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Disney gibt Startdatum, Preise und Inhalte für seinen Streaming-Dienst bekannt

Am Donnerstag hat Disney offiziell das Startdatum für seinen geplanten Streaming-Dienst bekannt gegeben und zudem noch eine ganze Reihe von weiteren Details zu Preisen und den Inhalten enthüllt. So wird der Dienst offiziell am 12. November an den Start gehen. Zum Startzeitpunkt ist Disney+ nur für Abonnenten in den USA verfügbar. Ob und wann der Streaming-Dienst auch nach Deutschland kommt, ist noch unklar.

In Hinblick auf den Preis macht der Konzern zudem gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz von Netflix und Amazon. Demnach kostet das Abo entweder 6,99 Dollar im Monat oder 69,99 Dollar im Jahr. Darüber hinaus gibt es Pläne, den Zuschauern ein Kombi-Angebot machen, durch das sie neben Disney+ auch auf die Inhalte von Hulu und ESPN+ zugreifen können. Dafür hat Disney aber noch keinen konkreten Preis bekannt gegeben.

Zum Start von Disney+ werden unter anderem folgende Inhalte verfügbar sein:

  • Die Simpsons
  • The Mandalorian (Star Wars)
  • Captain Marvel
  • Forky Asks a Questen (Pixar-Kurzfilmreihe)
  • Realverfilmung von Susi und Strolch
  • Alle Kurzfilme von Pixar
  • Inhalte von Nat Geo
  • High School Musical: The Musical: The Series
  • 5000 Folgen von Disney-Channel-Serien
  • 100 Disney-Channel-Filme

Zudem hat Disney folgende Projekte angekündigte, die im ersten oder zweiten Jahr zum Angebot hinzugekommen sollen:

  • The Falcon and The Winter Soldier
  • WandaVision
  • Loki
  • Marvel's What If...?
  • Star-Wars-Serie mit Cassian Ando
  • Alle Star-Wars-Filme
  • Alle Pixar-Filme
  • Mehr als 500 Filme aus der Disney-Bibliothek

Hawkeye-Serie angeblich für Disney+ geplant

Eine Hawkeye-Serie war schon lange ein Glitzern in den Augen seines Darstellers Jeremy Renner, der öffentlich dafür Interesse zeigte. Es ist also wenig verwunderlich, dass Disney für seinen neuen Streaming-Service Disney+ anscheinend alles Notwendige in die Wege leitet. 

Hierbei soll es sich zunächst um eine limitierte Serie über den überdurchschnittlich talentierten Bogenschützen handeln. Aus dem Projekt soll letztendlich eine Abenteuerserie entstehen, in der Clint Barton alias Hawkeye den Bogen an die nächste Generation in der Form von Kate Bishop weitergeben, die auch in den Marvel Comics das Heft in die Hand genommen hat. Sie ist in den Comics außerdem ein Mitglied der sogenannten Young Avengers. 

Jeremy Renner ist seit seinem Gastauftritt in Thor ein fester Bestandteil des Marvel Cinematic Universe. Der Darsteller ist daneben bekannt für seine oscarnominierten Darstellungen in The Hurt Locker und The Town - Stadt ohne Gnade. Weiterhin spielte er unter anderem auch in den beiden Mission-Impossible-Filmen Ghost Protocol und Rogue Nation mit.   

Der Disney+ Service plant auch Serien zu den Marvel-Figuren Falcon und Bucky Barnes, Loki, Vision und Scarlett Witch. Wann die Serien das Licht des neuen Streamingsenders erblicken sollen, ist noch nicht bekannt.

What If: Marvel kündigt neue Animationsserie für Disney+ an

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Das Marvel-Universum ist eine Welt voll ungeahnter Möglichkeiten und ebenso vieler Geschichten, wovon den Fans viele bereits bekannt sind. Doch was wäre, wenn? Diese Frage stellten sich etliche bekannte Comic-Autoren, sodass in der gleichnamigen Reihe What If die wohl ungewöhnlichsten Abenteuer entstanden sind. Wie nun bekannt wurde, planen die Marvel Studios diese Geschichten als Animationsserie für Disney+ zu adaptieren.

"Was wäre, wenn Iron Man ein Verräter wäre?", "Was, wenn Captain America zum US-Präsident gewählt wurde?", "Was, wenn Onkel Ben noch leben würde?" oder wenn Thor auf der Seite von Galactus kämpfen würde oder die X-Men bei ihrer ersten Mission alle gestorben wären? Bereits seit dem Jahr 1977 veröffentlicht Marvel Comics solche Geschichten, welche außerhalb der gewohnten Kontinuität des Comic-Universums spielen.

Welche der rund 200 alternativen Geschichten die Basis für die kommende Serie bilden werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Ebenso wenig, wer diese auf Papier bringen wird. Marvel-Studios-Chef Kevin Feige wird hingegen das Projekt überwachen, welches kein Teil des etablierten Marvel Cinemativ Universe sein wird. Wann die animierte Anthologie-Serie auf Disneys Streamingdienst ihre Premiere feiern wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Gleiches gilt auf für den Streamingdienst selbst, dessen offizieller Start irgendwann dieses Jahr noch erfolgen soll. Damit man dort auch etwas vorweisen kann, arbeitet man bereits auf Hochtouren an Mini-Serien zu Loki, Scarlett Witch und Vision sowie Falcon und dem Winter Soldier. Abseits von Marvel erwartet den Zuschauer mit The Mandalorian zudem die erste Live-Action-Serie im Star-Wars-Universum.

Ehemalige Hearthstone-Entwickler arbeiten an Spiel für Marvel

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Marvel hatte in seinen Videospielumsetzungen bisher eher wenig Erfolg. Daher war Marvel's Spider-Man aus dem mittlerweile vergangen Jahr auch so ein Achtungserfolg. Den möchte der Comic- und Medienriese gerne wiederholen und hat daher seine Lizenz dem kleinen Indie-Studio Second Dinner gegeben. Das gibt es zwar noch nicht lange, besteht aber aus ein paar Veteranen des großen Videospiele-Riesen Blizzard.

Unter der Leitung von Ben Brode arbeiten mehrere ehemalige Entwickler von Blizzard. Brode und sein Team waren dort verantwortlich für Hearthstone, ein Online-Kartenspiel im Warcraft-Universum, das sich zu einem unverhofften Hit für Blizzard entwickelt hat.

Mit an der Finanzierung beteiligt, mit einer Geldspritze von 30 Millionen US-Dollar, ist das chinesische Unternehmen NetEase. Das wurde gleichzeitig mit dem Marvel-Setting des Erstlingswerks von Second Dinner verkündet. Übrigens arbeitet NetEase zusammen mit dem ehemaligen Arbeitgeber von Brode und Co. am Mobile-Ableger von Diablo, das auf der letztjährigen BlizzCon vorgestellte Diablo Immortal. Auch die Selbstbeschreibung auf der Webseite von Second Dinner lässt erahnen, dass das neue Marvel-Spiel hauptsächlich auf Smartphones und Tablets ausgelegt sein könnte. Dazu passt auch das Engagement von NetEase: Mobile-Spiele sind in Asien besonders populär.

Einen Namen, geschweige denn ein Erscheinungsdatum für das Spiel von Second Dinner, gibt es noch nicht.

Abschied von Stan Lee

Stan Lee

Stan Lee ist US-Medienberichten zufolge im Alter von 95 Jahren verstorben. 

Lee wurde als Stanley Martin Lieber am 28. Dezember 1922 in New York geboren. Mit gerade einmal 17 Jahren wurde er zum jüngsten Redakteur im Comicbereich bei Timely Publications, das später zu Marvel wurde. Als nach dem Zweiten Weltkrieg in den 50er-Jahren die klassischen Superhelden wiederbelebt wurden, erhielt Lee den Auftrag, für den Verlag ein Superheldenteam zu kreieren. 

So entstanden 1961 in Zusammenarbeit mit Jack Kirby die Fantastic Four.  Hulk, Iron Man, Thor und X-Men sollten in Kooperation mit Kirby folgen. Daredevil entstand gemeinsam mit Bill Everett, für Doctor Strange und Spider-Man arbeitete Lee mit Steve Ditko zusammen.

Stan Lee war für Marvel das Aushängeschild. Er nahm an zahlreichen Conventions teil, war Ausführender Produzent vieler Marvel-Filme und in verschiedenen Cameos in den Comic-Verfilmungen zu sehen. So ist er zum Beispiel in Spider-Man: Homecoming zu sehen, wie er sich von einem Fenster aus über den Lärm beschwert. In Avengers: Infinity War war er als Busfahrer von Peter Parkers Klassenausflug zu sehen. Ingesamt brachte er es auf über 50 Auftritte.

Lees Tochter hat dem Magazin TMZ mitgeteilt, dass ihr Vater mit einem Rettungswagen am Montagmorgen in das Cedars-Sinai Medical Center gebracht wurde, wo er verstarb. Einem weiterem Bericht zufolge hat der Anwalt der Familie dies bestätigt. 

ABC arbeitet an weiterer Marvel-Serie

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Der amerikanische Sender ABC arbeitet an einer neuen Marvel-Serie. Wie Deadline berichtet, wurde Produzent und Autor Allan Heinberg damit beauftragt, ein neues Format aus dem Hause Marvel zu kreieren. Heinberg unter anderem für TV-Serien wie Party of Five, Sex and the City, The O.C. und Gilmore Girls bekannt, aber auch als Comic-Autor machte er sich bereits einen Namen. So schuf er gemeinsam mit Jim Cheung die Young Avengers.

Die geplante Serie soll verschiedene Heldinnen aus dem Marvel-Universum in den Mittelpunkt stellen. Dabei sollen aber wohl die großen Namen außen vor bleiben, was beispielsweise Heldinnen wie She-Hulk ausschließen dürfte. Eine mögliche Kandidatin für die Serie wäre Kate Bishop, ein weiblicher Hawkeye, die Heinberg für seine Young Avengers erschuf. Konkrete Details sind bisher nicht bekannt.

Die noch unbetitelte Serie wäre das vierte Marvel-Format, das bei ABC seine Premiere feiert. Den Anfang machte Agents of S.H.I.E.L.D.. Die Serie startet im kommenden Jahr in ihre 6. Staffel. Zudem liefen Inhumans und Agent Carter auf dem amerikanischen Sender. Beide Serien wurde nach einer beziehungsweise zwei Staffeln wieder eingestellt.

ABC plant weitere Marvel-Serien

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Große Erfolge konnte der amerikanische Sender ABC mit seinen Marvel-Serien bisher nicht feiern. Agent Carter wurde früh abgesetzt, Inhumans floppte und Most Wanted bliebt schon in der Entwicklung stecken. Lediglich Agents of S.H.I.E.L.D. kann man in gewisser Weise als Erfolg bezeichnen, ein echter Publikumsmagnet war die Serie in ihren bisherigen fünf Staffeln allerdings auch nicht.

Im Zuge der TCA-Tour erklärte ABC-Chefin Channing Dungey nun, dass der Sender mit Marvel noch nicht abgeschlossen hat. Dungey sprach mit dem Hollywood Reporter und deutete an, dass man mehrere Dinge in Entwicklung hat.

"Wir arbeiten an ein paar Dingen für den Sender. Es gibt ein Projekt, über das ich gern reden würde, aber Jeph Loeb (Chef von Marvel TV) lässt mich nicht."

Um welches Projekt es sich dabei genau handelt, ist unklar. In der Vergangenheit gab es Berichte darüber, dass man bei Marvel an einer Serie rund um die Damage Control arbeitet. Auch John Ridley (12 Years a Slave) soll für das Studio ein Serienkonzept entwickelt haben. Bei beiden Projekten gab es allerdings schon länger kein Update mehr.

Eternals: Autoren für den Marvel-Film gefunden

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Während sich Phase 3 des Marvel Cinematic Universe dem Ende zuneigt, beginnt das Studio so langsam mit den Vorbereitungen für Phase 4. Zu dieser könnte auch eine Verfilmung der Eternals gehören. Wie der Hollywood Reporter berichtet, hat Marvel Matthew und Ryan Firpo verpflichtet, die das Drehbuch zur Comicverfilmung schreiben sollen. Die beiden Drehbuchautoren sorgten 2017 mit ihrem Skript Ruin für Aufsehen, das sich an der Spitze der sogenannten Black List befand. Auf dieser werden jedes Jahr die besten, bisher noch unverfilmten Drehbücher gesammelt.

Die Eternals wurden von Comic-Legende Jack Kirby geschaffen. In den Comics stehen sie in enger Verbindung mit den Celestials, einer uralten und sehr mächtigen Rasse. Diese nahmen vor Millionen von Jahren Experimente an Menschen vor, aus denen schließlich die Eternals und ihre monströseren Gegenstücke die Deviants hervorgingen. Beide Gruppen verfügen nicht nur über Superkräfte, sondern sind auch beinah unsterblich. Während der menschlichen Geschichte zogen sie im Hintergrund häufig die Fäden, wobei es immer wieder zu Konflikten kam.

In welche Richtung sich die Comicverfilmung bewegen wird, wer die Regie übernimmt oder welche Darsteller im Film zu sehen sein werden, ist bisher nicht bekannt. Auch einen Kinostarttermin gibt es noch nicht.

10 Jahre Marvel Cinematic Universe: Die Flops des MCU

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Marvels Cinematic Universe wird zehn Jahre alt. Nachdem wir gestern, passend zum 10. Geburtstag des Kinostarts von Iron Man, die Highlights des MCU beleuchtet haben, schauen wir heute etwas kritischer auf die vergangenen Jahre. Die Marvel Studios haben nicht nur Highlights produziert, es gibt auch den einen oder anderen schwächeren Film. Für manche unserer Redakteure bietet sogar der Erfolg des MCU selbst beziehungsweise die Art der Filme und des Filmuniversums Anlass zur Kritik.

Katrin Hemmerling

"Isch will meine Wugel." Das ist so ziemlich das Einzige, was mir von Iron Man 2 in Erinnerung geblieben ist. Ansonsten war der Film für mich ein einziger Wirrwarr ohne klare Linie mit einem angeschlagenen Tony Stark. Ich habe sogar verdrängt, dass Black Widow ihren Auftritt in der Geschichte hatte. Unterm Strich ist Iron Man 2 für mich ein Film, der zu viel verschenkt hat, indem er zu viel Handlung in eine Geschichte packen wollte.

Bei Guardians of the Galaxy war mein erster Gedanke, als ich aus dem Kino gekommen bin, die Frage, warum um diesen Film so ein Hype gemacht worden ist. Zwischendurch hatte er zugegeben seine unterhaltsamen Momente, aber für mich dümpelte er über lange Strecken ziemlich platt daher, ohne mir ein echtes Highlight zu bieten (den tanzenden Chris Pratt klammere ich hier mal aus).

Guardians of the Galaxy hatte mich dann auch so wenig beeindruckt, dass ich die Fortsetzung erst gar nicht im Kino gesehen habe, weil mich der Trailer noch weniger angesprochen hat als der für Teil 1. Ich hab es dann später einmal mit Baby Groot und Co versucht, aber nach der Hälfte konnten mich die Weltraum-Helden immer noch nicht wirklich packen. Vielleicht - wenn mein Zu-Gucken-Stapel übersichtlicher geworden ist - gebe ich der Geschichte eine weitere Chance. So wenn mir der Sinn nach flachem Humor steht. Und ja, die Figuren aus den Guardians waren auch diejenigen, zu denen ich in Infinity War keine wirkliche Bindung aufbauen konnte. Schade. Aber man kann ja nicht immer alles lieben.

Johannes Hahn

MCU? Eher MCSchmuh...
Na, okay, nicht wirklich, auch ich habe Spaß an den Abenteuern der Marvel-Helden. Meistens zumindest. Das liegt daran, dass die Filme oft recht clever geschrieben sind. Aber trotzdem betrachte ich den ganzen Wirbel um das Cinematic Universe mit müder Skepsis.

Denn ich fand den oft überkomplexen Kanon der Comics schon immer eher anstrengend und mit dem MCU wurde dieser Kanon nun auch in die Filmwelt übertragen. Das heißt: Man versteht alles nur dann en détail, wenn man von Anfang an alles mitverfolgt hat. Dazu habe ich weder Zeit noch Geld und ich glaube, dass es vielen anderen ebenso geht. Hinzu kommt, dass Superhelden-Filme mittlerweile alle ein ähnliches Schema haben: Superheld ist erfolgreich, Superheld hat Krise, Bösewicht nutzt Krise (meist ohne wirkliche Motivation) aus, Superheld rauft sich zusammen, es gibt eine blödsinnig-bombastische Kampfszene, Superheld triumphiert (am Ende vielleicht noch mit der Frage: zu welchem Preis?). Danke, been there, done that.

Klar, Ensemble-Filme wie Guardians of the Galaxy oder The Avengers können da noch etwas durch das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere herausreißen. Aber diese Filme sollen gleichzeitig auch allen Fans gerecht werden, was wiederum zu langen Laufzeiten und einer teils überfrachteten Handlung führt. Reiner Fanservice wie die Prügelei auf dem Flughafen in The First Avenger: Civil War wirken auf mich eher wie eine alberne Mein-Superheld-ist-besser-als-deiner-Fantasie, die in pubertären Pausenhofplaudereien besser aufgehoben wäre als im Kino.

Den endgültigen Bärendienst hat Marvel mit seinem Cinematic Universe aber dem Medium Film selbst erwiesen: Denn alle einigermaßen groß budgetierten Filme müssen heute Nachfolger produzieren, am besten gleich ein Filmuniversum begründen. Wie das scheitert, sieht man an den DC-Filmen und an Flops wie Die Mumie (welcher das Dark Universe begründen sollte). Selbst Godzilla wird, nachträglich (!), zu einem Teil eines Cinematic Universe. Das ist Filmemachen mit der Brechstange.

Muss das wirklich sein? Können wir nicht einfach mal einen Film haben, der in sich abgeschlossen ist? Der einfach eine gute Geschichte erzählt, ohne sich eine Hintertür offen zu lassen, ohne ein "Tentpole" zu sein, der gleichzeitig noch zwei, drei Filme mittragen muss?

Zugegeben: Marvel gibt ein sehr gutes Beispiel, wie man ein Filmuniversum aufbaut und sie sind zurecht damit erfolgreich. Aber können wir jetzt bitte mal mit der Kanon-Masturbation aufhören und schöne, spannende, coole, witzige, intelligente und/oder emotionale Geschichten erzählen?

Danke. Rant ist vorbei.

Hannes Könitzer

Im Falle von Marvel muss man festhalten, dass selbst die schlechten Filme in der Regel immer noch in gewisser Weise unterhaltsam sind. In meinem Falle fällt beispielsweise Thor: The Dark Kingdom in die Flop-Kategorie, einfach weil von dem Film absolut nichts hängen geblieben ist. Thor und Loki laufen irgendwie durch die Gegend und müssen den wohl schwächsten der Marvel-Schurken (was etwas heißen will) davon abhalten, irgendwie mal wieder die Welt zu zerstören. Nicht umsonst wagte man mit Thor: Tag der Entscheidung einen Neuanfang.

Age of Ultron hatte den Nachteil gegenüber The Avengers, dass die Erwartungshaltung einfach unglaublich hoch war. Und generell macht der Film viele Dinge richtig und punktet vor allem bei den zwischenmenschlichen Szenen. In Hinblick auf eine gute Geschichte bleibt Age of Ultron aber vieles schuldig. Allein die Tatsache, dass der Finalkämpfe praktisch eine Kopie von Avengers war, machte deutlich, wie viel Potenzial hier verschenkt wurde.

Anne Jerratsch

Superheldenfilme? Gähn! Okay, ich gestehe: Ich bin Nichtcomicleser (außer das Gesamtwerk von Carl Barks, aber hier verschone man mich bitte mit einer animierten oder gar dreidimensionalen Version), und ich fühle mich bedrängt vom MCU-Hype.

Was im Jahr 2002 mit Tobey Maguires Spider-Man noch nett anzusehen war, hat mittlerweile absurde Ausmaße angenommen. Dabei sperre ich mich nicht einmal gegen einzelne Filme: Die Spidey-Varianten oder Thor haben durchaus Spaß gemacht und mit Iron Man würde ich jederzeit einen heben gehen.

Alles schön und gut. Aber im Grunde bin ich da ganz bei meinem Kollegen Johannes: Es. Ist. Einfach. Zuviel. Zuviel kleine Anspielungen, zu viele Verwicklungen (im Ernstfall kämpfen doch sowieso nur die Guten gegen die Bösen, oder?), zu viele halbwichtige Figuren, die laut Vertrag eine bestimmte Anzahl Filme füllen müssen und deswegen in die Handlung gequetscht werden, und vor allem: zu viele Schauspieler, die durch die MCU-Verpflichtung keine Zeit für kleine, originäre Projekte haben.

Klar, wer beim MCU mitmacht, hat die Lizenz zum Gelddrucken, und so ganz kann man den Stars den verständlichen Wunsch nach Kontinuität nicht absprechen. Aber mich überfordert das alles. Ich möchte mich nicht erst durch 15 Filme gucken müssen, um den aktuellen Konflikt zwischen der Bucky, Black Widow und Thor zu kapieren. Das MCU ist aber auch leider nicht die Lindenstraße, in die man einfach jederzeit einsteigen kann. Stattdessen schafft das MCU es bei mir, die Handlung beim Verlassen des Kinos direkt wieder auszulöschen. Kurzum: Aahh!

Meinetwegen könnt ihr gerne weitermachen mit den Helden, unterhaltsam ist es ja. Aber lasst noch ein paar Leute für interessante Storys übrig. Ginge das?

Tobias Maibaum

Iron Man 2, Thor 2, Guardians of the Galaxy 2 - die Sequels im MCU haben mich häufig enttäuscht. Doch an den zweiten Avengers-Film kommt so schnell keiner ran: Avengers: Age of Ultron ist zweifellos ein Desaster. Die Probleme, die viele Superhelden in einem Film mit sich bringen, hat dieser Streifen gleich alle. Man könnte ihn fast schon als den Suicide Squad von Marvel bezeichnen.

Age of Ultron ist ein einziges, verwirrendes Durcheinander von Setups zu anderen Filmen, und Nebenhandlungen und Interaktionen des Superheldenteams. Sämtliche Chemie zwischen den Charakteren aus dem Prequel scheint plötzlich wie weggeblasen, die Kämpfe im Team wirken holprig und können sich nicht annähernd mit dem echten Konflikt in Civil War messen. Die privaten Momente der Protagonisten sind oft an der Grenze zur Peinlichkeit und münden in viel zu langen Szenen mit Hawkeyes Familie. Als wäre das nicht genug, gibt es natürlich noch Ultron, den schlechtesten Bösewicht in dem Universum – und das soll schon was heißen.

Florian Rinke

Thor: The Dark Kingdom war für die Verhältnisse des Marvel Cinematic Universes ein schwacher Film. Da mich aber auch sein Vorgänger nicht restlos überzeugt hatte, war die schlechte Fortsetzung zu verschmerzen. So richtig enttäuscht hat mich hingegen Guardians of the Galaxy Vol. 2.

Wirklich mies war die Fortsetzung von Marvels Weltraumhelden nicht, was vor allen an dem Handlungsstrang rund um Rocket und Yondu lag. Die beiden konnten aber nicht alle Schwächen des Films überspielen. Die Geschichte auf dem Planeten Ego zog sich in die Länge – was man vielleicht nicht so bemerkt hätte, wenn Guardians of the Galaxy Vol. 2 sich auf die Qualität seines Vorgängers besonnen hätte – dem Humor. Aber die Witze funktionieren in der Fortsetzung nicht wirklich gut. Es gibt zwar ein paar lustige Gags, aber die Ironie fehlt. Im ersten Teil ist es James Gunn wesentlich besser gelungen, sich über das Genre und seine Konventionen lustig zu machen.

Stefan Turiak

Doctor Strange hat mir beim zweiten Sehen tatsächlich besser gefallen als beim ersten Mal, aber ist immer noch ziemlich vergesslich. Cumberbatch spielt ein Genie, das auch ein Arschloch ist... also jede Benedict-Cumberbatch-Rolle. Gleichzeitig hat er aber nicht den Charme eines Robert Downey Jr., um die ganze Arroganz wieder abzufedern. Nach eineinhalb Stunden ist er besser bei dem ganzen Hokus-Pokus-Kram als alle, die schon ihr ganzes Leben dafür trainiert haben, und in der letzten halben Stunde darf er gegen einen Bildschirmschoner kämpfen. Immerhin bietet das Finale eine recht clevere Abweichung vom sonstigen Explosionsallerlei. Aber es wird nicht nur eine Rachel McAdams, sondern auch noch ein Michael Stuhlbarg verschwendet.

10 Jahre Marvel Cinematic Universe: Die besten Filme des MCU

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Am 1. Mai 2008 kam Iron Man und damit der erste Film der damals neu gegründeten Marvel-Studios in die deutschen Kinos. Die Comicverfilmung erwies sich nicht nur als Hit, sondern legte auch den Grundstein für Marvels Cinematic Universe. Mittlerweile sind 19 Filme erschienen und Marvel hat sich zu einem der erfolgreichsten Studios der Welt entwickelt. Zum 10-jährigen Jubiläum des MCU wirft die Redaktion von Robots & Dragons einen Blick zurück und kürt ihre Marvel-Highlights.

Katrin Hemmerling

Mit Captain America: Civil War hat das Marvel Cinematic Universe mir das Herz gebrochen - und genau deswegen ist der Film womöglich mein Highlight. Nichts war für mich schlimmer als der Moment, in dem Cap Tony Stark seinen Schild in die Brust rammt und ihn liegen lässt. Nach der emotionalen Achterbahnfahrt bei der legendären Flughafenprügelei ging diese Sequenz mitten ins Herz und zeigte, dass Marvel auch ernster und vor allem dramatischer kann. Bis heute ist der Auftakt von Phase 3 der für mich gelungenste Film im MCU - und fühlt sich eigentlich eher nach einem Avengers-Film an.

Iron Man 3 war für mich ein Quantensprung in der Entwicklung von Tony Stark. Endlich zeigte sich einmal, dass auch die vermeintlichen Helden nicht vor posttraumatischen Störungen gefeit sind, wenn sie gefühlt nebenbei die Welt retten. Tony wurde menschlich unter dieser narzisstischen Hülle, die er sich angelegt hatte; ein cleverer Zug von Marvel, denn Iron Man 3 hat für mich den Grundstein für einige Momente gelegt, die wir später im MCU serviert bekommen haben. Außerdem ist der Auftakt mit Blue von Eiffel65 legendär und sorgt in den ersten Minuten für den besten Flashback in die eigene Jugend.

Positiv überrascht hat mich Spider-Man: Homecoming. Wie so oft hat Marvel ein gutes Castinghändchen bewiesen und mit Tom Holland die perfekte Besetzung für Peter Parker gefunden. Der Film schafft den Spagat zwischen Komödie (mal ehrlich, wir alle mögen die kleinen Fanboy-Momente, bei denen wir nie so recht wissen, ob es sehr viel von Tom Holland selbst ist, was da zutage tritt) und Coming-of-Age-Ernsthaftigkeit. Ja, die Szene mit der Fähre war vielleicht zu viel des Guten, aber was sind Comic-Superhelden-Filme schon ohne derart überzogene Rettungsaktionen? Ich freu mich jedenfalls auf die Fortsetzung - und auf weitere elegante Stunts von Tom Holland, der sie in der Regel alle selbst durchführt und von den artistischen Fähigkeiten definitiv zu Spider-Man geworden ist.

Hannes Könitzer

Captain America: Civil War oder wie er in Deutschland heißt The First Avenger: Civil War steht ganz oben in meinem Marvel-Ranking. Für mich ist der Film das, was Age of Ultron hätte sein sollen. Der Konflikt zwischen Cap und Iron Man funktioniert einfach und bringt ein hochspannendes Finale, bei dem auch mal nicht direkt das Schicksal der Welt auf dem Spiel stehen muss. Zudem ist der große Heldenkampf auf dem Flughafen in Leipzig der wohl unterhaltsamste Kampf in einer Comicverfilmung überhaupt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich im Kino praktisch die gesamte Zeit ein Grinsen auf dem Gesicht hatte.

Der erste Avengers verliert mit der Zeit etwas von seine Faszination. Wenn ich mich jedoch daran erinnere, wie gehypt ich damals aus dem Kino kam, dann muss er einfach in die Top 3. Der Film legte den Grundstein für so viel, was das MCU heute ausmacht. Gleiches kann man auch für Guardians of the Galaxy sagen. Das erste wirkliche kosmische Abenteuer von Marvel ist einfach pure Unterhaltung und zeigt, dass das Studio vermutlich irgendeinen Pakt mit einer außerirdischen Entität geschlossen hat. Anders kann man es nicht erklären, dass die Castingentscheidungen von Marvel immer perfekt ausfallen.

Tobias Maibaum

Captain America: The Winter Soldier zeigt das MCU von seiner besten Seite. Eine eigenständige Geschichte, die mehr Thriller als Superhelden-Film ist, bietet tolle Charaktermomente und leitet gleichzeitig die Rolle von SHIELD und Steve Rogers in den nachfolgenden Filmen ein. In sich geschlossen ist Winter Soldier beinahe ein Jason-Bourne-Film, der Cap, Bucky und Black Widow erlaubt, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Steve kann sich noch einmal von Peggy Carter verabschieden, Widow mit ihrer Zeit als Assassine abschließen und Bucky kriegt die Einleitung als Bösewicht und auch als Person, die ihm gebührt.

Der zweite große Film, der es schafft eine eigene Geschichte zu erzählen und trotzdem einen klaren Platz in den Handlungsfäden des MCU findet, ist Spider Man: Homecoming. Die Geschichte um einen sehr jungen Peter Parker überspringt glücklicherweise die bekannte Origin-Story zugunsten einer starken Charakterentwicklung. Die Besetzung ist rundum gelungen und Gegenspieler Micheal Keaton, der seine Familie um jeden Preis beschützen will, ist wahnsinnig unterschätzt. Vielleicht der beste Bösewicht nach Thanos. Spidey wird brillant gespielt von Tom Holland und die Beziehung mit Tony Stark ist auch viel besser, als sie sein dürfte. Mal sehen, wie sich Avengers 4 auf das Sequel auswirkt.

Florian Rinke

Der erste Iron-Man-Film und der erste Avengers-Teil konnten mich schnell für das Marvel Cinematic Universe gewinnen. Captain America hatte da einen schweren Einstand. Sein Leinwanddebüt wurde erst richtig interessant, als er schon fast vorbei war.

Vom zweiten Teil habe ich mir dann nicht viel versprochen und war von Captain America: The Winter Soldier sehr positiv überrascht. Das Superhelden-Agenten-Abenteuer rund um Steve Rogers und Black Widow weiß vom Anfang durch gelungene Action und eine ausgeklügelt Handlung zu überzeugen. Captain America: Civil War konnte die Qualität des Vorgängers anknüpfen. Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet Captain America zu meinen Lieblingshelden im Marvel Cinematic Universe werden würde. Sein Kollege Thor brauchte immerhin drei Anläufe bis er mich mit Thor: Tag der Entscheidung in einem seiner Solofilme überzeugen konnte.

Stefan Turiak

Captain America: Winter Soldier ist bis heute Höhepunkt und bester Film der gesamten Marvel-Saga. Captain America ist ein wandelnder, prügelnder Anachronismus, der sich in einer Welt moralisch verschwommener Grenzen zurechtfinden muss. Ein Actionfilm, der sich sogar innerhalb seines eigenen erzählerischen Korsetts halbwegs differenziert mit Überwachung, Vorverurteilung und Drohnenangriffspolitik auseinandersetzt, die vor allem auch die Obama-Ära geprägt haben. Und wie es komischerweise kaum ein anderer Actionthriller tut.

Chris Evans und Scarlett Johannson funktionieren als Team wunderbar. Sebastian Stan kann in seiner Verkleidung als Winter Soldier sogar relativ bedrohlich und furchteinflößend wirken und Robert Redford passt hier perfekt ins Geschehen. Der Film versucht gerade noch so viel Status Quo einzureißen, wie es nur geht. Die Action auf dem Highway ist großartig, die zum Schluss eher generisch, besitzt aber dennoch wunderlicher- und willkommenerweise trotzdem einen emotionalen Kern. Alles ist wirklich gut und organisch miteinander verwoben, wie es Marvel kein zweites Mal gelungen ist und wahrscheinlich auch nicht mehr gelingen wird. Selbst wenn die Action sehr schnell und stellenweise unübersichtlich geschnitten wurde. Winter Soldier wirkt zwar nicht wie eine 70er Jahre Paranoia-Thriller, wie so oft deklariert, aber immerhin wie ein Bourne-Film im Comic-Universum.

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