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DC-Comic-Kritik zu Nightwing 3 - 5

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Nightwing

Nachdem im Rahmen dieser Reihe zunächst die ersten und später die zweiten Bände (diese sogar im Doppelpack) ausgewählter Reihen aus dem DC-Rebirth-Kosmos im Fokus gestanden haben, folgen nun Dreierpacks, bestehend aus den Nummern 3, 4 und 5 der einzelnen Serien. Spätestens nach der Lektüre dieser Beiträge sollte man dann eigentlich einschätzen können, welche Helden man auch weiterhin lesend begleiten möchte, und welche eher nicht.

Nightwing muss sterben

Mit dem fünften Paperback, der ebenfalls in diesem Artikel besprochen wird, endet Tim Seeleys Nightwing-Run, das wahre Finale wird aber in Nightwing muss sterben erzählt. Der die Einzelheftausgaben 15 bis 20 beinhaltende Band profitiert nicht nur von starken Zutaten, sondern auch von einem tollen Rezept. Und da der Autor eben auch eine Menge von seinem Handwerk versteht, sollte es niemanden überraschen, dass das von ihm zubereitete Gericht auch hervorragend mundet.

Was man mit jeder Seite ein Stück mehr merkt, ist, dass Seeley seinen Protagonisten mittlerweile sehr gut kennt, was nicht verwunderlich ist. Schließlich beschäftigt sich der US-Amerikaner schon lange mit dem einstigen Zirkusartisten. Gemeinsam mit dem aktuellen Batman-Autor Tom King, dessen Reihe ähnlich viel positive Resonanz erfahren hat wie etwa die von Scott Snyder, arbeitete er an der Solo-Serie Grayson. Diese stellt – wie der Titel schon vermuten lässt – Richard “Dick“ Grayson in den Mittelpunkt des Geschehens, der damals als Agent 37 für die Geimorganisation Spyral als Spion arbeitete.  

Obwohl sich all das eigentlich in der The-New-52-Ära abspielte, werden trotzdem gekonnt Versatzstücke aus dieser Zeit in die Handlung integriert, sodass es so wirkt, als wäre von langer Hand geplant gewesen, Nightwings neue Abenteuer unmittelbar mit seiner Undercover-Phase zu verbinden. Dass es zudem sogar zu einem Comeback des dynamischen Duos 2.0 kommt, dürfte besonders langjährige Fans freuen: Als Bruce Wayne einst temporär "verhindert" war, wurde Dick der Dunkle Ritter in Vertretung und sein kleiner, nicht gerade unkomplizierter Quasi-Bruder Damian unterstützte ihn als Robin.

Die Chemie zwischen den beiden Wunderknaben wird wunderbar von Tim Seeley eingefangen. Hervorhebenswert sind vor allem die Momente, in denen sich der leibliche Sohn des Caped Crusaders eingesteht, dass die ganze Protzerei, seine Sprüche und das ständige Sticheln eigentlich nur dazu dienen, um davon abzulenken, wie wichtig ihm der Mensch hinter der blauen Maske eigentlich ist. Zwischen diesen Augenblicken geht es allerdings darum, Dicks neue Freundin Shawn, die ehemalige Schurkin Defacer, zu retten. So actionreich diese Geschichte auch ist, so rasant und packend, am meisten punktet sie mit den Darstellungen der Beziehungen von Dick zu zwei seiner wichtigsten Bezugspersonen.

Vor allem weil sie bestens zu der Ausgangsidee passen, auf der Seeleys restliche Einfälle ganz offensichtlich aufbauen: Besser als Batman! In gewisser Hinsicht trifft diese Aussage auch tatsächlich so zu, denn Dick Grayson will ein Held der Hoffnung sein. Er hat ebenfalls mit ansehen müssen, wie seine Eltern ermordet wurden, und ist damit doch völlig anders umgegangen als Bruce – unter anderem sicher, weil er im Vergleich zu dem Multimillionär jemanden hatte, der dasselbe durchgemacht hat wie er. Spätestens seit der ehemalige “Flying Grayson“ endgültig auf eigenen Beinen steht und als Nightwing nicht nur Kopf der Titans ist, sondern auch unabhängig von Batman das Verbrechen bekämpft, zeigt sich immer mehr, was die beiden unterscheidet. Ihn mit Beginn dieses Runs umziehen und Blüdhaven so zu seiner Stadt, quasi seinem Revier, werden zu lassen, passt da perfekt ins Bild. Das in die Tat umgesetzte Gedankenexperiment lautet also: Wie wäre es, wenn Batman zwar existieren, aber anders agieren würde?

Dick Grayson ist gewillt, das Gute in Menschen zu sehen und im Gegensatz zu Bruce Wayne viel eher bereit dazu, jemandem zu vertrauen oder echte Nähe zuzulassen. Dies ist sicherlich eine Qualität, die ihm auf den ersten Blick in Ansätzen das Leben erleichtert, es ihm auf den zweiten allerdings auch erschwert. Denn gerade weil er so ist, kann er viel leichter Personen, die ihm nahestehen, verletzen oder von ihnen verletzt werden. Sicher, auch der Dunkle Ritter hat seine Prinzipien, der moralische Kompass seines früheren Sidekicks ist jedoch wesentlich ausgeprägter. Dies macht ihn vielleicht zu einem besseren Menschen, zu einem glücklicheren aber nicht – und zu einem besseren Helden ebenfalls nicht.

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Blockbuster

Und ebendiese These soll nun gefühlt von Panel zu Panel etwas mehr mit Argumenten unterfüttert werden. Während in Nightwing muss sterben zumindest im Privaten eine Menge so zu laufen schien, wie es sich Dick schon lange erträumt hatte, wird er in Blockbuster direkt wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Seine Freundin Shawn blickt auf viele Dinge zurück, die sie bereut und will sich daher ernsthaft ändern. Sie gehört zu den Run-Offs, einer Gruppe von Ex-Gesetzesbrechern – einige mit besonderen Fähigkeiten –, die dem Verbrechen abgeschworen hat. Die Geläuterten treffen sich regelmäßig in an Treffen der Anonymen Alkoholiker erinnernde Sitzungen. Und die einstige Defacer ist sogar noch einen Schritt weitergegangen: Sie arbeitet im Gemeindezentrum und will alles dafür tun, um so vielen Jugendlichen wie möglich Alternativen zu dem Weg aufzuzeigen, den sie und ihre Freunde damals eingeschlagen haben.

Deshalb ist es auch vollkommen nachvollziehbar, dass ihr Freund endlich in dieser, in der “echten“ Welt ankommen soll. Er mag noch genug Geld aus seiner Spyral-Zeit haben, um das Geld geht es Shan Tsang allerdings gar nicht. Diese Beziehung soll ebenfalls etwas Echtes sein, nicht nur ein gelebter Traum ohne Verankerung in der Realität, und das bedeutet eben auch, dass eine Perspektive jenseits der nächsten nächtlichen Operation erkennbar sein muss. Es ist zweifellos nicht so, dass ein Teil von Bruce Waynes Ziehsohn nicht ebenfalls den Wunsch hegen würde, irgendwann irgendwo richtig anzukommen. Tatsächlich tut er sich jedoch schwer damit, den Beginn dieser lebensverändernden Phase zu terminieren und rechtfertigt seine Unfähigkeit, sich diesbezüglich festzulegen, vor sich und seiner Partnerin stets mit dem nächsten Fall, der vollen Einsatz erfordert.

Mark Desmond war der erste Blockbuster, eine Art Mischung aus Bane und Hulk, eine Kreatur, die nach Einnahme eines Serums plötzlich enorm an Muskel- und Körpermasse zulegt – auf Kosten des eigenen Intellekts. Später betrat dessen Bruder die Bühne und wurde zum zweiten Blockbuster, einem der Erzfeinde von Nightwing schlechthin. Roland Desmond war aber um ein Vielfaches gefährlicher, weil er eine Möglichkeit gefunden hatte, wie er trotz Transformation bei klarem Verstand bleiben konnte. Dieser Bösewicht taucht nun erstmals im Rebirth-Kosmos auf, und zwar als interessanterweise durchaus ambivalente Figur, die offenkundig ihre eigenen Zwecke verfolgt, allerdings auch Grenzen kennt und den neuen Beschützer von Blüdhaven zeitweise sogar (etwa im Kampf gegen Tiger Shark) unterstützt.

All das genügt eigentlich schon, damit Dick sich weiter einreden kann, es könne und müsse irgendwie so weitergehen, doch das geht eben nicht. Spätestens nachdem auch noch seine frühere Flamme Helena Bertinelli alias Huntress auftaucht und Shawn in alte Gewohnheiten verfällt, wird sein Leben bedeutend komplizierter.

Nightwing

Raptors Rache

Man könnte meinen, alles sei angerichtet für ein fantastisches Finale, einen echten Showdown. Nightwings ehemaliger Mentor, den er schon aus Kindheitstagen kennt und der in dessen Mutter Mary verliebt war, ist nämlich wieder auf freiem Fuß und sinnt auf Rache. Nur: Es fehlt die Fallhöhe, es fehlt an einer “Alles oder nichts“-Atmosphäre.

Als Raptor im ersten Trade eingeführt wurde, spielte ihr Schöpfer Tim Seeley noch auf sehr gelungene Weise mit dem fehlenden Hintergrundwissen des Lesers. Schließlich blickt ein neugeschaffener Charakter logischerweise auf keine jahrzehntelange in Comics dokumentierte Vergangenheit zurück. Dies macht ihn spannend und mysteriös. Jetzt hingegen liegen die Karten einfach zu deutlich auf dem Tisch: Dass jemand, der es sich eigentlich auf die Fahnen geschrieben hatte, für den kleinen Mann einstehen und gegen die Oberschicht vorgehen zu wollen, so leicht all seine Ideale über Bord wirft, nur um sich zu rächen, überzeugt einfach nicht. 

Lustigerweise wird exakt dieser Punkt in einer Sprechblase von dem Mann in Blau und Schwarz ausformuliert, doch eine adäquate Antwort seitens Raptor bleibt aus. Deswegen gerät das letzte Gefecht zwischen den beiden Kontrahenten auch weit weniger spektakulär, als es zweifelsohne möglich gewesen wäre. Da jedoch immerhin Dick Graysons innerer Zerrissenheit weiterhin viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, leidet die Qualität der Geschichte insgesamt nicht zu extrem.

Was außerdem einmal mehr positiv ins Gewicht fällt, ist der Look. Wenn sich wie im Falle dieser Serie bis dato durchgängig dieselben Zeichner abwechseln sowie gelegentlich sogar zusammenarbeiten, stellt sich irgendwann eine Art Vertrautheit beim Leser ein, die dazu führt, dass er noch tiefer in das Erzählte eintauchen kann. Die Stile von Javier Fernández, Minkyu Jung und Miguel Mendonça, die fast alle Kapitel von Seeleys Saga bebildert haben, ergänzen sich zudem schlicht sehr gut, weil sie allesamt sehr filigran sind, wodurch wunderbar unterschiedliche Gesichtsausdrücke eingefangen und Gemütsverfassungen zum Ausdruck gebracht werden können.

Fazit

Tim Seeleys Run hat unglaublich stark begonnen, kann dieses Niveau dann aber nicht ganz bis zum Ende halten. Lesenswert sind die von ihm erdachten Geschichten allerdings dennoch ohne jede Frage. Vor allem weil er sich an eine partielle Neuinterpretation eines der beliebtesten Mitglieder der Bat-Familie herantraut und ihn so sehr aus dem Schatten Batmans heraustreten hat lassen wie wenig Autoren vor ihm.

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DC-Comic-Kritik zu Deathstroke 3 - 5

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Deathstroke

Nachdem im Rahmen dieser Reihe zunächst die ersten und später die zweiten Bände (diese sogar im Doppelpack) ausgewählter Reihen aus dem DC-Rebirth-Kosmos im Fokus gestanden haben, folgen nun Dreierpacks, bestehend aus den Nummern 3, 4 und 5 der einzelnen Serien. Spätestens nach der Lektüre dieser Beiträge sollte man dann eigentlich einschätzen können, welche Helden man auch weiterhin lesend begleiten möchte, und welche eher nicht.

Kriegsverbrecher

Christopher Priest macht einfach weiter - ohne Rücksicht auf Verluste. Also, zumindest ohne Rücksicht auf all jene zu nehmen, die das Deathstroke-Universum auch nach der Lektüre der ersten beiden Paperbacks noch nicht so richtig überblicken beziehungsweise sich noch nicht so recht an die vielen inhaltlichen und zeitlichen Sprünge des Autors gewöhnt haben.

Slade Wilson wurde verhaftet, aber dennoch ist in Chicago ein Auftragskiller unterwegs, der seinen Anzug trägt und eine blutige Spur hinterlässt. Man sieht mit einem Male, wie Deathstroke von Red Lion befreit wird, der - wie könnte es auch anders sein - natürlich nicht einfach aus Nächstenliebe handelt, sondern seine ganz eigenen Ziele verfolgt - und zu denen passt eben ein gefährlicher Kopfgeldjäger in Freiheit.

Zu allem Überfluss mischen auch noch der Creeper und der in Tim Seeleys Nigtwing-Run eine wichtige Rolle spielende Raptor mit. Es gäbe also ausreichend Gründe, um ständig vor- oder zurückzublättern respektive die vorherigen Bände noch einmal aus dem Regal zu holen. Tatsächlich ist dieser Trade aber derjenige, der die letzten Fakten liefert, um das große Ganze zumindest einigermaßen überblicken zu können.

Denn spätestens jetzt wird offenkundig, dass der sich meist so kühl und gefühllos gebende Protagonist schlicht nicht dazu in der Lage ist, über das, was ihn bewegt, zu sprechen. Insbesondere den wenigen Menschen, die ihm wirklich wichtig sind, in erster Linie seinen Kindern, zeigt er auf eine für die Allgemeinheit nur schwer nachvollziehbare Weise, wie viel sie ihm bedeuten. Es ist deshalb nur logisch, dass Joseph und Rose nicht einmal im Ansatz erahnen können, wie ihr Vater tatsächlich zu ihnen steht.

Ehrlicherweise beschäftigen die beiden jedoch auch ganz andere Dinge: Slades Sohn steht kurz vor seiner Hochzeit, doch Braut wie Bräutigam in spe sind ganz offensichtlich nicht vollkommen ehrlich miteinander. Und seine Tochter will mehr über ihre Familie mütterlicherseits erfahren, was eine nicht gerade kurze Reise zur Folge hat. Die ehemalige Ravager und Jericho, so die Alias der Antihelden-Sprösslinge, sollten aber schon bald erfahren, was es heißt, von ihrem eigenwilligen Erzeuger geliebt zu werden …

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Dämmerung

Denn in Dämmerung findet Priests Geschichte eigentlich ihren Höhepunkt: Eine “Red Wedding“ im Stile von Game of Thrones wird es zwar nicht, allerdings zweifellos eine Veranstaltung, die keiner der Anwesenden vergessen wird, obwohl sie es sicherlich gerne täten. Doch bereits weit vor dem Gang zum Altar ereignet sich Außergewöhnliches mit weitreichenden Konsequenzen:

Rose und Joe Wilson erfahren nämlich nahezu zeitgleich, wie massiv Slade Einfluss auf ihr Leben genommen hat. Ein Umstand, der die Wut der Geschwister geradezu ins Unermessliche steigert.

Deathstroke selbst ist inzwischen erblindet, jedoch hält ihn selbst das nicht davon ab, sein Ding zu machen. Er wird zeitweise von Tanya Spears, dem neuen Power Girl unterstützt. Sie weiß aber zunächst nicht, mit wem sie es zu tun hat, und als sie es erfährt, ist sie außer sich - nichtsahnend, dass der Mann in Orange und Schwarz schnell Sympathien für sie entwickelt hat. Damit sie das allerdings nicht bemerkt, muss sie ebenfalls die Erfahrung machen, die schon die Kinder des Killers machen mussten: Er lässt keine Nähe zu und will lieber gehasst werden, weil er glaubt, dass das für alle Beteiligten das Beste ist.

Und Christopher Priest wiederum lässt auch den Leser nie zu sehr mit seiner Hauptfigur sympathisieren. Denn für seine Interpretation von Deathstroke ist entscheidend, dass er ein Einzelgängertyp bleibt, dessen Handeln man selbst mit einem Wissensvorsprung gegenüber den anderen Charakteren nur bedingt nachvollziehen kann. So steht der Mann, der irgendwo zwischen Gut und Böse anzusiedeln ist, jedoch auf eine sehr sonderbare Weise durchaus nicht ohne moralischen Kompass da, und spätestens das beweist, dass der Autor die auf Marv Wolfman und George Pérez zurückgehende Figur bestens verstanden hat.

Deathstroke

Die Lazarus-Falle

Streng genommen dürfte auf diesem Cover eigentlich gar nicht "Deathstroke“ stehen oder zumindest nicht nur. Schließlich ist Die Lazarus-Falle eine Geschichte, die gewissermaßen zusammenbringt, was zusammengehört. Denn der Söldner war immerhin ursprünglich primär ein Gegner der Teen Titans, und diesmal begnügt er sich nicht mit dieser Truppe, sondern legt sich außerdem noch mit den Titans an.

Um die erste Junghelden-Gruppierung kümmerte sich zu Beginn der Rebirth-Ära Benjamin Percy und um die zweite (sowie um Aquaman) Dan Abnett. Und beide Autoren zeichnen nun eben gemeinsam mit Christopher Priest für dieses Event verantwortlich, das in den angesprochenen drei Reihen stattfindet. Auf diesen 132 Seiten wird aber sehr schnell sehr deutlich, warum es eben doch Sinn macht, dass hierzulande dieses Crossover als Abschluss der Auftragskiller-Serie veröffentlicht worden ist.

Slade Wilsons Plan verlangt sich und seinen Kontrahenten definitiv alles ab. Dies sollte auch niemanden überraschen, da er dafür bekannt ist, stets mehr als einhundert Prozent zu geben und diese klare Fokussierung auf das eine Ziel oftmals stark an eine Form von Besessenheit erinnert. Darüber hinaus erfährt der Leser im Laufe des Geschehens, dass er diesmal im wahrsten Sinne des Wortes Alles-oder-Nichts spielt.

Denn er offenbart beiden Wallys, dass er im Gegenzug für ihre Hilfe bei seinem Unterfangen seinen “Job“ endgültig an den Nagel hängen werde. Seine Rechnung: ein Leben gegen unzählige. Er will nämlich unbedingt die Vergangenheit ändern und den Tod seines zweiten Sohnes Grant verhindern, an dem er einigen der ehemaligen Assistenten eine Mitschuld gibt. Doch insbesondere Barry Allen, der berühmteste aller Speedster, hat bekanntlich schon eindrucksvoll bewiesen, dass ein solcher Eingriff in das Raum-Zeit-Kontinuum immer mit weitreichenden  Konsequenzen einhergeht und daher in jedem Fall zu vermeiden ist. Doch ein Deathstroke akzeptiert bekanntermaßen kein Nein …

In diesem Crossover gestattet das Auorentrio dem äußerst beliebten Charakter also noch einmal abschließend, als echter Antagonist mit einem nachvollziehbaren Motiv aufzutreten, was viele Fanherzen hat höherschlagen lassen. Immerhin sind es neben den Helden- eben auch seit jeher die Schurkenmomente gewesen, an denen die Anhänger des Waffenliebhabers ihre Freude hatten.

Schön ist im Kontext dieser komplexen Geschichte zudem, dass man nicht nur innerhalb des wiedergeborenen DC-Universums, sondern mit Blick auf die The-New-52-Geschehnisse auch inhaltliche Brücken schlägt. So beweist man allen, die es mit DC halten, dass man es sich selbst bei einem gigantischen Reboot nicht zu leicht macht und alles, was nicht (mehr) gefällt, schlicht für null und nichtig erklärt.

Während in den ersten vier Bänden vornehmlich Joe Bennett für die Realisierung dieser doch sehr rauen, kantigen und zumeist sehr unbarmherzig anmutenden Welt zuständig war, pausiert dieser im fünften Paperback. Dafür sind jedoch mit unter anderem Brett Booth und Carlo Pagulayan zwei Zeichner mit von der Partie, die der Reihe ebenfalls bereits ihren Stempel aufdrücken durften, sodass es stilistisch zu keinen riesigen Brüchen kommt.

Fazit

Christopher Priest hat mit seinem Run definitiv etwas Beeindruckendes geschaffen und eine der beliebtesten DC-Figuren zum Protagonisten einer großen Geschichte gemacht, die Comic-Liebhaber wie Kritiker gleichermaßen überzeugt hat. Sehr komplex, sehr anspruchsvoll, sehr erwachsen und sehr brutal kommt sie daher. Dabei verkommt diese Brutalität aber nicht zum Selbstzweck.

Es ist viel eher so, dass sie in Slade Wilsons Augen das effektivste Mittel zu sein scheint, um zu jedem Distanz zu halten, was für ihn geradezu elementar ist und gleichzeitig seine Unfähigkeit, echte Nähe zuzulassen, unterstreicht. Man könnte sagen: Weniger 0815-Handlung geht kaum.

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DC-Comic-Kritik zu Aquaman 3 - 5

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Aquaman

Nachdem im Rahmen dieser Reihe zunächst die ersten und später die zweiten Bände (diese sogar im Doppelpack) ausgewählter Reihen aus dem DC-Rebirth-Kosmos im Fokus gestanden haben, folgen nun Dreierpacks, bestehend aus den Nummern 3, 4 und 5 der einzelnen Serien. Spätestens nach der Lektüre dieser Beiträge sollte man dann eigentlich einschätzen können, welche Helden man auch weiterhin lesend begleiten möchte, und welche eher nicht.

Die Flut

Die Flut markiert das erste kleine Finale innerhalb von Dan Abnetts Aquaman-Run: Es kommt zu einem politischen Showdown zwischen Atlantis und den USA, und die ominöse dritte Partei, die diesen schon lange existenten Konflikt erst hat eskalieren lassen, tut weiterhin alles dafür, dass es zu einem großen Knall kommt.

Wie treue Fans bereits wissen, war es die Geheimorganisation NEMO (Nautical Enforcement of Macrocosmic Order), die mittlerweile von Black Manta, dem Erzfeind des bekanntesten Dreizackschwingers (neben König Triton vielleicht) geführt wird, die diese militärische Auseinandersetzung zwischen Land- und Meeresbewohnern heraufbeschworen hat. Diejenigen, die an die Existenz einer unbekannten Größe, die aus dem Hintergrund die Fäden zieht, von der der König von Atlantis fest überzeugt ist, glauben, werden mit der Zeit immer weniger, sodass bald nur noch seine engsten Vertrauten und natürlich seine große Liebe Mera bedingungslos hinter ihm stehen.

Das Justice-League-Mitglied muss so gesehen an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen und sich förmlich zerreißen. Er bleibt sich und seinen Prinzipien dabei bis zum Ende treu. Der Preis, den er dafür bezahlt, ist allerdings hoch, wie er noch früh genug erkennen wird. Es kommt zu einer Art Lauf gegen die Zeit, der ganz im Sinne der Leserschaft sein dürfte, weil der Inhalt der Einzelheftausgaben 10 bis 15 wirklich spannend und das Ende nur bedingt vorhersehbar ist - ein echter Politthriller eben (sogar mit “Gastauftritten“ von Barack Obama).

Aquaman

Tethys

Wer nun dachte, nach einem solch kräftezehrenden XXL-Abenteuer würde Abnett seinem Protagonisten eine Verschnaufpause gönnen, der irrt. Wobei: Tethys enthält zwei abgeschlossene Geschichten, und der Beginn der ersten erweckt zunächst zumindest den Anschein, dass es für den berühmtesten Atlanter, den die Welt je gesehen hat, auf absehbare Zeit etwas ruhiger zugehen könnte.

Gemeinsam mit einigen seiner Untertanen hilft er den Einwohnern seiner zweiten Heimat (Amnesty Bay) dabei, ihre Stadt, die bei den militärischen Auseinandersetzungen der jüngeren Vergangenheit schwer zu Schaden gekommen war, wiederaufzubauen. Doch selbstverständlich ist diese Phase in mehrerlei Hinsicht nur die Ruhe vor dem Sturm. Dieser zieht auf, als der gefährliche Warhead die Bühne betritt. Er beherrscht die sogenannte Technokinese (vergleichbar mit Arthurs Aquakinese) und ist dadurch dazu in der Lage, Menschen zu seinen Marionetten zu machen und sie zu kontrollieren. Wie und ob es dem Helden dieses Comics gelingt, die Opfer des “Puppenspielers“ vor ebendiesem zu retten und die von ihm ausgehende Gefahr abzuwenden, ist hier jedoch eigentlich nur von sekundärer Bedeutung. Warum dem so ist, wird erst nach und nach offenkundig - und ganz besonders in der zweiten, für sich stehenden Story.

Alles fängt damit an, dass ihn ein Mitglied der Aquamarines, einer Sondereinsatztruppe mit enormen Kräften, die den Herrscher der Meere vor Kurzem noch eliminieren sollte, aufsucht und um Hilfe bittet. Selbstredend sagt er direkt zu und ist sich in diesem Moment der Symbolwirkung dieser Mission gar nicht bewusst. Genau genommen hat er die Oberflächenbevölkerung der atlantischen damit nämlich mindestens zwei Mal vorgezogen, und das ohne echte Rücksprache mit seinen Gefolgsleuten und Beratern. Dies rückt vorerst in den Hintergrund, da besagter Einsatz für den Hochgeschwindigkeitsschwimmer nun Vorrang genießt.

Wie mehr und mehr deutlich wird, erzählt der britische Autor, der ebenfalls für die packende Titans-Reihe unter dem Rebirth-Banner verantwortlich zeichnete, diesmal eine Geschichte, die man wohl am ehesten dem Horrorfach zuordnen würde. Denn Aquaman bekommt es erneut mit Dead Water zu tun, der mutmaßlich schaurigsten Erscheinung aus seiner Rogues‘ Gallery. Eingeführt wurde die Figur noch in den letzten Zügen der The-New-52-Ära, in denen Dan Abnett schon das Zepter übernommen hatte. Wie er dem angsteinflößenden Wesen aber zu einem Comeback verhilft, wie sich das Ganze wunderbar in die bisherige Gesamthandlung einfügt und wie vor allem damit wiederum künftige Ereignisse vorbereitet werden, nötigt einem Außenstehenden zweifellos Respekt ab.

Aquaman

Unterwelt

Im fünften Band stehen die Folgen von Arthur Currys Handlungen im Fokus. Die, die stets zu ihm gestanden haben, sind klar in der Minderheit und seinen Kritikern ist es gelungen, den Großteil seines Königreichs auf ihre Seite zu ziehen. Wenn der Thron von Atlantis so häufig unbesetzt ist und derjenige, für den doch die Atlanter an erster Stelle stehen sollten, so häufig mit den Luftatmern zusammenarbeitet, sorgt das natürlich für Unzufriedenheit. Als sich dann zudem die Meldung - ohne den entsprechenden Kontext - verbreitet, dass der Konflikt mit den USA beigelegt wurde, indem sich ihr Oberhaupt schlicht ergeben hat, ist das für die meisten Unterwasser-Bewohner der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Die logische Konsequenz: Der König wird abgesetzt und - aus seiner Sicht - zu allem Überfluss durch den verurteilten und inhaftierten Terroristen und erklärten Feind der Menschen Corum Rath ersetzt. Dieser ordnet unmittelbar nach seiner Krönung an, das sagenumwobene Inselreich abzuschotten. Dabei greift er auf Magie zurück, die nicht ohne Grund vor Ewigkeiten verboten wurde. Auf diese Weise wird aus dem einst beinahe gewöhnlichen Bösewicht ein echter Superschurke, der sich nicht mehr allzu leicht besiegen lässt.

Seine Allmachtsfantasien werden nach und nach immer schlimmer, bis von einem regelrechten Wahn gesprochen werden kann: “Unreine“ Atlanter lässt er verfolgen, jeden, der mit der Vision seines Vorgängers (einer friedlichen und kollegialen Koexistenz zwischen Land und Meer) sympathisiert ebenso und sein Vorgehen respektive das seiner Untergebenen wird immer brutaler.

Das Symbol der Hoffnung wurde, wie sich bald zeigt, allerdings doch nicht getötet, sodass nicht alles verloren scheint. Der ehemalige Regent, der sich zunächst damit begnügt, in der neunten Ebene, also dort, wo all diejenigen, die in irgendeiner Form “anders“ waren, ohne Furcht leben konnten, einzelne zu retten, ändert schließlich doch seine Meinung, rafft sich auf und will jene, die diese Schreckensherrschaft beenden wollen, anführen – ein Stoff, aus dem waschechte Dramen gestrickt sind.

Inhaltlich wird dem Leser folglich enorm viel geboten, jedoch nicht nur: Auch optisch bestechen diese Paperbacks durch eine außergewöhnliche Qualität: Brad Walker, Philippe Briones und Scot Eaton fangen das Leben in den Tiefen des Ozenas wunderbar ein, lassen es zeitweise prachtvoll, gelegentlich bedrohlich und bei Bedarf auch regelrecht mysteriös und fremd erscheinen. Ihre Stile ergänzen sich gut und sind allesamt geprägt von einer Eleganz und Feinheit. In Unterwelt betritt dann aber Stjepan Šejic die Bühne und toppt das Ganze noch einmal, da seine Zeichnungen noch detailreicher sind und enorm filigran anmuten - was sicherlich auch damit zu tun hat, dass er sich selbst um die Kolorierung kümmert. Er verzichtet nahezu komplett auf kräftige Farben, sodass seine Panels gelegentlich gar an Gemälde erinnern.

Fazit

Wenn nicht bereits die ersten beiden Trades so überzeugend geraten wären, hätte sich spätestens nach diesen dreien unter Superhelden-Fans, allerdings auch ganz allgemein unter Comic-Liebhabern die Meinung durchgesetzt, dass Dan Abnetts Aquaman-Run zu dem Bestem gehört, was die Wiedergeburt des DC-Universums zum Vorschein gebracht hat.

Wer so gekonnt innerhalb einer übergeordneten Handlung zwischen Genres hin und her wechseln kann, ist schlicht ein Meister seines Faches, der Leser dazu bringen kann, vermehrt darauf zu achten, wer den Comic geschrieben hat und weniger darauf, wer die Titelrolle innehat.

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DC-Comic-Kritik zu Flash 3 - 5

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The Flash

Nachdem im Rahmen dieser Reihe zunächst die ersten und später die zweiten Bände (diese sogar im Doppelpack) ausgewählter Reihen aus dem DC-Rebirth-Kosmos im Fokus gestanden haben, folgen nun Dreierpacks, bestehend aus den Nummern 3, 4 und 5 der einzelnen Serien. Spätestens nach der Lektüre dieser Beiträge sollte man dann eigentlich einschätzen können, welche Helden man auch weiterhin lesend begleiten möchte, und welche eher nicht.

Im Bann der Finsternis

Joshua Williamson ist bekanntermaßen ein im Verhältnis noch recht junger Autor (Jahrgang 1981), der aus seiner Liebe zum Roten Blitz nie einen Hehl gemacht hat. Dementsprechend hoch war sicherlich seine Motivation, als er in seinem eigenen Run die Flash-Storys erzählen durfte, die womöglich seit seiner Kindheit in seinem Kopf herumgeisterten. Das Ergebnis: Eine Mischung aus neuen, kreativen Ideen und Nostalgie. Auf dem Papier hat sich das Grundgerüst höchstwahrscheinlich immer gut angehört, in der Realität muss man jedoch konstatieren, dass die Qualität der einzelnen Arcs durchaus gewissen Schwankungen unterworfen war.

Im Bann der Finsternis ist ein weiterer Beleg dafür: Das in diesem Band präsentierte Geschehen würde man auf einer Skala von 1-10 wohl irgendwo in der Mitte bei 5 oder 6 verorten, was mit Blick auf Godspeed einen Rückschritt darstellt. An den Zutaten liegt es abermals nicht: Es kommt zum Aufeinandertreffen der Wallys, mit Shade betritt ein spannender Antiheld die Bühne und insgesamt geht es viel um das Innenleben der Hauptcharaktere. Aus alldem ließe sich zweifellos ein leckeres Gericht zaubern, aber bei der Zubereitung ist dem Koch leider noch nicht alles geglückt.

Einen guten Comic zeichnet eben unter anderem auch ein gelungener Spannungsbogen aus, und da dieses Trade mehrere Einzelheftausgaben enthält, müsste man streng genommen eigentlich sogar mehrere kleinere Höhepunkte erwarten können, die rund um einen oder zwei größere platziert worden sind. Genau das fehlt allerdings: Wenn sich die beiden Junior-Blitze, deren Leben so völlig unterschiedlich und in gewisser Weise auch ähnlich verlaufen sind, begegnen, hätte es einmal mehr die Chance auf wunderbar inszenierte epische Momente gegeben. Diese wird jedoch nicht ergriffen. Williamson beschränkt sich auf ein Kennenlernen, das einem zweifelsohne beide Charaktere noch sympathischer erscheinen lässt als ohnehin schon, und baut auch den einen oder anderen emotionalen Moment ein.

Alles in allem ist das aber etwas zu wenig, etwas zu zaghaft und einfach nicht außergewöhnlich genug. Vor allem wenn man weiß, welch bedeutende Rolle der „alte“ Wally im Kontext der DC-Universums-Wiedergeburt spielt. Es hätte zudem nicht geschadet, sie zu diesem frühen Zeitpunkt gemeinsam auf eine Mission zu schicken, um sich etwas von Barry Flash Allen zu emanzipieren – wie das gelingen kann, hat Dan Abnett nebenbei bemerkt gekonnt in seiner Titans-Serie (Wally 1 inklusive) gezeigt.

Die zweite große Geschichte dieses Paperbacks dreht sich vornehmlich um Richard Swift alias Shade, einen der klassischen Gegner des schnellsten Mannes der Welt, und ist in vielerlei Hinsicht deutlich gelungener als die erste. Einen geläuterten Superbösewicht in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, war primär deshalb eine gute Idee, weil sich gerade der Herr der Schatten sehr gut dazu eignet, um zu veranschaulichen, wie unrealistisch es wäre, zu glauben, ein Charakter, der in der Vergangenheit viel Schlimmes getan hat, könne von jetzt auf gleich einer von den Guten werden.

Das Interessante: Seine Schatten, die ihn überhaupt erst zu einer echten Gefahr für Central City haben werden lassen, entwickeln einen eigenen Willen und lösen sich von ihm. Ursache dafür sind seine wachsenden Zweifel und die Angst, seine Hope, die Frau, die er so sehr liebt, eventuell zu enttäuschen. Er selbst ist nämlich der festen Überzeugung, nicht stark genug zu sein beziehungsweise rückfällig zu werden.

Dieser Ansatz ist sehr spannend und Williamson macht auch bei der Umsetzung dieser Story eine Menge richtig - so passen etwa das Hadern, der innere Zwiespalt und die vielen negativen Gedanken Shades gut zu den Kämpfen, die die Schnellsten der Schnellen gerade mit sich auszutragen haben. Leider wird auch hier viel zu viel deutlich zu schnell abgehandelt, man möchte beinahe sagen abgehakt, sodass das Gezeigte beim Leser nicht ganz die Wirkung entfaltet, die eigentlich möglich gewesen wäre.

The Flash

Rogues Reloaded

Rogues Reloaded hingegen ist wieder (von der ersten bis zur letzten Seite) ein eindeutiger Schritt in die richtige Richtung. Schon mit den ersten Panels ist spürbar, dass sich hier etwas entwickelt, das auch perspektivisch noch relevant werden wird, und insbesondere im Superhelden-Kontext ist ein offensichtlich angestrebtes großes Ganzes eigentlich immer erfolgsversprechender und lesenswerter als Stückwerk.

Auch hier stehen einige der berühmtesten Flash-Gegenspieler, die titelgebenden Rogues, im Mittelpunkt, nur diesmal geht Joshua Williamson anders vor: Er lässt sich nämlich tatsächlich wesentlich mehr Zeit, verrät einiges, allerdings bei Weitem noch nicht alles, was er mit der Schurkentruppe vorhat und gibt stattdessen Hinweise, die zum Spekulieren einladen. Außerdem ist es für Fans in den meisten Fällen erfreulich, wenn Bezug auf vergangene Runs genommen und somit klargestellt wird: „Die Inhalte der Comics, die ihr bereits gelesen habt, hatten Bedeutung und die derer, die ihr aktuell lest, ebenfalls.“ Denn in der New-52-Ära hat die Bösewicht-Gruppierung bekanntlich temporär sogar an der Seite des berühmtesten Sohnes von Central City gekämpft, wodurch die Bewohner mit einem Male zu den Schurken aufschauten, sie respektierten und ihre Vorbehalte ihnen gegenüber mehrheitlich über Bord werfen konnten.

Der Leser wiederum sitzt aufgrund des vermeintlich letzten großen Coups von Captain Cold, Weather Wizard, Heat Wave, Mirror Master und Golden Glider zwischen allen Stühlen, weil er einerseits mit ihnen sympathisiert und ihnen in gewisser Hinsicht den Ruhestand insgeheim gönnt, andererseits aber natürlich weiß, dass sie mehrfach verurteilte Verbrecher sind, die erneut ein Verbrechen begehen, um „in Rente“ gehen zu können. Positiv erwähnen muss man ebenfalls die zahlreichen kleinen Randbemerkungen, die Barry Allens Alter ego zwischendurch fallen lässt - etwa, wenn er anmerkt, dass Leonard Snart alias Captain Cold so viel Gutes bewirken könnte, wenn er seine Intelligenz und seinen Einfallsreichtum konsequent dazu nutzen würde, um an der Seite des prominenten Justice-League-Mitglieds respektive an der des CCPD die Stadt etwas sicherer zu machen.

Das stimmt selbstverständlich und dennoch entscheidet er sich bewusst dagegen, was ihn als Charakter nur noch interessanter macht. Dass die Rogues selbst seit jeher ein Zusammenschluss an Leuten mit einem sehr ausgeprägten Ego waren, ist nichts wirklich Neues, dass Cold jedoch diesen Schwachpunkt ausgemacht und seine Mitstreiter mit Nachdruck darauf eingeschworen hat, dass sie nur dann Erfolg haben werden, wenn sich alle an seinen Plan halten, durchaus.

Diejenigen, die sich den Sammelband zugelegt haben, dürfen folglich noch schnell eine Wette mit sich selbst abschließen, ob es diesen Antihelden auf neuerlichen Abwegen (zumindest zeitweise) gelingt, ihrem Erzfeind ein bis zwei Schritte voraus zu sein. Wie zu erwarten, wendet sich das Blatt auf diesen 180 Seiten auch mehrfach, sodass niemand befürchten muss, sich während der Lektüre zu irgendeinem Zeitpunkt zu langweilen. Barry Allens Privatleben ist im Übrigen nicht minder ereignisreich, und eine Frage beschäftigt ihn mehr und mehr: Wie sehr kann, soll und darf sich ein Weltenretter öffnen beziehungsweise wem eigentlich?

The Flash

Im Griff der Furcht

Nach dem Gesetz der Serie müsste dieses Trade nun wieder einen Rückschritt darstellen, erfreulicherweise ist das Gegenteil der Fall: Im Griff der Furcht überzeugt auf ganzer Linie, und abermals ist dafür in erster Linie der Antagonist verantwortlich: Eobard Thawne, der erste und gleichzeitig wohl gefährlichste Reverse-Flash. (Es lohnt übrigens sehr, sich das Batman/Flah-Abenteuer Der Button zu Gemüte zu führen, bevor man sich diesen 124 Seiten widmet, weil der Fiesling in Gelb in dieser Geschichte schon eine beeindruckende Kostprobe seines Könnens gibt und beiden Vertretern der Liga schwer zusetzt, jedoch am Ende dafür einen hohen Preis zahlen muss.)

Thawne war gestorben respektive sprach zunächst alles (in erster Linie sein Leichnam) dafür, dass er das Zeitliche gesegnet hatte. Barry seines Zeichens Forensiker war aber von Beginn an skeptisch und sollte schließlich Recht behalten: Der Hochgeschwindigkeits-Killer kehrte zurück - vielleicht sogar gefährlicher denn je - und hatte nur ein Ziel: Er wollte Flash leiden lassen! Und beließ es auch nicht bei bloßen Ankündigungen, sondern untermauerte mit Taten, wie ernst es ihm damit war.

Dabei spielt physische Gewalt eindeutig eine untergeordnete Rolle, der Kriminelle bevorzugt Psychospielchen und wie der Titel bereits vermuten lässt: Das Spiel mit der Furcht. Vor allem Barry muss darunter leiden, dass seine Nemesis einen seiner schlimmsten Alpträume wahr werden lässt - es versteht sich von selbst, dass Iris und ihr Neffe Wally West, also der „neue“ Kid Flash, ebenfalls zu spüren bekommen, wie grausam dieser Reverse-Flash sein kann.

Wer sich auch nur minimal im Roter-Blitz-Kosmos auskennt, der weiß, dass Zeitreisen immer wieder zum Thema werden - so auch diesmal. Überraschenderweise geht es dann allerdings viel weniger um die beiden Kontrahenten im Kostüm, sondern vielmehr um die Männer hinter den Masken, was das Erzählte zum einen origineller erscheinen lässt und dem Leser zum anderen viel besser ermöglicht, sich in die beiden Hauptfiguren - ja, auch in Thawne - hineinzuversetzen. Dadurch gewinnt das Dargebotene an Relevanz und wird demzufolge eben gerade nicht als austauschbar oder belanglos wahrgenommen.

Was den Look angeht, ist man sich treu geblieben: Flash-typisch ist alles verhältnismäßig hell und es werden viele bunte Farben verwendet und auch die Tatsache, das ein Großteil der Zeichnungen auf Carmine Di Giandomenico zurückgeht, tut dem Werk gut, weil sein tendenziell eher harter, kantiger und skizzenhaft-elegant anmutender Stil sich gut dazu eignet, um Geschwindigkeit zu verbildlichen - logischerweise eine der größten Herausforderungen in einem Flash-Comic.

Fazit

Nach fünf Bänden beziehungsweise insgesamt 27 Einzelheftausgaben ist Joshua Williamson an einem Punkt angekommen, der Lust auf mehr macht. Und selbst wenn er hier und da nicht die beste Geschichte erzählt hat, die denkbar gewesen wäre, so hat er sich doch viel getraut und ausprobiert, ohne dabei den Protagonisten oder dessen Welt untreu zu werden, was für sich genommen schon eine beachtliche Leistung ist.

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DC-Comic-Kritik zu Green Lanterns 3 - 5

Nachdem im Rahmen dieser Reihe zunächst die ersten und später die zweiten Bände (diese sogar im Doppelpack) ausgewählter Reihen aus dem DC-Rebirth-Kosmos im Fokus gestanden haben, folgen nun Dreierpacks, bestehend aus den Nummern 3, 4 und 5 der einzelnen Serien. Spätestens nach der Lektüre dieser Beiträge sollte man dann eigentlich einschätzen können, welche Helden man auch weiterhin lesend begleiten möchte, und welche eher nicht.

Die Phantom-Lantern

Während es in den ersten beiden Green-Lanterns-Paperbacks für Jessica Cruz und Simon Baz jede Menge zu tun gab, sind sie in Die Phantom-Lantern eher Nebenfiguren, und das ist gut so. Das soll selbstredend nicht heißen, dass die “Neuen“ bisher nicht überzeugt hätten, das Gegenteil ist der Fall -, aber Sam Humphries beweist mit dieser inhaltlichen Entscheidung einmal mehr, dass es ihm sehr wichtig ist, originell zu sein und selten das Erwartbare zu tun.

Wie der Titel schon sagt, dreht sich fast alles in diesem die Einzelheftausgaben 9-14 beinhaltenden Trade um den Phantom-Ring respektive denjenigen, der ihn letztlich anlegt. Für Frank Laminski, einen Mann, der im Laufe seines Lebens immer wieder zu hören bekam, nicht gut genug und eine ewige Nummer zwei zu sein, änderte sich von einem auf den anderen Moment alles, als er eines Tages Hal Jordan in Aktion sah. Die berühmteste Grüne Leuchte rettete ihn, den Test-Piloten nicht nur, er tat dies, indem er seinen Ring einsetzte, und Laminski auf diese Weise einen Eindruck davon vermittelte, wie mächtig er tatsächlich war und wie grenzenlos seine Macht zu sein schien.

Autor Humphries nimmt nun den Leser an die Hand und führt ihm mit jeder Seite etwas mehr vor Augen, wie der Protagonist endgültig falsche Prioritäten setzt: Dieser will unbedingt eine Green Lantern werden und begeht damit im Prinzip schon den ersten Fehler. Denn wie könnte er besser beweisen, dass er allein aus Eigennutz handelt. Die Ringe wiederum wählen bekanntlich ihre Träger nach anderen Kriterien aus, und würdig ist nicht, wer egoistische Ziele verfolgt. Besonders interessant wird das Ganze dadurch, dass der Ambitionierte bei diesem Unterfangen durchaus auch Menschen rettet - nur eben aus den falschen Gründen. Folglich führen all seine Bemühungen lediglich dazu, dass sein großes Ziel in immer weitere Ferne rückt. Dass sich schließlich sogar ein Ring fälschlicherweise zu dem Unbelehrbaren verirrt, ist natürlich ein genialer erzählerischer Schachzug, um zu verdeutlichen, dass er kurz davor ist, den Verstand zu verlieren. All seine Bemühungen schienen sich für einen kurzen Moment auszuzahlen, ehe er gewissermaßen live miterleben muss, wie ein anderer erwählt wird.

Für den Leser wird alles, was auf diesen Moment folgt, logischerweise mit einem Schlag doppelt so spannend, weil nun Franks Feindbild feststeht und er fast zeitgleich von einer Möglichkeit erfährt, wie er sich seinen Traum noch erfüllen kann. Doch natürlich hat alles stets seinen Preis, und in diesem Fall muss ihn nicht nur die tragische Figur Laminski zahlen…

Green Lanterns Comic

Polarität

In Polarität finden sich hingegen drei in sich abgeschlossene Einzelgeschichten, die selbstverständlich gleichzeitig etwas zur übergeordneten Haupthandlung beitragen. Dies allein genügt Humphries jedoch nicht, um zu untermauern, wie abwechslungsreich - und dabei dennoch in sich schlüssig - er erzählen kann.

Alles beginnt mit einem gemeinsamen Einsatz von Jessica Cruz und Siman Baz mit den wichtigsten Köpfen der Justice League. Und die beiden schlagen sich so gut an der Seite von Wonder Woman, Batman, Superman & Co., dass sie sogar das eine oder andere Lob erhalten, was den beiden Neulingen selbstredend guttut. Der Übergang zu dem Abenteuer, das sie an der Seite des dunklen Ritters bestreiten, gerät aufgrund der Chronologie der Ereignisse natürlich besonders überzeugend. Denn nun leuchtet jedem selbstverständlich sofort ein, weshalb die menschliche Fledermaus die beiden Lanterns nach Gotham City gerufen hat - sie hat gesehen, zu was die zwei in der Lage sind.

Diesmal hat es das Trio zudem mit einer Bedrohung zu tun, die die Weltenretter dazu zwingt, in mehrerlei Hinsicht über sich hinauszuwachsen. Es geht vor allem um das Innerste der grünen Leuchten, um die Dinge, die sie beschäftigen, quälen, hemmen und davon abhalten, ihr volles Leistungspotenzial abzurufen. Auf diese Weise nimmt man ganz deutlich den roten Faden wieder auf, der sich bereits durch Planet des Zorns und Die rote Flut gezogen hat: Die fehlbaren Menschen sind es nämlich, die wieder und wieder im Fokus stehen, und nicht die strahlenden Heroen. Und so wird einmal mehr unterstrichen, dass diese Reihe zwar wieder und wieder auf sehr unterschiedliche und äußerst gefährliche Gegenspieler setzt, die Guten aber eigentlich primär einen Kampf mit sich selbst führen.

Wie es aussieht, wenn man diesen zum wiederholten Male verliert, erfährt der geneigte DC-Fan in der letzten Geschichte, in der der Titel des Sammelbandes (Polarität) sehr relevant wird. Nach den Red Lanterns betritt nämlich in Doctor Polaris der nächste klassische Green-Lantern-Bösewicht die Bühne. Der Name gibt schon den entscheidenden Hinweis auf dessen innere Zerrissenheit, die den Charakter seit seinem ersten Panel-Auftritt vor mittlerweile fast sechzig Jahren bestimmt. Dr. Neal Emerson, ein Genie, ein Mann, der immer davon träumte, mittels Magnetismus die Welt zu verbessern, allerdings auch ein gefährlicher Superbösewicht mit enormen Kräften. Dass Jessica und Simon zu genau diesem Zeitpunkt ihrer gemeinsamen Reise auf diesen Antagonisten treffen, zeigt deutlich, dass Sam Humphries offenbar selbst kleinere, ein wenig aus der Reihe tanzende Kapitel innerhalb seines Runs als wichtigen Baustein erachtet und entsprechend behandelt. Denn das ungleiche Duo, das sich zunächst so gar nicht verstanden hat, wächst vor den Augen der Leser mehr und mehr zusammen, wodurch diese Zeuge ihrer Entwicklung hin zu vollwertigen Mitgliedern der Liga der Gerechten werden. Noch ist dieser Prozess jedoch nicht abgeschlossen …

Green Lanterns Comic

Die Rückkehr der Ersten Lantern

… - so sehen es zumindest einige wichtige grüne Autoritäten, welche die Grünschnäbel auf Mogo, den lebenden Planeten, der selbst Mitglied des Green Lantern Corps ist, beordern.

Unmittelbar nach ihrer Ankunft bekommen die Neulinge in Guy Gardener und Kyle Rayner zwei alte Ring-Hasen als Ausbilder zugeteilt: Ersterer nimmt sich Jessica Cruz an, Zweiterer Simon Baz. Insbesondere für die junge Frau beginnt mit diesem Moment eine sicherlich nicht gerade einfache Zeit, aber auch Simon wird von seinem Mentor sehr gefordert.

Diesmal steht also vermeintlich eine Art “berufliche“ Weiterentwicklung im Zentrum der Handlung. De facto wählt der Autor eigentlich nur einen anderen Weg, um wieder zu den Menschen, denen von jetzt auf gleich eine große Verantwortung übertragen wurde und die nach wie vor von Ängsten und Selbstzweifeln gequält werden, zu kommen. Abermals macht das sympathische Team sichtlich Fortschritte. Diese sind jedoch auch dringend nötig, da das Böse nicht nur nicht schläft, sondern längst - bislang unbemerkt - in Aktion getreten ist. Spätestens nach der Lektüre dieses Bandes dürfte jedem klar sein, dass ein Showdown epischen Ausmaßes unmittelbar bevorsteht. Der Gegner, der seinen Schlag gegen den Laternen-Nachwuchs von langer Hand geplant hat, enorm einfallsreich, außerordentlich mächtig und daher gleichsam überaus gefährlich ist, wird - so viel ist sicher - Jessica und Simon an ihre Grenzen bringen.

Der Punkt, an dem Die Rückkehr der Ersten Lantern endet, ist einer, der reichlich Raum für Spekulationen lässt und ein weiterer Beleg dafür ist, dass die Green-Lanterns-Comics zu dem Besten gehört, was unter dem Banner DC Rebirth erschienen ist. Die Zeichnungen, die nach wie vor in den allermeisten Fällen von Robson Rocha stammen, stehen der inhaltlichen Qualität der Hefte weiterhin in nichts nach. Die Weiten des Weltraums werden von dem Künstler ebenso gut eingefangen wie die unterschiedlichsten Emotionen in den Gesichtern der Haupt- und Nebenfiguren. Das All wird dadurch zu einem ähnlich konkreten, vor Details nur so strotzenden Schauplatz wie die uns bestens bekannte Erde und die Darstellung der Charaktere macht ebendiese nur noch nahbarer.

Fazit

Man muss Sam Humphries ohne Frage ein Kompliment machen: Seine Ideen sind erfrischend, die Story mit viel Weitsicht konzipiert und das Pacing gelungen. Geoff Johns mag den Grünen Leuchten zu “alt-neuem“ Glanz verholfen haben, der Autor in der Ära des wiedergeborenen DC-Universums sorgte aber Minimum dafür, dass dieser für einen langen Zeitraum nicht Gefahr lief, zu verblassen.

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Kritik zu Young Justice Staffel 1: Auf den Spuren der Justice League

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Young Justice

Im Jahre 2019 sollte es nicht lange dauern, bis man jemanden findet, der die MCU-Avengers-Teammitglieder der ersten Stunde problemlos aufzählen kann. Seit dieser besondere Zusammenschluss von Superhelden dank Stan Lee und Jack Kirby 1963 erstmals in einem Comic auftauchte, waren die Rächer, wie sie hierzulande zunächst genannt wurden, wohl nie so populär wie heute. Allerdings waren sie - obwohl die Filmveröffentlichungspolitik der beiden großen Konkurrenten Marvel und DC respektive Disney und Warner etwas anderes suggerieren - nicht die erste Vereinigung an Kämpfern für das Gute, die in den USA im Laufe der Jahrzehnte immer wieder die Erde zu retten hatte. Denn bereits 1960 hatte die Justice League das Licht der Panel-Welt erblickt. Entscheidender als dieser kleine Vorsprung ist jedoch die Tatsache, dass der Trend, Gruppen von Helden gegen Superschurken antreten zu lassen, schon seit über fünfzig Jahren existiert und bis zum heutigen Tage anhält.

Neben den Aushängeschildern der beiden Wettbewerber gibt es aber noch weitere Teams, die sich der fiktionalen Verbrechensbekämpfung verschrieben haben. Weit weniger bekannt als die berühmte Liga der Gerechten sind die sogenannten Teen Titans von DC. Wie es der Name bereits andeutet, handelt es sich hierbei um die jüngeren Partner der Heroenprominenz (Batman, Aquaman, Flash usw.) wie Robin, Aqualad oder Kid Flash. Dieses Gründungstrio (erstmals 1964 mit einem gemeinsamen Auftritt in einem Heft) blieb nicht lange alleine respektive wurde im Laufe der Zeit die Kernbesetzung immer wieder verändert. Und nicht nur das: Spätestens seit dem Start der neuesten Realserie aus dem Hause DC mit dem Titel Titans ist die Junior-Liga auch immer mehr Nicht-Langzeitfans ein Begriff. Dass im Popkultur-Sektor sehr gern umbenannt wird respektive irgendwann Umbenennungen dann auch - gefühlt noch lieber - wieder rückgängig gemacht werden, ist kein Geheimnis. Dennoch geht es in diesem Fall viel mehr darum, dass man gewissermaßen den Reifeprozess des Urteams zum Ausdruck bringen wollte. Denn aus der ersten Generation der Teen Titans wurden eben im Laufe der Zeit die Titans, wodurch neue Gesichter in das Teen-Team nachrücken konnten. Und daher sollte sich auch niemand darüber wundern, dass in der Comic-Welt die Titanen zeitgleich mit und ohne den Zusatz “Teen“ anzutreffen sind. 

Im Jahre 2010 sollte man seitens DC dann allerdings ganz tief in die Kreativkiste greifen und eine Zeichentrickserie mit dem Namen Young Justice aus dem Hut zaubern. Und obwohl man sich, was die Protagonisten anbelangte, exakt aus dem Pool der traditionellen (Teen-)Titans-Charaktere bedient hatte, merkte man diesem Format dennoch direkt eine Ambitioniertheit an, die man bis dato im Kontext mit dem Nachwuchs der Gerechten so noch  nicht gesehen hatte. Grund genug, sich einmal etwas genauer mit diesem (Noch-)Geheimtipp zu beschäftigen.

Young Justice

Wie man große Fußstapfen füllt (in mehreren Staffeln)

Wer in den Neunzigern Kind war und Cartoons liebte, hatte gute Chancen früher oder später auf die Animated Series von DC zu treffen: Batman - The Animated Series (BTAS) und Superman - The Animated Series (STAS). 1999, 2001 und 2004 folgten schließlich noch Batman Beyond/Batman of the Future, Justice League und Justice League Unlimited. Obwohl auch die Marvel-Kreationen New Spider-Man oder X-Men bis heute unglaublich beliebt sind, hatte DC insgesamt einfach doch in Sachen gezeichnete Serien überzeugender abgeliefert. In dieser glorreichen TV-Ära liegt im Übrigen die bis heute von vielen Popkulturfans gelebte Überzeugung begründet, dass der große Konkurrent des “House of Ideas“ zwar auf der Leinwand auf absehbare Zeit nicht mit dem MCU wird mithalten können, aber auf den kleinen Bildschirmen wohl auf Sicht die Nase vorn haben wird.

Die beiden Namen, die untrennbar mit dieser Erfolgsgeschichte verknüpft sind, lauten bekanntlich Bruce Timm und Paul Dini. Ersterer war maßgeblich für den Look verantwortlich (hat allerdings auch viel Einfluss auf den Verlauf der Handlung genommen) und Zweiterer ausschließlich für die inhaltliche Ausrichtung der Kinderprogrammhits. Die Kreativen waren fest entschlossen, die Grenzen des Erlaubten auszutesten (insbesondere bei BTAS), was sicher auch ein Grund dafür war, weswegen ihre Werke bis heute einen exzellenten Ruf in der Fanszene genießen.

2010 dann die kleine Sensation: Kein Vertreter des dynamischen Duos würde an Young Justice mitwirken. Stattdessen übertrug DC Brandon Vietti, der zuvor beispielsweise schon an The Batman oder Batman: The Brave and the Bold mitgearbeitet hatte, und Greg Weisman die Verantwortung. Letzterer Name dürfte bei Cartoon-Liebhabern spätestens dann Begeisterungsstürme auslösen, wenn man ihnen sagt, was auf dessen Referenzliste zu finden ist. Weisman ist nämlich unter anderem der Kopf hinter der womöglich durchdachtesten und komplexesten Disney-Serie überhaupt - die der Mausohren-Konzern (nebenbei bemerkt) unverständlicherweise geradezu stiefmütterlich behandelt: Gargoyles - Auf den Schwingen der Gerechtigkeit. Außerdem geht The Spectacular Spider-Man ebenso auf Weisman zurück wie die vielgelobten Star-Wars-Comics Kanan - Der letzte Padawan sowie Kanan - Das erste Blut.

Dieser Mann hat also bei beiden US-Entertainment-Giganten seine Spuren hinterlassen und gerade mit den ersten zwei Staffeln seiner jungen Helden unglaublich viel für das Image von klassischen Zeichentrickproduktionen getan - in einer Zeit, in der viel zu oft proklamiert wird, dass Computer-animierte Serien und Filme das Maß aller Dinge seien. Daher kam es umso überraschender, als 2013 verkündet wurde, dass es trotz eines großen Cliffhangers in Episode 46 (vorerst) keine weiteren Folgen geben würde. Hauptsächlich hätte das laut Greg Weisman mit den zu geringen Spielzeugverkäufen zu tun gehabt - ein Faktor, der auch bereits bei der Absetzung von Gargoyles eine Rolle gespielt hatte und dessen Bedeutung für den Fortbestand von Cartoons generell nicht unterschätzt werden darf. Doch was heutzutage noch weniger unterschätzt werden darf, ist die Macht des Internets beziehungsweise der Fans. Denn letztendlich waren sie es, die, nachdem Netflix Anfang 2016 Young Justice in sein Portfolio aufgenommen hatte, durch eine Art “Dauer-Bingen“ bewirkten, dass der Streamingriese eine weitere Staffel in Auftrag gab. In den USA debütierte diese Anfang 2019 auf dem neuen DC-eigenen Streamingservice DC Universe, während sie in der restlichen Welt auf Netflix zu finden sein wird. Bis es so weit ist, lohnt ein Blick auf die Anfänge dieses  Ausnahmetitels, der, wie kürzlich bekanntgegeben wurde, auch eine vierte Staffel erhalten wird.

Young Justice

Inhalt

Aus den Assistentenschuhen waren Robin, Kid Flash und Aqualad zwar mittlerweile herausgewachsen, ihre Mentoren kamen aber nach einem intensiven Austausch zu der Überzeugung, dass sie noch nicht bereit dafür seien, der Justice League beizutreten.

Die Konsequenz: Die nächste Generation erhielt ein eigenes Geheimversteck, den sogenannten Mount Justice, in Red Tornado und Black Canary feste Ausbilder, und immer wieder auch echte Missionen, die anspruchsvoll waren, allerdings eben noch nicht unbedingt das Mitwirken der Liga der Gerechten vorausgesetzt hätte. Indirekt waren deren Mitglieder jedoch schon stets involviert, da sich im Wechsel auch immer wieder einzelne von ihnen den Anwärtern temporär annahmen.

Artemis, Superboy und Miss Martian komplettierten die Truppe, die, wie sich schnell herausstellte, von Anfang an deutlich mehr gefordert war, als man ursprünglich hätte annehmen können.

Justice Junior League? Nein, viel mehr!

Wenn man es richtig angeht, schlägt im Zeichentrickbereich wenig bis nichts eine gut gemachte Superheldenserie. Und richtig angegangen sind es zweifellos Brandon Vietti und Greg Weisman im Falle von Young Justice. Den zwei alten Branchenhasen war ganz offensichtlich vollkommen bewusst, dass es ihnen nur nützen könnte, wenn sie von Anfang an Anhänger von Justice League respektive Justice League Unlimited ebenso ansprechen würden wie Vertreter einer jüngeren Generation, die eventuell bis dato noch nicht einmal einen richtigen Bezug zu den großen Comic-Universen hatten. Dass es den beiden Hauptverantwortlichen damit sehr ernst war, erkennt man schon überaus deutlich in den ersten Episoden - vor allem in der Pilotepisode “Unabhängigkeitstag/Independence Day“.

Der Zuschauer wird mittels der bestens bekannten Granden wie Batman oder Superman abgeholt und zügig mit denen vertraut gemacht, die schon in den Startlöchern stehen, um aufzurücken. Der prominenteste Assistent ist sicherlich Robin, der kongeniale Partner des dunklen Ritters. Ein schönes Detail: Es ist wieder Richard John “Dick“ Grayson, also der erste Robin - Kenner wissen, dass es mittlerweile mehrere Boy Wonders gibt, die es in den Comic-Kanon geschafft haben. Dieser ist wieder deutlich jünger als in The Adventures of Batman & Robin, der zweiten BTAS-Staffel, der man einen eigenen Namen spendierte, und in der der junge Mann mit grüner Hose deutlich mehr in den Fokus rückte.

Außer ihm macht das Publikum noch zeitig Bekanntschaft mit Kid Flash alias Wally West und Aqualad alias Kaldur’ahm. Ihre Alter Egos geben den entscheidenden Hinweis: Sie wurden von dem Blitz (Flash) und dem König der Meere (Aquaman) höchstselbst ausgebildet. Zu den dreien gesellen sich im Laufe der Zeit noch Artemis (Crock), Miss Martian alias M’gann M’orzz und Superboy alias Conner Kent. Letzteren entdeckte das Gründungstrio noch alleine im Rahmen des ersten größeren Abenteuers. Und spätestens mit dem Einführen dieser Figur unterstrichen die Macher sehr deutlich, welche inhaltliche Schwerpunkte das weitere Geschehen bestimmen würden.

Young Justice

Der Offensichtlichste ist natürlich das Aus-dem-Schatten-ihrer-Mentoren-heraustreten-Wollen. Was die einzelnen Folgen aber erst so überdurchschnittlich gut macht, ist, dass der Zuschauer von Beginn an nicht nur mit der Truppe sympathisiert, sondern eine echte Bindung zu mindestens einem der aufstrebenden Helden aufbaut. Und dass dem so ist, hat primär damit zu tun, dass wir den nicht ganz normalen Teenagern dabei zusehen, wie sie an Herausforderungen wachsen und aus Rückschlägen - eventuell auch mit zeitlicher Verzögerung - etwas lernen. Und wenn sogar Liebe eine Rolle spielt, sollte jeder zu dem Schluss kommen, dass die Fans ihre Lieblinge beim Erwachsenwerden begleiten - und das stets parallel zu Weltrettungsmissionen.

Hierin besteht eindeutig das Erfolgsgeheimnis des Formats: Denn dieser Prozess passt einerseits zu ihrem Wunsch, vollwertige Justice-League-Mitglieder werden zu wollen und läuft andererseits bei jedem Jugendlichen doch sehr individuell ab. Exakt das ist auf den Bildschirmen im Zeitraum zwischen dem 4. Juli und Neujahr eines nicht näher bestimmten Jahres zu bewundern: Eine Gruppe unterschiedlichster Persönlichkeiten, von denen jeder trotz seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten sein Päckchen zu tragen hat. Alle sechs werden im Laufe der Staffel mehr als einmal mit ihren inneren Dämonen konfrontiert - alleine, in einer Klein- oder in der Großgruppe. Jeder dieser Erzählstränge könnte mit “Identitätssuche“ übertitelt werden. Und ohne dass uns diese Dinge auch nur ansatzweise via Holzhammer vermittelt werden, erkennt man irgendwann, dass diejenigen, die hierbei reüssieren, einen großen Schritt in Richtung Liga-der-Gerechten-Vollmitgliedschaft machen.

Ganz nebenbei sieht man besonders gut an dem Umgang von Vietti und Weisman mit DCs größtem Pfund, ihren Bösewichten, wie sehr die beiden gewillt waren, in Sachen enorm ergiebige Comic-Historie aus dem Vollen zu schöpfen. Dennoch funktionieren die einzelnen Folgen auch ohne, dass man sich die davor oder danach spielenden zu Gemüte geführt hat; sie funktionieren jedoch besser, wenn man es hat, und das auf mehreren Ebenen. Vor allem  aber ist früh spürbar, dass nicht einfach nur ein roter Faden existiert, sondern dass es sich um einen handelt, der in dieser Form nicht oft vorkommt und offenbar schon jede Menge Young-Justice-Zukunft beinhaltet - weit bevor diese überhaupt erstmals spruchreif war.

Fazit

Das Team hinter dem Team muss nicht das uninteressantere sein - dies beweist Young Justice auf eindrucksvolle Weise. Außerdem bietet es jedem, der schon immer einmal in das DC-Universum hineinschnuppern wollte, einen idealen Einstiegspunkt und hält gleichzeitig genug Unerwartetes und Originelles für die Treusten der Treuen bereit. Serienfanherz, was willst du mehr?

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© Warner Bros. Animation / DC Entertainment

Bericht von der Comic Con Germany 2019: Stuttgart im Zeichen der Popkultur

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Comic Con Germany

Etwa eine halbe Stunde dauert es dann doch, bis man via S-Bahn die Strecke "Stuttgart Hauptbahnhof - Messe/Flughafen“ zurückgelegt hat. Der Weg von der Haltestelle bis zum Ziel ist aber dafür extrem überschaubar und vor allem optimal ausgeschildert - nein, so selbstverständlich, wie man meinen könnte, ist dieser Umstand nicht. Conventions aller Art mit Popkultur-Bezug, also etwa auch der AnimagiC, ist eines gemein: Je näher man dem Veranstaltungsort kommt, desto mehr Cosplayern und Gleichgesinnten begegnet man, sodass schon vor Betreten der Halle das gewisse Con-Feeling aufkommt.

Auf den ersten Blick wird deutlich: Der Status quo kann nur der Anfang sein, da die Location wirklich alle Voraussetzungen mitbringt, um die Comic Con Germany in den kommenden Jahren in einem gesunden Rahmen wachsen lassen zu können. Womit wir schon beim Thema wären: Wo steht die Messe, und was wären mögliche nächste Schritte? Zum mittlerweile vierten Mal war die Landeshauptstadt Baden-Württembergs am 29. und 30. Juni 2019 das Ziel von Popkultur-Begeisterten aus ganz Deutschland.

An dieser Stelle sei noch ein letztes Mal erklärt, dass es mehrere German Comic Cons in unterschiedlichen Städten (etwa München oder Frankfurt), allerdings nur eine Comic Con Germany gibt, und zwar - wie schon erwähnt - einmal im Jahr in Stuttgart. Die Neckar-Metropole wurde sicher nicht zufällig Heimat dieses sympathischen Events für Geeks und Nerds; immerhin ist dort seit jeher der Panini-Verlag ansässig, der sämtliche Marvel- und DC-Helden in seinem Portfolio hat, unter dem Panini-Manga-Label sogar gezeichnete Abenteuer aus Japan herausbringt und sicherlich einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat, dass das Nerdtum hierzulande endgültig der Nische entwachsen zu sein scheint.

Der zweite Big Player aus der Region ist Cross Cult respektive Manga Cult aus Ludwigsburg. Insbesondere alle Zombie-Freunde wissen, dass deren Logo auf den The-Walking-Dead-Bänden zu finden ist, die sie sich in regelmäßigen Abständen zulegen. Daher war es auch nicht wirklich überraschend, dass man nach Betreten der Halle 1 gerade diese beiden Stände praktisch nicht verfehlen konnte, da sie nicht nur von ihrer Lage profitierten, sondern ebenfalls schlicht zu den größten gehörten.

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Das dritte deutsche Branchenschwergewicht ist der Splitter Verlag, der jedoch nur indirekt anwesend war. Titel aus dessen Sortiment erwerben konnte man bei der Sammlerecke Comics und Romane. Damit aber nicht genug: Neben einem der zahlreichen mit Neuheiten, Klassikern und längst nicht mehr zu bekommenden (auch gebrauchten) Schätzen gefüllten Regale fanden an beiden Tagen zudem Signierstunden der aufstrebenden Newcomerin Katrin "Radacs“ Gal statt, die mit ihrem Erstlingswerk Radius 1: Rebellion aktuell für Furore sorgt und an deren Arbeit Verlag und Leser wohl noch viel Freude haben werden.

Eine kleine Zeichnung inklusive Unterschrift war allerdings auch wenige Meter entfernt bei Panini (etwa von Daniela Schreiter, Mark Brooks oder Arild Midthun) oder bei Cross Cult (von Cristin Wendt und Eduardo Risso) zu bekommen. Trotz des erwartbaren großen Andrangs nahmen sich die Künstler allesamt viel Zeit für die kleinen und großen Fans und hatten auch stets für sie noch ein freundliches Wort übrig. Überhaupt war die Atmosphäre sehr harmonisch und familiär, was in dieser Community glücklicherweise keine Seltenheit ist. Die Besucher äußern sich beispielsweise auch sehr wertschätzend den Cosplayern oder den Künstlern, die an ihren Tischen Kostproben ihres Könnens auslegten, gegenüber.

Verschweigen darf man dennoch nicht, dass es der Con zweifellos gutgetan hätte, wenn beispielsweise die bekannten Schriftzüge von Carlsen oder Egmont über einem eigenen, geräumigen Stand zu sehen gewesen wären. Denn schließlich bemüht man sich in Hamburg wie auch in Berlin seit einer halben Ewigkeit darum, seinen Lesern eine vielversprechende Auswahl an Comics und Manga anzubieten - ein Unterfangen, das bis zum heutigen Tage in den allermeisten Fällen geglückt ist. Und auch die Manga-Experten von Altraverse, Kazé Manga oder Tokyopop hätten ihre treuen Anhänger sicher glücklich gemacht, wenn sie eine Delegation nach Stuttgart entsandt hätten - wobei man fairerweise anführen muss, dass mit der DoKomi und der AnimagiC zwei der wichtigsten Anime-Manga-Messen ebenfalls im Sommer stattfinden.

Immerhin Pyramond - nach wie vor ein Verlags-Geheimtipp - hatte es mitsamt einer spannenden Auswahl an innovativen und sehr abwechslungsreichen Titeln in den Südwesten verschlagen. Grundsätzlich bleibt jedoch festzuhalten: Mehr Aussteller dieser Kategorie würden nicht nur mehr Zeichnern und Autoren zu noch mehr Aufmerksamkeit verhelfen, sondern auch schlicht dafür sorgen, dass die Comic Con Germany noch stärker mit dem verbunden wird, was dem Namen nach ihren Kern bilden sollte: gezeichnete Fiktion.

Comic Con Germany

In Sachen Merchandise ist man schon auf einem guten Weg und was die Gäste anbelangt, hat man seit dem Startschuss 2016 stets ein interessantes Line-up zusammenstellen können - in der Regel entstammen die Eingeflogenen zwar nicht dem A-Lister-Regal, allerdings ist das Ganze auch immer eine Frage des Blickwinkels: Denn Star-Trek-Fans würden Jonathan Frakes (William T. Riker) und Brent Spiner (Data) wohl eher nicht mit einem "B“ versehen, und Game of Thrones zeichnet ohnehin aus, dass sich selbst vermeintliche Neben- oftmals final als Hauptfiguren entpuppen, die dann wiederum zu Fanlieblingen werden - dies gilt selbst für Sadisten wie Ramsay Bolton, der von Iwan Rheon, dessen Panel-Auftritt wirklich sehr sympathisch war, großartig gespielt wurde.

Und wer sich eher im Superhelden-Kosmos wohlfühlt, durfte sich über die Abstecher der zwei MCU-Gesichter Pom Klementieff (Mantis) und Karen Gillan (Nebula) freuen - Letztere hat zudem im Doctor-Who-Universum ihre Spuren hinterlassen und arbeitet gerade daran, mit ihren Auftritten in den neuen Jumanji-Filmen (The Next Level startet im Dezember 2019) Kultstatus zu erlangen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich ein Trip nach Stuttgart wirklich lohnt, weil es neben all den Khal Drogos und Aquamen (Jason Momoa ist der Mann für die Cosplay-Rollen), lebensgroßen R2D2s, die durch den Raum düsen, Lizenz-Lego-Sets, tollen Prints, den unterschiedlichsten (Sammler-)Figuren und selbstverständlich Comics vor allem um eines geht: Den Besuchern tolle Tage zu bereiten. Diesmal waren es etwa 35.000, von denen höchstwahrscheinlich viele 2020 erneut mit dabei sein werden - sicherlich auch ein Verdienst des Organisationsteams und der unzähligen Helfer, deren Einsatz ohnehin nie genug gewürdigt werden kann.

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© Florian Kaiser

Black Hammer: Dark Horse kündigt Crossover mit der Justice League an

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Black Hammer

Verlagsübergreifende Crossover sind in den Comics keine Seltenheit. So arbeitete Batman schon mit Spawn, Hellboy oder den Teenage Mutant Ninja Turtles zusammen. Demnächst soll der dunkle Ritter zusammen mit seinen Justice-League-Kollegen der Farm von Golden Gail, Abraham Slam, Colonel Weird, Barbalien und Madame Dragonfly einen Besuch abstatten. Diese dort gestrandeten Superhelden Helden stammen aus der Black-Hammer-Serie von Autor Jeff-Lemire (Sweet Tooth, Descender) und Zeichner Dean Ormston (Northlanders).

Black Hammer erschien 2015 bei Dark Horse Comics und wurde seitdem schon zweimal mit einem Eisner Award ausgezeichnet. Nach einem schicksalhaften Gefecht gegen ihren Erzfeind finden sich die einstigen Beschützer von Spiral City in einem gottverlassenen Kaff mitten im Nirgendwo wieder. Schnell müssen die Superhelden erkennen, dass es aus der Kleinstadt für sie kein Entkommen gibt.

Neben den regulären Bänden der Reihe gibt es bereits mehrere Spin-Offs und demnächst auch ein Crossover mit dem Titel Black Hammer/Justice League: Hammer of Justice. Verantwortlich für das Zusammentreffen der unterschiedlichen Helden ist ein mysteriöser Mann der gleichzeitig auf der Black-Hammer-Farm und in Metropolis auftaucht. So gelangen schließlich Batman, Green Lantern, The Flash, Wonder Woman und Superman auf die abgelegene Farm.

An dem Crossover arbeitet Lemire zusammen mit dem Zeichner Michael Walsh (Spider-Man). Außerdem soll es Cover von Andrea Sorrentino (Gideon Falls), Dave Stewart (Hellboy), Yanick Paquette (Swamp Thing) und Yuko Shimizu geben.

Das Erste von insgesamt fünf Hammer-of-Justice-Heften erscheint am 10. Juli bei Dark Horse.

DC-Comic-Kritik - Batman Paperback 1: Ich bin Gotham & Batman - Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee (Rebirth)

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Batman Detective Comics

In einem Satz zusammengefasst würde das zentrale Anliegen der DC-Verantwortlichen, das sie mit dem Großprojekt DC Universe Rebirth verfolgten, wohl lauten: Gebt den (langjährigen) Fans das, was sie wollen - und seid dabei Neueinsteiger-freundlich.

Das Ergebnis ist bekannt: Zahlreiche bei Anhängern und Kritikern gleichermaßen geschätzte Reihen … und insgesamt drei Batman-Titel. Das wiederum ist, wenn man ehrlich ist, aber nicht sonderlich verwunderlich. Der Dunkle Ritter ist schließlich nach wie vor einer der beliebtesten, wenn nicht sogar der beliebteste Superheld überhaupt, und sein Universum bietet auch schlicht genug Stoff, um selbst nach so vielen Jahren immer wieder völlig neue Geschichten mit Bat-Bezug erzählen zu können.

Nachdem All-Star Batman 1: Mein schlimmster Feind bereits vorgestellt wurde, soll es in diesem Beitrag um die ersten Bände von Batman sowie Batman: Detective Comics gehen.

Zusammen…

Autor Tom King könnte definitiv Protagonist in einem sicherlich extrem unterhaltsamen Comic sein. Seine Vita würden einige der potenziellen Leser mutmaßlich sogar für etwas zu konstruiert halten, denn bevor sich der US-Amerikaner wieder Vollzeit seinen Panels widmete, arbeitete dieser - kein Scherz - für die CIA. Wenn das nicht die optimalen Voraussetzungen sind, um Scott Snyders Werk fortsetzen zu können.

In seinem die ersten sechs Einzelheftausgaben sowie Batman: Rebirth 1 enthaltenden Debüt-Trade Ich bin Gotham legt der Eisner-Award-Gewinner (für Vision) zwar noch nicht alle Karten auf den Tisch, deutet allerdings ebenso an, dass "more of the same" nicht unbedingt seine Sache ist.

Die bewusste Doppeldeutigkeit in Bezug auf den Namen der Nachbarstadt von Metropolis lässt diesen über allem stehenden Satz daher noch passender erscheinen. Tatsächlich handelt es sich hier nämlich nicht um Gotham City, sondern um zwei neue Helden, die sich Gotham und Gotham Girl nennen, über enorme Kräfte verfügen und unter Anleitung der Fledermaus dort helfen wollen, wo sie gebraucht werden.

Batman Rebirth

Anfangs gelingt das auch durchaus gut und es hat überdies fast den Anschein, als würde Bruce Wayne Gefallen daran finden, zumindest theoretisch einmal eine Nacht seine Maske nicht aufsetzen zu müssen. Selbstverständlich stellt sich recht schnell heraus, dass dieses Szenario ein hypothetisches bleibt, da ein plötzlicher Aufstieg in die Justice-League-Gewichtsklasse selten einfach so erfolgt - und so viel sei verraten: Der Preis, den die beiden dafür zahlen, ist extrem hoch.

Genau darin liegt ganz offensichtlich eine der großen Stärken Kings: Er treibt in seiner ersten Storyline im Bat-Kosmos den Protagonisten sowie die von ihm eingeführten Figuren an ihre Grenzen und darüber hinaus. Interessanterweise verzichtet er beinahe komplett darauf, zu diesem frühen Zeitpunkt schon auf einen der unzähligen berüchtigten Arkham-Insassen zu setzen und begnügt sich stattdessen mit Schurken aus der zweiten oder dritten Reihe, die er dafür aber gekonnt in das Geschehen einbindet. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen wirkt all das Dargebotene eher wie eine Art Epilog, in dem gewissermaßen eine Staffelstabübergabe vollzogen wird, und nicht wie ein Abenteuer, das schon Fahrt aufgenommen hat. Nicht umsonst steht Scott Snyders Name ebenfalls auf dem Cover und nicht umsonst ist das absolute Highlight des Paperbacks auf der letzten Seite zu finden: Ein Cliffhanger, wie man ihn sich wünscht.

…ist man weniger allein

Etwas konsequenter als Tom King geht der noch recht junge (Jahrgang 87), allerdings keinesfalls mehr als Nachwuchstalent durchgehende James Tynion IV bei seinem ersten Ausflug in das wiedergeborene DC-Universum in Sachen Teambuilding vor - und nein, damit sind keine vertrauensbildenden Maßnahmen gemeint.

Sein Batman beginnt höchstselbst damit, eine Gruppe zusammenzustellen, um einer Bedrohung, deren Ausmaß lange nicht abzusehen ist, etwas entgegensetzen zu können. Ob er jedoch wirklich glaubt, diese Hilfe zu benötigen oder ob es einen anderen Grund für diesen Schritt gibt, sei einmal dahingestellt.

Es besteht aus Red Robin, Orphan, Spoiler, dem (geläuterten?) Clayface und Batwoman alias Kate Kane, die diese buntgemischte Truppe trainieren soll. Ein erster bedeutender Schritt von Gothams Mitternachtsdetektiv, denn die von ihm mit der Ausbildung dieses Quartetts betraute junge Frau ist niemand Geringeres als seine Cousine, die er überdies endlich in sein Geheimnis einweiht. Und wie sich bald herausstellt, haben all die Herausforderungen, mit denen es diese Alternativ-Bat-Familie zu tun bekommt, unmittelbar mit der Vergangenheit der Ex-Soldatin zu tun.

Auf den ersten Blick erscheint es mutig, "The World’s Greatest Detective" in dem Ur-Batman-Titel schlechthin zum Start in diese neue Ära nicht dauerhaft in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen, auf den zweiten schlicht folgerichtig. So können sich Komplettisten über sehr unterschiedliche Geschichten und Neueinsteiger sowie Wechsel-Wähler über die Existenz echter Alternativen freuen.

Batman Detective Comics

Insbesondere die Entscheidung neben Batwoman auch Jung-Genie Tim Drake alias Red Robin in das Zentrum der Handlung zu rücken, erweist sich schon nach einigen Seiten als eine sehr kluge, da sein Einfallsreichtum und seine Schlagfertigkeit immer wieder für eine Auflockerung der insgesamt sehr ernsten Tonalität sorgen.

Abschließend vielleicht noch ein Wort zu einem geteilten Plus: Während bei Batman Paperback 1 in David Finch, Mike Janin und Ivan Reis das erste starkes Zeichner-Trio am Werk war, überzeugte bei Batman: Detective Comics Paperback 1 das zweite, bestehend aus Eddy Barrows, Alvaro Martinez sowie Al Barrionuevo. Auffällig ist, dass es zu keinen extremen stilistischen Brüchen innerhalb der Storys kommt, sondern eher zu Varianten eines Looks (etwas mehr Retro-Charme versprühend versus eher moderner anmutend), der sich in beiden Fällen durch ausgeprägte Liebe zum Detail auszeichnet.

Fazit

Der doppelte Dark Knight hat zweifelsohne seine Daseinsberechtigung. Weder Tom King noch James Tynion IV lassen es sich nehmen, ihre zugegebenermaßen recht unkonventionellen Ideen in die Tat umzusetzen. Dadurch fühlen sich beide Reihen zunächst etwas anders an, was sicher nicht jedem gefallen, aber viele wahrscheinlich sehr neugierig auf all das machen wird, was da kommen möge. Die jeweiligen Cliffhanger lassen jedenfalls eine Menge spannender Entwicklungen möglich erscheinen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Panini Comics/ DC Comics

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist der 80. Geburtstag von Superman

Am 18. April 1938 erschien die erste Ausgabe von Action Comics. Titelstory war eine Geschichte von Jerry Siegel und Joe Shuster mit dem Titel Superman. Der erste und wohl bekannteste Superheld der Welt feiert also dieses Jahr seinen achtzigsten Geburtstag. Obwohl, wenn man es genau nimmt, ist der Mann aus Stahl bereits 85 Jahre alt. Denn bereits 1933 veröffentlichten Siegel und Shuster in ihrem eigenen Magazin eine Kurzgeschichte mit dem Titel The Reign of the Superman.

Der Held war 1933 aber noch ein glatzköpfiger Bösewicht wie später Lex Luthor, und strebte mit Hilfe seiner übermenschlichen Fähigkeiten die Weltherrschaft an. In den folgenden fünf Jahren wurde die Figur von den beiden Schöpfern mehrmals überarbeitet und erfolglos mehreren Verlagen zur Veröffentlichung angeboten. Im Frühjahr 1938 suchte der Verlag National Publications, heute DC, noch einen Comic für seine neue Heftreihe Action Comics und holte Siegel, Shuster und Superman an Bord.

Viele Verlage werden sich rückblickend sehr geärgert haben, dass sie das Potential der Comicstrips falsch eingeschätzt haben. Gerade wenn man bedenkt, mit welcher Summe DC den Autor und den Zeichner von Superman abspeisten. Die Rechte an der Figur traten die beiden für einen Scheck von rund 130 Dollar an den Verlag ab.

Siegel und Shuster versuchten nach dem großen Erfolg des Comics, in einem langjährigen Rechtsstreit die Rechte an Superman zurückzugewinnen. Erst 1978 lenkte Time Warner, der heutige Besitzer von DC-Comics, ein und zahlte den beiden eine jährliche Rente von 24.000 Dollar. Außerdem werden ihre Namen seitdem als Schöpfer der Figur in den Comics und Filmen aufgeführt. Der Roman Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay von Michael Chabon vermittelt anhand fiktiver Figuren sehr gut, wie die Arbeitswelt von Jerry Siegel und Joe Shuster ausgesehen hat.

Superman entstand in den Dreißigerjahren nicht aus dem Nichts. Es gab bereits zahllose andere Helden in den Comicstrips der Zeitungen und in den Abenteuergeschichten der Pulpmagazine. So verschmolzen die beiden Schöpfer Vorbilder wie Flash Gordon, Buck Rogers, Tarzan oder Zorro zu ihrem ganz persönlichen Helden. Herausgekommen ist dabei etwas völlig Neues: ein außerirdischer Superheld, der mit Hilfe seiner übermenschlichen Kräfte ein ums andere Mal die Welt rettet.

Auch wenn die Herkunftsgeschichte von Superman im Laufe der Zeit immer wieder verändert und aktualisiert worden ist, der Kern ist jeweils gleich geblieben: Superman wurde als Kal-El auf dem Planeten Krypton geboren. Als der Untergang ihrer Welt drohte, schickten seine Eltern ihn in einer Raumkapsel zur Erde. Dort wächst er auf einer Farm in Kansas als Clark Kent auf.

Als Erwachsener arbeitete in der Stadt Metropolis als Reporter für den Daily Planet und schlüpft bei Gefahr in sein rotblaues Superheldenkostüm, um Bedrohungen von der gesamten Menschheit abzuwehren oder einfach nur einzelne Menschen in Not zu retten.

Im Gegensatz zu Bruce Wayne alias Batman ist Superman nicht die Tarnidentität von Clark Kent. Der Reporter mit der Brille ist vielmehr die Tarnung eines Außerirdischen mit Namen Kar-El. Das Exil auf der Erde ist aber auch Supermans Stärke, denn seine Kräfte erhält er durch die gelbe Sonne des Planeten.

Seine Fähigkeiten sind im Laufe der letzten achtzig Jahre immer wieder abgeändert und erweitert worden, so konnte Superman in den ersten Ausgaben von Action Comics noch nicht fliegen, sondern nur besonders hoch und weit springen. Zu seinem Standard-Fähigkeiten gehören mittlerweile neben dem Fliegen auch seine übermenschliche Stärke, sein Hitze- und sein Röntgenblick. Außerdem ist er nahezu unverwundbar. Sein einzige Schwäche ist das außerirdische Mineral Kryptonit, welches ihn schwächt und im schlimmsten Fall sogar töten kann.

Nach dem Erfolg des ersten Superman-Comics wurden der Held schnell zur heimlichen Titelfigur von Action Comics. Ab 1939 baute National Publications aufgrund steigender Verkaufszahlen seine Superman-Publikationen weiter aus: Action Comics folgten Heftserien wie Superman, Superman: Man of Steel oder Supergirl. Außerdem gab es noch World's Finest Comics in denen Superman gemeinsame Abenteuer mit Batman bestehen musste.

Es dauerte auch nicht lange, bis Superman in andere Medien vordrang. Den Beginn stellte Anfang der Vierzigerjahre die dreimal pro Woche ausgestrahlte Hörspielserie The Adventures of Superman dar. In der Radiosendung taucht auch zum ersten Mal das grüne Kryptonit auf. 1941 folgte dann eine erste Zeichentrickserie der Fleischer Studios.

Sieben Jahre später wurde Superman zum ersten Mal durch einen realen Schauspieler dargestellt. Kirk Alyn spielte den Helden in 15 Episoden der amerikanischen Kino-Serie. Ihm folgte 1951 George Reeves in dem Film Superman and the Mole Men und der Fernsehserie Adventures of Superman. Am bekanntesten dürfte aber heute noch Christopher Reeve Darstellung sein, der den Helden zwischen 1978 und 1987 viermal im Kino verkörperte.

Das Drehbuch schrieb damals Autor Mario Puzo (Der Pate). Regisseur Richard Donner konnte die Nebenrollen mit den bekannten Schauspielern wie Marlon Brando und Gene Hackman besetzen. Stil prägend war zudem die Filmmusik von John Williams (Star Wars, Indiana Jones).

In den Neunzigern war der Held dann nur noch im Fernsehen zu sehen. Der Fernsehserie Superboy, welche den Fokus auf den jugendlichen Superman legte, folgte ab 1993 Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark, welche die romantische Beziehung der beiden Titelfiguren in den Mittelpunkt der Handlung rückte. Ab 2001 wurde in der Serie Smallville wieder die Jugendabenteuer von Clark Kent erzählt, bis er 2011 das rote Cape überwarf und die Serie endete.

Dazwischen hatte es wieder eine eher erfolglose Kinoadaption mit Brandon Routh in der Hauptrolle gegeben. Henry Cavill war mehr Erfolg beschienen. Er durfte Superman nach Zack Snyders Man of Steel aus dem Jahr 2013 in Batman v Superman: Dawn of Justice und Justice League erneut spielen.

Das Interesse am Superman-Kosmos scheint derzeit wieder groß zu sein. Superman hatte in der aktuellen Supergirl-Serie des Senders CW seinen Auftritt. Außerdem erzählt die Serie Krypton die Vorgeschichte seiner Eltern.

Vielleicht erfreut sich Superman nach wie vor so großer Beliebtheit, weil er, wie heute nur noch wenige Helden, ohne Wenn und Aber für das Gute einsteht. Manche finden ihn hingegen aufgrund dieser Tatsache langweilig und geben seinem düsteren Kollegen Batman den Vorrang. Für die dunklen Aspekte sind in den Superman-Geschichten seine Widersacher Brainiac, Darkseid, Bizarro, Doomsday und sein wohl bekanntester Gegner Lex Luthor zuständig.

In den PC-Spiel Superman Injustice und der begleitenden Comicserie wird Superman einmal selbst zum Gegner. Nachdem der Joker Lois Lane brutal ermordet hat, schwingt sich der Man of Steel zum Weltdiktator auf, um so alle Kriminalität und Gewalt auf der Welt zu beenden. Während sich einige Helden wie Hal Jordan seiner Mission anschließen, versuchen Batman, Green Arrow und ihre Verbündeten, sein Regime zu stürzen.

Mit Superman ist also vieles möglich, man kann ihn in einer Elseworld-Story böse werden lassen oder gleich in der regulären Comicserie sterben lassen: Im Jahr 1992 kündigte DC den Tod von Superman an. Der Tag, an dem Superman starb beendete dann 1993 alle regulären Superman-Serien – allerdings nur für kurze Zeit, bis der Held von den Toten zurückkehrte.

Die Idee Superman sterben zu lassen, entstand als Witz während einer Planungssitzung der verantwortlichen DC-Redakteure. Selbstverständlich ließ es sich langfristig nicht durchhalten. Superman ist schon längst zur weltweiten Ikone geworden.

Aber auch der Man of Steel muss mit der Mode gehen. So prangt zwar immer noch das berühmte S auf seiner Brust, aber das Design seines Kostüms hat einige Änderungen erfahren. Die weitreichendste Neuerung gab es 1998, als sich der Held in den Comics in ein Energiewesen verwandelt. Er trug nun nicht mehr seinen blauen Anzug mit dem roten Umhang, Stiefel und Überhose, sondern einen blau-weißes Kostüm.

Doch diese Änderung ging zu weit, und Clark Kent streifte sich bald wieder sein gewohntes Outfit über, wenn er zu Heldentaten aufbrach. In dem Film Man of Steel wurde nur eine kleine Änderung am Kostüm vorgenommen und die rote Unterhose, welche Superman vorher über seinen blauen Anzug trug, weggelassen.

Eine so berühmte und bekannte Figur zieht auch viele Nachahmer und Karikaturen nach sich. So fliegt in der Sesamstraße Supergrobi herum, Goofy verwandelt sich mithilfe spezieller Erdnüsse in Supergoof und bei den Simpsons gibt es den Radioactive Man. In dem Monty-Python-Sketch "Bicycle Repair Man" wird das Prinzip umgekehrt: In einer Welt voller Supermänner ist der Fahrradmechaniker der eigentliche Held.

Aber auch in den Comics ist Superman nicht immer gleich Superman. In der Miniserie Flashpoint wurde Kal-El in einer alternativen Zeitlinie bereits als Kind von der Regierung entdeckt und in einem unterirdischen Bunker gefangen gehalten. So ahnt er nichts von seinen Superkräften, als Flash und der alternative Batman ihn befreien. Auch Mark Millar (Starlight) verändert in Superman: Red Son die Ausgangslage des Helden. Die Raumkapsel mit den jungen Kryptonier landet nicht in Kansas, sondern in der Sowjetunion der Dreißigerjahre.

2017 hat Autor Frank Miller (Sin City) angekündigt, dass er zusammen mit dem Zeichner John Romita Jr (Kick-Ass) in Superman Year One nochmals die ersten Tage des Helden erzählen will. So schließt sich nach achtzig Jahren der Kreis.

In Action Comics #1 hatte eine wichtige Nebenfigur aus dem Superman-Universum ebenfalls ihren ersten Auftritt: Lois Lane. Man solle also nicht vergessen, auch der mutigen Journalistin, die Superman in vielen seiner Abenteuer zur Seite gestanden hat und an den Jubiläumstagen meist stillschweigend übergangen wird, zu gratulieren: herzlichen Glückwunsch Lois Lane!

zusätzlicher Bildnachweis: 
© DC Comics/Superman Inc/ Dovemead Films, Film Export A.G.,/Warner Bros., Atlas Entertainment, Cruel & Unusual Films/ABC, December 3rd Productions, Gangbuster Films Inc., Lorimar Television

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