X-Men

Originaltitel: 
X-Men
Land: 
USA
Laufzeit: 
100 min
Regie: 
Bryan Singer
Drehbuch: 
David Hayter, Tom DeSanto
Darsteller: 
Patrick Stewart, Hugh Jackman, Famke Janssen, Ian McKellen, James Marsden, Halle Berry, Anna Paquin, Rebecca Romijn-Stamos
Kinostart: 
31.08.00

Inhaltsangabe:
von Berit Lempe (für SF-Radio.net)

Der Film beginnt in der Vergangenheit. In einem KZ in Polen wird ein Junge von seinen Eltern getrennt. Er wehrt sich mit all seiner Macht und ein Soldat reicht nicht, um ihn zu halten. Als der Junge im strömenden Regen seine Hand ausstreckt verformt sich der Gefängniszaun hinter den seine Eltern getrieben wurden. Es ist, als würde er sich daran festklammern. Magneto ist geboren.

Es geht weiter in einer uns nicht so weit entfernten Zukunft. Ein Mädchen sitzt mit ihrem Freund auf dem Bett. Sie küssen sich, doch dem Jungen stehen plötzlich die Adern hervor und er beginnt zu zittern. Durch bloßen Hautkontakt hat das Mädchen (Marie) ihn ins Koma geschickt. Man erfährt später, dass sie Menschen die Lebensenergie entzieht. Sie ist, genau wie Magneto ein Mutant. Sie läuft von zu Hause weg und nennt sich Rogue.

Währenddessen wird im Senat ein Gesetz zur namentlichen Erfassung von Mutanten diskutiert. Senator Kelly ist für die globale Meldepflicht und Erkennung jedes Mutanten. Dr. Jean Grey, eine Mitarbeiterin von Charles Xavier, gibt zu bedenken, dass Mutanten, die sich freiwillig gemeldet haben, von der Gesellschaft ausgestoßen und sogar angegriffen wurden.

Aus einiger Entfernung sieht man Charles Xavier, der den Ausführungen der beiden Parteien aufmerksam folgt. Er sieht aus seinen Augenwinkeln heraus einen Mann die Reihen verlassen. Charles folgt ihm in seinem Rollstuhl. Der Mann ist Magneto. Es ist eine Begegnung von alten Freunden, doch Magneto ist der Meinung, es werde bald einen Krieg zwischen Mutanten und Menschen geben, und Charles sollte ihm nicht in die Quere kommen.

Inzwischen ist Rogue in Lawson City angekommen und in einer Bar trifft sie auf Logan. Er kämpft hier Schaukämpfe und ist so ziemlich unbesiegbar. Sie sieht, wie er sich gegen einen Mann mit einem Messer verteidigt Er hat auch Messer, oder besser gesagt sowas wie Krallen, die unter seinen Fingerknöcheln herausschießen. Er ist Wolverine und auch ein Mutant. Rogue versteckt sich in Logans Anhänger und er nimmt sie unfreiwillig mit. Als er sie entdeckt will er sie erst in der eisigen Wildnis allein zurücklassen, doch er ist nicht wirklich so hart so lernen sich also Rogue und Wolverine kennen.

Doch Logan fährt gegen einen Baum und wird geradewegs aus dem Auto geschleudert. Jeder Mensch wäre jetzt tot, aber Logans Mutation, nämlich die Fähigkeit sich unglaublich schnell zu heilen, lässt alle Kratzer sofort wieder verschwinden. Von Logan unbemerkt bricht im Auto ein Feuer aus. Rogue ist eingeklemmt. Als Logan sie befreien will, macht er Bekanntschaft mit Sabertooth, einen extrem starken Mutanten. Er greift Wolverine an und während die beiden kämpfen, droht das Feuer im Auto einige Gasflaschen zu erreichen. Doch plötzlich tauchen Cyclops und Storm, auch Mutanten, auf und retten Rogue und Wolverine.

Als Wolverine zu sich kommt, wird er gerade von Jean Gray untersucht. Als sie gerade eine Injektionsnadel in seinen Arm stecken will, fährt er hoch und würgt sie, damit sie nicht schreien kann. Er ist verwirrt und flieht. In seinem Kopf hört er Stimmen, die in lenken und so kommt er vom wissenschaftlichen Trakt des Gebäudes in den Schulbereich, er trifft auf Schüler, vor denen er sich verstecken kann, doch als er einen Raum betritt steht er vor Charles Xavier.

Der hat ihn durch seine telepatischen Kräfte dort hingelockt. Er erklärt ihm, dass er sich in einer Schule für Mutanten befindet. Xavier zeigt ihm alles und möchte, das Logan sich ihnen anschließt. Logan lässt sich weiter untersuchen und Dr. Gray findet heraus, das sein Skelett durch ein Metall verstärkt wird und so seine Knochen unbrechbar sind. Er hat keine Erinnerung, wie das passiert ist, außer einige Flashbacks an unmenschliche Operationen. Nur seine Mutation hat ihn vor dem Tod bewahrt.

Rogue ist auch in der Schule und hat hier ein neues zu Hause gefunden. Doch währenddessen setzt Magneto unbemerkt seine Pläne fort. Sabretooth hat zwar versagt, aber das Experiment, was er mit Senator Kelly (den er gekidnappt hat) durchführt, scheint von Erfolg gekrönt. Senator Kelly verwandelt sich in einen Mutanten, der seinen Körper fast ganz flüssig machen kann. Senator Kelly flieht, stürzt aber die Klippen hinab.

Xavier geht davon aus, dass Magneto hinter Wolverine her war, doch das ist falsch. Denn Rogue kann mehr, als nur Menschen ihre Lebensenergie abzusaugen, wenn sie einen Mutanten berührt übernimmt sie für kurze Zeit seine Fähigkeiten. Als Wolverine sie nämlich aus Versehen mit seinen Krallen durchbohrt, berührt sie ihn und die Wunde heilt. Wolverine überlebt knapp und auch nur durch seine Fähigkeit.

Mystique, sie kann die Form jedes Menschen annehmen, dringt bei Xavier ein und gibt sich die Gestalt eines Freundes von Rogue. Sie redet ihr ein, sie wäre nicht erwünscht, weil alle vor ihr Angst hätten. Daraufhin läuft Rogue wieder weg.

Xavier kann sie durch seine telepatischen Fähigkeiten und eines eigens dafür konstruierten Gerätes finden. Rogue ist auf dem Bahnhof. Logan macht sich mit Cyclopses Motorrad auf den Weg, um sie zu finden. Rogue sitzt in einem Zug, Logan hat sie gefunden und setzt sich zu ihr. Er verspricht ihr, sie zu beschützen. Doch da betritt Magneto die Szene. Er kann Wolverine schnell unter Kontrolle bringen, denn gegen seine magnetischen Aura ist Wolverine mit seinem Metallskelett praktisch machtlos. Mageto nimmt sich Rogue, während Cyclops und Storm mit Sabretooth und Toad beschäftigt sind und den Bahnhof regelrecht auseinandernehmen. Mystique wechselt derweil einen Kanister in Xaviers Aparatur aus.

Senator Kelly taucht wieder auf und kann Xavier noch erzählen, was Magneto vor hat, bevor er sich in Wasser verwandelt und stirbt. Das Experiment ist also nicht wirklich erfolgreich, es tötet die Menschen auf grausame Weise.

Magneto will die Menschen in ganz New York mit seiner Maschine in Mutanten verwandeln. Er hat keine Ahnung, dass er die Menschen im Endeffekt umbringt. Xavier will herausfinden, wo Magneto ist und benutzt dazu seine Apparatur. Das Gas aus Mystiques Container flutet den Aparat und Xavier bleibt leblos auf dem Boden liegen.

Jean hat zwar nicht Xaviers Fähigkeiten, versucht aber trotzdem Magneto zu finden. Mit ihrer letzten Kraft kann sie sich aus der Maschine befreien und bricht vor Cyclops zusammen.

Cyclops, Jean, Storm und Wolverine machen sich auf den Weg zu Ellis Island, wo schon Mystique, Sabretooth, Toad und natürlich Magneto auf sie warten. Der Showdown beginnt, und das in und um die Freiheitsstatue. Die vier Helden werden leider von Magneto gefangen und im Kopf der Freiheitsstatue festgehalten. Doch Wolverine kann sich befreien und kämpft mit Sabretooth, während Rogue von Magneto and seien Aparat gebunden wird. Die Überflutung beginnt und bevor sie die erste Menge erreichen kann, schießt Cyclops eine Salve Laserstrahlen in Richtung Maschine. Wolverine findet eine leblose Rogue, angekettet an dieses tödliche Ding. Er nimmt sie in den Arm und berührt sie. Doch nichts geschieht. Er hält sie ganz fest und streicht ihr über die weiße Strähne, die sie hat. Dann merkt er etwas. Seine Wunden fangen an zu bluten und einige Adern in seinem Gesicht platzen und es entstehen Risswunden. Rogue saugt ihm sehr viel Energie ab, doch er hält sie weiter fest.

Rogue kommt zu sich, merkt, was Logan tut und stößt ihn weg. Er bleibt verletzt und leblos liegen.

Zurück im Hauptquartier der X-Men kümmert sich Jean um Xavier, der wieder zu sich kommt. Er fragt sie, ob alles gut gegangen ist, doch sie zeigt nur stumm auf Logan der verletzt auf einem Krankenbett liegt.

Als sie Logans Wunden untersuchen will, stellt sie fest, das alles wieder verheilt ist. Logan hat es geschafft. Doch einige Fragen über seine Vergangenheit sind noch ungeklärt. Xavier zeigt ihm eine Karte, auf dem ein unterirdisches Labor eingezeichnet ist. Ganz in der Nähe, wo sie ihn gefunden haben. Logan verabschiedet sich von Rogue und verspricht zurückzukommen. Er nimmt Cyclopses Motorrad und fährt davon.

In einem sehr gut abgeschirmten Gefängnis besucht Xavier seinen alten Freund Magneto. Seine Zelle ist aus Plastik. Magneto denkt immer noch, dass es eines Tages zum Krieg zwischen Menschen und Mutanten kommen wird. Xavier sagt ihm, dass er da sein wird, um Magneto zu hindern.


Filmkritik:
von Dirk Wilkens-Hagenkötter (für SF-Radio.net)

Die X-Men entstanden 1963 als Comicserie im Marvel-Verlag. Erdacht wurden sie von Stan Lee und Jack Kirby.

Regisseur Bryan Singer wollte bei seinem X-Men Film einen großen Bogen schlagen, und die beliebtesten X-Men aus allen Comic-Generationen auftreten lassen. So war es auch vorgesehen, dass „Das Biest“, eine Figur der ersten Generation, mitspielen sollte. Es gab aber Probleme mit dem Kostüm, und so ging der Part der Figur auf Jean Grey über, die wiederum auf das „Marvel-Girl“ aus der ersten Generation zurück geht.

Bryan Singer ließ es sich aber nicht nehmen einige kleine Insider Gags einzubauen, die eigentlich nur von X-Men Fans verstanden werden können.

Beispielsweise als die X-Men zu ihrem finalen Kampfeinsatz starten meint Wolverine auf die Kleidung bezogen: Traut ihr Euch in den Klamotten wirklich raus?“ Und Cyclops entgegnet: „Was wäre Dir denn lieber? Gelbes Latex?“ Gelbes Latex war tatsächlich die eigentliche Kampfkleidung der X-Men. Da die Filmkleidung so gut ankam, wechselten auch in den Comics die X-Men ihre Kleidung.

Der Film ist im Gegensatz zu vielen anderen Comicverfilmungen sehr anspruchsvoll, Intoleranz gegenüber den Anderen ist das zentrale Thema.

Xavier und Eric haben schon in ihrer Kindheit erlebt, wohin das führen kann. Für Eric ist dies Grund genug, selbst intolerant zu werden. Allerdings bewirkt seine Intoleranz nicht, das er die „Normalen“ vernichten will, er will aus ihnen auch Mutanten machen, denn wenn Mutanten nichts besonderes mehr sind, dann kann es auch keine Ausgrenzung geben, so sein Gedanke.

Tatsächlich entspricht diese Logik genau jener Denkweise, die auch in unserer Welt nur allzuoft vorkommt. Immer wieder wird versucht, Minderheiten „gleich“ zu machen.

Es ist noch gar nicht so lange her, das Linkshändern gezwungen wurden, mit der rechten Hand zu schreiben. Auch die Suche nach der Ursache für Homosexualität dient nur dazu, diese abschalten zu können. Vielleicht wirkt Magneto deshalb so krank, weil er genau so denkt, wie die meisten Menschen.

Der eigentliche Bösewicht ist Senator Kelly. Er schürt die Angst vor den Mutanten, um sich selbst zu profilieren. Und er hat ein prominentes Vorbild:
Senator Kelly sagt: „Ich habe hier eine Liste mit bekannten Mutanten die in den USA leben“. Dieser Satz basiert auf einer Rede von Senator Joseph McCarthy als er meint er habe eine Liste mit bekannten Kommunisten, die im State Department arbeiten würden.

Die beiden Gegenspieler Xavier und Magneto werden von Patrick Stewart und Ian McKellen gespielt. Beide Schauspieler kommen aus England und sind durch Shakespear-Rollen bekannt geworden. Für Patrick Stewart war es die erste große Gelegenheit, sich einmal in einer ganz anderen Rolle als den Enterprise Captain darzustellen.

Ian McKellen arbeitete schon das 2. Mal mit Regisseur Bryan Singer zusammen. Die Thematik des Films stand ihm auch aus persönlichen Gründen recht nahe. McKellen ist schwul, hielt dies aber viele Jahre geheim. Erst als 1988 unter der Regierung von Margareth Thatcher die Schwulen und Lesben durch ein neues Gesetz zunehmend kriminalisiert und ausgegrenzt wurden, outete er sich öffentlich. Seitdem ist er aktiv in der Schwulenbewegung und tritt für Gleichberechtigung ein.

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