure Spannung, actionreiche Unterhaltung, überraschend ruhige Momente aber auch einige nicht nachvollziehbare Entscheidungen.

Ein Überraschungsgast

Trotz der Tatsache, dass die Armee der Toten am Ende der letzten Episode vor den Toren Winterfells angekommen ist, benötigt "The Long Night" gute zehn Minuten, bis die Schlacht tatsächlich beginnt. Einer der Gründe dafür ist die Rückkehr von Melisandre, die sich die Sache natürlich nicht entgehen lässt. Für alle, die sich gefragt haben, wo die Priesterin eigentlich steckt, gibt es nun die Antwort. Anscheinend war sie immer noch in der Gegend und hat auf den Moment gewartet, ab dem die Kämpfer rund um Winterfell einfach keine Möglichkeit mehr haben, ihre Hilfe abzulehnen.

Gleich zu Beginn ist Melisandre für eines der optischen Highlights der Folge verantwortlich. Das Entzünden der Schwerter sorgt direkt für Gänsehaut, auch wenn es sich am Ende als vollkommen nutzlos erweist. Deutlich wichtiger sind dagegen ihre beiden folgenden Auftritte. So verschafft sich nicht nur der Armee in Winterfell eine dringend notwendige Atempause, sie gibt Arya auch eine wichtige Motivationsrede. Den Zuschauern geht es vermutlich in vielen Fällen ähnlich wie Ser Davos, so wichtig die Hilfe ist, vergeben hat man Melisandre für Shireen nicht. Doch erledigt sich das Thema am Ende quasi von selbst, wobei es erneut Ser Davos ist, der den letzten Moment (inklusive ihres Geheimnisses) der Frau sieht, die sein Leben so sehr beeinflusst hat.

80 Minuten Hochspannung

Mit dem Angriff der Dothraki beginnt der Kampf rund um Winterfell und dieser lässt einem praktisch keine ruhige Minute. Regisseur Miguel Sapochnik, der auch schon für die Schlacht der Bastarde verantwortlich war, schafft es, dass der Puls sich fast die gesamte Laufzeit der Folge im beinah ungesunden Bereich bewegt. Immer wieder macht er den Zuschauern Hoffnung auf ein gutes Ende, um dann einen deprimierenden Rückschlag folgen zu lassen. Die Dothraki haben Feuerschwerter – die Dothraki sind nicht mehr – die Drachen greifen ein – ein Schneesturm wirft alles über den Haufen – Melisandre sichert den Rückzug – die Armee der Toten durchbricht die Feuerbarriere – Jon hat den Nachtkönig gestellt – dieser erschafft eine noch größere Armee. Es geht geht ständig hin und her.

Game of Thrones Staffel 8.03

Interessant ist auch, dass Sapochnik das Chaos einer solchen Schlacht perfekt einfängt. Vor allem als die Mauern von Winterfell fallen, haben nicht nur die Kämpfer schließlich vollkommen den Überblick verloren. Keiner weiß mehr so wirklich, wer noch lebt und vor allem wer zu den Guten oder Bösen gehört. Es geht nur noch um das nackte Überleben, was einfach extrem wirkunsvoll inszeniert wurde. Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass die Sichtverhältnisse nur bedingt gut sind. Als Zuschauer wünscht man sich mitunter ebenso wie die Kämpfer einen etwas klareren Blick auf die Geschehnisse. Hier muss man allerdings festhalten, dass das Nachtsetting deutlich mehr Tricksereien und damit Kostenersparnisse erlaubt. So gut Game of Thrones ist, mit einem Blockbuster-Budget war "The Long Night" leider nicht ausgestattet.

Die ruhigen Momente

Trotz der Action und der extremen Spannung bietet die Episode auch ein paar ruhige und vor allem sehr schöne Momente. Besonders Tyrion und Sansa haben mehrere tolle Szenen miteinander und nicht nur Tyrion stellt sich die Frage, was aus den beiden hätte werden können.

Auch für Theon gibt es trotz bevorstehender Schlacht die Möglichkeit, sich noch einmal bei Bran zu entschuldigen. Diese Szene ist ebenfalls schön inszeniert, vor allem in Kombination mit dem Ende des Greyjoy. Theons Reise der Wiedergutmachung endet in Winterfell und, was noch wichtiger ist, Bran sagt tatsächlich ein paar nette Dinge. Vor allem die letzten Worte, die er an seinen Leibwächter richtet, sind mittlerweile schon fast uncharakteristisch freundlich für den letzten lebenden Sohn von Ned Stark und gerade deshalb aber auch der perfekte Abschied für Theon.

Ein Plan fällt auseinander

Obwohl "The Long Night" mit seiner Spannung und seiner Action komplett überzeugen kann, ein paar Probleme hat die Episode doch, die sich am ehesten mit unnachvollziehbaren Entscheidungen der Figuren beschreiben lassen. Schon in der letzten Kritik haben wir angesprochen, dass der Schlachtplan der Armee, nett ausgedrückt, sehr lückenhaft ist. Und am Ende muss man festhalten, dass der Kampf tatsächlich nicht aufgrund überlegener oder auch nur ansatzweiser durchdachter Taktik gewonnen wurde. Schon in der Schlacht der Bastarde wurde angesprochen, dass es eine extrem dumme Idee ist, mit einer unterlegenen Armee einen Kavallerieangriff zu starten. Das hätte damals auch beinah zum Ende von Jon Snow geführt.

Was wurde daraus gelernt? Absolut nichts, denn der Kampf gegen den Nachtkönig wird exakt auf dieselbe Art und Weise eröffnet. Für den langfristigen Konflikt ist das durchaus nachvollziehbar, denn so bekommen die Autoren die Dothraki noch vor dem Kampf mit Cersei vom Schachbrett, aber wirklich Sinn machte dies nicht. Auch Ghost bei der Sache mitmachen zu lassen, erscheint mehr als fragwürdig. Das Schicksal des Wolfes blieb am Ende aber zumindest offen.

Der Tod der Dothraki sorgt dafür, dass Daenerys den ohnehin schon nicht sonderlich komplexen Plan über den Haufen wirft. Auch hier werden Erinnerungen an Die Schlacht der Bastarde wach. Damals war es Jon, der aufgrund seiner Emotionen alle Pläne in den Wind schlug. In der Folge regieren Chaos und Improvisation, bis der Nachtkönig seine Trumpfkarte zieht und eine neue Armee aus dem Boden stampft.

An der Stelle wird den Figuren der Serie dann auch etwas klar, was viele Zuschauer vermutlich schon letzte Woche vorhergesehen haben. Frauen und Kinder an einem Ort voller Toter zu verstecken, wenn der Anführer der gegnerischen Armee Tote beschwören kann, ist ebenfalls eine sehr dumme Idee. Immerhin kommen die Menschen in der Krypta noch relativ glimpflich davon.

Game of Thrones Staffel 8.03

Wen hat's erwischt?

Über die Jahre hat sich Game of Thrones den Ruf erworben, eine Serie zu sein, die beliebte Figuren regelmäßig über die Klinge springen lässt. Besonders in den letzten beiden Staffeln ging der Blutdurst der Autoren aber etwas zurück, was viele Fans jedoch nicht davon abhielt, das Schlimmste für ihre Lieblingsfiguren zu befürchten. Am Ende lässt sich festhalten, dass die Opferzahl der Schlacht um Winterfell zwar extrem hoch ist, von den wichtigsten Figuren aber erstaunlich viele überleben.

Der namenhafteste Tod dürfte neben Theons Ableben sicherlich der von Ser Jorah sein, der ähnlich wie Theon aber ein würdiges Ende bekommt. Jorah ist seit Jahren in Daenerys verliebt, und wenn er sich einen Tod hätte wünschen dürfen, dann sicherlich diesen. Ansonsten erwischt es mit Dolorous Edd, Lyanna Mormont und Beric Dondarrion einige Nebencharaktere, von denen der Verlust der jungen Lyanna viele Zuschauer vermutlich noch am härtesten trifft. Dafür durfte Lady Mormont aber zumindest noch einen Riesen ins Jenseits befördern.

"The Long Night" bedeutet zudem das Ende für den Nachtkönig. Dieses war zu erwarten, der Weg dahin ist aber mehr als befriedigend. Der Kampf auf den Drachen und der Flammenangriff von Drogo gehören zu den Highlights der Folge. Dass am Ende Arya den finalen Stich setzt, macht für die Figur durchaus Sinn, auch weil es nicht total vorhersehbar war. Zudem ist ihr Angriff extrem cool in Szene gesetzt.

Auch zuvor darf Arya mehrfach zeigen, was sie drauf hat und steht doch beinah selbst vor dem Ende. Die Szene in der Bibliothek wirkt allerdings etwas deplatziert. Mitten im Schlachtgetümmel gibt es plötzlich diesen Moment des stillen Horrors, der sehr gewollt scheint. Auch die Tatsache, dass die Untoten auf einmal sehr bedacht vorgehen und nicht wild durch den Raum rennen, will nicht so recht passend. Dass dann auch noch Melisandre aus dem Nichts auftaucht, macht es nicht unbedingt realistischer. Im Gesamtwerk ist dies aber nur ein kleiner Minuspunkt.

Fazit

"The Long Night" ist das actionreiche Highlight der 8. Staffel von Game of Thrones, das man sich erhofft hatte. Die Schlacht ist ungemein spannend inszeniert, bietet viele Momente, bei denen der bei denen der Puls desöfteren in die Höhe schnellt und endet mit einem befriedigenden Tod des Nachtkönigs. Rein logisch ist nicht immer alles perfekt, aber das lässt sich durchaus verschmerzen.

Dragons: Der Podcast zu Game of Thrones 8.02

PODCAST

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Die zweite Folge der achten Staffel von Game of Thrones sollte lieber Game of Goodbyes heißen, so arg werden hier die Emotionen geschürt und wird Angst gemacht vor den Konsequenzen der Schlacht um Winterfell. Mit dabei sind in dieser Ausgabe Anne, Hannes, Stefan und Johannes. Nele hält auf der MagicCon Stellung und stößt in der vierten Folge wieder zu uns. Sofern sie nicht vom Con-Leben verschluckt wurde. Wir dürfen und sollen aber ausrichten, dass ihr ALLES an dieser Folge gefallen hat.

Die Episode mit dem Titel A Knight of the Seven Kingdoms hält tatsächlich einige schöne Szenen bereit und lässt durch die große emotionale Bindung an die Charaktere die Schlacht um Winterfell, die uns in der dritten Episode droht, noch gefährlicher erscheinen. Die Charaktere erweisen sich gegenseitig Respekt, trinken Wein, erzählen sich Geschichten, planen die Schlacht, versuchen zusammenzuarbeiten und am Ende wird auch ordentlich gerumpelt, wie Anne sagen würde.

Wie fandet ihr die zweite Folge? Habt ihr auch Angst um liebgewonnene Figuren? Lässt euch der Plan, die Schlacht von Winterfell zu gewinnen, auch ein wenig zweifeln? Diskutiert in den Kommentaren!

Wie immer vielen Dank an Jens Dewald für die Musik!

Game of Thrones: George R.R. Martin hätte sich noch weitere Folgen und Staffeln gewünscht

Die dritte Folge der 8. Staffel von Game of Thrones steht vor der Tür und damit rückt auch das Ende der Serie ein Stück näher. Am 19. Mai läuft die letzte Folge von Game of Thrones. Das stimmt nicht nur einige Fans traurig, sondern auch den Autor der Vorlage. Im Interview mit RollingStone erklärte George R.R. Martin, dass er sich noch mehr Staffeln gewünscht hätte.

Als Erklärung dafür nennt er die Komplexität seiner Romanvorlage, aufgrund derer sich auch das sechste der sieben Bücher The Winds of Winter so lange verzögert. Martin hätte die Erzählgeschwindigkeit der Bücher gerne auch innerhalb der Serie gesehen. Das hätte zwangsläufig dazu geführt, dass Game of Thrones wohl nicht nur acht Staffeln umfasst hätte. Martin erklärt, dass sein Buchmaterial wohl sogar für 13 Staffeln gereicht hätte.

Trotzdem habe er Verständnis für die Entscheidung der Showrunner, die Serie zu Ende zu bringen:

"Das ist ein komplexes Thema. Ehrlich gesagt bin ich etwas traurig darüber. Ich hätte mir gewünscht, dass es mehr Staffeln geben würde. Aber ich kann [die Entscheidung] nachvollziehen. Dave [Benioff] und Dan [Weiss] wollen sich neuen Projekten widmen. Außerdem bin ich mir sicher, dass einige der Darsteller einen Vertrag über sieben oder acht Jahre unterschrieben haben und sie ebenso wieder andere Rollen übernehmen wollen. Das finde ich fair. Ich bin nicht wütend oder so, aber trotzdem empfinde ich etwas Wehmut darüber."

Ganz müssen sich aber weder der Autor noch die Fans aus einer Serienumsetzung von Westeros verabschieden. Schließlich startet bereits im Sommer die Produktion des ersten Spinn-offs zu Game of Thrones. Noch hat das Spin-off keinen Namen, es wird aber mehrere tausend Jahre vor der Handlung der Original-Serie spielen.

Game of Thrones | Season 8 Episode 3 | Preview (HBO)

A Knight of the Seven Kingdoms - Kritik zu Game of Thrones 8.02

SPOILER

Nachdem sich die meisten Figuren aus Game of Thrones zum Staffelauftakt in Winterfell versammelt haben, beginnt in "A Knight of the Seven Kingdoms" nun das Warten auf die Armee der Untoten. Die zweite Episode der finale Staffel bietet keine Action und besteht fast ausschließlich aus Charaktermomenten. Trotzdem vergeht die Zeit wie im Flug, und es kommt zu keinem Moment Langeweile auf.

Die Konflikte

Der Auftakt beginnt zunächst konfliktreich. Sansa, Daenerys und Jon müssen entscheiden, wie sie mit Jamie verfahren. Hier muss man zugeben, dass die Sache im Vorfeld etwas problematischer aufgebaut wurde, als es am Ende ist. Trotz der vielen Verfehlungen in Jamies Leben reicht die Aussage von Brienne, um Sansa umzustimmen. Jon bleibt dagegen seinem pragmatischen Vorgehen treu und akzeptiert weiterhin jede Person, die gegen die Untoten kämpfen möchten. Danach ist Daenerys gewissermaßen überstimmt.

Der Einzige, der an der Sache noch etwas hätte ändern können, ist vermutlich Bran. Dieser bleibt jedoch, wie zu erwarten war, stumm. Zudem sorgt dies für eine nette Szene zwischen Bran und Jamie im späteren Verlauf der Folge, bei der sich der Lannister bei dem jungen Mann entschuldigt und noch einmal beweist, wie sehr er sich verändert hat.

Nach dem eher frostigen Auftakt zwischen Sansa und Daenerys versucht Letztere anschließend, die Kluft zwischen den beiden Frauen etwas zu schließen. Dies gelingt ihr zunächst auch auf nachvollziehbare Weise. Beide haben durchaus einige Dinge gemeinsam, was sich dann aber auch als die große Krux zwischen ihnen erweist. Sowohl Sansa als auch die Daenerys wollen sich niemandem unterordnen, und so ist ihre größte Gemeinsamkeit auch gleichzeitig der Punkt, der sie vermutlich in einen unausweichlichen Konflikt treiben wird.

Aber auch zwischen Daenerys und Jon geht es in "A Knight of the Seven Kingdoms" etwas frostig zu. Der König des Nordens weiß zunächst nicht, wie er seiner, nennen wir es Freundin seine kürzlich erworbenen Kenntnisse in Hinblick auf seine Herkunft erklären kann. Seine Lösung ist, ihr erst einmal aus dem Weg zu gehen. Am Ende nutzt er den ungünstigsten Zeitpunkt überhaupt für die Enthüllung, denn die Armee der Untoten ist kurz davor, an die Tore von Winterfell zu klopfen.

Game of Thrones Staffel 8.02

Für den Aufbau eines weiteren kommenden Konflikts reicht es aber doch. Selbst in ihrer Überraschung und ihrem Unglaube zieht Daenerys sofort den richtigen Schluss in Hinblick auf Jons Thronanspruch. Diese Aussage lässt Jon allerdings deutlich aufhorchen, da Daenerys sofort an ihre Macht und die Auswirkungen auf den Kampf um den Thron denkt. Jon hat ihr jedoch damals die Treue geschworen, weil sie anders als die bisherigen Herrscher sein wollte. Nach den Aussagen von Sam in der letzten Woche ist dies nun schon das zweite Mal, dass Jon klar gemacht wird, dass der Thron die erste Priorität bei Daenerys genießt und sich alles andere unterordnen muss.

Ein letzter Abend

Auch wenn die Episode ein paar Konflikte weiterspinnt, nehmen diese im Vergleich zur Gesamtlaufzeit nur relativ wenig Zeit ein. Den Hauptteil der Episode verbringt der Zuschauer mit verschiedenen Figuren, die sich noch eine letzte Nacht vor der finalen Schlacht gönnen. Es zeigt, wie sehr einem die Figuren von Game of Thrones ans Herz gewachsen sind, dass trotz der Tatsache, dass eigentlich relativ wenig passiert, zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. Die Autoren haben so viele schönen Szenen geschaffen, man möchte sie fast schon verfluchen. Denn sind wir mal ehrlich, es dürften doch einige von den Figuren in der kommenden Woche über die Klinge springen.

Ein Highlight der Episode ist natürlich der Ritterschlag für Brienne of Tarth. Der Moment selbst, Jamie als derjenige, der den Ritterschlag vornimmt und die emotionale Reaktion von Brienne: Einfach alles an der Szene ist perfekt. Generell ist die Gruppe vor dem Feuer wunderbar zusammengestellt, und es fast schon schade, dass man nur Ausschnitte aus der Unterhaltung zu sehen bekommt. Auf der anderen Seite würde man sonst eine ganze Reihe von anderen tollen Momenten verpassen, wie das Aufeinandertreffen der Mormont-Cousins, die Wiedervereinigung der ehemaligen Nachtwachen-Mitglieder, die Übergabe des Schwertes von Sam an Ser Jorah, um nur einige zu nennen.

Trotz der düsteren Stimmung haben die Autoren zudem den Humor nicht vergessen. "A Knight of the Seven Kingdoms" bietet eine ganze Reihe von Szenen, die einen laut lachen lassen. So wird die Folge nie wirklich deprimierend, auch wenn der Untergang anscheinend bevorsteht.

Game of Thrones Staffel 8.02

Der Kampf gegen die Untoten

Trotz der anrückenden Armee wird nur ein kurzer Moment der Folge der tatsächlichen Schlachtplanung gewidmet. Während der Planung enthüllt Bran auch das Ziel des Nachtkönigs, das jetzt aber nicht sonderlich kreativ ausfällt. Wenn die Showrunner im Vorfeld der Serie in Interviews betonen, dass der Anführer der Armee der Untoten ein bestimmtes Ziel verfolgt, das in den finalen Folgen enthüllt wird, dann hat der Zuschauer natürlich eine Erwartungshaltung. Einfach alle Menschen umbringen, ist dann eine kleine Enttäuschung, weil das aus seinen bisherigen Handlungen ohnehin klar war.

Auch der Plan, wie man ihn stoppt, fällt bisher nicht unbedingt komplex aus. Zudem stellt sich die Frage, warum der Nachtkönig überhaupt einen Solo-Angriff auf Bran riskieren sollte. Wenn seine Armee ohnehin total überlegen ist, könnte er sich einfach zurücklehnen und abwarten, bis alle Menschen tot sind. Anschließend lässt sich Bran immer noch finden, vor allem, da er ja ohnehin immer weiß, wo der junge Stark ist. Aber gut, vielleicht wird der Plan im Laufe der Schlacht noch etwas nachvollziehbarer. Diese verspricht in jedem Falle einiges an Spannung.

Game of Thrones Staffel 8.02

Fazit

Vor dem großen actionreichen Highlight der finalen Staffel von Game of Thrones, nimmt sich die Serie noch einmal eine Folge Zeit, um Atem zu holen. "A Knight of the Seven Kingdoms" ist ein Highlight für alle Fans der Serie, denen die Figuren in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen sind. Es reiht sich ein toller Moment an den nächsten und in gewisser Weise beginnt damit auch gleichzeitig das Abschiednehmen. Vier Folgen haben wir noch.

zusätzlicher Bildnachweis: 
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Dragons: Der Podcast zu Game of Thrones 8.01

PODCAST

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Wir hatten großen Spaß mit unserem TrekCheck, da bietet es sich an, nach dem Staffelfinale von Star Trek: Discovery gleich fließend weiterzumachen. Immerhin heißen wir Robots AND Dragons. In Game of Thrones gibt es Drachen. Wir lieben Game of Thrones. Und Drachen. Also gibt es nun Dragons: Der Fantasy-Podcast von Robots & Dragons, in dem wir uns erstmal dem Großereignis Game-of-Thrones-Finale widmen. Zukünftig werden aber auch alle anderen Podcast zu einem Thema mit Fantasybezug unter diesem Label laufen.

In unserer ersten Ausgabe reden Hannes, Johannes, Anne und Nele (die alle die Bücher nicht gelesen haben) darüber, wie sie zu Game of Thrones gekommen sind und die bisherigen 7 Staffeln erlebt haben. Wir sprechen über den Auftakt der Finalstaffel, unsere Hoffnungen und Wünsche fürs Ende und über unsere Lieblinge.

Uns ist bewusst, dass es da draußen zig wunderbare Game-of-Thrones-Podcast gibt und bilden uns überhaupt nicht ein, irgendwelche besonderen Geistesblitze und neue tiefe Einblicke zu bieten. Wir haben nur einfach Lust darauf, jede Woche drüber zu reden, und dann können wir es auch gleich aufnehmen. Eigenwerbung können wir auch richtig gut.

Vielleicht hat der ein oder andere ja dennoch Lust, sich uns anzuhören und auch in den Kommentaren mit uns gemeinsam dem Ende dieses Serienereignisse entgegenzugehen. 

Die neue schmissige Intro-/Outro-Musik, die unter dem Motto "Summer is coming" läuft, hat abermals der wunderbare Jens Dewald für uns erstellt.

Game of Thrones: Trailer und Bilder zu Episode 8.02

Der Start der neuen Staffel von Game of Thrones ist mehr als geglückt. So schalteten zum Auftakt in den USA mit 17,4 Millionen so viele Zuschauer ein wie noch nie zuvor. Am Sonntag setzt der US-Sender die Ausstrahlung nun fort. Für die zweite Episode der 8. Staffel hat HBO im Vorfeld sowohl einen Trailer als auch eine Reihe von Bildern veröffentlicht.

In der neuen Folge laufen die Vorbereitungen auf die Schlacht um Winterfell auf Hochtouren. Allerdings gibt es auch wieder eine ganze Reihe von Ablenkungen und Nebenschauplätzen. So muss sich der gerade angekommene Jamie seiner Vergangenheit stellen, während Sansa und Daenerys weiterhin eine eher konfliktlastigere Beziehung pflegen.

Inszeniert wurde die Episode von David Nutter, der auch schon für den Staffelauftakt verantwortlich war. Nutter ist in Staffel 8 bei der Hälfte aller Episoden als Regisseur aktiv. Das Drehbuch stammt von Bryan Cogman, der seit Staffel 1 als Autor und Produzent an Game of Thrones mitarbeitet.

Für alle Fans der Serie, die sich für die Entstehung von Game of Thrones interessieren, haben die Verantwortlichen zudem in dieser Woche ein neues Making-of-Video veröffentlicht. Dieses dreht sich um die Arbeiten an der ersten Folge der neuen Staffel und wirft einen Blick hinter die Kulissen. Unsere Kritik zu der Folge gibt es hier.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© HBO

Game of Thrones | Season 8 Episode 2 | Preview (HBO)

Game of Thrones | Season 8 Episode 1 | Game Revealed (HBO)

Game of Thrones: Schicksal von Ed Sheerans Charakter Episode 8.01 aufgegriffen

Der Gastauftritt von Ed Sheeran in Game of Thrones ist sicher noch vielen Fans in Erinnerung. Der britische Sänger verkörperte in der ersten Episode der 7. Staffel einen Lannister-Soldaten namens Eddy, der mit seinen Kameraden am Feuer sitzt und ein Lied singt, als Arya auf dem Weg nach Winterfell ist. Mehr gab es von Ed Sheeran als Lannister-Soldat aber nicht zu sehen. Die erste Episode der 8. Staffel greift das Schicksal des Soldaten aber noch einmal auf.

In einer Szene mit Bronn und drei Frauen in einem Bordell, erzählt eine der drei den anderen, dass sie kürzlich den rothaarigen Soldaten Eddy getroffen hätte. Der sehe allerdings alles andere als gut aus. Bei Daenerys Angriff auf den Beutezug der Lannisters wurde der Soldat offenbar vom Feuer des Drachen getroffen. Sein ganzes Gesicht sei geradezu weggebrannt worden und er hätte keine Augenlieder mehr.

Sheerans Auftritt in Staffel 7 traf bei den Fans nur auf wenig Gegenliebe. Auf Twitter wurde dem Sänger vorgeworfen, mit seinem Auftritt nur sein neues Album promoten zu wollen. Daraufhin ging der Twitter-Account des Sängers offline. Wenig später reaktivierte Sheeran seinen Account aber wieder und betonte, dass er ihn nicht seines Auftritts wegen abgeschaltet hätte.

Dass die Game-of-Thrones-Fans in Staffel 8 noch einmal einen Blick auf Eddy werfen können, ist eher unwahrscheinlich. Dafür dürfen sie sich aber auf Episode 2 freuen, die am 21. April erscheint.

Game of Thrones: Season 7 Episode 1 Clip: Arya and Ed Sheeran (HBO)

Winterfell - Kritik zu Game of Thrones 8.01

SPOILER

Über eineinhalb Jahre mussten sich die Fans von Game of Thrones nach dem Ende der 7. Staffel gedulden, bis die Erfolgsserie endlich für ihre finalen sechs Episoden auf die TV-Bildschirme zurückkehrt. Nun ist es soweit, mit "Winterfell" startet Game of Thrones in die 8. Staffel.

Traditionell lassen es die Macher zum Staffelauftakt meist etwas ruhiger angehen. Auch im Falle der 8. Staffel geht es vor allem darum, die Schachfiguren für das große Finale auf dem Brett zu platzieren. Dabei hätte die Episode auch durchaus den Namen "Wiedersehen" tragen können, denn davon gibt es im Laufe der Handlung eine ganze Reihe, wovon einige glücklich und andere eher heikel verlaufen.

Die Königin und ihr Liebhaber

Die Ankunft von Daenerys' Armee in Winterfell läuft mehr oder weniger so, wie man die Sache erwarten konnte. Die Menschen im Norden sind alles andere als begeistert von der jungen Königin, was besonders für Sansa gilt. Die beiden Frauen scheinen sich sofort in gegenseitiger Abneigung verbunden und in gewisser Weise kann einem Jon mittlerweile schon sehr leidtun. Letztendlich versucht er seit Ewigkeiten nichts anderes, als die Menschen in Westeros vor dem absoluten Untergang zu retten. Nur scheint dieser für viele Personen um ihn herum nur eine Nebensächlichkeit zu sein. Ist doch egal, ob wir alle sterben, Hauptsache die richtige Person sitzt auf dem Thron, wenn das Ende kommt. Das kann durchaus frustrierend sein.

Daenerys macht die Sache nicht unbedingt besser. Als ihre Drachen die Menschen im Norden in Panik versetzen, scheint dies die Königin zu amüsieren. Klar, wenn einem stundenlang tödliche Blicke zugeworfen werden, mag das nicht der spaßigste Zeitvertreib sein. Um die Menschen für sich zu gewinnen, ist Angst aber nicht das beste Mittel. Daenerys ist durch ihre Erfahrungen zunehmend hart geworden und es stellt sich langsam die Frage, wie weit sie bereit ist zu gehen, um am Ende auf dem Eisernen Thron zu sitzen.

Game of Thrones Staffel 8.01

Jedoch entdeckt die Königin in Winterfell auch ihre spaßige Seite wieder. Der Drachenritt mit Jon Snow Aegon Targaryen gehört zu den visuell eindrucksvollsten Szenen in Game of Thrones und zeigt erneut, was mittlerweile im TV möglich ist. Allerdings muss man auch festhalten, dass Daenerys die Sache ziemlich relaxed angeht. Jon ist faktisch der einzige Grund, warum es in Winterfell nicht zu einem offenen Konflikt kommt. Da ist es dann doch sehr mutig oder eher übermütig, ihn ohne irgendwelches Training oder Hilfen einfach auf einen Drachen zu setzen, vor allem wenn dieser nicht unbedingt dafür bekannt ist, freundlich zu Menschen zu sein. Dass Jon lernen musste, dass ein Drachen jedem noch so schlimmen Schwiegervater locker Konkurrenz machen kann, war dagegen wiederum ein humoristisches Highlight.

Die Stark-Schwestern

Für Arya gab es im Laufe der Episode gleich zwei große Wiedersehen. Das erneute Aufeinandertreffen von ihr und Jon war ähnlich emotional wie einst das Wiedersehen von Jon und Sansa. Als Fan kann man da durchaus eine Träne verdrücken. Etwas anders sah die Sache beim Wiedersehen mit Sandor aus, wobei sich die beiden Figuren zumindest zu verstehen scheinen. Interessant dürfte auch die Auftragsarbeit für Gendry sein. So wirklich erkennbar war die Waffe auf dem Bild nicht. Es scheint sich um etwas zu handeln, das kleine Pfeile verschießt. Spätestens bei der Schlacht um Winterfell dürfte es hier Aufklärung geben.

Game of Thrones Staffel 8.01

Auch für Sansa gibt es in Winterfell nach der Ankunft von Daenerys und ihrer Armee ein Wiedersehen. Sie trifft erneut auf Tyrion, mit dem sie ja technisch gesehen noch verheiratet ist. Man lehnt sich aber nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass diese Ehe vermutlich von beiden nicht wirklich weiter verfolgt wird. Allerdings beweist Sansa hier wieder einmal, dass sie mittlerweile zu den cleversten Frauen in Westeros gehört. Im Gegensatz zu Tyrion glaubt sie keine Sekunde daran, dass Cersei sich mit ihrer Armee auf den Weg in den Norden machen wird. Es wird aber auch erneut der Eindruck verstärkt, dass Sansa sich in ihrer Rolle als Lady von Winterfell nun extrem wohlfühlt und kein Interesse daran hat, die Macht wieder abzugeben. In diesem Punkt unterscheidet sie sich so gar nicht von Cersei.

Cersei bleibt Cersei

Die aktuelle Herrscherin auf dem Eisernen Thron ist weiterhin nur an ihrem Machterhalt interessiert und verfügt nun wieder über jede Menge Truppen. Auf Elefanten muss sie am Ende aber dann doch verzichten, dies dürfte für die Macher von Game of Thrones in einer wahrscheinlichen Schlacht dann doch zu aufwendig gewesen sein. Die letzten Sympathiepunkte für die Königin gehen zudem verloren, als sie nicht nur mit Euron Greyjoy ins Bett hüpft, sondern auch noch den Mord an ihren Brüdern befiehlt. Letzteres führt aber zu einer interessanten Konstellation und dürfte die Frage beantworten, wie käuflich Bronn tatsächlich ist. So verbindet ihn mit beiden Lannister-Brüdern nicht nur eine Freundschaft, er hat auch ihr Leben gerettet. Es wird sich zeigen, wie viel dies wert ist.

Game of Thrones Staffel 8.01

Aufgelöst wird zudem die Entführung von Yara Greyjoy. Hier muss man aber festhalten, dass dieser Plot generell sehr dünn war und eigentlich nie wirklich einen Sinn hatte. Entsprechend schnell wird das Wiedersehen der beiden Greyjoys auch abgebügelt. In einer Nachtaktion wird Yara befreit, die Geschwister sind wieder vereint und dann verabschiedet sich Theon auch schon wieder. Das wirkt alles relativ belanglos und man stellt sich durchaus die Frage, was die ganze Entführung überhaupt sollte.

Ein letztes Wiedersehen gab es am Ende der Episode. So konnten es die Macher natürlich nicht verkneifen, Jamie direkt zu seiner Ankunft auf Bran treffen zu lassen. Den Jungen, den er einst aus dem Fenster stieß und für dessen Lähmung sorgte. Mittlerweile dürfte Bran die Sache vermutlich deutlich weniger interessieren als Jamie, schließlich wird er nicht müde zu betonen, dass er nicht mehr Bran ist. Auf der anderen Seite war es sicherlich kein Zufall, dass er ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort war. Vielleicht ist doch noch mehr von Bran übrig, als er sich selbst eingestehen möchte.

Der wahre König

Interessant ist auch die Tatsache, dass die Macher in Hinblick auf Jons wahre Herkunft nun keine Zeit mehr verschwenden. Direkt in der ersten Episode enthüllt Sam seinem Freund dessen wirkliche Eltern. Nach den Informationen, die Sam zuvor erhalten hat, ist es nachvollziehbar, dass er verstärkt auf der Tatsache herumreitet, dass Jon der wahre Thronerbe ist. Zudem zweifelt Snow nur kurz an den Aussagen seines Freundes, vertraut er ihm doch so sehr wie kaum jemand anderen.

Die Frage, die sich stellt, ist aber, wie sehr dies denn wirklich eine Rolle spielt. Wenn man ehrlich ist, hat in Westeros doch in der gesamten Serie bisher niemand so wirklich einen Pfifferling darauf gegeben, wer einen Anspruch auf den Thron hat. Es ging eher darum, wer die Macht hat, einen solchen durchsetzen kann. Nur weil Jon jetzt theoretisch sagen könnte "Hey ich bin der Erbe von Rhaegar Targaryen" bedeutet dies ja nicht, das die Herrschenden des Landes ihm dann einfach den Thron überlassen. Aktuell scheint diese Information vor allem für einen Konflikt zwischen ihm und Daenerys sorgen zu können. Wobei auch der Punkt offen ist, ob Jon überhaupt König sein möchte. Bisher hatte er daran kein Interesse, und ob die Kenntnis seiner Herkunft ausreicht, um dies zu ändern, wird sich zeigen. Bisher wäre dies nicht unbedingt nachvollziehbar.

Game of Thrones Staffel 8.01

Fazit

Mit "Winterfell" liefert Game of Thrones einen richtig guten Auftakt in die finale Staffel, der vor allem von seinen Charaktermomenten lebt. Gerade die vielen emotionalen Wiedersehen sind tolle Szenen für die Fans, welche die Serie nun seit acht Jahren verfolgen. Klar war das Erzähltempo dabei relativ niedrig, dafür ist praktisch jede Szene wichtig für die Handlung und hilft dabei, die Figuren für das Finale in Stellung zu bringen.

Gerade im Vergleich zu den Auftaktfolgen in früheren Staffeln bot "Winterfell" inhaltlich eine ganze Menge. Auch wenn es keine ganz großen Highlights gab, verzichteten die Macher aber nicht vollkommen auf Schauwerte. Die Drachenszene war aus optischer Sicht ein echter Hingucker und steigert noch einmal die Vorfreude auf die actionreicheren Folgen, bei denen vermutlich noch einmal eine Schippe draufgelegt wird.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© HBO

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