Comics

Stranger Things: Comic über Dustins Zeit im Science-Camp angekündigt

Ein Highlight der dritten Staffel der Netflix-Serie Stranger Things war sicherlich das Duett von "Never Ending Story", welches Dustin (Gaten Matarazzo) und seine neuen Freundin Suzie zusammen singen. Die Szenen war der erste Auftritt von Gabriella Pizzolo als Suzie. Vorher hatte Dustin nur von ihr erzählt, während seine Freunde nicht so recht an ihre Existenz glauben wollten. Dark Horse hat nun die Comic-Miniserie Stranger Things: Science Camp über Dustin und Suzies Zeit im Science Camp angekündigt.

Die Sommerferien vor den Ereignissen der 3. Staffel in Hawkins verbrachte Dustin ohne seine Freunde in einem Ferienlager für wissenschaftlich interessierte Teenager. Dort lernt er auch seine Freundin Suzie kennen und die beiden entwickelten ihre Vorliebe für Limahls Popsong. Dies soll aber nicht den Schwerpunkt der Comicreihe bilden.

Wie man bei einem Stranger-Thing-Comic schon vermuten kann, gibt es auch in dem Feriencamp eine unheimliche Bedrohung. In dem Wald, der das friedliche Sommerlager umgibt, treibt sich eine mysteriöse Gestalt herum, die finstere Absichten zu verfolgen scheint. Dieser muss sich Dustin nun ohne seine Hwakins-Freunde entgegenstellen.

Für die Geschichte in Stranger Things: Science Camp ist Jody Houser (Stranger Things: Into the Fire) verantwortlich. Die Zeichnungen stammen von Edgar Salazar (Stranger Things: SIX) Keith Champagne und Marissa Louise. Der US-Verlag Dark Horse Books plant die Veröffentlichung der Miniserie für den 30. September.

Retro-Kiste: Der schwarze Incal – Die Comicserie John Difool

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John Difool Der schwarze Incal

Wenn man an frankobelgische Comics denkt, kommen vielen sicher zuerst Asterix, Tim und Struppi, Die Schlümpfe, Lucky Luke oder Spirou und Fantasio in den Kopf. Aber auch jenseits der bekannten Funny-Klassiker gibt es viele französische und belgische Alben mit ernsteren, düsteren und fantastischen Ansätzen, welche sich an ein erwachsenes Publikum richten.

Zu nennen wären hier zum Beispiel Thorgal von Jean van Hamme und Grzegorz Rosiński, Jeremiah von Hermann oder Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit von Serge Le Tendre und Régis Loisel – und natürlich die beeindruckende Space Opera von Alejandro Jodorowsky und Moebius rund um den Detektiv John Difool und dem magischen Incal.

Der erste Band der Incal-Serie beginnt mit einem Sturz. John Difool fällt mehrere Etagen einer unterirdisch angelegten Metropole hinab. Sein Fall wird nicht mit dem Aufprall auf den Boden enden, denn die Zukunftsstadt wurde direkt über einem Säuresee errichtet. Natürlich wird John Difool in letzter Sekunde gerettet. Auf dem Revier erklärt der Privatdetektiv der Klasse R anschließend den Roboterpolizisten, dass er keine Ahnung habe, warum ihn die grün maskierten Gestalten in den Abgrund geworfen haben.

Der Leser erfährt allerdings kurz darauf, dass es um das Erinnerungsvermögen Difools besser gestellt ist, als gedacht, und er sich bei seiner Aussage nicht an die Wahrheit gehalten hat. In einem Rückblick sieht man, wie der Privatdetektiv den Auftrag einer reichen Klientin übernimmt, diesen aber anschließend gründlich vermasselt. Auf der Flucht vor einem Humanoiden mit Hundekopf trifft er auf einen roten Mutanten, der im Sterben liegt. Dieser vertraut Difool den geheimnisvollen Incal an.

"Ich bin Privatdetektiv der Klasse R und Gerechtigkeit ist nicht mein Problem."

Ab diesem Zeitpunkt machen mehrere Gruppen Jagd auf den Privatdetektiven und seine treue Betonmöve Dipo, die wegen dem Incal plötzlich munter vor sich hinplappert. Die Terroristen von Amok, die Wachen des Präsidenten, die roten Müllmutanten, die außerirdischen Berks und der berühmt berüchtigte Metabaron wollen ihm dem Incal abnehmen.

Wider allen Erwartungen können Difool und Dipo all ihren Verfolgern entkommen, nur um in Technotown in die Fänge des düsteren Technopapstes zu geraten. Dieser will mit Hilfe des Incals die Finsternis über das gesamte Universum heraufbeschwören. In der unterirdischen Stadt kommt es zum Aufstand und schließlich muss John Difool mit ehemaligen Feinden und neuen Verbündeten ins Erdinnere fliehen, wo sich die Macht des Incals erst richtig entfaltet.

Die ersten zwei Bände "Der schwarze Incal" und "Der Incal des Lichts" spielen auf dem Planeten Terra 21. Erst im dritten Band "In tiefsten Tiefen" entfaltet die Serie ihre wahre kosmische Größe. In der sechsteiligen Comicserie von Autor Alejandro Jodorowsky und Zeichner Moebius geht es nicht nur um einen Aufstand gegen einen tyrannischen Präsidenten in einer futuristischen Untergrundstadt, sondern um den kosmischen Kampf des Lichts gegen die ewige Finsternis.

Jodorowsky tischt dabei viele fantastische Ideen auf, welche sein Zeichner Moebius gekonnt in Szene setzt. Neben den erwähnten Roboterpolizisten, Hundemenschen, Müllmutanten und Aliens trifft man auf Psycho-Ratten, insektoide Techno-Monster, mutierte Weltraummedusen und die weise zweigeschlechtliche Imperiatricia, welche das menschlich besiedelte Universums beherrscht. Der Leser reist dabei von unterirdischen Kristallwäldern, zu Wasserplaneten, monströsen Kampfstationen und der fremdartigen Heimatwelt der Berks.

Der chilenischer Autor und Regisseur Alejandro Jodorowsky wurde neben seiner Arbeit an der Comicserie John Difool durch seinen Versuch, den Roman Der Wüstenplanet von Frank Herbert zu verfilmen, bekannt. Bei diesem Projekt lernte er auch den Comiczeichner Moebius kennen.

Moebius ist das Pseudonym des französischen Künstlers Jean Giraud, der unter seinem richtigen Namen unter anderen die Westernreihe Leutnant Blueberry zeichnete. Sein Pseudonym verwendete er bei all seinen Science-Fiction-Projekten. So erschienen unter dem Namen Moebius die Comics Arzach, Die hermetische Garage, Der Mann von der Ciguri, die Sternenwanderer-Reihe sowie die sechsbändige Saga um den Privatdetektiv John Difool. 1988 veröffentlichte der US-Verlag Marvel zudem ein von Moebius gezeichnetes Abenteuer des Silver Surfers.

Moebius beziehungsweise Jean Giraud arbeitete auch öfters an Filmprojekte wie Alien, Tron, Masters of the Universe, Willow oder Das fünfte Element mit. Seine erste Arbeit für die Filmindustrie war aber der nie verwirklichte Dune-Film von Jodorowsky.

Einige ihrer Ideen des gescheiterten Filmprojektes ließen sie in ihre gemeinsame Comicserie John Difool einfließen, welche zwischen 1981 und 1988 in Frankreich erschien. Dies merkt man den Comics auch an. Bei John Difool handelt sich nicht um Hard-Science-Fiction, sondern um eine barocke Space Opera mit esoterischen Fantasyelementen. Im Mittelpunkt steht der Kampf Gut gegen Böse – was nicht heißt, dass es in der Geschichte immer ernst zugehen muss. Man schaue sich nur John Difools Rückkehr zum Planeten der Berk im sechsten Band an.

"Und benehmt euch endlich wie echte Berk-Helden!"

Jodorowsky hat eine Vielzahl an lebendigen Figuren geschaffen. Neben den Titelhelden sticht hier vor allen der Metabaron heraus. Der einsame Krieger mit dem strengen Ehrenkodex erinnert stark an die Figur Duncan Idaho aus Herberts Roman Der Wüstenplanet. Aber auch kleinere Nebenrollen erhalten in den Comics ihren großen Auftritt. Während im fünften Band im Hintergrund der Kampf der Helden um die Kampfstation des Technopapstes tobt, spielt sich im Vordergrund die dramatische Rache des Kanzlers Graufeld am neuen Ratsführer Horlog ab.

Dies alles wird von Moebius gekonnt in Szene gesetzt. Er schafft es, fremdartige Unterwasserwelten genauso glaubhaft aufs Papier zu bringen wie futuristische Weltraumstationen. Der zeichnerische Höhepunkt der Comicserie befindet sich aber gleich zu Beginn: John Difools Sturz in die Selbstmord Allee der unterirdischen Stadt hinab. Auf einem ganzseitigen Bild sieht man die unterirdischen Häuserschluchten in ihrer opulenten Vielfalt.

Die Architektur stellt eine bunte Mischung aus antiken, barocken und modernen Elementen dar. Die Stadt wirkt, als hätte man das alte Forum Romanum, die Dresdner Altstadt und die Betonhochhäuser der Pariser Banlieues in einem Mixer geworfen und das Ergebnis dann unter der Erde verbuddelt.

Der gelungenen zeichnerisch Beginn der Serie, bedeutet aber nicht, dass die weiteren Bände sich nicht sehen lassen könnten. Moebius hat mit der John-Difool-Reihe Maßstäbe in der frankobelgischen Comicwelt gesetzt und seine Arbeit an Marvels Silver Surfer zeigt, dass sein Schaffen auch in den USA wahrgenommen wurde. Auch heute dient das Werk des 2012 verstorbenen Künstlers als Inspirationsquelle für eine neue Generation französischer Zeichner – man werfe zum Beispiel einem Blick in das Album Negalyod von Vincent Perriot.

"John Difool! Du musst den Incal fragen, wie es weiter gehen soll!"

Jodorowsky schrieb noch eine sechsbändige Vorgeschichte zum ursprünglichen Incal-Zyklus mit dem Titel Vor dem Incal, die aber nicht mehr von Moebius gezeichnet wurde, sondern von Zoran Janjetov. Auch die Comics Die Meta-Barone spielen im Incal-Universum. Erzählt werden diesmal die verschiedenen Leben der Vorfahren des namenlosen Meta-Barons. Auch hierbei arbeitete der chilenische Autor mit einem anderen Zeichner, in diesem Falle Juan Giménez, zusammen.

Erst knapp zwanzig Jahre nach dem Erscheinen der ursprüngliche John-Difool-Serie kam es zu einer erneuten Zusammenarbeit von Jodorowsky und Moebius. Die Geschichte in Nach dem Incal ist wieder in der unterirdischen Stadt auf Terra 21 angesiedelt. Die Reihe kam aber über einen ersten Band nicht heraus. Dennoch unternahm der Autor alleine weitere Versuche, die Abenteuer aus dem Incal-Universum fortzuführen.

Die folgenden John-Difool-Projekte von Jodorowsky hatten es schwer inhaltlich und zeichnerisch an die Originalserie aus den 80er-Jahren heranzukommen. Es braucht eigentlich auch keine Vorgeschichten, Fortsetzungen oder andere Erzählungen aus dem Incal-Universum. Die ersten sechs Bände "Der schwarze Incal", "Der Incal des Lichts", "In tiefsten Tiefen", "In höchsten Höhen", "In weiter Ferne" und "In nächster Nähe" bilden eine dynamische Einheit, welche Jodorowsky und Moebius mit einem gelungenen und runden Ende versehen haben.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Splitter Verlag/Les Humanoïdes Associés/Moebius/Alejandro Jodorowsky

Alien: The Original Screenplay: Comic nach dem Originaldrehbuch von Dan O’Bannon

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Alien: The Original Screenplay

Der US-Comicverlag Dark Horse brachte 2018 eine Miniserie  zu Alien 3 heraus. Diese orientierte sich aber nicht an dem Kinofilm von David Fincher, sondern an dem ersten Drehbuchentwurf des Schriftstellers William Gibson (Neuromancer). Nun veröffentlicht der Verlag mit Alien: The Original Screenplay eine neue Alien-Comic-Serie, welche auf einem frühen Skript zum aller ersten Teil der Science-Fiction-Reihe basiert.

Dan O'Bannon verfasste seinen ersten Entwurf zu Alien 1979, das endgültige Drehbuch schrieb er dann zusammen mit seinem Kollegen Ronald Shusett. Auch die Produzenten Walter Hill und David Giler nahmen noch einmal Einfluss auf das fertige Skript.

Der 2009 verstorbene O'Bannon arbeitete fast ausschließlich an Science-Fiction- und Horrorproduktionen. So stammen die Drehbücher zu Lifeforce – Die tödliche Bedrohung, Die totale Erinnerung – Total Recall oder Alien vs. Predator  von ihm. Außerdem trat er 1974 in John Carpenters Dark Star auf, für den er auch am Drehbuch und den Spezialeffekten mitwirkte.

Alien: The Original Screenplay wird von den Comiczeichnern Cristiano Seixas und Guilherme Balbi umgesetzt. Die Nostromo heißt dort noch Snark, Ellen Ripley war in O'Bannons Entwurf noch ein Mann und der Androide Ash wurde auch erst von Hill und Giler hinzugefügt. Wie sich der Alien-Comic von dem Film weiter unterscheidet, wird man am 22. April sehen können.

Gratis Comic Tag: Auf diese Titel kann man sich 2020 freuen

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Gratis Comic Tag 2020

Am 9. Mai verteilen die teilnehmende Händler und Verlage am Gratis Comic Tag wieder ausgewählte kostenlose Hefte. In Deutschland findet die Aktion dieses Jahr zum zehnten Mal statt. Die diesjährige Titelauswahl wurde jetzt veröffentlicht.

Bekannte Superhelden wie Spider-Man oder die Justice League dürfen natürlich nicht fehlen. Aber auch die Austrian Super Heroes, Tracht Man oder Zombieman sind mit von der Partie. Ach ja, der Fußballer Cristiano Ronaldo tritt zusammen mit der Striker Force 7 nun auch gegen das Böse an.

Und auch von Robert Kirkman (The Walking Dead) gibt es dieses Jahr einen Superhelden Comic – allerdings nicht den oben erwähnten Zombieman – sondern Invincible. Außerdem zeigt der Dantes Verlag, dass die Teenage Mutant Ninja Turtles ihr Ursprung in der US-Undergroundcomicszene der 80er Jahre hatten.

Bei so vielen Superhelden tut es vielleicht ganz gut, dass man auf ein Heft aus Jeff Lemires Black-Hammer-Universum verzichtet hat. Stattdessen gibt es das erste Heft seiner Miniserie Berserker Unbound, in der ein Fantasybabarenkrieger in unser Welt strandet.

Es gibt noch viel mehr interessante Titel wie die Comicversion von Roald Dahls Kinderbuchklassiker Hexen Hexen, den Manga Beastars von Paru Itagaki oder Allan Moores Projekt Cinema Purgatorio. Alle Comics sind hier zufinden.

Insgesamt gibt es 34 unterschiedliche Gratishefte von 20 teilnehmenden Verlagen. Man sollte aber nicht erwarten, bei seinem Händler alle Titel zu bekommen. Aus Fairnessgründen ist die Abgabemenge meist auf wenige Comics pro Person beschränkt.

Spider-Man: Trailer zum Comic von J.J. Abrams

Bereits im Juni hat Marvel bekannt gegeben, dass der Regisseur J.J. Abrams und sein Sohn Henry zusammen eine Spider-Man-Comicserie schreiben werden. In einem Trailer kann man sich nun ein erstes Bild von der Geschichte machen.

Während es für Henry Abrams der erste Schritt als Autor sein dürfte, ist sein Vater J.J. Abrams durch die Serien Alias und Lost sowie zuletzt durch seine Regiearbeiten für Star Trek und Star Wars bereits einem breiten Publikum bekannt. Aber auch für ihn ist es das erste Mal, dass er das Medium wechselt und einen Comic schreibt.

Unterstützt werden die beiden von der Zeichnerin Sara Pichelli, die seit 2008 für Marvel an unterschiedlichen X-Men- und Avengers-Titeln arbeitete. Auch Spider-Man ist für Pichelli kein Unbekannter. Der endgültige Durchbruch gelang ihr, als sie 2011 zusammen mit dem Autor Brian Michael Bendis den ersten Auftritt von Miles Morales als Spider-Man zeichnete. Für die Kolorierung ist Dave Stewart (Hellboy) verantwortlich.

Im Mittelpunkt des neuen Spider-Man-Abenteuers steht wieder Peter Parker. Die fünfteilige Miniserie soll den neuen Superschurken Cadaverous ins Spider-Man-Universum einführen. Dieser soll noch fieser und Furcht einflößender sein als bekannte Gegner wie der Green Goblin, Carnage oder Venom. In den USA erscheint die Mini-Serie bereits diesen September.

SPIDER-MAN #1 by J.J. Abrams, Henry Abrams, Sara Pichelli | Trailer

Gratis Comic Tag 2019: Conan, Hilda und Lazarus für umsonst

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Gratis Comic Tag

Anlässlich des Gratis Comic Tags bieten die 18 teilnehmenden Verlage am 11. Mai wieder Comichefte für umsonst an. Die Bandbreite reich dabei von Leseproben über Kurzgeschichten bis zu kompletten Alben. Die Liste der teilnehmenden Händler ist hier zu finden. Man sollte aber nicht erwarten, dort alle gratis Titel zu bekommen, da die Abgabemenge meist auf wenige Comics pro Person beschränkt ist.

US-Autor Greg Rucka bietet mit seiner Serie Lazarus beim Gratis Comic Tag einen Blick in eine dystopische Science-Fiction-Welt. Natürlich dürfen auch Superhelden wie Spider-Man oder Batman nicht fehlen. Die üblichen Verdächtigen bekommen diesmal von deutschen und österreichischen Helden wie Trachten Man, Captain Berlin und den Austrian Superheroes Gesellschaft.

Dass man in Europa amerikanische Stoffe auch ohne Ironie umsetzen kann, zeigt die französische Adaption von Robert E. Howards Conan. Eine weitere französische Fantasywelt kann man in Das goldene Zeitalter von Roxanne Moreil und Cyril Pedrosa entdecken.

Selbst bei den Kindercomics sind mit Hilda und die Vogelparade und Creepy Past, der neuen Serie des Monster-Allergy-Teams, fantastische Titel zu finden. Das Album Es war einmal ... der Mensch, dürfte für einige erwachsende Comicfans eine Reise in die eigene TV-Vergangenheit sein.

Außer Jugendtiteln wie Voltron und Dragon Ball SD gibt es auch bei den Manga-Titeln die Fantasywerke Ragna Crimson, Black Torch oder Kamo: Pakt mit der Geisterwelt zu entdecken – und in Cells at Work können die Leser gemeinsam mit dem roten Blutkörperchen AE3803 Abenteuer im menschlichen Körper erleben.

Alle Comics im Überblick sind hier zu finden.

Black Hammer: Dark Horse kündigt Crossover mit der Justice League an

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Black Hammer

Verlagsübergreifende Crossover sind in den Comics keine Seltenheit. So arbeitete Batman schon mit Spawn, Hellboy oder den Teenage Mutant Ninja Turtles zusammen. Demnächst soll der dunkle Ritter zusammen mit seinen Justice-League-Kollegen der Farm von Golden Gail, Abraham Slam, Colonel Weird, Barbalien und Madame Dragonfly einen Besuch abstatten. Diese dort gestrandeten Superhelden Helden stammen aus der Black-Hammer-Serie von Autor Jeff-Lemire (Sweet Tooth, Descender) und Zeichner Dean Ormston (Northlanders).

Black Hammer erschien 2015 bei Dark Horse Comics und wurde seitdem schon zweimal mit einem Eisner Award ausgezeichnet. Nach einem schicksalhaften Gefecht gegen ihren Erzfeind finden sich die einstigen Beschützer von Spiral City in einem gottverlassenen Kaff mitten im Nirgendwo wieder. Schnell müssen die Superhelden erkennen, dass es aus der Kleinstadt für sie kein Entkommen gibt.

Neben den regulären Bänden der Reihe gibt es bereits mehrere Spin-Offs und demnächst auch ein Crossover mit dem Titel Black Hammer/Justice League: Hammer of Justice. Verantwortlich für das Zusammentreffen der unterschiedlichen Helden ist ein mysteriöser Mann der gleichzeitig auf der Black-Hammer-Farm und in Metropolis auftaucht. So gelangen schließlich Batman, Green Lantern, The Flash, Wonder Woman und Superman auf die abgelegene Farm.

An dem Crossover arbeitet Lemire zusammen mit dem Zeichner Michael Walsh (Spider-Man). Außerdem soll es Cover von Andrea Sorrentino (Gideon Falls), Dave Stewart (Hellboy), Yanick Paquette (Swamp Thing) und Yuko Shimizu geben.

Das Erste von insgesamt fünf Hammer-of-Justice-Heften erscheint am 10. Juli bei Dark Horse.

Marvel Neustart: Gratis-Comic zum Marvel-Tag 2019

Schon vor dem Gratis Comic Tag im Mai können Superheldenfans ein Heft für umsonst bekommen. Am Samstag den 26. Januar veranstaltet der Panini Verlag in Deutschland seinen Marvel-Tag und verteilt bei allen teilnehmenden Händlern ein Comicheft gratis. Im Mittelpunkt dabei steht diesmal der Marvel Neustart.

Generell haben Superheldengeschichten, die über Jahre und Jahrzehnte laufen, ein Problem - die Hauptfiguren altern und sterben nicht. Das ist zum einen gut, da sich viele Generationen an ihren Geschichten erfreuen können. Es führt aber auch dazu, dass die Handlungen von Traditionen, lieb gewonnen Figuren und Geschichten überfüllt sind und sich so nichts wirklich Neues erzählen lässt.

Um neuen Lesern den Einstieg zu erleichtern, hat Marvel in den letzten Jahren den Autoren viel Raum für frische Ideen eingeräumt. So wurde Thors Hammer von einer Frau geschwungen, Miles Morales hatte als alternativer Spider-Man sein Auftritt und statt Bruce Banner verwandelte sich zuletzt Amadeus Cho in den unglaublichen Hulk.

Nun sollen die klassischen Helden in leicht modernisierter Form zu ihren Ursprüngen zurückkehren. Aber auch die neuen Figuren sollen mit dem Neubeginn nicht spurlos aus dem Comicuniversum verschwinden.

Zum Marvel-Tag können die Fans die neu erscheinenden Serien mit Variantcovern erstehen. Dazu gibt es die streng limitierte Marvel-Neustart-Metallbox sowie ein speziell für den Tag aufgelegten Marvel-Gratis-Comic.

Eine Liste der teilnehmenden Händler finde man hier.

Gratis Comic Tag 2019: Titelauswahl bekannt

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Gratis Comic Tag

Am 11. Mai ist es wieder so weit: Teilnehmende Händler und Verlage verteilen am Gratis Comic Tags 2019 kostenlose Comichefte. In den USA gibt es den Free Comic Book Day bereits seit 17 Jahren. In Deutschland gab es erstmals 2010 gratis Comics für die Leser. Die diesjährige Titelauswahl wurde jetzt bekannt gegeben.

Auffallend beim Blick auf die Gratis Comics 2019 sind die vielen kleine Verlage, die mit einem oder gleich mehreren Titeln mitmachen. So bringt Kult Comics ein Doppelheft mit den Abenteuern des Kobolds Gabelfuß und dem Superhelden Kamäleon. Weitere schräge Superhelden gibt es von Plem Plem Productions (Trachten Man), Weissblech (Captain Berlin) und in Form der Austrian Superheores.

Die Kleinverlage Schreiber und Leser sowie Reprodukt sind mit gleich zwei Heften dabei. Wobei Letztere mit Hilda und die Vogelparade seit der Netflix-Serie einen bekannten Titel zur Auswahl bietet. Auch der Dantes Verlag hat mit dem Autor Warren Ellis einen großen Namen am Start.

Die großen bekannten Namen dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen: So bietet Panini je ein abgeschlossenes Spider-Man- und Batman-Abenteuer an. Donald Duck ist beim Gratis Comic Tag schon Stammgast ebenso wie Lucky Luke, der aber in den Hommage-Album Jolly Jumper antwortet nicht kaum wieder zuerkennen ist.

Außerdem gibt es noch verschiedenen Manga-Titel sowie extra Comics für Kinder. Alle Comics im Überblick sind hier zu finden.

Die Liste der teilnehmenden Händler wird Ende Februar bekannt gegeben. Man sollte aber nicht erwarten, dort alle gratis Titel zu bekommen. Aus Fairnessgründen ist die Abgabemenge meist auf wenige Comics pro Person beschränkt.

Retro-Kiste: Wer glaubt denn schon an Drachen? – Die Comicserie Bone

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Bone

Auf den ersten Blick scheinen die drei Bones nicht so recht in eine Fantasysaga voller Monster, Verschwörungen und mutiger Helden zu passen. Zu niedlich wirken die Figuren aus der Feder von Jeff Smith für ein großes episches Abenteuer.

Dennoch gehört die Serie Bone zu den großen Werken innerhalb des Genres ohne auf typische Vertreter der High Fantasy wie Zwerge oder Elfen, zurückzugreifen – nur Drachen bekommen ihren Auftritt, aber wer glaubt denn schon an Drachen?

Die Vettern Fone Bone, Smiley und Phoney haben sich in einer Wüste verirrt. Die drei weißen Wesen, deren Kopfform entfernt an Knochen erinnert, wurde aus Boneville verjagt. Es gibt verschiedene Versionen, warum sie ihrer Heimatstadt verlassen mussten, bei denen verdorbener Pflaumenkuchen, Giftmüll oder ein riesiger Werbeballon eine Rolle spielen. Klar ist nur, dass einer der raffgierigen Pläne von Phoney aufgeflogen ist.

Durch einen Heuschreckenschwarm werden die drei Bones getrennt. Auf der Flucht vor den Insekten gelangt Fone Bone in ein idyllisches Tal. Dort jagen ihn zwei Rattenmonster, denen er nur durch das Eingreifen eines geheimnisvollen roten Drachen entkommt.

Durch den Ratschlag der Wanze Ted trifft Bone auf Thorn, die mit ihrer Großmutter in einer abgelegenen Hütte im Wald lebt. Leider können die beiden Fone Bone und seinen Vettern auch nicht den Weg zurück nach Boneville weisen.

Die Hütte wird nachts von weiteren Rattenmonstern angegriffen, welche hinter den Bones her sind. In letzter Sekunde rettet sie wieder der rote Drache – den außer Bone auch Großmutter Buster zu kennen scheint. Aber ihre unheimlichen Feinde planen bereits ihren nächsten Angriff und Thorn plagen zudem seltsame Albträume, in denen der mysteriöse Herr der Heuschrecken zu ihr spricht.

„Wir gehören nicht hierher ... ich meine, sieh dir mal diese Leute an: Die glauben an Träume."
Fone Bone, Kapitel 38

Was zunächst als eine heitere Geschichte beginnt, wächst im Laufe der Handlung zu einem klassisch anmutenden Fantasyepos heran. Thorn und die Bones erfahren mehr über die Vergangenheit von Großmutter Buster und dem roten Drachen, müssen sich neuen Feinden, wie den undurchsichtigen Berglöwen Rock Ra, stellen und zuletzt in der alten Hauptstadt Atheia gegen innere und äußere Feinde kämpfen.

Bone fängt scheinbar mit einzelnen Cartoon-Episoden an. So funktionieren die ersten Begegnungen von Fone Bone mit dem roten Drachen, den Rattenmonster oder den Tieren im Wald als lustige kleine Einzelgeschichten, die nicht zwingend auf eine große Erzählung hinaus laufen müssten. Dabei arbeitet Smith stark mit Bildwitzen, wie zum Beispiel beim plötzlichen einsetzenden Wintereinbruch, als keine einzelnen Flocken vom Himmel rieseln, sondern gleich die geschlossene Schneedecke von oben herab fällt.

Nachdem sich die Vettern in Bumper Hill wieder getroffen haben, stehen zunächst noch Phoneys Pläne und das traditionelle Kuhrennen im Vordergrund, aber die vielen kleinen Andeutungen vom Anfang verdichten sich immer mehr zu einer Fantasysaga mit dunklen Bedrohungen und fiesen Monstern. Die lustigen Comic-Elemente verschwinden nie komplett aus der Serie. So ziehen sich die beiden dämlichen Rattenmonster, welche sich nie entscheiden können, ob sie aus ihren Opfern Gulasch oder Auflauf machen sollen, als Running Gag bis zum Schluss durch die Handlung.

„Sieh ihn dir an, er gäbe doch wirklich ein leckeres Gulasch ab!" „Und das kommt noch hinzu: Ich hab die Nase voll von Gulasch! ... Ich will ihn für einen Auflauf verwenden." „Für einen Auflauf! Das ist doch keine Ernährung für Ungeheuer!"
Die beiden dämlichen Rattenmonster, Kapitel 1

Fone Bone, Smiley und Phoney lassen den Betrachter nicht nur durch ihren niedlichen Zeichenstil an typische Disney-Figuren denken. Phoney erinnert mit seiner Goldgier und seinen skrupellosen Geschäftsidee stark an Onkel Dagobert.

Smiley hingegen ähnelt durch seine Größe und seine vordergründige Einfachheit Goofy. Aber die Figur ist auch das Herz der drei Vettern – mehr als einmal ist es scheinbar der so simple Smiley, der in den entscheidenden Momenten Fone Bone und Phoney Mut zu spricht und ihnen den Weg zu den richtigen Entscheidungen weist.

Fone Bone ist die klassische Heldenfigur, der sich aus Liebe zu Thorn ins Abenteuer stürzt. Dabei ist er nicht der große übermächtige Krieger, sondern eher ein Hobbit, der ins Abenteuer hinein stolpert und daran wächst.

Ihre Heimat Boneville scheint im Gegensatz zum Tal ein moderner Ort zu sein. So berichtet Fone Bone in seinen Erklärungen, warum man seinen Vetter Phoney fortgejagt hat, von Atomkraftwerken oder Giftmülldeponien. Allerdings wundern sich die Bones auch nie darüber, dass sie in einer mittelalterlichen Welt gestrandet sind.

Smiths Fantasywelt ist trotz all der dunklen Wesen ein recht idyllischer Ort. Der Beginn, als Fone Bone den Winter bei den Tieren im Wald verbringt, erinnert entfernt an den Hundert-Morgen-Wald in Pooh der Bär, nur mit üblen Rattenmonstern als Bedrohung im Hintergrund.

In seiner Serie verzichtet Smith auf übermäßige Gewaltdarstellungen, um ein realistisches Pseudomittelalter zu zeigen – auch wenn durchaus Blut fließt, Figuren der Arm abgeschlagen wird und nicht alle Helden bis zum Ende überleben. Neben dem europäischen Mittelalter stand auch der amerikanischen Siedlermythos Pate für das Tal und seine Bewohner. Dieses wird noch durch Auswahl der auftretenden Tiere (Oppusum und Puma) unterstützt.

„Was soll das heißen? Du glaubst an Rattenmonster, warum dann nicht an Drachen?"
Fone Bone, Kapitel 3

Jeff Smith ist nicht nur der Autor, sondern auch der Zeichner von Bone. Er versteht es sehr gut, mit wenigen Strichen Slapstickszenen sowie auch komplette Naturlandschaft darzustellen. Diese entwickeln auch oder gerade in der schwarz/weiß-Ausgabe eine komplette Fantasywelt im Kopf des Lesers zum Leben. Kritisch anmerken kann man, dass manchmal die Proportionen von einigen Figuren nicht zu stimmen scheinen, was aber insgesamt gesehen wenig stört.

Die Comicreihe startete im Jahr 1991 und fand 13 Jahre später ihr Ende. Smith veröffentlichte die Abenteuer der Bones in 55 einzelnen Heften im Eigenverlag sowie zwischenzeitlich bei Image Comics. 2004 veröffentlichte der amerikanischen Verlag Scholastic Press eine farbige Ausgabe der Serie. Auf Deutsch erschien Bone zunächst schwarz/weiß in 20 Bänden bei Carlsen. Eine kolorierte Ausgabe gibt es zurzeit bei Popcom Comics.

Neben der abgeschlossen Handlung rund um die Abenteuer von Fone Bone und Thorn gibt es noch zwei Sonderbände, welche die Abenteuer von Big Johnson Bone, dem Gründer von Boneville, sowie der Jugendzeit von Großmutter Buster erzählen. Außer Bone hat Smith noch die Steinzeitsaga Tuki und die Geschichte über Rasl, der in Paralleldimensionen auf Diebestour geht, geschrieben. Zudem arbeitete er für DC an Shazam!: The Monster Society of Evil mit.

Seit längerem ist eine Verfilmung von Bone geplant. Im November 2016 wurde bekannt, dass Mark Osborne (Kung Fu Panda) die Regie übernehmen soll. Bei der Adaption soll es sich voraussichtlich um einen Animationsfilm handeln, der in drei Teilen in die Kinos kommen soll.

Mit Bone hat Jeff Smith die Fantasy nicht neu erfunden. Durch die Mischung aus Cartoon und klassischem Epos auf der einen und einer Welt zwischen Moderne, Mittelalter und amerikanischen Siedlermythos auf der anderen, hat er dem Genre aber seinen eigenen Stempel aufgedrückt.

Das Comic zieht dem Leser sofort durch die liebevollen Figuren in seinen Bann. Auch nach mehrmaligem Lesen der kompletten Serie schlägt man den letzten Comicband ein wenig wehmütig zu, da man sich von all den lieb gewonnen Helden und Rattenmonstern verabschieden muss.

„Liest du uns aus Moby Dick vor? Ich will den Kleinen beibringen, wie man nach dem Essen ein Nickerchen macht." „He! Das ist Literatur und kein Schlafmittel!" „Du willst darüber diskutieren? Noch besser!"
Smiley und Fone Bone, Kapitel 28

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Jeff Smith/Cartoon Books/Scholastic Press

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